Do, 31. Jul. 08

von Pascal

Für die Grundeinstellungen befassen wir uns zuerst mit dem Menü der Kamera. Dazu muss die Kamera als erstes mit dem Powerschalter eingeschaltet werden. Über die Taste Menu erreicht man dann das zuletzt gewählte Obermenü. Beginnen wir zuerst mit den Kameraeinstellungen welche im Menü orange eingefärbt sind.

Zuerst sollte das automatische Abschalten auf 30sec eingestellt werden. Die EOS 400D ist im Standby nach dem drücken irgendeiner Taste innerhalb von weniger als 2sec wieder Aufnahmebereit. Deshalb die Kamera lieber im Standbymodus halten, als ständig ein und ausschalten.

Der LCD Bildschirm sollte auf auto aus eingestellt sein. Die EOS 400D besitzt ein sehr intelligentes Feature mit dem Sensor unterhalb des Suchers. Sobald das Gesicht, respektive das Auge an den Sucher geführt wird, erkennt dies der Sensor und stellt den Bildschirm automatisch aus. So hat man während der Aufnahme kein störendes Licht im Sucher. Beim Verlassen des Suchers stellt sich der Bildschirm dann wieder automatisch ein.

Bei den Datei-Nummern gibt es verschiedene Philosophien. Es lassen sich Reihennummerierung, automatisch Rücksetzen und manuell Rücksetzen einstellen. Obwohl ich meine Bilder immer in Ordnern mit dem Aufnahmedatum auf dem Computer speichere, bevorzuge ich die Reihennummerierung. So habe ich keine Probleme, wenn ich mal Daten aus mehreren Ordnern nach dem Bearbeiten in einen gemeinsamen Ordner speichern möchte.

Im zweiten Menü zu den Kameraeinstellungen muss grundsätzlich nichts eingestellt respektiver verstellt werden. Die Sprache kann nach eigenem Wunsch umgestellt werden. Das Videosystem sollte im europäischen Raum auf PAL eingestellt sein. Bei den Amerikanern ist das Format NTSF nötig, um die Bilder von der Kamera direkt auf den Fernseher übertragen zu können. Die Sensorreinigung sollte auf automatisch eingestellt sein. Dies ist ein weiteres nützliches Feature der EOS 400D. Bei jedem ein- und ausschalten wird der Sensor 1 Sekunde lang geschüttelt. Damit sollen Staubpartikel vom Sensor abgeworfen werden, was unschöne Flecken im Bild wirkungsvoll verhindert. Der zweite Menüpunkt Sensorreinigung ist für die manuelle Reinigung gedacht. Dabei klappt der Schwingspiegel hoch und der Zugang zum Sensor ist gegeben.

ACHTUNG: Die manuelle Sensorreinigung sollte nur mit speziell dafür vorgesehenen Reinigungsmitteln und Beachtung aller Hinweise des Kameraherstellers vorgenommen werden. Eine Beschädigung des Sensors macht die Kamera unbrauchbar!

Wechseln wir nun ins Aufnahmemenü. Über die Qualität könnte ich jede Menge weitere Artikel verfassen. Ich habe schon ausgiebig in frühreren Einträgen über die Vorteile des RAW-Formats berichtet und möchte hier nur noch darauf verweisen. Das nachträgliche einstellen des Weissabgleichs, die Nachbelichtung, die Aufnahme und die Möglichkeiten von HDR Aufnahmen. Deshalb empfehle ich wenn immer möglich im RAW-Format zu fotografieren. Ansonsten sollte man mindestens die beste Qualität des .jpg Formats wählen. Speicherkarten und auch Festplattenspeicher sind heutzutage so günstig, dass die Verwaltung kein Problem mehr darstellt.

Die anderen Einstellungen sind wieder den eigenen Vorlieben vorbehalten. Den Piep-Ton beim Fokusieren und anderen Aktionen, empfinde ich als störend. Zudem zieht es unnötig Aufmerksamkeit auf sich, wenn man versucht Leute aus der Nähe zu fotografieren. Deshalb habe ich diesen Ton stets ausgeschalten.

Im zweiten Aufnahmemenü gibt es auch nur eine Einstellung die genauer betrachtet werden muss. Es geht hier um den Farbraum, in welchem die Bilder aufgenommen werden sollen. Dabei muss man wissen, dass die Anzahl an verschiedenen Farben begrenzt ist. Der sRGB (RGB = Rot Grün Blau) ist ein Standard welcher sich international fürs Internet durchgesetzt hat und auf das .jpg Format abgestimmt ist. Das Thema Farbmanagement ist ein komplexes Thema welches Markus bereits in einem früheren Artikel aufgearbeitet hat. Hier ist er Link dazu.
Generell empfehle ich den sRGB Farbraum zu verwenden. Nur wer sich mit der digitalen Nachbearbeitung am Computer intensiv auseinander setzt, kann auf den AdobeRGB Farbraum ausweichen. In diesem stehen mehr Farben zur Verfügung, was die Möglichkeiten der Bearbeitung verbessert.

