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Creative Cloud – ein Zwischenfazit

Zunächst sei einmal gesagt, dass ich Photoshop liebe und (noch immer) gerne damit arbeite. Gerade schreibe ich an einer Neuauflage meines Buches über Photoshop CC und nehme mir viel Zeit alles neu zu strukturieren, noch besser zu beschreiben und noch wertvoller für den Einsteiger und Anwender zu gestalten. Ich liebe die Bildbearbeitung, ich liebe das Schreiben, ich liebe das Unterrichten – und Photoshop gehört da für mich einfach dazu. Ebenso wie die Cloud-Programme Illustrator und InDesign. InDesign ist das Satz- und Gestaltungsprogramm für meine Bücher.

Natürlich sollte ich als Autor von Büchern über Photoshop schwärmen wie toll jede neue Version doch ist, und dass man sie unbedingt haben muss und mein Buch natürlich oben drauf. Doch wenn mich etwas nervt, dann fällt es mir schwer die Klappe zu halten. Ich kann nicht so tun als ob. Es ist nicht alles in Ordnung in der Welt von Adobe und der Cloud. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil.

Ein kurzer Tweet von Manuela Hoffmann hat mich wieder einmal daran erinnert wie überhaupt nicht in Ordnung die Dinge sind, in der Cloud.

cloud

Ging mir genauso. Oder besser gesagt: Geht mir noch immer ähnlich.

Nachdem ich bis vor Kurzem auf einen Umstieg von CS6 auf CC verzichtet habe – zu wenig neue Features um den Preis zu rechtfertigen – kam ich nun, da die Arbeit am Photoshop-Workshop-Buch zu CC 2015 anstand, nicht um einen Einstieg in die Cloud herum.

Gibt es irgendwelche Features in CC 2015 die den Umstieg von CS6 rechtfertigen – sofern ich von InDesign, Photoshop und Illustrator in Kombination mit meinen Anforderungen ausgehe würde ich sagen: Nein. Zwar gefällt mir als Typograf und Schriften-Narr TypeKit und auch die Anpassung an Retina-Displays ist nicht zu verachten – aber dann gehen mir die Argumente schnell aus. Jedenfalls wenn ich auf der anderen Seite 60 Euro im Monat in die Waagschale lege.

Aber das ist nicht das eigentlich Thema. Das Problem ist die lausige Qualität die Adobe CC mittlerweile offensichtlich erreicht hat. Manuela Hoffmann ist nicht die einzige Anwenderin die Probleme beklagt. Schon als ich mein letztes Buch »Die kreative Fotoschule« an den Verlag für die Korrekturen an den Verlag übergab beklagte der Setzer endlos zähes Arbeiten und permanente Abstürze. Seit Jahren scheint InDesign ein Problem mit Dingen wir Textmarken, Querverweisen, Indexmarken, etc. zu haben. Über Versionen hinweg!

Vor Kurzem wurde ich in eine befreundete Agentur gerufen, weil ein InDesign-Dokumente mit mehreren Querverweisen permanent abschmierte. Die Lösung: Die Palette Querverweise/Hyperlinks geschlossen halten. Kann’s aber auch nicht sein, oder?

Und CC bei mir: Nach der Installation verweigerte Illustrator auf meinen beiden Macs den Start. Nach einer aufwändigen Entfernung aller Altlasten vergangener CS- und CC-Versionen und einer Neuinstallation der Cloud, sowie Recherchen im Internet stellte sich heraus, dass Illustrator mit einer älteren Version des Wacom-Treibers nicht konnte.

Im Moment laufen Photoshop und InDesign stabil auf meinen Rechnern. Jedenfalls so lange ich damit arbeite. Beim Beenden der Programme frieren regelmäßig beide ein. InDesign scheint dabei das Kunststück eines Aufhängers zu Stande zu bringen, der sich mit keinem Mittel mehr beenden lässt – auch nicht via Abschießen über die Aktivitätsanzeige. Nicht einmal das Ausschalten des Macs ist möglich! Nur mehr das Abwürgen des Systems ist der letzte Ausweg. Gesund dürfte das auf Dauer aber nicht sein für das OS.

Nun kann man als Windows-Anwender natürlich einwenden: »Mac halt!« Doch ich kenne kaum Programme die vergleichbare Probleme bereiten. Office ist im Vergleich ein Fels in der Brandung.

