Schlagwort-Archive: Bildbearbeitung

Affinity Photo: Radiale-Unschärfe-Filter

Im vierten Screencast zu Affinity Photo demonstriere ich den Radiale-Unschärfe-Filter.

Affinity Photo: Diffuser Schein als Live-Filter

Anders als Photoshop verfügt Affinity Photo nicht über Kunst-Filter die Maltechniken wie Aquarell und Öl oder Malhintergründe simulieren. Deshalb habe ich diesmal ein Bild das in meinem Photoshop-Buch genau so einen Kunstfilter vorführt herangezogen um einen interessanten Unschärfe-Effekt vorzustellen und parallel zu zeigen wie Live-Filter angewendet werden.

Affinity Photo: Perspektivische Korrekturen

Im zweiten Screencast zu Affinity Photo zeige ich wie man mit dem Filter »Perspektive« stürzende Linien bei Architekturaufnahmen korrigieren kann.

Affinity Photo: Pinsel, Protokoll und Sprechblasen

Affinity Photo schickt sich an Adobe Photoshop Konkurrenz zu machen. Tatsächlich ist das Programm die erste ernstzunehmende Alternative die mir untergekommen ist. In diesem Screencast ziehe ich drei Beispiele aus meinem letzten Buch über Adobe Photoshop CC 2015 heran und zeige wie sie sich mit dem neuen Bildbearbeitungsprogramm aus England bearbeiten lassen.

Was ist negativ an DNG?

Bei Vielen gilt Adobes DNG als das Format zur Speicherung von RAW-Daten. Auch ich habe es nachdem es vorgestellt wurde aufgenommen und konvertierte meine Fotos fleißig nach DNG – schließlich versprachen ja Adobe (und Meister Kelby), dass es das beste Format zur nachhaltigen Aufbewahrung ist.

Wäre ich von damals bis heute bei Lightroom geblieben, hätte ich die Behauptung vielleicht niemals in Zweifel gezogen. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass DNG eigentlich das Gegenteil dessen ist, was es zu sein verspricht: Ein Standard.

Meine Zweifel an DNG fasste ich erstmals 2012 im Artikel »DNG als Alternative zum RAW-Format des Kameraherstellers« zusammen. Damals waren es noch unspezifische Bedenken – ich fragte mich einfach: Was soll es bringen Daten von NEF, CR2 oder ACR nach DNG zu konvertieren?

Dass Formate heute populärer Kameras von Adobe und anderen Anbietern plötzlich nicht mehr unterstützt werden, scheint mir ein fadenscheiniges Argument. Müssten Sie dazu nicht die Unterstützung aus neuen Versionen ihrer Software herausoperieren? Und selbst wenn, wäre noch immer Zeit die Konvertierung dann vorzunehmen. Dass diese Daten von heute auf morgen mit keiner Software mehr interpretiert werden können finde ich persönlich mehr als fragwürdig.

Nun gibt es Leute die behaupten DNG wäre ein reines Containerformat und mache gar nichts mit den Dateien. Wo aber ist der Nutzen von etwas das gar nichts macht?

Irgendetwas muss es doch machen, um unterschiedliche RAW-Typen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wie erklärt sich sonst, dass DNG-Daten manchmal größer, manchmal kleiner sind als native Originale? Ich habe noch keine schlüssige Erklärung dafür gehört.

2013 veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel »DNG zerstört RAW«. Der Hintergrund: Ich arbeite immer wieder mit Kameras die von meinen Programmen noch nicht unterstützt werden. Adobe ist zugute zu halten, dass sie häufig der erste Hersteller sind der die RAWs neuer Kameras interpretieren kann. In solchen Fällen verwende ich DNG als Überbrückungsformat.

