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Alles wird schneller: Olympus OM-D E-M1 Mark II

Olympus hat 2013 mit der OM-D E-M1 die perfekte Kamera für mich vorgestellt. Zwei Jahre später wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob ich sie durch eine Mark II ersetzen würde – lange bevor eine solche offiziell angekündigt wurde. Bis die Mark II tatsächlich vorgestellt wurde war das kein relevantes Thema für mich.

Die E-M1 verschafft mir beim Fotografieren die Leichtigkeit die MFT generell zu Grunde liegt. Sie ist aber groß und griffig genug um sie auch bei ausgedehnten Foto-Sessions effizient einsetzen zu können. Mit der E-M5 – der ersten Olympus die mir MFT und spiegelloses Fotografieren schmackhaft machte – wäre das kein Thema gewesen. Die E-M5 punktet unterwegs mit Kompaktheit, wäre für mich aber keine Alternative zu meiner damaligen D600 gewesen. Erst die E-M1 von 2013 veranlasste mich auf den Gedanken, von Nikon auf Micro FourThirds umzusteigen, was ich nach einigen Wochen mit ihr auch in die Tag umsetzte.

Für einen Fotografen wie mich, der etwa 95% auf Achse fotografiert, kann es in meinen Augen kein besseres System als MFT geben. Mehr als alles andere bestätigte mir das eine 15-tägige Rundfahrt um Island: In meiner Vanguard The Heralder begleiteten mich damals, ein Weitwinkel-, ein Standard- und ein Telezoom (M.Zuiko 9–18mm und M.Zuiko 12–40mm, Lumix 100–300mm) und drei Kameras (E-M5, E-M1 und Lumix GM1). Trotz dreier Apparate samt Linsen, hatte ich wohl weniger Ballast zu tragen, als eine Vielzahl anderer Touristen mit Vollformat und zwei oder drei Wechselobjektiven. Ein bis zwei Stunden Fußmarsch mit der Fototasche um die Schultern waren kein Problem.

Jeden Brennweitenbereich an einer eigenen Kamera zu haben, hat doppelten Vorteil: Man muss nicht ständig Objektive wechseln, läuft also nicht Gefahr, dass Staub und Schmutz in die Kamera gelangen, und man ist in Sekunden schussbereit.

Klar bringt MFT gegenüber APS-C und Kleinbild auch Nachteile mit sich, die man nicht ernsthaft von der Hand weisen kann:

  1. Da wäre einmal die enger gesetzten Grenzen in der Auflösung. Allerdings fand ich mit den 16 Megapixel von E-M5 und E-M1 immer mein Auslangen. Damit erreiche ich bei 300ppi knapp A3, bei 250ppi sogar deutlich darüber (genau genommen gibt es kaum Situationen in denen 300ppi gegenüber 250ppi eine sichtbare Qualitätssteigerung bringt). Mit den 20MP der Pen F und der E-M1 Mark II ist sogar dieses Limit gesprengt und wer unbewegte Motive fotografiert kommt mit Stativ sogar auf 50MP bzw. 80MP.
  2. Während mehr als 16 Megapixel kaum ein Thema ist, das mich berührt, stellt für mich die bessere ISO-Performance schon eher einen bemerkenswerten Nachteil von MFT gegenüber Vollformat dar. Allerdings hat die ISO-Performance heute generell ein so gutes Niveau erreicht, dass ich deswegen nicht das doppelte oder dreifache Gewicht durch die Gegend schleppen möchte.
  3. Noch ein Thema bei dem ich mir mehr wünschen würde, wäre Dynamikumfang. Von den etwa 15 Lichtwerten die Nikons Spitzenmodelle erreichen, kann ich mit MFT nur träumen. Olympus’ und Panasonics Modelle schaffen heute knapp 13LW. Allerdings ist das noch immer ein Wert der manche Canon-Profikameras in den Schatten stellt – Kameras mit denen Fotografen die viel besser sind als ich Aufnahmen machen, die mich wegblasen. Also, was soll’s!
  4. Noch ein Nachteil: Die geringe Schärfentiefe exzellenter Festbrennweite bleibt mit MFT unerreichbar. Selbst mit manuellen ƒ0.95 Objektiven wird man von einem preiswerten (und automatischen) Vollformatlinsen mit Lichtstärke 1.8 ausgestochen. MFT zeichnet bei adäquater Brennweite einfach um 2 Lichtwerte mehr Schärfentiefe auf als Vollformat. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass MFT-Objektive bereits bei Offenblende schärfer zeichnen als andere Linsen mit denen ich schon arbeitete, und das Bokeh scheint mir tendenziell etwas weicher zu sein, was den Nachteil der geringeren Schärfentiefe zwar nicht aufwiegen kann, aber zumindest auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.
  5. Spiegellose Systeme litten bislang generell an im Vergleich zu DSLRs langsameren AF-Systemen. Das hat nichts mit der Sensorgröße zu tun, sondern schlicht damit, dass DSLRs für das Scharfstellen einen eigenen Sensor nutzen, der den sogenannten Phasenvergleich erlaubt und eben der Kontrasterkennung spiegelloser Kameras überlegen ist.

Diese Nachteile gilt es zu berücksichtigen und gegen den unbestreitbaren Vorteil von MFT in die Waage zu legen: Das System ist bei weitem das kompakteste und leichteste auf dem Markt. In Verhältnis von Abbildungsqualität zu Gewicht ist es unschlagbar. Zwar baut auch Sony mittlerweile extrem kompakte Kleinbildkameras, doch bei den Objektiven wird Vollformat nicht einmal in die Nähe der Kompaktheit und Leichtigkeit von MFT kommen können.

Der Nachteil der mich bei MFT bislang am meisten schmerzte, war definitiv das behäbigere AF-System: Rasch bewegende Objekte lassen sich kaum einfangen. Vögel im Flug sind selbst für die als schnell geltende E-M1 unerreichbar. Das wurde mir regelmäßig beim Einsatz der Panasonic Telezooms 100–300mm und100–400mm bewusst, mit denen ich meine Liebe für die Vogeljagd entdeckte. Damit lassen sich Vögel praktisch nur ablichten, wenn sie einigermaßen still sitzen.

