Regelmäßige Leser, Follower und Freunde werden bereits mitbekommen haben, dass ich seit kurzem euphorisch für die Raw-Entwicklungsumgebung Capture One Pro von Phase One schwärme. Seit ich dieses Tool verwende bin ich mit einem Drittel meiner Bilder auf Anhieb und ohne manuelles Nachbessern zufrieden. Die Hälfte vom Rest bringe ich mit einem Shortcut für das automatische Einstellen zu einem Resultat, das mich zufrieden stellt. Bei dem was übrig bleibt komme ich mit den manuellen Nachbesserungen schneller zu Ergebnissen die mir gefallen, als ich es bei Apple Aperture oder Adobe Camera Raw jemals erlebt habe. Die fertigen Resultate gefallen mir so gut wie immer besser, als das, was ich von Aperture oder Camera Raw kenne. Begeisterung!

Nun könnte man einwenden »Fotografier halt von vornherein besser, dann musst du auch nicht zwei Drittel deiner Aufnahmen automatisch oder manuell nachbessern!« Wer aber glaubt die Entwicklung von Digitalbildern wäre an der Kamera abgeschlossen, verkennt die Möglichkeiten der Digitalfotografie. Natürlich kann man: Wenn man für das Speichern der Bilder JPEG als Dateiformat wählt. Aber JPEG ist für mich irgendwie wie Sofortbilder. Mancheiner mag Polaroids reizend finden – ich meine das Wertungsfrei; mir persönlich gefallen auch viele Polaroid Aufnahmen ebenso, wie mir Lomographien gefallen können, oder Resultate die mit den zahlreichen Apps aus dem iPhone oder anderen Smart Phones zu erzielen sind. Es reizt mich aber nicht, mich selbst damit zu befassen.

JPEGs werden ebenso wie Sofortbilder in der Kamera automatisch entwickelt. Man hat als Gestalter nicht mehr viel Möglichkeiten auf das Resultat einzugreifen. Mit Raw habe ich diese Möglichkeit. Aber ebenso entscheidend wie für die Entwicklung eines analogen Fotos das Labor ist (das gilt ja eigentlich auch für Digitalbilder), ebenso ist für die Entwicklung einer Raw-Datei die Entwicklungsumgebung wichtig. Ob man ein Foto beim einen Labor oder beim anderen entwickeln lässt, führt zu unterschiedlichen Resultaten führen.

Manche Labore liefern generell lausige Resultate. Andere Labore liefern Ergebnisse, für die sich der eine Fotograf begeistern kann, der andere aber nicht. Letzterer zieht ein weiteres Labor vor, das wieder dem Fotografen davor nicht gefällt. Es ist also oft auch subjektiv.

Genau so verhält es sich auch mit Raw-Dateien. Lightroom entwickelt Bilder anders als Aperture, beide anders als DxO Optics, alle wieder anders als das neue After Shot und nicht zuletzt liefern diese wieder andere Resultate als die Raw-Entwicklungs-Tools der Kamerahersteller. Ich habe mit Capture One Pro mein Entwicklungslabor gefunden, mit dem ich endlich rundum zufrieden bin, wenn man einmal davon absieht, dass dem Werkzeug im Moment sinnvolle Retusche-Tools noch fehlen. Aber ich hoffe auf eine Weiterentwicklung, die der Qualität der aktuellen Version gerecht wird und solche Werkzeuge in Zukunft zur Verfügung stellt. Wenn dann noch ein RGB-Kanalmixer dazu käme, die Möglichkeiten die Deckkraft der Ebenen für selektive Anpassungen, die selektiven Anpassungen so wie in Aperture auch auf das ganze Bild anzuwenden, und die Werkzeuge für die selektive Bearbeitung generell verbessert würden, dann wäre das fast schon zu schön um wahr zu sein. :)

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Selbständig als Fotograf

Sat, 17. Dec. 11

Seit ich begonnen habe Bücher zu »Photoshop«, der »Nikon D700«, »Grafik und Gestaltung« und »Kreativ fotografieren« zu schreiben, war Zeit, meinen Blog und meine Kontakte in den sozialen Netzwerken zu pflegen, Mangelware. Seit »Kreativ fotografieren« fertig ist ist der permanente Zeitdruck zu Ende. Ich genieße das und bin wieder aktiver am Bloggen, Feed-Abbos durchstöbern, bei Facebook, Google+ und bei Twitter. Vor allem die Foto-Blogger-Szene ist ja besonders aktiv und wie mir scheint auch sehr kontaktfreudig.