Außerdem gibt es Modelle die nicht genügend Popularität erreichen um auch bei den kleineren Software-Buden in den Genuss eines Interpretationsrezepts zu kommen. So eine Kamera war auch der Auslöser, dass ich mich einsmals eingehender mit DNG befasste: Die kompakte Olympus XZ-10 fand in Mac OS und damit in Aperture keine Unterstützung. Adobe hingegen unterstützte das Format, bot über den DNG-Conerter die Option zur Konvertierung und Aperture konnte DNG lesen. Jedenfalls kann Mac OS X DNG oft lesen – aber bei weitem nicht immer! Diesmal aber leider wieder einmal nicht.

Ich begann zu recherchieren was der Hintergrund sein könnte und fand heraus, dass Apples Systeme keine »linear konvertierten« DNGs unterstützen. Weiter recherchiert und eine Quelle gefunden, die darlegte, dass es bei linearer Konvertierung zu einer Neuanordnung der Pixel und zu Interpolation kommt. Mit »keiner Änderung am Original-RAW« hat das dann aber wohl wenig zu tun.

Nun ließ sich »linear konvertieren« damals beim speichern und konvertieren nach DNG aus ACR (Adobe Camera Raw) und dem Adobe Raw Converter zwar deaktivieren, nur: Die Programme hielten sich nicht an die Vorgaben!

Mittlerweile hat sich einiges getan – die Option zum linearen konvertieren ist aus ACR verschwunden. Dass Mac OS und Aperture DNGs der XZ-10 nun interpretieren können spricht dafür, dass es zu keiner linearen Konvertierung mehr kommt. Die Sache scheint sich zum Besseren zu entwickeln. Dennoch interpretiert immer noch nicht jedes Programm die DNGs – DxO beispielsweise zeigt auch mit der neuesten Version konvertierte DNGs nicht an (bei DxO hat sich das später, Stand 14.11.2015, geändert). DNG ist also genau das NICHT was es vorgibt zu sein: Ein Standard. Bei populären Kameramodellen ist bestenfalls davon auszugehen, dass ein DNG ebenso von allen Programmen von Bedeutung unterstützt wird wie das NEF-, CR2-, ARW- oder ORF-Original von Nikon, Canon, Sony, Olympus & Co.

Stellt sich wieder die Frage: Wozu also DNG?

Ernstzunehmende RAW-Entwicklungsprogramme interpretieren ohnehin die nativen RAWs praktisch aller nur einigermaßen populären Kameras und werden das auch nachhaltig tun, egal ob es sich um Kameras von Canon, Nikon, Olympus, Panasonic, Pentax oder Sony oder DNG handelt. Ein konvertieren hat vor diesem Hintergrund eigentlich keinen Sinn.

Das Argument, dass DNGs kleiner sind bereitet mir eher Bauchschmerzen. Dass der Rat DNG zu nutzen in der Regel den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Zusatzhinweis enthält, dass man die Originale auf jeden Fall archivieren muss führt das Argument der geringeren Dateigröße ad Absurdum!

DNG ist als Notlösung und Überbrückungsformat eine feine Sache – keine Frage. Auch bei Kameras die von Haus aus auf DNG bauen steht außer Frage, dass man das Format bedenkenlos nutzen kann. Wovon ich abraten würde ist DNG generell bedenkenlos zu nutzen und alles in das Format zu konvertieren. Wenn es keine wirklich zwingende Notwendigkeit gibt die das Format unumgänglich machen: Ja. Ansonsten muss man sich fragen wozu und wenn die schlüssigen Argumente fehlen: Nein. Einzig und allein weil Adobe es empfiehlt ist in meinen Augen ein abschreckendes Argument und dass viele den Empfehlungen des Konzerns einfach folgen ohne sie zu hinterfragen ist bedenklich, zumal das auch von Leuten propagiert wird die Fotografie und/oder Bildbearbeitung unterrichten und deren Empfehlungen die Schüler Glauben schenken. Ein Freund sagte einmal, DNG ist eine Einbahnstraße zu Adobe, und ich sehe keinen Grund herausfinden zu wollen ob er damit möglicherweise recht hat.

