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Der Kern von MFT ist Kompaktheit

Micro FourThirds hat auch zur diesjährigen photokina ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Sowohl Panasonic als auch Olympus haben neue MFT-Kameramodelle und -Objektive angekündigt. Und wieder fragen Kommentatoren, weshalb Olympus nicht endlich ein Voll- oder Mittelformatsystem lanciert?

Wer solche Fragen stellt, hat den Kern von MFT nicht verstanden. Beim System von Olympus und Panasonic dreht sich alles um Kompaktheit! Kein anderes kann vergleichbare Transportabilität bei gleichzeitiger Erfüllung professioneller Ansprüche bieten. Zwar sind die Gehäuse von Sonys APS-C-Kameras auch kaum größer, doch spätestens wenn es darum geht auch Objektive einzubeziehen ist MFT klar im Vorteil.

Natürlich bieten größere Sensoren mehr Reserven in Sachen Schärfentiefe (Bokeh), High-ISO und Auflösung. Aber wie viel ISO und Auflösung brauchen wir denn überhaupt?

Folgt man der Kritik mancher Experten müsste man glauben, dass Fotos auf professionellem Niveau vor wenigen Jahren noch unmöglich waren. Vor einer Dekade waren mehr als 12 Megapixel selbst in der Profiklasse eher Ausnahme als Regel, und bereits geringes Anheben der Empfindlichkeit führte zu Rauschen wie die Sau. Die Profimodelle von damals steckt heute jede Einsteigerkamera in die Tasche.

Gespiegelt sehe ich die enorme technologische Entwicklung der letzten Jahre in der Qualität dessen was uns täglich auf Postern, Plakaten, in Anzeigen, Inseraten und im Internet begegnet nicht. Die Ästhetik mag sich geändert haben, doch qualitativ lässt sich kein relevanter Unterschied ausmachen. Professionelle Aufnahmen waren vor zehn Jahren so bestechend wie heute. Man muss Aufnahmen schon am Monitor in der 100-%-Ansicht unter die Lupe nehmen, um markante Unterschiede zu identifizieren.

Es ist keine Frage: Voll- und Mittelformat schlagen MFT qualitativ um Längen. Allerdings erst in den Bereichen wo MFT an seine Grenzen stößt. Doch um jenseits dieser Grenzen aus einer Kamera herauszuholen was in ihr steckt, genügt es nicht sie draufzuhalten und abzudrücken! Um den Mehrwert leistungsfähigerer Sensoren zu nutzen muss man neben der fotografischen Kompetenz auch den Willen aufbringen aufwändiger zu arbeiten.

Die Kernkompetenz von MFT findet sich nicht in der hochpräzisen Arbeit, sondern in spontaner Leichtigkeit. Das System kann einen unbeschwert auf allen Wegen begleiten, ist stets zur Hand und ist auch nach Stunden nicht ermüdend – weder beim Transport noch bei der Fotosession. In gewisser Weise ist MFT das System zum draufhalten und abdrücken.

Weshalb sollten Panasonic und Olympus auf Voll- oder Mittelformatsysteme umstellen? Letzteres kann sich ohnehin kaum jemand leisten. Und Vollformat? Gibt es  nicht genug davon!? Nikon hat es, Canon hat es, Pentax ebenso, und Sony und Leica bieten es spiegellos.

Noch größer ist die Auswahl bei APS-C. Neben Canon, Nikon, Sony und Pentax findet man hier auch von Fuji erfolgreiche und eigenständige Modelle.

Selbst im Mittelformat ist die Auswahl groß: Zu Phase One, Hasselblad, Pentax und Leica gesellt sich nun auch Fuji. Finden sich in diesem Nischenmarkt nicht schon genug Systeme?

Panasonic und Olympus teilen sich gemeinsam ein einzigartiges System, das sich von Voll- und Mittelformat völlig unterscheidet und auch noch zu APS-C einen sinnvollen Kontrast bildet. Dabei sind die beiden Marken unterschiedlich genug echte Alternativen zueinander zu bilden und den unterschiedlichen Typen von Fotografen für die das kompakte System in Frage kommt gerecht zu werden.

Ein Umstieg der beiden auf Systeme mit größeren Sensoren wäre ein Verlust für den Fotomarkt, denn eine besonders kompaktes System ginge dadurch verloren. Ein zweites System parallel zu MFT zu entwickeln und zu pflegen würde wohl die Ressourcen spalten und weder einem neuen System noch MFT nutzen.

MFT ist gut wie es ist und wie es sich entwickelt und wir alle sollten froh sein es zu haben.

Ich schätze die Innovationen von Sony und Fuji sowie die Kameras von Nikon aus eigener Erfahrung. Ich respektiere und bewundere Leute die mit Mittelformat fotografische Kunstwerke gestalten. Dasselbe gilt für die Künstler die mit Leica die Straßen heimsuchen und uns berührende Impressionen aus dem Leben der Menschen einfangen. Trotzdem bin ich ein anderer Fotograf und arbeite am liebsten mit MFT, weil mir das System Leichtigkeit, Spontanität und Freude vermittelt.

Natürlich beginnt MFT an seine technischen Grenzen zu stoßen. Zwar gibt es noch Potenzial bei Rauschverhalten und Dynamikumfang. Doch in Sachen Auflösung sehe ich nicht mehr viel Raum nach oben. Jenseits der 20 Megapixel wird die Beugungsunschärfe sehr wahrscheinlich ein unüberwindliches Hindernis darstellen, sofern die Programmierer keine Wunderwaffe dagegen erfinden. Olympus regelt nicht umsonst bei seinen Kamera im hochauflösenden Modus bei Blende ƒ8 ab. Bei 40 Megapixel nimmt der kleine Sensor über ƒ8 nur mehr Matsch auf.

Ein Drama ist die Grenze der Auflösungsfähigkeit allerdings nicht.

Mit 20 Megapixel erreicht der Fotograf ganz locker A3 bei 300ppi Auflösung. Höhere Druckauflösungen als 300ppi sind zwar möglich, bringen aber nicht mehr viel, da auch unsere Augen Grenzen im Auflösungsvermögen haben. Schärfere Details in der Wiedergabe würden also quasi in der Unschärfe unserer Augen untergehen.

Natürlich muss man mit 20MP Abstriche bei der Auflösung bei Wiedergaben über A3 machen. Doch noch bei A1 (immerhin 594×841mm) ergibt sich damit eine Auflösung von 150ppi. Wer jetzt glaubt, dass die Hälfte der empfohlenen Auflösung eine absolute Katastrophe sein muss, sollte sich einmal einen Druck eines 150-ppi-Bildes genau ansehen. Sehr genau! Denn man muss schon sehr nahe hingehen und sehr genau hinsehen, den Qualitätsmangel der geringen Auflösung zu erkennen. Aus der Distanz aus der ein A1-Poster normalerweise betrachtet wird ist die Frage ob 300ppi oder 150ppi völlig irrelevant.

Um noch einmal früher zu zitieren: Kann sich jemand erinnern vor zehn Jahren unscharfe Großflächenplakate gesehen zu haben? Damals hatten selbst professionelle Digitalkameras wie gesagt oft nur 12MP. Für ein 16-Bogen-Plakat musste diese Auflösung auf 336×238cm aufgeblasen werden. Bei 12MP ergibt sich dann eine Auflösung von 30ppi. Ist jemals jemandem aufgefallen, dass diese Plakate damals nur mit 30ppi gedruckt wurden?

Genau genommen werden sie auch heute noch mit 30ppi gedruckt, denn die Druckraster dieser Plakate sind so grob, dass mehr als 30ppi gar nichts bringen würde. Trotzdem sehen wir keinen Qualitätsmangel, da wir die Plakate aus so großer Distanz betrachten, dass unsere Augen die grobe Auflösung nicht erfassen.

Natürlich ist eine MFT-Kamera kein Arbeitsgerät für einen Werbefotografen der Motive für Plakatwände von drei und mehr Metern Breite aufnimmt. Natürlich gibt es Motive die von der präziseren Detailschärfe von Voll- und Mittelformatkameras auch bei Postern unter Plakatwandformat profitieren. Doch diese Präzision erreicht man nicht mehr indem an aus freier Hand fotografiert.

Hochauflösende Aufnahmen wirken beim Fotografieren aus freier Hand wie eine Lupe für das Zittern unserer Hände. Wer glaubt Bildstabilisierung könne das kompensieren irrt! Bildstabilisierung ermöglicht aus freier Hand bei deutlich längeren Verschlusszeiten relativ scharfe Aufnahmen. Sie ist aber gleichzeitig keine gute Zutat für absolut scharfe Aufnahmen.

Wer maximale Detailschärfe aus einem Bildsensor heraus kitzeln möchte, stellt seine Kamera am besten auf ein massives Stativ und die Bildstabilisierung ab. Nutzt man dann auch noch Spiegelvor- und Fernauslösung steht bestechend scharfen Aufnahmen nichts mehr im Wege.

Doch genau das ist nicht die Arbeitsweise für eine Kamera die auf Kompaktheit und Leichtigkeit getrimmt ist. Wer ein schweres Stativ mit zur Location schleppt hat nur mehr wenig Grund bei der Kamera und den Objektiven Gramm zu zählen.

Die Lupenwirkung der Auflösung für Verwackelung der Kamera ist übrigens auch der Grund weshalb die Sache mit dem Crop aus dem Bild schneiden wenn die Brennweite wieder einmal nicht reicht nicht so recht funktioniert, denn einen scharfen Crop gibt es nur bei einer scharfen Aufnahme. Leider werden umso mehr Aufnahmen nicht so 100% scharf ausfallen je höher die Auflösung ist.

