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Sirui T025X – das ideale Reise- und Wanderstativ

Seit ich vor knapp 20 Jahren meine erste eigenen Spiegelreflexkamera kaufte haben sich bei mir vier Stative angesammelt. Vier richtige Stative! Die billigen Alukonstruktionen, Tischstative und Gorillapods nicht mitgezählt.

Das erste Stativ steht noch immer in meinem Büro und ich habe es bis zuletzt für kleinere Studioarbeiten eingesetzt. Doch für unterwegs war dieses Stativ von Anfang an zu schwer, jedenfalls mit man auf Schusters Rappen die Gegend durchstreift. Deshalb habe ich mir 2006 zu meiner ersten DSLR ein etwas leichteres Stativ beschafft. Einerseits habe ich mich dabei für die Qualitätsmarke Manfrotto entschieden, andererseits sollte es aber eines der etwas leichteren sein. Am Ende war es doch zu schwer. Was ich bei diesem Stativ vor allem lernte: Drei-Wege-Neiger sind nicht besonders komfortabel wenn es um den Transport geht. Deshalb sollte das nächste Stativ eines mit Kugelkopf sein und es sollte weniger Gewicht auf die Waage werfen wie meine bisherigen.

In einem Foto-Videotutorial stellt dann ein Fotograf ein Fotopro-Stativ von Rollei vor. Was mich dabei überraschte war, wie schnell man die Drehverschlüsse an den Standbeinen öffnen und verschließen kann. Daraufhin habe ich nach einigen Vergleichen der verschiednen Rollei-Produkte ein CT-5A gekauft. Dieses verspricht sehr flexibel zu sein, da sich die Beine abnehmen lassen und man durch ein Erweiterungsstück ein Einbeinstativ erhält. Leider geht das nicht mit wenigen Handgriffen sondern erfordert so viel Schrauberei, dass das ein fauler Kerl wie ich nicht gerne macht.

Neben der Umbaumöglichkeit zum Einbein gehören zum CT-5A auch drei Dackelbeine mit denen man ein Tischstativ erhält das sicher auch zum Makrostativ taugt.

Obschon leichter als meine bisherigen Stative fand ich schnell heraus, dass auch 1740g noch ziemlich auf die Schultern drücken wenn man zur Fotosafari ausreist, wobei nicht nur das Gewicht mehr als Grenzwertig ist sondern auch die Sperrigkeit den Transport nicht zu Freude macht.

Hinzu kommt, dass das Stativ bei Feuchtigkeit problematisch ist. Ist Nässe erst einmal in die Beine eingedrungen – wozu es nicht viel braucht – ist es schwer sie da wieder raus zu bekommen. Noch Tage nach dem Einsatz im Regen oder in einem Bach spucken die Verschlüsse Wasser beim Aus- und Einziehen der Beine. Zu guter Letzt sind die Kappen der Beine nicht besonders gut befestigt und machen sich deshalb gerne selbständig – verlieren vorprogrammiert.

Zu Rollei mein Fazit: Wer billig kauf, kauft doppelt.

So kam ich zu meinem vierten Stativ: Dem Sirui T-025X (Sirui-Produktseite; Amazon-Affiliate-Link). Während ich Fotopro mittlerweile als Billigmarke betrachte steht Sirui im Ruf exzellente Qualität preiswert (aber eben nicht billig) anzubieten und es durchaus mit italienischen Marktführern aufnehmen zu können. Dabei liegt der Listenpreis des T-025X unter dem des Fotopro CT-5A liegt – es kommt halt ohne Firlefanz daher!

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Zu haben ist die T05X-Serie ab etwa 130 Euro, allerdings habe ich mich diesmal doch nicht für die billigste sondern für die leichteste, die Carbon-Variante entschieden. Und was für ein Unterschied das ist: 800g (mit Kopf) gegenüber 1700g! Darüber hinaus lässt sich das Stativ so klein zusammenlegen, dass es kaum mehr Platz benötigt als eine 750ml-Getränkeflasche.

Kalihari

Zum ersten Mal macht es Spaß mit Stativ auf Fotosafari zu gehen, denn das T-025X ist kaum zu spüren. Trotzdem vermittelt es einen rundum soliden Eindruck bis hin zum preis-/leistungsmäßig exzellenten Kugelkopf. Probleme mit sich selbst lösenden Teilen oder Feuchtigkeit konnte ich bislang keine feststellen.