Capture One Pro: Katalog erstellen, Bildimport und Bildverwaltung

Nachdem ich vor einiger Zeit ein Video mit einem groben Gesamtüberblick über Capture One veröffentlicht habe geht es diesmal um die Details der Bildverwaltung, der Anwendung von Filtern, des Erstellens und Einrichtens eines Kataloges, des Bildimports von einer Speicherkarte und der automatischen Bildentwicklung. Außerdem zeige ich wie Register ein- und ausgeblendet und mit eigenen Werkzeugen (Phase Ones Bezeichnung für Paletten) verstehen werden. Die geänderte Benutzeroberfläche wird dann als Arbeitsumgebung gespeichert.

PS: Falls euch mein Blog gefällt, euch Artikel und Tutorials helfen und ihr mein Engagement unterstützen wollt, könnt ihr das ohne einen Cent auszugeben. Einfach beim nächsten Amazon-Einkauf über einen Affiliate-Link hier im Blog einsteigen und ich erhalte eine kleine Provision die euch natürlich nichts kostet. Oder ihr habt eines meiner Bücher gelesen und findet es gut und empfehlenswert: Viele Leute informieren sich via Amazon (auch Leute die nicht dort einkaufen) und jede gute Rezension ist eine riesige Hilfe für den Autor (als Kunde kann man auch Produkte rezensieren die man nicht dort gekauft hat). Danke.

Photoshop-CC2015-Workshop-Buch ist da

Am Dienstag habe auch ich Belegexemplare meines neuen Photoshop-Workshop-Buches erhalten, meines sechsten Buches über Photoshop. Einmal mehr und mehr denn je habe ich das Werk auch in der neuen Auflage wieder komplett überarbeitet. Dabei sind auch Beschreibungen eingeflossen die im Rahmen meiner Kamera-Bücher und der Entwicklung von »Die kreative Fotoschule« entstanden sind. Besonders die Beschreibungen von Farbtiefe und der Lichter/Schatten-Korrektur am RAW-Bild scheint Redakteuren des Falke Media Verlags offensichtlich so gut zu gefallen, dass sie sie zum zweiten Mal für eines ihrer Fotohefte herangezogen haben – freut mich.

FotoFM1

FotoFM2

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des Verlags. Affiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Ein kompakter Überblick über Capture One

Seit Monaten trage ich die Idee mit mir herum einen Screencast zu Capture One aufzunehmen. Doch so einen Workshop vorzubereiten und aufzunehmen bedeutet viel Arbeit und braucht Zeit die ich im Moment nicht frei zur Verfügung habe. Neben zahlreichen Tagesseminaren habe ich ein Buch über Affinity Photo in Vorbereitung – da müssen Projekte die mehr oder weniger non-profit sind hinten anstehen.

Obwohl ich an der Statistik meines Blogs sehe, dass das Interesse an C1 groß ist – ein einziger Capture-One-Beitrag führt beinahe jeden Tag die Liste der Zugriffe auf Themen des Blogs an – blieb es aus beschriebenem Zeitmangen bislang bei der Idee. Ein Tweet von Boris (@bnSonic) Nienke von happyshooting.de über erste Eindrücke zu Phase Ones Digital-Darkroom-Software veranlasste mich nun heute Morgen zu der Entscheidung, mir spontan ein paar Stunden frei zu nehmen und einen improvisierten Workshop aufzunehmen.

So spontan mich die Entscheidung überfallen hat so unvorbereitet bin ich den Workshop angegangen, habe einfach mein Headset eingestöpselt und nach vier Fehlstarts ging es dann frei Schnauze und ohne Plan munter drauf los. Ich hoffe, dass dabei trotzdem etwas raus gekommen ist das euch einen Eindruck von dem Programm zu vermitteln vermag und vielleicht dem Einen oder der Anderen einen guten Einstieg in Capture One und eventuell einen Umstieg von Lightroom ermöglicht.