Es gibt Mittelformatkamerasysteme mit denen sich bei fachgerechter Anwendung und dem notwendigen Aufwand Kunstwerke gestalten lassen die mit anderen Kameras unerreichbar sind. Vollformatkameras bieten Spitzenleistungen ohne, dass für sie der Preis eines Mittelklassewagens zu bezahlen ist – sie sind gut und dennoch nicht übergroß. Und es gibt kompakte Systeme wie MFT, die dadurch glänzen, dass sie auch ohne krummen Rücken professionelle Qualität bieten, auch wenn ihre Grenzen etwas enger gesteckt sind.

Freuen wir uns über die Auswahl, und dass jeder Fotograf findet, was am besten zu ihm passt, und hören wir auf Dinge zu kritisieren die außerhalb unseres individuellen Horizonts liegen. Dinge sind nicht deshalb schlecht, nur weil sie nicht das Richtige für uns sind!

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Sony a7RII vs. Olympus Pen-F

So sehr ich mein MFT-System liebe, bin ich natürlich trotzdem neugierig wie sich meine Ausrüstung im Vergleich zu den Mitbewerbern schlägt. Deshalb habe ich beispielsweise letztes Jahr meine OM-D E-M1 gegen eine Nikon D810 antreten lassen und ein paar absurde Tests ausgeführt. Für meinen heutigen Test habe ich mir eine Sony a7RII besorgt und gegen meine Pen-F in Stellung gebracht.

Anders als die E-M1 löst die Pen-F mit 20MP auf und erlaubt durch Sensor-Shifting Auflösungen von 50MP bzw. 80MP. Zwar ist Sensor-Shifting bislang nur mit Stativ und bewegungslosen Motiven einsetzbar aber die Qualität von Linsen kann man damit dennoch recht gut prüfen, weshalb ich vor Kurzem alle meine Linsen einer Test unterzog.

An der a7RII kam das FE 50mm ƒ1.8 zum Einsatz, bei der Pen-F das 12–40mm ƒ2.8. Damit habe ich mit Stativ und Selbstauslöser meinen üblichen Text-Chart mit verschiedenen Blendeneinstellungen abfotografiert.

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Die obere der drei Aufnahmen zeigt jeweils das Ergebnis der Sony (JPEG-Aufnahme), in der Mitte Pen-F bei 50MP (JPEG-Aufnahme) und unten Pen-F bei 80MP (RAW-Aufnahme).

Sony-a7rII_1-8
Blende ƒ1.8: Da es bei Olympus’ 12–40mm erst bei ƒ2.8 losgeht keine Vergleichsbilder der Pen-F. Der Vollständigkeit halber möchte ich das Resultat der Sony trotzdem zeigen. Überrascht hat mich, dass das doch ziemlich preiswerte Sony 50er bereits bei Offenblende kaum etwas zu wünschen übrig lässt.
Sony-a7rII_2-8
Olympus-PenF_50MP_2-8
Olympus-PenF_80MP_2-8
Blende ƒ2.8: Die Pen-F holt mit dem 12–40mm ƒ2.8 sichtbar mehr aus der Aufnahme heraus. Ob der Unterschied in der Praxis relevant wäre scheint mir aber fraglich. Sehr wahrscheinlich hätte eines von Sonys Top-Objektiven mehr als das preiswerte 50mm ƒ1.8 aus der Aufnahme herausgeholt, aber ich musste hier mit dem arbeiten was ich zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Sony-a7rII_4-0
Olympus-PenF_50MP_4-0
Olympus-PenF_80MP_4-0
Blende ƒ4.0: Kaum ein Unterschied zu den Aufnahmen mit ƒ2.8. Beide Objektive scheinen bereits bei offener Blende eine sehr gute Schärfe zu erreichen. Der Unterschied der Helligkeit und des Weißabgleichs rührt daher, dass ich mit Tageslicht aufgenommen habe und ziehende Wolken für wechselnde Lichtverhältnisse sorgten.
Sony-a7rII_5-6
Olympus-PenF_50MP_5-6
Olympus-PenF_80MP_5-6
Blende ƒ5.6: Das Sony scheint noch immer genauso scharf wie bei ƒ4, was auch kaum anders zu erwarten ist. Bei den Olympus-Aufnahmen hingegen scheint sich bei ƒ5.6 bei diesen großen Auflösungen bereits die Beugungsunschärfe etwas bemerkbar zu machen. Es zeigt, dass die Möglichkeiten MFT-Sesnoren mit Auflösung aufzupumpen begrenzt sind.
Sony-a7rII_8-0
Olympus-PenF_50MP_8-0
Olympus-PenF_80MP_8-0
Blende ƒ8.0: Bei Sony ist die Detailschärfe noch ziemlich auf Augenhöhe mit den Aufnahmen bei größerer Blenderöffnung. Bei der Pen hingegen zeigt sich, dass die Linien jenseits der 8er Markierung kaum mehr, jenseits der 9er gar nicht mehr zu unterscheiden sind. Der Grund dafür dürfte die Beugungsunschärfe sein. Das erklärt auch weshalb Olympus die Blendeneinstellung bei hochauflösenden Aufnahmen bei ƒ8 abriegelt.
Sony-a7rII_11
Sony-a7rII_16
Sony-a7rII_22
Der Vollständigkeit halber noch die Ergebnisse der Sony bei ƒ11, ƒ16 und ƒ22. Bei ƒ11 (oben) kündigt sich an, was bei der Pen bereits bei ƒ5.6 zu sehen ist: Beugungsunschärfe trübt das Schärferesultat bereits ein bisschen. Bei einer so hohen Auflösung wie 42MP erreicht man halt auch mit Kleinbild die Grenzen früher als man das mit 16MP oder 24MP erwarten darf. Mittelformatkameras dürften hier noch keine Schwächen zeigen – aber das heißt jetzt Fahrräder mit Rennmaschinen zu vergleichen. Bei ƒ16 taucht das Resultat unter die Pen bei ƒ8, was mich überrascht, was allerdings auch daran liegen könnte, dass ich mein bestes Olympus-Zoom gegen einer preiswerte Sony Festbrennweite antreten ließ. Die untere Abbildung verdeutlicht, dass die Ergebnisse mit ƒ22 bei Vollformat auch nicht besser sind als bei einem vergleichbaren Wert von ƒ11 bei MFT.

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Super Tele: Panasonic/Leica Vario-Elmar 100–400mm

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Panasonic Lumix G Leica DG Vario-Elmar 100–400 mm / F4-6.3 ASPH. / Power O.I.S. (Abbildung: Panasonic)

Ich habe mich bislang nicht unbedingt als großer Freund besonders langer Brennweiten geoutet, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich eher selten da nach Motiven jage wo Brennweite Trumpf sind. Trotzdem gibt es auch für einen Weitwinkel-Fan gelegentlich Situationen in denen ein normales Tele nicht ausreicht. Außerdem hat man als ambitionierter Fotograf irgendwie das Gefühl nicht ganz komplett zu sein wenn sich im Objektivpark nicht auch ein Supertele befindet.

Für MFT-Fotografen sind Brennweitengiganten glücklicherweise etwas preiswerter zu haben wie bei Systemen mit größeren Bildsensoren, schließlich führt der kleine Sensor auch zu etwas, das oft als »Brennweitenverlängerung« bezeichnet wird. Olympus’ 75–300mm ist bereits für knapp unter, Panasonics 100–300mm für knapp über 500 Euro zu haben – am langen Ende des Zooms weisen beide beachtliche 600mm kleinbildäquivalente Brennweite auf.

Ich hatte mich für Panasonics Superzoom entschieden und war von der Abbildungsqualität von Beginn an beeindruckt. Aus Neugier habe ich letzten Herbst auch Olympus’ Supertelezoom getestet, es mit Panasonics 100–300mm verglichen und einen Bericht dazu verfasst. Fazit: Die beiden schenken sich wenig.

Trotzdem, dass ich Panasonics 100–300mm schätze, hatte ich es eher selten im Einsatz, denn gefährliche oder scheue Tiere stehen nicht an vorderster Stelle meines Abschussplans, und für Motive die nicht beissen oder fliehen sind so lange Rohre keine Notwendigkeit.

Im vergangenen Winter wuchs allerdings der Wunsch und die Lust im Frühjahr mit der Kamera auf Vogeljagd zu gehen, was das Panasonic-Superzoom nun vermehrt zum Einsatz brachte Leider machte der vermehrte Einsatz ein Problem augenscheinlich: Der Fokusring läuft zwar weich, er sperrt sich aber ein bisschen dagegen in Bewegung versetzt zu werden – um die Schärfe einzustellen muss immer etwas Reibungswiderstand überwunden werden. Bei Brennweiten ab 200mm KB erschwert das allerdings das Finetuning der Fokussierung. Der Spaß am Fotografieren kann einem durchaus vergehen, wenn dauernd das Motiv von dannen hüpft, während man noch die Fokussierung zu optimieren versucht oder wenn das Gros der Aufnahmen den Schärfepunkt nicht an der richtigen Stelle hat.

Bis Ende 2015 sah es bei MFT mit hochwertigen Superteles noch übel aus, was sich mit 2016 aber ändert. Olympus hat eine 300mm-ƒ4-Pro-Festbrennweite auf den Markt gebracht und Panasonic ein höherwertiges, spritzwassergeschütztes Superzoom mit Leica-Label und einem Brennweitenbereich von 100–400mm.

Nun ist die Begeisterung der Fachpresse für Olympus’ lichtstarkes 300mm Objektiv groß, doch es ist mit einem Preisschilf von 2500 Euro nicht eben ein Schnäppchen. Demgegenüber ist Panasonics 100–400mm-Zoom um 1500 Euro (Amazon-Affiliate-Link) dann doch preiswert.

Seit einigen Tagen habe ich die Möglichkeit Panasonics neues Superzoom zu testen. Ich war gespannt wie sehr sich die 100mm mehr (200mm KB mehr) in der Praxis auswirken. Und, ja: Es wirkt sich absolut aus – mehr als ich erwartet hatte. Es sind die entscheidenden Millimeter die mir bislang fehlten Robin & Co einigermaßen formatfüllend abzulichten.