Somit ist die Kamera eingestellt. Jetzt gibt es nur noch eine Einstellung die vor dem ersten Foto gemacht werden sollte. Rechts vom Sucher hat es ein kleines Rad zur Verstellung der Dioptrinwerte des Suchers. So kann man auch ohne störende Brille fotografieren. Dazu schaut man durch den Sucher und fokusiert auf ein Objekt. Fokusieren kann man, in dem man den Auslöser halb durch drückt. Die Kamera stellt dann selbstständig scharf. Nun kann an dem Dioptrinrad gedreht werden, bis man das Bild selber als scharf empfindet. Diese Einstellung hat keinen Einfluss auf das aufgenommene Bild. Wenn man immer mit dem Autofokus arbeitet, also der Kamera das Scharfstellen überlässt, muss man keine Angst haben unscharfe Bilder zu erhalten. Wenn man allerdings manuell fokusieren möchte und die Dioptrinkorrektur falsch eingestellt hat, werden die Bilder unscharf aufgenommen.

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Mo, 21. Jul. 08

von Pascal

Dies wird der kürzeste Artikel aus der Serie, da es nicht viel zu erklären gibt. Jede DSLR besitzt unterschiedliche Aufnahmemodi. Darunter sind meist S/W-, Portrait-, Landschaftsaufnahmen und viele mehr zu finden. Diese Aufnahmemodi machen nichts anderes, als das aufgenommene RAW-Bild intern durch einen Filter laufen zu lassen, bevor es dann als .jpg gespeichert wird. Fotografiere ich also im .jpg Format und habe den Aufnahmemodus S/W eingestellt, erhalte ich als Ergebnis ein S/W Bild.

Fotografiere ich allerdings im RAW-Format spielt es keine Rolle welche Einstellung ich habe. Das RAW-Format wird immer ungefiltert auf den Computer übertragen. Das Gute allerdings ist, dass ich diese Aufnahmemodi trotzdem nutzen kann. Stelle ich also S/W ein und nehme ein Bild auf, wird das Bild auf der Kamera auch in S/W angezeigt. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man Grauabstufungen und Kontraste überprüfen möchte. Die Konvertierung in ein S/W Bild passiert dann später einfach am Computer :)

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Do, 17. Jul. 08

von Pascal

Oftmals kommt es vor, dass beim genaueren betrachten eines Bildes dunkle Stellen im nachhinein aufgehellt werden möchten. Im RAW-Format werden hier diverse Möglichkeiten geboten, welche im .jpg Format nur mit erheblichem Qualitätsverlust erreicht werden.

Bei diesem Bild, aus einem kürzlichen Shooting, wurde die Person bewusst seitlich angestrahlt. Es sollte der Effekt erreicht werden, dass sich das Gesicht in der Hälfte teilt. So sieht der betrachter die eine Hälfte des Gesichts und die andere bleibt im dunklen verborgen.

Man erkennt, dass sich um das Auge der ausgeleuchteten Seite ein dunkler Schatten bildet. Im RAW-Format und mit passender Software, kann ich nun das Auge problemlos nachbelichten ohne merklichen Qualitätsverlust. Im .jpg Format ist das nicht möglich, da beim Komprimierungsverfahren solche Informationen gelöscht werden.

Das Ergebnis sieht dann so aus. Man erkennt deutlich, dass die Nachbelichtung beim .jpg auf der rechten Seite völlig daneben ging. Noch deutlicher sieht man das, wenn man sich mal auf das Ganze Portrait konzentriert.

Zwar hat hier die neu aufgehellte Gesichtshälfte ebenfalls an Qualität verloren. Das liegt aber lediglich darin, dass ich zur Veranschaulichung gleich vier Blendenstufen nachbelichtet habe. Dies entspricht im Normalfall aber nicht der Realität.

Portraitaufnahme fertig bearbeitetGezielt eingesetzt kann die Nachbelichtung also ein nützliches Werkzeug sein. In diesem Falle habe ich das Auge nachträlich noch aufgehellt und dem Bild noch noch einen nostalgischen Touch verliehen. Dies passt gut zum Ausdruck des Gesichts und der Aufnahmeart.

