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Olympus 25mm 1.2 oder Panaleica 25mm 1.4?

Eine lichtstarke Normalbrennweite gehört an sich zur fixen Ausrüstung eines jeden Fotografen. Dem MFT-Fotograf geben die Systemhersteller Olympus und Panasonic die Auswahl zwischen vier verschiedenen Linsen mit Lichtstärken zwischen ƒ1.2 und ƒ1.5, wozu sich noch die manuell zu fokussierenden Hyperprimes von SLR Magic und Voightländer gesellen (nebst anderem Glas von Drittherstellern).

Bereits 2014 habe ich das Panaleica ƒ1.4 (genau genommen Panasonic Leica Summilux G) gekauft, habe es aber aus mir gar nicht so recht erklärbaren Gründen nicht besonders gerne eingesetzt.

Seit ein paar Wochen nun konnte ich Olympus’ 25mm ƒ1.2 Pro-Objektiv testen und möchte hiermit meinen Eindruck vermitteln. Wie immer sind meine Ausrüstungsberichte nicht als Tests zu verstehen, sondern spiegeln einfach meinen subjektiven Eindruck.

Während schon das Panaleica 1.4 keine besonders kompakte MFT-Linse ist (jedenfalls nicht für ein Normalobjektiv), ist das neue Oly ein richtiger fetter und schwerer Bomber und dürfte wohl die meisten Kleinbild-Normalbrennweiten überwiegen. Eigentlich läuft das ja der Idee von MFT als transportables Kompaktsystem zuwider.  Wer sich trotzdem darauf einlässt kriegt dafür ein sehr stabildes Objektiv zur Hand das gut in derselben liegt und mit absolut glaubwürdigem Schutz gegen Staub, Spritzwasser und Frost glänzt, also unter Bedingungen einsetzbar ist in denen man das Panaleica lieber sicher verstaut. Generell liegt das Objektiv glänzend in der Hand, nur in der Fototasche macht es sich unangenehm bemerkbar – als tägliches Immer-dabei-Objektiv hat es keine guten Karten.

Laut Messungen von dxomark.com erreicht das Panaleica eine etwas bessere Wertung, wobei man sich wie so oft bei DXO die Frage stellt wie die Gesamtwertung zusammenkommt, immerhin wird die Schärfe beim Oly etwas höher angegeben, Transmission und Vignettierung sind gleich und der Verzeichnung scheint das Oly deutlich die Nase vorne zu haben, lediglich bei der chromatischen Aberration hat das Panaleica mit dem etwas geringeren Wert die Nase vorne.

Bei meinen eigenen (höchst unprofessionellen) Aufnahmen meines Testcharts konnte ich weder bei Kontrast noch in der Schärfe einen Unterschied feststellen. Beide zeichnen praktisch ab Offenblende tadellos scharf und kontrastreich. Beide spielen laut DXO in der Top-Liga der MFT-Linsen und werden lediglich von Panasonics 42,5mm ƒ1.2 und Olympus’ 75mm ƒ1.8 übertroffen.

Klar besser gefällt mir Olympus’ Pro-Objektiv beim Bokeh, wo es deutlich ruhiger und cremiger zeichnet als die von Leica entworfene Linse. Diesen Mehrwert im Bokeh muss der Fotograf jedoch teuer bezahlen: Das 25mm ƒ1.2 von Olympus kostet etwa das Doppelte des 25mm ƒ1.4 von Panasonic.

Unterm Strich würde ich meinen, dass das Panaleica bei diesem Vergleich der Preis/Leistungs-Sieger ist. Wer MFT wegen Kompaktheit nutzt und auf die Wetterfestigkeit von Olympus’ Pro-Objektiv verzichten kann erhält mit ihm ein exzellentes Objektiv. Allerdings wird die deutliche Mehrausgabe für das 25mm ƒ1.2 mit einem sichtbar weicheren Bokeh belohnt, dessen Anblick eine wahre Freude ist (auch wenn man selbstverständlich nicht die kurze Schärfentiefe einer KB-Normalbrennweite erreicht).

Tatsächlicher Preis/Leistungs-Sieger wäre übrigens das 25mm ƒ1.7 von Panasonic. Nicht viel weniger Lichtstark, dafür kompakt, leicht und für unter 200 Euro zu haben, dabei in der Wertung den teureren hier erwähnten Modellen laut DXO nur gering nachstehend.

Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
Olympus 25mm ƒ1.2 bei ƒ1.2
Panasonic Leica Summilux 25mm ƒ1.4 bei ƒ1.4
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Kauft euch eine Festbrennweite!

