Adobe, Quo Vadis?

Wed, 27. Oct. 10

Von 1993 an war ich begeisterter Anwender von Adobe Programmen. Niemals habe ich ernsthaft eine Alternative zu Photoshop gesucht – weshalb auch? Lange Zeit habe ich parallel mit Illustrator und Freehand gearbeitet. Spätestens nachdem die Entwicklung von Freehand einzuschlafen begann, war Illustrator mein Favorit für Vektorbearbeitung. InDesign hat meine Arbeit mit Layoutprogrammen revolutioniert – es schaffte Möglichkeiten, von denen man beim 0-Enwicklung-für-viel-Geld-Konkurrenten nur träumen konnte. Ich habe bereits mit der Version 1.5 ausschließlich und begeistert damit gearbeitet. Jahre lang wurde ich in Seminaren regelmäßig gefragt, ob ich von Adobe Bezahlt würde, für meine Werbung und Begeisterung. Nein. Wenn ich von etwas begeistert bin zeige ich es auch.

Doch ich halte mit meiner Meinung auch nicht hinterm Berg, wenn ich etwas kritisch sehe, und mein Blick auf Adobe wurde in den letzten Monaten mehr und mehr genährt. Ich möchte hier diese Kritik einmal zusammenfassen:

  • GoLive | Als ich begann Webdesign zu erstellen (1997) und umzusetzen, war GoLive Cyberstudio ein revolutionäres Produkt. Die Anwender von Cyberstuio haben Teils große Erwartungen in Adobe gesetzt, als der Konzern GoLive übernommen hat. Den meisten war klar, dass ein kleines Unternehmen wie die Hamburger GoLive gegen die Konzerne aus Amerika auch dann nicht würde bestehen können, wenn sie das bessere Produkt hätten. Dreamweaver befand sich zu der Zeit gerade in der Vorbereitung und hat viel vom Konzept von Cyberstudio übernommen. Unter Adobes Führung wurde der Vorsprung von GoLive in kürzester Zeit verspielt.
    Als Adobe Macromedia, und damit Dreamweaver übernahm, war klar, dass Dreamweaver überleben und GoLive sterben würde. Schade darum? Ich denke nicht. Auch wenn ich heute weder mit dem Einen, noch mit dem Anderen arbeiten würde, dürfte Dreamweaver am Ende die Nase absolut vorne gehabt haben.
    Ich kann es absolut nachvollziehen, dass Adobe GoLive eingestellt und das weitaus besser etablierte Dreamweaver fortgeführt hat. Wie das allerdings vorgefallen ist, war eine Frechheit treuer Kunden gegenüber:
    • Adobe behauptete man wolle GoLive fortführen – was aber eh niemand ernsthaft glauben wollte.
    • Adobe hat bald nach der Übernahme von Macormedia Update und Vollversion für GoLive 9 zum Verkauf angeboten.
    • Auf der Produktseite von GoLive stand zu lesen, dass der Web-Editor ein Programm mit guten WYSWYG-Funktionen zum Layouten von Websites sei, aber – so quasi – wenn man ein vernünftiges Programm suche, solle man sich doch Dreamweaver einmal ansehen.
    • GoLive 10 ist nie auf dem Markt gekommen!
    • Der Verdacht drängt sich auf: Adobe hatte GoLive vor der Übernahme von Macromedia bereits weit entwickelt und brachte es auf den Markt, obwohl klar war, dass das »End of Life« unmittelbar bevorstand. Fair, den bisherigen Kunden gegenüber wäre gewesen, GoLive 9 zum Abschiedsgeschenk zu machen und nicht auch noch Geld dafür zu nehmen.
    • Fair wäre auch gewesen, wenn Adobe für ihre Bestandskunden und GoLive-Nutzer eine reibungslose Möglichkeit integriert hätte, mit alten GoLive-Projekten weiter zu arbeiten. Es gab zwar eine Beschreibung wie vorzugehen sei, wenn man ein GoLive-Prjekt mit Dreamweaver übernehmen wolle, aber der Prozess dazu und das Resultat waren ein Zumutung.
    • GoLive-Anwender wissen also, was Adobe ihre zahlenden Kunden wert sind.
    • Falls jetzt einer einwerfen will »wer arbeitete denn schon mit GoLive«: Als ich begann gab es noch kein Dreamweaver. Später hatte der Bereich Webdesign in meinem Büro zu wenig Gewicht, einen Umstieg, und das damit verbundene Umlernen, zu rechtfertigen. Was ich umsetzen wollte, konnte ich in GoLive auch machen ohne, dass das Programm meinen Code verwurstet hat. Heute arbeite ich mit Espresso.
  • Adobe CS | Seit Adobe Macromedia übernommen hat, mehren sich die Fehler in der Creative Suite. Das Beheben der Fehler dauert oft ewig und zieht sich zum Teil über Versionen hinweg:
    • Mit Version CS3 habe ich begonnen in InDesign mit Indizes zu arbeiten, später auch mit Querverweisen. InDesign CS3 stürzte reproduzierbar ab, wenn Text der Indexmarken enthielt kopiert wurde. In CS4 war dieser Fehler noch immer vorhanden, erst mit CS5 scheint er behoben worden zu sein.