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Mo, 14. Jul. 08

von Pascal

Viele meiner Freunde fotografieren (noch) mit einem komprimierten Dateiformat (meist .jpg) ohne dabei genau zu wissen, was sie eigentlich an Möglichkeiten in der Nachbearbeitung verschenken. Um hier ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen gibt es heute Teil 1 des mehrteiligen Artikels der sich ausschliesslich mit den Vorteilen des RAW Formats auseinander setzt. Als erstes möchte ich mich dem Weissabgleich (und der Farbtemperatur) widmen da dies ohnehin ein wichtiges Thema ist.

Licht ist nicht gleich Licht

Das Wichtigste zu diesem Thema: Licht ist nicht gleich Licht. Das Licht der Sonne unterscheidet sich zum Licht das eine Glühbirne abstrahlt. Auch ist das Licht einer Glühbirne anders als das einer Leuchtstoffröhre und es macht einen Unterschied ob es bewölkt ist, bei welcher Tageszeit fotografiert wird und ob ich im Schatten stehe. Das Licht einer Glühbirne wird durch seinen gelblichen Ton als »warm« empfunden, während an einem bewölkten Tag die Bilder bläulich erscheinen und daher eher »kalt« wirken. Mit dem Weissabgleich wird genau dem entgegen gewirkt. Ziel ist es, ein Bild immer natürlich wirken zu lassen. Dem Bild sollte man also im Normalfall nicht ansehen, welche Lichtverhältnisse vorhanden waren (ausser es wird gestalterisch genutzt).

Bei diesem Beispiel kann man gut den Unterschied zwischen der bewölkten Aufnahme (links) und der Aufnahme im Sonnenlicht (rechts) erkennen. Die Bilder sind mit automatischem Weissabgleich aufgenommen und unbearbeitet so von der Kamera übernommen worden.

Automatikmodus oder Manuell?

Für die meisten ist der Weissabgleich aber ein leidiges Thema und wird auch nicht richtig verstanden. Oftmals wird auf automatischen Weissabgleich geschaltet, in der Hoffnung die Kamera mache dann schon das Richtige. Zuhause am Bildschirm ist dann die Entäuschung oftmals gross. Die Bilder decken sich nicht mit den Erinnerungen und haben im schlimmsten Fall auch einen Farbstich, der das ganze Foto ruiniert.Die Fortgeschrittenen unter euch werden den Weissabgleich evt. auch manuel setzen. Dabei ist die Auswahl in den meisten Kameras aber sehr bescheiden gehalten und es lassen sich zwischen 5–7 Lichtsituationen auswählen, einen Automatikmodus und noch der manuelle Weissabgleich. Oft habe ich auch schön gehört, das der Weissabgleich generell auf »bewölkt« eingestellt wird, da dies dem Foto eine warme Note gibt. Auch das ist aber keine zufriedenstellende Lösung für den anspruchsvollen Fotografen.

Deshalb RAW!

Nun die gute Nachricht: Wer im RAW-Format fotografiert muss sich um den Weissabgleich nicht kümmern. Dieser kann bequem nachträglich am Bildschirm angepasst werden und zwar stufenlos! Der Grund ist schnell erklärt. Jedes Bild, dass die Kamera aufnimmt wird als erstes im RAW-Format aufgenommen. Habe ich nun als Standardformat .jpg ausgewählt, durchläuft das Bild Kameraintern einen Komprimierungsprozess. Die Datenmenge wird verringert und (scheinbar) nicht mehr benötigtes gelöscht. Auch der Weissabgleich wird durchgeführt und unwiederruflich in das .jpg Bild integriert. Man hat zwar mit entsprechenden Programmen auch beim .jpg Bild noch Möglichkeiten Farbstiche zu entfernen aber immer auf Kosten der Qualität. Auch wer diese Programme nicht zur Verfügung hat muss mit dem falsch abgeglichenen Bild leben.

RAW bedeuted also nichts anders, als dass die Bilddaten roh und unkomprimiert von der Kamera ausgegeben werden und ich die Möglichkeit habe, mein Bild selber zu entwickeln. So konnte ich auch durch einfaches Anpassen des Weissabgleiches das linke (bläuliche) Bild retten. Hier noch der vorher/nachher Vergleich.

Nachteil von RAW

Das RAW-Format hat zwei Nachteile. Nr. 1, ein RAW-Bild benötigt etwa den 2.5-fachen Speicherplatz eines .jpg Bildes. Bei den heutigen Speichermedien ist dies aber eigentlich kein Thema mehr. Nr. 2, es gibt kein einheitliches RAW-Format. Jeder Kamerahersteller hat sein eigenes Format respektive eigene Formate! Deshalb wird oftmals spezielle Software benötigt welche die Dateien anzeigen können. Da aber jeder Kamerahersteller eine entsprechende Software mitliefert, ist auch dies eigentlich kein Problem.

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