Neben der längeren Brennweite und der flexibleren Einsetzbarkeit aufgrund des Zooms bietet das Panasonic gegenüber Olympus’ Supertele auch den Vorteil etwas kompakter und leichter zu sein. Spritzwasserfest und staubdicht ist das Pana dennoch und leicht ist die Linse – zumindest nach MFT-Maßstäben – trotzdem nicht. Vielmehr vermittelt es den Eindruck aus solidem Metall gefertigt und für Profis konstruiert worden zu sein. Lediglich die vorschiebbare, fix verbaute Ministrulichtblende auf die sich eine zweite Streulichtblende aufschrauben lässt ohne dabei arretierbar zu sein lässt mich etwas ratlos zurück – allerdings ist das am Ende nur ein Detail.

Nachdem ich das Objektiv nun auf zwei Ausflügen eingesetzt habe bin ich schwer begeistert. Ich würde sagen ich werde gerade vom Supertele-Skeptiker zum Supertele-Fan bekehrt. Endlich gelingt es mir ausreichend nahe an kleine Piepmatze heranzukommen vernünftige Aufnahmen von ihnen zu schießen. Dabei ist die Kompaktheit es MFT-Systems einmal mehr ein riesiger Vorteil: Vergleichbare Brennweite für APS-C oder Kleinbild sind in der Regel mehr als die Hälfte länger und bringen das zwei- bis dreifache Gewicht auf die Waage. Tatsächlich ist das 100–400mm nur unwesentlich länger als beispielsweise Nikons Standardzoom 24–70mm ƒ2.8 und sogar etwas leichter. Entsprechend komfortabel lässt es sich einsetzen.

Beeindruckt hat mich die Bildstabilisierung. Obwohl die In-Body-Stabilisierung von Olympus bekanntermaßen exzellent ist, bevorzuge ich bereits beim 100–300mm Panasonics Stabilisierung im Objektiv. Das ist beim 100–400mm nicht anders. Was sie tatsächlich leistet muss man im Grunde selber sehen um eine Vorstellung davon zu haben. Bei 800mm Kleinbild entsteht eine enorme Hebelwirkung für die geringste Unruhe beim Halten der Kamera – ohne Stativ scheint ruhiges Halten unmöglich. Umso verblüffender wie stabil das Bild im Sucher urplötzlich wird wenn durch halbes Drücken des Auslösers die Bildstabilisierung aktiv wird.

Das 100–400mm ist wirklich ein Objektiv das man mit Freude einsetzt. Und die Freude hört beim Fotografieren nicht auf. Auch die Abbildungsqualität enttäuscht nicht. Das Bokeh ist ebenso wunderbar cremig und die fokussierten Bereiche knackscharf – jedenfalls so lange die ISO-Empfindichkeit nicht zu hoch klettern oder die Verschlusszeit für die Brennweite doch zu lang wird, doch dafür kann das Objektiv nichts. Durch Einsatz eines Einbein- oder gleich eines normalen Stativs ist natürlich noch mehr raus zu holen als aus freier Hand – trotz überzeugender Bildstabilisierung.

Neben der Möglichkeit Fernes ganz nah heran zu holen glänzt das Objektiv auch durch exzellente Freistellungsqualitäten: Fokussiert auf die Naheinstellgrenze von 1,3m ergibt sich bei 400mm und ƒ6.3 ist eine Schärfentiefe von gerade einmal 1,4mm zu erzielen – selbst auf 500m fällt die Schärfentiefe noch nicht unendlich aus (sie beträgt dann 323m).

Aufgrund der für ein Supertele recht geringen Naheinstellgrenze erzielt das 100–400mm einen Abbildungsmaßstab von 1:2 und kann dementsprechend durchaus noch als Makroobjektiv durchgehen – es gibt Objektive die sich Makro auf die Hülle schreiben und das nicht erreichen.

Clevere Details am Rande: Am Objektiv befindet sich ein Schalter mittels dem man von Full–Infinity (1,3m bis unendlich) auf 5m–Infinity (5m bis unendlich) umschalten kann, was die Fokussierung beschleunigen soll. Der Ring für die Stativschelle ist fix montiert, nur der Fuß mit dem das Objektiv montiert wird, wird angeschraubt. Im Ring sind die Schalter für Bildstabilisierung und Full/5m–Infitity integriert – der Ring lässt sich trotzdem leicht drehen, so dass man bequem vom Quer- ins Hochformat wechseln kann.

Nachtrag: Mittlerweile habe ich meine Objektive einer einfachen Testreihe unterzogen. Für das 100–400mm Tele hat sich herausgestellt, dass es, so wie ein Leser angemerkt hat, am langen Ende der Brennweite bei 400mm tatsächlich nicht sonderlich scharf zeichnet. Weiters habe ich den Eindruck erhalten, dass es im Brennweitenbereich des 100–300mm auch keine besseren Ergebnisse erzielt.

Dies bestätigt für mich, dass das 100–300mm für seinen Preis sehr scharf abbilden kann. Ich persönlich ziehe dennoch das 100–400mm vor. Die Gründe sind:

  1. Die zusätzlichen 100mm scheinen mir von Vorteil auch wenn die Schärfe bei 400mm zu wünschen übrig lässt (allerdings wäre hier noch ein Test interessant, ob bei einer hochinterpollierten 300mm-Aufnahme nicht gleichwertige Resultate zu erzielen wären, den ich bislang nicht gemacht habe).
  2. Die Fokussierung scheint mir vor allem auf große Distanzen deutlich treffsicherer. Mit dem 100–300mm erzielte ich auf große Entfernungen oft Resultate die mir deutlich unschärfer erschienen als sei hätten sein dürfen; als auf kurze Distanz fokussiert. Generell scheint das 100–400mm mit AF deutlich präziser und schneller zu fokussieren als das 100–300mm.
  3. Das 100–300mm stellte für mich ein Problem bei manueller Fokussierung dar, da der Fokusring meist einen Reibungswiderstand bietet der überwunden werden muss um manuell scharfstellen zu können, was das Scharfstellen zum Geduldspiel macht und meist länger dauert als ein Vogel auf einem Platz zu sitzen bereit ist. Fokus- und Zoomring scheinen nach dem was ich im Internet las manchen Besitzern schwergängig, doch sie laufen sauber, weich und ohne Reibungswiderstand.
  4. Die Bildstabilisierung scheint mir (noch) besser (was allerdings ein wirklich subjektiver Eindruck sein kann).
  5. Die Abdichtung des Objektivs macht es möglich auch bei schlechten Witterungsverhältnissen auf den Weg zu gehen.

Nun wird darüber spekuliert, ob Olympus’ 300mm ƒ4 nicht die bessere Wahl ist. Zu seinem deutlich höheren Preis würde ich das annehmen und Olympus behauptet es sei das schärfste Objektiv das sie je gebaut haben. Allerdings ist es voluminöser und schwerer und eben eine Festbrennweite. Es ist ein Objektiv mit dem man ganz anders arbeitet – es ist ein ganz anderes Objektiv. Das 100–400mm Panasonic ist trotz seines immensen Brennweitenumfangs ein Objektiv das man gut auf ausdauernden Fotosafari mitnehmen und mit dem man gut aus freier Hand fotografieren kann. Das Zoom macht es flexibel genug auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Olympus’ 300mm ƒ4 ist eher ein Objektiv für geduldige Fotografen die sich an einem Platz niederlassen und auf ihr Motiv in einer bestimmten Entfernung warten.

Geht es rein um ein Verhältnis von Schärfe zu Preis ist das 100–300mm die deutlich bessere Wahl. Ob die Vorteile des 100–400mm den empfindlichen Mehrpreis rechtfertigen muss jeder für sich entscheiden.

Ein Leser schrieb er überlege mit Panasonics 100–300mm oder 100–400mm ein Olympus 75–300mm ersetzen. Nach meiner Erfahrung die ich in einem Bericht geteilt habe halte ich das nicht für sinnvoll, da sich jedenfalls 100–300mm und 75–300mm in der Praxis nicht viel schenken und auch dxomark.com wertet die beiden Linsen etwa gleich.

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Doppelt hält besser

Vor drei Wochen etwa musste ich meine OM-D E-M5 zum Service schicken, da sie mir aus der Stativhalterung gerutscht und auf den Boden gefallen ist – Displayschaden. Auch meine Pen-F musste ich einschicken, da ein Problem mit dem SD-Kartenfach vorliegt. Somit habe ich im Moment nur eine Kamera und das macht mir wieder einmal bewusst was für ein Segen es ist drei zu besitzen.

Einer der großen Vorteile des kompakten MFT-Systems ist es, dass man auch noch relativ unbeschwert unterwegs ist, wenn man zwei oder drei Kameras schultert. Gerade jetzt im Frühjahr gehe ich gerne mit einem Supertele in den Wald, möchte aber zwischendurch auch Landschaftsaufnahmen machen können, was eher ein Weitwinkel erfordert. Mit einer Kamera bedeutet das Objektivwechsel, mit zweien lediglich Kamerawechsel.

Zwei Vollformatkameras stundenlang durch die Gegend zu schleppen ist kein Spaß, zwei MFTs hingegen wiegen weniger als eine Vollformat-DSLR mit zwei entsprechenden Wechselobjektiven. Kurze Rechnung:

  • Nikon D610: 850g (inkl. SD-Karte und Akku) + 24–70mm ƒ2.8: 1070g + 70–300mm Telezoom: 745g
    = 2665g.
  • Olympus OM-D E-M5: 425g (inkl. Karte und Akku) + Olympus OM-D E-M1: 497g (inkl) + 12–40mm ƒ2.8: 382g + Lumix 100–300mm Telezoom: 985g
    = 2289g.

Dezenter Vorteil meiner MFT-Ausrüstung: die 300mm des Pana Telezooms entsprechen 600mm auf Kleinbild umgerechnet. Nikon bietet zwar auch ein Supertelezoom mit 200–500mm an, das bringt aber mehr als zwei Kilo auf die Waage.

