Schlagwort-Archive: DNG

Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe (und Meister Kelby), dass es das beste Format zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung vielleicht niemals in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass DNG-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass sie häufig der erste Hersteller sind der die RAWs neuer Kameras interpretieren kann. In solchen Fällen verwende ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich einsmals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls kann Mac OS X DNG oft lesen – aber bei weitem nicht immer! Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die darlegte, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an (bei DxO hat sich das später, Stand 14.11.2015, geändert). DNG ist also genau das NICHT was es vorgibt zu sein: Ein Standard. Bei populären Kameramodellen ist bestenfalls davon auszugehen, dass ein DNG ebenso von allen Programmen von Bedeutung unterstützt wird wie das NEF-, CR2-, ARW- oder ORF-Original von Nikon, Canon, Sony, Olympus & Co.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren ohnehin die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren hat vor diesem Hintergrund eigentlich keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale auf jeden Fall archivieren muss führt das Argument der geringeren Dateigröße ad Absurdum!

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Wovon ich abraten würde ist DNG generell bedenkenlos zu nutzen und alles in das Format zu konvertieren. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten muss man sich fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt ist in meinen Augen ein abschreckendes Argument und dass viele den Empfehlungen des Konzerns einfach folgen ohne sie zu hinterfragen ist bedenklich, zumal das auch von Leuten propagiert wird die Fotografie und/oder Bildbearbeitung unterrichten und deren Empfehlungen die Schüler Glauben schenken. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu wollen ob er damit möglicherweise recht hat.

Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe und Scott Kelby, dass es das beste Format ist zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung wohl nie in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass RAW-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass er häufig der erste Hersteller ist der neue Kameras integriert. In solchen Fällen verwende auch ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich damals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls gelegentlich. Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die behauptet, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren heute die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren macht vor diesem Hintergrund keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale aber ja auch archivieren soll führt das Argument der geringeren Dateigröße dann auch umgehend wieder ad Absurdum.

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Was ich nicht machen würde wäre allerdings DNG generell bedenkenlos zu nutzen. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten einfach fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt wäre in meinen Augen töricht. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu müssen ob er recht damit hat.

DNG zerstört RAW

Regelmäßige Leser wissen vielleicht, dass ich kein großer Freund des DNG-Formats bin. Dennoch nutze ich es von Zeit zu Zeit, wenn ich an einem Kamerabuch arbeite und Adobe, was doch oft vorkommt, die RAW-Files des neuen Modells ein paar Wochen früher als Apple unterstützt.

Interessanterweise kann Aperture (kann der Mac) manchmal mit den nach DNG konvertierten Daten etwas anfangen, ein andermal nicht. So viel zum Thema DNG als Standardformat.

Bedenken hatte ich deswegen bislang keine, da immer wieder behauptet wird – auch von scheinbar fachkundigen Kommentatoren Artikeln – DNG sei ein reines Container-Format und würde am Pixelaufbau der Rohdaten nichts ändern.

Dieser Tage fand ich wieder einmal einen Grund DNG zu nutzen. Nachdem Apple bereits die Olympus E-M1 und XZ-2 unterstützt, aber noch immer nicht meine schon viel länger auf dem Markt befindliche XZ-10 beschleicht mich die Befürchtung, dass da auch keine Unterstützung mehr folgt. Adobe unterstützt das Format der Kamera jedoch und weshalb nicht nach DNG konvertieren? Leider wieder einmal die Enttäuschung: Aperture unterstützt dieses DNG-Format nicht! Aber wie kann das sein? Also einmal etwas recherchieren.

Fündig bei Apple: Aperture unterstützt DNGs nur, wenn sie nicht linear konvertiert wurden!

Weiter recherchieren: DNG-Converter (ebenso ACR) konvertieren Daten häufig linear nach DNG. Interessanterweise auch wenn die entsprechende Option »In lineares DNG konvertieren« gar nicht aktiviert ist.

Und wieso ignoriert Aperture (Apple) das? Weiter recherchieren um hier etwas zu entdecken. Bei nodalpunkt.ch finde ich das:

»Jede RAW- und DNG-Datei verfügt in den Metadaten über einen exakten Plan, der die genaue Anordnung der Filterelemente in der Kamera beschreibt. Da nicht alle Kameras identische Filterstrukturen aufweisen, muss ein exaktes Schema dieser Filteranordnung in jede RAW-Datei geschrieben werden. Der RAW-Konverter interpretiert dieses Schema und interpoliert die fehlenden Farbinformationen anschliessend.

