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Das ABC der Farbe

Das ABC der Farbe – Theorie und Praxis für Grafiker und Fotografen

Mit »Das ABC der Farbe« war es mir ein Anliegen ein Buch zu schreiben, das Farbe speziell an den Bedürfnissen und Anforderungen von Fotografen und Mediengestaltern orientiert beleuchtet, und, wie der Untertitel sagt, eine für die Praxis dieser Berufsgruppen wichtige Farbenlehre beschreibt.

Auf gut 190 Doppelseiten werden 172 Begriffe bzw. Themen rund um Farbe erklärt und illustriert. Dabei wird das Buch zwar unter anderem von einem alphabetischen Inhaltsverzeichnis angeführt, baut jedoch Schritt für Schritt einen Begriff auf den anderen auf. Ziel ist, dass der Gestalter nicht nur weiß sondern auch versteht was er tut.

Der Inhalt gliedert sich in sieben Kapitel.

Kapitel 1: Licht

Themen: Licht, Weiß, Reines Weiß und absolutes Schwarz, Schattierung, Helligkeit, Lichter, Mitten und Schatten, Graustufen, Lineare und logarithmische Kontraste, Kontrast, Kontrastverhältnis, Lichtwert, Unter ­und Überbelichtung, Kontrastumfang, Kontrastumfang in der Fotografie, Kontrastumfang am Monitor, Kontrastumfang beim Beamer, Kontrastumfang im Druck, 18 ­% ­Graukarte

Kapitel 2: Farbe

Themen: Farbe, Grundfarben, Lichtwellen, Farbspektrum, Leuchtkörper und Farbfilter, Lichtfarben, Körperfarben, Additive Farbmischung, Subtraktive Farbmischung, Primärfarben, Sekundärfarben, Tertiärfarben, Unbunte Farben, Neutrales Grau, Gegenfarben, Spektral- und Mischfarben, Farbeigenschaften, Buntton, Sättigung, Helligkeit, Farbtemperatur

Kapitel 3: Farbwahrnehmung

Themen: Farbwahrnehmung, Auge, Zapfen, Stäbchen, Visuelle Wahrnehmung, Farbe und Auflösungsvermögen, Rasterdruck, Pixel, Auflösungsvermögen der Augen, Optische Illusionen und Phänomene, Hell-Dunkel-Täuschungen, Sukzessivkontrast, Simultankontrast, Bewegungsillusionen, Flächenillusionen, Helligkeit weckt Interesse, Tiefenwirkung von Farben, Interferenz-Effekte, Farbenblindheit

Kapitel 4: Farben und Wirkung

Themen: Farben und Wirkung, Rot, Orange, Gelb, Gelbgrün, Grün, Blaugrün, Cyan, Mittelblau, Blau (Violettblau), Violett, Magenta, Purpur und Rosarot, Braun, Grau, Weiß, Schwarz

Kapitel 5: Farbsysteme

Themen: Farbsysteme, Farbkreise, Newton, Goethe, Itten, Küppers, Hering, Munsell, Farbmodell, Farbumfang, CMYK-Farbmodell, CMYK-Farbraum, RGB-Farbmodell, RGB-Farbraum, HSB, HSV, Buntton, Sättigung, Helligkeit, HSB/HSL in der Praxis, Hex-Farbe, L*a*b*, Lab-Farbmodell, Referenzfarbraum L*a*b*, Referenzsysteme, Prozessfarben, Euroskala, HLC, Volltonfarben, Pantone, HKS, RAL, NCS

Kapitel 6: Farbgestaltung

Themen: 24-teiliger Farbkreis + Weiß, 24-teiliger Farbkreis + Schwarz, 24-teiliger Farbkreis + Grau, Farbkontraste, Hell/Dunkel-Kontrast, Buntkontrast, Komplementärkontrast, Kalt/Warm-Kontrast, Sättigungskontrast, Bunt/Unbunt-Kontrast, Flächenkontrast, Farbharmonien, Harmonischer Dreiklang, Komplementäre Farbharmonie, Komplementärer Dreiklang, Analoge Farbharmonie, Monochromatische Farbharmonie, Programme und Online-Hilfen

Kapitel 7: Farbe in der Praxis

Themen: Farbe in der Praxis, Kanäle, Graustufen, RGB-Kanäle, CMYK-Kanäle, Lab-Kanäle, Duplex, Volltonkanäle, Farbtiefe, Digitale Dunkelkammer, Digitales Negativ, RAW, RAW-Konverter, Bildentwicklung, Bildbearbeitung, Histogramm, Tonwertumfang, Tonwertkorrektur, Tonwertspreizung, Farbkorrektur, Farbwerte, Grund- und Gegenfarben, Neutrales Grau, Weißabgleich, Richtige Farben, Farben editieren, Farbmanagement, Farbräume, Farbprofile, Standard-Profile, sRGB 352, Adobe RGB, Kamerafarbraum, Gestrichenes Papier, Ungestrichenes Papier, In Profil konvertieren, Rendering Intent, Medienneutrales Publizieren, Color Management Workflow, Farbverbindliches Arbeiten, Kalibrierung, Farbmanagement in den Programmen, Arbeitsfarbräume, Proof