      Dass Adobe von diesem Fehler nichts mitbekommen hat, kann sein, müsste aber nicht sein, wenn bei Adobe jemand die Absturzberichte lesen würde, die man ihnen sendet – ich habe das mehr als einmal getan. Kann natürlich sein, dass da zu viele Berichte eintrudeln, als dass man sich mit jedem Fehler befassen kann, was wiederum einiges über die Produktqualität aussagen würde.
    • InDesign ist in der Lage in numerischen Eingabefeldern zu rechnen. Ich habe diese Fähigkeit in meinen Seminaren immer anhand des Dialogs »Neues Dokument« vorgeführt. Mit CS5 geht das nicht mehr, weil InDesign reproduzierbar auf einem Dutzend Macs abstürzt, wenn eine Rechnung wie »210mm+12pt« eingegeben wird. Ein Detail, das für die Praxis irrelevant wäre, wenn solche Fehler Ausnahmen wären.
    • InDesign exportiert PDFs nun im Hintergrund. Soweit so gut. Nur aus unerfindlichen Gründen hat der Export nach einigen Wochen bei mir nicht mehr funktioniert und blieb bei verschiedenen Dokumenten (also kein Fehler im Dokument) bei 0% stehen. Abbrechen oder Beenden ließ sich der Export nicht. Einzige Möglichkeit: InDesign abschießen. Lästig übrigens, wenn man Daten gleich einmal zur Belichtung übergeben muss. Das Problem ist mit dem folgenden Update behoben worden, sonst wäre mir nichts anderes als ein Downgrade zu CS4 übrig geblieben.
    • Das Ausrichten von Objekten ist in InDesign schon immer ein Trauerspiel. Auch wenn ich »Abmessungen enthalten Konturstärke« deaktiviere, werden Objekte meist inklusive Konturstärke aneinander und an Hilfslinien ausgerichtet. Die intelligenten Hilfslinien in InDesing sind eine feine Sache, ebenso das komplexe System an Rastern und Hilfslinien, die das Programm bietet – doch die Präzision dabei ist, vor allem wenn Objekte mit Konturen arbeitet, dermaßen lausig, dass ich mir angewöhnt habe Breite, Höhe und Position immer noch einmal mit einem Blick in die Steuerungspalette zu prüfen.
    • Ein anderer Langzeitkritikpunkt: InDesign ist nach Standard so eingestellt, dass sich der Zeilenabstand auf einzelne Zeilen innerhalb eines Absatzes einstellen lässt. Das ist Mumpitz und führt nur zu Problemen bei der Formatierung von Absätzen und Zeilenabständen. Ich rate seit Jahren jedem InDesign-Kursteilnehmer über die Voreinstellungen »Zeilenabstand auf ganze Absätze anwenden« zu aktivieren, um sich Nerven zu sparen.
    • Für Illustrator gab es im Laufe des Sommers ein Update. Leider verweigerten meine beiden Macs die Installation und der Updater empfahl das Programm neu zu installieren. Zähneknirschend habe Illustrator de- und neuinstalliert. Danach hat das Update geklappt. Aber: Wieso sind die Dinge bei Adobe so viel komplizierter, wie bei allen anderen Mac-Anwendungen?
    • Wenn jemand auch einmal Illustrator deinstallieren möchte, dann findet er im Illustrator-Ordner eine Datei mit dem Titel Illustrator deinstallieren. Danach aber bitte genau lesen, sonst deinstalliert »Illustrator deinstallieren« nicht nur Illustrator, sondern die ganze Creative Suite.
    • Acorbat nervt mich seit Monaten mit einem Hinweis, dass es ein Update gibt, lässt sich aber ebenfalls nicht installieren und möchte neu installiert werden. Auf zwei Rechnern!
    • Bridge ließ sich auf einer der letzen Schulungen nicht mehr starten – mitten in der Schulung. Ohne irgendweine Meldung von sich zu geben. Erst eine Neuinstallation hat Bridge wieder zum Laufen gebracht.
    • Thema ausrichten: In Illustrator CS3 konnte ich effizienter gestalten als in Illustrator CS5. Das neue perspektivische Raster wäre ein Hammer, wenn es nur ein bisschen präzise arbeiten würde. Doch trotz aller Mühe Objekte exakt am Raster auszurichten, werden Sie nur gelegentlich vom Raster eingefangen. Mir scheint, dass mit jeder neuen »intelligenten« Hilfslinienfunktion die Präzision mehr leidet. Für Gelegenheitsgestalter mögen diese Automatismen nett sein um faul und schlampig gestalten zu können. Aber ich bin professioneller Grafikdesigner und erwarte von einem professionellen Programm professionelle Präzision. Ein Unterschied von einem Hundertstel Millimeter ist sehr oft entscheidend, ob sich zwei Vektorobjekte korrekt miteinander verschmelzen lassen, oder Lücken entstehen. Illustrator ist für mich wahrscheinlich das erste CS-Programm bei dem ich für meine Auftragsarbeiten das Downgrade zu CS3 oder CS2 machen würde – wären da nicht die Schulungen, bei denen ich CS5 vorführen muss.