Wenn Sie die Option ›In lineares Bild konvertieren‹ aktivieren, interpoliert Ihr RAW-Konverter die DNG-Datei bereits und zerstört damit dieses sogenannte Bayer-Filter-Pattern. Das wäre allerdings absolut fatal. Sie müssen sich vorstellen, dass RAW-Konverter in der Zukunft immer besser werden. Die Interpolation der fehlenden Farbinformationen und die Interpretation der Bayer-Matrix ist in der Vergangenheit Hersteller übergreifend immer besser geworden. Wenn eine DNG-Datei bereits in ein lineares Bild konvertiert wird, steht das originale Bayer-Pattern nicht mehr zur Verfügung und der RAW-Konverter kann nur noch die bereits interpolierte Version öffnen. Dadurch sind zukünftige RAW-Konverter nicht mehr in der Lage, alte Bilder durch neue und bessere Technologie erneut zu rendern. Das wäre schade und vollkommen unnötig!«

Aus diesem Blickwinkel betrachtet bin ich plötzlich froh, dass Aperture diese Daten schlicht ignoriert, hätte ich doch sonst tausende NEFs nach DNG konvertiert und die NEF-Originale gelöscht – wieso auch nicht, wenn DNG ein reines Container-Format ist und zuverlässig nichts an den Rohdaten ändert?

Eine Lösung für meine XZ-10-Raws habe ich nun dennoch gefunden, auch wenn sie (leider) wieder über DNG führt: Capture One kann deren RAW-Dateien ebenfalls nach DNG konvertieren und wendet nicht klammheimlich eine Neuorganisation der Pixelverteilung an. Die Originale werde ich diesmal aber archivieren!

Ergänzender Artikel vom Dezember 2015: DNG – nicht ohne Grund!

DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers?

Adobe hat DNG 2004 als Standard und Alternative zu den RAW-Formaten der Kamerahersteller vorgestellt. CR2 von Canon, NEF von Nikon, ORF von Olympus, ARW von Sony etc. lassen sich damit in ein gemeinsames Format – eben DNG – umwandeln. Es wurde betont, dass dabei keine Qualität verloren geht. Ich war dem gegenüber immer skeptisch und habe DNG nur kurz getestet.

Dinge, die mir an DNG zu denken geben

Software-Programmierer wie Adobe, Apple, Phase One, DxO oder Corel müssen die RAW-Formate der Kamerahersteller im sogenannte Reverse Engineering zunächst analysieren und interpretieren, bevor ihre Programme sie entwickeln können. Das ist notwendig weil die Kamerahersteller die Rezepte für ihre RAW-Formate normalerweise nicht verraten. Die Interpretationen dieser Dritthersteller mögen gelegentlich besser sein als die Entwicklungsrezepte der Kamerahersteller – mir scheint es aber wahrscheinlicher, dass der Koch der Ursprungssuppe (Canon, Nikon, Olympus, Sony & Co) doch mehr aus der Kamera herausholen kann als Adobe und die anderen Softwareanbieter.

Entwicklungsprogramme | Obwohl ich die Bilder keiner meiner Fotoapparate mit der Software des Kameraherstellers entwickle, schenke ich Leuten durchaus Glauben, die behaupten mit der Original-Software mehr aus den Bildern herauszuholen als mit Lightroom, Aperture & Co. Allerdings konnte ich mich beispielsweise nicht mit Interface und Arbeitsgeschwindigkeit von Nikons Capture NX2 anfreunden – vor allem aber müsste ich mit der Nikon-Software darauf verzichten Bilder von Panasonic, Olympus oder Canon zu entwickeln. Außerdem könnte mir eine Fuji vorstellen. Am Ende hätte ich fünf oder sechs Entwicklungsprogramme – nicht meine Vorstellung von Luxus.

Programmwechsel | Ein Problem ergibt sich mit RAW bei einem Wechsel der Entwicklungs-Software – man muss alle RAW-Bilder neu entwickeln, was einen unheimlichen Aufwand bedeutet wenn man auch alte Aufnahme mit der Qualität der neuen Software sehen will.

Auch DNG bringt hier nicht den vielleicht erwarteten Benefit, dass Einstellungen die man beispielsweise in Lightroom vorgenommen hat, von Aperture oder Capture One erkannt und übernommen werden. Dem gegenüber hat man mit den Original-Formaten der Kamerahersteller hingegen die Gewissheit, dass man mit der neuen Software alles aus den ursprünglichen Rohdaten herausholen kann was sie herauszuholen in der Lage ist. Bei DNG ist das nicht unbedingt der Fall – zumindest hört man von Capture One, dass sie aus nativen RAW-Originalen mehr herauszuholen in der Lage sind als aus DNG.

Kein Qualitätsverlust? | Adobe behauptet bei der Umwandlung der proprietären RAW-Formate der Kamerahersteller nach DNG ginge keine Information verloren. Das können wir glauben oder nicht. Mag also sein, dass ein RAW-Bild durch die Umwandlung nicht schlechter wird. Besser kann die Rohdatei durch die Umwandlung aber sicher nicht werden!

