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Affinity Photo: Helligkeit und Kontrast in der Develop Persona

Anhand dieses Fotos habe ich in meinem Photoshop-Workshop-Buch gezeigt wie man Helligkeit, Kontrast und Sättigung mit HDR-Tonung einstellen kann. Da es in Affinity Photo nichts vergleichbares gibt habe ich mich hier für das annähernd Ähnlichste entschieden, die Develop Persona.

Affinity Photo: Kontrast reduzieren

Unter harten Sonnenlicht oder in Gegenlichtsituationen fällt der Kontrast in der Regel zu hoch aus – höher als man ihn haben möchte. Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken stellt eine Gradationskurve in Form eines verkehrten S dar. Oft ist es dann erforderlich bestimmte Bereiche zu maskieren.

Affinity Photo: Gradationskurve mit Pipette

So wie in Photoshop lassen sich Kurven auch direkt via Mausaktion im Bild bearbeiten. In Affinity Photo heisst das Werkzeug dafür »Pipette«.

Affinity Photo: Tonwertkorrektur mit Gradationskurven

Gradationskurven sind das wichtigste Werkzeug, wenn es um Helligkeit, Kontrast und Farbkorrekturen geht. Auch wenn Affinity Photo in diesem Bereich noch einiges an Entwicklugnspotenzial hat um mit Arbeitstechniken die Photoshop möglich macht mithalten zu können, lassen sich alle notwendigen Techniken und Arbeitsweisen ausführen. Was noch fehlt ist einiges an Effizienz und Arbeitskomfort.

Affinity Photo: Einfache Tonwertkorrektur

Tonwertkorrekturen gehören zu den wichtigsten Techniken der Bildbearbeitung. Man kann sie mittels Gradationskurven oder eben einer Einstellung die sich »Tonwertkorrektur« nennt ausführen. Hier zeige ich eine ganz einfache Arbeitsweise mit der man den Kontrast erhöhen und die Helligkeit verändern kann.

Affinity Photo: Helligkeit/Kontrast

Dieses Video zeigt wie man ein unterbelichtetes Bild mit Helligkeit/Kontrast verbessern kann.

Meine MFT-Objektive im Test

»Objektive im Test« ist vielleicht ein bisschen hoch gestapelt, denn wer sich für Laborgebnisse interessiert wird anderswo kompetentere Bewertungen finden. Mein kleiner Test fiel recht unprofessionell aus: Testchart an die Wand gepappt, Kamera auf Stativ und rasch mit verschiedenen Blendeneinstellungen durch fotografiert.

testchart
Der Testchart wie ich ihn mit den verschiedenen Objektiven aufnahm und orange markiert die beiden Ausschnitte die weiter unten zu sehen sind. Den größeren Ausschnitt musste ich wählen weil ich mit der kürzesten Brennweite, dem 12mm MFT (24mm Kleinbild) nicht näher an die Vorlage heran kam.

Auf Dinge wie exaktes Ausrichten der Winkel von Kamera zu Testchart habe ich dabei nicht geachtet. Auch die Ausleuchtung war dilettantisch: Tageslicht durchs Fenster plus Tageslichtleuchtstoffröhren. Mir ging es schlicht darum selbst einmal meine eigenen Objektive getestet zu haben – selber machen ist immer eindrücklicher als aus zweiter Hand erfahren! Und wenn ich sowas schon mache, wieso nicht gleich die Ergebnisse mit euch teilen.

Abgesehen davon, dass der Testaufbau nicht viel mit der Präzision gemein hat mit der im Labor gemessen wird, sind natürlich auch die JPEGs die anschließend folgen nur bedingt aussagekräftig, da sie zumindest leicht komprimiert sind. Die beiden Abbildungen sind jeweils 100-%-Ausschnitte, beide aus dem mittleren Bereich des Testcharts.

Als Kamera kam eine Olympus OM-D E-M1 zum Einsatz. Die Aufnahmen entstanden in RAW und wurden mit Capture One Pro entwickelt. Die Abbildungsqualität erscheint an meinem Bildschirm und am RAW-Konverter natürlich deutlich besser als die JPEGs die ihr hier im Browser seht und entlockten mir zunächst einmal ein staunendes »Wow!«, obwohl ich so einen Test zumindest für einzelne Objektive nicht zum ersten Mal mache.