Nebenbei bemerkt: Der Cloud Updater erinnert mich täglich daran, dass es Updates für drei meiner Programme gibt und meint damit für meine CS6-Versionen. Geschafft hat er das Update aber noch nie. Auch nicht nachdem ich alle Cloud-Programme neu installiert habe.

Die Entwicklung ist ein Jammer, denn Adobe hat seinen Kunden mit Photoshop und InDesign grandiose Werkzeuge in die Hand gegeben und ich war immer mehr auf Illustrators Seite denn auf Freehands. Dass die Qualität und die Pflege der Programme nun so den Bach hinunter geht ist bedauerlich, umso mehr, als dass durch InDesign für die Anwender eine Abhängigkeit entstanden ist, die sich kaum mehr lösen lässt. Aber genau da liegt das Problem!

Adobe hat ein Monopol und der Anwender ist dem Konzern ausgeliefert. Das kann man mir jetzt wieder als Schwarzmalerei ankreiden. Doch wie es scheint bewahrheitet sich das, was Heise bereits bei der Vorstellung der Cloud anmerkte: Adobe muss jetzt nur mehr so viel tun, die Anwender nicht komplett zu verärgern.

Adobe Creative Cloud 2015

Adobe veröffentlichte heute das Release 2015 der Creative Cloud. Wie üblich, »wird diese Version die Art wie Sie Ihre kreativen Arbeiten erstellen revolutionieren«. Und womit schafft die Creative Cloud das? Durch die Integration von »Adobe Stock« (formerly known as Fotolia) und durch in Reibungsloses Zusammenspiel verschiedener Devices (Smart Phone, Tablet, PC) – für alle, die ihre Layouts in Zukunft am Telefon gestalten wollen. 😉

Auf den zweiten Blick finde ich dann doch ein paar Details zu Neuerungen in den einzelnen Programmen.

Photoshop

  • Kombination mehrerer Ebenenstile
  • Mehr Kontrolle beim Verschieben und Skalieren von Ebenen
  • Mehrere Zeichenflächen
  • Vorschau von Photoshop-Entwürfen auf iOS geräten
  • Automatisches inhaltsbasiertes Füllen für Panoramabilder
  • Hochauflösende Anzeige auf HiDPI-Displays unter Windows
  • Rauschen für Weichzeichnergalerien
  • Neue Exportfunktion mit der sich unter anderem Ebenen als Bilder exportieren lassen sollten
  • Optimierter Arbeitsbereich
  • Beschleunigte Performance
  • Neue und verbesserte 3D-Features

InDesign

  • Platzierung von Bildern in Tabellenzellen (ach, das ist neu?)
  • Verbesserte Performance
  • Absatzrahmen und Schattierungen (damit scheint gemeint, dass man einen Rahmen jetzt als Absatzformat definieren kann – dürfte ein durchaus brauchbares Feature sein)

Illustrator

  • Verbessertes Zoomen, Schwenken und Scrollen
  • Nach InDesign und Photoshop kann nun auch Illustrator Dateien im Hintergrund zwischenspeichern und somit den Verlust einer Bearbeitung durch einen Absturz verhindern
  • 10 Mal höhere Vergrößerung

Es scheint noch ein paar andere Peanuts zu geben, aber besonders fett scheint dieser Braten einmal mehr nicht zu werden.

Adobe versprach bei der Einführung der Creative Cloud den Abonnenten den Vorteil in Zukunft schneller und häufiger zu Neuerungen zu kommen als das zuvor mit periodisch zum Kauf angebotenen Upgrades der Fall war. Besonders innovativ hat sich das Unternehmen seither – zumindest was Photoshop, InDesign und Illustrator angeht – nicht gezeigt und die Argumente weshalb man nun unbedingt von Adobe CS6 auf CC umsteigen müssten fehlen mir nach wie vor. Einzig Typekit, das es dem Anwender erlaubt auf einen großen Pool an Schriften zugreifen zu können ohne Lizenzgebühren abführen zu müssen ist in meinen Augen ein wirklich nennenswerter Benefit – für die die’s brauchen.