Zur Fragen ob ich es in Betracht ziehen würde meine E-M1 durch ein Nachfolgemodell zu ersetzen: Nur, wenn das AF-System so gut war, dass es mit meinen früheren Nikons gleichziehen und Vogelflug wieder in Reichweite bringen kann.

Die E-M1 Mark II wurde zwar als Power-House mit sehr schnellem AF angekündigt, doch, dass eine Spiegellose beim Fokussieren mit DSLR gleichgezogen habe, hatte ich in den letzten Jahren zu oft gehört und doch anders erfahren, weshalb ich das nicht ganz ernst nahm. Schnelle Serienbildaufnahmen, zweite Speicherkarte und +4MP alleine jedoch, wären für mich kein Argument gewesen, die mit 2000 Euro nicht ganz billige Mark II in Betracht zu ziehen.

Panasonic G80/G81/G85

Während 2000 Euro für die E-M1II vielen Kommentatoren als zu gilt, kündigte Panasonic im Herbst ein interessantes Modell zum Schnäppchenpreis an, die je nach Markt G80, G81 oder G85 heißt. Sie hat ein griffiges Gehäuse, ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet und in vielen Berichten hatte ich gehört und gelesen, dass ihr AF unglaublich schnell sein soll.  Eine wetterfeste Systemkamera inklusive abgedichtetem Objektiv unter 1000 Euro wäre mir sonst von keinem Hersteller bekannt.

Reizend an der G81: Sie hat je einen dezidierten Hardware-Schalter, um von Einzel- zu Serienbildaufnahme umzuschalten, und einen, um von AF-S zu AF-C oder MF zu wechseln – etwas, das ich bei Olympus vermisse. Was mich nun aber vor allem interessierte: War der Panasonic AF wirklich so gut wie viele behaupteten, und wie gut würde er verglichen mit dem neuen System der E-M1II abschneiden? Wäre die Olympus den doppelten Preis wert?

Der Vergleich dauerte keine fünf Minuten. Beim ultimativen Hardcore-Test, weiße Möwen fliegend am grauen Himmel, konnte ich bei der G81 keinen nennenswerten Gewinn gegenüber meinen bisherigen MFTs feststellen. Der AF der E-M1II hingegen schnappt dermaßen schnell und präzise zu, wie ich es nur von den Nikons die ich früher im Einsatz hatte, kenne. Um faire Bedingungen zu schaffen, habe ich  an beiden Kameras sowohl das 40–150mm von Olympus, als auch das 100–400mm von Panasonic getestet.

Zuletzt auf Facebook einen Rüffel bekommen, weil ich die preislich so unterschiedlichen Kameras verglichen habe. Doch die Frage durchaus gerechtfertigt: Ist der doppelte Preis der E-M1II gegenüber der G81 gerechtfertigt? Für alle die rasante Motive einfangen wollen: Definitiv!

Dass die E-M1 für mich in Frage kommt, die G81 jedoch nicht, soll nicht heißen, dass ich generell von ihr abraten würde. Im Gegenteil: Wer eine handliche aber doch kompakte und leichte Kamera sucht, die ihn bei Wind und Wetter sicher begleitet, sollte einen Blick darauf werfen. Das schöne an MFT ist ja gerade, dass ein System so unterschiedliche Kameras anbietet, wie sie von Olympus und Panasonic stammen.

Der Mehrwert der E-M1II

Mit dem Panasonic Leica Vario-Elmar 100–400mm wird die E-M1II zum Dream-Team für alle die gerne unterwegs sind und scheues Getier ablichten wollen. Ebenso beeindruckend wie die Geschwindigkeit und Präzision mit der der AF zuschnappt, ist die Hartnäckigkeit mit der er sich beim Tracking an Objekte haftet. Ich hatte nicht erwartet, dass die Mark II mit meinen früheren DSLRs von Nikon (D700, D7100 und D600/D610) gleichziehen könnte, doch ich würde mindestens von Gleichwertigkeit ausgehen, wenn sie die genannten Modelle nicht sogar überflügelt.

Im Grunde ist die E-M1II eine waschechte OM-D und verlangt nach einer E-M1 keinerlei Umgewöhnung. Das Gehäuse ist eine Spur höher, was mir den kleinen Finger nicht mehr ins Leere laufen lässt, und wahrscheinlich heißt, dass ich bei ihr wieder auf den Hochformatgriff verzichten kann, was ich bei der E-M1 aus Ergonomiegründen nur selten machte.

Viele wird freuen, dass das Display nun seitlich ausklappbar ist und sich somit auch im Hochformat besser nutzen lässt. Ich war ja bislang immer eher Freund des reinen Hochklappmechanismus, habe mich aber mit der Pen F an das seitlich ausklappende Display gewöhnt, und kann dem mittlerweile durchaus auch einiges abgewinnen, auch wenn es sich nach wie vor fragiler anfühlt.

Ein Detail, das mich zunächst irritiert hat, ist, dass die Öse zum Anbringen eines Gurts oder einer Handschlaufe wegen des zweiten Speicherkartenfachs von der Seite nach oben gewandert ist. Ich erwartete, dass sich das Nachteilig auf das Handling auswirkt, musste das Gegenteil feststellen: Meine Handschlaufe legt sich jetzt wie selbstverständlich von oben her um das Armgelenk und, dass sich der Verschluss störend zwischen Hand und Kamera drängelt scheint jetzt deutlich weniger oft der Fall.

Preiswert?

Stellt sich die Frage ob die Mark II ihren Preis wert ist. Definitiv: Ja!

Die Diskussionen über die Preisgestaltung von MFT-Modellen scheint mir ja immer ein bisschen sonderbar. Kritiker reduzieren eine Kamera auf die Größe des Sensors und stellen fest, dass ein Modell mit halb so großem Bildwandler doch unmöglich gleich viel kosten könne, wie eine Vollformatkamera. Das ist als würde ich den Preis von Wurst anhand der gewogenen Menge beurteilen oder jenen eines Autos anhand der Sitzplätze. Ich habe einen Roadster. Der hat zwei Sitze. Das heißt er bietet 2/5 weniger Plätze als ein PKW. Muss er deshalb günstiger sein als ein Golf?