Dass die Vollformatriesen streng genommen ein Quäntchen bessere Detailqualität und -schärfe abliefern steht außer Frage. Doch so lange man aus freier Hand und nicht mit Stativ oder Blitzen arbeitet bleiben die Unterschiede für die meisten Anwendungen eher akademischer Natur und ich gebe dem praktischen Nutzen des Gewichtsvorteils und Verzichts auf Objektivwechsel ganz klar den Vorzug.

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APS-C vs. MFT – was erzielt bessere Bildqualität?

Beim gestrigen stöbern auf YouTube habe ich das oben eingebundene Video entdeckt. Der Präsentator vergleicht dabei die Qualität von APS-C- und MFT-Sensoren anhand simpler Mathematik. Ich versuche das einmal etwas abgekürzt ins Deutsche zu übertragen.

Die mit einem Fotoapparat zu erzielende Abbildungsqualität hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Qualität der Objektive gehört dazu auch der Bildsensor. Beim Sensor wiederum gehört die Pixeldichte zu einem wesentlichen Faktor, der Dinge wie Detailschärfe, Rauschverhalten und Kontrastumfang bestimmt. Die Pixeldichte errechnet man in der Regel aus Fläche ÷ Megapixel.

Das DX-Format von Nikon (außer Canon verwenden die meisten anderen Hersteller dasselbe Format für ihre APS-C-Kameras) beträgt etwa 23,7mm × 15,6mm, das sind 369,72mm2. Aktuell haben Nikons DX-Kameras in der Regel 24 Megapixel. Es ergibt sich also folgende Rechnung:

  • 369,72÷24=15,405

Der Faktor für die Pixeldichte einer solchen Kamera beträgt also etwa 15,4.

MFT-Kameras weisen in der Regel eine geringere Auflösung auf, bis zur Vorstellung von Panasonics GX8 und Olympus’ Pen-F lag das Limit bei 16 Megapixel. Das Format von MFT beträgt 17,3mm × 13mm, das sind 224,9mm2.

  • 224,9÷16=14,05625

Daraus ergibt sich ein Faktor von etwa 14 für die Pixeldichte (im Video wird mit etwas anderen Formaten gerechnet, die sich allerdings nicht meinen Recherchen decken). Ein Unterschied von etwa 10% – nicht Nichts aber auch nicht weltbewegend, vor allem eben weil die Pixeldichte nur eines von mehreren Bausteinchen ist aus denen sich die Abbildungsqualität eines Aufnahmesystems ergibt.

Einen Unterschied gibt es dennoch: Die größere Auflösung erlaubt bei gleicher Qualität einen größeren Ausdruck. Mit 24 Megapixel erzielt eine DX-Kamera bei 300ppi eine Ausgabegröße von 50,8cm × 33,87cm. Eine MFT-Kamera mit 16 Megapixel ergibt bei 300ppi lediglich ein Ausgabeformat von 39,1cm × 29,3cm. Allerdings bringt man diesen Vorteil nur zu Papier wenn mit ausreichend hochwertigen Objektiven und entsprechend präzise gearbeitet wird (also in der Regel Stativ oder Blitz).

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Fotografie aus Leidenschaft

Steinmaennchen

Ich fotografiere nicht weil ich muß. Ich fotografiere aus Leidenschaft. Ich lebe weder für noch von der Fotografie. Ich lebe mit Fotografie. Fotografie lebt mit mir. Sie begleitet mich. Eine Kamera ist stets dabei.

Als Fotografie-Trainer und -autor ist sie Teil meines Berufslebens, aber als solcher kann ich Fotografieren was, wie und womit ich will – eine Freiheit die sonst nur Hobbyfotografen haben. Eine wunderbare Freiheit!

Ich fotografiere weil mich eine große Leidenschaft für den Akt des Fotografierens beseelt. Ich liebe es Ausschau nach bemerkenswerten Szenen zu halten, mich ganz den Dingen um mich herum zu öffnen und zum Entdecker von Motiven zu werden.

Ich liebe die Optik, die Haptik und den Klang meiner Kamera. Ich liebe es mit einem Messfeld, manuell oder per Fingertipp den Fokuspunkt zu bestimmen, liebe die Überlegung welche Blende das Motiv am Besten zur Geltung bringt und die Suche nach der optimalen Belichtung. Fotografie bringt mich zum Flow. Die Aufnahme ist angenehmer Nebeneffekt.

Das mag für zielorientierte Menschen befremdlich klingen. Ich bin nicht besonders zielorientiert. Das heißt nicht, dass ich keine Ziele habe. Aber ich bevorzuge Ziele zu denen ein mich reizender Weg führt. Oder umgekehrt: Ich mag keine Ziele die mich zu Wegen nötigen die mir zuwider sind.  Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Der Weg ist mein Ziel. Das Ziel selbst ist lediglich das Finale des Weges. Um es sportlich auszudrücken: Dabei sein ist alles! Ein Ziel ist für mich eher Perspektive als unabänderliches Endresultat.

Manchmal ist das Ziel sogar der Ort an dem ich mich gerade befinde. Neben meinen Leidenschaften für das Schreiben und das Fotografieren habe ich beispielsweise auch eine Leidenschaft fürs Fahren. Mein Auto hat dabei viel mit meiner Kamera gemein: Der kleine Roadster gehört nicht zu den stärksten, er ist nicht der schnellste, ich kann mit ihm weder ins Gelände noch viele Menschen oder große Dinge transportieren. Aber er vermittelt mir ebenso wie meine Kamera eine unbeschwerte Leichtigkeit.

Ich mag sein Design, seine Haptik, seinen Sound. Ich könnte nicht mehr Spaß am Fahren haben wenn es ein Ferrari oder Aston Martin wäre. Leute für die vor allem Größe zählt, für die mehr immer mehr ist, größer besser ist und die erst zufrieden sind wenn es nichts mehr gibt was noch besser sein könnte (sprich also: nie), werden auch das nicht verstehen.

Wenn man manchen Fotografen zuhört könnte man glauben vor der letzten Photokina wäre keine qualitativ akzeptable Fotografie möglich gewesen. Alles was in Sachen Rauschverhalten, Auflösung und Kontrastumfang nicht State of the Art ist, ist des fotografischen Einsatzes unwürdig.

Deshalb kommt beispielsweise keine Kamera mit einem FourThirds-Sensor in die Tüte. Zu geringe Auflösung, zu schlechtes Rauschverhalten, zu wenig Kontrastumfang! Dabei rauchen alle MFT-Kameras die ich seit 2014 hatte meine erste Profikamera von 2008, die Nikon D700, in Sachen Auflösung und Rauschverhalten in der Pfeif. Außer der Lumix GM1 stecken sie sie auch beim Kontrastumfang in die Tasche.

Warum soll heute unbrauchbar sein was vor wenigen Jahren des Profis Topqualität war? Die technische Brillanz die mit den neuesten High-Tech-Werkzeugen zu erreichen ist, ersetzt weder Inspiration noch Emotion. Die Qualität einer Fotografie lässt sich nicht in Linienpaaren per Millimeter messen, die Freude am Fotografieren schon gar nicht.

Natürlich sei es jedem belassen so viel Freude an technischen Spielzeugen und beim Abzählen von Linien per Millimeter zu haben wie er will und es ist nichts verwerfliches daran für Fineart-Prints das letzte Quäntchen Detailreichtum aus seiner Ausrüstung kitzeln zu wollen. Ich finde es aber müßig den eigenen Anspruch an eine theoretisch erzielbare Maximalqualität zum Kreuzzug zu erklären und zu glauben jeden der andere Ansprüche hat zum rechten Weg bekehren zu müssen!

Fotografie besteht nicht nur aus Megapixel, Dynamikumfang und High-ISO. Fotografie ist ein kreativer Prozess und eine Kunstform und ihre Qualität misst sich ebensowenig am eingesetzten Werkzeug wie sich die Qualität eines Gemäldes am verwendeten Pinsel misst.

Als Mountain-Biker musste ich immer über jene Gelegenheits-, Mode- und Einsteiger-Biker schmunzeln die sich sanfte Steigungen hoch mühten, denen du ansahst, dass sie die erste Tour noch nicht lange hinter sich aber das gerade angesagteste High-Tech-Bike unter ihrem Hintern haben. Ich war so Mittelklasse unterwegs. Ich hatte ein vernünftiges Bike, allerdings weitab von State of the Art. Hatte ich mich damit einen Berg hinauf gequält und ich begegnete dabei einem hartgesottenen Trend-Verweigerer, auf einem Drahtesel der mehr mit einem alten Waffenrad als mit einem Mountainbike gemein hatte, rang mir das immer besonderen Respekt ab.

Ich will mich fotografisch nicht unnötig abmühen. Ich liebe die Leichtigkeit der Fotografie die mir meine Kameras geben, was nur in Kombination mit den konkurrenzlos kompakten Objektiven möglich ist. Ihr Volumen schmiegt sich perfekt in meine Hände, die verwendeten Materialien geben ihnen im Verhältnis zur Größe ein sehr sattes Gewicht und dennoch ist es so gering, dass es sich im wahrsten Sinne des Wortes unbeschwert fotografieren lässt.

Dass ich dieses Thema in meinem Blog immer wieder aufnehme, liegt nicht daran, dass ich mich auf einer Mission gegen Vollformat befinde. Ganz im Gegenteil! Wenn ich in einer Mission unterwegs bin, dann im Namen der Vielfalt. Die verschiedenen Systeme haben wie schon so oft gesagt Vor- und Nachteile. Die breite Auswahl an Konzepten ermöglicht jedem das zu finden was er braucht.