Photoshop CC 2015, Kapitel 13: Farbmanagement und Automatisierung

Im letzten Kapitel meines Photoshop-CC-2015-Buches möchte ich mich noch dem Thema Farbmanagement, Farbkonvertierung, Drucken und Automatisierung zuwenden. Dieses Kapitel bildet zusammen mit dem 2. wichtige technische Rahmenbedingungen bei der Bildbearbeitung ab und flankiert den kreativen Teil der Entwicklung und Gestaltung die in den Kapiteln 3 bis 12 beschrieben sind.

Das Kapitel beginnt mit einem achtseitigen Exkurs über Farbmanagement, erklärt wie man in Photoshop einen Softproof einrichtet, wie Bilder korrekt in andere Farbräume konvertiert werden, was beim Drucken auf dem eigenen Fotodrucker zu beachten ist, wie sich Arbeitsschritte automatisieren lassen, wie man Aktionen über eine sogenannte Stapelverarbeitung auf zahlreiche Bilder anwenden kann und wie man alle Bilder in einem Ordner kleinerrechnen kann.

Abgerundet wird das Buch am Ende mit einem sehr umfangreichen Index, mit dem ich mich bei dieser Auflage besondere Mühe gegeben habe um sicherzustellen, dass der Leser eine gesuchte Funktion oder Arbeitsmethode möglichst schnell und sicher finden kann.

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

Adobe Photoshop CC – Schritt für Schritt zum perfekten Bild

448 Seiten, gebunden, vollständig in Farbe
ISBN 978-3-8362-3814-4
Weitere Informationen auf der Website des Verlags. Affiliate-Link zur Buchseite bei Amazon.

Beschreibungen der 13 Kapitel:

  1. Kapitel: Grundlagen und Arbeitsbereich
  2. Kapitel: Bildgröße und Auflösung
  3. Kapitel: Filter und Effekte
  4. Kapitel: Helligkeit und Kontrast
  5. Kapitel: Farbanpassung und -korrektur
  6. Kapitel: Ausbessern und Retuschieren
  7. Kapitel: Beauty-Retusche
  8. Kapitel: Freistellen
  9. Kapitel: Montage und Collage
  10. Kapitel: Malen, färben und kolorieren
  11. Kapitel: Photoshop für Fotografen
  12. Kapitel: Text und Schrift
  13. Kapitel: Farbmanagement und Automatisierung

Lightroom oder Photoshop?

Leser Frank sandte mir eine Mail mit einer Frage die wohl viele Leser beschäftigen dürfte, die den Schritt von der reinen Bildaufnahme und -verwaltung zur aktiven Bildentwicklung in der digitalen Dunkelkammer vor sich bzw. gerade hinter sich haben: Lightroom oder Photoshop? So lautet sie vereinfacht ausgedrückt.

Kein Foto ohne Entwicklung

Zunächst einmal muss man wissen, dass jedes Bild das eine digitale Kamera aufnimmt entwickelt werden muss. Das ist nicht anders als beim analogen Fotonegativfilm: Der rohe, zwar belichtete aber noch nicht entwickelte Film, zeigt zunächst gar nichts. Erst nach der Entwicklung und Belichtung auf einen Papierabzug können wir ein Bild herzeigen.

Genauso wenig, wie mit einem nicht entwickelten Film, können wir mit den Daten die ein digitaler Aufnahmesensor speichert etwas anfangen. Auch diese müssen erst entwickelt werden damit sich ein für uns sinnvolles Bild ergibt.

Fotografiert man im JPEG-Format werden die Rohdaten von der Software der Kamera entwickelt, wobei aus reinen Rot-, Grün und Blauinformationen die tatsächlichen Farben berechnet werden, geschärft, entrauscht und der Weißabgleich eingerechnet wird – und einiges mehr. Eine Digitalkamera im JPEG-Format ist im Grunde das elektronische Gegenstück zur Sofortbildkamera der analogen  Ära.

RAWs müssen erst entwickelt werden

Fotografiert man im RAW-Format entwickelt die Kameraelektronik zwar auch eine Vorschau im JPEG-Format, allerdings nur damit sich die Aufnahmen am Kameradisplay anzeigen lassen. Die richtige Entwicklung muss dann am Computer passieren.