Mit meinem Roadster hat die E-M1II gemein, dass sie einfach Spaß macht. Mit einer MFT-Kamera und 800mm KB-äquivalenter Brennweite auf die Pirsch nach scheuen Motiven zu gehen, ist eine bedeutend unbeschwertere Angelegenheit als mit vergleichbarem im Vollformat. Der E-M1II Body wiegt 574g, das Panaleica 100–400mm 985g. Das sind zusammen 1559g. Ein Gewicht, das man bei Vollformat schon mit einem Standardzoom kaum halten kann. Ein Nikon D750 Body beispielsweise wiegt 840g. Mit dem Nikkor 24–70mm ƒ2.8 und seinen 1070g kommt man da auf1910g. Von Telezoom ist dabei noch keine Spur. Wer echte 800mm am Vollformat auf den Weg nehmen will, der muss zur Kamera zusätzlich 4000g und mehr schultern.

Man kann eine Kamera nicht auf die Größe des Sensors reduzieren!

Natürlich bietet die Nikon D500, mit der die E-M1II derzeit so häufig verglichen wird, um einen geringfügig höheren Listenpreis einen APS-C-Sensor und erreicht damit bessere Leistungen im High-ISO-Bereich, beim Dynamikumfang und ist etwas höher aufgelöst. Aber sie hat auch eine Serienbildrate von 10 Bildern pro Sekunde (E-M1II bis zu 60 Bilder) und garantiert eine Betriebsbereitschaft bis 0° (E-M1II bis –10°). Eine Kamera ist nicht automatisch mehr Wert, nur weil der Sensor größer ist.

Für MFT entscheidet man sich nicht, wenn man die bestmögliche Bildqualität erreichen will, sondern weil man den idealen Kompromiss zwischen Abbildungsqualität und Transportabilität sucht. Diesbezüglich ist das System bis auf Weiteres definitiv unschlagbar. Nicht selten erfordert Miniaturisierung einen erhöhten Aufwand und führt zu teureren Produkten. Ich weiß nicht, ob das auf Kameras zu übertragen ist, ich halte nur den Schluss, eine kleinere Kamera muss automatisch billiger sein, für Unfug.

Es gibt an der ganzen Debatte noch etwas anderes was ich schräg finde: In einem Artikel über die E-M1II las ich die generelle Kritik daran, dass die Kamerahersteller den sinkenden Absätzen mit teureren Modellen begegnen. Ja, was sollen sie denn tun? Soweit ich mitbekommen habe, schreiben die meisten Marken in der Kamerasparte rote Zahlen. Ist der Versuch Modelle so zu kalkulieren, dass ein Gewinn für sie hängen bleibt den verwerflich?

Ich weiß schon: Viele finden, dass alle zu teuer sind und nur sie selber zu wenig verdienen. Ich persönlich gönne einem Unternehmen allerdings einen Profit, wenn er mir ein gutes Produkt verkauft. Und für ein gutes Produkt bin ich auch bereit einen guten Preis zu bezahlen.

Die E-M1II ist definitiv ein gutes Produkt und ihren Preis absolut wert. Besser als sich von anderen erzählen zu lassen, wie gut sie ist, ist allerdings es selber auszuprobieren – ein Gefühl dafür bekommt man nur, wenn man es selber erfährt.

Der Blick in meine Kameratasche zeigt, was ich an MFT liebe. Eine Pen F mit 7–14mm ƒ2.8, eine E-M1 mit 12–40mm ƒ2.8 und eine E-M1II mit 40–150mm ƒ2.8. Trotz des immensen Brennweitenbereichs bei durchgehender Lichtstärke von ƒ2.8 leicht zu schultern.

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Tethered Shooting mit der Olympus OM-D E-M1

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Von »Tethered Shooting« spricht man, wenn die Kamera direkt an einen Computer angeschlossen wird, so dass die Aufnahmen direkt darauf übertragen und gleich gesichtet oder bearbeitet werden können, also ohne Umweg über eine Speicherkarte.

Ich habe vor einigen Jahren mit Capture One und meinen damaligen Nikons damit experimentiert, fand es allerdings nicht besonders angenehm mit der Kamera an einem Kabel zu hängen. Eine Notwendigkeit Bilder umgehend auf dem Computer zu sehen gibt es bei mir nicht, so dass ich das Thema nicht weiter verfolgt habe. An und für sich bin ich auch davon ausgegangen, dass Tethered Shooting mit Olympus’ Systemkameras nicht ohne Weiteres möglich ist – Capture One unterstützt es jedenfalls nicht.

Zufällig stolperte ich vor Kurzem darüber, dass Olympus mit Olympus Capture ein eigenes Programm zur Verbindung der Kamera mit dem Computer anbietet und da ich im Moment gerade eine Serie an Selbstporträts mache, bot es sich an das Programm zu testen. Also die kostenlose Software heruntergeladen, installiert und die Kamera angeschlossen.

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Unterstützt wird Tethered Shooting von der OM-D E-M5 Mk2 und der E-M1 ab Firmware 2.1 – ob auch andere Apparate wie die E-M10 unterstützt werden ist mir nicht bekannt. Die Arbeit damit ist simpel und weitgehend selbsterklärend. Kamera per USB-Kabel an den Computer anschließen, die dann angezeigte Option für das Tethered Shooting wählen und am Computer Olympus Capture starten.

Ich habe mich bei der Speicheroption für »SD+PC« entschieden (dazu muss dann der Speicherort gewählt werden) und »automatisch in Olympus Viewer 3 öffnen« aktiviert. Die Kamera lässt sich anschließend in vollem Umfang vom Computer aus steuern, sogar die Blitze für Olympus’ RC-System zum kabellosen Blitzen lässt sich ohne Einschränkung über das Interface einstellen. Das AF-Messfeld wird mit der Maus an die Stelle, auf die fokussiert werden soll, gezogen.