    • Wenn ich in Illustrator CS5 ein Objekt mit einem Radialen Verlauf versehe und dieses Objekt später drehe, dann stimmt die Anzeige des Verlaufswerkzeugs nicht mehr. Der Verlauf lässt sich nicht mehr bearbeiten.
    • Wenn ich ein Objekt in InDesign auswähle, in das Feld für die Schriftfamilie klicke und die Pfeiltaste rauf runter drücke, dann wird die Schriftfamilie gewechselt und ich habe eine schöne Vorschau über die installierten Schriften (die Vorschau über das Menü Schriftart ist doch schlechter als keine Vorschau). In Illustrator geht das nicht, seit langem, obschon der Trick mit den Pfeiltasten in allen anderen Eingabefehlern ebenso durchgehend funktioniert wie in InDesign und Photoshop. Fehler!
    • Öffnet man in Illustrator die Palette Verlauf, werden sehr oft die Verlaufsregler nicht angezeigt. Man muss die Palette erst einklappen und wieder ausklappen, bevor die Regler sichtbar sind. Nicht erst seit CS5!
    • Zieht man ein Farbfeld in die Palette Farbfelder um einen Verlaufsregler zu ersetzen, entstehen sehr oft zwei Regler direkt übereinander – so sehr man sich auch müht das Verlaufsfeld an der richtigen Stelle loszulassen.
    • Ein altes Problem in der Anwendungslogik: In Photoshop und InDesign kann ich mit CMD/STRG und + einzoomen, in Illustrator ist CMD/STRG und Shift und 0 einzugeben um einzuzoomen. Warum?
    • Unglücklich ist übrigens auch, dass ich in InDesign seit jeher Space bei der Objektbearbeitung drücken muss, um das Handwerkzeug zu bekommen und alt bei der Textbearbeitung. Auch ich die Anlehnung an Photoshop und Illustrator verstehe – meine Finger verstehen es nicht und drücken oft die falsche Taste. Intuitives Arbeiten nennt man sowas.
    • Die Arbeitsgeschwindigkeit von Illustrator CS5 ist auch auf normalen, kaum zwei Jahre alten Macs, ein Jammer hat sich von CS4 auf CS5 deutlich verschlechtert. Muss ich echt alle 18 Monate neue Macs kaufen?
    • InDesign ist in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit nicht viel besser.
    • Die Ladezeiten der Programme sind eine Zumutung. Vor allem, wenn sie öfter mal abstürzen, und Abstürze nehmen mit jeder CS-Version zu (Programmabstürze, wohl gemerkt, nicht Systemabstürze).
    • Photoshop ist in meiner Kritik bislang glimpflich davon gekommen. Es läuft weiterhin, im Vergleich zu Illustrator und InDesign stabil, und weist wenig Fehler auf. Ich frage mich aber schon, ob CS5 den Preis für ein volles Upgrade rechtfertigt. Was beinhaltet das Programm denn neues? Eine Funktion zum Freistellen, die mit CS4 halbherzig eingeführt wurde und jetzt endlich so arbeitet, wie sie sollte? Eine Umgebungssensitive-Löschenfunktion, die nur etwas geringfügig komfortabler macht, was seit langem mit Stempel, Ausbessern- und Reparatur-Pinseln beinahe ebenso gut möglich war? Pinselfunktionen und Formgitter, die nur für einen verschwindend geringen Kreis an Anwendern von Photoshop interessant sind? OK. Ich mag die Mini Bridge und alle profitieren von ihr. Aber ein bemerkenswertes Upgrade ist das für mich nicht.
    • Im Gegenzug hat Adobe dafür das Eingabe-Suchfeld aus der Hilfe von Photoshop heraus operiert. Warum eigentlich?
    • Die Hilfe selbst ist bei Adobe äußerst schwach und unübersichtlich. Mit CS5 finde ich sogut wie gar nichts mehr. Mit CS4 bin ich wenigstens teilweise noch fündig geworden, auch wenn die Erläuterungen oft kaum verständlich formuliert sind.
    • Soll ich noch ein Wort zur Preispolitik auf dem Internationalen Markt verlieren. Viele, die Adobe derzeit in Schutz nehmen, schießen auf Apple. Aber eine App oder ein Song die im amerikanischen Store 0,99$ kostet, kostet im europäischen Store 0,79$. Adobe hingegen lässt nicht englisch sprechende Menschen die Entwicklung der Adobe Programme deutliche stärker stützen, als amerikanische Landsleute.