Angaben zum Buch

Rheinwerk-Verlag 2017, 400 Seiten, gebunden, komplett in Farbe,  großes 21-×-24-Format
ISBN 978-3-8362-4501-2
Buch: 39,90; E-Book: 35,90; Buch/E-Book-Bundle: 44,90
Weitere Informationen und Demokapitel auf der Website des Verlags;
Affilate-Link zum Buch bei Amazon.

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Grafik und Gestaltung – nächster Kurs: 29.09.–20.10.16

Mein Buch »Grafik und Gestaltung« hat sich seit der Erstausgabe 2010 zu einem Standardwerk für Grafikdesigner entwickelt. Natürlich bot es sich für mich an das geballte Wissen des Buches auch als Kurs anzubieten. In 28 Stunden aufgeteilt auf vier Tagen oder acht Abende vermittelt der Crash-Kurs die wichtigsten Grundlagen der Gestaltung. Die Inhalte sind in acht Module eingeteilt und behandeln im Detail:

Modul I: Grundlagen:

  • Kriterien guter Gestaltung
  • Funktion und Ästhetik
  • Harmonie und Kontrast
  • Gestaltgesetze der Wahrnehmung

Modul II: Formenlehre:

  • Die Grundfläche in der Gestaltung
  • Formate
  • Linienführung
  • Fläche und Form
  • Proportion und Seitenverhältnis (Goldener Schnitt, DIN und andere Seitenverhältnisse)
  • Anordnung und Gewichtung
  • Symbolik und Assoziation
  • Perspektive und räumliche Wirkung

Modul III: Farbenlehre:

  • Psychologische Grundfarben
  • Farbe und optische Täuschungen
  • Farbenspektrum
  • Farbräume: RGB, CMYK und HSB
  • Licht- und Pigmentfarben
  • Farbe und Tonwert
  • Farbkreise
  • Komplementärfarben
  • Farbkontraste
  • Farbharmonien
  • Farben und Assoziationen

Modul IV: Bildgestaltung:

  • Bildwirkung
  • Bildanschnitt
  • Bildkomposition
  • Architektur und Bild
  • Schärfe und Schärfentiefe
  • Bildagenturen

Modul V: Schrift:

  • Grundbegriffe und Anatomie der Satzzeichen
  • Geschichte der Schrift
  • Schrift am Bildschirm
  • Schriftgruppen nach DIN 16518
  • Schriftmischung

Modul VI: Lesetypografie:

  • Zielgruppenorientierte Typografie
  • Mengentext lesefreundlich gestalten
  • Titel und Überschriften gestalten
  • Text auszeichnen und hervorheben
  • Typografische Dos and Don’ts

Modul VII: Arbeiten mit Gestaltungsrastern:

  • Warum mit Rastern arbeiten?
  • Satzspiegel
  • Raster anlegen

Modul VIII: Corporate Design:

  • Was ist Corporate Design?
  • Was bringt Corporate Design?
  • Basisbausteine von Corporate Design
  • Corporate Design Manual

Interessant ist das Seminar für alle die im Bereich von Marketing und Werbung arbeiten, erfahrene Grafiker die Ihr Design-Know-how auffrischen und erweitern wollen sowie für alle die generell an grafischer Gestaltung interessiert sind. Am runden Tisch werden die Themen nicht nur in Form eines Monologs frontal präsentiert sondern in der Gruppe besprochen und diskutiert.

Interessierte Unternehmen können den Kurs für ihre Mitarbeiter als Individualschulung buchen. Er kann dann sowohl in den Räumlichkeiten der epos Akademie in Götzis oder im Unternehmen vor Ort stattfinden.

  • Tagesseminar: 29.09. bis 20.10.16, Do, 08.30–16.30
  • Abendseminar: 28.11. bis 21.12.16, Mo u. Mi, 18.30–22.00
  • Tagesseminar: 13.02. bis 06.03.17, Mo, 08.30–16.30
  • Abendseminar: 28.03. bis 20.04.17, Di u. Do, 18.30–22.00
  • Tagesseminar: 12.06. bis 03.07.17, Mo, 08.30–16.30

Als Kursunterlagen wird mein Buch ausgegeben.
Kursbeitrag: 640,– Euro inkl. MwSt., maximal 10 Teilnehmer

Eine Anmeldung kann über die Website der epos Akademie erfolgen, ich nehme Anfragen und Anmeldungen aber auch gerne via Mail entgegen.