Diese Woche bin ich mit Jana Mänz von www.janasworld.de – als Frau zur Minderheit der Foto-Blogger zählend – in Kontakt uns ins Gespräch gekommen. Ich hatte Sie mit der Bitte kontaktiert ihr »Kreativ fotografieren« als Rezensionsexemplar zusenden zu dürfen. Wir haben uns während der Woche einmal via Skype verbunden, über Fotobücher, Fotografie, Fotoschulen, die unterschiedlichen Zugänge von Frauen und Männern zur Fotografie und die Foto-Blogger-Szene unterhalten.

Jana betreibt auf ihrem Blog eine eigene Fotoschule, die völlig anders funktioniert als meine. Sie veröffentlicht keine Artikelserie in Form eines Buches, sondern betreut und berät ihre Fotoschüler – besser gesagt meist Schülerinnen – direkt und aktiv, zum Beispiel in Form von Bildbesprechungen. Ein interessanter Ansatz, wie ich meine; nicht nur für Fotografinnen.

Für das kommende Jahr steht bei ihr ein Webinar zum Thema »selbständig machen als Fotograf« in der Pipeline. Ich habe mir die Sache einmal angesehen und finde sie sieht sehr interessant aus. Vor allem hat mich der Preis von 390 Euro überrascht. Wäre bei mir der Jahresbeginn 2012 nicht schon ziemlich dicht hätte ich mich gleich angemeldet. Ich bin zwar schon seit langem (als Grafiker) selbständig, aber man lernt nie aus.

Anbei eine gekürzte Beschreibung Janas des Webinars.

Kreative Wege, sich als Fotograf/Fotodesigner selbständig zu machen.

Sie wollen aus Ihrem Hobby, der Fotografie einen Beruf machen, Sie haben das Gefühl, dass nichts anderes Ihnen so viel erfüllte Zeit bieten kann? Aus diesem Grund haben wir unser Webinar unter dieses Motto gestellt: »Tue das, was du liebst und liebe das,was du tust! – ›Kreative Wege, sich als Fotograf/Fotodesigner selbständig zu machen‹«.

Wir haben Dozenten aus dem Fotografie-Business eingeladen. Dabei sind u.a. der erfolgreiche Werbefotograf und Autor Jens Brüggemann, der Justizar des Deutschen Verbandes für Fotografie e.V. (DVF) Wolfgang Rau sowie Business Coach Petra Rexroth aus London, der CEO der Bildagentur westend61, Gerald Staufer, sowie weitere Dozenten, die unsere Webinare mit ihrem Fachwissen und Know-How begleiten werden.

Mehr Informationen findet ihr hier.

Fotografie Webinar: Selbstständig machen als Fotograf

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Ich muss immer etwas schmunzeln wenn jemand Digitalfotos herzeigt und behauptet, diese wären völlig unbearbeitete.

Es gibt keine unbearbeiteten Digitalbilder!

Unbearbeitet wäre das Bild so, wie es der Bildsensor der Digitalkamera gesehen hat. Der sieht aber keine bunten Farben, sondern lediglich winzige Punkte (Pixel) in unterschiedlich hellen Nuancen von Rot, Grün und Blau. Das rohe Datenmaterial kann der Normalanwender normalerweise nicht betrachten. Selbst wenn er es könnte, wäre es wahrscheinlich so naturgetreu wie ein analoges Negativ.

Damit das Bild das Motiv einigermaßen so abbildet, wie es der Fotograf gesehen hat, muss das Rohmaterial des Sensors erst interpretiert werden, wobei die Kamerahersteller ein bisschen schummeln.

Ein Beispiel | Nehmen wir an, wir haben einen Bildsensor mit 1200 Pixel in der Breite à 800 Pixel in der Höhe. Das wären dann 960.000 Pixel – knapp ein Megapixel.

Auf dem Sensor sind ein Viertel davon (240.000) für rot empfindlich, ein Viertel für blau und die Hälfte (480.000) für grün. Keiner der Pixel sieht Mischfarben wie Orange, Violett oder Braun. Die Farben eines einzelnen Pixel des fertigen Bildes müssen jeweils aus zwei grünen, einem roten und einem blauen Sensorpixeln zusammen berechnet werden.