Diese Liste an Schwächen, Problemen und Fehlern in den Adobe CS Programmen habe ich jetzt über ein paar Tage hinweg gesammelt und zusammengeschrieben. Es gibt sehr tolle Funktionen in CS5, vor allem in InDesign. Was mir weniger behagt ist die Fülle an neuen Funktionen, die in InDesign für das bearbeiten von interaktiven Inhalten, ebenso wenig wie ich mich mit den 3D- und Film-Funktionen in Photoshop-Extended freuen kann. Alle die jetzt fordern, dass am besten alle Funktionen der Creative Suite in einem Programm zusammengefasst werden sollten, bitte ich einmal sich vorstellen, wie schwerfällig ein solcher Moloch wäre, und das ein solches Funktionsmonster gar nicht mehr zu bedienen wäre. Schon jetzt kann man mit den Programmen kaum mehr umgehen, wenn man sie nicht eingehend bis ins Detail studiert und täglich damit arbeitet.

Adobe beschreitet dabei einen gespaltenen Weg, bei dem der Anwender auf der Strecke bleibt: Einerseits versucht man es mit mehr und mehr »intelligenten« Funktionen dem Einsteiger und Gelegenheit möglichst bequem zu machen, andererseits untergraben diese Funktionen das effektive Arbeiten von Spezialisten, die darüber hinaus wieder mit immer mehr Expertenfunktionen bedacht werden, die den Gelegenheitsarbeitern das Leben schwer machen. Das wird nicht gehen! Adobe wird es nicht schaffen ein leicht und intuitiv zu bedienendes Werkzeug mit endlosen Expertenfunktionen zu gestalten. Das wäre die Quadratur des Kreises.