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Infoabend zum 12. epos Werbelehrgang

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Absolventinnen des 11. epos Werbelehrgangs

Interesse an einem berufsbegleitenden Lehrgang in die Welt der Werbung? In acht Monaten sehr viel erreichen? Gestaltung, Werbung und Marketing verstehen? Dann ist unser Werbelehrgang genau das Richtige!

Am Donnerstag, den 22.9.2016 findet um 19:30, findet in der epso Akademie in Götzis ein Infoabend statt. Direkt bei mir anmelden oder einfach spontan der Akademie vorbei schauen!

Und das sagen Teilnehmerinnen:

Jasmin Marte, ausgezeichnet mit Gold für die beste Abschlussarbeit 2016: »Ich habe neben dem Umgang mit den Programmen Photoshop, Illustrator und Indesgin vor allem ein aufmerksames Auge für Design bekommen. Man nimmt nach diesem Lehrgang die Welt ein bisschen mit anderen Augen wahr.«

Andrea Kugler, ausgezeichnet mit Bronze: »Ich habe sehr viel gelernt und will in dieser Richtung weitermachen und mein Wissen in meine berufliche Zukunft einbauen.«

Anja Schäfler, ebenfalls Teilnehmerin 2015/16: »Ich bin mit voller Vorfreude in den Kurs gestartet und alle meine Erwartungen wurden erfüllt! Die vielen Praxisbeispiele und Übungen bauen einen Schritt für Schritt auf und ich hätte nie gedacht, dass sich so tolle Abschlussarbeiten so einer kurzen Zeit erstellen lassen. Der Kurs ist in allen Bereichen weiterzuempfehlen.«

Mehr Infos:

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Gestaltung ist keine Geschmacksache

Dass Laien denken Gestaltung sei Geschmacksache ist für mich nachvollziehbar. Schwerer nachvollziehen kann ich es wenn Profis diese Position vertreten, schließlich stellt das ihre ganze Profession in Frage oder genauer gesagt: Es negiert, dass es so etwas wie qualitative Unterschiede und somit Professionalität in der Gestaltung überhaupt geben kann.

Wenn gut ist was (irgendjemandem) gefällt brauche ich nur etwas x-Beliebiges zu gestalten und es Kraft meines Geschmacks als gelungen zu adeln. Die Frage des qualitativen Unterschied stellt sich erst, wenn ich anerkenne, dass es diese Unterschiede gibt. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Gestaltung minder- oder höherwertiger sein kann.

Ohne zumindest relativ objektive Kriterien was gute Gestaltung ist und was eine gestalterische Fehlleistung darstellt kann ich keinen gestalterischen Diskurs mehr führen. Der Versuch sich gestalterisch zu entwickeln führt zwangsläufig ins Leere, wenn das was ich nach Jahren der Erfahrung gestalte, keine besseren Ergebnisse erzielt, als das was ich als absoluter Novize – früher sprach man vom Dilletanten – geschaffen habe.

Ich finde, dass meine gestalterischen Arbeiten – egal ob als Grafikdesigner oder als Fotograf – heute um Welten besser sind als das was ich vor Jahren und Jahrzehnten produzierte. Besser sein kann es aber nur, wenn es qualitative Unterschiede in der Gestaltung gibt und das bedeutet, dass Gestaltung keine reine Geschmacksache ist!

Natürlich steht es niemandem zu den Geschmack eines Individuums zu verurteilen. Was mir persönlich gefällt ist absolut und ausschließlich meine persönliche Privatsache! Wenn ich gerne grüne Gummistiefel zu beigen Cordhosen und Frackjacke trage ist das ausschließlich meine Sache, einen Style-Wettbewerb könnte ich damit aber niemals gewinnen, weder in der Vergangenheit noch in einer irgendwie absehbaren Zukunft.

Wenn ich mein Apfelkompott mit Champignons und Senf esse ist das meine Sache, doch ich darf mich nicht wundern, wenn ich das Freunden zum Essen serviere und anschließend nie wieder jemand meinen Einladungen zum Dinner folgen will.

Wenn ich »Modern Talking« als Krone abendländischen Musikschaffens betrachte steht es niemandem zu mir diese Meinung zu verbieten, doch mich persönlich wundert nicht, dass die belanglosen Ergüsse dieses deutschen Duos in den Playlists der Pop-Sender schon unmittelbar nachdem sie aus den Charts verschwanden keine Rolle mehr spielten.