Bei der Ankündigung von Adobe Stock klang es für mich zunächst so als könnte man von diesem Service Stockphotos kostenlos herunterladen – kann man zwar mit Wasserzeichen, doch die Lizenzierung scheint dann doch nicht mehr so kostenfrei zu sein. Wäre der Zugriff auf einen gewaltigen Pool an Stockphotos so wie TypeKit tatsächlich ohne Zusatzgebühren möglich, wäre das wirklich ein absolutes Killer-Feature für Adobe CC. Doch so …

Adobe, Quo Vadis?

Von 1993 an war ich begeisterter Anwender von Adobe Programmen. Niemals habe ich ernsthaft eine Alternative zu Photoshop gesucht – weshalb auch? Lange Zeit habe ich parallel mit Illustrator und Freehand gearbeitet. Spätestens nachdem die Entwicklung von Freehand einzuschlafen begann war Illustrator mein Favorit für Vektorbearbeitung.

InDesign hat meine Arbeit mit Layoutprogrammen revolutioniert – es schaffte Möglichkeiten von denen man beim 0-Enwicklung-für-viel-Geld-Konkurrenten nur träumen konnte. Ich habe bereits ab der Version 1.5 ausschließlich und begeistert gearbeitet. Jahre lang wurde ich in Seminaren gefragt, ob ich von Adobe für meine Werbung und Begeisterung bezahlt würde. Nein. Wenn ich von etwas begeistert bin zeige ich es auch. Allerdings halte ich mit meiner Meinung auch nicht hinterm Berg wenn ich etwas kritisch sehe und mein Blick auf Adobe wurde in den letzten Monaten zunehmend skeptischer. Einige Punkte die ich bedenklich finde:

  • GoLive | Als ich 1997 begann Web-Seiten zu gestalten war Cyberstudio ein revolutionäres Produkt. Die Anwender dieses Programms der Hamburger Software-Schmiede GoLive haben Teils große Erwartungen in Adobe gesetzt als das der Konzern das Unternehmen übernahm. Den meisten war klar, dass ein kleines Unternehmen gegen die Konzerne aus Übersee auch dann nicht würden bestehen können wenn sie das bessere Produkt hätten.
    Dreamweaver befand sich zu der Zeit gerade in der Vorbereitung und hat viel vom Konzept von Cyberstudio übernommen. Unter Adobes Führung wurde der Vorsprung von Cyberstudio, bei Adobe nun GoLive genannt, leider in kürzester Zeit verspielt.
    Als Adobe Macromedia und damit Dreamweaver übernahm war klar, dass Dreamweaver überleben und GoLive sterben würde. Schade darum? Ich denke nicht. Auch wenn ich heute weder mit dem Einen noch dem Anderen arbeite, dürfte Dreamweaver am Ende die Nase vorne gehabt haben.
    Ich kann es nachvollziehen, dass Adobe GoLive eingestellt und das weitaus besser etablierte Dreamweaver fortgeführt hat. Wie das allerdings vonstatten ging war eine Frechheit der Adobe-GoLive-Kundschaft gegenüber:

    1. Adobe behauptete man wolle GoLive fortführen (was allerdings wohl kaum jemand ernsthaft glaubte).
    2. Adobe hat bald nach der Übernahme von Macromedia eine neue Vollversion bzw. ein Upgrade für GoLive 9 zum Verkauf angeboten. Auf der Produktseite der neuen GoLive-Version stand allerdings zu lesen, dass der Web-Editor ein Programm mit guten WYSWYG-Funktionen zum Layouten von Websites sei aber wenn man ein vernünftiges Programm suche solle man sich doch Dreamweaver einmal ansehen – frei aus dem Gedächtnis und in Klartext übersetzt.
    3. GoLive 10 ist natürlich nie auf dem Markt gekommen! Wer mit 9 noch auf GoLive setzte hat sein Geld in ein totes Pferd gesetzt und ist von Adobe bewusst über den Tisch gezogen worden. Ich unterstelle: Adobe hatte GoLive vor der Übernahme von Macromedia bereits weitgehend entwickelt und brachte es auf den Markt obwohl klar war, dass das »End of Life« des Produkts unmittelbar bevorstand. Fair den bisherigen Kunden gegenüber wäre gewesen GoLive 9 zum Abschiedsgeschenk zu machen und nicht auch noch Geld dafür zu nehmen.
    4. Fair wäre auch gewesen, wenn Adobe für ihre Bestandskunden und GoLive-Nutzer eine reibungslose Möglichkeit integriert hätte mit alten GoLive-Projekten unter Dreamweaver weiter zu arbeiten. Es gab zwar eine Beschreibung wie vorzugehen ist wenn man ein GoLive-Projekt mit Dreamweaver übernehmen wollte, aber der Prozess dazu und das Resultat waren eine Zumutung.
    5. Falls jetzt einer einwerfen will »wer arbeitete denn schon mit GoLive«: Als ich mit Webdesign begann gab es noch kein Dreamweaver. Später hatte dieser Bereich in meinem Büro zu wenig Gewicht einen Umstieg und das damit verbundene Umlernen zu rechtfertigen. Was ich umsetzen wollte konnte ich mit GoLive machen ohne, dass das Programm meinen Code verwurstet hat.
  • Adobe CS | Seit Adobe Macromedia übernommen hat, mehren sich die Fehler in der Creative Suite. Das Beheben der Fehler dauert oft ewig und zieht sich zum Teil über Versionen hinweg:
    1. Mit Version CS3 habe ich begonnen in InDesign mit Indizes zu arbeiten, später auch mit Querverweisen. InDesign CS3 stürzte reproduzierbar ab, wenn Text mit Indexmarken kopiert wurde. In CS4 war dieser Fehler noch immer vorhanden, erst mit CS5 scheint er behoben worden zu sein.
      Dass Adobe von diesem Fehler nichts mitbekommen hat, müsste nicht sein wenn jemand Absturzberichte lesen würde – ich sandte wohl ein Dutzend oder mehr. Kann natürlich sein, dass so viele Berichte eintrudeln, dass man sich nicht mit jedem Fehler befassen kann – das würde allerdings einiges über die Produktqualität aussagen.
    2. InDesign ist in der Lage in numerischen Eingabefeldern zu rechnen. Ich habe diese Fähigkeit in meinen Seminaren immer anhand des Dialogs »Neues Dokument« vorgeführt. Mit CS5 geht das nicht mehr, weil InDesign reproduzierbar auf einem Dutzend Macs abstürzt, wenn eine Rechnung wie »210mm+12pt« eingegeben wird. Ein Detail, das für die Praxis irrelevant wäre, wenn solche Fehler Ausnahmen wären.
    3. InDesign exportiert PDFs nun im Hintergrund. Soweit so gut. Nur aus unerfindlichen Gründen hat der Export nach einigen Wochen bei mir nicht mehr funktioniert und blieb bei verschiedenen Dokumenten (also kein Fehler im Dokument) bei 0% stehen. Abbrechen oder Beenden ließ sich der Export nicht. Einzige Möglichkeit: InDesign abschießen. Lästig übrigens, wenn man Daten gleich einmal zur Belichtung übergeben muss. Das Problem ist mit dem folgenden Update behoben worden, sonst wäre mir nichts anderes als ein Downgrade zu CS4 übrig geblieben.
    4. Das Ausrichten von Objekten ist in InDesign schon immer ein Trauerspiel. Auch wenn ich »Abmessungen enthalten Konturstärke« deaktiviere, werden Objekte meist inklusive Konturstärke aneinander und an Hilfslinien ausgerichtet. Die intelligenten Hilfslinien in InDesign sind eine feine Sache, ebenso das komplexe System an Rastern und Hilfslinien, die das Programm bietet – doch die Präzision dabei ist, vor allem wenn Objekte mit Konturen arbeitet, dermaßen lausig, dass ich mir angewöhnt habe Breite, Höhe und Position immer noch einmal mit einem Blick in die Steuerungspalette zu prüfen.
    5. Ein anderer Langzeitkritikpunkt: InDesign ist nach Standard so eingestellt, dass sich der Zeilenabstand auf einzelne Zeilen innerhalb eines Absatzes einstellen lässt. Das ist Mumpitz und führt nur zu Problemen bei der Formatierung von Absätzen und Zeilenabständen. Ich rate seit Jahren jedem InDesign-Kursteilnehmer über die Voreinstellungen »Zeilenabstand auf ganze Absätze anwenden« zu aktivieren, um sich Nerven zu sparen.
    6. Für Illustrator gab es im Laufe des Sommers ein Update. Leider verweigerten meine beiden Macs die Installation und der Updater empfahl das Programm neu zu installieren. Zähneknirschend habe ich Illustrator de- und neuinstalliert. Danach hat das Update geklappt. Aber: Wieso sind die Dinge bei Adobe so viel komplizierter wie bei anderen Mac-Anwendungen?
    7. Wenn jemand auch einmal Illustrator deinstallieren möchte, dann findet er im Illustrator-Ordner eine Datei mit dem Titel Illustrator deinstallieren. Danach aber bitte genau lesen, sonst deinstalliert »Illustrator deinstallieren« nicht nur Illustrator, sondern die ganze Creative Suite!
