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Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  1. Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  2. Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  3. Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  4. Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  5. Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.

Diese Nachteile gilt es zu berücksichtigen und gegen den unbestreitbaren Vorteil von MFT in die Waage zu legen: Das System ist bei weitem das kompakteste und leichteste auf dem Markt. In Verhältnis von Abbildungsqualität zu Gewicht ist es unschlagbar. Zwar baut auch Sony mittlerweile extrem kompakte Kleinbildkameras, doch bei den Objektiven wird Vollformat nicht einmal in die Nähe der Kompaktheit und Leichtigkeit von MFT kommen können.

Der Nachteil der mich bei MFT bislang am meisten schmerzte, war definitiv das behäbigere AF-System: Rasch bewegende Objekte lassen sich kaum einfangen. Vögel im Flug sind selbst für die als schnell geltende E-M1 unerreichbar. Das wurde mir regelmäßig beim Einsatz der Panasonic Telezooms 100–300mm und100–400mm bewusst, mit denen ich meine Liebe für die Vogeljagd entdeckte. Damit lassen sich Vögel praktisch nur ablichten, wenn sie einigermaßen still sitzen.

Zur Fragen ob ich es in Betracht ziehen würde meine E-M1 durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen: Nur, wenn das AF-System so gut war, dass es mit meinen früheren Nikons gleichziehen und Vogelflug wieder in Reichweite bringen kann.

Die E-M1 Mark II wurde zwar als Power-House mit sehr schnellem AF angekündigt, doch, dass eine Spiegellose beim Fokussieren mit DSLR gleichgezogen habe, hatte ich in den letzten Jahren zu oft gehört und doch anders erfahren, weshalb ich das nicht ganz ernst nahm. Schnelle Serienbildaufnahmen, zweite Speicherkarte und +4MP alleine jedoch, wären für mich kein Argument gewesen, die mit 2000 Euro nicht ganz billige Mark II in Betracht zu ziehen.

Panasonic G80/G81/G85

Während 2000 Euro für die E-M1II vielen Kommentatoren als zu gilt, kündigte Panasonic im Herbst ein interessantes Modell zum Schnäppchenpreis an, die je nach Markt G80, G81 oder G85 heißt. Sie hat ein griffiges Gehäuse, ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und in vielen Berichten hatte ich gehört und gelesen, dass ihr AF unglaublich schnell sein soll.  Eine wetterfeste Systemkamera inklusive abgedichtetem Objektiv unter 1000 Euro wäre mir sonst von keinem Hersteller bekannt.

Reizend an der G81: Sie hat je einen dezidierten Hardware-Schalter, um von Einzel- zu Serienbildaufnahme umzuschalten, und einen, um von AF-S zu AF-C oder MF zu wechseln – etwas, das ich bei Olympus vermisse. Was mich nun aber vor allem interessierte: War der Panasonic AF wirklich so gut wie viele behaupteten, und wie gut würde er verglichen mit dem neuen System der E-M1II abschneiden? Wäre die Olympus den doppelten Preis wert?

Der Vergleich dauerte keine fünf Minuten. Beim ultimativen Hardcore-Test, weiße Möwen fliegend am grauen Himmel, konnte ich bei der G81 keinen nennenswerten Gewinn gegenüber meinen bisherigen MFTs feststellen. Der AF der E-M1II hingegen schnappt dermaßen schnell und präzise zu, wie ich es nur von den Nikons die ich früher im Einsatz hatte, kenne. Um faire Bedingungen zu schaffen, habe ich  an beiden Kameras sowohl das 40–150mm von Olympus, als auch das 100–400mm von Panasonic getestet.

Zuletzt auf Facebook einen Rüffel bekommen, weil ich die preislich so unterschiedlichen Kameras verglichen habe. Doch die Frage durchaus gerechtfertigt: Ist der doppelte Preis der E-M1II gegenüber der G81 gerechtfertigt? Für alle die rasante Motive einfangen wollen: Definitiv!

Dass die E-M1 für mich in Frage kommt, die G81 jedoch nicht, soll nicht heißen, dass ich generell von ihr abraten würde. Im Gegenteil: Wer eine handliche aber doch kompakte und leichte Kamera sucht, die ihn bei Wind und Wetter sicher begleitet, sollte einen Blick darauf werfen. Das schöne an MFT ist ja gerade, dass ein System so unterschiedliche Kameras anbietet, wie sie von Olympus und Panasonic stammen.

Der Mehrwert der E-M1II

Mit dem Panasonic Leica Vario-Elmar 100–400mm wird die E-M1II zum Dream-Team für alle die gerne unterwegs sind und scheues Getier ablichten wollen. Ebenso beeindruckend wie die Geschwindigkeit und Präzision mit der der AF zuschnappt, ist die Hartnäckigkeit mit der er sich beim Tracking an Objekte haftet. Ich hatte nicht erwartet, dass die Mark II mit meinen früheren DSLRs von Nikon (D700, D7100 und D600/D610) gleichziehen könnte, doch ich würde mindestens von Gleichwertigkeit ausgehen, wenn sie die genannten Modelle nicht sogar überflügelt.

Im Grunde ist die E-M1II eine waschechte OM-D und verlangt nach einer E-M1 keinerlei Umgewöhnung. Das Gehäuse ist eine Spur höher, was mir den kleinen Finger nicht mehr ins Leere laufen lässt, und wahrscheinlich heißt, dass ich bei ihr wieder auf den Hochformatgriff verzichten kann, was ich bei der E-M1 aus Ergonomiegründen nur selten machte.

Viele wird freuen, dass das Display nun seitlich ausklappbar ist und sich somit auch im Hochformat besser nutzen lässt. Ich war ja bislang immer eher Freund des reinen Hochklappmechanismus, habe mich aber mit der Pen F an das seitlich ausklappende Display gewöhnt, und kann dem mittlerweile durchaus auch einiges abgewinnen, auch wenn es sich nach wie vor fragiler anfühlt.

Ein Detail, das mich zunächst irritiert hat, ist, dass die Öse zum Anbringen eines Gurts oder einer Handschlaufe wegen des zweiten Speicherkartenfachs von der Seite nach oben gewandert ist. Ich erwartete, dass sich das Nachteilig auf das Handling auswirkt, musste das Gegenteil feststellen: Meine Handschlaufe legt sich jetzt wie selbstverständlich von oben her um das Armgelenk und, dass sich der Verschluss störend zwischen Hand und Kamera drängelt scheint jetzt deutlich weniger oft der Fall.

Preiswert?

Stellt sich die Frage ob die Mark II ihren Preis wert ist. Definitiv: Ja!

Die Diskussionen über die Preisgestaltung von MFT-Modellen scheint mir ja immer ein bisschen sonderbar. Kritiker reduzieren eine Kamera auf die Größe des Sensors und stellen fest, dass ein Modell mit halb so großem Bildwandler doch unmöglich gleich viel kosten könne, wie eine Vollformatkamera. Das ist als würde ich den Preis von Wurst anhand der gewogenen Menge beurteilen oder jenen eines Autos anhand der Sitzplätze. Ich habe einen Roadster. Der hat zwei Sitze. Das heißt er bietet 2/5 weniger Plätze als ein PKW. Muss er deshalb günstiger sein als ein Golf?

Mit meinem Roadster hat die E-M1II gemein, dass sie einfach Spaß macht. Mit einer MFT-Kamera und 800mm KB-äquivalenter Brennweite auf die Pirsch nach scheuen Motiven zu gehen, ist eine bedeutend unbeschwertere Angelegenheit als mit vergleichbarem im Vollformat. Der E-M1II Body wiegt 574g, das Panaleica 100–400mm 985g. Das sind zusammen 1559g. Ein Gewicht, das man bei Vollformat schon mit einem Standardzoom kaum halten kann. Ein Nikon D750 Body beispielsweise wiegt 840g. Mit dem Nikkor 24–70mm ƒ2.8 und seinen 1070g kommt man da auf1910g. Von Telezoom ist dabei noch keine Spur. Wer echte 800mm am Vollformat auf den Weg nehmen will, der muss zur Kamera zusätzlich 4000g und mehr schultern.

Man kann eine Kamera nicht auf die Größe des Sensors reduzieren!

Natürlich bietet die Nikon D500, mit der die E-M1II derzeit so häufig verglichen wird, um einen geringfügig höheren Listenpreis einen APS-C-Sensor und erreicht damit bessere Leistungen im High-ISO-Bereich, beim Dynamikumfang und ist etwas höher aufgelöst. Aber sie hat auch eine Serienbildrate von 10 Bildern pro Sekunde (E-M1II bis zu 60 Bilder) und garantiert eine Betriebsbereitschaft bis 0° (E-M1II bis –10°). Eine Kamera ist nicht automatisch mehr Wert, nur weil der Sensor größer ist.

Für MFT entscheidet man sich nicht, wenn man die bestmögliche Bildqualität erreichen will, sondern weil man den idealen Kompromiss zwischen Abbildungsqualität und Transportabilität sucht. Diesbezüglich ist das System bis auf Weiteres definitiv unschlagbar. Nicht selten erfordert Miniaturisierung einen erhöhten Aufwand und führt zu teureren Produkten. Ich weiß nicht, ob das auf Kameras zu übertragen ist, ich halte nur den Schluss, eine kleinere Kamera muss automatisch billiger sein, für Unfug.

Es gibt an der ganzen Debatte noch etwas anderes was ich schräg finde: In einem Artikel über die E-M1II las ich die generelle Kritik daran, dass die Kamerahersteller den sinkenden Absätzen mit teureren Modellen begegnen. Ja, was sollen sie denn tun? Soweit ich mitbekommen habe, schreiben die meisten Marken in der Kamerasparte rote Zahlen. Ist der Versuch Modelle so zu kalkulieren, dass ein Gewinn für sie hängen bleibt den verwerflich?

Ich weiß schon: Viele finden, dass alle zu teuer sind und nur sie selber zu wenig verdienen. Ich persönlich gönne einem Unternehmen allerdings einen Profit, wenn er mir ein gutes Produkt verkauft. Und für ein gutes Produkt bin ich auch bereit einen guten Preis zu bezahlen.

Die E-M1II ist definitiv ein gutes Produkt und ihren Preis absolut wert. Besser als sich von anderen erzählen zu lassen, wie gut sie ist, ist allerdings es selber auszuprobieren – ein Gefühl dafür bekommt man nur, wenn man es selber erfährt.

Der Blick in meine Kameratasche zeigt, was ich an MFT liebe. Eine Pen F mit 7–14mm ƒ2.8, eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 und eine E-M1II mit 40–150mm ƒ2.8. Trotz des immensen Brennweitenbereichs bei durchgehender Lichtstärke von ƒ2.8 leicht zu schultern.

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Tethered Shooting mit der Olympus OM-D E-M1

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Von »Tethered Shooting« spricht man, wenn die Kamera direkt an einen Computer angeschlossen wird, so dass die Aufnahmen direkt darauf übertragen und gleich gesichtet oder bearbeitet werden können, also ohne Umweg über eine Speicherkarte.

Ich habe vor einigen Jahren mit Capture One und meinen damaligen Nikons damit experimentiert, fand es allerdings nicht besonders angenehm mit der Kamera an einem Kabel zu hängen. Eine Notwendigkeit Bilder umgehend auf dem Computer zu sehen gibt es bei mir nicht, so dass ich das Thema nicht weiter verfolgt habe. An und für sich bin ich auch davon ausgegangen, dass Tethered Shooting mit Olympus’ Systemkameras nicht ohne Weiteres möglich ist – Capture One unterstützt es jedenfalls nicht.