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Wieso manche Fotografen »fremde« Systeme schlechtreden

Ich habe wieder einmal ein Mail erhalten dessen Antwort mir für einen Artikel interessant zu sein scheint:

»Wieso gibt es eigentlich immer soviel Unmut über die diverse Kameramodelle, obwohl Viele gerne damit fotografieren? Man ist regelrecht überfordert, wenn man die Beiträge zu den MFT-Kameras liest. Gerne würde ich die OM-D E M5 kaufen, aber man rät mir von verschiedenen Seiten davon ab. Das hohe Rauschverhalten gibt hier wohl den Ausschlag.«

Das Schlechtreden anderer Systeme dient nach meiner Meinung bei den meisten Fotografen in erster Linie dazu sich das eigene System schönzureden – sich selbst zu bestätigen, dass man die besten Wahl getroffen hat. Meist wird dabei auf Basis von Nicht- und Halbwissen argumentiert, Argumente die das eigene System besser aussehen lassen werden in den Vordergrund gerückt, Nachteile des eigenen Systems ausgeblendet und ignoriert.

Leute die sich wirklich mit der Technik auskennen haben meist einen differenzierteren Blick und werden wohl nur selten von einem System als Ganzes abraten, auch wenn Kritik an Details immer angebracht ist und es sehr wohl Modelle gibt die tatsächlich keine Kaufempfehlung wert sind.

Jedes System, jede Marke hat Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Das System das in jeder Beziehung das beste ist gibt es nicht. Ich habe den Vergleich schon oft strapaziert: Ein Geländewagen und ein Sportwagen sind für zwei verschiedene Einsatzzwecke gedacht – da ist nicht das eine Konzept besser als das andere!

Geht es um die Qualität muss jeder selbst entscheiden ob MFT für die eigenen Anforderungen ausreichend ist. Dass ein Kleinbildsensor mehr zu leisten in der Lage ist steht außer Frage, auch in Sachen Rauschverhalten. Allerdings sind die Unterschiede, abgesehen von extremen Anforderungen, eher theoretischer Natur – im Labor messbar, in der Praxis nicht sichtbar.

Eine Einsteigerkamera wie die Olympus Pen E-PL7 um knapp 350 Euro steckt heute eine Nikon D700, die vor wenigen Jahren Maßstäbe in professioneller Abbildungsqualität setzte, sowohl bei der Auflösung als auch beim Rauschen ganz locker in die Tasche. Wieso soll plötzlich inakzeptabel sein was vor wenigen Jahren das professionelle Maß der Dinge war?

Natürlich leistet eine Kleinbildkamera bei Auflösung und Rauschen mehr als eine MFT-Kamera. Doch wenn maximal erreichbare Abbildungsqualität und Auflösung tatsächlich das alleinige Kriterium für den Kauf einer Kamera ist, dann muss ich in letzter Konsequenz wohl zu einer Phase One Mittelformat oder einer Leica S greifen.

Alle Systeme haben Vor- und Nachteile. Es gilt Prioritäten zu setzen und zu definieren welche Eigenschaften für einen selbst wichtig sind. Wenn es ausschließlich Auflösung und Rauschfreiheit ist – sei’s drum. Es spricht nichts dagegen Spaß am Pixelzählen zu haben. Für mich lautet die Frage aber nicht wie viel Qualität kann ich erreichen, sondern wie viel brauche ich! Und wenn ich da alle Pros und Contras untereinander schreibe und einen Strich unter die Gleichung mache, dann ergibt sich für mich MFT als das ideale System. Es wäre aber kompletter Unsinn meine Gleichung auf irgendeinen anderen Fotografen übertragen zu wollen. Also einfach Ohren zuklappen wenn Leute versuchen genau das zu tun.

Zu den Details der Vor- und Nachteile von MFT habe ich schon einige Artikel geschrieben – eine Suchabfrage findet alles was es auf meiner Seite rund um MFT zu lesen gibt.

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Sony oder Olympus?

Gestern erreichte mich eine interessante Frage eines Lesers:

»Ich bin kurz davor in eine neue (Semi)-Profi Kameraausrüstung zu investieren. … Nachdem ich mir diverse Systeme angeschaut habe, stehen nun für mich die Systemkameras von Olympus und Sony im grossen Finale. … Gerne würde ich noch weitere Erfahrung von Ihnen zu Olympus hören.«

Sonys Spiegellose bekommen viel begeisterten Beifall und mit Zeiss als Partner steht die Qualität der Optiken wohl außer Frage. Es ist auch kein Geheimnis, dass Sony die besten Sensoren baut – auch Nikon und Olympus vertrauen darauf.

Betrachtet man die reine Bildqualität haben Sonys Kleinbild- gegenüber Olympus’ MFT-Kameras zweifellos die Nase vorne – ein größerer Sensor ist ein größerer Sensor. Der größere Bildwandler bringt auch den Vorteil geringerer Schärfentiefe, was allerdings nicht generell ein Vorteil ist.

Obwohl sich der qualitative Unterschied zwischen kleineren und größeren Sensoren nicht von der Hand weisen lässt, sollte man sie nicht überbewerten. Wir sprechen hier vom Unterschied zwischen Phantastisch und noch ein bisschen besser als Phantastisch. Meist ist der Vorteil größerer Sensoren eher mess- als sichtbar. Vor allem so lange man keine hohen Auflösungen für Prints in Formaten von deutlich über A3 benötigt, und es sich nicht um Motive handelt in denen Details und feine Strukturen eine zentrale Rolle spielen können.

Fotografieren wir Landschaften oder Architektur darf durchaus davon ausgegangen werden, dass interessierte Betrachter gelegentlich einzelne Details in Augenschein nehmen, und dazu ganz nah an den Print herantreten. Bei kräftiger Vergrößerung würden dann Unschärfe oder pixelige Strukturen den Bildeindruck stören.

Bei vielen anderen Motiven jedoch ist eine solche Detailuntersuchung kaum zu erwarten – wer sollte schon Interesse haben die Hautstrukturen eines Porträts unter die Lupe zu nehmen (außer vielleicht ein Hautarzt). Beträgt der Betrachtungsabstand eine Armlänge und mehr spielt die Auflösung kaum mehr eine Rolle – ein Unterschied zwischen einem Print mit 150ppi und einem mit 300ppi ist praktisch nicht mehr zu erkennen. Dies habe ich beispielsweise in meinem Buch »Grafik und Gestaltung« mit mehreren Abbildungen demonstriert (für alle die das Buch zufällig besitzen). Bei der Distanz aus der man Poster üblicherweise betrachtet ist auch zwischen 72ppi und 300ppi kein Unterschied mehr zu erkennen.

Bis A3 dürfte der Qualitätsunterschied von Kleinbild- und MFT-Kameras auch bei 300ppi kaum relevant sein. Die Brillanz der Linsen und die Präzision der Aufnahme spielt dabei in der Regel die größere Rolle. Die praktische Frage bei der Entscheidung für eine Kamera ist für mich deshalb nicht »wie viel Auflösung kann ich kriegen?« sondern »wie viel Auflösung brauche ich?«

Mehr Auflösung als man braucht ist kontraproduktiv, denn zu viel Auflösung ist überflüssiger Ballast bei der Bildbearbeitung. Festplatten gehen ebenso rascher über, wie Prozessoren unter der Datenlast stöhnen und die Workflows der RAW-Konverter zähflüssiger werden lassen.

Die große Stärke von MFT und der Grund weshalb ich mich dafür entschieden habe und glücklich damit bin, ist die Kompaktheit des Systems. Sony mag noch so kompakte Kleinbildkameras bauen, die Optiken werden immer größer und schwerer sein als bei Olympus und Panasonic, und zwar deutlich. Ist man häufig unterwegs und beabsichtigt mehr als nur eine Kamera mit einem Objektiv dabei zu haben, darf man MFT keinesfalls außer Acht lassen. Deshalb frage ich immer zuerst nach der Bedeutung von Transportabilität, wenn ich um einen Tipp bezüglich Kamerakauf gebeten werde.

Hat Mobilität keine Bedeutung, fotografiert man in erster Linie daheim oder im Studio, beabsichtigt auch Locations unterwegs bequem mit dem Auto anzufahren und spielt Mobilität somit generell keine Rolle, fehlen die Argumente pro MFT und es gibt gute Gründe anderen Systemen den Vorzug zu geben. Doch wenn es um den optimalen Kompromiss aus Abbildungsqualität, Möglichkeiten und Transportabilität eines Systems geht, ist MFT unschlagbar.

»… Sony bietet einen genialen Vollformatsensor mit 42 Megapixel … Wenn ich jetzt investiere, will ich eine gewisse Nachhaltigkeit erreichen und mir möglichst viele Einsatzmöglichkeiten offen halten.

Bezüglich Print werde ich mich je nachdem zwischen A4 und F12 bewegen aber auch die Auflösung bei Bildschirmen wird immer höher und die Anforderung an hochaufgelöste Bilder/Videos in 4K ist keine Zukunftsmusik mehr.

… Jedoch ist da der kleinere MTF Sensor und auch die Technik im Gehäuse ist nicht ganz so fortschrittlich wie Sony.«

Wenn ich das korrekt deute, liegt die Präferenz bei Sony. Ich kann nur raten dem persönlichen Bauchgefühl zu folgen. Kein Hersteller baut schlechte Kameras, alle haben Stärken und Schwächen, jeder Fotograf jagt andere Motive, fotografiert anders und hat individuelle Vorlieben. Entscheidungen gegen den Bauch gehen meist schief, mögen sie rational noch so gut begründet scheinen. Auch wenn sich das viele Kamerakäufer wünschen würden: Die generell beste Kamera gibt es nicht. Vielmehr muss man nach der Kamera suchen, die für einen selbst am besten passt.

F12 ist ein recht großes Format (268,5 cm × 128 cm, ein Plakatformat in der Schweiz – musste erst einmal googeln) für das die hohe Auflösung einer Sony A7R II durchaus sinnvoll ist. Zwar bietet Olympus mit der Pixel-Shift-Funkion eine vergleichbare Auflösung, allerdings bislang nur für unbewegte Motive und mit Stativ (man munkelt die E-M1 II solle Pixel-Shift auch aus freier Hand möglich machen).