Zwar fällt die Maximalhöhe mit 130cm sehr gering aus, doch da ich ohnehin gerne aus niedrigen Perspektiven fotografiere ist das kein Problem, besonders seit ich LiveView und ein Klappdisplay habe.

ambach

Die Konstruktion des Stativs mag etwas ungewöhnlich sein – der vertikale Holm lässt sich nicht wie bei den meisten Stativen einziehen – doch gerade dadurch dürfte es so extrem leicht und kompakt geworden sein. Dankbar bin ich auch für die Arca-Swiss-Kompatible Wechselplatte. Während einige Hersteller Schnellwechselsysteme nach eigener Norm anbieten, ist Arca-Swiss eine Art Quasi-Standard, was heißt, dass es kompatible Produkte von allen möglichen Herstellern gibt. So sind beispielsweise Rollei- und Sirui-Stative bzw. deren Köpfe und Wechselplatten kompatibel. Darüber hinaus verwendet Sirui sehr kleine Wechselplatten die ich auch an meiner Pen E-PL7 dauerhaft dran lassen kann, ohne, dass sie im Alltag stört.

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Mein Reiseobjektiv: Nikkor 24–85mm

Nikkor24 85
AF NIKKOR 24–85mm 1:2,8–4D

FourThirds ist nicht genug | Meine letzte Reise unternahm ich mit meiner Panasonic Lumix G3 mit 20mm ƒ1.7 Festbrennweite als einzige Kamera und einziges Objektiv. Nach meiner knapp einjährigen Erfahrung mit der Micro FourThirds-Kamera bin ich ein bisschen enttäuscht von dem Möglichkeiten der recht kleinen Bildsensoren dieses Kamerasystems. In Kombination mit den zumeist relativ lichtschwachen Objektiven, die für das System verfügbar sind, ist das Spiel mit Schärfentiefe doch nur eingeschränkt möglich. Deshalb entschloss ich mich auf meinen diesjährigen Urlaubsflug zur Kanaren-Insel La Palma wieder meine D700 einzupacken.

Doch etwas mehr als Festbrennweite | Letztes Jahr war ich schwer bepackt mit mehreren Linsen nach La Palma geflogen, hatte dann aber in erster Linie eine Sigma 24mm ƒ1.8 Festbrennweite in Verwendung. Dieses Jahr sollte mir ein Zoomobjektiv wieder mehr Gestaltungsfreiraum in Sachen Perspektive geben. Nur: Meine Zooms sind überwiegend große, schwere Profi-Objektive. Am ehesten wäre das 24–70mm ƒ2.8 in Frage gekommen. Ein tolles Objektiv und das Standard-Zoom vieler Profis. Aber das Teil ist ohne ohne Streulichtblende 133mm lang und wiegt 900g. Zusammen mit der Kamera sind das dann fast 2kg im Gepäck. Ich begab mich also auf die Suche nach einem etwas leichteren und kompakteren Objektiv und landete bei drei möglichen Optionen (siehe diesen Artikel).

Der neue Reisebegleiter | Entschieden habe ich mich am Ende für das 24–85mm ƒ2.8–4mm – trotz der widersprüchlichen und teilweise schlechten Berichte darüber. An und für sich ist die Linse nicht mehr ganz ‘State of the Art’. Es verfügt weder über die SWM Innenfokussierung mit der Möglichkeit zur manuellen Nachstellung ohne auf Manuell stellen zu müssen, noch über eine Nikon VR Bildstabilisierung. Dafür ist es aber mit knapp 83mm ein gutes Drittel kürzer und wiegt mit 545g mehr als ein Drittel weniger als das 24–70.

Neben Gewicht und Volumen fand ich den Brennweitenbereich von 24mm bis 85mm interessant. Das sind im Grunde genau die 15mm, die mir beim 24–70mm oft fehlen; zum Beispiel wenn ich Gesichtsporträts machen möchte. Dann ist ƒ2.8 bis ƒ4 doch deutlich lichtstärker, als ƒ3.5 bis ƒ5.6, beim 24–120mm und beim 28–300mm Nikkor – bei letzterem würde ich auch die +4mm Weitwinkel vermissen. ‘Last but not least’ hat auch die Makro-Funktion des 24–85mm seinen Reiz. Es wurde zwar kritisiert, dass das Umstellen auf Makro etwas umständlich sei – immerhin ist der Makro-Modus nicht im ganzen Brennweitenbereich, sondern nur von 35–85mm verfügbar. Man muss also erst das Zoom auf mehr als 35mm stellen und kann erst dann einen Schalter nach Makro bewegen und beim Zurückstellen auf den normalen Modus muss erst wieder aus dem Nahbereich raus fokussiert werden. Doch das klingt viel komplizierter als es ist. Hat man das gecheckt und zwei, drei Mal gemacht, geht es ohne nachdenken ganz automatisch.