Zufällig stolperte ich vor Kurzem darüber, dass Olympus mit Olympus Capture ein eigenes Programm zur Verbindung der Kamera mit dem Computer anbietet und da ich im Moment gerade eine Serie an Selbstporträts mache, bot es sich an das Programm zu testen. Also die kostenlose Software heruntergeladen, installiert und die Kamera angeschlossen.

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Unterstützt wird Tethered Shooting von der OM-D E-M5 Mk2 und der E-M1 ab Firmware 2.1 – ob auch andere Apparate wie die E-M10 unterstützt werden ist mir nicht bekannt. Die Arbeit damit ist simpel und weitgehend selbsterklärend. Kamera per USB-Kabel an den Computer anschließen, die dann angezeigte Option für das Tethered Shooting wählen und am Computer Olympus Capture starten.

Ich habe mich bei der Speicheroption für »SD+PC« entschieden (dazu muss dann der Speicherort gewählt werden) und »automatisch in Olympus Viewer 3 öffnen« aktiviert. Die Kamera lässt sich anschließend in vollem Umfang vom Computer aus steuern, sogar die Blitze für Olympus’ RC-System zum kabellosen Blitzen lässt sich ohne Einschränkung über das Interface einstellen. Das AF-Messfeld wird mit der Maus an die Stelle, auf die fokussiert werden soll, gezogen.

Olympus Capture selbst kann zwar das eben aufgenommene Bild in einem eigenen Fenster anzeigen, allerdings ohne ein Histogramm der Aufnahme. Ein Histogrammfenster gibt es zwar, aber es zeigt das Histogramm der LiveView-Vorschau. Beim Blitzen im Studio ist allerdings das Histogramm der Vorschau uninteressant, denn für die Belichtung sorgt der Blitz. Deshalb lasse ich Bilder eben automatisch in Olympus Viewer anzeigen, denn dort sehe ich das Histogramm der Aufnahme. Im Screenshot unten sieht man rechts das Steuerfenster für die Kamera, die obere Hälfte links daneben bildet das Vorschaufenster von Olympus Capture, unten links das Olympus-Viewer-Fenster mit Histogramm.

Tethered-Shooting

Alternativ wäre es auch möglich Capture One mit einer Session laufen zu lassen und die Bilder dann damit im Ordner in dem Olympus Capture sie ablegt zu sichten – es fehlt dann allerdings die Option Bilder automatisch anzuzeigen.

Auch wenn wie gesagt Tethered Shooting für mich keine besondere Bedeutung hat, werde ich es in Zukunft für gelegentliche Tabletop-Aufnahmen sicher froh darüber sein. Auf jeden Fall eine sehr komfortable und intuitiv bedienbare Möglichkeit direkt in den Computer zu fotografieren und ein Grund mehr meine Olys zu lieben.

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Olympus OM-D E-M1 Update-Probleme

Seit einiger Zeit steht für die Olympus OM-D E-M1 ein umfangreiches Firmware-Update zur Verfügung. Es handelt sich dabei nicht um eine schlichte Systempflege die Fehler beseitigt, sondern die E-M1 wird um einige Funktionen erweitert:

  • Fokus-Belichtungsreihen
  • Focus Stacking
  • Lautlose Aufnahmen
  • Simulierter optischer Sucher
  • 4K wurde für Zeitrafferaufnahmen zu Intervallvideo hinzugefügt
  • Wesentliche Optimierungen für erhöhte Benutzerfreundlichkeit
  • Die Farbe und die Stärke der Focus Peaking-Einstell. können angepasst werden.
  • Einstellung »Menü erneut aufrufen«
  • und einige Details mehr

Gestern fand ich endlich die Zeit das Update aufzuspielen, was bei Olympus über die Computer-Software Olympus Digital Kamera Updater geschieht. Leider endeten meine Versuche mit der Fehlermeldung »Fehler bei der Kommunikation mit der Kamera. (0xFFFFFFFC)«. Meine Recherchen dazu führten mich unter anderem zu einer Beschreibung aller Dinge die rund um ein Firmware-Udate bei Olympus’ Kameras wichtig sein könnten, von Autoren-Kollege Reinhard Wagner im oly-forum.

Was bei mir am Ende zur Lösung des Problems führte war ein erneutes Herunterladen und Installieren des Olympus Digital Kamera Updaters. Downloads für Mac und Windows stehen hier zur Verfügung.

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Olympus OM-D E-M10 – die ideale Einsteigerkamera

Mein erstes spontan und planlos aufgenommenes Video-Kamera-Review ist etwas holprig geworden und ich musste es arg zusammenschneiden. Ich bin mir noch nicht sicher ob solche Video-Reviews eine Zukunft für mich haben. Zwar hat es Vorteile in Form eines Videos vorführen zu können wie ein Produkt aussieht und funktioniert, bleibt aber die Frage was euch, liebe Besucher, Leser und Zuschauer lieber ist. Sachdienliche Rückmeldungen ob Video gut oder geschriebener Bericht besser ist sind deshalb sehr willkommen.

Zur Kamera in aller Kürze: Die E-M10 MkII ist eine selbst für einen Oly-Fan wie mich überraschend coole Kamera. Auch wenn es schon einige Monate her ist, dass ich die MkI in Händen hatte, glaube ich doch mich rückblickend zu erinnern, dass deren Haptik zwar auch OK aber nicht so überzeugend wie bei der MkII war. Tatsächlich empfinde ich die E-M10 MkII in Händen in Sachen Solidität und Materialeindruck absolut auf Augenhöhe mit einer E-M5 oder E-M1, auch wenn es einen funktionalen und praktischen Unterschied gibt: Die E-M10 ist nicht gegen Feuchtigkeit und Staub abgedichtet (im Video spreche ich zweimal von »abgedeckt«, was natürlich nicht ganz richtig benannt ist).

Die Kamera ist kaum größer als eine Pen E-PL7 und somit absolut alltagsbegleitungstauglich. Würde ich mir heute noch einmal eine Begleiterin für immer-dabei kaufen käme ich schwer ins Grübeln ob es die E-M10 oder E-PL7 sein soll.

Die Einstellräder wirken wie kleine Türmchen auf der Kamera was ein bisschen witzig aussieht, funktional aber absolut seine Berechtigung hat, denn so sind sie gut zu ertasten und da der Aufbau für den Sucher noch etwas höher ist, tragen die Türmchen an sich nicht zusätzlich auf. Die Räder haben eine gute Haptik – kein Vergleich zu dem was Panasonic oft an billigen Plastik dafür verbaut – und laufen extrem smooth. Einerseits rasten sie absolut deutlich ein andererseits vermitteln sie den Eindruck nicht den geringsten Widerstand zu bieten – auch das im Gegensatz zum Rad einer Lumix GM5. Dabei hat sich meine erste Befürchtung, die Räder ließen sich zu leicht versehentlich verstellen in der Praxis überhaupt nicht bestätigt. Von daher muss ich wohl auch in meiner Einschätzung der OM-D E-M5 MkII zurückrudern, denn auch dort hegte ich den Verdacht die Räder seien zu leichtgängig.

Ansonsten gilt in meinen Augen für die E-M10 MkII dasselbe wie für die MkI: Sie ist die ideale Einsteigerkamera für alle die mehr als ein Telefon oder eine Kompakte zum Fotografieren wünschen.

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Olympus E-M5 Mark II – mein Eindruck

Regelmäßig unterstützt mich mein freundlicher Fotofachhändler Foto Hebenstreit in Feldkirch bei meinen Projekten. So besorgte er mir frühestmöglich Kameras für meine Kamerabücher und lieh mir Objektive um darüber zu schreiben. Nun bekam ich für einige Tage die neue Olympus OM-D E-M5 Mark II zum Testen zur Verfügung gestellt.

Ein zukünftiger Klassiker

In das OM-D-Design verliebte ich mich bereits als ein erstes Bild das ein Detail einer neuen Olympus zeigte in der Gerüchteküche auftauchte. Die dann vorgestellte OM-Neuauflage bestätigte was die Gerüchte versprachen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass es dem Retro-Pionier – immerhin hatte Olympus mit seinen Pen-Modellen den Trend angestoßen – besser als jeder anderen Kameramanufaktur gelungen ist klassisches Design neu zu interpretieren (Leica ist ein anderes Thema – dort war man immer klassisch und nie retro).

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Eines der ersten Bilder das ich von der neuen Olympus OM-D zu Gesicht bekam.

Es mag zu früh sein die E-M5 als Klassiker zu bezeichnen, doch das Potenzial dazu kann man ihr kaum absprechen. Deshalb scheint es nicht übertrieben wenn Olympus behauptet man sei die Weiterentwicklung des Designs angegangen als wenn die Mark I bereits ein Klassiker wäre.

Dass die E-M5 ein maßgeblicher Impuls für das Kameradesign der 2010er Jahre geworden ist lässt sich nicht bestreiten. Selbst wenn die Designs einer Fuji X-T1, Sony α7 oder Nikon Dƒ nicht direkt vom Erfolg der E-M5 beeinflusst sein sollten, muss man Olympus zumindest zugestehen als erstes mit einer Neuinterpretation klassischen SLR-Designs am Platz gewesen zu sein.

Das Gute wird besser

Das Kunststück der Weiterentwicklung des Gamechangers in Sachen Kameradesign haben die Olympus-Designer jedenfalls bravurös gemeistert – ich glaube ich bin nicht der einzige der findet, dass die Mark II noch schöner geworden ist als die Mark I.

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Olympus hat das Design der E-M5 Mark I mit viel Fingerspitzengefühl weiterentwickelt und das Gute mit der Mark II noch besser gemacht.

Schon bevor ich die Mark II in Händen hielt nahm ich wohlwollend zur Kenntnis, dass Olympus die Position des hinteren Einstellrades geändert hat. Bei der Mark I ist es näher am Sucher positioniert, was bei mir als notorischen Linksaugen-durch-den-Sucher-Schauers permanent dazu führt, dass ich bei der Bedienung des Rades mit dem Daumen die Brille verschmiere.

Auslader-Display

Weniger Freude bereitete mir hingegen, dass Olympus das lediglich hochklappbare Display durch ein nach außen zu schwenkendes ersetzt hat. Zum Einen vermittelt mir die Konstruktion nicht denselben Eindruck der Robustheit wie beim Vorgängermodell, zum Anderen lässt es sich mit dem seitlich ausklappenden Display auch nicht ganz so unauffällig aus der Hüfte schießen wie mit den bisher von Olympus verwendeten Lösungen.

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Ich bin kein Fan der seitlich ausklappenden Displays.

Zwar kann man das Klappdisplay so auch im Hochformat nutzen, doch in vielen Situationen fällt mir die Anwendung schwer und ich habe das Gefühl spiegelverkehrt arbeiten zu müssen. Ich hatte schon mehrere Kameras mit dieser Lösung und eine Gewöhnungsphase hat sich dabei nie eingestellt. Ich muss allerdings anmerken, dass mir auch das Zurücksetzen mit dem Auto via Spiegel Probleme bereitet – mein Gehirn scheint sich der Verarbeitung spiegelverkehrter Eindrücke gegenüber etwas zu sperren.

Zuletzt sei zum seitlich ausklappenden Display noch gesagt, dass ich die Bedienung via Touch damit als weniger komfortabel empfinde als bei einem Hochklappdisplay.

