Do, 07. Aug. 08

von Pascal

Um es vorweg zu nehmen – Die EOS 400D ist eine tolle Kamera, mit einem hervorragenden Preis- Leistungsverhältnis, aber der Anzeigemodus gehört zu den Schwachstellen dieser Kamera. Gerade für Einsteiger in die digitale Fotografie, würde ich mir mehr Anzeigemodi wünschen. Da es die aber nicht gibt, muss man aus dem bestehenden das Beste heraus holen und dabei möchte ich euch helfen.

Durch drücken der Play-Taste wird das letzte aufgenommene Bild auf dem Display angezeigt und alle blau bedruckten Tasten bekommen nun Gültigkeit. Durch drücken der linken (Messfeldsteuerung) oder rechten (AF) Cursertaste kann zwischen den Bilden hin und her gewechselt werden.

Wenn man die Schärfe der Aufnahme kontrollieren möchte, muss man in das Bild hinein »zoomen«, denn eine Schärfebeurteilung ist sonst nicht möglich. Über das + Lupensymbol kann in der Bildausschnitt vergrössert werden. Wer nahe ran will, kann die Taste gedrückt halten. Leider konnte ich keine Informationen finden, wie gross die tatsächliche Vergrösserung ist, sie dürfte aber etwa bei 1:2 liegen. Wenn man nach dem zoomen im Bild verfahren möchte, kann man das über die Cursertasten machen. Auch ein Bildwechsel ist möglich. Dabei dreht man lediglich am Hauptwahlrad und schon wird das nächste Bild eingeblendet.

Um wieder in die eingepasste Ansicht zurück zu kehren, drückt man entweder das - Lupensymbol und hält sie gedrückt, oder man drück einmal die Play-Taste. Wenn man in der eingepassten Anzeige das - Lupensymbol drückt, wird eine Bildübersicht angezeigt mit neun Bildern. Mit dem Curser kann zwischen diesen neun Bildern verfahren werden. Wird das Bild oben links oder unten rechts erreicht und um eine weitere Position zurück oder nach vor gesprungen, werden die nächsten neun Bilder angezeigt.

Das Ganze kann auch noch beschleunigt werden. Durch drücken der »JUMP«-Taste werden alle Bilder durch einen grünen Rahmen ausgewählt. Wird jetzt mit den Cursertasten vor- oder zurück gesprungen, werden immer die nächsten neun Bilder angezeigt. Hat man die Bildgruppe erreicht mit dem gewünschten Bild, wird über ein erneutes drücken der »JUMP«-Taste die Bildgruppe wieder deselektiert und ein einzelnes Bild kann ausgewählt werden.

Die »JUMP«-Funktion kann auch im Einzelbildmodus betätigt werden. Unten rechts im Display errscheint dann die Meldung »Spring 10 Aufn«. Man hat nun sogar die Möglichkeit, diese 10 Aufnahmen durch drücken der Cursertasten oben (ISO) oder unten (WB) auf »Spring 100 Aufn« oder auf »Spring Aufn.Dat« zu ändern. Dies ist sehr nützlich um schnell die gewünschten Fotos zu finden.

All diese Funktionen sind aber reiner Bedienkonfort und helfen uns noch nicht, die Aufnahmen zu verstehen und zu verbessern. Deshalb sind die nächsten beiden Anzeigemodi die wichtigeren.

Wenn man sich nun im Anzeigemodus befindet werden durch ein erneutes drücken der »DISP.«-Taste die wichtigsten Aufnaheparameter angezeigt. Unten links befindet sich zuerst die Verschlusszeit, gefolgt von der Blende. Die anderen Informationen sind für mein Empfinden überflüssig. Ich hätte mir hier anstelle der Bildpositon oder der Dateinummer, den ISO-Wert und die Belichtungskorrektur gewünscht. Deshalb ist die letzte Anzeige, welche durch ein erneutes drücken der »DISP.«-Taste eingeblendet wird, die wichtigste und informativste für uns Fotografen.

Links oben finden wir die Aufnahme und rechts daneben das Histogramm. Zur Erläuterung des Histogrammst komme ich gleich. Unterhalb vom Bild finden wir das Aufnahmedatum sowie die Uhrzeit. Darunter Belichtungszeit, Blende und Belichtungskorrektur. In der untersten Zeile Bildposition, Aufnahmequalität, Speicherplatz auf der Karte und der ISO Wert. Rechts Angaben zum Farbraum, Weissabgleich und welche Messfeldsteuerung eingesetzt wurde. Mit all diesen Werten, welche im Moment wahrscheinlich noch etwas viel ist, lässt sich eine qualitative Beurteilung erstellen.