Bildentwicklungsprogramme bzw. RAW-Konverter

Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme können RAW-Bilder nicht öffnen, sondern benötigen eine JPEG-, TIFF- oder PSD-Datei zur Bearbeitung (oder ein vergleichbares Format). Photoshop wird deshalb mit dem Zusatzprogramm Adobe Camera Raw ausgeliefert. Adobe Camera Raw ist kein Bildbearbeitungsprogramm im herkömmlichen Sinn sondern vielmehr ein Entwicklungsprogramm für RAW-Daten (es können damit zwar auch JPEG-Bilder eingestellt werden aber nicht mit den Möglichkeiten des RAW-Formats).

Im RAW-Entwicklungsprogramm werden Einstellungen vorgenommen, wie sie beim Fotografieren im JPEG-Format von der Software der Kamera in der Kamera vonstatten gehen, also z.B. Weißabgleich, Belichtungskorrektur, Farbanpassungen, Lichter- und Schattenkorrekturen, Korrektur optischer Fehler, Rauschreduzierung, Schärfung, etc.

Manche dieser Einstellungen lassen sich bei einem JPEG auch nachträglich in der Bildbearbeitung kaum minder gut einstellen, doch viele bei weitem nicht mit den Möglichkeiten die der Fotograf im Entwicklungsprogramm vorfindet. Vor allem Belichtungskorrekturen und Weißabgleich lassen sich in der Bildbearbeitung oft kaum mehr korrigieren, wenn sie bei der Bildentwicklung falsch eingestellt waren. Die individuelle Entwicklung von RAW-Daten bietet die Möglichkeit Lichtsituationen zu meistern, die man im JPEG-Format mit Einstellungen an der Kamera unmöglich in den Griff bekommt.

RAW-Entwicklungsprogramme bieten also alle grundlegenden Einstellungen die der Fotograf zur Bildentwicklung benötigt, bis hin zu einfachen Bildbearbeitungskorrekturen, wie zum Beispiel der Retusche von Staub oder Hautunreinheiten. Letzteres ist allerdings in Entwicklungsprogrammen eher eine Me-too-Funktion die es dem Fotografen ermöglichen soll, nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Bildbearbeitung wechseln zu müssen.

Entwiklungs-Bearbeitungs-Workflow

Die Aufteilung der Aufgaben zwischen Bildentwicklung und Bildbearbeitung sieht in der Regel so aus: RAW-Bilder werden in den RAW-Konverter importiert oder im Falle von Photoshops Adobe Camera Raw damit geöffnet. Hier werden dann alle wesentlichen Einstellungen der Bildentwicklung, wie Weißabgleich, Helligkeit, Kontrast, Farbeinstellungen und Rauschreduzierung vorgenommen. Die allermeisten Aufnahmen lassen sich damit komplett abschließen und verlangen nicht an ein Programm zur weiteren Bearbeitung übergeben zu werden (was allerdings auch ein Bisschen Geschmacksache ist).

Arbeitet man mit Adobe Camera Raw und Photoshop wird in ACR nach der Entwicklung auf »Bild öffnen« geklickt. ACR übergibt das Bild in Photoshop wo weitere Bearbeitungen vorgenommen werden können oder das Bild einfach im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format gespeichert wird.

Sind Aufgaben wie ausgefeilte Retuschen, Bildmontagen, selektive Bildmanipulationen etc. erforderlich oder soll beispielsweise Text integriert werden kommen Bildbearbeitungsprogramme zum Einsatz, in der Regel der unangefochtene Platzhirsch Photoshop. Arbeitet man mit Lightroom muss dazu eine Datei im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format exportiert werden, verwendet man eine Funktion wie »öffnen mit« geschieht das automatisch im Hintergrund.

RAW-Bilder werden nie überschrieben

Photoshop ist nicht in der Lage RAW-Dateien zu öffnen und auch nicht sie zu speichern (jedenfalls kein echtes RAW wie es von der Kamera kommt). Stattdessen muss immer im JPEG-, TIFF- oder PSD-Format gespeichert werden. Eine RAW-Datei wird nie geändert oder überschrieben (wenn man von der Änderung von Metadaten absieht).