Natürlich gibt es unterschiedliche Gestaltungsrichtungen und -ansätze, so wie es unterschiedliche Musikrichtungen gibt. Der Eine mag Klassik mögen und bei Pop Ohrensausen bekommen. Der Andere mag mit Jazz liebäugeln und mit Rock nichts anfangen können. Doch wer wollte bestreiten, dass es in jeder einzelnen Richtung anspruchsvollere und handwerklich besser ausgeführte Musik gibt, sowie Werke beziehungsweise Interpretationen die eher von Dilettantismus zeugen. Ich weiß wovon ich schreiben, ich habe Jahre lang dilettantisch den Bass gezupft – die einzigen die unsere Musik wirklich mochten waren unsere persönlichen Freunde (und ein paar Betrunkene).

Auslöser mich dieses Themas anzunehmen ist eine Debatte auf einer Facebook-Seite mit Thema Fotografie. Dort wurde ein Bild eingestellt das man wirklich nur als dilettantisch bezeichnen kann. Sofern dieses Bild mit seiner völlig überzogenen Bearbeitung tatsächlich der Ernst seines Schöpfers ist, sollte man ihm raten sich einem anderen Hobby anstatt der Fotografie zuzuwenden. Ich glaube zwar, dass Gestaltung etwas ist das fast jeder lernen kann, aber dennoch gibt es Leute denen größeres gestalterisches Geschick gegeben ist und solche mit weniger Talent. Und es gibt eben auch Leute die gar kein Händchen für Gestaltung haben.

Um es noch einmal auf Musik und mich persönlich zurück zu bringen: Ich bin kein musikalisches Naturtalent. Ich habe über die Jahre des Musizierens gelernt beim Mitsingen Töne einigermaßen adäquat zu treffen, bin aber hilflos wenn ich frei singen muss. Als Instrumentalist kommt hinzu, dass meine motorischen Fähigkeiten es niemals zulassen werden ein Instrument virtuos zu beherrschen. Als wäre dem nicht schon genug fehlt mir die Fähigkeit beim Spielen die erforderliche Konzentration aufrecht zu erhalten. Es war für mich einfach sinnvoll das Musizieren bleiben zu lassen und mich Beschäftigungen zuzuwenden die eher meinen Begabungen entsprechen. Zwar spräche nichts dagegen weiter für mich selbst im heimischen Kämmerlein den Bass zu zupfen wenn mir das Freude bereiten würde, doch eine nennenswerte Souveränität für öffentliche Auftritte werde ich niemals erreichen.

Nun braucht man nicht jedem der Freude an einer Tätigkeit hat ins Gesicht sagen, dass ihm jegliches Talent fehlt, auch wenn es offensichtlich ist. Ich darf mich aber auch nicht wundern, dass ich ausgepfiffen werde, wenn ich mich auf eine Bühne stelle und Musik zum Besten zu geben versuche ohne einen einzigen Ton zu treffen. Geschmacksache hört da auf, wo ich meinen privaten Bereich verlasse und mich mit meinen Werken an eine Öffentlichkeit wende.

Wenn ich aus dem Badezimmer heraus trete und nicht mehr nur aus reiner Lust am Singen für mich alleine Gassenhauer schmettere, sondern ein Publikum für meine Darbietung beglücke, sollte ich in der Lage sein den Hörgewohnheiten und den Geschmacksvorstellungen einer Öffentlichkeit zu entsprechen.

Natürlich unterscheiden sich die Vorstellung dessen was gute Musik und gute Gestaltung ist je nach zeitlicher Epoche und Kulturkreis. Doch in einer bestimmten Zeit und vor einem bestimmten kulturellen Hintergrund (der üblicherweise noch einmal in Subkulturen untergliedert ist) gibt es doch immer recht klare Vorstellungen davon was gefällt und was ein no-go ist. Die wirklich exzellenten Werke schaffen es sogar ihre Zeit zu überdauern und über ihren Kulturkreis hinaus zu wirken und zu dauerhaften internationalen Klassikern zu werden.

Ich finde es absurd zu behaupten es gäbe keine qualitativen Unterschiede zwischen Mozart und Helene Fischer, zwischen Dürer und dem was ein angehender Hobbymaler vor dem ersten Kurs an der Volkshochschule fabriziert. Wer könnte das ernsthaft behaupten?

Akzeptiere ich generell, dass es so etwas wie qualitative Unterschiede im kreativen Schaffen gibt, muss ich zwangsläufig auch akzeptieren, dass es gelungene und verunglückte Werke gibt und die Behauptung, dass am Ende alles Geschmacksache ist, ist somit widerlegt.