M.Zuiko 12mm ƒ2.0

Das Olympus M.Zuiko 12mm ƒ2.0 (Amazon-Affiliate-Link) gehört zu meinen liebsten Objektiven, ist häufig auf meiner Immer-dabei-Kamera drauf und glänzt durch exzellente Leistung bei geringstem Volumen. Das Objektiv besticht bereits bei Offenblende mit hervorragender Abbildungsqualität bis in die Randbereiche, lediglich der Kontrast verbessert sich sichtbar durch Abblenden von 2.0 auf 2.8. Die Verbesserung die durch Abblenden erreichbar ist dürfte allerdings praktisch kaum relevant sein, was heißt, dass das Objektiv bedingungslos offenblendentauglich ist.

OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_Siemens
Blende: ƒ2.0
OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_8 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_12mm_F2_0-4 OLYMPUS_M_12mm_F2_0-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Leica Summilux 15 ƒ1.7

Das kleine Leica (Amazon-Affiliate-Link) kaufte ich gemeinsam mit der Lumix GM1. Abgesehen davon, dass ich eine Brennweite zwischen 24mm und 40mm Kleinbild für mein MFT-System wollte reizte mich auf der Blendenring am Objektiv. Die GM1 ist nur mit einem Einstellrad ausgestattet – der Blendenring erlaubte mir im manuellen Belichtungsmodus ohne Umschalten Blende und Verschlusszeit regeln zu können.

Die JPEGs täuschen ein bisschen über die tatsächliche Qualität hinweg. Auch wenn eine Zunahme von Detailschärfe und Kontrast durch Abblenden bis ƒ4.0 zu erkennen ist halte ich auch hier den Unterschied für den praktischen Einsatz für kaum relevant.

LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-1_7 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-1_7_Siemens
Blende: ƒ1.7
LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-2_8 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-4 LEICA-DG-SUMMILUX-15-F1_7-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

M.Zuiko 17mm ƒ1.8

35mm Kleinbild ist in meinen Augen die besser Normalbrennweite. Das kleine 17mm von Olympus (Amazon-Affiliate-Link) habe ich gekauft um das 15mm Lumix zu beerben. Qualitativ schenken sich die beiden Linsen laut dxomark.com-Tests nicht viel – das Leica bildet schärfer ab hinkt aber bei der chromatischen Aberration. Ich schätze am Olympus 17er neben der Brennweite die Kompaktheit – es ist mein kleinstes Objektiv – und den Schnappschuss-Fokus.

OLYMPUS_M_17mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_17mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_17mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_17mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Lumix G 20mm ƒ1.7

Das 20mm ƒ1.7 (Amazon-Affiliate-Link) genießt einen ausgezeichneten Ruf. Es war meine erste MFT-Linse die ich vor Jahren zusammen mit einer Lumix G3 kaufte. Heute habe ich es nur mehr selten im Einsatz, allerdings weniger weil mich die Qualität nicht überzeugt, als vielmehr, dass ich mit der Brennweite von 40mm nicht so viel anfangen kann.

Auch bei diesem Objektiv ist ein Gewinn an Schärfe und Kontrast durch Abblenden zu erkennen, doch auch hier fällt beides so gering aus, dass man die Relevanz für die Praxis durchaus in Frage stellen darf.

LUMIX-G-20-F1_7-1_7 LUMIX-G-20-F1_7-1_7_Siemens
Blende: ƒ1.7
LUMIX-G-20-F1_7-2_8 LUMIX-G-20-F1_7-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
LUMIX-G-20-F1_7-4 LUMIX-G-20-F1_7-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Leica Summilux 25mm ƒ1.4

Der Gewinn an Detailschärfe und Kontrast fällt beim 25er Leica (Amazon-Affiliate-Link) deutlicher aus als bei den meisten anderen MFT-Objektiven die ich testete. Allerdings ist beides dermaßen exzellent, dass das zu verschmerzen ist.

Würde ich heute noch einmal ein 25er für mein MFT-System kaufen würde ich mich allerdings nicht mehr für das Leica entscheiden sondern für jenes von Olympus (Amazon-Affiliate-Link) – qualitativ schenken sie sich nicht viel, doch das Olympus ist deutlich kleiner und preiswerter.

LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-1_4 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-1_4_Siemens
Blende: ƒ1.4
LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_Siemens
Blende: ƒ2.0
LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_8 LEICA-DG-SUMMILUX-25-F1_4-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8

M.Zuiko 12–40mm ƒ2.8 (bei 40mm)

Das 12–40-ƒ-2.8 (Amazon-Affiliate-Link) dürfte wohl das Standardzoom für MFT sein. Seine Abbildungsqualität ist dermaßen gut und sein Bokeh so schön weich, dass man sich wirklich fragen muss wozu man da noch weitere Festbrennweiten in dem Bereich braucht – sofern es nicht um jedes Drittel Lichtstärke und jedes Gramm Gewicht geht ist das 12–40er für seinen Brennweitenbereich eigentlich auch alleine ausreichend. In Sachen Detailschärfe und Kontrast ab Offenblende schlägt es sogar die meisten Festbrennweiten in seinem Bereich, vor allem wenn man die Randbereiche mit berücksichtigt.