Nicht jeder Fotograf benötigt ein Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop. Tatsächlich werden die meisten Gelegenheits-, Hobby- und Amateurfotografen mit einem Programm zur RAW-Entwicklung auskommen. Ein solches empfehle ich sogar unbedingt, denn die meisten bieten nicht nur die Möglichkeiten RAW-Bilder zu entwickeln, sondern auch mehr oder weniger ausgefeilte Verwaltungsfunktionen bis hin zum Export von Websites, Alben und zur Wiedergabe von Diashows.

Bildverwaltung

Lightroom ist im Grunde eine etwas schicker gestaltete Synthese aus Adobe Camera Raw und Adobes Datenbrowser Bridge. Ich bin zwar selbst kein Freund dieses Programms –primär weil ich die Benutzeroberfläche und Bedienung nicht mag –, empfehle es aber dennoch als erste Wahl, und zwar weil es billiger ist als manch andere Lösung und vor allem weil es zu keinem anderen Programm mehr Ressourcen in Form von Literatur, Tutorials und Lernvideos gibt.

Ob man die Befürchtung hegt und damit leben kann, dass es auch dieses Adobe-Programm eines Tages nur mehr in einer Mietversion gibt, muss jeder für sich selbst beantworten – für mich ein zusätzlicher, wenn auch nicht ausschließlicher Grund, von dem Programm Abstand zu nehmen.

Lightroom-Workflow

Mit einem Programm wie Lightroom sieht der Workflow so aus, dass Aufnahmen zunächst in eine Datenbank importiert werden. Beim bzw. nach dem Import geschieht automatisch eine Standardentwicklung der Rohdaten. Diese ist der Entwicklung in der Kamera nicht unähnlich, fällt aber zumeist moderater aus, weshalb viele Fotografen den Eindruck haben JPEGs würden von vornherein besser aussehen als RAW-Bilder (die Kameras puschen die Bilder nur intensiver). Der Fotograf kann die Bilder nun so lassen wie sie von Lightroom interpretiert werden oder sie individuell einstellen. Er kann sogar eigene Rezepte schreiben die sich dann für zukünftige Importe automatisch als individueller Standard anwenden lassen.

Lightroom stellt zunächst einmal eine auf die Bedürfnisse von Fotografen angepassten Oberfläche zur Verwaltung umfangreicher Bildbestände zur Verfügung. Einstellungen die der Fotograf vornimmt werden in einer Datenbank gespeichert und auf deren Basis werden Vorschaubilder generiert die ebenfalls in der Datenbank gespeichert werden. Sie dienen dazu, dem Fotografen ein schnelles browsen in seinen Bildbestände zu ermöglichen. Ohne sie müsste bei jeder Darstellung des Bildes eine neue Vorschau aus dem RAW berechnet werden, was die Arbeit mit Bildbeständen zäh werden ließe.

Die RAW-Datei muss dabei unbedingt erhalten und für Lightroom verfügbar bleiben um auch für zukünftige Bearbeitungen das Rohdatenmaterial in vollem Umfang zur Verfügung zu haben.

Soll ein Bild im Internet veröffentlicht, an Freunde versandt, für ein Album verwendet oder ein Fotoabzug in Auftrag gegeben werden, ist eine Datei im TIFF-, PSD- oder JPEG-Format zu exportieren, in aller Regel letzteres. Die RAW-Datei fungiert dabei als Original und die exportierte Datei als Abzug.

Welche Produkte?

Nun habe ich in der Überschrift und bisher im Artikel beinahe ausschließlich von Adobe-Produkten gesprochen, weil diese am bekanntesten und weitesten verbreitet sind.