Im Rahmen meiner Fotokurse weise ich auch auf die Vorteile lichtstarker Festbrennweiten hin. Den Einsteiger befremdet natürlich die Vorstellung auf den Luxus des Zoomens verzichten zu müssen. Heranzoomen geht damit nicht! Man muss herangehen.

Im Grunde ist das schon der erste Vorteil einer Festbrennweite: Näher dran sieht einfach oft auch besser aus. Es vermittelt dem Betrachter den Eindruck ganz nah dran, mitten im Geschehen, Hautnah dabei zu sein. Brennweiten von 50mm und weniger vermitteln Authentizität.

Doch das ist nicht das Einzige! Der Komfort von Zoomobjektiven befördert die Faulheit. Erblicken, Kamera zücken, hinzoomen – klick! Reinster Zufall, wenn dadurch eine bemerkenswerte Fotografie zustande kommt.

Wer mit Festbrennweite fotografiert kommt gar nicht darum herum sich bewusster mit der Bildgestaltung auseinander zu setzen. Statt Hinzoomen bewegen einen die Beine näher hin oder weiter weg. Festbrennweiten schaffen Bewusstsein und sind schon deshalb ein Segen, weil sie einen zwingen den fotografischen Prozess zu entschleunigen.

Wer jedoch eine Festbrennweite kauft, kauft sie aus einem anderen Grund: Lichtstärke! Die Blende lässt sich weiter öffnen, wodurch ich weniger Licht zum Fotografieren benötige und die Schärfentiefe geringer gestalten kann. Lichtstarke Festbrennweiten bedeuten Fotografieren in einer anderen Dimension.

After Sunset

Eine andere Welt eröffnen lichtstarke Festbrennweiten weil man damit tiefer in den Abend vordringen kann ohne ein Stativ benützen zu müssen. Mit einer Consumer-Kamera und einem üblichen Standardzoom mit einer Brennweite von 18–55mm und Lichtstärke ƒ3.5–5.6 ist bei 55mm ohne Stativ und ohne Anheben der Empfindlich nach Faustregel spätestens kurz vor Sonnenuntergang Schluss mit unverwackelten Aufnahmen. Eine vergleichbare Festbrennweite und Lichtstärke ƒ2.0 hingegen ermöglicht es bis kurz vor Einbruch der Nacht ohne höhere ISO-Werte und ohne Stativ zu fotografieren. Kein Wunder: Bei ƒ2.0 genügt zur Belichtung 1/8 des Lichts (Umgebungslicht) das bei  ƒ5.6 notwendig ist.

Freistellen

Vom Freistellen spricht man, wenn ein Motiv im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund abgebildet ist. Das lässt sich mit einer langen Brennweite erreichen, geht aber noch viel besser mit einer Blende die sich weit öffnen lässt. Das oben genannte Standardzoom erreicht bei 55mm und ƒ5.6 auf eine Distanz von 3m eine Schärfentiefe von 66cm – von flauschiger Weichzeichnung der Elemente dahinter ist da nicht mehr zu träumen.

Eine Festbrennweite mit 55mm und Lichtstärke ƒ1.8 erzielt auf 3m eine Schärfentiefe von knapp 22cm – das ist gerade einmal ein Drittel! Objekte im Vordergrund vor unscharfem Hintergrund freizustellen lässt sich damit natürlich bedeutend leichter erreichen.

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Vom »Freistellen« spricht man wenn ein Hauptmotiv im Vordergrund durch geringe Schärfentiefe vor unscharfem Hintergrund abgebildet wird. Olympus OM-D E-M1; Objektiv: Olympus M.Zuiko 45mm ƒ1.8 | 45mm (90mm KB); ƒ1.8; 1/3200s; ISO200; entfesselt geblitzt

Begeisterung garantiert!

Schon viele Teilnehmer meiner Seminare haben sich bereits während die Kurse liefen meinem Rat folgend eine Festbrennweite gekauft und ich kann mich an keinen einzigen erinnern der nicht vom Fleck weg begeistert gewesen wäre.

Profiqualität zum Schnäppchenpreis

Lichtstarke Festbrennweiten sind oft nicht billig. Doch die meisten Hersteller haben die eine oder andere Linse im Programm die professionelle Abbildungsqualität zum Sparpreis liefert.