Mir scheint, dass die Experten zu einem guten Teil ihre Begeisterung für die Creative Suite verloren haben. Schon: Das Paket liefert Funktionen, von denen man vor wenigen Jahren nicht geträumt hätte. Aber die Probleme die damit einhergehen, werden in meinen Augen und intuitiv

Mir scheint, dass die Experten zu einem guten Teil ihre Begeisterung für die Creative Suite verloren haben. Schon: Das Paket liefert einen Funktionsumfang, von denen man vor wenigen Jahren nicht einmal geträumt hätte. Aber die Probleme die damit einhergehen, beginnen für mich den kritischen Punkt zu überschreiten. Würde ich Adobe CS nicht unterrichten und wäre ich somit nicht auf angewiesen CS5, würde ich wohl den Schritt zurück machen zu CS4.

Mein Tipp deshalb auch für alle, die CS5 noch nicht haben: Adobe hat mit CS4, vor allem in InDesign, sehr gute neue Funktionen eingeführt. Die Paletten für Einstellungsebenen (Korrekturen) in Photoshop sind ein sehr guter, wichtiger, sinnvoller Schritt gewesen. Wer vorwiegend mit InDesign und Photoshop arbeitet, wird von einem Upgrade von CS3 aufwärts profitieren. Trotz aller vorbehalte: Das Upgrade auf CS5 für alle, die noch nicht CS4 haben, würde ich vornehmen. Wer CS4 hat, bleibt besser dabei. Er bekommt mit CS5 in erster Linie mehr Fehler und Abstürze. Wer vor allem in Illustrator arbeitet – ich würde auf CS3 oder früher zurück (was aber auch damit zusammenhängt, dass ich viel konstruiere – wer von Hand illustriert wird das anders sehen).

Mein Wunsch an Adobe wäre eine Upgrade-Version, die nicht auf marketingtechnisch gut präsentierbare, spektaktuläre Funktionen baut, die nur geringen praktischen Wert haben (inhaltsensitives Skalieren), sondern eine Version zu veröffentlichen, in der der ganze Misthaufen einmal aufgeräumt wird. Geschwindigkeit, Stabilität, Logik, Durchgängikeit, weitgehende Fehlerfreiheit – dafür würde ich ohne eine einzige neue Funktion den vollen Upgrade-Preis bezahlen.

Ich habe keine Probleme, mit einzelnen Fehlern in Programmen. Aber während all meine Programme außer Adobe CS weitgehend zuverlässig und nur mit Detailfehlern arbeiten, ärgere ich mich über die Probleme von Adobe CS von Tag zu Tag mehr. Und ich fürchte, es wird nicht besser werden.

Meine Motivation der Creative Suite überhaupt noch die Stange zu halten ist, dass ich gerne unterrichte und Adobe CS ein wichtiger Teil davon ist und – und das gilt wahrscheinlich für viele andere Anwender auch – dass es derzeit keine ernstzunehmende Alternative gibt.

PS: Ich hatte eigentlich keine Zeit für diesen Artikel und entsprechen viele Schreibfehler wird er wahrscheinlich enthalten. Aber ich musste das jetzt einfach loswerden.

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arbeitsbereich.jpg

Das Konzept der Arbeitsbereiche gibt es in der Adobe Creative Suite schon länger. Wichtig, bei der großen Anzahl an Paletten (oh, sorry: es sollte seit CS3 natürlich Panele heißen) die die Programme mittlerweile haben.