    8. Acorbat nervt mich seit Monaten mit einem Hinweis, dass es ein Update gibt, lässt sich aber ebenfalls nicht installieren und möchte neu installiert werden. Auf zwei Rechnern!
    9. Dass Adobe Acrobat mit jedem Upgrade wieder ein neues Interface verpasst, bei dem alles anders und an einem anderen Ort ist, ist seit Jahren ein Ärgernis.
    10. Thema ausrichten: In Illustrator CS3 konnte ich effizienter gestalten als in Illustrator CS5. Das neue perspektivische Raster wäre ein Hammer, wenn es nur ein bisschen präzise arbeiten würde. Doch trotz aller Mühe Objekte exakt auszurichten, werden Sie nur gelegentlich vom Raster eingefangen.
      Mir scheint, dass mit jeder neuen »intelligenten« Hilfslinienfunktion die Präzision mehr leidet. Für Gelegenheitsgestalter mögen diese Automatismen nett sein um faul und schlampig gestalten zu können. Aber ich bin professioneller Grafikdesigner und erwarte von einem professionellen Programm professionelle Präzision. Ein Unterschied von einem Hundertstel Millimeter ist sehr oft entscheidend, ob sich zwei Vektorobjekte korrekt miteinander verschmelzen lassen oder Lücken entstehen. Illustrator ist für mich wahrscheinlich das erste CS-Programm bei dem ich für meine Auftragsarbeiten das Downgrade zu CS3 oder CS2 machen würde – wären da nicht die Schulungen bei denen ich CS5 vorführen muss.
    11. Wenn ich in Illustrator CS5 ein Objekt mit einem Radialen Verlauf versehe und dieses Objekt später drehe, stimmt die Anzeige des Verlaufswerkzeugs nicht mehr. Der Verlauf lässt sich nicht mehr bearbeiten.
    12. Wenn ich ein Objekt in InDesign auswähle, in das Feld für die Schriftfamilie klicke und die Pfeiltaste rauf runter drücke, dann wird die Schriftfamilie gewechselt und ich habe eine schöne Vorschau über die installierten Schriften (die Vorschau über das Menü Schriftart ist doch schlechter als keine Vorschau). In Illustrator geht das nicht, seit langem, obschon der Trick mit den Pfeiltasten in allen anderen Eingabefehlern ebenso durchgehend funktioniert wie in InDesign und Photoshop. Fehler!
    13. Öffnet man in Illustrator die Palette Verlauf werden sehr oft die Verlaufsregler nicht angezeigt. Man muss die Palette erst einklappen und wieder ausklappen bevor die Regler sichtbar sind. Nicht erst seit CS5!
    14. Zieht man ein Farbfeld in die Palette Farbfelder um einen Verlaufsregler zu ersetzen, entstehen sehr oft zwei Regler direkt übereinander – so sehr man sich auch müht das Verlaufsfeld an der richtigen Stelle loszulassen.
    15. Ein altes Problem in der Anwendungslogik: In Photoshop und InDesign kann ich mit CMD/STRG und + einzoomen, in Illustrator ist CMD/STRG und Shift und 0 einzugeben um einzuzoomen. Warum?
    16. Unglücklich ist übrigens auch, dass ich in InDesign seit jeher Space bei der Objektbearbeitung drücken muss, um das Handwerkzeug zu bekommen und alt bei der Textbearbeitung. Auch wenn ich die Anlehnung an Photoshop und Illustrator verstehe – meine Finger verstehen es nicht und drücken oft die falsche Taste. Intuitives Arbeiten nennt man sowas.
    17. Die Arbeitsgeschwindigkeit von Illustrator CS5 ist auch auf normalen, kaum zwei Jahre alten Macs ein Jammer und hat sich von CS4 auf CS5 deutlich verschlechtert. Muss ich echt alle 18 Monate neue Macs kaufen?
    18. InDesign ist in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit nicht viel besser.
    19. Die Ladezeiten der Programme sind eine Zumutung. Vor allem, wenn sie öfter mal abstürzen, und Abstürze nehmen mit jeder CS-Version zu (Programmabstürze, wohl gemerkt, nicht Systemabstürze).
    20. Photoshop ist in meiner Kritik bislang glimpflich davon gekommen. Es läuft weiterhin, im Vergleich zu Illustrator und InDesign, stabil und weist wenig Fehler auf. Ich frage mich aber schon ob CS5 den Preis für ein volles Upgrade rechtfertigt. Was beinhaltet das Programm denn neues? Eine Funktion zum Freistellen, die mit CS4 halbherzig eingeführt wurde und jetzt endlich so arbeitet, wie sie sollte? Eine Umgebungssensitive-Löschenfunktion, die nur etwas geringfügig komfortabler macht, was seit langem mit Stempel, Ausbessern- und Reparatur-Pinseln beinahe ebenso gut möglich war? Pinselfunktionen und Formgitter, die nur für einen verschwindend geringen Kreis an Anwendern von Photoshop interessant sind? OK. Ich mag die Mini Bridge und alle profitieren von ihr. Aber ein bemerkenswertes Upgrade ist das für mich nicht.
    21. Im Gegenzug hat Adobe dafür das Eingabe-Suchfeld aus der Hilfe von Photoshop heraus operiert. Warum eigentlich?
    22. Die Hilfe selbst ist bei Adobe äußerst schwach und unübersichtlich. Mit CS5 finde ich sogut wie gar nichts mehr. Mit CS4 bin ich wenigstens teilweise noch fündig geworden, auch wenn die Erläuterungen oft kaum verständlich formuliert sind.
    23. Soll ich noch ein Wort zur Preispolitik auf dem Internationalen Markt verlieren. Viele, die Adobe derzeit in Schutz nehmen, schießen auf Apple. Aber eine App oder ein Song die im amerikanischen Store 0,99$ kostet, kostet im europäischen Store 0,79$. Adobe hingegen lässt nicht englisch sprechende Menschen die Entwicklung der Adobe Programme deutlich stärker stützen, als amerikanische Landsleute.