Alternative RAW-Konverter

Ich bin wie gesagt kein Freund von Adobes Lightroom und zwar in erster Linie deshalb, weil die Oberfläche absolut restriktiv gestaltet wurde und mir keine Möglichkeit bietet sie an meine Bedürfnisse anzupassen (wenn man davon absieht, dass man die Kopfleiste mit einem eigenen Logo versehen kann).  Verschärfend kommt hinzu, dass es viel zu wenige Tastaturkürzel gibt und keine Möglichkeit eigene zu definieren.

Capture One Pro 8

Meine Wahl fiel nach dem Aus von Apples Raw-Konverter Aperture auf die dänische Software Capture One Pro. Dieses Programm liefert die in meinen Augen die beste Bildqualität aller Entwicklungstools. Dabei ist mir allerdings wichtig zu betonen, dass besser im Vergleich zu Adobes RAW-Konvertern »besser als hervorragend« bedeutet. Außerdem gibt es viele Experten diese Meinung nicht ganz teilen – schließlich arbeitet der Großteil professioneller Fotografen mit Lightroom. Hier muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

Tatsächlich leisten wohl die bekannten RAW-Entwicklungswerkzeuge durchaus vergleichbare Qualität und was man am Ende tatsächlich als besser empfindet wird auch Geschmacksache sein. Ausschlaggebend für die Wahl einer bestimmten Software sollte eher die Bedienung und die zur Verfügung gestellten Funktionen sein – Funktionen die über die Grundeinstellungen die von einem RAW-Konverter hinaus gehen.

Meine Wahl fiel vor allem deshalb auf Capture One, weil es mir die Möglichkeit bietet die Benutzung exakt auf meine Bedürfnisse abzustimmen. So kann ich eigene Arbeitsbereiche definieren für die ich genau die Paletten auswähle die ich dafür brauche und sie dort positioniere wo sie für mich am meisten Sinn ergeben.

Darüber hinaus kann ich bei Capture One Tastaturbefehle individualisieren. So habe ich die Grundeinstellungen soweit angepasst, dass ich alle wichtigen Funktionen mit einer einzigen Taste aufrufen kann (also ohne Fingerverrenkungen wie CMD+Alt+X). Auch Anpassungen wie Belichtung, Kontrast, Farbsättigung, Drehen, etc. können über Tastaturbefehl laufen, wovon ich ausgiebig Gebrauch mache. Das macht die Bearbeitung hunderter Bilder deutlich effizienter als für jeden Handgriff zur Maus greifen zu müssen und erlaubt auch ein körperschonenderes Arbeiten.

Seit der Version 8 bietet Capture One außerdem eine Verwaltungsumgebung die es mit Lightroom aufnehmen kann, was davor nicht der Fall war.

Weitere Alternativen

Neben Lightroom und Capture One habe ich auch mit DxO Optics ausgiebig gearbeitet, kann diesem Programm durchaus einiges abgewinnen, finde aber die Bedienung nicht viel glücklicher als bei Lightroom und vermisse darüber hinaus eine effiziente Verwaltung großer Bildbestände, wie sie Lightroom bietet und ich sie an Capture One schätze. Alle drei Programme sind als Demoversion verfügbar und lassen sich ohne Einschränkungen einen Monat testen, so dass sich jeder einen Eindruck verschaffen kann, welches ihm am besten zusagt.

Für Freunde von OpenSource-Software gibt es darüber hinaus RawTherapee. Kurze Blicke habe ich außerdem auf ACDSee (Mac/Win) und Corels AfterShot geworfen, allerdings ohne mich besonders dafür begeistern zu können. Doch auch diese Produkte sind als Demos verfügbar, so dass man sich einen eigenen Einruck verschaffen kann.

Bildbearbeitungsprogramme

Bildbearbeitungsprogramme sind wie gesagt erst erforderlich, wenn es um ausgefeilte Retusche, Freisteller, Bildmontagen und -collagen, Integration von Text usw. geht. Unangefochtener König dieser Disziplin ist Adobe Photoshop das für Fotografen zusammen mit Lightroom für 12 Euro im Monat zu mieten ist, womit man diese Kombination durchaus als Schnäppchen bezeichnen kann.