Dass 4K- und 5K-Monitore im Anflug sind ist Tatsache. Ich weiß die feine Auflösung des Retina-Displays meines MacBooks zu schätzen, allerdings eher in Bezug auf die Darstellung von Text, Schrift und Vektorgrafiken. Bei der Betrachtung von Fotos hingegen ist der Unterschied zu geringer aufgelösten Displays zu vernachlässigen. Gerade aus der Distanz aus der Betrachter Fotos bei einer Diashow folgen ist eine geringere als für das Medium optimale Auflösung in der Regel kein Problem, ein Unterschied nicht wahrnehmbar.

Die Ansicht, dass Sony gegenüber Olympus überlegene Technik verbaut teile ich nicht. Zwar genießt Sony den Ruf der innovativste Kamerahersteller zu sein, doch ich sehe es wie Steve Huffs der Olympus für den eigentlichen Innovator der Branche hält. Olympus hatte als erstes Live-View, als erstes Sensorreinigung (und lange Zeit, vielleicht noch heute, die effizienteste), Olympus hat zusammen mit Panasonic das Segment der Spiegellose Systemkameras erfunden, hat mit Pixel-Shift in den Massenmarkt eingeführt, hat den Retro-Trend begründet, hat lange vor Sony 5-Achsen-Bildstabilisierung geboten und gilt damit als Branchenprimus. Sony ist innovativ, keine Frage, aber Olympus kaum weniger.

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Panasonic 100–300 oder Olympus 75–300

Eigentlich bin ich kein deklarierter Fan langer Telebrennweiten. In der Tat könnte ich gut auf alles über 120mm verzichten. Aber warum sollte man?

Preiswert, wenn auch nicht unbedingt professionell

Als MFT-User ist es besonders leicht an extrem lange Brennweiten zu kommen oder zumindest budgetär nicht besonders schmerzhaft, wobei nicht unter den Tisch fallen soll, dass es für Fotografen mit professionellen Ansprüchen bislang kein MFT-Supertele gibt (allerdings ist von Olympus ein 300mm ƒ4 angekündigt). Aufgrund des Formatfaktors von 2 ergibt ein 300mm Tele an einer Kamera von Olympus oder Panasonic den Bildausschnitt eines 600mm Superteles an einer Vollformatkamera.

Panasonics Supertelezoom

Im Juni 2014 stockte ich meinen MFT-Objektivpark durch das Lumix G 100–300mm ƒ4.0–5.6 (629,– bei Panasonic, 479,– bei Amazon) auf. Zu einer Konkurrenz für meine Lieblingslinsen ist es seither zwar nicht geworden, was auch keineswegs zu erwarten war, doch missen möchte ich es auch nicht mehr. Immerhin hat es dazu geführt, dass sich das lange Tele bei mir rehabilitieren konnte. Und zu einem Preis von grob gesagt 500 Euro ist es im Verhältnis ja wirklich eine recht überschaubare Investition.

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Nicht nur das Bokeh des 100–300mm Lumix Objektivs finde ich überzeugend (im oberen Gesamtausschnitt gut zu sehen), auch die Schärfe kann sich durchaus sehen lassen (im unteren 100-%-Ausschnitt nachzuprüfen). Natürlich wirkt der 100-%-Ausschnitt nicht »rattenscharf«. Allerdings setzte ich das Objektiv nur selten so ein, wie man es sollte – nämlich mit einem Stativ, zumindest einem Einbein. Die Wiedergabe hier auf der Website erfolgt allerdings als komprimiertes JPEG und in etwa der vierfachen Größe einer Druckwiedergabe bei 300ppi, was dem tatsächlichen Schärfeeindruck nicht wirklich angemessen entspricht.

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Natürlich kommt man meist nur im Tierpark so nahe an ein Reh ran. Trotzdem: Mit einem »moderaten« Tele läuft hier wenig. Für diese Aufnahme stand das Zoom bei 258mm, also über 500mm Kleinbild. Die Unschärfe der Detailaufnahme würde ich einem Mix aus Verwackelung durch 1/250 S Verschlusszeit und hoher ISO-Empfindlichkeit von 1600 zuschreiben. Der Gesamtausschnitt ist dennoch überzeugend. Und wie gesagt: Einen 300ppi Ausdruck muss man sich etwa viermal kleiner als den Tatsächliche-Pixel-Ausschnitt vorstellen.
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Scheu wie Vögel nun einmal sind ist es auch mit 600mm Kleinbild nicht einfach brauchbare Schnappschüsse von ihnen einzufangen – ich bewundere diesbezüglich die Geduld von Wildtierfotografen.
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Der 100-%-Ausschnitt unten vermittelt durchaus einen Eindruck davon was aus dem Objektiv an Details rauszuholen ist, wenn die Aufnahmebedingungen stimmen. Mit Stativ ist sicher och mehr drin.
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Der gemeine Sperling, oder wie man bei uns sagt »Spatz«, ist ja wirklich kein besonders exotisches Motiv. Ich mag aber die kleinen Proleten – und für eine witzige Aufnahme sind sie immer wieder gut. Ausreichend Brennweite ist dennoch nur selten verzichtbar.
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Street Photography ist an sich Domäne normaler Brennweiten. Aber wenn man ein schüchterner Zeitgenosse wie ich ist, betätigt man sich trotzdem lieber als Heckenschütze aus dem Hinterhalt.
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Gefährliche Raubtiere sollte man ebenfalls nur mit langen Teleobjektiven aus sicherer Entfernung aufnehmen (falls ihr nicht glaubt, dass dieser Hund ein Berserker ist – ihr hättet ihn sehen sollen, wenn sich eine Wespe ins Führerhaus verirrte!)
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Ein Blick vom Dach.
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Man kann mit langen Brennweiten natürlich auch gut freistellen.
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Das geringe Ansehen langer Brennweiten rührt bei mir daher, dass ihre perspektivischen Auswirkungen eher bescheiden sind. Bei 200mm oder 300mm Brennweite (KB) ist die Perspektive »einfach nur Flach«. Das Panasonic 100–300mm hat mich allerdings gelehrt, dass bei Brennweiten die in Richtung 600mm KB gehen eine dermaßen extreme Verdichtung geschieht, dass der Reiz in meinen Augen wieder drastisch zunimmt.
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Bei dieser Aufnahme treffen sich perspektivische Verdichtung des Hintergrunds mit einer durchaus brauchbaren Freistellung der Hauptprotagonisten.
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Was hier recht dicht aufeinander zu liegen scheint, liegt tatsächlich in viel größerem Abstand auseinander. Die Aufnahme wirkt auf den Besucher des Strandes ausgesprochen überraschend, nimmt man die Distanzen vor Ort doch vollständig anders wahr. Das extreme Tele schafft hier somit eine deutlich bemerkenswertere Wirkung als die von mir so geschätzten Weitwinkel.
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Die Verdichtung der Tiefe hat dieses Frachtschiff hier an der Küste von Pas-Nord-de-Calais sehr nahe an den Stand geholt.
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Zu einer regelrecht surrealen Wirkung führte hier die »Landschaftsaufnahme« aus großer Distanz. Die Hafenkräne im Hintergrund befinden sich tatsächlich in einer Entfernung von mehreren Kilometern zum Badestrand.
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Wer schon einmal probiert hat mit einer »normalen« Brennweite den Mond zu fotografieren, kennt das Problem: Selbst bei relativ langen Brennweiten wird er meist nur zum kleinen Punkt am Himmel. Durch die extreme perspektivische Verdichtung bei 600mm KB jedoch konnte ich ihn nah an meine Frau, die hier an einem Strand in Holland sitzt, heranbringen.

Ich habe also in den vergangenen Monaten Panasonics Supertele mehr und mehr zu schätzen gelernt, vor allem auch durch die zuletzt abgebildeten Aufnahmen dieses Sommers von der französischen und holländischen Nordseeküste.

Olympus’ Supertele

Nun gibt es allerdings als Gegenstück zu Panasonics 100–300mm auch ein Supertele aus dem Hause Olympus, nämlich das M.Zuiko 75-300mm 1:4.8-6.7 II (599,– bei Olympus, knapp 420 bei Amazon), und ich begann mich zu fragen, ob dieses nicht die bessere Alternative zu meinem Panasonic sein könnte. Dabei ist es nicht nur der Verdacht, »das Andere« könnte besser sein als »das Eigene«. Tatsächlich zeigt Panasonics 100–300mm auch klare Schwächen.

Schwächen des Panasonic-Telezooms

So ist die Fokussierung teilweise schon recht schwierig und selbst segelnde Vögel sind oft kaum besser scharf zu bekommen wie pfeilschnelle Flieger. Natürlich weiß ich, dass die Kontrasterkennung spiegelloser Kameras diesbezüglich noch deutlich hinter der Phasenerkennung von DSLRs zurück hängt – dass Spiegellose diesen Nachteil mittlerweile abgebaut hätten, ist nach meiner Erfahrung schlicht und einfach nicht wahr. Dennoch fragst du dich bei jedem missglückten Versuch ob es mit einem anderen Objektiv an der Kamera nicht doch ein bisschen besser ginge (was eigentlich in dieser Beziehung ein bisschen dämlich von mir ist, schließlich geht es mit dem exzellenten 40–150-mm-2.8-Profiobjektiv von Olympus auch nicht viel besser).

Ein zweiter Punkt ist der, dass ich bei meiner Reise durch Belgien, Frankreich und Holland häufig meine E-M5 mit 12–40mm und die E-M1 mit 100–300mm umhängen hatte. Das Loch zwischen 40mm und 100mm ist in der Praxis gewaltig und ich argwöhnte, dass es mit einem 75–300mm eine geringere Einschränkung geben könnte (ich weiß, das ist jetzt eine seltsame Anmerkung von Jemandem der sich brüstet schon mehrfach mit einer einzigen Festbrennweite auf Reisen gegangen zu sein).