Für alle, die das Konzept nicht kennen: ein Arbeitsbereich speichert die Position von Paletten am Bildschirm (und mittlerweile kann der Arbeitsbereich noch bedeutend mehr speichern, allerdings nichts wirklich Bedeutendes). Das heißt, man kann in Photoshop (und InDesign und Illustrator) werken und Paletten in der Gegend rum stehen lassen wie man will, wählt man einen Arbeitsbereich, werden alle Paletten wieder dort so untergebracht, wo und wie sie standen, als man den Arbeitsbereich gespeichert hat.

Neu ist, dass diese Paletten nun nicht nur als Menü erschienen, sondern gleich als Schaltfläche. Soll das Umschalten noch leichter machen.

Neu ist in Photoshop auch, dass die Arbeitsbereiche nun ein Gedächtnis haben. Das heißt, wenn ich in einem Arbeitsbereich einen Saustall hinterlasse, in dem Paletten wie Kraut und Rüben drunter und drüber irgendwo liegen, auf einen anderen Arbeitsbereich umschalte und dann wieder zurück zum ersten Arbeitsbereich komme, dann hat sich Photoshop den Saustall gemerkt. Bemerkenswerte Innovation!?

Wie auch immer. Um die im Arbeitsbereich gespeicherte Ordnung wieder herzustellen muss ich den Arbeitsbereich zurücksetzen (so heißt das in der deutschen Version von CS4 — in meiner englischen CS5-Version heißt es Reset »Arbeitsbereich«. Am schnellsten geht das Zurückstellen in CS5 mit einem Rechtsklick auf die Schaltfläche, die den Arbeitsbereich repräsentiert.

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Ich habe in den vergangenen Monaten oft gehört und gelesen, dass sich das Update auf CS4 nicht lohnen soll, dass sich zu wenig weiter entwickelt hat. Nun kommt es natürlich darauf an, was man mit der Creative Suite – mit Photoshop, Illustrator und InDesign – macht und wie tief man die Möglichkeiten der Programme überhaupt nutzt. Arbeitet jemand eher gelegentlich und/oder mit den oberflächlichen Funktionen, dann sind Updates schon lange nicht mehr notwendig. Photoshop 7 war ein ausgereiftes Programm (Photoshop CS4 = Photoshop 11). InDesign ist seit CS2 relativ ausgereift und diese Version bietet mehr als wohl 90% aller Anwender brauchen. Mit Illustrator konnte ich in der Version 6 schon alles umsetzen, was mir vorschwebte (Illustrator CS4 = Illustrator 14).

Für mich aber bot jedes Update von Photoshop und InDesign neue Funktionen, auf die ich anschließend nicht mehr verzichten wollte – Illustrator ist da eine andere Sache. Und gerade CS4 ist für mich ein Update das besonders interessante Neuerungen bietet:

  • Weiter angeglichene und vereinfachte Benutzeroberfläche;
  • Der Anwendungsrahmen hat sich für mich bestens bewährt;
  • Tabs sind auch nicht zu verachten;
  • Photoshop: Einstellungsebenen als Paletten veränderten für mich den Workflow mit Photoshop generell und das durchaus sinnvoll und effizient;
  • Ich liebe die Art wie sich Pinsel jetzt einstellen lassen;
  • Alle Werkzeuge durch Drücken und Halten einer Taste auch temporär aufrufen zu können erleichtert die Retusche ungemein;
  • Arbeitsfläche drehen ist der Hammer, wenn man mit einem Grafiktablett arbeitet;
  • Die Masken-Palette bietet Möglichkeiten die es zuvor noch nicht gab;
  • Der Dynamikregler aus Adobe Camera Raw war überfällig;
  • Photomerge war in CS3 gut und ist in CS4 der Hammer;
  • Abwedeln und Nachbelichten sind sehr sinnvoll weiter entwickelt worden;
  • InDesign: Preflight hätte immer schon so sein sollen, wie es jetzt ist;
  • Die Palette Verknüpfungen ist sehr deutlich verbessert worden;
  • Endlich sind Querverweise möglich;
  • Die smarten magnetischen Hilfslinien sind Goldwert für alle die Wert auf Achsen und Proportionen bei Erstellung und Platzierung der Layoutelemente legen;
  • Illustrator: Die Aussehen-Palette dürfte die Arbeit mit Illustrator nachhaltig verändern – vor allem Einsteigern werde ich das Programm in meinen Seminaren in Zukunft anders näher bringen;
  • Die Arbeit mit Verläufen hat eine echte Revolution mitgemacht;
  • Das Tropfenpinselwerkzeug hat zwar einen äußerst blöden Namen bekommen, aber für alle die gerne mit einem Grafiktablett illustrieren eröffnet das neue Welten.