Erster Eindruck

Ein Produkt anhand von Abbildungen zu beurteilen oder es mit eigenen Händen anschauen zu können sind zwei Paar Stiefel. Mein erster Eindruck als ich die E-M5 Mark II live sah: Sie sieht noch besser aus als auf Bildern.

Haptisch fühlt sie sich so professionell, solide und gut an wie die Mark I – ich kenne keine Kamera die mir einen besseren Materialeindruck vermittelt als die E-M5 (die Klasse Leica lasse ich einmal außen vor). Auch die OM-D E-M5 Mark II vermittelt den Eindruck aus einem soliden Stück Metall geschnitten worden zu sein und die Einstellräder sind ebenfalls aus Metall. Liebevolles Detail am Rande: Der Haken der die Batterie im Fach hält ist nun nicht mehr aus Plastik sondern ebenfalls aus Metall.

Leichtgängige Einstellräder | Was mir allerdings negativ auffiel als ich die Kamera in die Hand nahm: Die Einstellräder sind zu leichtgängig. Einstellungen versehentlich zu verändern ist vorprogrammiert – das hat sich bei mir in der Praxis bestätigt.

Vordere Funktionstaste | Ungünstig positioniert und zu leichtgängig schien mir auf den ersten Blick auch eine Funktionstaste auf der Vorderseite. Allerdings hat sich dieser Eindruck in der Praxis nicht bestätigt. Dennoch würde ich keine Funktion darauf legen durch die sich eine Kameraeinstellung ändert, sondern eher eine mit deren Hilfe sich etwas temporär aufrufen lässt so lange man die Taste gedrückt hält.

Die E-M5 Mark II in der Praxis

In der Praxis liegt die Mark II etwa gleich in Händen wie die Mark I, das heißt bei Weitem nicht so gut wie eine DSLR oder eine E-M1 mit Hochformatgriff. Zwar lässt sich auch die E-M5 mit Hochformatgriff ausstatten was auch einen ausgeprägten Griff fürs Querformat beinhaltet, doch in meinen Augen ist das eher eine Notlösung für Ausnahmesituationen. Die E-M5 ist eine Kamera für unterwegs, wer häufig ausgedehnte Fotosessions plant ist mit der E-M1 besser beraten.

Die E-M1 verfügt auch über eine gut mit dem Daumen erreichbare FN-Taste die sich mit der Funktion AF-On belegen lässt. Die Oberseite der E-M5 Mark II ist zwar übersät mit Tasten, doch Tasten an der Oberseite sind im Vergleich zu solchen auf der Rückseite für mich eher der zweite Preis.

Als E-M1-Besitzer gefällt mir, dass bei der E-M5 II der Hebel zum Einschalten nun an dieselbe Stelle wie dort gewandert ist. Bei der Mark I befand er sich noch hinten unten was bei der Arbeit mit beiden Kameras dazu führt, dass die Intuition den Einschalter dauernd an der falschen Stelle sucht. Vielleicht sollte ich dazu aber noch anmerken, dass mir die Lösung wie ich sie von Nikon kenne, wo der Einschalter den Auslöser umschließt, insgesamt am Besten gefällt.

Großes Kino

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Arbeit mit der E-M5 Mark II nicht großartig von der Mark I. Mein generelles Fazit zum OM-D-System und zu Micro FourThirds habe ich bereits im letzten Artikel zusammengefasst. Was dort zu lesen ist trifft auch auf die E-M5 Mark II zu. Wo die Mark I im Vergleich mit der Mark II wirklich alt aussieht zeigt ein Blickt durch den elektronischen Sucher.

Nicht nur, dass nun 81 statt 35 Messfelder den Sucher bevölkern – es ist vor allem die Größe und Brillanz die bei der Mark II einen ganz neuen Durchblick ermöglichen.

Auf leisen Sohlen

So sehr ich den Donnerhall meiner ersten Kleinbildkamera, der D700, mochte, so sehr gefällt mir das dezente Auslösegeräusch der E-M5 Mark II. Für mich ist Fotografie kein rein rationales Handwerk sondern auch eine emotionale Kunst – Aussehen, Haptik und Klang des Werkzeugs spielen dabei durchaus eine Rolle. Die OM-Ds punkten in jeder Hinsicht.

Ist das dezente »Klack« des Verschlusses noch immer zu laut kann auf gänzlich lautloses Auslösen umgeschaltet werden. Bei Nikon mag es »Quiet« geben aber die neue OM-D kann geräuschlos – und das ohne schwammigen Druckpunkt am Auslöser.

Megapixelwahnsinn

Ich habe immer betont, dass 18 Megapixel genug für mich sind. Wieso gerade 18 Megapixel? Weil ich damit A3-Prints bei 300ppi machen kann.

Zugegen: Es hat schon etwas Geiles wenn man in ein 24- oder 36-Megapixelbild hinein zoomt und die feinsten Details knackscharf abgebildet sieht. Allerdings hat es auch etwas frustrierendes in der 100-%-Ansicht bei viel zu vielen Bildern in der Vergrößerung in erster Linie unscharfe Details zu sehen weil man halt wieder einmal nicht mit der Präzision gearbeitet hat die von der großen Auflösung verlangt wird.

Da mich Detailschärfe in der Vergrößerung nicht wirklich dauerhaft befriedigt wenn ich sie für die praktische Ausgabe nicht brauche kann ich auf den 20-MP-+-Wahnsinn recht gut verzichten.

Dennoch ließ es mich aufhorchen als verlautete MFT könne mit der E-M5 Mark II plötzlich 40 Megapixel. Zum Einen erweckte es die Gier des kleinen Urmenschen in mir der noch immer glaubt viel helfe viel, auch wenn der rationale Verstand weiß, dass das Unsinn ist. Zum Anderen versprach es auch eine gewisse Genugtuung gegenüber jenen Kleinbildfans die immer über die geringe Auflösung der MFTs lästern.

Pixel Shift | Zwar verlangt das Pixel Shift genannte Prinzip, dass die Kamera auf Stativ steht und sich das Motiv nicht bewegt, doch wie man hört arbeitet Olympus bereits fleißig daran die Technik so weiter zu entwickeln, dass sie zukünftig auch aus freier Hand und dann wohl auch für lebendige Motive einsetzbar ist.

Haben wenn man braucht | Das reizende an der Technik finde ich vor allem weiterhin mit einem für mich ausreichenden Maß an Auflösung fotografieren zu können (eben aktuell 16MP), bei Bedarf aber eine hohe Auflösung zuschalten können.

Als ich das erste Mal von der Technik las löste es Kopfschütteln aus und das Vorurteil der Spielerei bzw. des Marketinggags war schnell zur Hand. Allerdings nur für einen Moment, denn wie dpreview berichtete funktionierte es tatsächlich und konnte Nikons 36-Megapixel-Monster D810 durchaus Paroli bieten. Ich sollte Olympus mittlerweile gut genug kennen um zu wissen, dass reine Marketinggags nicht deren Masche sind.

Kann MFT wirklich 40 MP?

Aber leisten die kleinen MFT-Objektive wirklich genug um 40-Megapixel-Aufnahmen ausreichend Schärfe zu liefern? Immerhin hat Christoph Künne in einem Artikel bei Docma behauptet 24 Megapixel wären das höchste der Gefühle bei Kleinbild, 9 Megapixel bei APS-C und 5 bei MFT.

Auch wenn ich selbst erklärter Skeptiker gigantischer Auflösungen bin, so habe ich doch auch Zweifel an der Stichhaltigkeit der in dem genannten Artikel geäußerten Theorien. Wenn ich die Behauptungen (gefühlsmäßig) weiterspinne, müsste ich für Kompaktkameras und Handys bei weniger als 1 MP  ankommen – dass aber eine 10-MP-Kompakte nicht mehr Details leisten soll als eine 1-MP-Kompakte deckt sich absolut nicht mit meinen Erfahrungen.

Auch die 24-MP-APS-C-Kameras mit denen ich arbeitete erzielten bei angemessener Arbeitsweise durchaus mehr Detailschärfe als APS-C- oder Kleinbildmodelle mit weniger Auflösung.

Doch wie sieht es nun aus, wenn ich die Auflösung einer MFT-Kamera auf 40 MP hochschraube? Um das selbst zu testen habe ich mich mit der E-M5 in unsere Dorfkirche gestellt und unter opulenten Orgelklängen Testaufnahmen geschossen.

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Original 40-MP-Aufnahme einer Olympus OM-D Mark II mit M.Zuiko-12mm-ƒ2.0-Objektiv oben und 100-%-Ausschnitt darunter.

Die Abbildung zeigt den Detailreichtum der Aufnahme, aber auch, dass man den 100-%-Ausschnitt nicht unbedingt als knackscharf bezeichnen kann. Überraschend scheint mir das nicht. Vielmehr hätte mich überrascht, wenn die kleinen und im Vergleich zu Pro-Nikkoren relativ günstigen Olympus-Objektive mehr geleistet hätten.

Besser als Interpolation?

Nun kann man unscharfe Bilder mit hoher Auflösung ja bekanntermaßen auch via Interpolation errechnen lassen. Vor diesem Hintergrund stellte sich mir die Frage wodurch wohl ein besseres Resultat zu erzielen ist: Durch die Pixel-Shift-Technik oder Interpolation.

Für den Vergleich rechnete ich das 40-Megapixel-Pixel-Shift-Original in Photoshop auf 16 MP hinunter und anschließend wieder auf 40 MP hoch. Die Methode mag nicht ganz wissenschaftlich sein, aber um mir einen Eindruck vom Unterschied zu vermitteln ist sie wohl ausreichend.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Resultate und belegen, dass – wie ich erwartet hatte – das Pixel-Shift-Original etwas sauberer ist, aber der Unterschied – wie ebenfalls erwartet – keine Welt ausmacht.

Zwar zeigt die interpolierte Variante etwas mehr Kontrast und dass Photoshop beim Neuberechnen die Kanten geschärft hat, was den oberflächlichen Eindruck vermittelt das interpolierte Ergebnis könnte sogar etwas besser sein – in der Praxis jedoch sollte sich aus der Pixel-Shift-Version via Kontrastanhebung und Nachschärfung noch etwas mehr rausholen.

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Oben: Ausschnitt aus dem 40-MP-Original; unten: Ausschnitt aus einer aus 16 MP hoch interpolierten Kopie.

Leider konnte ich den Test nur mit JPEGs machen. Hochauflösende Aufnahmen kann die E-M5 Mark II zwar auch in RAW speichern, allerdings genügt es dazu nicht generell auf RAW einzustellen, sondern es muss, wenn »Hochauflösend« aktiviert ist, für diese Option zusätzlich noch einmal RAW eingestellt werden. Als mir mein Fehler auffiel war es leider schon zu spät.

Lohnt sich Pixel Shift also?

Laut dpreview schlägt sich Olympus’ Pixel-Shift-Auflösung wie gesagt wacker im Vergleich mit Nikons 36-Megapixel-Kleinbildmonster. Auch der Vergleich einer E-M5-Pixel-Shift-Aufnahme und eines vergrößerten E-M5-16-Megapixelbildes legen nahe, dass die Technik mehr bringt als meine Tests nahelegen. Interessant wäre allerdings gewesen zu erfahren welche Objektive dpreview sowohl für die Nikon als auch an der Olympus eingesetzt hat (ich habe Testaufnahmen mit 12mm ƒ2.0, 12–40mm ƒ2.8 und 9–18mm ƒ4–5.6 gemacht).