RAW von Hersteller A (Kameramarke) + DNG von Hersteller B (Adobe) + Entwicklung von Hersteller C (DxO, Phase One) | Nun stelle ich mir vor, das bei der Konvertierung vom proprietären Format nach DNG eine Interpretation des Datenmaterials passieren muss. Und wenn man dieses DNG dann mit einer Software entwickelt, wird neuerlich interpretiert. Mag sein, dass beim Entwickeln von Adobe DNG mit Adobe Lightroom keine Qualitätseinbußen zu befürchten sind. Aber wie sieht es aus, wenn DNG mit Aperture, Capture One oder einem anderen RAW-Converter entwickelt wird?

Kleinster gemeinsamer Nenner ? Als nächstes gibt mir zu denken, dass DNG ja viele verschiedene Dateiformate auf einen Nenner bringen muss. Der DNG Converter von Adobe verwandelt NEFs, CR2s, ORFs, ARWs und so weiter in DNG-Files. Klingt für mich nach kleinstem gemeinsamen Nenner und das wiederum klingt für mich nicht vertrauenserweckend.

No Future? Adobe argumentiert für DNG, dass es noch lesbar sei, wenn Nikon, Canon und Sony ihre alten NEF-Formate längst aufgegeben haben. Doch wie wahrscheinlich ist das? Weshalb sollten sie das tun? Was sollte mich das kümmern, wenn ich Lightroom nutze? Weshalb sollte Lightroom in zehn Jahren ein RAW-Format nicht mehr unterstützen, das es heute unterstützt? Um den Nutzern, die nicht nach DNG konvertiert haben, eins auszuwischen? Weshalb sollte ich mir sicher sein, dass Adobe nicht irgendwann DNG einstellt? So, wie man GoLive und LiveMotion eingestellt und deren Nutzer im Regen hat stehen lassen?

Ich kann sogar von diesem seltsamen Vorkommen berichten: Vor einigen Monaten machte ich wieder einmal einen Lightroom-Test. Dabei habe ich alte DNG-Files importiert, die ich auch in Aperture entwickelt habe. Lightroom stellte diese Bilder nicht dar und vermerkte lediglich, dass es sie nicht interpretieren könne. DNGs, die Aperture anstandslos entwickelt werden, werden von Lightroom nicht erkannt!?

Wenn das Wörtchen ›wenn‹ nicht wär’ | Keine Frage: Ein Standardformat für RAW-Bilder wäre eine feine Sache. Wenn alle Kamerahersteller für alle Modelle ein einziges kompatibles Format nutzen würden, dieses Format von jeder RAW-Entwicklungs-Software gelesen und interpretiert werden könnte, und Einstellungen, die ich in Software A mache, von Software B erkannt und interpretiert würden. In einer perfekten Welt könnte man dann die Vorteile von Software A, mit den Stärken von Software B und Features von Software C nutzen um aus einem digitalen Negativ das perfekte digitale Positiv zu entwickeln. Allerdings wird es das niemals geben und das liegt nicht allein an marketing-strategischen Entscheidungen von Kamera- und Software-Herstellern.

Fazit | Ich kann mit keinem Beispiel belegen, dass eine meiner Aufnahmen durch DNG schlechter geworden wäre, als wenn ich es beim Original belassen hätte. Aber es gibt zu viele Zweifel, die ich mit dem Format verbinde, als dass ich ihm vertrauen würde. Und ich sehe den Grund nicht, weshalb ich Bilder nach DNG konvertieren soll.

Nachtrag, 13. Mai 2012

Peter Werner hat eine sehr lesenswerte Ergänzung zu diesem Artikel als Kommentar hinterlassen. Verweisen möchte ich außerdem auf die Beschreibung von DNG im deutschsprachigen Wikipedia.

Exotische Sensortypen | Peters Kommentar hat bei mir weiteres Nachdenken über DNG angeregt, wobei ich auf weitere Fragezeichen gestoßen bin. Laut Wikipedia unterstützt DNG derzeit die Art, wie Sigmas Kameras Pixel aufzeichnen, anordnen und speichern, nicht. Das dürfte auch für die von Peter genannten Sensoren in Fujis X-Pro 1 Kamera und der neuen Leica M9 M gelten. Sollte DNG diese Formate in Zukunft aufnehmen können, so muss dann aber auch die Anwendung die die DNGs entwickelt die exotische – ich nenne es jetzt einmal: »Pixel-Verteilung« – ebenfalls unterstützen und interpretieren können – DNG hin oder her.

Ich bleibe dabei: DNG liefert in meinen Augen mehr Fragen als Antworten.