Nikon beispielsweise hat gleich zwei unschlagbare Preis/Leistungs-Knüller im Programm. Das wäre zum einen das 50mm ƒ1.8, bei Amazon (Affiliate-Link) zum Hammerpreis von unter 200 Euro zu haben – ein Objektiv, das sowohl an Einsteigermodellen im DX-Format als auch an Vollformatkameras verwendet werden kann. An DX-Kameras ist das 50er ein durchaus ernstzunehmendes und profitaugliches Porträtobjekitv, am Vollformat übernimmt es die Rolle der vielseitig einsetzbaren Normalbrennweite.

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AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G (© Nikon)

Kaum weniger Interessant: Das 35mm ƒ1.8, aktuell bei Amazon (Affiliate-Link) um 180 Euro zu haben. Das ist zwar nur an DX-Kameras sinnvoll zu nutzen und entspricht dort mit umgerechnet 52,5mm etwa einer Normalbrennweite, es ist aber dadurch vielseitiger einsetzbar.

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AF-S DX NIKKOR 35 mm 1:1,8G (© Nikon)

Während ich die beiden oben genannten Nikkore aus eigener Erfahrung empfehlen kann, habe ich mit Canons Linsen keine Erfahrungen. Ich weiß aber, dass sich Canons 50mm ƒ1.8 kaum geringerer Beliebtheit erfreut wie Nikons 50mm-1.8er Linsen –  bei Amazon (Affiliate-Link) bereits um knappe 120 Euro zu haben.

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Canon EF 50mm f/1.8 STM (© Canon)

Eine besonders exzellente Linse zum Schnäppchenpreis ist das 45mm ƒ1.8 von Olympus. Auf Kleinbild umgerechnet ist es länger als die oben genannten Linsen von Nikon und Canon, denn es entspricht 90mm. Das macht es zwar weniger universell einsetzbar, aber dafür zur umso besseren Porträtbrennweite. Sein Preis bei Amazon (Affiliate-Link) liegt derzeit bei knapp über 250 Euro.

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Olympus M.ZUIKO DIGITAL 45mm 1:1.8

Auch für die anderen Kameramarken werden lichtstarke Festbrennweiten angeboten, sei es von den Herstellern selbst, sei es von Drittherstellern wie Sigma. Da mir beim Angebot für diese Marken aber der Überblick fehlt kann ich keine wirklichen Tipps dazu abgeben. Sachdienliche Hinweise und Tipps als Kommentar von euch, liebe Leser, wären diesbezüglich sicher hilfreich.

Anmerkung: Ich persönlich kaufe meine Ausrüstung weitest gehend beim Fachhändler, auch wenn ich dort manchmal etwas mehr bezahle als bei Bestellungen im Internet. Nur wenn ich mir bei einem Produkt nicht sicher bin und es bei meinem Händler nicht lagernd ist, bevorzuge ich den Weg über Amazon, weil ich die Produkte dort problemlos eintauschen kann. Eintauschen geht zwar bei meinem Fachhändler auch, aber ich möchte nicht, dass der auf irgendwelchen exotischen Bestellungen von mir sitzen bleibt, wenn ich mich gegen den Kauf entscheide.

Wo ihr einkauft werdet ihr selbst entscheiden. Wenn ihr den Weg über Amazon wählt würdet ihr mir einen Gefallen tun, die Bestellung über meine Affiliate-Links hier zu starten. Euch kostet das keinen Cent mehr, doch bei mir bleiben ein paar Euros hängen, je nach Preis des Produkts.

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Mit der Olympus Pen E-PL7 in den Bergen

Hätte ich gewusst wo es uns hin verschlägt, als wir gestern Früh zu einer Rundfahrt mit dem Cabrio ausrückten, hätte ich eine andere Kameratasche mitgenommen und zwar die mit der OM-D E-M5 und 12–40mm und 9–18mm Objektiv als Inhalt. So jedoch rückte ich mit meiner Immer-dabei-Kameratasche und der Immer-dabei-Kamera Olympus Pen E-PL7 mit 17mm ƒ1.8 (knapp 35mm Kleinbild) aus.

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Seilbahnen sind nicht meine Freunde – ich habe ganz gerne festen Boden unter den Füßen. Doch der Aufstieg zum Lünersee ist lang.
Blende ƒ5.6, 1/125s, manuelle Belichtung; die Aufnahme wurde am Computer geometrisch korrigiert; Schatten und Lichter wurden aufgrund der Gegenlichtsituation in Capture One kräftig angeglichen.

Unverhofft führte uns der Weg ins Vorarlberger Brandnertal und ans Ende der Straße zu Füßen des Lünersees.