Zu einem ähnlichen Fazit wie dpreview kommt auch heise Foto beim Test der E-M5 Mark II (der vollständige Test ist nur für Mitglieder des heise Foto-Clubs zu lesen). Wollen wir einmal annehmen, dass deren Labortests professioneller durchgeführt werden als meine Real-Live-Versuche und sich die E-M5 in Sachen Auflösung also tatsächlich mit Kleinbild-Pixelmonstern messen kann. So betrachtet liefert die Pixel-Shift-Funktion also tatsächlich einen Mehrwert.

Weniger angetan zeigen sich hingegen die Tester bei dxomark.com, deren Fazit man wohl grob als »alter Wein in neuen Schläuchen« übersetzen kann.

Qualität die den Preis Wert ist

Anders als DxO sieht heise Foto sehr wohl eine nützliche Weiterentwicklung der E-M5 mit der Mark II. Bei heise geht man sogar soweit die OM-D in Sachen Abbildungsqualität inklusive des Rauschverhaltens auf Augenhöhe mit aktuellen APS-C-Kameras zu positionieren.

Olympus bietet mit der OM-D Mark II einmal mehr eine Kamera die nach meiner Ansicht ihren Preis Wert ist. Manche Kommentatoren scheinen zwar den Preis einer Kamera nach demselben Prinzip wie den Preis von Wurst zu beurteilen: Weniger Wurst darf weniger kosten, kleinerer Sensor muss auch billiger sein (für den Laien kommt meist noch hinzu, dass etwas ohne Spiegel nicht mehr kosten darf als etwas mit).

Sieht man sich aber an, was Olympus mit seinen OM-Ds liefert scheinen mir die Preise absolut gerechtfertigt. Immerhin bietet man die beste Bildstabilisierung, die wohl effektivste Sensorreinigung am Markt, eine hervorragende Materialqualität und Verarbeitung und eine Abdichtung gegen Staub und Wasser die bei den Mitbewerbern absolut nicht selbstverständlich ist.

Überhaupt finde ich lobenswert, dass Olympus die Unterschiede zwischen seinen Modelllinien E-M10, E-M5 und E-M1 nicht künstlich durch funktionale Kastration herstellt. Qualitativ und funktional leisten die drei Linien praktisch dasselbe – die Software der drei Kameras ist nahezu identisch und liefert beinahe identische Möglichkeiten. Auch der Bildsensor dürfte identisch sein und somit identische Resultate liefern. Lediglich auf die 5-Achsen-Bildstabilisierung muss man bei der E-M10 verzichten und die Nehmerqualitäten des Gehäuses sind beim Einsteigermodell geringer als bei den teureren. Das sind aber Unterschiede die gerechtfertigt sind, was auf das Herausstreichen von Software-Funktionen aus preiswerteren Modellen ja nicht zutreffen kann.

Lohnt sich ein Umstieg?

Zugegen: Die E-M5 Mark II weckt Begehrlichkeiten. Praktisch gesehen liefert der größere Sucher einen deutlichen Mehrwert. Emotional getrachtet giert mein innerer Urmensch nach den 40 Megapixeln, ob ich sie nun brauche oder nicht.

Dennoch kommt es für mich nicht in Frage die Mark I durch die Mark II zu ersetzen – dazu ist der Mehrwert nicht groß genug. Allerdings soll das nicht als Kritik verstanden werden, immerhin ist es gerade einmal zwei Jahre her, dass ich die Mark I kaufte und das Austauschen meiner Geräte nur weil der Hersteller das Nachfolgemodell vorstellt ist nicht so mein Ding (mein iPhone ist noch immer ein 4 ohne s).

Man mag abwarten was die Ingenieure bei Olympus in den nächsten Jahren noch so an Innovationen für uns bereit haben – ob sie uns Dinge liefern werden von denen wir heute noch nicht wissen, dass wir sie brauchen. Aus heutiger Sicht jedoch könnte mich vor allem Eines zu einem Austausch meiner E-M5 Mark I bewegen: Ein schnellerer AF.

Zwar arbeitet der Autofokus meiner OM-Ds im Alltag absolut zuverlässig und so schnell, dass kein Unterschied zu meinen früheren Nikons zu spüren ist, doch wie ich schon mehrfach in Artikeln erwähnte ziehen sie den kürzeren, wenn es darum geht wirklich rasend schnelle Motive, wie fliegende Vögel, einzufangen.

Sollte es diesbezüglich einen Fortschritt geben, der die Spiegellosen unter allen Bedingungen mit Spiegelreflexkameras gleichziehen lässt wäre das ein Argument für eine neue Kamera. Bis dahin bleibe ich wohl bei der E-M1 und E-M5 Mark I.

Jenen allerdings, die noch keine E-M5 haben, kann die Neue von Olympus absolut empfehlen – auch abgesehen von 40 Megapixeln.

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Zwei Jahre OM-D und MFT

Im vorangegangenen Artikel habe ich beschrieben wie ich von Nikon zu Olympus gekommen bin. Nun möchte ich meine Eindrücke und Ansichten über MFT und die OM-Ds zusammenfassen.

Die beste Kamera gibt es nicht

Fragt man mich wer die besten Kamerasysteme baut müsste ich wohl antworten »Nikon«. Sollte die Nikon D7100 und in ihrer Nachfolge die D7200 nicht die im Verhältnis Preis zu Funktion/Qualität beste Kamera am Markt sein, so spielt sie doch sicherlich ganz vorne mit. Nummer 1 des Kameramarktes ist aber Canon und die Profis die sich für diese Marke entschieden haben sind sicher keine Deppen – sie hatten sicher gute Gründe Canon zu wählen.

Alle Kamerahersteller kochen mit demselben Wasser. Jede Marke hat Stärken und Schwächen, jedes System Vor- und Nachteile. Die beste Kamera die für alle Fotografen ideal passt gibt es nicht. Vielmehr wird der Einsatzbereich und die subjektiven Sympathien jedes einzelnen Anwenders darüber entscheiden was er für sich selbst als ideale Kamera erachtet.

Für mich baut Olympus mit den OM-Ds die besten Kameras. Fragt mich jemand was für eine Kamera ich kaufen würde: »eine OM-D«. Logisch. Ich habe zwei davon! Fragt mich jemand was für eine Kamera er kaufen soll sage ich: »Es kommt drauf an!«

Es kommt vor allem darauf an wie man was fotografieren und wie man es darstellen beziehungsweise ausgeben möchte. Die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Kamera wird es niemals geben. Statt dessen finde ich wir sollten die Vielfalt loben und uns darüber freuen, dass die unterschiedlichen Systeme praktisch für jeden das passende Angebot liefern dürften.

Kleinliches Geplänkel im Sinne von »mein’s ist besser als dein’s«, halte ich für verzichtbar – ebenso wie die Grabenkämpfe Mac versus Windows, Android versus iOS oder eben auch Canon versus Nikon.

Trotzdem wird dieser Artikel Vergleiche zwischen Nikon und Olympus enthalten, schließlich bin ich von Nikon auf Olympus umgestiegen und der Leser soll erfahren welche Vor- und Nachteile der System ich sehe.

Gewicht und Volumen

Jedes System hat Stärken und Schwächen schrieb ich. Die größte Stärke des MFT-Systems ist zweifellos das geringe Volumen. Zwar bauen heute auch andere Hersteller Systeme mit kleinen Kameragehäusen doch wer Objektive nicht mit in seine Kalkulation einbezieht macht die Rechnung ohne den Wirt.

Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass bei Fotografen für die Mobilität keine große Bedeutung hat das stärkste Argument pro MFT wegfällt. Gesellen sich zu geringem Bedarf die Ausrüstung weit zu schleppen noch riesige Hände dürften zumindest Olympus’ Kameras nicht mehr in die engere Wahl kommen.

Die neue Leichtigkeit

Für mich bedeutet das geringe Volumen und relativ geringe Gewicht die Erfahrung einer ganz neuen Leichtigkeit des Fotografierens. Dabei ist geringes Gewicht wirklich relativ zu betrachten. Nimmt man eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 in die Hand fühlt sie sich überraschend schwer an. Sie liegt satt in der Hand und vermittelt den Eindruck erstklassiger Materialqualität. Kaum eine Kamera die sich mehr wie ein Block soliden Metalls anfühlt als die E-M1- und E-M5-Modelle – eine Ausnahme mögen die in einer ganz anderen Preisklasse spielenden Leicas sein.

Erst wenn man das tatsächliche Gewicht der OM-D (inklusive 12–40mm 879g) mit einer D610 samt 24–79mm Objektiv vergleicht (1750g – die D610 alleine wiegt 850g) wird einem bewusst, dass man an ein Leichtgewicht in Händen hält. Selbst eine Sony α7S bringt mit 24–70mm 1463g auf die Waage.

Es ist die ausgewogene Balance aus hochwertiger Haptik, solidem Gewicht bei sich perfekt in die Hände schiegendem Volumen das die OM-D E-M1 die Fotografieren für mich mehr den je zu einem Flow werden lässt. Es fällt schwer diese emotionale Qualität in Worte zu fassen – im Deutschen scheint mir das Wort Leichtigkeit am passendsten, doch näher kommen für mich die englischen Begriffe smooth und easy.

Abstriche bei der Ergonomie

Kompakte Gehäuse haben allerdings nicht nur Vorteile. Die E-M5 – die Mark II ebenso wie die Mark I – sind als kompakte Begleiter konzipiert. Für stundenlange Fotosessions scheinen sie mir kaum geeignet.

Die E-M1 liegt mit ihrem wulstigen Griff schon deutlich besser in der Hand, doch der Body allein ist mir noch immer zu klein – da die Kamera verhältnismäßig niedrig ist greift mein kleiner Finger ins leere und das vermittelt das Gefühl den Apparat nicht sicher in Händen zu haben. Montiere ich hingegen den optionalen Hochformatgriff liegt sie mir besser in Händen als jede andere Kamera mit der ich bislang gearbeitet habe – Spiegelreflexkameras empfinde ich seither als klobig.

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 Mit dem optionalen Hochformatgriff liegt die E-M1 perfekt in der Hand.

Allerdings löst ein Hochformatgriff nicht das Problem, dass auf einem kompakten Gehäuse schlicht und einfach weniger Platz ist als auf einem voluminösen. Auf einer D7100 oder D600 fallen die Bedienelemente größer aus, sind besser zu ertasten und haben meist einen deutlicheren Druckpunkt. Darüber hinaus liegen die Tasten an den OM-Ds auch noch dichter beieinander was es schwerer macht die gerade benötigte Taste sofort zu finden und immer wieder dazu führt, dass man die falsche drückt.

Schulter-, Rücken und Konditionsschonend

Nun, konditionsschonend muss man vielleicht nicht nur als Vorteil betrachten, doch der Rücken und die Schultern danken einem ein MFT-System. Wer MFT packt, packt nicht selten zwei Drittel oder drei Viertel weniger Gewicht und Volumen ein als das was bei einer Kleinbild-DSLR zu erwarten wäre.

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Kaum zu glauben, aber der Fotograf trägt eine E-M1, eine E-M5, eine Lumix G1, ein 12–40mm Objektiv, ein 9–18mm Objektiv, ein 100–300mm Objektiv, eine 45mm Festbrennweite, eine 12mm Festbrennweite und eine 20mm Festbrennweite – nebst anderen Dingen die sich in der Fototasche befinden.