Wichtig für die qualitative Beurteilung ist in erster Linie die Belichtungszeit, die gewählte Blende und der ISO-Wert! Dabei sollte man sich selbst folgende Frage stellen: »Was will ich mit dem Bild darstellen und stimmen meine Parameter dafür?« Denn wir erinnern uns: Eine kurze Belichtungszeit für Momentaufnahmen, eine lange für Bewegung und Dynamik. Eine offene Blende für eine geringe Schärfentiefe oder eine geschlossene für eine grosse Schärfentiefe und ein möglichst niedriger ISO-Wert wenn es die Lichtbedingungen zulassen. Wer sich diese Frage nach eine Aufnahme stellt, die Ergebnisse anhand der Lupenfunktion und der Parameter kontrolliert, wird viel berechnbarere Ergebnisse erhalten und sehr viel schneller den Umgang und das Zusammenspiel erlernen!

Das Histogramm

Das Histogramm ist neben den Aufnahmeparametern das wichtigste Kontrollorgan für den Fotografen. Mit dem Histogramm, und zwar ausschliesslich mit ihm, lässt sich beurteilen, ob ein Bild richtig belichtet wurde. In diesem wird die Verteilung der Bildpunkte nach Helligkeit sortiert. Ganz links im Histogramm befinden sich die dunklen respektiven schwarzen Bildpunkte. Ganz rechts die hellen, respektive weissen. Ziel einer Aufnahme ist es, eine Verteilung innerhalb dieser Grenzen zu erhalten. Befinden sich die Bildpunkte mehrheitlich auf der linken Seite des Histogramms, ist die Aufnahme zu dunkel und unterbelichtet. Umgekehrtes gilt, wenn die Verteilung zu weit rechts ist. Die Aufnahme ist zu hell und daher überbelichtet. Wer eine ausführlichere Erklärung wünscht kann sich diese auf Wikipedia oder bei Kwerfeldein abholen.

Der grosse Vorteil dieser Grafik ist die Unabhängigkeit von äusseren Einflüssen. Ist es z.B. sehr hell wird das ablesen des Displays sehr schwierig. Auch kann die Display-Beleuchtung falsch eingestellt sein. Das Bild wirkt dann vielleicht auf der Anzeige zu dunkel oder zu hell, ist aber in Tat und Wahrheit richtig belichtet.

Dem aufmerksamen Betrachter dieser Anzeige wird vielleicht aufgefallen sein, dass im Bild gewisse Stellen schwarz aufblinken. Dies sind all jene Stellen, welche so stark überbelichtet sind, dass nur noch reines weiss vorhanden ist und deshalb keine Strukturinformationen mehr vorhanden sind. Generell gilt, dass eine Aufnahme keine ausgebrochenen Stellen aufweisen sollte. Da aber die Kamera nur einen sehr eingeschränken Konstrastumfang abbilden kann (siehe RAW – Ein bisschen HDR muss sein) ist es manchmal unerlässlich, Stellen ausbrechen zu lassen, da ansonsten das ganze Bild zu dunkel würde.

Wie findest du den Artikel: Lau …Cool.Echt fett! (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...
Do, 31. Jul. 08

von Pascal

Für die Grundeinstellungen befassen wir uns zuerst mit dem Menü der Kamera. Dazu muss die Kamera als erstes mit dem Powerschalter eingeschaltet werden. Über die Taste Menu erreicht man dann das zuletzt gewählte Obermenü. Beginnen wir zuerst mit den Kameraeinstellungen welche im Menü orange eingefärbt sind.

Zuerst sollte das automatische Abschalten auf 30sec eingestellt werden. Die EOS 400D ist im Standby nach dem drücken irgendeiner Taste innerhalb von weniger als 2sec wieder Aufnahmebereit. Deshalb die Kamera lieber im Standbymodus halten, als ständig ein und ausschalten.

Der LCD Bildschirm sollte auf auto aus eingestellt sein. Die EOS 400D besitzt ein sehr intelligentes Feature mit dem Sensor unterhalb des Suchers. Sobald das Gesicht, respektive das Auge an den Sucher geführt wird, erkennt dies der Sensor und stellt den Bildschirm automatisch aus. So hat man während der Aufnahme kein störendes Licht im Sucher. Beim Verlassen des Suchers stellt sich der Bildschirm dann wieder automatisch ein.

Bei den Datei-Nummern gibt es verschiedene Philosophien. Es lassen sich Reihennummerierung, automatisch Rücksetzen und manuell Rücksetzen einstellen. Obwohl ich meine Bilder immer in Ordnern mit dem Aufnahmedatum auf dem Computer speichere, bevorzuge ich die Reihennummerierung. So habe ich keine Probleme, wenn ich mal Daten aus mehreren Ordnern nach dem Bearbeiten in einen gemeinsamen Ordner speichern möchte.