Mit der Gondel ging es hoch zur Douglashütte wo ich am Ufer des Sees eine ausgezeichnete Forelle aus demselben verspeiste. An touristischen Hotspots erwarte ich ja normalerweise weder sehr gutes Essen noch sehr freundliche Bedienung – höchstens sehr hohe Preise –, doch beides wurde hier geboten – zu fairen Preisen!

Nach dem Essen machten wir uns an die Umrundung des Sees. Dafür werden auf den Wegweisern 1 Stunde und 45 Minuten veranschlagt – wir schafften die 7,5km in 2 Stunden 30 Minuten – Genießer und Fotografen brauchen eben etwas länger.

Die OM-D hätte mit den beiden oben genannten Objektiven den Vorteil gehabt flexibler auf die Bergwelt reagieren zu können. 35mm Kleinbild ist schon ein recht enger Ausschnitt wenn man Alpenlandschaften einfangen möchte. Den See gab es damit immer nur Häppchenweise – den ganzen konnte ich nicht ein einziges Mal in den Bildausschnitt bekommen. Schon die exzellente 12–40mm ƒ2.8 Linse hätte deutlich weitere Panoramen ermöglicht, wäre für Porträts zwischendurch besser geeignet gewesen und erzielt im Nahbereich Aufnahmen die eigentlich schon fast als Makro durchgehen müssten.

Dafür hat die Pen mit dem 17mm-Objektiv und somit der kleinbildäquivalenten Brennweite von knapp 35mm natürlich den Vorteil volumen- und gewichtsmäßig nicht viel Heu zu fressen und dennoch eine Abbildungsqualität auf Augenhöhe mit einer E-M1 zu liefern.

Allerdings hätte die OM-D noch einen weiteren Vorteil gehabt: Den elektronischen Sucher. Fotografieren im Sonnenschein ist mit Display immer ein Bisschen wie ein Blindflug. Zwar geht es mit einem Klappdisplay etwas besser als ohne – es gelingt leichter einen optimalen Winkel für das Display zu finden und es zu beschatten – aber ein Sucher ist unter der Sonne doch ein klarer Vorteil.

Dass man mit einer Pen und einer 35mm-Festbrennweite und somit ohne den Luxus des Zoomens eine Wanderung in den Bergen trotzdem schön bebildern kann sollen die nachfolgenden Aufnahmen zeigen.

Die meisten Fotos entstanden mit manueller Fokussierung und Schnappschuss-Fokus. Ebenfalls manuell fokussiert habe ich die Nahaufnahmen von den Bergblumen. Es waren in erster Linie die Aufnahmen von Andrea die ich mit Autofokus aufgenommen habe und dann meist via Touch auf das Display.

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Das nach vorne klappbare Display verleitet sogar einen »No-Selfie-Man« wie mich gelegentlich doch ein Selfie aufzunehmen – zumindest wenn die frechere Hälfte aus dem Hintergrund ins Bild grinzst.
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35mm Kleinbildbrennweite ist jetzt nicht unbedingt optimal für Porträts aber wenn man den Bildausschnitt nicht zu knapp auf das Gesicht beschränkt geht es durchaus. Das 17mm-M.Zuiko zeigt dabei einen durchaus ansprechenden Freisteller und eine angenehme Unschärfe im Hintergrund.
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Wie von MFT-Linsen gewohnt erzeugt auch das 17mm ƒ1.8 ein sehr schönes weiches Bokeh. Das Klappdisplay erlaubt die tiefe Perspektive.
Blende ƒ1.8, 1/2500s.
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Klassische Vordergrund/Mittelgrund/Hintergrund-Staffelung. Bei manueller Fokussierung mit Schnappschuss-Fokus ist bei Blende ƒ11 ab ≈2m bis unendlich alles scharf. Mit einem Polfilter habe ich die Sättigung des Himmels und des Wassers sowie die Spiegelungen auf dem See beeinflusst. Der Filter von Hoya passt mit seinem 46mm-Gewinde sowohl auf das 17mm ƒ1.8 als auch auf das 12mm ƒ2.0.
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Dank exzellenter Sony-Bildsensoren erreichen Olympus’ Kameras trotz relativ kleinen MFT-Formats einen beachtlichen Dynamikumfang – die E-PL7 beispielsweise 12,4 Lichtwerte. Damit lassen sich auch schwierige Gegenlichtsituationen mit Wolken und Schneefeldern im Sonnenschein recht gut meistern. Für solche Resultate ist dann natürlich eine Korrektur von Lichtern und Schatten bei der Entwicklung in der digitalen Dunkelkammer notwendig.
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Eine aus dem Leben gegriffene Momentaufnahme. Einfangen konnte ich sie nur weil die Kamera auf Schnappschuss-Fokus gestellt war und ich nicht fokussieren musste. Auch der Belichtungsmodus stand auf M – unter gleichbleibenden Lichtsituationen, wie im beinahe schattenlosen Gelände um den See, kein Problem.
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Die Farben von Bergseen können an sonnigen Tagen durchaus mit jenen von Ozeanen um karibische Inseln konkurrieren.
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Die 25cm Naheinstellgrenze des 17mm ƒ1.8 setzen dem Ablichten kleiner Blümchen Grenzen – ohne Zuschnitt würden sie im ursprünglichen Bildausschnitt noch verlorener wirken. So, mit den angedeuteten Schneefeldern im Bokeh, hat die Aufnahme jedoch durchaus ihren Charme.
Manuell fokussiert, ƒ1.8, 1/4000 Sekunde (ohne den Polfilter, der ein bis zwei Lichtwerte schluckt, wäre sich Offenblende hier im Sonnenschein wohl nicht ausgegangen).
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Gehört irgendwie zu den Bergen: der Enzian. Kommt man wegen der Naheinstellgrenze nicht näher an seine Motive ran gilt es aus der Not eine Tugend zu machen in dem man die Landschaft zum präsenten Hintergrund der Blüten macht. Auch hier wurde manuell fokussiert; Blende ƒ3.2, 1/160s.
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Noch ein Bild mit schöner Tiefenstaffelung.
Manuell fokussiert im Schnappschuss-Fokus, Blende ƒ11, 1/125s.
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Ob sich das Bergbächlein selbst für diesen Weg entschieden hat?
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Nachdem man einen See umrundet hat darf man sich natürlich auch einen Schlemmerbecher gönnen.