Dabei ist seine Naheinstellgrenze dermaßen gering, dass man auch Kleinstes gut abbilden kann und es schon sehr winzig werden muss, bevor man zum Makro greifen muss. Als ob das nicht schon genug wäre punktet es darüber hinaus auch durch Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit, was es zusammen mit einer E-M5 oder E-M1 sogar absolut sauwettertauglich macht.

OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-2_8 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-4 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-5_6 OLYMPUS_M_12-40mm_F2_8-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 40–150mm ƒ2.8 (bei 40mm)

Das 40–150er (Amazon-Affiliate-Link) ist für mich vor allem deshalb interessant, weil es bei Blende ƒ2.8 und 150mm auch ein Freistellen relativ großer Objekte erlaubt. In der Bildmitte erhält man (bei den 40mm bei denen ich testete) auch bei Offenblende eine scharfe und kontrastreiche Abbildung, zu den Rändern hin hingegen gehört es zu den Linsen im Test deren Detailschärfe bei Offenblende am offensichtlichsten reduziert ist – mit den beste Linsen in meinem kleinen Test kann es in diesen Bereichen nicht mithalten (allerdings habe ich aber eben nur die Anfangsbrennweite getestet, bei anderen Zoomstellungen mag sich das Bild ändern).

OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-2_8 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-4 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-5_6 OLYMPUS_M_40-150mm_F2_8-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 45mm ƒ1.8

Für einen Preis von knapp über 250 Euro ist das 45er-1.8 (Amazon-Affiliate-Link) ein Objektiv das man einfach haben muss, wenn man mit MFT fotografiert. Es bietet exzellente Detailschärfe. Zwar sieht man auch hier einen Gewinn von Kontrast und Schärfe durch abblenden, aber wieder gilt, dass die Unterschiede dermaßen gering sind, dass die praktische Relevanz für die meisten Motive absolut vernachlässigt werden darf. Bei dxomark.com wird die Linse als 4.-bestes Objektiv für MFT gelistet – obwohl ich auch das deutlich teuerere 75er ƒ1.8 habe kommt das porträttauglichere 45er in der Praxis deutlich häufiger zum Einsatz, nicht zuletzt auch wegen seines wunderbar cremigen Bokehs (was allerdings beim 75er schon noch einmal eine Nummer feiner ausfällt).

OLYMPUS_M_45mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_45mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_45mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_45mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

M.Zuiko 60mm ƒ2.8 Macro

Olympus’ 60er Macro (Amazon-Affiliate-Link) ermöglicht nicht nur faszinierende Einblicke in einen Mikrokosmos der uns mit freiem Auge verweht bleibt, es ist auch eine exzellente Porträtlinse.

OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-2_8 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-4 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-5_6 OLYMPUS_M_60mm_F2_8-Macro-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6

M.Zuiko 75mm ƒ1.8

Obwohl man es wohl als amtlich bezeichnen kann, dass das 75mm ƒ1.8 (Amazon-Affiliate-Link) zu den besten Objektiven für Micro FourThirds gehört, zählt es doch nicht zu meinem bevorzugt eingesetzten. Der Grund ist schlicht und einfach die Brennweite. Zwar liefert die Linse ein Bokeh vom Feinsten, doch 75mm ist für meinen Geschmack etwas zu eng für Porträt – und längere Brennweiten als 50mm setze ich primär für Porträt ein.

Es ist zwar in diesem Bericht bereits zur Leier geworden doch auch für diese Linse gilt, dass der Gewinn an zusätzlicher Schärfe und Kontrast für die Praxis nur wenig Bedeutung haben dürfte.

OLYMPUS_M_75mm_F1_8-1_8 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-1_8_Siemens
Blende: ƒ1.8
OLYMPUS_M_75mm_F1_8-2_8 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-2_8_Siemens
Blende: ƒ2.8
OLYMPUS_M_75mm_F1_8-4 OLYMPUS_M_75mm_F1_8-4_Siemens
Blende: ƒ4.0

Lumix G 100–300mm ƒ4.0–5.6

Am langen Ende der Brennweite entspricht dieses Objektiv 600mm Kleinbild. Wer Motive fotografieren möchte denen man sich nicht recht nähern kann findet mit diesem Objektiv einen guten Partner. Dass Detailschärfe und Kontrast trotz des langen Brennweitenbereichs und des verhältnismäßig günstigen Preises dieses Objektivs (Amazon-Affiliate-Link) im Vergleich zu den anderen Linsen gar nicht so deutlich abfällt hat mich doch recht überrascht.

LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-4 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-4_Siemens
Blende: ƒ4.0
LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-5_6 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-5_6_Siemens
Blende: ƒ5.6
LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-8 LUMIX-G-VARIO-100-300-F4_0-5_6-8_Siemens
Blende: ƒ8.0

Fazit

Ich hatte in letzter Zeit immer wieder davon gelesen, dass Leute Objektive gekauft haben die dann eine mangelhafte Schärfe aufwiesen – Produktionsschwankungen können wohl dazu führen, dass nicht jedes ausgelieferte Exemplar exakt die gleiche Qualität aufweist. Es war Zeit für mich endlich einmal meine eigenen Objektive auf ein Montagsprodukt hin zu überprüfen. Bei dem was ich so sehe würde ich davon ausgehen, dass sich bei mir kein faules Ei eingeschlichen hat.

Außerdem wollte ich einmal selbst überprüfen ob alle meine Objektive bestätigen, was die Spatzen von den Dächern pfeifen, nämlich, dass MFT-Objektive meist bereits ab Offenblende so scharf abbilden, dass ein Abblenden für noch mehr Schärfe eigentlich nicht notwendig ist. Bei Kleinbild gibt es ja die Regel, dass man die Blende etwa zwei Lichtwerte schließen sollte um zur optimalen Detailschärfe zu gelangen. Nun, nach diesem Test hat sich für mich der Eindruck bestätigt, dass tatsächlich alle meine Objektive bedingungslos offenblendentauglich sind.

3.2. Das Zonensystem

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Das Zonensystem unterteilt den Verlauf der Tonwerte von Schwarz bis Weiß in elf Zonen. Der Schritt von einer Zone zur benachbarten entspricht einer Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit. In der Fotografie bezeichnet man einen Wert, der die Helligkeit verdoppelt oder ­halbiert, als Lichtwert (LW).

Zonensystem
Zonensystem
  1. Zone 0 | Absolutes Schwarz; Unterbelichtung ohne geringste Zeichnung. ­Solche Flächen sind praktisch frei von Information, und es lässt sich auch durch Nachbearbeitung keine Struktur wiederherstellen.
  2. Zone 1 | Optisch schwarzer Tonwert, geringe Spuren von Zeichnung, allerdings für das menschliche Auge nicht zu erkennen. Durch Entwicklung lässt sich diese Zeichnung jedoch sichtbar machen.
  3. Zone 2 | Beinahe schwarzer Tonwert, mit für das menschliche Auge erkennbarer Zeichnung . Beispiel : Gefieder eines Raben.
  4. Zone 3 | Dunkler Tonwert mit deutlich sichtbarer Zeichnung. Beispiel : im Schatten liegende Wälder, frisch asphaltierte Straße.
  5. Zone 4 | Tendenziell dunkler Tonwert mit klaren, erkennbaren Details. Beispiel : beschattete Haut, dunkler Stein.
  6. Zone 5 | Mittlerer Tonwert. Beispiel : südländischer Hautton, verwittertes Holz, mittelgrauer Stein, Schotter und Kies.
  7. Zone 6 | Tendenziell heller Tonwert. Beispiel : trockener Fels, heller Stein und trockener Sand, Schnee im Schatten, Handinnenfläche bei praktisch allen Menschen.
  8. Zone 7 | Heller Tonwert mit deutlicher Zeichnung. Beispiel : weißgraues Haar, Gefieder einer Hausgans, verwitterter Kalkanstrich.
  9. Zone 8 | Sehr heller Tonwert. Beispiel : Sonnen beschienener Schnee, in dem noch die Schneekristalle zu erkennen sind.
  10. Zone 9 | Beinahe Weiß ohne erkennbare Zeichnung. In der Bildbearbeitung am Computer lässt sich aus diesen Flächen wieder Farbe und Zeichnung sichtbar machen.
  11. Zone 10 | Reines Weiß; Überbelichtung. Aus Flächen der Zone 10 lässt sich auch mittels Nachbearbeitung keine Farbe oder Zeichnung restaurieren.