Diese Liste an Schwächen, Problemen und Fehlern in den Adobe CS Programmen habe ich jetzt über ein paar Tage hinweg gesammelt und zusammengeschrieben. Es gibt sehr tolle Funktionen in CS5, vor allem in InDesign. Was mir weniger behagt ist die Fülle an neuen Funktionen InDesigns für das bearbeiten von interaktiven Inhalten. Ebenso wenig kann wie ich mich über die 3D- und Film-Funktionen in Photoshop-Extended freuen. Alle die jetzt fordern, dass am besten alle Funktionen der Creative Suite in einem Programm zusammengefasst werden sollten, bitte ich sich einmal vorstellen wie schwerfällig ein solcher Moloch wäre, und dass ein solches Funktionsmonster gar nicht mehr zu bedienen wäre. Schon jetzt kann man mit den Programmen kaum mehr umgehen, wenn man sie nicht eingehend bis ins Detail studiert und täglich damit arbeitet.

Adobe beschreitet dabei einen gespaltenen Weg, bei dem der Anwender auf der Strecke bleibt: Einerseits versucht man es mit mehr und mehr »intelligenten« Funktionen dem Einsteiger und Gelegenheitsgrafiker möglichst bequem zu machen, andererseits untergraben diese Funktionen das effektive Arbeiten von Spezialisten, die darüber hinaus wieder mit immer mehr Expertenfunktionen bedacht werden, die den Gelegenheitsarbeitern das Leben schwer machen. Das wird nicht gehen! Adobe wird es nicht schaffen ein leicht und intuitiv zu bedienendes Werkzeug mit endlosen Expertenfunktionen zu gestalten. Das wäre die Quadratur des Kreises.

Mir scheint, dass bei vielen Experten die Begeisterung für die Creative Suite erkaltet. Schon: Das Paket liefert einen Funktionsumfang von denen man vor wenigen Jahren nicht einmal geträumt hätte. Aber die Probleme die damit einhergehen, beginnen für mich den kritischen Punkt zu überschreiten. Würde ich Adobe CS nicht unterrichten und wäre ich somit nicht auf CS5angewiesen, würde ich wohl den Schritt zurück zu CS4 machen.