Olympus Capture selbst kann zwar das eben aufgenommene Bild in einem eigenen Fenster anzeigen, allerdings ohne ein Histogramm der Aufnahme. Ein Histogrammfenster gibt es zwar, aber es zeigt das Histogramm der LiveView-Vorschau. Beim Blitzen im Studio ist allerdings das Histogramm der Vorschau uninteressant, denn für die Belichtung sorgt der Blitz. Deshalb lasse ich Bilder eben automatisch in Olympus Viewer anzeigen, denn dort sehe ich das Histogramm der Aufnahme. Im Screenshot unten sieht man rechts das Steuerfenster für die Kamera, die obere Hälfte links daneben bildet das Vorschaufenster von Olympus Capture, unten links das Olympus-Viewer-Fenster mit Histogramm.

Tethered-Shooting

Alternativ wäre es auch möglich Capture One mit einer Session laufen zu lassen und die Bilder dann damit im Ordner in dem Olympus Capture sie ablegt zu sichten – es fehlt dann allerdings die Option Bilder automatisch anzuzeigen.

Auch wenn wie gesagt Tethered Shooting für mich keine besondere Bedeutung hat, werde ich es in Zukunft für gelegentliche Tabletop-Aufnahmen sicher froh darüber sein. Auf jeden Fall eine sehr komfortable und intuitiv bedienbare Möglichkeit direkt in den Computer zu fotografieren und ein Grund mehr meine Olys zu lieben.

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Olympus OM-D E-M1 Update-Probleme

Seit einiger Zeit steht für die Olympus OM-D E-M1 ein umfangreiches Firmware-Update zur Verfügung. Es handelt sich dabei nicht um eine schlichte Systempflege die Fehler beseitigt, sondern die E-M1 wird um einige Funktionen erweitert:

  • Fokus-Belichtungsreihen
  • Focus Stacking
  • Lautlose Aufnahmen
  • Simulierter optischer Sucher
  • 4K wurde für Zeitrafferaufnahmen zu Intervallvideo hinzugefügt
  • Wesentliche Optimierungen für erhöhte Benutzerfreundlichkeit
  • Die Farbe und die Stärke der Focus Peaking-Einstell. können angepasst werden.
  • Einstellung »Menü erneut aufrufen«
  • und einige Details mehr

Gestern fand ich endlich die Zeit das Update aufzuspielen, was bei Olympus über die Computer-Software Olympus Digital Kamera Updater geschieht. Leider endeten meine Versuche mit der Fehlermeldung »Fehler bei der Kommunikation mit der Kamera. (0xFFFFFFFC)«. Meine Recherchen dazu führten mich unter anderem zu einer Beschreibung aller Dinge die rund um ein Firmware-Udate bei Olympus’ Kameras wichtig sein könnten, von Autoren-Kollege Reinhard Wagner im oly-forum.

Was bei mir am Ende zur Lösung des Problems führte war ein erneutes Herunterladen und Installieren des Olympus Digital Kamera Updaters. Downloads für Mac und Windows stehen hier zur Verfügung.

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OM-D E-M1 – die perfekte Kamera

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Olympus OM-D E-M5; © Olympus Corporation

E-M5 • Seit Februar fotografiere ich nun mit der OM-D E-M5. Nach langem überlegen und checken aller verfügbaren Systeme von Fuji, über Nikon, Panasonic und Samsung bis Sony habe ich mich für die Olympus-MFT als kompaktes Zweitsystem neben Nikon-Vollformat, entschieden. Als ich ab Frühjahr dann auch dazu kam ausgiebig mit ihr zu Fotografieren hatte ich von Anfang an besonderen Spaß an der Arbeit mit ihr. Niemals zuvor hat mir manuell fokussieren mehr Spaß gemacht und die Vorzüge elektronischer Sucher, wie zum Beispiel die Bildkontrolle nach der Aufnahme samt Histogramm direkt im Sucher, hatte mich schon bei der Lumix G3 vom Mäusekino überzeugt.

Außerdem haute mich die Abbildungsqualität des M.Zuiko 45mm ƒ1.8 förmlich um. Ich hätte nicht erwartet, dass eine recht preiswerte MFT-Linse an mein geliebtes 85mm-ƒ1.8-Porträt-Nikkor heranreichen würde. Zwar erreicht das Nikon-85er in den Labors von DxO-Mark einen phänomenalen Wert von 35 während das Olympus-45er nur mit 20 glänzen kann (was allerdings auch ein überdurchschnittlicher Wert ist), bei den praktischen Ergebnissen jedoch gefällt mir vor allem das Bokeh des M.Zuike besser als jenes des Nikon.

Zwei Wochen Roadster-Urlaub mit der OM-D E-M5 in Frankreich haben schließlich dazu geführt, dass sie meine Erst- und die D600 zur Zweitkamera wurde, was ja ursprünglich umgekehrt gedacht war. Die OM-D reiste in einer kleinen Kameratasche, in die sich die D600 mit einem kompakten Objektiv gerade einmal hineinzwängen hätte lassen, mit drei Festbrennweiten mit und es wäre locker noch Platz für ein oder zwei weitere Objektive gewesen. Mit der OM-D zu reisen ist im wahrsten Sinn des Wortes weit aus weniger beschwerlich als mit einer Vollformat – ohne dabei nennenswerte Abstriche in der Bildqualität machen zu müssen. Heute noch zu glauben eine gute Systemkamera liefere praxisrelevant mindere Qualität als eine Vollformatkamera kommt mir vor wie darüber zu philosophieren ob ein Auto nun mit 300 oder 350 PS ausreichend motorisiert sei.

Nach allem was ich lese und höre überzeugen sowohl Fujis als auch Sonys als auch Panasonics Systemkameras bei der Abbildungsqualität absolut – bei der OM-D weiß ich, dass sie überzeugt. So wie ein guter Autofahrer mit 300 PS einem Durchschnittslenker mit 1000 um die Ohren fahren kann, zählt auch beim Fotografieren der Fotograf viel mehr als die Kamera.

OM D E M1 Product 000 053
Olympus OM-D E-M1; © Olympus Corporation

E-M1 • Als Olympus die große Schwester zur E-M5 vorstellte tauchte bei mir die Frage auf ob ich mit ihr eventuell mein Vollformatsystem sollte. Nicht weil ich mit Nikon nicht zufrieden wäre, sondern weil ich überwiegend unterwegs fotografiere und dabei hat das MFT-System einfach den immensen Vorteil viel geringeren Volumens und vor allem geringeren Gewichts. Nun habe ich die E-M1 ein paar Wochen in Verwendung und möchte meinen bisherigen Eindruck schildern.