Allerdings sollte der Preis alleine nicht ausschließlich über die Wahl einer Software entscheiden, genauso wenig wie ein ernstzunehmender Fotograf sich ausschließlich wegen des Preises für ein Kamerasystem entscheiden sollte. Da ich ein Adobe-Creative-Suite-Abo habe wäre für mich Lightroom beispielsweise ohne Zusatzkosten verfügbar, trotzdem habe ich mich für das über 200 Euro teure Capture One entschieden.

Nicht jeder braucht »Photoshop«

Die meisten Gelegenheits-, Hobby- und Amateurfotografen werden wohl wie gesagt mit einem Entwicklungsprogramm wie Lightroom oder Capture One auskommen. Man darf nicht vergessen, dass man in ein Bildbearbeitungsprogramm nicht nur ein paar Euro investieren muss, sondern vor allem viel Zeit es zu erlernen und zu beherrschen. Es ist also durchaus eine Überlegung wert sich zunächst auf ein Entwicklungsprogramm zu konzentrieren und erst wenn man dies souverän beherrscht und/oder damit an die Grenzen stößt über ein zusätzliches Programm zur Bildbearbeitung nachzudenken.

Dabei muss man sich nicht zwangsläufig für Photoshop entscheiden. Photoshop ist ein Moloch der für alle die irgendwie mit Bildbearbeitung zu tun haben alles bieten möchte – bis hin zur Bearbeitung laufender Bilder und zum generieren von einfachen 3-D-Bildern. Entsprechend komplex ist die Bedienung.

Photoshop-Alternativen

Eine Alternative die von Adobe selbst für Mac und Windows angeboten wird ist Photoshop Elements – ein abgespecktes Photoshop, das für das Gros der Anwender bieten dürfte, was sie brauchen.

Am Mac hat seit längerer Zeit Pixelmator seine Freunde und aus England schickt sich Affinity Photo an zur ernstzunehmenden Konkurrenz für Photoshop zu werden (mein Bericht, Link zur Seite des Softwareherstellers). Während Pixelmater wohl weiterhin nur für den Mac verfügbar ist, ist mit einer Windows-Version von Affinity Photo im nächsten Jahr zu rechen.

Auch zur Bildbearbeitung gibt es ein OpenSource-Projekt und damit eine kostenlose Software mit dem Namen Gimp, die sowohl für Mac als auch Windows verfügbar ist, zahlreiche Freunde haben dürfte und für die auch einiges an Literatur und Tutorials zu finden ist.

Für Windows-User wird das Angebot an Alternativen wohl noch viel größer sein, als am Mac, allerdings fehlt mir als Mac-Anwender ein entsprechender Überblick.

Frank fragte außerdem, um auf sein Mail zurück zu kommen, ob es nicht sinnvoll sei für Entwicklung und Bearbeitung bei der Software eines Herstellers zu bleiben. Da allerdings die Entwicklung ein abgeschlossener Prozess ist und RAW-Bilder immer in Form eines JPEG-, TIFF- oder PSD-Abzugs an die Bildbearbeitung übergeben werden müssen, ist es völlig egal ob die beiden dafür verwendeten Programme aus dem selben oder zwei verschiedenen Häusern kommen.

So könnte man beispielsweise mit Lightroom Bilder entwickeln und verwalten und für Retuschen auf Affinity Photo zurückgreifen, so wie ich Bilder in Capture One entwickle und in der Regel Photohop zur Bearbeitung verwende. Aufgrund dessen, dass es derzeit aber kein Programm gibt, das so viele und über Jahre gereifte Funktionen bietet wie Photoshop ist es wohl naheliegend für die Bearbeitung Photoshop zu wählen, wenn man sich auf ein Lightroom-Abo eingelassen hat – 12 Euro Monatsmiete für das Bundle dürfte bis auf weiteres wohl unschlagbar sein.

Alles klar?

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel etwas Licht in die Frage welche Programme man wofür braucht bringen konnte. Falls es weitere Fragen zu dem Thema gibt sendet mir bitte eine Mail oder schreibt einen Kommentar.