Schöne Resultate mit bedenklicher Geometrie | Was mir am Ende zählt sind die Resultate und die finde ich überraschend gut. Dazu ist zu sagen, dass ich kein Pixelzähler bin. Mir zählen die subjektiven Eindrücke, die meine Fotos vermitteln. Ich überprüfe nicht die Schärfeverteilung von der Mitte nach außen über alle Blenden- und Brennweitenbereiche hinweg. Subjektiv löste die Bildwirkung bereits bei der Rückschau am Kamera-Display Begeisterung bei mir aus. Das 24–85mm liefert Resultate mit einer schönen Farbigkeit und einem angenehm weichen Kontrast. Kritisch kann ich lediglich eine seltsam wellenförmige Verzerrung im Weitwinkelbereich anmerken, die sich nur schwer digital korrigieren lässt (wobei ich die Korrektur weder in Nikons Capture NX2 noch mit Hilfe eines Spezialisten, wie DX Optics überprüft habe). Wer also gerne und viel Geometrie und Architektur fotografiert wird mit diesem Objektiv eher wenig Freude haben. Allen anderen kann ich es mit gutem Gewissen empfehlen.

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Was man im Urlaub halt so fotografiert.
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Ein kleines Bisschen ‘Street’.
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Durchaus brauchbarer Makro-Modus. Diese Aufnahmen wären mit einem anderen Standardzoom so wohl nicht möglich gewesen.
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Auch mit Bokeh lässt sich gut spielen und die Resultate gehen in meinen Augen durchaus in Ordnung.
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Weniger berauschend: Die geometrische Verzerrung im Weitwinkelbereich. Die Architektur auf La Palma entspricht zwar nicht immer streng geometrischen Kriterien, aber die Wellenlinie oben am Bild dürfte doch eher durch die Verzerrung des Objektivs so ausgefallen sein.

40mm

Wie viel Zoom braucht der Mensch? Gar keines. Behaupte ich. Die Betonung liegt aber auf ›braucht‹. Dass ich keines brauche, heißt nicht, dass ich Zooms nicht schätze. Doch es geht auch sehr gut. Das wussten schon unsere Väter. Denn als die fotografierten gab es noch kaum Zooms. Zumindest als mein Vater fotografierte. Eure Väter, liebe Leser, mögen ja Teils in meinem Alter.

Auf jeden Fall liebe ich meine Festbrennweiten. 24mm von Sigma, 28mm von Nikon, 35mm von Nikon, 40mm (KB) von Panasonic, 50mm von Nikon und 105mm. Von Nikon. Nur das neue 85mm ƒ1.8 harrt noch auf der Wunschliste. Übrigens auch von Nikon.

Weniger Ballast, mehr Herausforderung | Vor Jahren bin ich mit 14–24mm, 24–70mm, 70–200mm und 70–300mm auf Reisen gegangen. Würde ich heute nicht wieder machen. Für die letzten beiden Urlaubsreisen – nach La Palma und quer durch Österreich – habe ich jeweils nur eine (!) einzige Festbrennweite eingepackt. Habe ich es bereut? Keineswegs! Rücken und Schultern waren froh. Hat es weniger Spaß gemacht? Im Gegenteil! Verschiedenste Motive mit einer einzigen Brennweite ansprechend einzufangen ist eine größere Herausforderung, als wenn man die Perspektive mit flexibler Brennweite aktiv kreativ gestalten kann. Diese Flexibilität ist natürlich durchaus ein Vorteil von Zooms. Es heißt aber nicht, dass man mit Festbrennweiten keine bemerkenswerten Ergebnisse erzielen kann. Es kostet nur oft etwas mehr Anstrengung. Und gerade dieser erhöhte Herausforderung mag es sein, dass man trotz der eingeschränkteren Möglichkeiten doch oft bessere Treffer erzielt, als in der Komfortzone des Zooms. Einmal ganz abgesehen davon, dass das Preis-Qualitäts-Verhältnis bei Festbrennweiten oft besser ist.