Genau genommen dürfte demnach ein Bildsensor mit 960.000 Pixeln nur 240.000 Pixel im fertigen Digitalbild ausspucken. Aber eine reale Kamera mit 960.000 Pixel spuckt im fertigen Bild auch 960.000 Pixel aus.

Durch Interpolation zu hoher Auflösung | Erreicht wird das durch sogenannte Interpolation. Das bedeutet, dass die Software der Kamera für jedes bunte Pixel (das sie aus zwei grünen, einem roten und einem blauen Sensorpixel berechnet), drei weitere Pixel dazu erfindet.

Was da in der Kamera abläuft ist tatsächlich etwas komplexer als hier beschreiben, aber es sollte reichen, das Grundkonzept zu verstehen. In der Praxis sollte es uns auch egal sein, solange das Resultat unseren Anspruch an Schärfe erfüllt. Wichtig ist nur: Was wir am Ende am Computer zu sehen bekommen, ist nicht das, was der Bildsensor gesehen hat, sondern das Resultat hoch komplizierter Berechnungen.

Der Trick mit der Pixelschieberei ist aber nicht das einzige was die Software der Kamera an einer Aufnahme baselt. Wenn ich im JPEG-Format fotografiere, dann wird das Programm Rauschen reduzieren, Kanten schärfen, Tonwerte korrigieren, Farbsättigung puschen, eventuell Schatten aufhellen und Lichter reduzieren, und was auch immer die Maketingabteilung des Kameraherstellers die technische Entwicklung vorgegeben hat.

Von unbearbeitet kann man bei Digitalbildern also nicht wirklich sprechen. Es mag zwar nicht durch den Fotografen bearbeitet worden sein; so lange der Fotograf die Kamera nur in die Hand nimmt und abdrückt, geschieht die Bildbearbeitung im engeren Sinn durch die Software des Apparats. Die Entwicklung basiert aber auf Richtlinien und Programmabläufen, die die Software-Ingenieure des Kameraherstellers definiert haben. Also ist es im weiteren Sinn der Ingenieur in Japan, der die meisten Bilder entwickelt hat, die viele Fotografen als unbearbeitet präsentieren.

Natürlich kann der Fotograf bei den meisten Kameras auch leicht in die Bildbearbeitung eingreifen. So bieten zum Beispiel viele Modelle die Möglichkeit die Intensität der Farben zu bestimmen, in dem man eine spezielle Einstellung für ‘Vivid’ bzw. ›Lebendig‹, für Hauttöne oder Sonnenuntergänge wählt. Je nach Einstellung wird die Software der Kamera das JPEG anders entwickeln. Das ist nichts anderes als Bildbearbeitung.

Auch Raw-Bildern werden entwickelt | Auch wer im Raw-Format fotografiert kommt um die Bearbeitung der Bilddaten nicht herum. Nur geschieht die Entwicklung nicht mehr wie beim JPEG in der Kamera, sondern im Raw-Converter – ob der nun iPhoto, Aperture, Lightroom, Adobe Camera Raw, Bible, LightZone, DXO Optics, Capture One, Nikon Capture oder wie auch immer heißt. Der Unterschied ist nur, dass jetzt der Ingenieur, der die Entwicklung bestimmt, nicht mehr unbedingt in Japan sitzen muss, sondern in den USA oder vielleicht auch in Deutschland.

Raw-Converter entwickeln Raw-Bildern nach vordefinierten Rezepten – nicht anders, als bei der Software die JPEGs in der Kamera entwickeln. Auch hier gehören wieder Beeinflussung der Farbsättigung, Gradation, Tonwertvereilung, Rauschunterdrückung, usw. zum Standard.

Was ein Raw-Converter ausspucken ist am Ende immer Resultat des Rezepts, das die Software-Programmierer als optimal erachtet haben, um in möglichst vielen Fällen Resultate zu erzielen, mit denen möglichst viele Anwender möglichst glücklich sind. Da es aber auch Geschmacksache ist, wie entwickelt ein Bild ein gut entwickeltes Bild ist, werden die gleichen Rohdaten in unterschiedlichen Raw-Convertern unterschiedliche Resultate liefern.

So habe ich in meiner Zeit beim Wechsel von Adobe Photoshop Lightroom zu Apple Aperture den Eindruck gewonnen, dass Aperture Grastöne in den Bildern einer Nikon D80 schöner entwickelt, während Lightroom in den Schatten von Hauttönen eindeutig schönere Töne erzeugt. Das muss aber noch nicht einmal heißen, dass dieses Verhalten bei Gras- und Hauttönen bei den beiden Programmen auch auf die Bilder anderer Kameras zutrifft. Schließlich brauchen die Programmierer von Lightroom, Aperture und Co für jede neue Kamera ein neues Entwicklungsrezept.

