Ich möchte meinem kommenden Photosohp-Buch eine Sammlung an versteckten Shortcuts im Programm mitgeben. Nun ist ja die blöde Eigenschaft von versteckten Shortcuts, dass sie versteckt sind. Ich habe zwar ein ganzes Sammelsurium an solchen Befehlen im Kopf, aber ich kenne mit Sicherheit nicht alle, die es gibt. Wenn einer von euch also tolle Shortcuts kennt und gerne teilen möchte, lasst es mich in einem Kommentar wissen.
Unter den Kommentatoren werde ich eines meiner Bücher verlosen, und der Gewinner darf sich aussuchen, ob es ein Photoshop CS4 Buch, ein Nikon D700 Buch (das zu 90% auch für D3 nützlich sollte, zu 80% für D300, zu 65% für alle Nikons und wohl noch etwa 50% generelle Infos für alle SLR-Fotografen mitbringen sollte – zumindest hoffe ich das). Wer beides nicht mag, kann auch auf den Herbst warten – da erscheint mein Praxisbuch Grafik und Gestaltung.
Filme leben ja nicht nur von Story, Visual Effects und Schauspielern sondern auch zu einem Grossteil von der Inszenierung und den »Bildern« im Film. Denn nicht nur ein Foto benötigt Spannung, einen guten Bildaufbau und das beherzte befolgen und brechen einiger Regeln, auch im Film diese Elemente wichtig.
Das beweisen auch die Lebensläufe einiger grossen Regisseure. Stanley Kubrick, verstorben im März 1999 im Alter von 71 Jahren, arbeitete nach seinem Schulabschluss als Fotograf beim Look-Magazin in New York. Schon 1951, im Alter von 23 Jahren, drehte er den ersten Dokumentarfilm über einen Boxer. Zwei Werke später wurde er von Hollywood entdeckt und mit Spartacus im Jahre 1960 gelang ihm dann der Durchbruch. Zu seinen grössten Werken zählen Filme wie »Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb«, »Lolita«, »2001, Odyssee im Weltraum«, »Clockwork Orange«, »Shining« und und und.
Kubrick war vorallem für seinen Perfektion bekannt und seine Ideen die auf den ersten Blick scheinbar unmöglich erschienen. Im Frühling letzten Jahres hatte ich die Gelegenheit in Zürich ein Ausstellung von Stanley Kubricks Film und Fotowerke zu besuchen. Dort habe ich auch erfahren, dass für den Film »Barry Lyndon« eine extra von der NASA entwickelte hochempfindliche Filmkamera zum einsatz kam, nur um die Szenen mit Kerzenlicht ausleuchten zu können, da Kubrick alles andere unpassend erschien.
Einen völlig anderen Weg geht David Lynch. Der Regisseur von der Erfolgsserie »Twin Peaks« und den schwer zu begreiffenden Filmen wie »Mulholland Drive« und »Lost Highway« hat die Fotografie für sich entdeckt. Bis zum 23. November werde nun in Düsseldorf noch Fotografien von David Lynch ausgestellt. Die Fotos sind nicht weniger schräg als seine Filme, aber zugleich faszinierend unkonventionell und sehr experimentell.
Dieser kurze Ausszug zeigt, das Film und Foto nicht nur sprachlich sehr nahe beieinander liegen. Ein Film braucht, damit er wirklich gut ist, neben guten Schauspielern einer guten Story und der passenden Filmmusik auch atemberaubende Bilder. Es sind mir wenige Filme bekannt, die alle diese Kriterien zufriednstellend erfüllen und noch weniger, welche nun speziell gute Bilder liefern. Einige wenige möchte ich euch aber ans Herz legen, solltet ihr an einem Samstag Abend mal nicht wissen was ihr machen sollt.
Einer der bildgewaltigsten Filme der jüngeren Generation ist Sean Penns »Into the Wild« Ein ergreifender Film der schon im Trailer ansatzweise die hervorragende Kameraführung erkennen lässt.
Ein weiterer Film der mich faszinierte ist »The Motorcycles Diary / Die Reise des jungen Che« Die Momentaufnahmen sind toll inszeniert und auch sonst gewinnt man tolle Einblicke in einige Länder von Südamerika.
Weiter kann ich die Filme »Station Agent«, »300« und »Requiem for a Dream« empfehlen. Letztern jedoch nur für hartgesottene, denn der Film über Drogen und Tablettenmissbrauch kann einem ganz schön zusetzen. Filmtipps nehme ich gerne entgegen
Dieses Buch ist echt der Hammer, und ein Muss für jeden Gestalter. Zwar heißt das Buch »Das Foto«, aber die Gestaltungsgrundlagen, die Mante hier erklärt, haben Allgemeingültigkeit für jeden Gestalter.
Mante erklärt Form, Fläche, Goldener Schnitt, Proportionen, Linie, Punkt, Farbe und Kontraste – alles an Beispielen der Fotografie, aber es geht nur ganz selten um Fototechnik. Es geht fast immer um die reine Bildgestaltung und deren Regeln lassen sich fast immer 1:1 auf andere Gestaltungsdisziplinen übertragen.
Wer also das Gestalten jenseits von Button-Klicks in Photoshop und InDesign erlernen will, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Auch den alten Hasen. Auch wenn man selbst noch nie eine Kamera in der Hand hatte, wird man doch außerordentlich vom Wissen in diesem Buch profitieren – der Einsteiger wie der Profi. Und da ohnehin fast jeder Grafikdesigner – auch der nicht fotografierende – praktisch täglich mit Bildern und Fotos zu tun hat, ist ein zusätzlicher Grund, sich das Buch zu besorgen und mit Hingabe zu verschlingen.
Nachtrag: Von vielen Seiten wurde negativ angemerkt, dass diese hervorragende Buch über Gestaltung alles andere als hervorragend gestaltet ist. Diesem Einwand muss ich leider zustimmen. Dass die Rotis hier als Grundschrift eingesetzt wurde, und als Überschriften dann die Frutiger hinzugekommen ist, mag dem typophilen Leser die Freude am Buch trüben. Die Typografie ist ansonsten aber sauber ausgeführt, und trotz der Schriftwahl lässt es sich gut und flüssig lesen.
Weniger gut und flüssig hingegen ist die Platzierung der Bilder. Die Grafiken und Fotos sind in sehr vielen Fällen nicht auf der Seite, auf der sie im Text besprochen werden. Permanent muss man quer blättern um die genannten Beispiele vor Augen bekommen zu können. Einen Grund dafür, weshalb die Bilder nicht passend auf die Seite des Textes platziert wurden, habe ich nur selten Entdeckt. Ganz im Gegenteil: Es gibt Illustrationen die auf der folgenden Doppelseite besprochen werden, während dort dann eine identisch große Grafik steht, die auf der Doppelseite zuvor ein Thema war.
Inhaltlich bleibt das Buch eine Empfehlung, trotz dieser formalen Schwächen.