Wäre Gestaltung tatsächlich reine Geschmacksache, bräuchten wir wie gesagt weder Bild- bzw. Designbesprechungen, wir bräuchten keine Ausbildung zur Gestaltung, schon gar keine Unis und Fachhochschulen und wir bräuchten auch keine Wettbewerbe.

Ich teile zwar die Ablehnung von Gestaltungswettbewerben mit Woody Allens Ablehnung gegenüber Filmwettbewerben, und seine Ansicht, dass man nicht Dürer gegen Kandinsky, Rembrandt gegen Picasso, Dali gegen Chagall antreten lassen und einen davon als den besten küren kann, aber ich bin sehr wohl der absoluten Überzeugung, dass all die genannten auf einem deutlich höheren Niveau arbeiten als ich es jemals könnte. Und auch das habe ich in meinem Leben gelernt: Ich mag ein Talent zum Zeichnen und Malen haben, doch zum bildenden Künstler hätte es niemals gereicht.

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Infoabend zum 12. epos Werbelehrgang

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Absolventinnen des 10. epos Werbelehrgangs

Interesse an einem berufsbegleitenden Lehrgang in die Welt der Werbung? In acht Monaten sehr viel erreichen? Gestaltung, Werbung und Marketing verstehen? Dann ist unser Werbelehrgang genau das Richtige!

Am Donnerstag, den 11.5.2016 findet um 19:30 ein Infoabend in der epso Akademie in Götzis statt. Direkt bei mir anmelden oder einfach Fortin der Akademie vorbei schauen!

Mehr Infos:

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Jonathan Quintin: The Golden Key – der Goldene Schnitt

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InDesign: Schatteneffekt

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InDesign: Hintergrundfläche mit Farbe

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Mein Eindruck der Fujifilm X-T1 – Teil 1

Obwohl mir meine Olympus OM-Ds ans Herz gewachsen sind verfolge ich mit Interesse was sich am Kameramarkt auch abseits von MFT tut. Meine besondere Aufmerksamkeit und Sympathie zieht dabei  Fujifilm auf sich, seit die X100 vorgestellt wurde.

Nachdem Fuji mit einigen Kameras im leicaesken Messsucherstil viel Begeisterung bei Fotografen die wie ich viel auf Achse sind ausgelöst hat, folgte mit der X-T1 ein Modell das eher den Stil klassischer Spiegelreflexkameras aufnimmt.

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Die Fujifilm X-T1 nimmt das Design klassischer Spiegelreflexkameras auf – vulgo »Retro-Design« –, hat also mehr Ecken und Kanten als das von Luigi Colani geprägte ergonomische Design das Spiegelreflexkameraformen seit den 1980er Jahren prägte.

Um den Apparat nicht nur aus der Ferne zu beurteilen bat ich meinen freundlichen Fachhändler mir ein Modell zur Verfügung zu stellen. Der Deal lautet: Ich bekomme Kameras zum Testen und rühre dafür ein bisschen die Werbetrommel, was ich hiermit auch gerne mache.

Freundlicher Fachhändler

Wenn ihr in Vorarlberg und Umgebung zuhause und auf der Suche nach einer Kamera seid schaut bei Foto Hebenstreit in Feldkirch rein. Vor allem wer noch nicht weiß welches Modell welcher Marke es werden soll findet in der Region wohl keine bessere Adresse in der Region – Canon, Nikon, Sony, Pentax, Olympus, Panasonic und Leica sind hier friedlich vereint.

Die Beratung ist stets freundlich und rasch auch freundschaftlich, man kann an der Ausrüstung herumspielen und ausprobieren, ohne, dass ein Verkäufer als Wachhund jeden Handgriff argwöhnisch beobachtet. Und wenn du dich beim ersten Besuch noch nicht für ein Modell entschieden hast kannst du den Laden verlassen ohne das Gefühl mit zu bekommen, dass du gerade verflucht wirst weil du vielleicht etwas Zeit mitgenommen aber keine Kohle dagelassen hast.

Alles subjektiv

Wer auf der Suche nach einem objektiven Bericht über die X-T1 ist wird in diesem Artikel kaum fündig werden. Ausführliche Angaben über Ausstattung und Funktionen von Kameras sowie objektive Messwerte aus Labortests finden sich bei digitalkamera.de, dpreview.com und dxomark.com (wobei sich dxomark offensichtlich nicht sehr engagiert wenn es um das Testen von Fujifilm-Ausrüstung geht). Ich möchte lediglich meinen subjektiven Eindruck beschreiben wie sich eine Kamera für mich und in meinen Händen anfühlt.

Eine Kamera ist mehr als die Summe ihrer Teile. Vergleicht man die Messergebnisse von Labortests verschiedener Kameramodelle derselben Preisklassen mögen die Unterschiede am Datenblatt oft eklatant aussehen, in wiefern sie aber praktisch relevant sind steht auf einem anderen Blatt.