Unbearbeitete Bilder gibt es also nicht. Die Frage, die sich für den Fotografen stellt, ist lediglich: Wer soll die Fäden in Händen halten: Der Ingenieur in Japan, oder ich, der Fotograf? Will ich das Resultat bestimmen, oder eine Software-Routine?

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Gut beraten im Fachhandel?

Thu, 01. Dec. 11

Treffe ich vor einigen Tagen eine Freundin. Sie hatte vor zwei Jahren Unterricht bei mir im Werbelehrgang, damals angefangen zu fotografieren und legt seither eine beeindruckende Entwicklung als Fotografin an den Tag (eyenatic.com/). Aber sie hat das Problem, dass sie keine scharfen Bilder hinbekommt. Zur Analyse schickte sie mir anschließend eine Aufnahme. Schön inszeniert, tolles Licht, aber die Schärfe muss wohl in einer anderen Dimension gelandet sein. Mein Rat: Geh zum Fachhändler und lass es dir ansehen.

Hat sie gemacht. Dort hat ihr die freundliche Verkäuferin erzählt, dass man Porträts mit Blende ƒ8 oder kleinerer Blendenöffnung schießt. Häh? Schon mal was von freistellen gehört?

Wieso sie dann lichtstarke Objektive für viel Geld verkaufen, hat meine Freundin die Fachhändlerin gefragt. Ach, das brauche man bloß für Makros. Häh? Offenblende für Makros? Damit man auch ja kein Käferauge von vorne bis hinten scharf abbilden kann, oder was? Und außerdem reden wir hier nicht von Makro-Objektiven, sondern zum Beispiel vom Nikon 50mm ƒ1.4. Makro ist damit ziemlich Essig, liebe Fachfrau!

Und überhaupt: Über die optimale Blende zu sprechen, ohne Distanz und Brennweite zu berücksichtigen ist etwas abenteuerlich.

War die gute Freundin heute wieder samt Nikon D90 und 50mm 1.4 bei mir und wir haben getestet. Als Vergleichsmodelle hatte ich meine D700 und eine D5000 sowie verschiedene Objektive dabei. Am Ende ist der Eindruck entstanden, dass besagte Nikon D90 einen sauberen Backfokus aufweist.

Freundin fährt also wieder zum Händler. Diesmal wird nichts von wegen Blende ƒ8 und Makro-Märchen erzählt, sondern die Kamera wird gleich eingepackt und an Nikon gesendet. Dort macht sie jetzt also einmal mindestens zwei Wochen Urlaub. Die Kamera, nicht die Freundin. Am Ende gibt es kostenpflichtig ein Angebot was eine Reparatur kosten würde. Der Fachhändler selbst war so freundlich, ebenfalls kostenpflichtig, eine Leihkamera übers Wochenende (für einen geplanten Workshop) zur Verfügung zu stellen.

Wer braucht bei so einem Service eigentlich einen Fachhandel?

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Titel kreativ fotografieren

Um noch einmal die Werbetrommel für mein Buch »Kreativ Fotografieren« zu rühren: Ich habe bereits mehrmals raus trompetet, dass es einen anderen Ansatz verfolgt Fotografie zu erklären, wie klassische Fotoschulen. Dass es vor allem auf die Zusammenhänge zwischen theoretischen Grundlagen vor dem Hintergrund praktischer Bildgestaltung eingeht. Nun möchte ich eine Grafik nachreichen, die zeigt, was der Grundgedanke und die Basis des Konzepts darstellt: Die vier Schritte zum Bild.

Fotografische Zusammenhaenge 3

Alle technischen Grundlagen stehen immer im direkten Zusammenhang mit einer der vier gestalterischen Grundparameter. Und weil sich das Eine in der Praxis nicht immer ganz klar vom Anderen trennen lässt, sondern viele Parameter zwischen sowohl bei einer gestalterischen Frage relevant sind, wie auch bei einer anderen, ist das Buch gespickt mit Querverweisen. Dazu muss nicht der Index bemüht werden, sondern die Querverweise stehen immer direkt auf der Seite.

Titel

»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
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Ladenpreis: 44,90 (D);
Ladenpreis E-Book: 35,99 (D)
Mehr Info und ein kostenloses Demokapitel.

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