Vergleich

Um herauszufinden und zu berichten wie sich für mich das 75–300mm im Vergleich zum 100–300mm schlagen würde bat ich meinen freundlichen Fachhändler, Foto Hebenstreit, wieder einmal um ein Testobjektiv.

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Links Panasonics Lumix G Vario 100–300mm ƒ4.0–5.6 OIS, rechts Olympus M.Zuiko Digital ED 75–300mm 1:4.8–6.7 II

Pro Pana: Etwas lichtstärker

Dem Kenner fällt als erstes auf, dass Olympus’ Supertele schlechtere Zahlen bei der Lichtstärke ausweist. Allerdings kann man bei 5.6 bzw. 6.7 nicht mehr unbedingt von Lichtstärke sprechen, sondern sollte eher den Begriff »Lichtschwäche« verwenden. Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass ƒ5.6 bei 600mm KB so schlecht gar nicht ist. Trotzdem: Der Unterschied von 5.6 zu 6.7 macht den Braten auch nicht mehr fett.

Olympus: Kompakter und leichter aber ohne Streulichtblende

Wohlwollend ist mir beim Auspacken sofort aufgefallen, dass Olympus’ Supertele kompakter und leichter ist als Panasonics, und zwar mehr, als es auf der Aufnahme oben scheint. Weniger wohlwollend nahm ich zur Kenntnis, dass Olympus wie so oft mit der Streulichtblende geizt – ein wichtiges Zubehörteil, das bei Panasonic selbstverständlich dabei ist.

Vergleichbarer Materialeindruck

Bei Haptik und Verarbeitungsqualität würde ich die beiden Objektive als gleichwertig einstufen, auch wenn sie sich jeweils unterschiedlich anfühlen. Zoom- und Fokusring laufen sauber und geräuschlos, der Fokusring beim Panasonic deutlich schwerer, wobei ich nicht sagen könnte ob ich das jetzt besser oder schlechter finde.

Olympus: Traurige Objektivdeckel

Besser finde ich beim Panasonic den Objektivdeckel. Er lässt sich sowohl durch Entriegelungen an den Seiten als auch innen (vorne) öffnen. Beim Olympus lässt er sich, wie bei den meisten Olympus-Linsen unterhalb der Pro-Klasse, nur durch seitliche Riegel öffnen und die sind praktisch unerreichbar, wenn eine Streulichtblende auf dem Objektiv sitzt – wohl kein Problem wenn man keine Streulichtblende hat, wird sich Olympus denken.

Hardwareseitig geht für mich unterm Strich trotzdem das Olympus als Sieger über die Ziellinie und zwar weil es vor allem dort punktet, wo der große Vorteil von MFT liegt: Bei Volumen und Gewicht.

Fokussierung: Vergleichbar mäßig

Fokussieren ist wie gesagt bei 600mm KB nicht ganz so einfach und geht oft bei weitem nicht so fix wie man es mit Brennweiten von weniger als 200mm KB gewähnt ist. Oft kommt man um manuelles Fokussieren oder zumindest einen prüfenden Blick mit Hilfe der Fokuslupe (Vergrößerung der Vorschau) nicht herum. Bei 600mm und mehrfacher Vergrößerung des Bildausschnitts wird das Zielen auf einen bestimmten Punkt jedoch zur wackeligen Angelegenheit – die Hebelwirkung dieser langen Brennweite ist enorm! Der Bildausschnitt im Sucher schießt nur so herum und es ist ebenso schwer zu beurteilen worauf man im Moment überhaupt zielt wie ob die Schärfe einigermaßen passt (mit ein Grund, weshalb sich zumindest ein Einbeinstativ empfiehlt).

Panasonics Objektiv-Stabilisierung im Vorteil

Bildstabilisierung ist in diesen Situationen ein Segen und, was soll ich sagen, mit dem 100–300mm ziehe ich Panasonics Stabilisierung im Objektiv Olympus’ Stabilisierung des Sensors gegenüber vor. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass Olympus‘ Fünf-Achsen-Bildstabilisierung das derzeit beste System am Markt ist, wenn es um die Stabilisierung einer Aufnahme geht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Objektivstabilisierung des Panasonics für die Vorschau einen deutlich besseren Job leistet. Das gilt auch und vor allem, wenn ich das Panasonic bei 300mm und Objektivstabilisierung mit dem Olympus bei 300mm und Sensorstabilisierung vergleiche. Ein deutlicher Pluspunkt für das Panasonic.

Unter den Praxisbedingungen unter denen ich die Objektive verglich hatte ich manchmal den Eindruck, dass das Olympus schneller fokussiert, manchmal schien mir das Panasonic im Vorteil. Ich würde deshalb das Fazit ziehen, dass sich die beiden nicht viel schenken. Den erhofften Vorteil beim Olympus konnte ich nicht feststellen.

Sehr gute Qualität in Anbetracht des günstigen Preises bei beiden

In Sachen Farbe und Kontrast ist der Unterschied der Abbildungen so gering, dass es sich optisch praktisch nicht unterscheiden lässt, mit welchem der beiden Objektive ein Foto gemacht wurde. Auch was die Detailschärfe und das Bokeh angeht kann ich nur wenig Unterschied feststellen, wobei ich dem Olympus einen winzigen Schärfevorteil zuschreiben würde. Das deckt sich auch mit den Messergebenissen von dxomark.com.

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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Olympus 75–300mm bei 300mm, ƒ6.7, 1/400 S und ISO320.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Panasonic 100–300mm bei 300mm, ƒ5.6, 1/400 S und ISO320. Der Fokuspunkt liegt bei den Vergleichsmotiven oben und hier nicht exakt an derselben Stelle, weshalb ich für die 1:1-Ansicht jeweils einen Bereich maximaler Schärfe heraussuchte.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Olympus 75–300mm bei 300mm, ƒ6.7, 1/320 S und ISO500.
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Vollständiger Bildausschnitt und Tatsächliche-Pixel-Ansicht einer Aufnahme des Panasonic 100–300mm bei 300mm, ƒ5.6, 1/320 S und ISO400. Bei diesem Motiv verdichtete sich für mich der Eindruck, dass das Olympus einen Hauch schärfer zeichnet.

Fazit

Als Fazit würde ich festhalten, dass hier sowohl Panasonic als auch Olympus für ihren Preis exzellente Telezooms gelungen sind, auch wenn sie sich natürlich in keiner Weise mit anspruchsvollen Superteles aus der APS-C- und Vollformatliga vergleichen lassen.

Vor dem Test hatte ich in Betracht gezogen eventuell das Panasonic gegen das Olympus auszutauschen, doch da mir die beiden als unterm Strich gleichwertig erscheinen, mit einzelnen Vorteilen auf beiden Seiten, schiene mir das nicht wirklich sinnvoll.

Aber: Hätte ich bislang noch keines von beiden würde ich vielleicht eher dem Olympus den Vorzug geben und zwar weil es kleiner und leichter ist und ich die 25mm zusätzlicher Brennweite am kurzen Ende als Vorteil erschienen. Ich vermute aber, dass ich dann immer das Gefühl haben würde das Panasonic wäre vielleicht doch die cleverere Wahl gewesen, zumindest immer dann wenn die Vorschau im Sucher wieder unruhig wackelt und herum schießt.

Sollte Olympus das 75–300mm allerdings eines Tages durch Staub- und Wetterfestigkeit aufwerten, so wie es mit dem 14–150mm geschah, müsste ich dieses Fazit noch einmal überdenken und könnte mich möglicherweise doch noch entscheiden das Pana zu verkaufen und zum Oly zu wechseln.

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Meine MFT-Objektive im Test

»Objektive im Test« ist vielleicht ein bisschen hoch gestapelt, denn wer sich für Laborgebnisse interessiert wird anderswo kompetentere Bewertungen finden. Mein kleiner Test fiel recht unprofessionell aus: Testchart an die Wand gepappt, Kamera auf Stativ und rasch mit verschiedenen Blendeneinstellungen durch fotografiert.

testchart
Der Testchart wie ich ihn mit den verschiedenen Objektiven aufnahm und orange markiert die beiden Ausschnitte die weiter unten zu sehen sind. Den größeren Ausschnitt musste ich wählen weil ich mit der kürzesten Brennweite, dem 12mm MFT (24mm Kleinbild) nicht näher an die Vorlage heran kam.

Auf Dinge wie exaktes Ausrichten der Winkel von Kamera zu Testchart habe ich dabei nicht geachtet. Auch die Ausleuchtung war dilettantisch: Tageslicht durchs Fenster plus Tageslichtleuchtstoffröhren. Mir ging es schlicht darum selbst einmal meine eigenen Objektive getestet zu haben – selber machen ist immer eindrücklicher als aus zweiter Hand erfahren! Und wenn ich sowas schon mache, wieso nicht gleich die Ergebnisse mit euch teilen.

Abgesehen davon, dass der Testaufbau nicht viel mit der Präzision gemein hat mit der im Labor gemessen wird, sind natürlich auch die JPEGs die anschließend folgen nur bedingt aussagekräftig, da sie zumindest leicht komprimiert sind. Die beiden Abbildungen sind jeweils 100-%-Ausschnitte, beide aus dem mittleren Bereich des Testcharts.

Als Kamera kam eine Olympus OM-D E-M1 zum Einsatz. Die Aufnahmen entstanden in RAW und wurden mit Capture One Pro entwickelt. Die Abbildungsqualität erscheint an meinem Bildschirm und am RAW-Konverter natürlich deutlich besser als die JPEGs die ihr hier im Browser seht und entlockten mir zunächst einmal ein staunendes »Wow!«, obwohl ich so einen Test zumindest für einzelne Objektive nicht zum ersten Mal mache.