Mein Tipp deshalb auch für alle, die CS5 noch nicht haben: Adobe hat mit CS4, vor allem in InDesign, sehr gute neue Funktionen eingeführt. Die Paletten für Einstellungsebenen (Korrekturen) in Photoshop sind ein sehr guter, wichtiger, sinnvoller Schritt. Wer vorwiegend mit InDesign und Photoshop arbeitet, wird von einem Upgrade von CS3 aufwärts profitieren. Wer CS4 hat, bleibt besser dabei. Er bekommt mit CS5 in erster Linie mehr Fehler und Abstürze. Wer vor allem in Illustrator arbeitet – ich würde auf CS3 oder früher zurück (was aber auch damit zusammenhängt, dass ich viel konstruiere – wer von Hand illustriert wird das anders sehen).

Mein Wunsch an Adobe wäre eine Upgrade-Version die nicht auf marketingtechnisch gut präsentierbare, spektaktuläre Funktionen mit geringem praktischen Wert baut, sondern eine Version in der der ganze Misthaufen einmal aufgeräumt wird. Geschwindigkeit, Stabilität, Logik, Durchgängikeit, weitgehende Fehlerfreiheit – dafür würde ich ohne eine einzige neue Funktion den vollen Upgrade-Preis bezahlen.

Ich habe keine Probleme mit einzelnen Fehlern in Programmen. Aber während all meine Programme außer Adobe CS weitgehend zuverlässig und nur mit Detailfehlern arbeiten, ärgere ich mich über Probleme bei Adobe CS von Tag zu Tag mehr. Und ich fürchte, es wird nicht besser werden.

Meine Motivation der Creative Suite überhaupt noch die Stange zu halten ist, dass ich gerne unterrichte und Adobe CS ein wichtiger Teil davon ist und dass es derzeit keine ernstzunehmende Alternative gibt.

Neu in CS5: Arbeitsbereiche mit Gedächtnis

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Das Konzept der Arbeitsbereiche gibt es in der Adobe Creative Suite schon länger. Wichtig, bei der großen Anzahl an Paletten (oh, sorry: es sollte seit CS3 natürlich Panele heißen) die die Programme mittlerweile haben.

Für alle, die das Konzept nicht kennen: ein Arbeitsbereich speichert die Position von Paletten am Bildschirm (und mittlerweile kann der Arbeitsbereich noch bedeutend mehr speichern, allerdings nichts wirklich Bedeutendes). Das heißt, man kann in Photoshop (und InDesign und Illustrator) werken und Paletten in der Gegend rum stehen lassen wie man will, wählt man einen Arbeitsbereich, werden alle Paletten wieder dort so untergebracht, wo und wie sie standen, als man den Arbeitsbereich gespeichert hat.

Neu ist, dass diese Paletten nun nicht nur als Menü erschienen, sondern gleich als Schaltfläche. Soll das Umschalten noch leichter machen.

Neu ist in Photoshop auch, dass die Arbeitsbereiche nun ein Gedächtnis haben. Das heißt, wenn ich in einem Arbeitsbereich einen Saustall hinterlasse, in dem Paletten wie Kraut und Rüben drunter und drüber irgendwo liegen, auf einen anderen Arbeitsbereich umschalte und dann wieder zurück zum ersten Arbeitsbereich komme, dann hat sich Photoshop den Saustall gemerkt. Bemerkenswerte Innovation!?

Wie auch immer. Um die im Arbeitsbereich gespeicherte Ordnung wieder herzustellen muss ich den Arbeitsbereich zurücksetzen (so heißt das in der deutschen Version von CS4 — in meiner englischen CS5-Version heißt es Reset »Arbeitsbereich«. Am schnellsten geht das Zurückstellen in CS5 mit einem Rechtsklick auf die Schaltfläche, die den Arbeitsbereich repräsentiert.

Adobe CS4. Ein lohnenswertes Update.

Ich habe in den vergangenen Monaten oft gehört und gelesen, dass sich das Update auf CS4 nicht lohnen soll, dass sich zu wenig weiter entwickelt hat. Nun kommt es natürlich darauf an, was man mit der Creative Suite – mit Photoshop, Illustrator und InDesign – macht und wie tief man die Möglichkeiten der Programme überhaupt nutzt. Arbeitet jemand eher gelegentlich und/oder mit den oberflächlichen Funktionen, dann sind Updates schon lange nicht mehr notwendig. Photoshop 7 war ein ausgereiftes Programm (Photoshop CS4 = Photoshop 11). InDesign ist seit CS2 relativ ausgereift und diese Version bietet mehr als wohl 90% aller Anwender brauchen. Mit Illustrator konnte ich in der Version 6 schon alles umsetzen, was mir vorschwebte (Illustrator CS4 = Illustrator 14).