Mit der Festbrennweite quer durch Österreich

Neben meiner Leidenschaft für Fotografie und Design habe ich auch eine für offenes Fahren. Regelmäßig fahren ich und meine Frau in meinem kleinen japanischen Reiskocher Straßen und Pässe in der näheren und weiteren Region ab. Auf meine letzte Reise kreuz und quer durch Österreich habe ich lediglich meine Zweitkamera mitgenommen, die Panasonic Lumix G3, mit einem 20mm ƒ1.7 Festbrennweiten-Objektiv mitgenommen. Umgerechnet auf Kleinbild entspricht dieses 20mm-Objektiv 40mm und ist somit irgendwo zwischen leichtem 35mm Weitwinkel und 50mm Normalobjektiv zu sehen. Ein bisschen eng, für einen Weitwinkelfreund wie mich, aber doch gut zu gebrauchen. Die folgenden Bilder stammen allesamt von dieser Reise und sind somit mit demselben Objektiv und derselben Brennweite entstanden.

40mm 14 Meine Kamera für Unterwegs. Die G3 mag mir zwar nicht so recht ans Herz wachsen – sie vermittelt mir nicht das Gefühl eine Seele zu haben – aber sie ist dennoch eine praktische Kamera mit guten Eigenschaften in einem recht kompakten Gehäuse. Besonders mit dem 20mm ƒ1.7 kann man die G3 gut einsetzen.
40mm 02
Es kommt auf die Perspektive an. Enten sind zwar keine aufregenden Motive und auch das Licht ist hier eigentlich recht langweilig, aber der Blick aus Entenaugenhöe auf die Vögel, das Schilf und die tiroler Berge dahinter macht das Motiv dennoch durchaus interessant.
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Auch Schmetterlinge sind jetzt nicht so die spannenden Motive, zumal es sich um Exemplare handelt, die in unseren Landen über alle Wiesen, Auen und Wälder flattern. Dennoch mache ich das kleine ‘catch me if you can’-Spiel, zu dem einen die Mistviecher immer einladen. Setzen sich erst vor deiner Nase auf eine Blume und kaum hast du die Kamera eingeschaltet, machen sie schon wieder den Flattermann.
Schmetterlinge sind groß genug um sie trotz eines Minestabstands von 20cm, beim Panasonic 20mm ƒ1.7, einigermaßen formatfüllend einfangen zu können und nach dem Urlaub sagen zu können »Schau mal, ich hab da auch ein Makro.«
40mm 04
Besonders weite Panoramen muss man mit 40mm Kleinbild natürlich nicht einfangen wollen – dafür ist der Ausschnitt viel zu eng. Aber ein bisschen Landschaft geht immer. Die Bäume und Äste im Vordergrund geben dem Bild etwas tiefe und verhindern, dass das Bild von Bergen und Felsen zu flach wirkt. Vor allem der halb angeschnittene Baum rechts tut der Gesamtkomposition recht gut. Der leicht durchzogene Himmel ist interessanter, als wenn er mit flächigem Blau angemalt wäre.
40mm 05
Wege gehören, neben Türen und Fenstern (‘yes, I like windows’), zu meinem liebsten Motiven. Dieses Bild zeigt, dass sich auch mit 40mm schön mit perspektivischer Tiefe arbeiten lässt. Und auch hier garnieren die Wölkchen schön den Himmel.
40mm 06
Passend zu meinem Sarkasmus und meinem Faible für schwarzen Humor fasziniert mich das Schwindende und Verfallende. Die Bildentwicklung in schwachen Farbtönen kommt dem Motiv entgegen.
40mm 25
Und noch eine Leidenschaft: Street Photography. Allerdings hier von der Street durch das offene Fenster in die Küche eines Restaurants fotografiert. Frag mich aber jetzt niemand wie weit ich dabei die Grenze des Legalen schon überschritten habe.
40mm 07
Grünes Licht. Nichts weiter.
40mm 01 Urlaub und Abendrot. Gehört irgendwie zusammen. Auch wenn dieses Abendrot ein Morgenrot ist.
40mm 08
Das empfundene Blau in der Realität vor Art habe ich trotz aller Nachbearbeitung nicht zustanden gebracht. Leider sind Bildschirme nicht in der Lage alle in der Natur vorkommenden Farben in ihrer tatsächlichen Leuchtkraft wieder zu geben. Schön finde ich es allemal.
40mm 09
Schrieb ich nicht eben weiter oben, dass ich Fenster liebe? Besonders wenn sie von so einem dezenten Lichtstrahl gestreift sind wie hier.
40mm 10 Eine Tür. Licht. Diagonale Linien. Dynamik. Eines meiner liebsten Bilder der Österreichrundfahrt 2011.
40mm 15 Noch ein stiller Favorit der Reise, aufgenommen in einer Kirche in der Wachau.
40mm 11
Dieses Bild hat den Titel »Das schnelle Paket« erhalten. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich es sehe. Kann mich voll identifizieren, mit dem kleinen Penner. Übrigens einmal mehr ein klassisches Beispiel für das ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept: Perspektive (Augenhöhe), Schärfe (geringe Schärfentiefe zum Freistellen), Belichtung (etwas dunkler eingestellt) und Komposition (asymmetrisch, was der Bildinhalt zulässt). Und gut is.
40mm 12 Die tatsächlichen Wahrzeichen aller Touristenorte sind eigentlich die Andenken-Läden. Hier einmal einer der einen wirklich zum Eintreten einladen könnte.
40mm 13 Kein gutes Foto, aber ein witziges Bild, wie ich finde, der grinsende Schädel.
40mm 16 Kirchenbesuche gehören bei Städte- und Orte Touren irgendwie dazu. Wobei es hier wieder einmal das Licht war, das mich zur Aufnahme bewegt hat.
40mm 17 Warum ich auch mit solchen Aufnahmen immer wieder heimkehre, weiß ich eigentlich auch nicht. Wahrscheinlich weil man das halt so macht und weil es nichts kostet.
40mm 20
Schön bunt und schön tief. Letzteres trotz 40mm Brennweite.
40mm 21
Anderes Wetter, andere Region, andere Stimmung. Und immer dieselbe Brennweite. Die Entwicklung der Bilder soll die Stimmung vor Ort unterstreichen. In Farbe wären die Aufnahmen dieser Höhentour völlig langweilig und nur trostlos geworden.
40mm 22
Trotz dem nicht allzu großen Sensor der Panasonic G3 und der mit 40mm auch relativ kurzen Brennweite, lässt sich bie Offenblende ƒ1.7 doch ein bisschen mit Schärfentiefe spielen.
40mm 23
Noch ein Motiv aus Licht und Farbe.