Gehäuse • Mein erster Eindruck war, dass die E-M1 nicht ganz so wertig ist wie die E-M5. Das mag so scheinen, weil die E-M5 – im Verhältnis zu Vollformat eine leichte Kamera – relativ zu ihrem Volumen betrachtet überraschend schwer ist. Steve Huff – bekannter Blogger in Sachen Fotografie – wertet allerdings die E-M1 auf Augenhöhe mit den Top-Kameras in Sachen Qualitätsanmutung, beispielsweise der Nikon D800.

Schon die E-M5 nehme ich außerordentlich gerne zur Hand. Sie fühlt sich in meinen Händen besser an als jede andere Kamera. Ich mag das Design. Es ist eine absolut gelungene moderne Interpretation klassischen Kameradesigns der 1970er Jahre. Das ist auch Fuji mit ihren X-Kameras gelungen, Nikon bei der Df jedoch nicht. Natürlich ist es Jedermanns und -fraus subjektive Angelegenheit das Design der Df zu mögen – individueller Geschmack ist immer einer persönliche Sache, den sich niemand vorschreiben lassen muss. Doch das Mischen von Elementen, die 1:1 den 1960er bzw. 70er Jahren entlehnt sind, mit solchen, die aus einem Baukasten der 2010er Jahre stammen, ist aus Designperspektive ein absolutes No-Go. Betrachtet man die OM-D (oder Fujis X-Kameras), dann lässt sich unschwer erkennen, dass sich das Retrodesign zwar an Klassiker anlehnt, doch diese konsequent neu interpretiert. Die Df zeigt diese Neuinterpretation der Elemente nicht, darum wirken die Knöpfe, die ebenso gut von einer D5300 oder D4 stammen könnten, und das Display so deplatziert. Während sich die OM-D für mich sowohl im Volumen als auch im Gewicht genauso anfühlt wie ich es von den SLRs meines Vaters aus den 70ern in Erinnerung habe. Die Df hingegen scheint weder in Sachen Volumen (sie ist voluminöser) noch in Sachen Gewicht (moderner Leichtbau) den klassischen Vorbildern zu entsprechen. Dieter Rahms, Jahrhunderdesigner bei Braun, postulierte einst »Design ist konsequent bis ins letzte Detail«.

Ganz so ansprechend wie das Design der E-M5 finde ich das der E-M1 nicht. Der deutlich herausgearbeitete Griff mag einigen designaffinen Menschen unangenehm ins Auge stechen. Die E-M1 ist nicht als ästhetisches Glanzstück konzipiert das in einer Vitrine glänzen soll, sondern als Arbeitsgerät. Man muss sich bei der Bewertung von Designs immer bewusst sein, dass wirklich gute Gestaltung oft ein Kompromiss aus Funktion und Ästhetik sein muss. Ich kenne keine schöne digitale Spiegelreflexkamera, auch wenn ich immer fand, dass Nikon seine Geräte ansprechender gestaltet als andere. Doch seit den 1990er Jahren sind die Formen der Apparate zunehmend ergonomischer und funktionaler geworden, wodurch sie ästhetisch an Eleganz eingebüßt haben. Wie ich finde das aus gutem Grund, denn mit einem Arbeitsgerät soll man effizient arbeiten können – hier geht mir Funktion vor Eleganz, auch wenn eine Kamera deshalb nicht hässlich sein muss (was manche Geräte leider tatsächlich sind).

Aus Sicht des puren Designs sehe ich die Leica M als perfekte Kamera – ein durchwegs schmuckes Stück. Allein: Ich mag die Haptik nicht! Natürlich oute ich mich jetzt als Banause. Tatsächlich sehe ich keinen Grund Leica zu kritisieren, ich kann nur sagen, dass sie mir persönlich nicht liegt. Genauso wenig würde ich irgendjemandem von der Nikon Df abraten. Ich bringe nur meine Ansicht zum Design des Apparats zum Ausdruck – das kann jeder auch anders sehen. Wenn ihr die Df mögt: Freut mich. Wenn ihr die Sony A7 mögt: Habt Spaß damit! Ich liebe die OM-D.

Die OM-D E-M1 ist die schönste ergonomisch geformte Kamera, aber sie ist kein Schmuckstück, wie manche Fuji-X-Modelle oder die Lumix GX7, trotzdem fühle ich mich bei der OM-D eher zuhause. Sie liegt mir besser in Händen als jede andere Kamera, derer ich bisher habhaft wurde. Tiefe und Griff sind perfekt für meine Hand gebaut. Seit ich sie in Händen hatte kommt mir jede DSLR fett vor. Allerdings brauche ich für dieses perfekte Gefühl den Hochformatgriff, denn aufgrund des niedrigen Gehäuses greift mein kleiner Finger sonst ins Leere.

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Das kompakte Gehäuse hat gegenüber einer Vollformatkamera (und auch einer DX, wie der D7100) Nachteile in der Bedienung. Die Tasten sind kleiner und liegen dichter beieinander. Die Bedienelemente lassen sich an Nikons anspruchsvolleren Modellen besser ertasten. Die Position der AE-L/AF-L-Taste ist im Vergleich zu Nikons zu vergessen. Zwar lässt sich beinahe jede beliebige Funktion auf beliebige Tasten legen, doch egal wie ich sie lege, es fällt mir an der OM-D schwerer bestimmte Tasten spontan zu finden (zum Teil natürlich auch dem anderen Layout einer Olympus und noch mangelnder Gewöhnung geschuldet).

Wer primär ausgiebige Sessions fotografiert und dahin nicht meilenweit wandern muss, ist mit einer DSLR sicher besser bedient als mit einer E-M1. Die OM-D ist keine Studiokameras!