Viel wichtiger als objektive Zahlen ist wie sich eine Kamera subjektiv anfühlt – ob sie zu mir, meiner Arbeitsweise und meinen Motiven kompatibel ist, ob ich sie intuitiv bedienen kann und ob der Look and Feel meinem Geschmack entgegen kommt.

Design-Betrachtungen

Look and Feel der X-T1 kommen meinem Geschmack durchaus entgegen, auch wenn ich finde, dass die OM-Ds noch ein Stück besser gelungen sind. Das Seitenverhältnis Breite zu Höhe wirkt bei der X-T1 etwas plumper und sie wirkt pummeliger als die E-M5 – um es im Fotografen-Jargon auszudrücken: die Proportionen der OM-D sind näher am Goldenen Schnitt beziehungsweise der Drittelregel.

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Die X-T1 wirkt im Vergleich mit der OM-D E-M5 etwas plumper.

Allerdings hat die größere Höhe der X-T1 ergonomische Vorteile: Während mein kleiner Finger bei der OM-D E-M1 ins leere greift und ich einen Hochformatgriff brauche damit sie mir sicheren Halt vermittelt, ist das bei der X-T1 nicht der Fall.

Den vom SLR-Pentaprisma abgeleiteten Aufbau empfinde ich bei der X-T1 etwas zu wuchtig – bei der OM-D wirken die Proportionen auch diesbezüglich stimmiger und die ausgeprägtere Neigung der Seiten lässt ihn bei ihr stromlinienförmiger erscheinen.

Der Wulst zum Halten der Kamera ist keine Augenweide, macht ergonomisch aber Sinn. Dieser ist bei der OM-D E-M5 Mark II besonders zurückhaltend und elegant gestaltet, so dass er sich dort perfekt ins Design einfügt, nur bietet er deutlich weniger Halt als der Griff der X-T1. Den Preis eines etwas aufgesetzt wirkenden und nicht unbedingt attraktiven Handgriffs bezahlt man allerdings auch bei der OM-D E-M1 für die bessere Ergonomie.

Überraschend war für mich, dass die X-T1 neben die E-M5 gelegt nicht wirklich nennenswert größer wirkt. Inklusive des oben abgebildeten 12–40mm ist die E-M5 sogar etwas voluminöser und schwerer als die X-T1 mit dem 18–55mm Standardzoom.

Klassisches SLR-Design

Ebenso wie die OM-Ds nimmt sich das Design der X-T1 klassische Spiegelreflexkameras zum Vorbild – man bezeichnet das heute als Retro. Retro und Vintage haben sich in den letzten Jahren als fester Trend etabliert und wie bei allen Trends gibt es jene die unbedingt dabei sein müssen und jene die jede Mode verteufeln.

Wer Neuinterpretationen von Klassikern verurteilt hat wahrscheinlich von Designgeschichte wenig Ahnung. Bereits die Renaissance orientierte sich an der Kunst der Antike und der Klassizismus hat seinen Namen daher, dass die Architektur des alten Roms als Vorbild herangezogen wurde. Die »Arts and Crafts«-Bewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts orientierte sich an der Renaissance und die Popart der 1960er Jahre vermischte sich in den frühen 70ern aus der Hippie-Bewegung heraus mit einer Wiederbelebung des Jugendstils.

Retro und Vintage sind also nicht wirklich eine Erfindung des Marketings des 21. Jahrhunderts. Gut gemacht können moderne Interpretationen klassischer Vorbilder durchaus zu einer eigenständigen Design-Ikone werden – der Mini macht’s vor.

Anachronistisches Räderwerk

Wie gesagt: Das Design der X-T1 spricht mich durchaus an und zu ihrem Erscheinungsbild gehört auch das üppige Werk der Einstellungsrädchen. Funktional betrachtet schient mir das Bedienkonzept allerdings ein Bisschen anachronistisch und die Beschriftungen sind für mich reines Zierwerk.

Einstellräder mit Skalen und Werten zu versehen stammt aus einer Zeit als Kameras noch rein mechanische Wunderwerke waren. Damals gab es keine elektronischen Anzeigen und Displays die Einstellungen anzeigten – wären die Werte nicht aufgedruckt gewesen hätte sich eine Kamera kaum bedienen lassen.

Heute kann ich auf analoge Beschriftungen durchaus verzichten, denn was ich über irgendwelche Rädchen einstelle sehe ich im elektronischen Sucher oder am Display angezeigt. Oft interessieren mich aber Histogramme und Überbelichtungswarnungen bedeutend mehr als ob die Verschlusszeit nun auf 1/250 s oder 1/1000 s steht.