Das sind nur die für mich interessantesten Neuerungen. Ich muss zwar allen Recht geben, dass CS4 in Punkto Stabilität nicht wirklich ein Fels in der Brandung ist, aber das ist nach meiner Erfahrung bei Adobe leider schon länger ein Problem. Beim Einen läuft es gut, beim anderen mäßig. Bei mir stürzen alle CS-Programme ab wenn ich sie beende. Auf zwei Rechnern und fast immer. Aber da das eben in erster Linie beim Beenden passiert und ich dadurch nichts verliere, lässt es mich kalt.

Für mich ist die Frage ob sich das Update auf CS4 gelohnt hat keine Frage: Ich möchte es nicht mehr hergeben. Aber wie gesagt: Es kommt sich sicher drauf an wie tief und professionell man die Programme nutzt. Und wer die Erfahrung gemacht hat, dass die Arbeitseffizienz durch ständige Abstürze nicht mehr gewährleistet ist, wird wohl verständlicherweise abwarten.

Adobe könnte man empfehlen die Entwicklung neuer Funktionen einmal hintan zu stellen und, dem Beispiel von Apple und Microsoft mit ihren Betriebssystemen folgend, unter der Haube aufräumen und für mehr Schnelligkeit, Effizienz und Stabilität im Programm zu sorgen. Für ein solches Update würde ich gerne auch einen moderaten Update-Betrag bezahlen, so wie Apple – wenn mich das jetzt richtig im Kopf habe – für das nächste Betriebsystem Update 29$ verlangen will. Etwas mehr darf es von miraus auch noch sein. Aufzuräumen gibt es genug. Leider wird Adobe das wahrscheinlich nicht machen.

Trotzdem: Adobe CS4 bekommt von mir eine Kaufempfehlung. :)


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Für alle die keine MP4-Filme ansehen können, habe ich einen Zusammenschnitt auf YouTube gestellt. Da ich in den letzten Wochen öfters gefragt worden bin, ob denn meine Photoshop CS3 Buch noch irgendwo erhältlich sei (leider nicht), habe ich einen ScreenCast zu den Unterschieden aufgenommen um zu erklären, worauf CS3 Nutzer achten müssen, wenn sie mit meinem CS4 Buch lernen wollen. Der ScreenCast dürfte im Übrigen nicht nur für die Leser meines Buches interessant sein.

Bitte beachten: Ich habe mich bei der Aufnahme des Screencasts ein paar Mal verhaspelt und sage CS4, wo eigentlich CS3 gemeint ist. Ich hoffe, dass führ nicht zu zu viel Verwirrung und der Screnncast ist trotzdem von Nutzen.

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Wow! Wer hätte das gedacht? Ein halbes Jahr liegt zwischen dem letzten Designworks VideoPodcast und heute. Endlich habe ich es wieder einmal geschafft eine neue Episode aufzunehmen. Wäre das Leben ein Wunschkonzert, dann würde ich euch wie im Frühjahr geplant jede Woche mit einer neuen Episode versorgen. Aber es gibt zu viel zu tun. Doch heute habe ich mir einen Tag Auszeit von meinen regulären Jobs genommen, um euch über die coolsten und heißesten Neuerungen in Photoshop CS4 zu informieren.

Ich hoffe es dauert keine sechs Monate mehr, bis ich euch einen ähnlichen Einblick in InDesign CS4 und Illustrator CS4 offerieren kann. :-)

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