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Ist DxO PhotoLab die Lightroom-Alternative?

Gerade erst einige Tage sind seit dem November 2018 Update von Adobes Creative Cloud vergangen und dem Artikel indem ich meine Gedanken dazu zusammengefasst habe. Nun arbeite ich selbst nicht mit Lightroom und verkneife mir üblicherweise Kommentare über Produkte die ich nicht selbst nutze, sondern kehre lieber vor der eigenen Tür. Lightroom bildet dabei ein Bisschen die Ausnahme. Vor allem, weil ich als Seminarleiter und Autor für Fotografie und Bildbearbeitung regelmäßig um Empfehlungen für die digitale Dunkelkammer gefragt werde. Und da ich in den ersten Tagen von Lightroom einige Zeit damit arbeitete und seine Schwester Adobe Camera Raw nach wie vor zu den regelmäßig von mir genutzten Werkzeugen gehört, maße ich mir auch an, ein Bisschen zur Diskussion beitragen zu können.

Bevor ich auf DxO Photo zu sprechen kann etwas Grundsätzliches: Ich glaube nicht, dass es ein Programm gibt das generell besser oder schlechter ist als seine Mitbewerber, jedenfalls nicht bei den Branchenführern, genauso wenig wie ich an ein Kamerasystem oder eine Marke glaubt die den anderen in jeder Beziehung überlegen wäre. Die Antwort lautet wie immer: Es kommt drauf an!

Wenn ich von »Branchenführern« spreche, dann meine ich die Programme nach meiner Erfahrung qualitativ State of the Art sind: Lightroom, Capture One und DxO Photolab (ehemals DxO Optics). Wir wissen alle wer Marktführer ist.

Wie gesagt habe ich Lightroom in den frühen Tagen einige Monate genutzt, konnte mich aber nicht mit dem strikten Interface, eingeteilt in verschiedene Arbeitsumgebungen, anfreunden, fand es immer etwas klobig und vermisste breit angelegte Unterstützung von Shortcuts bzw. die Möglichkeit der Individualisierung.

Nach einer wechselhaften und teilweise mühsamen Entwicklung, bedingt auch durch das verweisen und versterben von Apple Aperture, arbeite ich nun schon seit mehreren Jahren mit Capture One und bin rundum zufrieden damit. Würde ich gefragt, was würdest du für einen RAW-Konverter kaufen, kann die Antwort nur lauten Capture One, denn genau das nutze ich. Die Frage was würdest du empfehlen, muss ich jedoch anders antworten, denn dann muss ich den Fragesteller mit einbeziehen und die Möglichkeit, dass dieser vielleicht anders tickt als ich.

Capture One kann ich nicht ohne Einschränkungen jedem Empfehlen. Zwar liefert es nach meinem Dafürhalten die besten Resultate aller RAW-Konverter, doch die Unterschiede zu Lightroom sind beispielsweise nicht so eklatant, dass sich mein Urteil nicht als subjektiv bewerten und darüber streiten ließe. Wäre Lightroom kein professionelles Werkzeug würden nicht so viele Profis damit arbeiten. Es gibt zu viele Profis die das Produkt nutzen, als dass es mir auch nur im Traum einfallen würde deren professionelles Urteil in Frage zu stellen.

Es gibt zwei Dinge, die mich Capture One nicht ohne Einschränkungen empfehlen lassen: Erstens bietet es nach meinem dafürhalten zwar die professionellste Oberfläche aller RAW-Konverter, aber diese Professionalität geht auch mit einer Komplexität einher, wegen der ich befürchte, dass Laien davon überfordert sein könnten. Das zweite ist der Preis: Capture One kostet 330 Euro und wenn man Kosten für künftige Updates berücksichtigt – zuletzt im Jahresrhythmus erschienen – dann ist es deutlich kostspieliger als die Aboraten für Lightroom. Leute die gerade im Sonderangebot eine DSLR um 300 Euro erstanden haben verspüren vielleicht wenig Lust auf so eine Investition.

Dem gegenüber stehen die Vorteile von Lightroom: Die Qualität ist tadellos, es ist simpel zu bedienen, für 12 Euro im Monat bekommt man das führende Bildbearbeitungsprogramm dazu und für keinen anderen RAW-Konverter gibt es nur annähernd so viel Bücher, Workshops, Videos, Tutorials, Artikel, Berichte und Ressourcen – nicht zuletzt wird man kaum unter ein Rudel Fotografen gehen können, ohne jemanden zu treffen der das Programm ausreichend kennt, auch einmal eine knifflige Frage beantworten zu können.