Im zweiten Menü zu den Kameraeinstellungen muss grundsätzlich nichts eingestellt respektiver verstellt werden. Die Sprache kann nach eigenem Wunsch umgestellt werden. Das Videosystem sollte im europäischen Raum auf PAL eingestellt sein. Bei den Amerikanern ist das Format NTSF nötig, um die Bilder von der Kamera direkt auf den Fernseher übertragen zu können. Die Sensorreinigung sollte auf automatisch eingestellt sein. Dies ist ein weiteres nützliches Feature der EOS 400D. Bei jedem ein- und ausschalten wird der Sensor 1 Sekunde lang geschüttelt. Damit sollen Staubpartikel vom Sensor abgeworfen werden, was unschöne Flecken im Bild wirkungsvoll verhindert. Der zweite Menüpunkt Sensorreinigung ist für die manuelle Reinigung gedacht. Dabei klappt der Schwingspiegel hoch und der Zugang zum Sensor ist gegeben.

ACHTUNG: Die manuelle Sensorreinigung sollte nur mit speziell dafür vorgesehenen Reinigungsmitteln und Beachtung aller Hinweise des Kameraherstellers vorgenommen werden. Eine Beschädigung des Sensors macht die Kamera unbrauchbar!

Wechseln wir nun ins Aufnahmemenü. Über die Qualität könnte ich jede Menge weitere Artikel verfassen. Ich habe schon ausgiebig in frühreren Einträgen über die Vorteile des RAW-Formats berichtet und möchte hier nur noch darauf verweisen. Das nachträgliche einstellen des Weissabgleichs, die Nachbelichtung, die Aufnahme und die Möglichkeiten von HDR Aufnahmen. Deshalb empfehle ich wenn immer möglich im RAW-Format zu fotografieren. Ansonsten sollte man mindestens die beste Qualität des .jpg Formats wählen. Speicherkarten und auch Festplattenspeicher sind heutzutage so günstig, dass die Verwaltung kein Problem mehr darstellt.

Die anderen Einstellungen sind wieder den eigenen Vorlieben vorbehalten. Den Piep-Ton beim Fokusieren und anderen Aktionen, empfinde ich als störend. Zudem zieht es unnötig Aufmerksamkeit auf sich, wenn man versucht Leute aus der Nähe zu fotografieren. Deshalb habe ich diesen Ton stets ausgeschalten.

Im zweiten Aufnahmemenü gibt es auch nur eine Einstellung die genauer betrachtet werden muss. Es geht hier um den Farbraum, in welchem die Bilder aufgenommen werden sollen. Dabei muss man wissen, dass die Anzahl an verschiedenen Farben begrenzt ist. Der sRGB (RGB = Rot Grün Blau) ist ein Standard welcher sich international fürs Internet durchgesetzt hat und auf das .jpg Format abgestimmt ist. Das Thema Farbmanagement ist ein komplexes Thema welches Markus bereits in einem früheren Artikel aufgearbeitet hat. Hier ist er Link dazu.
Generell empfehle ich den sRGB Farbraum zu verwenden. Nur wer sich mit der digitalen Nachbearbeitung am Computer intensiv auseinander setzt, kann auf den AdobeRGB Farbraum ausweichen. In diesem stehen mehr Farben zur Verfügung, was die Möglichkeiten der Bearbeitung verbessert.

Somit ist die Kamera eingestellt. Jetzt gibt es nur noch eine Einstellung die vor dem ersten Foto gemacht werden sollte. Rechts vom Sucher hat es ein kleines Rad zur Verstellung der Dioptrinwerte des Suchers. So kann man auch ohne störende Brille fotografieren. Dazu schaut man durch den Sucher und fokusiert auf ein Objekt. Fokusieren kann man, in dem man den Auslöser halb durch drückt. Die Kamera stellt dann selbstständig scharf. Nun kann an dem Dioptrinrad gedreht werden, bis man das Bild selber als scharf empfindet. Diese Einstellung hat keinen Einfluss auf das aufgenommene Bild. Wenn man immer mit dem Autofokus arbeitet, also der Kamera das Scharfstellen überlässt, muss man keine Angst haben unscharfe Bilder zu erhalten. Wenn man allerdings manuell fokusieren möchte und die Dioptrinkorrektur falsch eingestellt hat, werden die Bilder unscharf aufgenommen.

Wie findest du den Artikel: Lau …Cool.Echt fett! (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...