Elektronischer Sucher

Nicht jeder mag elektronische Sucher – ich liebe sie. Bereits vor der Aufnahme kann ich mir Histogramm und Belichtungswarnung anzeigen lassen, Änderungen von Zeit oder Blende wirken sich auf die Helligkeit des Sucherbildes aus und nach der Aufnahme wird die Bildrückschau im Sucher angezeigt – das Nehmen der Kamera von den Augen um auf das Display zu schielen entfällt. Sogar Menüs lassen sich über das Sucherbild einstellen.

Natürlich hat es seinen Preis, wenn sich eine Kamera nur via elektronischer Anzeigen bedienen lässt. Der Akku ist schneller geleert als bei einer DSLR mit der man sehr sparsam arbeiten kann wenn man die automatische Bildrückschau auch deaktiviert.

Klappbares Touch-Display

Klappbare Displays habe ich immer geschätzt und bei meinen Nikons immer vermisst – wie oft bin ich auf dem dreckigen Boden herumgerobbt um bei einer interessanten Perspektive noch durch den Sucher schauen zu können. Vor allem das rein nach oben klappbare Display der E-M1 und E-M5 Mark I hat es mir angetan – für das nach außen klappende Display der E-M5 Mark II kann ich mich hingegen noch nicht so begeistern.

Gefallen finde ich auch am Touch-Display. Wer es noch nie versucht hat mag es für Spielerei halten. Doch es hat durchaus seinen Vorteil in manchen Situationen den Fokuspunkt per Fingertip bestimmen zu können und gleichzeitig auszulösen. In den meisten Fällen schappt der AF auch augenblicklich und perfekt sitzend zu.

Schärfentiefe

Das größte Thema in Sachen pro und contra MFT stellt in der Regel die größere Schärfentiefe der kleineren Sensoren dar. ƒ1.4 bei MFT entspricht in Sachen Schärfentiefe ƒ2.8 bei Kleinbild. 1.4 versus 2.8 – das ist natürlich ein deutlicher Unterschied und er ist nicht von der Hand zu weisen.

Freisteller die sich bei einer APS-C-Kamera auch mit Standardobjektiven geringer Lichtstärke gut realisieren lassen sind nicht unbedingt die Stärke von MFT. Wer stark weichgezeichnete Hintergründe wünscht muss bei Zoomobjektiven tiefer in die Tasche greifen oder eine Festbrennweite einsetzen – ein vergleichbares zerfließen der Hintergrundfarben wie es mit lichtstarken Objektiven an Kleinbild möglich ist bleibt einem im selben Ausmaß verschlossen. Selbst das 42,5mm ƒ1.2 Objektiv von Panasonic entspricht nur etwa 2.5 bei 85mm KB und ist damit weit entfernt von dem was ein 85mm ƒ1.4 Kleinbildobjektiv an geringer Schärfentiefe zu Stande bringt.

Geringe Schärfentiefe ist nicht immer besser

Unter den Tisch fällt meist, dass größere Schärfentiefe auch Vorteile haben kann wie zum Beispiel in der Makrofotografie. Ebenfalls profitiert von der größeren Schärfentiefe wer bei Events unter gedämpftem Licht ohne Blitz fotografiert. Das Problem ist bekannt: Fotografiert man mit Offenblende ist die Schärfentiefe so gering, dass bei mehreren Personen die nicht exakt auf einer Ebene von der Linse entfernt stehen oft nur eine scharf auf der Aufnahme landet. Der Spielraum mit MFT ist hier doch größer.

Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass der größere Spielraum einer Kleinbildkamera bei der ISO-Empfindlichkeit den Nachteil wahrscheinlich wieder auszugleichen vermag.

Volle Detailschärfe ab Offenblende

Ein bekanntes Problem ist auch, dass die meisten Objektive bei Offenblende noch nicht die volle Detailschärfe und den maximalen Kontrast erreichen. Selbst bei guten Kleinbildobjektiven ist es oft notwendig um ein oder zwei Blenden abzublenden. Bei meinen Tests von MFT-Objektiven konnte ich dieses Problem nicht feststellen – ein nennenswerter Unterschied zwischen maximaler und verkleinerter Blendenöffnung war mit freiem Auge nicht zu erkennen.

Bokeh

Während Detailschärfe objektiv messbar ist kann die Beurteilung von Bokeh nur subjektiv ausfallen. Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Bokehs meiner MFT-Linsen in der Regel sanfter und attraktiver ausfallen als ich das von den meisten Nikon-Objektiven gewohnt bin.

Zugegeben: Ich besaß nur wenige der edlen ƒ1.4 Objektive. Mag sein, dass meine MFT-Linsen im Vergleich dazu alt aussehen würden. Doch neben dem 85mm ƒ1.8 – mein bevorzugtes Porträtobjektiv unter meinen ehemaligen Nikon-Linsen – kann sich das Olympus 45mm ƒ1.8 durchaus sehen lassen und staubt am Ende noch die Auszeichnung für den Preisknüaller ab.

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Mit dem M.Zuiko 75mm ƒ1.8 lässt sich ein wunderbar cremiges Bokeh erzielen.

Auflösung

Wer nach hoher Auflösung sucht, sucht bei Olympus und Panasonic an der falschen Stelle. Für leidenschaftliche Landschafts- und Architekturfotografen sowie alle die häufig große Poster drucken wollen bieten andere Hersteller bessere Apparate an. Bei MFT ist derzeit bei 16 Megapixel Schluss. Bei Nikon sind 24 Megapixel längst Standard, 36 Megapixel auch für Amateure erreichbar und von Canon wurde gerade 50 Megapixel angekündigt.

Wer allerdings megaviel Megapixel will sollte auch megapräzise fotografieren. Andauernd locker aus der Hand nach der Kehrwert-der-Brennweite-Regel zu belichten produziert damit keine detailreicheren Bilder, sondern nur größere Daten die die Festplatten verstopfen und nach Investitionen in neuere Computer schreien. Feinstes Glas ist ebenso angesagt wie öfter mit Stativ und Blitz arbeiten.

Für mich lautet die Frage nicht wie viel Megapixel kann ich bekommen, sondern wie viel Megapixel brauche ich. Schon in Zeiten als ich noch mit der 12-MP-D700 fotografierte behauptete ich immer 18MP sind genug (für mich). Damit lassen sich A3-Ausdrucke bei 300ppi erzielen. Mehr ist für meine üblichen Anforderungen nicht notwendig.

Pixelshift

Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich auch, dass Olympus mit der neuen Pixelshift-Funktion der E-M5 Mark II die Karten neu gemischt hat. Dabei wird der Sensor während der Aufnahme mehrmals so verschoben, dass sich eine Auflösung von 40 Megapixel ergibt. Laut Vergleichen mit einer D800 bei dpreview ist das wieder erwarten keine reine Spielerei sondern erzielt Ergebnisse, die sich mit Nikons-Vollformat-Megapixelmonster durchaus messen können.

16 Megapixel für den Alltag zu nutzen aber 40 zur Verfügung zu haben wenn man sie wirklich einmal braucht ist eine interessante Option, auch wenn das im Moment nur bei unbewegten Motiven und mit Stativ funktioniert. Laut Olympus arbeite man aber schon fleißig daran die Technik so weit zu bringen, dass man sie auch ohne Stativ aus freier Hand einsetzen kann.

Rauschen

Keine Frage ist, dass Rauschen bei MFT schneller Thema wird als bei APS-C oder Kleinbild und ich verstehe, dass es Motive gibt bei denen das kleinste Rauschen stört. Solche Motive kommen auch mir manchmal unter doch in der Regel kann ich mit ein Bisschen Rauschen leben.

Tatsächlich finde ich eine feine Struktur bei vielen Aufnahmen sogar charmant weshalb ich häufig in der Nachbearbeitung digitales Korn hinzufüge. Natürlich ist es umso besser weniger eine Kamera zum Rauschen neigt. Doch bei der Qualität die moderne Kameras heute sogar bei Werten von ISO6400 und darüber noch erreichen kann ich damit leben, dass meine kompakten Begleiter nicht in der vordersten Liga mitspielen.

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Wer hätte in analogen Zeiten geglaubt, dass so eine Aufnahme ohne Stativ aus freier Hand gemacht wurde?

Kontrastumfang

Nikon-Fotografen schätzen Ihre Apparate vor allem auch wegen des hervorragenden Kontrastumfangs der Sensoren. Olympus kann da bei Weitem nicht mithalten. Vergleicht man die OM-Ds jedoch mit dem was bei dxomark.com im Durchschnitt für Canons Kameras an Dynamikumfang angegeben wird stehen die OM-Ds allerdings gar nicht so schlecht da.

Fokussierung

Als Olympus die E-M5 vorstellte hieß es, die Zeiten in denen spiegellose Kameras langsamer fokussierten als DSLRs seien Geschichte. Im normalen fotografischen Alltag möchte ich dem gerne zustimmen und bei den allermeisten Motiven kann ich keinen Unterschied zwischen meinen MFT-Kameras und meinen früheren Nikons feststellen.

Anders sieht es aber aus wenn sich die Motive so schnell bewegen wie Vögel im Flug. Gelang es mir mit meinen Nikons mühelos Dutzende Treffer zu landen wenn ich am Bodensee Möwen bei der Flugshow folgte, produziere ich mit meinen MFTs praktisch nur Fehlschüsse.

Lesern die beabsichtigen häufig Motive zu fotografieren die so schnell unterwegs sind, dass man ihnen mit der Kamera kaum folgen kann würde ich eher zu einer DSLR raten.

Funkstille

Was mich am längsten überlegen ließ ob ich wirklich von Nikon auf Olympus umsteigen soll war der Umstand, dass nur für Canon und Nikon Funk-TTL-Systeme für kabelloses Blitzen zur Verfügung stehen.

Zwar bieten auch Olympus und Panasonic ein System für kabelloses Blitzen das ebenso komfortabel zu benutzen ist wie jenes von Nikon, doch nach meiner Erfahrung reagiert es etwas weniger zuverlässig und Outdoors ist es generell schwierig damit zu arbeiten, im Sonnenlicht geht in der Regel gar nichts mehr.

Bei meinem Nikon-System stand ich wegen der Schwierigkeiten kurz davor mir ein Funksystem von Pocket Wizzard oder Pixelking zuzulegen. Beim Umstieg auf Olympus setzte ich auf die Hoffnung, dass diese mit zunehmendem Erfolg von MFT auch dessen Blitzsystem unterstützen würden – bislang eine vergebliche Hoffnung.

Glücklicherweise fand ich mittlerweile eine Lösung von Aokatec die ich bereits in einem kurzen Bericht beschrieb. Nach mehreren Fotosessions kann ich bestätigen, dass es absolut zuverlässig funktioniert.

Beispiellose Bildstabilisierung

Branchenprimus ist Olympus wenn es um Bildstabilisierung geht. Schon häufiger habe ich Aufnahmen von bis zu einer Sekunde aus freier Hand gemacht und brauchbare Ergebnisse erzielt. Die Aufnahme unten wurde versehentlich mit einer Belichtungszeit von 4 Sekunden aufgenommen – das kleine Versehen demonstriert eindrucksvoll was Olympus’ 5-Achsen-Bildstabilisierung zu leisten in der Lage ist.

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Bei einer Belichtungszeit von 4 (vier!) Sekunden aus freier Hand aufgenommen. Verrauscht aufgrund von ISO1600 und starker Dunkelheit, doch die Verwackelung ist fast schon zu vernachlässigen.