Autofokus • Neben der etwas minderen Effizienz für ausgedehnte Shootings hat die OM-D gegenüber DSLR einen zweiten Nachteil: Wer gerne rasende Motive fotografiert wird mit DSLR mehr Treffer landen und glücklicher werden. Im normalen Fotoalltag vermittelt die OM-D zwar den Eindruck rasend schnell zu sein, sie arbeitet in jeder Beziehung flüssig und fokussiert nicht merklich langsamer als eine gute moderne DSLR, manchmal habe ich den Eindruck präziser als meine Nikons (was aber auch an der geringeren Auflösung gegenüber einer D600 oder D7100 liegen kann). Auslösen per Tippen aufs Touchdisplay fühlt sich unheimlich snappy an – Tipp, Klack, im Kasten. Nicht die geringste Verzögerung ist zu spüren. Die OM-D hat auch keine Probleme mit normal schnellen Motiven. Doch bei einem Versuch Möwen im Flug mit ihr einzufangen scheiterte sie mit jeder Linse und jeder Einstellung.

Abgesehen von diesem Test mit rasend schnellen Vögeln hatte ich in einem halben Jahr des Fotografierens mit der OM-D E-M5 nicht ein einziges Mal das Gefühl, weniger gut Fokussieren zu können, als mit meinen Nikons, und die E-M1 sollte da noch ein bisschen was an Präzision drauflegen (wobei ich in der Praxis keinen Unterschied feststellen kann). Tatsächlich sprechen wir beim Versuch Möwen im Flug zu erwischen von einer Extremsituation, denn die Vögel fliegen so rasant und nah an einem vorbei, dass man es kaum einmal schafft ihnen mit dem Sucher zu folgen – egal ob optischer Sucher an einer DSLR oder elektronischer Sucher an der OM-D. So eine Extremsituation ergibt sich für den normalen Fotografen doch eher selten, weshalb man sich überlegen muss, wie viel Gewicht man dieser Schwäche beimisst. Wer allerdings häufig außerordentlich schnelle Motive einfangen möchte, sie es rasante Sportarten oder eben kaum zu verfolgende Tiere, der ist mit DSLR sicher noch immer besser bedient.

Sucher • Der elektronische Sucher der E-M1 ist anerkanntermaßen der beste elektronische Sucher der derzeit zu finden ist und der zweitgrößte Sucher überhaupt im Bereich digitaler System- und Spiegelreflexkameras (bis Vollformat). Ich habe mich wie gesagt bestens mit elektronischen Suchern angefreundet und vermisse den optischen nicht – ganz im Gegenteil. Aber auch das ist Geschmacksache. Ich kann nur neuerlich betonen, dass ich das Gefühl, das einem eine Kamera und ein System vermittelt, wichtiger ist, als Leistungszahlen und Labormesswerte. Ich bin überzeugt, dass man bessere Fotos macht wenn Fotografieren Spaß macht und mehr Spaß macht Fotografieren wenn man die Ausrüstung liebt.

Display • Mit ein Grund für meine Entscheidung für die OM-D E-M5 war das Klappdisplay. Fuji hatte damals kein X-Modell mit Klappdisplay. Panasonic hatte zwar welche, aber die seitlich ausklappenden. Mir persönlich sind die seitlich ausklappenden allerdings nicht sympathisch. Mir erscheinen diese Systeme filigran und zerbrechlich. Ein Rempler, einmal stolpern, und ab das Ding – jedenfalls vermitteln sie mir den Eindruck. Da scheint mir das einfache Klappsystem, das man jetzt an der Lumix GX7, an den Fujis, an den Sonys und eben auch an der OM-D findet, robuster.

Bei der Kritik an den einfachen Klappsystemen (die nur oben und unten können), dass man mit ihnen keine Hochformataufnahmen machen könne, frage ich mich manchmal, ob die Kritiker schon einmal versucht haben mit der seitlichen Klappe Hochformat zu fotografieren: Aus tiefen Perspektiven verdeckt die Kamera bei etwas steilerem Blickwinkeln die Sicht aufs Display und das Einrichten des Bildausschnitts kommt mir immer vor als würde ich über einen Spiegel agieren müssen. Aber vielleicht bin ich in letztere Angelegenheit einfach nur zu ungeschickt – ich kann auch nicht mit dem Auto via Spiegel rückwärts fahren oder mit einem Anhänger zurücksetzen. Also vielleicht ist auch das Geschmacksache.

Die Touch-Funktion ergänzt das Klappdisplay optimal. Wenn ich mit nach oben geklappten Display arbeite fotografiere ich meist nur via Display-Touch. Das geht einfach deutlich besser von der Hand. Etwas auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Allerdings nur, wenn es auch tatsächlich so direkt reagiert, wie bei der OM-D. Ich hatte das bei der Lumux G3 auch schon, wo allerdings erstens das Display auf Druck (nicht auf Berührung) reagierte und deshalb oft etwas verzögert oder bei zu wenig Druck gar nicht und zweitens die Fokussierung zu langsam auslöste, um irgendetwas, was sich bewegt erwischen zu können. Auch wenn ich weiter oben schrieb, dass die OM-D bei extrem schnellen Motiven nicht nachkommt, so möchte ich noch einmal unterstreichen, dass sie kein Problem mit Bewegung an sich hat.

Kabellos blitzen • Ein weiterer Punkt will überlegt sein, wenn man sich für eine OM-D entscheidet: Kabellos Blitzen. Als ich vor einigen Wochen ins Auge fasste eventuell von Nikon zu Olympus umzusteigen, betraf meine größte Sorge diesen Punkt. Ich fotografiere seit Jahren mit kabellos ausgelösten Blitzen. Nikon ist bekanntermaßen Branchenprimus, wenn es um Blitztechnik geht, und das Nikon Creative Lighting System funktionert recht gut. Trotzdem versagt dieses System, das auf Lichtsignale vom Steuer- zu den Ferngesteuerten Blitzen baut, wenn keine Sichtverbindung zwischen den Blitzen besteht, oder kräftiges Sonnenlicht die Lichtsignale überlagert. Wegen der Probleme mit Sichtkontakt und Sonnenlicht plante ich zuletzt von CLS auf ein Funksystem umzusteigen. Nur: Funksysteme, die Steuersignale unterstützen, gibt es nur für Canon und Nikon. Funk ohne Steuersignale bedeutet aber für jede Änderung einer Einstellung den Marsch zum Blitz anzutreten. Bei drei bis vier Blitzen die ich frei im Raum verteile und dem Fehlen eines Einstelllichts, das zumindest eine Vorstellung verschafft, wie die Resultate aussehen werden, habe ich nicht vor mich und meine Modelle damit herumzuplagen.