Der Weg ist mein Ziel | Wie gesagt: Alle Bilder sind mit demselben Objektiv bei derselben Brennweite entstanden. Ich kann mich an keine Situation erinnern, an der mir ein Zoom tatsächlich abgegangen wäre. Hätte ich ein anderes Objektiv – vielleicht auch ein Zoom – dabei gehabt, hätte ich sicher anders fotografiert. Doch bei meinen Foto-Touren geht es mir nicht darum bestimmte Dinge auf bestimmte Art einzufangen. Ich weiß ja noch gar nicht was auf mich zukommt. Es geht mir vielmehr darum raus zu gehen und zu schauen welche Motive mir passieren. Und dabei fange ich die ein, die ich mit meinem aktuellen Objektiv gerade erreichen kann. Man kann also sagen ich konzentriere mich auf die Motive, die zum Objekti passen.

Etwas anderes ist es, wenn ich ein Shooting mit einer Person vereinbare, ein bestimmtes Gebäude oder eine Landschaft von einem bestimmten Standpunkt aus ablichten möchte. Dann muss ich die Ausrüstung einpacken, die zum Motiv passen.

Ob so oder so: Was mir zählt ist die Freude an der Fotografie und die Aktive Auseinandersetzung mit Motiven. Das hat so ein Hauch von Flow; von Einswerden mit Motiv und Kamera. Die fertigen Aufnahmen sind mehr so etwas wie ein angenehmer Nebeneffekt. Natürlich freue ich mich, wenn die Resultate gut werden; wenn ich sie wieder sehe und sie Erinnerungen an die Zeit der Entstehung auslösen. Deshalb laufen meine Fotoalben auch als Bildschirmschoner auf meinem Wohnzimmmer-Mac.