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24mm

»Wie viel Zoom braucht der Mensch?« habe ich in einem Artikel, unter dem Titel »40mm«, vor sechs Wochen gefragt und behauptet »gar keines!«

Nicht, dass ich Zooms schlecht finde. Ganz im Gegenteil: Wer mit einer Festbrennweite auf Weg geht, hat keine Möglichkeit die perspektivische Wirkung seiner Bilder zu gestalten. Zwar kann man den Blickwinkel verändern, aber unterschiedliche Brennweiten haben ganz verschiedene Auswirkungen auf Perspektive, Fluchten und Tiefenwirkung. Dennoch hat das Fotografieren mit einer festen Brennweite absolut seinen Reiz. So ist viel Lichtstärke bei Festbrennweiten bedeutend günstiger zu bekommen, als bei Zooms. Und viel Lichtstärke bedeutet nicht nur einen Vorteil bei ungünstigen Lichtverhältnissen, sondern auch mehr Gestaltungsspielraum mit Schärfentiefe und Bokeh.

Bei meiner Urlaubsreise nach La Palma im Frühjahr 2011 fehlte mir noch der Mut ausschließlich mit einer einzigen Festbrennweite zu fliegen. Doch die meiste Zeit blieben meine 24–70mm und 70–300mm Nikkore in der Finka und lediglich eine 24mm ƒ1.8 Festbrennweite von Sigma, mit Makro-Fähigkeit, begleitete mich.

Muss jedes Motiv jederzeit erreichbar sein? | Natürlich gibt es Motive, die sich damit nicht einfangen lassen. Vor allem all jene, die sich in der Ferne befinden und weg laufen oder fliegen, wenn man näher ran will. Manchmal gibt es auch Barrieren zwischen Fotograf und Motiv, die sich nicht so einfach überwinden lassen. Einen Fluss zum Beispiel, oder eine schlichte Absperrung. Aber ist es wirklich wichtig sie alle zu erreichen, so lange man nicht als Berufsfotograf darauf angewiesen ist genau dieses Motiv einzufangen?

Ich meine, was versäume ich schon, wenn ich auf einige Motive verzichte, weil ich nicht auf die passende Brennweite zoomen kann? Natürlich ist es toll ein eigenes tolles Foto eines Löwen, Bären oder von George Clooney zu schießen. Tatsächlich aber versäumen wir in jeder Minute unseres Lebens Millionen und Milliarden toller Motive, weil sie irgendwo auf der Welt statt finden und wir sie mit unseren Zooms nicht erreichen können. Doch mir persönlich geht es beim Fotografieren ums Fotografieren. Wenn ich Kimba, Meister Petz oder George begegne und keine passende Brennweite an der Kamera habe, sie gut abzulichten, ist das schade (jedenfalls bei Kimba und Meister Petz), aber keine Katastrophe. Schließlich sind großartige Bilder von Ihnen dank Internet immer nur einen Klick entfernt.