Meine ersten Shootings im Studio haben mir nun den Eindruck gegeben, dass Olympus’ kabelloses RC-Blitzsystem etwa so zuverlässig arbeitet, wie das CLS von Nikon. Benutzerführung und Vorgang zum Einstellen scheint mir bei Olympus deutlich besser gelungen. Es hat mich auch erstaunt, wie gut das Auslösen von drei Gruppen mit dem winzigen Blitz im Lieferumfang der OM-Ds funktioniert (Nikons machen mit dem eingebauten Blitz zwei Gruppen). Andererseits scheint mir das Olympus-System etwas kurzsichtiger zu sein, als Nikons CLS. Im Studio hatte ich niemals große Mühe mit dem Steuerblitz auf der Kamera die Slave-Geräte zu erreichen, beim Olympus-System hingegen musste ich teilweise etwas herumdoktern um Sichtkontakt zu erreichen. Das macht mir etwas Sorgen fürs Rausgehen. Als Optimist setze ich nun einfach meine Hoffnung auf den Erfolg des MFT-Systems und darauf, dass in absehbarer Zeit ein Anbieter mit einem TTL-Funksystem für Olympus und Panasonich auftreten wird.

Objektive • Ich denke es sind vor allem Objektive die ein System interessant machen. Und das MFT-System hat hervorragende Linsen zu bieten (was keinesfalls heißen soll, dass Nikkore schlechter wären). Das 12mm ƒ2.0 ist eine großartige (kleine) Weitwinkellinse – mit 24mm KB eine meiner liebsten Brennweiten. Das Lumix 20mm ƒ1.7 ist fast ein bisschen etwas, wie eine lebende Legende (allerdings muss man 40mm KB echt mögen). Das 45mm ƒ1.8 ersetzt mit das 85mm ƒ1.8 von Nikon schmerzlos. Geiler als beide zusammen jedoch ist das Voigtländer 42,5mm ƒ0.95, auch wenn mit manueller Blende und Fokussierung. Das Setobjektiv der E-M1, das 12–40mm ƒ2.8 ist vergleichbar mit Nikons 24–70mm, gefällt mir aber sowohl vom etwas längeren Brennweitenbereich als auch von der Bildwirkung (Bokeh) besser (auch beim Bokeh ist Qualität mehr Wert als Quantität – die Schärfentiefe des Olympus-Zooms entspricht einer Lichtstärke von ƒ4.0 bei Kleinbild).

Fazit • Alles hat zwei Seiten. MFT im Allgemeinen, und die OM-D im Speziellen, hat Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Ich habe eine Schwäche für die OM-D entwickelt und hatte noch nie so viel Spaß beim Fotografieren, egal ob im Studio oder unterwegs. Ich verlasse ein gutes System (Nikon) weil ich mich mit der OM-D noch wohler fühle. Wäre ich Studiofotograf würde ich das ebenso wenig machen, wie wenn rasanter Sport oder Vögel mein Kernanliegen wären. Doch jedes Mal wenn ich meine Fototasche packe oder hebe liebe ich MFT aufs Neue.

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Auf zu neuen Systemwelten

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Jetzt hat es mich also auch erwischt. Ich habe immer mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen wenn jemand seine ganze Fotoausrüstung verscherbelt hat um zu einem anderen System zu wechseln. Und jetzt wechsle ich selbst von Nikon zu Olympus.

Nun erfolgt der Wechsel nicht, weil ich mit Nikon unzufrieden bin. Für viele stellt die Marke ja eine Glaubensfrage dar. Ich jedoch habe schon immer mit Kameras von Canon, Nikon, Sony, Panasonic und Olympus fotografiert und stehe Pentax, Samsung & Co positiv gegenüber, obwohl ich zugeben muss, dass es Marken gibt die mir besonders sympathisch sind – Fuji zum Beispiel beobachte ich mit viel Interesse – und andere, die ich nicht so mag – Sony ist zwar der innovativste Konzern und ich habe immer ein besseres Gefühl wenn meine Kameras Sensoren von Sony enthalten, aber es gibt auch Vieles was mir dort gar nicht gefällt.

Nikon hat tolle Produkte und wenn man auf Testseiten wie DxO oder dpreview.com schaut, dann ist Nikon dort durchaus dominant. Wären Labortestergebnisse und beste Leistungsdaten ausschlaggebend, würde ich Nikon nicht verlassen. Würde ich primär stationär – im Studio oder an Locations arbeiten, die gut mit dem Auto erreichbar sind – wäre eine Abkehr von Nikon kein Thema.

Aber ich bin ein mobiler Fotograf. Und das Gefühl, das mir eine Kamera gibt, ist mir wichtiger, als Leistungsdaten und Laborergebnisse. Hier hat bei mir Olympus gegen Nikon gewonnen. Das Micro-Four-Thirds-System ist unheimlich kompakt und leicht. Four Thirds hätte mich nie gewinnen können, denn das System war nicht wesentlich kompakter als DSLRs mit DX- oder Vollformatsensor. Aber MFT verdient das »Micro« im Namen absolut. Auf meinem letzten Urlaub in Frankreich begleitete mich die OM-D E-M1 mit drei Festbrennweiten (wobei das 12mm – 24mm KB – auch gereicht hätte) in einer Tasche, die gerade einmal knapp für eine D600 mit einem kompakten Objektiv angesetzt gereicht hätte – dabei hätte die OM-D noch Platz für ein oder zwei weitere Objektive gelassen. Trotz der kompakten Maße und des geringen Gewichts stehen die Ergebnisse der OM-D einer Nikon Vollformat mit sehr guten Objektiven kaum nach (in der Praxis eigentlich gar nicht, ich nehme aber an, dass man in Labors beim Pixelzählen durchaus Unterschiede feststellen könnte).