Die OM-D ist meine ideale Kamera

Olympus’ OM-Ds sind für mich die idealen Kameras und ich kann sie jedem nur wärmstens empfehlen. Am Ende hängt die Zufriedenheit mit einem System aber immer mit der Art zu Fotografieren ab und was für mich perfekt sitzt muss bei anderen noch lange nicht passen. Ich habe versucht sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Systems herauszustreichen. Dass das Fazit am Ende positiv ist war klar, denn sonst wäre ich ja kein zufriedener OM-D-Fotograf. Tatsächlich kann man mich sogar durchaus als OM-D-Fan bezeichnen.

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Unterwegs mit der OM-D

Eigentlich müsste es heißen unterwegs mit den OM-Ds, denn es begleiten mich im Moment die OM-D E-M1 und die OM-D E-M5. Aber »unterwegs mit den OM-Ds« klingt ein bisschen doof, finde ich.

Nachdem die komplett überarbeitete Neuauflage von »Grafik und Gestaltung« praktisch abgeschlossen ist genieße ich ein paar ruhige Urlaubstage mit meiner Frau, zur Abwechslung im Ländle, wie wir Vorarlberger unser Bundesland nennen. Fernreisen sind schön, doch wir entdecken immer wieder die schönsten Wege und Plätze vor der eigenen Haustür die uns bislang verborgen geblieben sind. Und das Essen ist bei uns ja auch nicht zu verachten. Zu empfehlen ist beispielsweise das Frühstück im Dogana in Feldkirch und das Essen im Fischerheim am Schleienloch in Hard sowie im Schützenhaus in Feldkirch, wo wir gerade gestern nach einer Wanderung ein leckeres Abendessen im Garten genossen. Urlaub wie im Urlaub ohne in Urlaub zu fahren.

Ich habe ja bereits beschrieben wie sehr ich Fototouren mit der OM-D (den OM-Ds) genieße, da alles viel leichter geworden ist. Seit letztem Sonntag habe ich etwa 50km durch Wälder und über Berge zurückgelegt. Mit dabei: Die OM-D E-M5 mit M.Zuiko 60mm Macro und die OM-D E-M1 mit M.Zuiko 9–18mm – über letzteres verfasste ich vor einigen Tagen bereits einen Artikel.

Die beiden Objektive bilden ein kongeniales Paar für die Tour durch die Natur. Das 9–18mm ist ein grandioses Weitwinkelobjektiv im kompakten Format zum kleinen Preis. Es zeichnet sich durch gute Detailschärfe, geringe Vignettierung und geringste Verzerrung aus – chromatische Aberration konnte ich bislang keine entdecken. Einmal mehr muss ich aber dazu sagen, dass ich nicht zu den Fotografen gehöre, die nach Fehlern in der Abbildungsqualität ihrer Objektive suchen. Für mich zählt in erster Linie der subjektive Eindruck den die Aufnahmen vermitteln. Und was ich hier einmal mehr unterstreichen muss, ist, dass mich das exquisite Bokeh all meiner MFT-Objektive regelmäßig umhaut. Ich spreche hier nicht von kurzer Schärfentiefe: Diesbezüglich kann MFT Vollformat keinesfalls das Wasser reichen. Ich spreche von der Qualität der Unschärfe und darin hat mich MFT absolut überzeugt, egal ob ich von meinen Olympus- oder Panasonic-Objektiven spreche. Sogar das 9–18mm-Weitwinkel entwickelt ein unglaublich feines Bokeh, wenn man einmal etwas aus kürzester Distanz fotografiert.

Während das 9–18mm derzeit mein kleiner Landschaftsliebling ist, hat mir das 60mm-Macro die Freude am Fotografieren der Welt im Kleinsten näher gebracht. Das liegt einfach am angenehmen Handling der kompakten und leichten MFT-Systeme. Während meine Vollformatkamera samt Makro-Objektiv 1570g wog, wiegt die E-M5 mit Makro 610g. Hinzu kommt, dass bei Systemkameras das Fokussieren mit Live-View bislang besser und schneller funktioniert, als bei Spiegelreflexkameras.

Das geringe Gewicht des Systems macht es ein Leichtes mit der Rechten die Kamera zu halten und zu bedienen und mit der Linken einen entfesselten Systemblitz zu nutzen um winzige Motive auch bei geschlossener Blende ausreichend auszuleuchten oder im gleißenden Sonnenlicht die Schatten aufzuhellen. Gesteuert wird der entfesselte Blitz mit dem Blitzchen der OM-D und via des RC-Modus, mit dem sich bei Olympus entfesselte Blitze ansteuern lassen. Während ich bei der People-Fotografie den Blitz manuell steuere nutze ich für Makro TTL, was auch durchwegs sehr gut funktioniert – durch die geringe Distanz in der Makrofotografie hat man auch nicht die Probleme, die in der People- und Porträtfotografie mit Lichtsignalen auftreten, sobald das Sonnenlicht die Steurblitze überstrahlt oder der UV-Empfänger das Steuersignal nicht sieht.

Die kurze Schärfentiefe von MFT entpuppt sich in der Makrofotografie zudem als Vorteil. Während Vollformat mit 120mm KB bei Blende ƒ16 auf eine Distanz von 20cm eine Schärfentiefe von gerade einmal 1,1mm produziert, bekomme ich bei MFT 4mm, was für das Abbilden von Käferchen doch deutlich von Vorteil ist.

So begleiten mich auf meinen Touren durch die Natur eine OM-D mit Weitwinkelzoom, eine OM-D mit Makroobjektiv und ein Olympus FL-600R Blitz – alles zusammen 1417g (ohne Akkus für den Blitz). Diese Leichtigkeit des Systems und der Umstand, dass ich ein Fotograf bin, der in erster Linie unterwegs ist, war ausschlaggebend für meinen Wechsel zu MFT. Natürlich ließe sich streng genommen mit Vollformat ein Hauch mehr Qualität heraus kitzeln, was allerdings den wenigsten Aufnahmen subjektiv anzusehen wäre. Das dann aber für den Preis einer um das Mehrfache schwereren Ausrüstung, eines deutlich umständlicheren Handlings (unterwegs!), höheren Kosten und der Erfordernis einer viel präziseren und weniger spontanen Arbeitsweise.

Für mich und meine Arbeitsweise als mobiler Fotograf hat sich MFT als ideal erwiesen.

Anmerkung: Die Links zu den Produkten sind wie üblich Amazon-Affiliate-Links – ich bekomme also eine kleine Provision wenn ihr über so einen Link einkauft (ohne, dass ihr mehr bezahlt), selbst wenn es nicht ein von mir verlinktes Produkt ist. Ich mache aber auch keinen Hehl daraus, dass ich persönlich den Einkauf beim Fachhändler vorziehe.

Ein paar Beispiele des 60mm ƒ2.8 Macro

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Beispiele des 9–18mm ƒ4–5.6

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OM-D E-M1 – die perfekte Kamera

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Olympus OM-D E-M5; © Olympus Corporation

E-M5 • Seit Februar fotografiere ich nun mit der OM-D E-M5. Nach langem überlegen und checken aller verfügbaren Systeme von Fuji, über Nikon, Panasonic und Samsung bis Sony habe ich mich für die Olympus-MFT als kompaktes Zweitsystem neben Nikon-Vollformat, entschieden. Als ich ab Frühjahr dann auch dazu kam ausgiebig mit ihr zu Fotografieren hatte ich von Anfang an besonderen Spaß an der Arbeit mit ihr. Niemals zuvor hat mir manuell fokussieren mehr Spaß gemacht und die Vorzüge elektronischer Sucher, wie zum Beispiel die Bildkontrolle nach der Aufnahme samt Histogramm direkt im Sucher, hatte mich schon bei der Lumix G3 vom Mäusekino überzeugt.

Außerdem haute mich die Abbildungsqualität des M.Zuiko 45mm ƒ1.8 förmlich um. Ich hätte nicht erwartet, dass eine recht preiswerte MFT-Linse an mein geliebtes 85mm-ƒ1.8-Porträt-Nikkor heranreichen würde. Zwar erreicht das Nikon-85er in den Labors von DxO-Mark einen phänomenalen Wert von 35 während das Olympus-45er nur mit 20 glänzen kann (was allerdings auch ein überdurchschnittlicher Wert ist), bei den praktischen Ergebnissen jedoch gefällt mir vor allem das Bokeh des M.Zuike besser als jenes des Nikon.

Zwei Wochen Roadster-Urlaub mit der OM-D E-M5 in Frankreich haben schließlich dazu geführt, dass sie meine Erst- und die D600 zur Zweitkamera wurde, was ja ursprünglich umgekehrt gedacht war. Die OM-D reiste in einer kleinen Kameratasche, in die sich die D600 mit einem kompakten Objektiv gerade einmal hineinzwängen hätte lassen, mit drei Festbrennweiten mit und es wäre locker noch Platz für ein oder zwei weitere Objektive gewesen. Mit der OM-D zu reisen ist im wahrsten Sinn des Wortes weit aus weniger beschwerlich als mit einer Vollformat – ohne dabei nennenswerte Abstriche in der Bildqualität machen zu müssen. Heute noch zu glauben eine gute Systemkamera liefere praxisrelevant mindere Qualität als eine Vollformatkamera kommt mir vor wie darüber zu philosophieren ob ein Auto nun mit 300 oder 350 PS ausreichend motorisiert sei.

Nach allem was ich lese und höre überzeugen sowohl Fujis als auch Sonys als auch Panasonics Systemkameras bei der Abbildungsqualität absolut – bei der OM-D weiß ich, dass sie überzeugt. So wie ein guter Autofahrer mit 300 PS einem Durchschnittslenker mit 1000 um die Ohren fahren kann, zählt auch beim Fotografieren der Fotograf viel mehr als die Kamera.

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Olympus OM-D E-M1; © Olympus Corporation

E-M1 • Als Olympus die große Schwester zur E-M5 vorstellte tauchte bei mir die Frage auf ob ich mit ihr eventuell mein Vollformatsystem sollte. Nicht weil ich mit Nikon nicht zufrieden wäre, sondern weil ich überwiegend unterwegs fotografiere und dabei hat das MFT-System einfach den immensen Vorteil viel geringeren Volumens und vor allem geringeren Gewichts. Nun habe ich die E-M1 ein paar Wochen in Verwendung und möchte meinen bisherigen Eindruck schildern.

Gehäuse • Mein erster Eindruck war, dass die E-M1 nicht ganz so wertig ist wie die E-M5. Das mag so scheinen, weil die E-M5 – im Verhältnis zu Vollformat eine leichte Kamera – relativ zu ihrem Volumen betrachtet überraschend schwer ist. Steve Huff – bekannter Blogger in Sachen Fotografie – wertet allerdings die E-M1 auf Augenhöhe mit den Top-Kameras in Sachen Qualitätsanmutung, beispielsweise der Nikon D800.