Oft der bessere Kompromiss | Ich ziehe es vor beim Fotografieren ein Maximum an Komfort bei bestmöglicher Abbildungsqualität zu haben. Und da sind auf Reisen und auf Tour Festbrennweiten einfach der bessere Kompromiss, als schwere Zooms mit guter Abbildungsqualität oder leichte und kompakte Zooms, die aber bei der Abbildungsleistung schwächeln. Und in Sachen Lichtstärke kommen auch die teuersten Zooms mit Festbrennweite nicht mit.

Die nachfolgenden Bilder sind alle mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden. Ich glaube sie zeigen sehr schön, dass man auch mit einer einzigen Brennweite Facettenreich fotografieren kann.

La Palma 11 03 17 11

Gut: Das ist noch nicht mit dem Sigma 24mm ƒ1.8 entstanden, sondern zeigt mich beim Fotografieren mit selbigem.

La Palma 11 03 16 22
La Palma 11 03 16 37
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La Palma 11 03 17 45
La Palma 11 03 19 27
La Palma 11 03 19 62
La Palma 11 03 19 70
La Palma 11 03 19 87
La Palma 11 03 20 34
La Palma 11 03 20 75
La Palma 11 03 20 89
La Palma 11 03 20 107
La Palma 11 03 20 112
La Palma 11 03 24 61
La Palma 11 03 25 57
La Palma 11 03 25 73
La Palma 11 03 25 93
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Eine Insel, eine Brennweite, viele Gesichter.

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40mm

Wie viel Zoom braucht der Mensch? Gar keines. Behaupte ich. Die Betonung liegt aber auf ›braucht‹. Dass ich keines brauche, heißt nicht, dass ich Zooms nicht schätze. Doch es geht auch sehr gut. Das wussten schon unsere Väter. Denn als die fotografierten gab es noch kaum Zooms. Zumindest als mein Vater fotografierte. Eure Väter, liebe Leser, mögen ja Teils in meinem Alter.

Auf jeden Fall liebe ich meine Festbrennweiten. 24mm von Sigma, 28mm von Nikon, 35mm von Nikon, 40mm (KB) von Panasonic, 50mm von Nikon und 105mm. Von Nikon. Nur das neue 85mm ƒ1.8 harrt noch auf der Wunschliste. Übrigens auch von Nikon.

Weniger Ballast, mehr Herausforderung | Vor Jahren bin ich mit 14–24mm, 24–70mm, 70–200mm und 70–300mm auf Reisen gegangen. Würde ich heute nicht wieder machen. Für die letzten beiden Urlaubsreisen – nach La Palma und quer durch Österreich – habe ich jeweils nur eine (!) einzige Festbrennweite eingepackt. Habe ich es bereut? Keineswegs! Rücken und Schultern waren froh. Hat es weniger Spaß gemacht? Im Gegenteil! Verschiedenste Motive mit einer einzigen Brennweite ansprechend einzufangen ist eine größere Herausforderung, als wenn man die Perspektive mit flexibler Brennweite aktiv kreativ gestalten kann. Diese Flexibilität ist natürlich durchaus ein Vorteil von Zooms. Es heißt aber nicht, dass man mit Festbrennweiten keine bemerkenswerten Ergebnisse erzielen kann. Es kostet nur oft etwas mehr Anstrengung. Und gerade dieser erhöhte Herausforderung mag es sein, dass man trotz der eingeschränkteren Möglichkeiten doch oft bessere Treffer erzielt, als in der Komfortzone des Zooms. Einmal ganz abgesehen davon, dass das Preis-Qualitäts-Verhältnis bei Festbrennweiten oft besser ist.

Mit der Festbrennweite quer durch Österreich

Neben meiner Leidenschaft für Fotografie und Design habe ich auch eine für offenes Fahren. Regelmäßig fahren ich und meine Frau in meinem kleinen japanischen Reiskocher Straßen und Pässe in der näheren und weiteren Region ab. Auf meine letzte Reise kreuz und quer durch Österreich habe ich lediglich meine Zweitkamera mitgenommen, die Panasonic Lumix G3, mit einem 20mm ƒ1.7 Festbrennweiten-Objektiv mitgenommen. Umgerechnet auf Kleinbild entspricht dieses 20mm-Objektiv 40mm und ist somit irgendwo zwischen leichtem 35mm Weitwinkel und 50mm Normalobjektiv zu sehen. Ein bisschen eng, für einen Weitwinkelfreund wie mich, aber doch gut zu gebrauchen. Die folgenden Bilder stammen allesamt von dieser Reise und sind somit mit demselben Objektiv und derselben Brennweite entstanden.