Fazit: Obwohl ich mit Capture One arbeite gab ich Amateuren stets den Tipp sich aus genannten Gründen Lightroom anzusehen.

Das neu aus DxO Optics erstandene DxO PhotoLab mischt die Karten nun neu, da es preislich auf einem Niveau angekommen ist, auf dem es durchaus als Alternative zu Lightroom gehandelt werden kann. Zwar bietet DxO keine Photoshop-Alternative, doch zusammen mit Affinity Photo gibt man dafür etwa 180 Euro aus, und da Serif sehr lange Produktzyklen plant und ein Upgrade auf ein kommendes DxO PhotoLab voraussichtlich noch etwa die Hälfte kommen wird, ist man durchaus auf Augenhöhe mit Adobes Abogebühren.

Während Programme wie Alien Skin Exposure X3 oder On1 Photo RAW 2018 bei drastischen Weißabgleichskorrekturen sowie Lichter- und Schattenwiederherstellung Lightroom nicht ganz das Wasser reichen können, geben sich DxO und Capture One diesbezüglich keine Blöße. Außer Zweifel stehen auch die Qualitäten von DxO bei Objektivkorrekturen und Rauschunterdrückung. Diese drei Programme sind einander absolut ebenbürtig.

Das neue DxO PhotoLab glänzt dabei mit einem Feature das besonders aufhorchen lässt: DxO hat von Google die legendären Nik-Filter und deren Technologien übernommen und bereits in das neue Programm integriert. Dazu gehört auch Niks innovative U-Point-Technologie zur selektiven Bearbeitung von Bildbereichen. Bei meinen bisherigen Tests fand ich diese Integration extrem gelungen und Lightrooms Pinseln ebenso überlegen, wie Capture Ones Layer-Konzept.

Anders als Lightroom arbeitet PhotoLab nicht auf Basis einer Datenbank in die Bilder zu importieren sind, sondern man arbeitet direkt in den Foldern in denen sich die Bilder befinden (Capture One bietet beide Möglichkeiten). Die Entwicklungseinstellungen werden schlicht als Textdateien zu den Bildern gelegt, etwa so wie Adobe Camera Raw es mit XMP-Dateien tut. Das hat am Ende vor und Nachteile. Vorteil ist eine leichte Austauschbarkeit von Daten von einem Computer zum anderen. Nachteil ist, dass die Bildverwaltung nicht ganz die Möglichkeiten einer datenbankgestützten Bibliothek bieten dürfte.

Die Übersichtlichkeit ist bei PhotoLab nach meinem Dafürhalten nicht minder gewährleistet als bei Lightroom und sollte mit lediglich zwei Bereichen – Bibliothek und Entwicklung – vielleicht sogar etwas durchschaubarer sein. Für meine Anforderungen ein riesiger Vorteil: Die angezeigten Paletten lassen sich beliebig verschieben, neu zusammenstellen, schließen und eine optimierte Umgebung lässt sich als Arbeitsbereich speichern (ich weiß allerdings nicht ob das neue Lightroom CC diese Möglichkeit auch endlich bietet). Wermutstropfen: Individualisierung von Shortcuts sind in PhotoLab ebensowenig möglich wie in Lightroom und die Belegung ist eher noch dürftiger.

Etwas schwer durchschaubar sind in PhotoLab wie schon im Vorgänger in meinen Augen die Funktionen und ihre Benennung. Es ist nicht unmittelbar ersichtlich, was Smart Lighting oder ClearView zu bedeuten haben, und die Möglichkeit den Weißabgleich manuell einzustellen musste ich wegen Vergessens schon mehrfach suchen. Auch eine Aufteilung der Helligkeitsregler in Spitzlichter, Mitteltöne, Schatten und Tiefen ist man so nicht gewohnt. Das ist allerdings nichts, über das man nicht schnell hinweg kommen kann, und jemand der neu ist in der digitalen Dunkelkammer tut sich damit vielleicht sogar etwas leichter, da er noch keine Konditionierung bezüglich Begrifflichkeiten erfahren hat.

Leider verfügt PhotoLab aktuell noch nicht von Haus aus über eine Perspektivenkorrektur. Diese muss erst über das Zusatzprodukt ViewPoint nachgerüstet werden, das mit 41 Euro zu Buche schlägt. Lightroom kennt diese Funktion von Haus aus.