Natürlich sind Angaben wie ›dunkler Stein‹ und ›Felsen‹ sehr ­relativ. Die Beispiele können jedoch helfen sich eine ungefähre Vorstellung der genannten Tonwerte zu machen. Tonwert bezieht sich dabei nicht nur auf Grautöne, sondern auf den Helligkeitswert jedes beliebigen Farbtons. Das kann man auch in Abbildung unten sehen, wo ich neun der elf Zonen in einem Bild gekennzeichnet habe.

Zonen im Bild
Mehrere Zonen in einem Bild

Kontrastumfang

Der Kontrastumfang unserer natürlichen Umwelt umfasst etwa zwanzig Schritte der Verdoppelung beziehungsweise Halbierung der Helligkeit (= 20 Lichtwerte beziehungsweise 21 Zonen) vom tiefsten Schwarz ➀ einer Höhle tief unter der Erde bis zum blendenden Weiß ➁ der Sonne. Das menschliche Auge hingegen kann lediglich zehn Lichtwerte (11 Zonen) auf einmal wahrnehmen ➂.

Zonen Licht und Wahrnehmung ➀–➁ Kontrast der natürlichen Umwelt vom absoluten Schwarz bis zu reinem Weiß;
➂ Kontrastumfang der menschlichen Wahrnehmung;
➅ Menschliche Wahrnehmung an helle Umgebung angepasst;
➆ Menschliche Wahrnehmung an dunkle Umgebung angepasst;
➇ Kontrastumfang einer Digitalkamera und einer Raw-Datei;
➈ Kontrastumfang einer JPEG-Datei;
➉ Kontrastumfang des Vierfarbendrucks;

Das heißt, bei mittlerer Helligkeit sehen wir Schwarz, was messtechnisch nur ein dunklerer Tonwert ist ➃, und Weiß, was tatsächlich nur einem hellen Tonwert entspricht ➄. Ist unser ­Sehsystem gefordert dunklere Tonwerte zu erkennen, muss sich die ­Pupille erweitern, um den Lichteinfall zu drosseln, wodurch sich ­unser Kontrast­umfang in den dunklen Bereich verschiebt ➅. Um­gekehrt muss sich die ­Pupille verengen, um hellere Bereiche wahrnehmen zu können, und den Kontrastumfang in den hellen Bereich verschieben ➆.

Analoger Schwarzweiß-Negativfilm entspricht etwa dem Kontrast­umfang der menschlichen Wahrnehmung ➂. Digitalkameras sollen zehn bis zwölf Lichtwerte erreichen können ➇. Im JPEG-­Format stehen Ihnen etwa acht Lichtwerte zur Verfügung ➈. Fotografieren Sie hingegen im RAW-Format, dann können Sie, je nach Entwicklungssoftware, einen guten Teil des größeren Kontrastumfangs der Kamera ➇ nutzen, und Informationen, die in den Schatten unsichtbar sind, lassen sich in der Nachbearbeitung am Computer wieder sichtbar machen, die durch JPEG nicht aufgezeichnet würden. Noch kleiner ist der ­Kontrastumfang im Vierfarbendruck, wo er auf etwa fünf Lichtwerte sinkt ➉.

Nehmen wir an, Sie fotografieren eine Landschaftsaufnahme mit der Sonne direkt im Bildausschnitt und einem Tunnel, dem Sie geradewegs tief in den Schlund blicken können. Ihr Motiv beinhaltet also sowohl das dunkle Ende des natürlichen Kontrastumfangs ➀, als auch das helle ➁. Die Kamera kann aber bestenfalls zwölf der zwanzig Lichtwerte mit einer einzigen Aufnahme aufzeichnen. Wenn Sie eine mittlere Einstellung wählen, dann wird alles, was dunkler als der Kontrastumfang des Bildsensors ist, unterbelichtet und schwarz, und alles, was heller als der Kontrastumfang ist, überbelichtet und weiß.

Aber was hilft dieses Zonensystem nun konkret in der Praxis? Gibt es an Ihrer ­Kamera einen ein Schalter, um die richtige Zone einzustellen? Ja und nein. Zwar findet sich so Schalter an keiner mir bekannten ­Kamera, doch die Automatik Ihrer ­Kamera zielt bei den Belichtungseinstellungen in der Regel auf mittlere Helligkeit ab, also Zone 5. Und damit werden wir uns im nächsten Artikel befassen.

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Die kreative Fotoschule – Fotografieren lernen mit Markus Wäger«
Rheinwerk-Verlag 2015, 437 Seiten, gebunden, komplett in Farbe
ISBN 978-3-8362-3465-8
Buch: 29,90; E-Book: 24,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
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