Für mich aber bot jedes Update von Photoshop und InDesign neue Funktionen, auf die ich anschließend nicht mehr verzichten wollte – Illustrator ist da eine andere Sache. Und gerade CS4 ist für mich ein Update das besonders interessante Neuerungen bietet:

  • Weiter angeglichene und vereinfachte Benutzeroberfläche;
  • Der Anwendungsrahmen hat sich für mich bestens bewährt;
  • Tabs sind auch nicht zu verachten;
  • Photoshop: Einstellungsebenen als Paletten veränderten für mich den Workflow mit Photoshop generell und das durchaus sinnvoll und effizient;
  • Ich liebe die Art wie sich Pinsel jetzt einstellen lassen;
  • Alle Werkzeuge durch Drücken und Halten einer Taste auch temporär aufrufen zu können erleichtert die Retusche ungemein;
  • Arbeitsfläche drehen ist der Hammer, wenn man mit einem Grafiktablett arbeitet;
  • Die Masken-Palette bietet Möglichkeiten die es zuvor noch nicht gab;
  • Der Dynamikregler aus Adobe Camera Raw war überfällig;
  • Photomerge war in CS3 gut und ist in CS4 der Hammer;
  • Abwedeln und Nachbelichten sind sehr sinnvoll weiter entwickelt worden;
  • InDesign: Preflight hätte immer schon so sein sollen, wie es jetzt ist;
  • Die Palette Verknüpfungen ist sehr deutlich verbessert worden;
  • Endlich sind Querverweise möglich;
  • Die smarten magnetischen Hilfslinien sind Goldwert für alle die Wert auf Achsen und Proportionen bei Erstellung und Platzierung der Layoutelemente legen;
  • Illustrator: Die Aussehen-Palette dürfte die Arbeit mit Illustrator nachhaltig verändern – vor allem Einsteigern werde ich das Programm in meinen Seminaren in Zukunft anders näher bringen;
  • Die Arbeit mit Verläufen hat eine echte Revolution mitgemacht;
  • Das Tropfenpinselwerkzeug hat zwar einen äußerst blöden Namen bekommen, aber für alle die gerne mit einem Grafiktablett illustrieren eröffnet das neue Welten.

Das sind nur die für mich interessantesten Neuerungen. Ich muss zwar allen Recht geben, dass CS4 in Punkto Stabilität nicht wirklich ein Fels in der Brandung ist, aber das ist nach meiner Erfahrung bei Adobe leider schon länger ein Problem. Beim Einen läuft es gut, beim anderen mäßig. Bei mir stürzen alle CS-Programme ab wenn ich sie beende. Auf zwei Rechnern und fast immer. Aber da das eben in erster Linie beim Beenden passiert und ich dadurch nichts verliere, lässt es mich kalt.

Für mich ist die Frage ob sich das Update auf CS4 gelohnt hat keine Frage: Ich möchte es nicht mehr hergeben. Aber wie gesagt: Es kommt sich sicher drauf an wie tief und professionell man die Programme nutzt. Und wer die Erfahrung gemacht hat, dass die Arbeitseffizienz durch ständige Abstürze nicht mehr gewährleistet ist, wird wohl verständlicherweise abwarten.

Adobe könnte man empfehlen die Entwicklung neuer Funktionen einmal hintan zu stellen und, dem Beispiel von Apple und Microsoft mit ihren Betriebssystemen folgend, unter der Haube aufräumen und für mehr Schnelligkeit, Effizienz und Stabilität im Programm zu sorgen. Für ein solches Update würde ich gerne auch einen moderaten Update-Betrag bezahlen, so wie Apple – wenn mich das jetzt richtig im Kopf habe – für das nächste Betriebsystem Update 29$ verlangen will. Etwas mehr darf es von miraus auch noch sein. Aufzuräumen gibt es genug. Leider wird Adobe das wahrscheinlich nicht machen.

Trotzdem: Adobe CS4 bekommt von mir eine Kaufempfehlung. 🙂