Schon die E-M5 nehme ich außerordentlich gerne zur Hand. Sie fühlt sich in meinen Händen besser an als jede andere Kamera. Ich mag das Design. Es ist eine absolut gelungene moderne Interpretation klassischen Kameradesigns der 1970er Jahre. Das ist auch Fuji mit ihren X-Kameras gelungen, Nikon bei der Df jedoch nicht. Natürlich ist es Jedermanns und -fraus subjektive Angelegenheit das Design der Df zu mögen – individueller Geschmack ist immer einer persönliche Sache, den sich niemand vorschreiben lassen muss. Doch das Mischen von Elementen, die 1:1 den 1960er bzw. 70er Jahren entlehnt sind, mit solchen, die aus einem Baukasten der 2010er Jahre stammen, ist aus Designperspektive ein absolutes No-Go. Betrachtet man die OM-D (oder Fujis X-Kameras), dann lässt sich unschwer erkennen, dass sich das Retrodesign zwar an Klassiker anlehnt, doch diese konsequent neu interpretiert. Die Df zeigt diese Neuinterpretation der Elemente nicht, darum wirken die Knöpfe, die ebenso gut von einer D5300 oder D4 stammen könnten, und das Display so deplatziert. Während sich die OM-D für mich sowohl im Volumen als auch im Gewicht genauso anfühlt wie ich es von den SLRs meines Vaters aus den 70ern in Erinnerung habe. Die Df hingegen scheint weder in Sachen Volumen (sie ist voluminöser) noch in Sachen Gewicht (moderner Leichtbau) den klassischen Vorbildern zu entsprechen. Dieter Rahms, Jahrhunderdesigner bei Braun, postulierte einst »Design ist konsequent bis ins letzte Detail«.

Ganz so ansprechend wie das Design der E-M5 finde ich das der E-M1 nicht. Der deutlich herausgearbeitete Griff mag einigen designaffinen Menschen unangenehm ins Auge stechen. Die E-M1 ist nicht als ästhetisches Glanzstück konzipiert das in einer Vitrine glänzen soll, sondern als Arbeitsgerät. Man muss sich bei der Bewertung von Designs immer bewusst sein, dass wirklich gute Gestaltung oft ein Kompromiss aus Funktion und Ästhetik sein muss. Ich kenne keine schöne digitale Spiegelreflexkamera, auch wenn ich immer fand, dass Nikon seine Geräte ansprechender gestaltet als andere. Doch seit den 1990er Jahren sind die Formen der Apparate zunehmend ergonomischer und funktionaler geworden, wodurch sie ästhetisch an Eleganz eingebüßt haben. Wie ich finde das aus gutem Grund, denn mit einem Arbeitsgerät soll man effizient arbeiten können – hier geht mir Funktion vor Eleganz, auch wenn eine Kamera deshalb nicht hässlich sein muss (was manche Geräte leider tatsächlich sind).

Aus Sicht des puren Designs sehe ich die Leica M als perfekte Kamera – ein durchwegs schmuckes Stück. Allein: Ich mag die Haptik nicht! Natürlich oute ich mich jetzt als Banause. Tatsächlich sehe ich keinen Grund Leica zu kritisieren, ich kann nur sagen, dass sie mir persönlich nicht liegt. Genauso wenig würde ich irgendjemandem von der Nikon Df abraten. Ich bringe nur meine Ansicht zum Design des Apparats zum Ausdruck – das kann jeder auch anders sehen. Wenn ihr die Df mögt: Freut mich. Wenn ihr die Sony A7 mögt: Habt Spaß damit! Ich liebe die OM-D.

Die OM-D E-M1 ist die schönste ergonomisch geformte Kamera, aber sie ist kein Schmuckstück, wie manche Fuji-X-Modelle oder die Lumix GX7, trotzdem fühle ich mich bei der OM-D eher zuhause. Sie liegt mir besser in Händen als jede andere Kamera, derer ich bisher habhaft wurde. Tiefe und Griff sind perfekt für meine Hand gebaut. Seit ich sie in Händen hatte kommt mir jede DSLR fett vor. Allerdings brauche ich für dieses perfekte Gefühl den Hochformatgriff, denn aufgrund des niedrigen Gehäuses greift mein kleiner Finger sonst ins Leere.

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Das kompakte Gehäuse hat gegenüber einer Vollformatkamera (und auch einer DX, wie der D7100) Nachteile in der Bedienung. Die Tasten sind kleiner und liegen dichter beieinander. Die Bedienelemente lassen sich an Nikons anspruchsvolleren Modellen besser ertasten. Die Position der AE-L/AF-L-Taste ist im Vergleich zu Nikons zu vergessen. Zwar lässt sich beinahe jede beliebige Funktion auf beliebige Tasten legen, doch egal wie ich sie lege, es fällt mir an der OM-D schwerer bestimmte Tasten spontan zu finden (zum Teil natürlich auch dem anderen Layout einer Olympus und noch mangelnder Gewöhnung geschuldet).

Wer primär ausgiebige Sessions fotografiert und dahin nicht meilenweit wandern muss, ist mit einer DSLR sicher besser bedient als mit einer E-M1. Die OM-D ist keine Studiokameras!

Autofokus • Neben der etwas minderen Effizienz für ausgedehnte Shootings hat die OM-D gegenüber DSLR einen zweiten Nachteil: Wer gerne rasende Motive fotografiert wird mit DSLR mehr Treffer landen und glücklicher werden. Im normalen Fotoalltag vermittelt die OM-D zwar den Eindruck rasend schnell zu sein, sie arbeitet in jeder Beziehung flüssig und fokussiert nicht merklich langsamer als eine gute moderne DSLR, manchmal habe ich den Eindruck präziser als meine Nikons (was aber auch an der geringeren Auflösung gegenüber einer D600 oder D7100 liegen kann). Auslösen per Tippen aufs Touchdisplay fühlt sich unheimlich snappy an – Tipp, Klack, im Kasten. Nicht die geringste Verzögerung ist zu spüren. Die OM-D hat auch keine Probleme mit normal schnellen Motiven. Doch bei einem Versuch Möwen im Flug mit ihr einzufangen scheiterte sie mit jeder Linse und jeder Einstellung.

Abgesehen von diesem Test mit rasend schnellen Vögeln hatte ich in einem halben Jahr des Fotografierens mit der OM-D E-M5 nicht ein einziges Mal das Gefühl, weniger gut Fokussieren zu können, als mit meinen Nikons, und die E-M1 sollte da noch ein bisschen was an Präzision drauflegen (wobei ich in der Praxis keinen Unterschied feststellen kann). Tatsächlich sprechen wir beim Versuch Möwen im Flug zu erwischen von einer Extremsituation, denn die Vögel fliegen so rasant und nah an einem vorbei, dass man es kaum einmal schafft ihnen mit dem Sucher zu folgen – egal ob optischer Sucher an einer DSLR oder elektronischer Sucher an der OM-D. So eine Extremsituation ergibt sich für den normalen Fotografen doch eher selten, weshalb man sich überlegen muss, wie viel Gewicht man dieser Schwäche beimisst. Wer allerdings häufig außerordentlich schnelle Motive einfangen möchte, sie es rasante Sportarten oder eben kaum zu verfolgende Tiere, der ist mit DSLR sicher noch immer besser bedient.

Sucher • Der elektronische Sucher der E-M1 ist anerkanntermaßen der beste elektronische Sucher der derzeit zu finden ist und der zweitgrößte Sucher überhaupt im Bereich digitaler System- und Spiegelreflexkameras (bis Vollformat). Ich habe mich wie gesagt bestens mit elektronischen Suchern angefreundet und vermisse den optischen nicht – ganz im Gegenteil. Aber auch das ist Geschmacksache. Ich kann nur neuerlich betonen, dass ich das Gefühl, das einem eine Kamera und ein System vermittelt, wichtiger ist, als Leistungszahlen und Labormesswerte. Ich bin überzeugt, dass man bessere Fotos macht wenn Fotografieren Spaß macht und mehr Spaß macht Fotografieren wenn man die Ausrüstung liebt.

Display • Mit ein Grund für meine Entscheidung für die OM-D E-M5 war das Klappdisplay. Fuji hatte damals kein X-Modell mit Klappdisplay. Panasonic hatte zwar welche, aber die seitlich ausklappenden. Mir persönlich sind die seitlich ausklappenden allerdings nicht sympathisch. Mir erscheinen diese Systeme filigran und zerbrechlich. Ein Rempler, einmal stolpern, und ab das Ding – jedenfalls vermitteln sie mir den Eindruck. Da scheint mir das einfache Klappsystem, das man jetzt an der Lumix GX7, an den Fujis, an den Sonys und eben auch an der OM-D findet, robuster.

Bei der Kritik an den einfachen Klappsystemen (die nur oben und unten können), dass man mit ihnen keine Hochformataufnahmen machen könne, frage ich mich manchmal, ob die Kritiker schon einmal versucht haben mit der seitlichen Klappe Hochformat zu fotografieren: Aus tiefen Perspektiven verdeckt die Kamera bei etwas steilerem Blickwinkeln die Sicht aufs Display und das Einrichten des Bildausschnitts kommt mir immer vor als würde ich über einen Spiegel agieren müssen. Aber vielleicht bin ich in letztere Angelegenheit einfach nur zu ungeschickt – ich kann auch nicht mit dem Auto via Spiegel rückwärts fahren oder mit einem Anhänger zurücksetzen. Also vielleicht ist auch das Geschmacksache.

Die Touch-Funktion ergänzt das Klappdisplay optimal. Wenn ich mit nach oben geklappten Display arbeite fotografiere ich meist nur via Display-Touch. Das geht einfach deutlich besser von der Hand. Etwas auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Allerdings nur, wenn es auch tatsächlich so direkt reagiert, wie bei der OM-D. Ich hatte das bei der Lumux G3 auch schon, wo allerdings erstens das Display auf Druck (nicht auf Berührung) reagierte und deshalb oft etwas verzögert oder bei zu wenig Druck gar nicht und zweitens die Fokussierung zu langsam auslöste, um irgendetwas, was sich bewegt erwischen zu können. Auch wenn ich weiter oben schrieb, dass die OM-D bei extrem schnellen Motiven nicht nachkommt, so möchte ich noch einmal unterstreichen, dass sie kein Problem mit Bewegung an sich hat.

Kabellos blitzen • Ein weiterer Punkt will überlegt sein, wenn man sich für eine OM-D entscheidet: Kabellos Blitzen. Als ich vor einigen Wochen ins Auge fasste eventuell von Nikon zu Olympus umzusteigen, betraf meine größte Sorge diesen Punkt. Ich fotografiere seit Jahren mit kabellos ausgelösten Blitzen. Nikon ist bekanntermaßen Branchenprimus, wenn es um Blitztechnik geht, und das Nikon Creative Lighting System funktionert recht gut. Trotzdem versagt dieses System, das auf Lichtsignale vom Steuer- zu den Ferngesteuerten Blitzen baut, wenn keine Sichtverbindung zwischen den Blitzen besteht, oder kräftiges Sonnenlicht die Lichtsignale überlagert. Wegen der Probleme mit Sichtkontakt und Sonnenlicht plante ich zuletzt von CLS auf ein Funksystem umzusteigen. Nur: Funksysteme, die Steuersignale unterstützen, gibt es nur für Canon und Nikon. Funk ohne Steuersignale bedeutet aber für jede Änderung einer Einstellung den Marsch zum Blitz anzutreten. Bei drei bis vier Blitzen die ich frei im Raum verteile und dem Fehlen eines Einstelllichts, das zumindest eine Vorstellung verschafft, wie die Resultate aussehen werden, habe ich nicht vor mich und meine Modelle damit herumzuplagen.