40mm 14 Meine Kamera für Unterwegs. Die G3 mag mir zwar nicht so recht ans Herz wachsen – sie vermittelt mir nicht das Gefühl eine Seele zu haben – aber sie ist dennoch eine praktische Kamera mit guten Eigenschaften in einem recht kompakten Gehäuse. Besonders mit dem 20mm ƒ1.7 kann man die G3 gut einsetzen.
40mm 02
Es kommt auf die Perspektive an. Enten sind zwar keine aufregenden Motive und auch das Licht ist hier eigentlich recht langweilig, aber der Blick aus Entenaugenhöe auf die Vögel, das Schilf und die tiroler Berge dahinter macht das Motiv dennoch durchaus interessant.
40mm 03
Auch Schmetterlinge sind jetzt nicht so die spannenden Motive, zumal es sich um Exemplare handelt, die in unseren Landen über alle Wiesen, Auen und Wälder flattern. Dennoch mache ich das kleine ‘catch me if you can’-Spiel, zu dem einen die Mistviecher immer einladen. Setzen sich erst vor deiner Nase auf eine Blume und kaum hast du die Kamera eingeschaltet, machen sie schon wieder den Flattermann.
Schmetterlinge sind groß genug um sie trotz eines Minestabstands von 20cm, beim Panasonic 20mm ƒ1.7, einigermaßen formatfüllend einfangen zu können und nach dem Urlaub sagen zu können »Schau mal, ich hab da auch ein Makro.«
40mm 04
Besonders weite Panoramen muss man mit 40mm Kleinbild natürlich nicht einfangen wollen – dafür ist der Ausschnitt viel zu eng. Aber ein bisschen Landschaft geht immer. Die Bäume und Äste im Vordergrund geben dem Bild etwas tiefe und verhindern, dass das Bild von Bergen und Felsen zu flach wirkt. Vor allem der halb angeschnittene Baum rechts tut der Gesamtkomposition recht gut. Der leicht durchzogene Himmel ist interessanter, als wenn er mit flächigem Blau angemalt wäre.
40mm 05
Wege gehören, neben Türen und Fenstern (‘yes, I like windows’), zu meinem liebsten Motiven. Dieses Bild zeigt, dass sich auch mit 40mm schön mit perspektivischer Tiefe arbeiten lässt. Und auch hier garnieren die Wölkchen schön den Himmel.
40mm 06
Passend zu meinem Sarkasmus und meinem Faible für schwarzen Humor fasziniert mich das Schwindende und Verfallende. Die Bildentwicklung in schwachen Farbtönen kommt dem Motiv entgegen.
40mm 25
Und noch eine Leidenschaft: Street Photography. Allerdings hier von der Street durch das offene Fenster in die Küche eines Restaurants fotografiert. Frag mich aber jetzt niemand wie weit ich dabei die Grenze des Legalen schon überschritten habe.
40mm 07
Grünes Licht. Nichts weiter.
40mm 01 Urlaub und Abendrot. Gehört irgendwie zusammen. Auch wenn dieses Abendrot ein Morgenrot ist.
40mm 08
Das empfundene Blau in der Realität vor Art habe ich trotz aller Nachbearbeitung nicht zustanden gebracht. Leider sind Bildschirme nicht in der Lage alle in der Natur vorkommenden Farben in ihrer tatsächlichen Leuchtkraft wieder zu geben. Schön finde ich es allemal.
40mm 09
Schrieb ich nicht eben weiter oben, dass ich Fenster liebe? Besonders wenn sie von so einem dezenten Lichtstrahl gestreift sind wie hier.
40mm 10 Eine Tür. Licht. Diagonale Linien. Dynamik. Eines meiner liebsten Bilder der Österreichrundfahrt 2011.
40mm 15 Noch ein stiller Favorit der Reise, aufgenommen in einer Kirche in der Wachau.
40mm 11
Dieses Bild hat den Titel »Das schnelle Paket« erhalten. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich es sehe. Kann mich voll identifizieren, mit dem kleinen Penner. Übrigens einmal mehr ein klassisches Beispiel für das ›Vier Schritte zum Bild‹-Konzept: Perspektive (Augenhöhe), Schärfe (geringe Schärfentiefe zum Freistellen), Belichtung (etwas dunkler eingestellt) und Komposition (asymmetrisch, was der Bildinhalt zulässt). Und gut is.
40mm 12 Die tatsächlichen Wahrzeichen aller Touristenorte sind eigentlich die Andenken-Läden. Hier einmal einer der einen wirklich zum Eintreten einladen könnte.
40mm 13 Kein gutes Foto, aber ein witziges Bild, wie ich finde, der grinsende Schädel.
40mm 16 Kirchenbesuche gehören bei Städte- und Orte Touren irgendwie dazu. Wobei es hier wieder einmal das Licht war, das mich zur Aufnahme bewegt hat.
40mm 17 Warum ich auch mit solchen Aufnahmen immer wieder heimkehre, weiß ich eigentlich auch nicht. Wahrscheinlich weil man das halt so macht und weil es nichts kostet.
40mm 20
Schön bunt und schön tief. Letzteres trotz 40mm Brennweite.
40mm 21
Anderes Wetter, andere Region, andere Stimmung. Und immer dieselbe Brennweite. Die Entwicklung der Bilder soll die Stimmung vor Ort unterstreichen. In Farbe wären die Aufnahmen dieser Höhentour völlig langweilig und nur trostlos geworden.
40mm 22
Trotz dem nicht allzu großen Sensor der Panasonic G3 und der mit 40mm auch relativ kurzen Brennweite, lässt sich bie Offenblende ƒ1.7 doch ein bisschen mit Schärfentiefe spielen.
40mm 23
Noch ein Motiv aus Licht und Farbe.