In Sachen Bedienung hat mir die OM-D seit ich sie gekauft habe mehr Spaß gemacht als irgendeine andere Kamera vor ihr. Sie liegt gut in der Hand, fühlt sich solide an und ist schnell. Ich mag auch elektronische Sucher, was nicht heißt, dass ich Leute, die ihn (bislang) ablehnen (oder auch langfristig ablehnen werden), nicht auch verstehen kann. Es ist einfach auch eine Geschmacksache und ich halte das Gefühl, das einem ein System gibt, für viel entscheidender, als Kennzahlen.

OM-D und MFT fühlen sich für mich verdammt gut an, aber Gefühle sind subjektiv und bei jedem anders. Deshalb finde ich Grabenkämpfe, welches System nun das beste ist, so sinnlos. Man kann Pros und Kontras gegeneinander abwägen, aber weshalb muss es am Schluss ein Siegersystem geben? Jeder Hersteller baut gute Kameras, jeder hat bessere und weniger gelungene Modelle im Angebot, jedes System hat Stärken und Schwächen. Gott sei Dank sind sie nicht alle gleich, so dass jeder das Passende für sich finden kann.

Auch wenn ich Nikon wohlwollend verlasse, hat es schon auch Auslöser gegeben, die meine Liebe zur Marke etwas getrübt haben. Zum Beispiel das Staubproblem der D600, das inoffiziell zwar nicht abgestritten wird, offiziell aber nie richtig zugegeben wurde, und mit dem Nikon seine Kunden im Regen stehen ließ. Nach einem Jahr macht Nikon die D600 mit der D610 zur alten Kamera und kommt den D600-Käufern keinen Schritt entgegen. Zwar hat mein Fachhändler meinen Sensor kostenlos gereinigt, aber auf seine Kappe, nicht gedeckt und bezahlt von Nikon. Olympus, die Four Thirds jetzt einstellen – was für FT-Systembesitzer ev. auch nur bedingt schön ist –, schenkt diesen Käufern zumindest den Adapterring, mit dem sich FT-Objektive mit MFT-Kameras nutzen lassen.

Die D600 ist eine tolle Kamera, die mich zunächst auch sehr begeistert hat. Bis ich die D7100 bekommen habe, um über sie zu schreiben. Lassen wir die Labortests noch einmal außen vor, bei denen die Vollformat-D600 über die DX-D7100 siegt, dann ist die D7100 die bessere Kamera – selbst wenn sie den gleichen Preiszettel hätte wie die D600. Sie ist in weiten Teilen identisch, hat aber das bessere AF-System, deckt damit das Bildfeld um Welten besser ab, erlaubt kürzere Verschlusszeiten und bietet sonst noch einige kleinere Vorteile – sie muss sich nur in Sachen Vollformatsensor und Wasserwaage für die Blickachse gegenüber der D600/D610 geschlagen geben.

Die D7100 ist in meinen Augen in Sachen Preis/Leistung die aktuell beste (Nikon)-Spiegelreflexkamera. Trotzdem blieb allerdings am Ende die D600 für mich die passendere, weil ich schon komplett mit Objektiven für Vollformat ausgerüstet und Weitwinkel-Fan bin (wer Weitwinkel bevorzugt, hat mit DX auch etwas das Nachsehen). Staubproblem und Leistung der D7100 im Vergleich zur doppelt so teuren D600 haben meine Freude an meiner D600 getrübt. Dem stand und steht die Portabilität und die Freude am OM-D-/MFT-System gegenüber, was mich im Laufe des Herbstes bewog mich zu einem Umstieg auf Olympus durchzuringen.

Allerdings war vorher noch die OM-D E-M1 erforderlich, denn die E-M5 ist zwar eine tolle, kleine Begleiterin, aber zu klein um ausgedehnte Foto-Sessions effizient zu bewerkstelligen. Die E-M1 liegt ideal in der Hand und ist gerade groß genug um sich effizient bedienen zu lassen. Obwohl sie besser in der Hand liegt, als jede andere Kamera die ich bislang in Händen hatte, will ich jedoch nicht abstreiten, dass eine Kamera im Format von D7100, D600 oder größer, sich besser bedienen lässt – ein kleiner Body, wie bei der OM-D ist einfach sehr eng, um alle Knöpfe und Räder gut erreichbar zu gestalten. Auch wenn ich glaube, dass es in Zukunft auch MFT-Kameras geben wird, die noch größer sind als die E-M1 und in Sachen Bedienung gar keinen Nachteil gegenüber Vollformat mehr haben, müsste ich mich dann doch fragen, ob ich wirklich den Nachteil der größeren Schärfentiefe von MFT in Kauf nehmen möchte, wenn ich nicht dafür den Vorteil des kompakteren Systems genießen kann.

MFT ist in meinen Augen eine gute Option für mobile Fotografen. Wer jedoch lieber im Studio oder an gut erreichbaren Locations stationär fotografiert, der wird sicher auch langfristig bei Vollformat (egal ob Nikon, Canon oder Sony) besser aufgehoben sein. Für mich jedoch ist die OM-D zur perfekten Kamera geworden.

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Erster Eindruck OM-D E-M1

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Olympus OM-D E-M1; © Olympus

“First time in touch“ kam ich gestern mit Olympus’ neuem Spitezenmodell, der OM-D E-M1. Erster Spontaneindruck wie bereits bei der E-M5: Die Kamera ist viel kleiner als sie auf Bildern aussieht. Ich bin schon gespannt, wie sie sich mit Hochformatgriff bei ausgedehnten Shootngs bewährt. Die Positionierung von Tastern und Rädern ist im Vergleich zur E-M1 überarbeitet und sollte ein paar Schwächen glatt bügeln. Gespannt bin ich übrigens auch schon über die Arbeit mit dem Voigtländer 42,5mm ƒ0,95 Objektiv.

Anmerkung am Rande: Die E-M1 wird die E-M5 NICHT wie meist kolportiert ersetzen, sondern bleibt als Modell der Mittelklasse erhalten. Die E-M1 ist das Topmodell. Im Laufe des kommenden Jahres soll dann unter der E-M5 noch eine OM-D dazukommen.

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