M.Zuiko 12mm ƒ2.0

Das Olympus M.Zuiko 12mm ƒ2.0 (Amazon-Affiliate-Link) gehört zu meinen liebsten Objektiven, ist häufig auf meiner Immer-dabei-Kamera drauf und glänzt durch exzellente Leistung bei geringstem Volumen. Das Objektiv besticht bereits bei Offenblende mit hervorragender Abbildungsqualität bis in die Randbereiche, lediglich der Kontrast verbessert sich sichtbar durch Abblenden von 2.0 auf 2.8. Die Verbesserung die durch Abblenden erreichbar ist dürfte allerdings praktisch kaum relevant sein, was heißt, dass das Objektiv bedingungslos offenblendentauglich ist.

OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_Siemens
Blende: ƒ2.0
OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_8 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_12mm_F2_0-4 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Leica Summilux 15 ƒ1.7

Das kleine Leica (Amazon-Affiliate-Link) kaufte ich gemeinsam mit der Lumix GM1. Abgesehen davon, dass ich eine Brennweite zwischen 24mm und 40mm Kleinbild für mein MFT-System wollte reizte mich auf der Blendenring am Objektiv. Die GM1 ist nur mit einem Einstellrad ausgestattet – der Blendenring erlaubte mir im manuellen Belichtungsmodus ohne Umschalten Blende und Verschlusszeit regeln zu können.

Die JPEGs täuschen ein bisschen über die tatsächliche Qualität hinweg. Auch wenn eine Zunahme von Detailschärfe und Kontrast durch Abblenden bis ƒ4.0 zu erkennen ist halte ich auch hier den Unterschied für den praktischen Einsatz für kaum relevant.

LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-1_7 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-1_7_Siemens
Blende: ƒ1.7
LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-2_8 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-4 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

M.Zuiko 17mm ƒ1.8

35mm Kleinbild ist in meinen Augen die besser Normalbrennweite. Das kleine 17mm von Olympus (Amazon-Affiliate-Link) habe ich gekauft um das 15mm Lumix zu beerben. Qualitativ schenken sich die beiden Linsen laut dxomark.com-Tests nicht viel – das Leica bildet schärfer ab hinkt aber bei der chromatischen Aberration. Ich schätze am Olympus 17er neben der Brennweite die Kompaktheit – es ist mein kleinstes Objektiv – und den Schnappschuss-Fokus.

OLYMPUS_M_17mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_17mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_17mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Lumix G 20mm ƒ1.7

Das 20mm ƒ1.7 (Amazon-Affiliate-Link) genießt einen ausgezeichneten Ruf. Es war meine erste MFT-Linse die ich vor Jahren zusammen mit einer Lumix G3 kaufte. Heute habe ich es nur mehr selten im Einsatz, allerdings weniger weil mich die Qualität nicht überzeugt, als vielmehr, dass ich mit der Brennweite von 40mm nicht so viel anfangen kann.

Auch bei diesem Objektiv ist ein Gewinn an Schärfe und Kontrast durch Abblenden zu erkennen, doch auch hier fällt beides so gering aus, dass man die Relevanz für die Praxis durchaus in Frage stellen darf.

LUMIX-G-20-F1_7-1_7 LUMIX-G-20-F1_7-1_7_Siemens
Blende: ƒ1.7
LUMIX-G-20-F1_7-2_8 LUMIX-G-20-F1_7-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
LUMIX-G-20-F1_7-4 LUMIX-G-20-F1_7-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Leica Summilux 25mm ƒ1.4

Der Gewinn an Detailschärfe und Kontrast fällt beim 25er Leica (Amazon-Affiliate-Link) deutlicher aus als bei den meisten anderen MFT-Objektiven die ich testete. Allerdings ist beides dermaßen exzellent, dass das zu verschmerzen ist.

Würde ich heute noch einmal ein 25er für mein MFT-System kaufen würde ich mich allerdings nicht mehr für das Leica entscheiden sondern für jenes von Olympus (Amazon-Affiliate-Link) – qualitativ schenken sie sich nicht viel, doch das Olympus ist deutlich kleiner und preiswerter.

LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-1_4 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-1_4_Siemens
Blende: ƒ1.4
LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_Siemens
Blende: ƒ2.0
LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_8 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8

M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 (bei 40mm)

Das 12–40-ƒ-2.8 (Amazon-Affiliate-Link) dürfte wohl das Standardzoom für MFT sein. Seine Abbildungsqualität ist dermaßen gut und sein Bokeh so schön weich, dass man sich wirklich fragen muss wozu man da noch weitere Festbrennweiten in dem Bereich braucht – sofern es nicht um jedes Drittel Lichtstärke und jedes Gramm Gewicht geht ist das 12–40er für seinen Brennweitenbereich eigentlich auch alleine ausreichend. In Sachen Detailschärfe und Kontrast ab Offenblende schlägt es sogar die meisten Festbrennweiten in seinem Bereich, vor allem wenn man die Randbereiche mit berücksichtigt.

Dabei ist seine Naheinstellgrenze dermaßen gering, dass man auch Kleinstes gut abbilden kann und es schon sehr winzig werden muss, bevor man zum Makro greifen muss. Als ob das nicht schon genug wäre punktet es darüber hinaus auch durch Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit, was es zusammen mit einer E-M5 oder E-M1 sogar absolut sauwettertauglich macht.

OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-2_8 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-4 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-5_6 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 40–150mm ƒ2.8 (bei 40mm)

Das 40–150er (Amazon-Affiliate-Link) ist für mich vor allem deshalb interessant, weil es bei Blende ƒ2.8 und 150mm auch ein Freistellen relativ großer Objekte erlaubt. In der Bildmitte erhält man (bei den 40mm bei denen ich testete) auch bei Offenblende eine scharfe und kontrastreiche Abbildung, zu den Rändern hin hingegen gehört es zu den Linsen im Test deren Detailschärfe bei Offenblende am offensichtlichsten reduziert ist – mit den beste Linsen in meinem kleinen Test kann es in diesen Bereichen nicht mithalten (allerdings habe ich aber eben nur die Anfangsbrennweite getestet, bei anderen Zoomstellungen mag sich das Bild ändern).

OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-2_8 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-4 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-5_6 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 45mm ƒ1.8

Für einen Preis von knapp über 250 Euro ist das 45er-1.8 (Amazon-Affiliate-Link) ein Objektiv das man einfach haben muss, wenn man mit MFT fotografiert. Es bietet exzellente Detailschärfe. Zwar sieht man auch hier einen Gewinn von Kontrast und Schärfe durch abblenden, aber wieder gilt, dass die Unterschiede dermaßen gering sind, dass die praktische Relevanz für die meisten Motive absolut vernachlässigt werden darf. Bei dxomark.com wird die Linse als 4.-bestes Objektiv für MFT gelistet – obwohl ich auch das deutlich teuerere 75er ƒ1.8 habe kommt das porträttauglichere 45er in der Praxis deutlich häufiger zum Einsatz, nicht zuletzt auch wegen seines wunderbar cremigen Bokehs (was allerdings beim 75er schon noch einmal eine Nummer feiner ausfällt).

OLYMPUS_M_45mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_45mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_45mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

M.Zuiko 60mm ƒ2.8 Macro

Olympus’ 60er Macro (Amazon-Affiliate-Link) ermöglicht nicht nur faszinierende Einblicke in einen Mikrokosmos der uns mit freiem Auge verweht bleibt, es ist auch eine exzellente Porträtlinse.

OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-2_8 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-4 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-5_6 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 75mm ƒ1.8

Obwohl man es wohl als amtlich bezeichnen kann, dass das 75mm ƒ1.8 (Amazon-Affiliate-Link) zu den besten Objektiven für Micro FourThirds gehört, zählt es doch nicht zu meinem bevorzugt eingesetzten. Der Grund ist schlicht und einfach die Brennweite. Zwar liefert die Linse ein Bokeh vom Feinsten, doch 75mm ist für meinen Geschmack etwas zu eng für Porträt – und längere Brennweiten als 50mm setze ich primär für Porträt ein.

Es ist zwar in diesem Bericht bereits zur Leier geworden doch auch für diese Linse gilt, dass der Gewinn an zusätzlicher Schärfe und Kontrast für die Praxis nur wenig Bedeutung haben dürfte.

OLYMPUS_M_75mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_75mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_75mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Lumix G 100–300mm ƒ4.0–5.6

Am langen Ende der Brennweite entspricht dieses Objektiv 600mm Kleinbild. Wer Motive fotografieren möchte denen man sich nicht recht nähern kann findet mit diesem Objektiv einen guten Partner. Dass Detailschärfe und Kontrast trotz des langen Brennweitenbereichs und des verhältnismäßig günstigen Preises dieses Objektivs (Amazon-Affiliate-Link) im Vergleich zu den anderen Linsen gar nicht so deutlich abfällt hat mich doch recht überrascht.

LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-4 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-5_6 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6
LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-8 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-8_Siemens
Blende: ƒ8.0

Fazit

Ich hatte in letzter Zeit immer wieder davon gelesen, dass Leute Objektive gekauft haben die dann eine mangelhafte Schärfe aufwiesen – Produktionsschwankungen können wohl dazu führen, dass nicht jedes ausgelieferte Exemplar exakt die gleiche Qualität aufweist. Es war Zeit für mich endlich einmal meine eigenen Objektive auf ein Montagsprodukt hin zu überprüfen. Bei dem was ich so sehe würde ich davon ausgehen, dass sich bei mir kein faules Ei eingeschlichen hat.

Außerdem wollte ich einmal selbst überprüfen ob alle meine Objektive bestätigen, was die Spatzen von den Dächern pfeifen, nämlich, dass MFT-Objektive meist bereits ab Offenblende so scharf abbilden, dass ein Abblenden für noch mehr Schärfe eigentlich nicht notwendig ist. Bei Kleinbild gibt es ja die Regel, dass man die Blende etwa zwei Lichtwerte schließen sollte um zur optimalen Detailschärfe zu gelangen. Nun, nach diesem Test hat sich für mich der Eindruck bestätigt, dass tatsächlich alle meine Objektive bedingungslos offenblendentauglich sind.

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