Wer noch weiter aufrüsten möchte, findet in FilmPack eine Möglichkeit. Das Produkt simuliert analoge Filme und ist eine echte Bereicherung, wenn man vom digitalen Look weg möchte, es ist aber mit 83 Euro für die Elite-Version auch kein Schnäppchen.

DxO PhotoLab ist mit seinem wettbewerbstauglichen Preis (in einer etwas abgespeckten Version aktuell ab 83 Euro), seiner einzigartigen Werkzeuge sowie seiner tadellosen Qualität ein absolute Bereicherung für den Markt der RAW-Konverter.

Fotografen sind unterschiedlich! Sie arbeiten unterschiedlich, nutzen unterschiedliches Equipment, fotografieren unterschiedliche Motive, bevorzugen unterschiedliche Bildlooks, haben unterschiedliche Zugangsweisen zur Bildentwicklung – es wäre absurd zu glauben, dass ein Programm es allen Anwendern recht machen könnte.

Es ist gut, aus einer Reihe an Produkten auswählen zu können, mit Lightroom, PhotoLab und Capture One aus drei sehr unterschiedlichen Anwendungen aussuchen zu können und das Angebot wachsen zu sehen. Es mag Vorteile haben seine Daten in einer Cloud speichern zu können (was ich mir bei meinem Bildbestand von 500GB exklusive Archiven allerdings eher schwer vorstellen kann) und man mag auch ein Abomodell begrüßenswert finden. Diese Ansicht muss aber nicht jeder teilen. Ich zum Beispiel kaufe Hardware nicht gerne gebraucht und muss zugeben lieber zu besitzen als zu mieten. Es ist gut, dass es Alternativen für diejenigen gibt, für die Lightroom nicht die passende Ansicht scheint, und es bleibt zu hoffen, dass die Alternativen wachsen und gedeihen. Bei einem Sterben der Mitbewerber und damit einer Monopolisierung eines Produkts würde nur einer gewinnen und alle anderen – die Kunden – würden verlieren. Es ist vor allem der Wettbewerb der die Entwicklung vorantreibt. Oder glaubt wirklich jemand, dass Alternativenlosigkeit die bessere Alternative wäre?

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Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe (und Meister Kelby), dass es das beste Format zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung vielleicht niemals in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass DNG-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass sie häufig der erste Hersteller sind der die RAWs neuer Kameras interpretieren kann. In solchen Fällen verwende ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich einsmals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls kann Mac OS X DNG oft lesen – aber bei weitem nicht immer! Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die darlegte, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an (bei DxO hat sich das später, Stand 14.11.2015, geändert). DNG ist also genau das NICHT was es vorgibt zu sein: Ein Standard. Bei populären Kameramodellen ist bestenfalls davon auszugehen, dass ein DNG ebenso von allen Programmen von Bedeutung unterstützt wird wie das NEF-, CR2-, ARW- oder ORF-Original von Nikon, Canon, Sony, Olympus & Co.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren ohnehin die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren hat vor diesem Hintergrund eigentlich keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale auf jeden Fall archivieren muss führt das Argument der geringeren Dateigröße ad Absurdum!

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Wovon ich abraten würde ist DNG generell bedenkenlos zu nutzen und alles in das Format zu konvertieren. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten muss man sich fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt ist in meinen Augen ein abschreckendes Argument und dass viele den Empfehlungen des Konzerns einfach folgen ohne sie zu hinterfragen ist bedenklich, zumal das auch von Leuten propagiert wird die Fotografie und/oder Bildbearbeitung unterrichten und deren Empfehlungen die Schüler Glauben schenken. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu wollen ob er damit möglicherweise recht hat.

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Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe und Scott Kelby, dass es das beste Format ist zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung wohl nie in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass RAW-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass er häufig der erste Hersteller ist der neue Kameras integriert. In solchen Fällen verwende auch ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich damals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls gelegentlich. Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die behauptet, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren heute die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale aber ja auch archivieren soll führt das Argument der geringeren Dateigröße dann auch umgehend wieder ad Absurdum.

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Was ich nicht machen würde wäre allerdings DNG generell bedenkenlos zu nutzen. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten einfach fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt wäre in meinen Augen töricht. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu müssen ob er recht damit hat.

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