Der Weg ist mein Ziel | Wie gesagt: Alle Bilder sind mit demselben Objektiv bei derselben Brennweite entstanden. Ich kann mich an keine Situation erinnern, an der mir ein Zoom tatsächlich abgegangen wäre. Hätte ich ein anderes Objektiv – vielleicht auch ein Zoom – dabei gehabt, hätte ich sicher anders fotografiert. Doch bei meinen Foto-Touren geht es mir nicht darum bestimmte Dinge auf bestimmte Art einzufangen. Ich weiß ja noch gar nicht was auf mich zukommt. Es geht mir vielmehr darum raus zu gehen und zu schauen welche Motive mir passieren. Und dabei fange ich die ein, die ich mit meinem aktuellen Objektiv gerade erreichen kann. Man kann also sagen ich konzentriere mich auf die Motive, die zum Objekti passen.

Etwas anderes ist es, wenn ich ein Shooting mit einer Person vereinbare, ein bestimmtes Gebäude oder eine Landschaft von einem bestimmten Standpunkt aus ablichten möchte. Dann muss ich die Ausrüstung einpacken, die zum Motiv passen.

Ob so oder so: Was mir zählt ist die Freude an der Fotografie und die Aktive Auseinandersetzung mit Motiven. Das hat so ein Hauch von Flow; von Einswerden mit Motiv und Kamera. Die fertigen Aufnahmen sind mehr so etwas wie ein angenehmer Nebeneffekt. Natürlich freue ich mich, wenn die Resultate gut werden; wenn ich sie wieder sehe und sie Erinnerungen an die Zeit der Entstehung auslösen. Deshalb laufen meine Fotoalben auch als Bildschirmschoner auf meinem Wohnzimmmer-Mac.

Zurück zur Reise und zur 40mm-Brennweite: Ein paar Situationen hat es gegeben, in denen mir der Blickwinkel deutlich zu eng war. In diesen Situationen habe ich einfach mehrere Aufnahmen der Szene gemacht und die Einzelbilder von Photomerge in Photoshop zu einer Gesamtansicht zusammen bauen lassen. Das Programm ist mittlerweile so gut, dass man auch aus freier Hand und ohne Stativ fotografieren kann und trotzdem herzeigenswerte Urlaubsaufnahmen erhält.

40mm 24 Dieses Bild besteht aus beinahe einem Dutzend Einzelaufnahmen neben- und übereinander, die Photoshops Photomerge zu einem Ganzen zusammengebaut hat. Ich hätte während der Aufnahme nicht gedacht, dass es tatsächlich gelingt.
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Auch hier war es mir nicht möglich weit genug vom Schloss weg zu kommen, um es mit dem Blickwinkel der 40mm Brennweite einzufangen. Photoshop hat diese Ansicht aus drei Einzelbildern zusammen gesetzt, die ich im Hochformat aufgenommen habe.
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Und noch ein Photomerge-Panorama.

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