Rädchen die keine Skalen aufgedruckt haben haben gegenüber bedruckten einen Vorteil: Man kann sie individuell mit Funktionen versehen. Bei Olympus ist beispielsweise üblich, dass nach Werkseinstellung am vorderen Einstellrad die Verschlusszeit liegt und am hinteren die Blende. Ich bevorzuge es genau umgekehrt.

Natürlich spricht wohl nichts dagegen trotz Beschriftung die Belegung zu verändern – seltsam empfände ich das aber schon.

Mein Arbeitsweise sieht in der Regel so aus, dass ich mit einem Einstellrad die Blende steuere, mit dem anderen die Verschlusszeit (in M) oder Belichtungskorrektur (in A) und bei Bedarf eine Zusatztaste drücke um die Empfindlichkeit zu beeinflussen – diesbezüglich gibt es keinen Unterschied zwischen meinen früheren Nikon- und den aktuellen Olympus-Modellen. Die X-T1 verlangt eine andere Arbeitsweise.

Interessant wird es wenn ich beginne Rädchen zu zählen. Bei Nikon und Olympus komme ich mit drei Einstellrädern zurecht: Ein Einstellrad für den Belichtungsmodus (also ob P, A, S oder M) und zwei Einstellräder um die wichtigsten Belichtungsparameter einzustellen.

Bei der X-T1 zähle ich sechs: Ein Rad für die Blende am Objektiv, ein Rad für die Empfindlichkeit, ein Rad für die Belichtungskorrektur, ein Rad für die Verschlusszeit, ein vorderes Einstellrad (das für die Drittelschritte bei der Verschlusszeit benötigt wird, die sich auf dem Verschlusszeit-Einstellrad offensichtlich nicht ausgegangen sind) und ein hinteres Einstellrad (dessen Sinn sich mir im Moment nur bedingt erschließt – es ist offensichtlich dazu gedacht im Quick-Menü Einstellungen vorzunehmen).

Die Bedienung dieses komplexen Rädchenwerks scheint mir nicht besonders effizient zu sein, vor allem, dass ich um Drittelzeitwerte zu ändern zwei Räder bedienen muss befremdet mich ein Bisschen.

Generell sind die Einstellräder eher von der schwergängigen Sorte. Da schon das absichtliche Einstellen (zum Beispiel der Belichtungskorrektur) durchaus Kraftaufwand erfordert, würde ich ein versehentliches eher ausschließen. Trotzdem sind Zeit und Empfindlichkeit zusätzlich mit einer Taste geschützt, was eine flüssige Bedienung auch nicht unbedingt erleichtert. Und warum ist überhaupt nur Zeit und Empfindlichkeit durch eine Taste geschützt, Belichtungskorrektur aber nicht?

Leichtgängig ist übrigens der Ring für die Blende am Objektiv – gegen ein versehentliches Verstellen ist der aber wiederum nicht geschützt.

Während ich bei Olympus und Nikon die Steuerung der Einstellungen im Wesentlichen mit einer Hand erledigen kann muss ich bei der X-T1 die linke Hand zum Einstellen dazu nehmen. Zwar ist es auch bei den Nikons üblich, dass für ISO eine Taste zur linken Hand gedrückt werden muss, die liegt aber in der Nähe des Daumens links und nicht oberhalb. Erschwert wird die Änderung des Werts eben zusätzlich dadurch, dass man nicht nur drehen sondern auch einen Knopf zur Entriegelung drücken muss.

Anders und doch lustig

Das klingt jetzt alles nicht unbedingt nach Begeisterung für die X-T1, doch es spiegelt meine generelle Skepsis an einem Bedienkonzept, das sich an mechanischen Analogkameras orientiert. Eine Digitalkamera ist keine Analogkamera, bietet andere Möglichkeiten – immerhin bedeutet analog das Ändern der Empfindlichkeit einen Filmwechsel – und lässt sich anders bedienen. Ich teile nicht die Ansicht, dass früher alles besser war.

Andererseits gibt es doch genügend Fotografen die diesbezüglich anders ticken als ich, von denen nicht wenige sehr viel erfahrenere Fotografen sind als ich. Ob man Kameras mit diesem ans Analoge angelehnten Bedienkoknzept bevorzugt oder wie ich jenes das in den letzten Jahren an Systemkameras dominierte ist somit am Ende auch Geschmacksache. Auch hier gilt, dass das eine nicht generell besser sein muss als das andere – es ist nur anders. Und ich finde halt Vielfalt immer besser als Einfalt. So kann jeder finden was er sucht.