Zurück zur Reise und zur 40mm-Brennweite: Ein paar Situationen hat es gegeben, in denen mir der Blickwinkel deutlich zu eng war. In diesen Situationen habe ich einfach mehrere Aufnahmen der Szene gemacht und die Einzelbilder von Photomerge in Photoshop zu einer Gesamtansicht zusammen bauen lassen. Das Programm ist mittlerweile so gut, dass man auch aus freier Hand und ohne Stativ fotografieren kann und trotzdem herzeigenswerte Urlaubsaufnahmen erhält.

40mm 24 Dieses Bild besteht aus beinahe einem Dutzend Einzelaufnahmen neben- und übereinander, die Photoshops Photomerge zu einem Ganzen zusammengebaut hat. Ich hätte während der Aufnahme nicht gedacht, dass es tatsächlich gelingt.
40mm 18
Auch hier war es mir nicht möglich weit genug vom Schloss weg zu kommen, um es mit dem Blickwinkel der 40mm Brennweite einzufangen. Photoshop hat diese Ansicht aus drei Einzelbildern zusammen gesetzt, die ich im Hochformat aufgenommen habe.
40mm 19
Und noch ein Photomerge-Panorama.

Welches Objektiv kommt mit auf die Reise?

Seit einigen Wochen denke ich darüber nach, welche Fotoausrüstung mich auf die nächste Reise nach La Palma begleiten wird. Nicht weil die Auswahl an Kameras und Objektiven so groß wäre. In Frage kommt als Kamera entweder die Nikon D700 oder die Panasonic Lumix G3. Schwieriger ist die Frage nach dem Objektiv der Wahl.

Meine Auswahl an Objektiven für die Nikon D700 ist groß, aber das meiste ist entweder groß und schwer, oder Festbrennweite. Auch wenn ich im letzten Urlaub auf den Kanaren ausschließlich eine 24mm Festbrennweite eingesetzt habe und viel Spaß damit hatte, wünsche ich mir diesmal doch wieder etwas mehr Gestaltungsspielraum mit Brennweiten.

Als Begleiter für Unterwegs war eigentlich die Lumix G3 gedacht. Aber je länger ich im Angebot an Objektiven für Micro Four Thirds herumblättere, desto mehr bin ich davon enttäuscht. Das Gros der Gläser ist relativ Lichtschwach. Dabei bräuchte ich für kreatives Gestalten mit Schärfentiefe beim kleinen Bildsensor von Four Thirds ja dringend mehr Lichtstärke um durch Unschärfe freistellen zu können.

Sicher: Mit dem 20mm ƒ1.7 von Panasonic auf meiner Lumix lässt sich schon eine geringe Schärfentiefe und ein ansprechendes Bokeh erzeugen. Aber 20mm MFT (Micro Four Thirds) sind 40mm Kleinbild und das ist schon ein recht enger Bildausschnitt. Zu eng für eine Reise auf eine Kanareninsel. Außerdem habe ich damit ja dann erst recht wieder kein Zoom um die Brennweite zu variieren.

Da für Micro Four Thirds offensichtlich kein Objektiv nach meinen Vorstellungen verfügbar ist, komme ich nun auf die D700 zurück, auch wenn mir die leichte G3 lieber gewesen wäre als Reisebegleiter. Nun stellt sich aber die Frage welches Reisezoom es werden soll. Nach einigen Recherchen habe ich die potenziellen Kandidaten auf diese zwei Objektive reduziert: AF 24-85mm 1:2,8-4 und AF-S 28-300mm 1:3,5-5,6.

Ich muss gestehen, dass das, was man über das relativ preiswerte 28–300mm Nikkor liest, durchaus verlockend ist. Andererseits steht dieses Objektiv in Sachen Gewicht und Volumen meinem 24–70mm ƒ2.8 Nikkor gar nicht soweit nach. Und den Brocken möchte ich eben nicht wieder mit auf Reise nehmen.

Außerdem bin ich kein begeisterter Tele-Fotografierer und nutze sehr lange Brennweiten eher selten. Auf der anderen Seite hingegen würden mir 24mm statt 28mm Brennweite schon abgehen.

Nikkor24 85

Es sieht derzeit also nach dem 24–85mm ƒ2.8–4 aus. Das Objektiv ist deutlich kleiner und leichter als das 28–300. Die Stimmen, die man zu diesem Objektiv vernimmt, sind zwar geteilt. Wie so oft loben es die Einen in den höchsten Tönen, während es für andere eine unbrauchbare Scherbe zu sein scheint. Einmal abwarten. Vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen Tipp meiner Leser.