Meine ersten Shootings im Studio haben mir nun den Eindruck gegeben, dass Olympus’ kabelloses RC-Blitzsystem etwa so zuverlässig arbeitet, wie das CLS von Nikon. Benutzerführung und Vorgang zum Einstellen scheint mir bei Olympus deutlich besser gelungen. Es hat mich auch erstaunt, wie gut das Auslösen von drei Gruppen mit dem winzigen Blitz im Lieferumfang der OM-Ds funktioniert (Nikons machen mit dem eingebauten Blitz zwei Gruppen). Andererseits scheint mir das Olympus-System etwas kurzsichtiger zu sein, als Nikons CLS. Im Studio hatte ich niemals große Mühe mit dem Steuerblitz auf der Kamera die Slave-Geräte zu erreichen, beim Olympus-System hingegen musste ich teilweise etwas herumdoktern um Sichtkontakt zu erreichen. Das macht mir etwas Sorgen fürs Rausgehen. Als Optimist setze ich nun einfach meine Hoffnung auf den Erfolg des MFT-Systems und darauf, dass in absehbarer Zeit ein Anbieter mit einem TTL-Funksystem für Olympus und Panasonich auftreten wird.

Objektive • Ich denke es sind vor allem Objektive die ein System interessant machen. Und das MFT-System hat hervorragende Linsen zu bieten (was keinesfalls heißen soll, dass Nikkore schlechter wären). Das 12mm ƒ2.0 ist eine großartige (kleine) Weitwinkellinse – mit 24mm KB eine meiner liebsten Brennweiten. Das Lumix 20mm ƒ1.7 ist fast ein bisschen etwas, wie eine lebende Legende (allerdings muss man 40mm KB echt mögen). Das 45mm ƒ1.8 ersetzt mit das 85mm ƒ1.8 von Nikon schmerzlos. Geiler als beide zusammen jedoch ist das Voigtländer 42,5mm ƒ0.95, auch wenn mit manueller Blende und Fokussierung. Das Setobjektiv der E-M1, das 12–40mm ƒ2.8 ist vergleichbar mit Nikons 24–70mm, gefällt mir aber sowohl vom etwas längeren Brennweitenbereich als auch von der Bildwirkung (Bokeh) besser (auch beim Bokeh ist Qualität mehr Wert als Quantität – die Schärfentiefe des Olympus-Zooms entspricht einer Lichtstärke von ƒ4.0 bei Kleinbild).

Fazit • Alles hat zwei Seiten. MFT im Allgemeinen, und die OM-D im Speziellen, hat Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Ich habe eine Schwäche für die OM-D entwickelt und hatte noch nie so viel Spaß beim Fotografieren, egal ob im Studio oder unterwegs. Ich verlasse ein gutes System (Nikon) weil ich mich mit der OM-D noch wohler fühle. Wäre ich Studiofotograf würde ich das ebenso wenig machen, wie wenn rasanter Sport oder Vögel mein Kernanliegen wären. Doch jedes Mal wenn ich meine Fototasche packe oder hebe liebe ich MFT aufs Neue.

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Alle Bilder sind JPEGs out of the Camera.

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Auf zu neuen Systemwelten

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Jetzt hat es mich also auch erwischt. Ich habe immer mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen wenn jemand seine ganze Fotoausrüstung verscherbelt hat um zu einem anderen System zu wechseln. Und jetzt wechsle ich selbst von Nikon zu Olympus.

Nun erfolgt der Wechsel nicht, weil ich mit Nikon unzufrieden bin. Für viele stellt die Marke ja eine Glaubensfrage dar. Ich jedoch habe schon immer mit Kameras von Canon, Nikon, Sony, Panasonic und Olympus fotografiert und stehe Pentax, Samsung & Co positiv gegenüber, obwohl ich zugeben muss, dass es Marken gibt die mir besonders sympathisch sind – Fuji zum Beispiel beobachte ich mit viel Interesse – und andere, die ich nicht so mag – Sony ist zwar der innovativste Konzern und ich habe immer ein besseres Gefühl wenn meine Kameras Sensoren von Sony enthalten, aber es gibt auch Vieles was mir dort gar nicht gefällt.

Nikon hat tolle Produkte und wenn man auf Testseiten wie DxO oder dpreview.com schaut, dann ist Nikon dort durchaus dominant. Wären Labortestergebnisse und beste Leistungsdaten ausschlaggebend, würde ich Nikon nicht verlassen. Würde ich primär stationär – im Studio oder an Locations arbeiten, die gut mit dem Auto erreichbar sind – wäre eine Abkehr von Nikon kein Thema.

Aber ich bin ein mobiler Fotograf. Und das Gefühl, das mir eine Kamera gibt, ist mir wichtiger, als Leistungsdaten und Laborergebnisse. Hier hat bei mir Olympus gegen Nikon gewonnen. Das Micro-Four-Thirds-System ist unheimlich kompakt und leicht. Four Thirds hätte mich nie gewinnen können, denn das System war nicht wesentlich kompakter als DSLRs mit DX- oder Vollformatsensor. Aber MFT verdient das »Micro« im Namen absolut. Auf meinem letzten Urlaub in Frankreich begleitete mich die OM-D E-M1 mit drei Festbrennweiten (wobei das 12mm – 24mm KB – auch gereicht hätte) in einer Tasche, die gerade einmal knapp für eine D600 mit einem kompakten Objektiv angesetzt gereicht hätte – dabei hätte die OM-D noch Platz für ein oder zwei weitere Objektive gelassen. Trotz der kompakten Maße und des geringen Gewichts stehen die Ergebnisse der OM-D einer Nikon Vollformat mit sehr guten Objektiven kaum nach (in der Praxis eigentlich gar nicht, ich nehme aber an, dass man in Labors beim Pixelzählen durchaus Unterschiede feststellen könnte).

In Sachen Bedienung hat mir die OM-D seit ich sie gekauft habe mehr Spaß gemacht als irgendeine andere Kamera vor ihr. Sie liegt gut in der Hand, fühlt sich solide an und ist schnell. Ich mag auch elektronische Sucher, was nicht heißt, dass ich Leute, die ihn (bislang) ablehnen (oder auch langfristig ablehnen werden), nicht auch verstehen kann. Es ist einfach auch eine Geschmacksache und ich halte das Gefühl, das einem ein System gibt, für viel entscheidender, als Kennzahlen.

OM-D und MFT fühlen sich für mich verdammt gut an, aber Gefühle sind subjektiv und bei jedem anders. Deshalb finde ich Grabenkämpfe, welches System nun das beste ist, so sinnlos. Man kann Pros und Kontras gegeneinander abwägen, aber weshalb muss es am Schluss ein Siegersystem geben? Jeder Hersteller baut gute Kameras, jeder hat bessere und weniger gelungene Modelle im Angebot, jedes System hat Stärken und Schwächen. Gott sei Dank sind sie nicht alle gleich, so dass jeder das Passende für sich finden kann.

Auch wenn ich Nikon wohlwollend verlasse, hat es schon auch Auslöser gegeben, die meine Liebe zur Marke etwas getrübt haben. Zum Beispiel das Staubproblem der D600, das inoffiziell zwar nicht abgestritten wird, offiziell aber nie richtig zugegeben wurde, und mit dem Nikon seine Kunden im Regen stehen ließ. Nach einem Jahr macht Nikon die D600 mit der D610 zur alten Kamera und kommt den D600-Käufern keinen Schritt entgegen. Zwar hat mein Fachhändler meinen Sensor kostenlos gereinigt, aber auf seine Kappe, nicht gedeckt und bezahlt von Nikon. Olympus, die Four Thirds jetzt einstellen – was für FT-Systembesitzer ev. auch nur bedingt schön ist –, schenkt diesen Käufern zumindest den Adapterring, mit dem sich FT-Objektive mit MFT-Kameras nutzen lassen.

Die D600 ist eine tolle Kamera, die mich zunächst auch sehr begeistert hat. Bis ich die D7100 bekommen habe, um über sie zu schreiben. Lassen wir die Labortests noch einmal außen vor, bei denen die Vollformat-D600 über die DX-D7100 siegt, dann ist die D7100 die bessere Kamera – selbst wenn sie den gleichen Preiszettel hätte wie die D600. Sie ist in weiten Teilen identisch, hat aber das bessere AF-System, deckt damit das Bildfeld um Welten besser ab, erlaubt kürzere Verschlusszeiten und bietet sonst noch einige kleinere Vorteile – sie muss sich nur in Sachen Vollformatsensor und Wasserwaage für die Blickachse gegenüber der D600/D610 geschlagen geben.

Die D7100 ist in meinen Augen in Sachen Preis/Leistung die aktuell beste (Nikon)-Spiegelreflexkamera. Trotzdem blieb allerdings am Ende die D600 für mich die passendere, weil ich schon komplett mit Objektiven für Vollformat ausgerüstet und Weitwinkel-Fan bin (wer Weitwinkel bevorzugt, hat mit DX auch etwas das Nachsehen). Staubproblem und Leistung der D7100 im Vergleich zur doppelt so teuren D600 haben meine Freude an meiner D600 getrübt. Dem stand und steht die Portabilität und die Freude am OM-D-/MFT-System gegenüber, was mich im Laufe des Herbstes bewog mich zu einem Umstieg auf Olympus durchzuringen.

Allerdings war vorher noch die OM-D E-M1 erforderlich, denn die E-M5 ist zwar eine tolle, kleine Begleiterin, aber zu klein um ausgedehnte Foto-Sessions effizient zu bewerkstelligen. Die E-M1 liegt ideal in der Hand und ist gerade groß genug um sich effizient bedienen zu lassen. Obwohl sie besser in der Hand liegt, als jede andere Kamera die ich bislang in Händen hatte, will ich jedoch nicht abstreiten, dass eine Kamera im Format von D7100, D600 oder größer, sich besser bedienen lässt – ein kleiner Body, wie bei der OM-D ist einfach sehr eng, um alle Knöpfe und Räder gut erreichbar zu gestalten. Auch wenn ich glaube, dass es in Zukunft auch MFT-Kameras geben wird, die noch größer sind als die E-M1 und in Sachen Bedienung gar keinen Nachteil gegenüber Vollformat mehr haben, müsste ich mich dann doch fragen, ob ich wirklich den Nachteil der größeren Schärfentiefe von MFT in Kauf nehmen möchte, wenn ich nicht dafür den Vorteil des kompakteren Systems genießen kann.

MFT ist in meinen Augen eine gute Option für mobile Fotografen. Wer jedoch lieber im Studio oder an gut erreichbaren Locations stationär fotografiert, der wird sicher auch langfristig bei Vollformat (egal ob Nikon, Canon oder Sony) besser aufgehoben sein. Für mich jedoch ist die OM-D zur perfekten Kamera geworden.

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Erster Eindruck OM-D E-M1

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Olympus OM-D E-M1; © Olympus

“First time in touch“ kam ich gestern mit Olympus’ neuem Spitezenmodell, der OM-D E-M1. Erster Spontaneindruck wie bereits bei der E-M5: Die Kamera ist viel kleiner als sie auf Bildern aussieht. Ich bin schon gespannt, wie sie sich mit Hochformatgriff bei ausgedehnten Shootngs bewährt. Die Positionierung von Tastern und Rädern ist im Vergleich zur E-M1 überarbeitet und sollte ein paar Schwächen glatt bügeln. Gespannt bin ich übrigens auch schon über die Arbeit mit dem Voigtländer 42,5mm ƒ0,95 Objektiv.

Anmerkung am Rande: Die E-M1 wird die E-M5 NICHT wie meist kolportiert ersetzen, sondern bleibt als Modell der Mittelklasse erhalten. Die E-M1 ist das Topmodell. Im Laufe des kommenden Jahres soll dann unter der E-M5 noch eine OM-D dazukommen.

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