Trotz meiner Vorbehalte in Sachen Bedieneffizienz ist die X-T1 eine Kamera die Spaß macht – vielleicht auch deshalb weil sie den Fotofluss etwas hemmt und somit möglicherweise ein bewussteres Fotografieren fördert. Über die Erfahrungen mit der Kamera im praktischen Einsatz werde ich in den nächsten Tagen noch berichten: Link.

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Das Blog wird 6

Mein Blog hat heute den 6. Geburtstag. Der älteste noch verfügbare Blog-Eintrag datiert vom 23. März 2006. Damals habe ich von einer reinen HTML-Website, die ich mit GoLive gestaltet hatte und die im Jahr 1997 startete – dem Jahr, in dem ich mich selbständig gemacht habe –, auf das simple Blogging-Tool RapidWeaver von RealMac umgestellt und begonnen das Web mit einem RSS-Feed zu füttern. Am 11. November 2007 bin ich dann von RapidWeaver auf WordPress umgestiegen.

Auch wenn Blogs und Feeds seit langem tot gesagt sind bin ich nach wie vor ein Fan davon und habe zahlreiche abonniert und besuche sie regelmäßig, sobald mir meine Feedreader Reeder oder Flipboard anzeigen, dass es Neuigkeiten gibt. Mir fiele keine bessere Möglichkeit ein mit Neuigkeiten versorgt zu werden, auch Twitter neben RSS-Feeds zu einem wichtigen Versorgungstool geworden ist.

Wenn ich mir meine Blog-Statistiken heute ansehe, dann fällt auf, dass die Besucherzahlen, seit ich mit der Analyse begonnen habe, weitgehend gleichgeblieben sind. Feedburner zeigt relativ kontinuierlich etwa 500 Abonnenten an, und die Zahl täglicher Besucher wird mit 200–300 ausgewiesen.

Kontinuierliche Besucherzahlen | Etwas bedauerlich, dass es keinen nennenswerten Zuwachs gibt. Allerdings bin ich mir auch bewusst, dass es im Wesentlichen meine eigene Verantwortung ist, dass das Blog kein kontinuierliches Wachstum verzeichnen konnte. Zum Einen hat sich der Inhalt über die Jahre verändert. Ging es die ersten Jahre noch vor allem um Typografie und Grafikdesign, ist in den letzen Fotografie immer wichtiger geworden. Zum Anderen gab es auch immer wieder längere Phasen, in denen ich einfach nicht die Zeit hatte das Blog zu pflegen und zu publizieren. So haben sich Inhalt und Aktualität immer wieder geändert. Positiv allerdings sollte zu bewerten sein, dass der Besucher heute doppelt so lange bleibt, als es zu Beginn der Aufzeichnungen 2008 der Fall war.

Visuelle Inspiration | 2010 habe ich interessante Fundstücke und Kurzmeldungen in ein separates Parallel-Blog mit dem Namen »Visuelle Inspiration« ausgelagert. Außerdem gibt es eine Facebook-Page auf der meine Aktivitäten hier, bei Visuelle Inspiration und bei Twitter zusammenfließen.

Wenig Diskussion | Was ich bedauere ist, dass es mir nicht gelungen ist Besucher zu Kommentaren und Diskussionen zu bewegen; nur vereinzelt wird einmal ein Post kommentiert. Etwas neidisch blicke ich da auf die bloggenden Kollegen, bei denen jeder Artikel mit einem halben dutzend und mehr Kommentaren ergänzt und erweitert wird. Ich grüble darüber nach an was es liegen konnte. Schreibe ich als Autor und Referent so Oberlehrerhaft, dass kaum jemand einen Kommentar wagt? Sind die Artikel so klar, dass es nichts zu bemängeln und zu ergänzen gibt (außer von den zwei oder drei Besuchern, die in jeder Suppe ein Haar zu finden müssen glauben)? Oder sind die Artikel so schlecht, dass kaum jemand sie eines Kommentars würdig findet. OK. An letzteres glaube ich jetzt nicht wirklich, sonst hätte ich längst zu Schreiben aufgehört. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich selbst kaum bei anderen Blogs kommentiere und mich eher darauf beschränke interessante Artikel via Facebook, Twitter und »Visuelle Inspiration« zu teilen.

Die nächsten sechs Jahre | Auch wenn ich manchmal darüber nachdenke das Bloggen einzustellen, weil es viel Zeit frisst und die Resonanz oft so gering erscheint, kann ich mir gut vorstellen, dass ich auch die nächsten sechs Jahre dran bleiben werde, denn am Ende macht mir das Schreiben Spaß. Ich ich hoffe, dass es auch ein paar Besucher gibt, denen das Lesen Spaß macht und die mit meinen Artikel etwas anfangen können.

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