Wed, 30. Jul. 08

Seit einem guten Monat bin ich nun Co-Autor auf diesem Weblog. Die Arbeit macht Spass und das bisherige Feedback ermuntert zum Weitermachen. Mit meiner Ankunft auf dieser Seite, habe ich auch meine Artikel über das Basiswissen der Fotografie auf dieser Seite jeweils Montags und Donnerstags veröffentlicht. Inzwischen sind die Grundbegriffe durch und wir können uns nun der Kamera und dem eigentlichen Fotografieren widmen.

Damit schnell und einfach auf die bisherigen Artikel zurück gegriffen werden kann, habe ich eine neue Seite mit dem Namen »Virtueller Fotokurs« erstellt. Sie befindet sich oben neben dem Anfahrtsplan und wird laufend ergänzt werden. Zudem plane ich, sämtliche Artikel in einem übersichtlichen Dokument zusammen zu stellen, welches selbstverständlich kostenlos zum Download zur Verfügung stehen wird. Es soll zusammen mit dem letzten Artikel erscheinen. Wann es soweit ist, wird sich zeigen, denn es gibt noch einiges zu erklären :)

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Thu, 24. Jul. 08

Damit ist nicht etwa der »Herr der Ringe« gemeint sondern eine ganz besondere Art von Bildern. HDR ist eine englische Abkürzung für High Dynamic Range und kann etwa mit »Hoch dynamischer Umfang« übersetzt werden. Genauer ist eigentlich das Kontrastverhältnis gemeint. Eine DSLR Kamera bringt gerade mal einen Kontrast von 1000:1 zu stande, wärend eine analoge Spiegelreflex mit 10000:1 den deutlich höheren Dynamikumfang bietet. HDR Bilder haben nicht selten einen Kontrastumfang von 200000:1! Wie »schlecht« eigentlich das Kontrastverhältnis bei einer Kamera ist, wird besonders bei Nachtaufnahmen deutlich. Wärend das menschliche Auge problemlos sowohl die Laterne, den Mond und die Umgebung wahr nehmen kann, bereitet dies der Kamera grösste Mühe. Entweder die hellen Stellen (Laternenlicht, Mond) sind überbelichtet und ausgefressen (das heisst im Bild wir das Licht als reines weiss angezeigt), oder aber die Umgebung lässt sich nicht mehr erkennen.

Hier kommt nun die HDR-Technik zum Einsatz. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. Man macht vom gleichen Motiv mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten (eine sogenannte Belichtungsreihe) und legt diese dann Softwaremässig übereinander. Dabei kommen sowohl ganz kurze Belichtungszeiten (für die hellen Bildpartien) wie auch ganz lange (für die dunklen Bildpartien) zum Einsatz. Je nach Umgebungskontrast (also hell zu dunkel) sind mehrere Aufnahmen nötig. Diese werden dann mit entsprechender Software, wie z.B. dem bekannten Photomatix Pro (steht kostenlos als Testversion zum Download zur Verfügung) zusammen gefügt und das Programm erkennt automatisch, aus welchen Bildern er welche Informationen pflücken muss. Nun wäre eigentlich ein spezieller Bildschirm nötig, welcher diesen Dynamikumfang direkt darstellen könnte. Da dies aber zurzeit noch nicht dem Stand der Technik entspricht wird mit dem sogenannten Tonemapping der Dynamikumfang auf ein Bild mit normaler Farbtiefe runter gerechnet.

Das Ergebnis sind meist künsterlich surreal wirkende Bilder, die mit der herkömmlichen Fotografie nicht mehr viel gemein zu haben scheinen. Einer der Besten und bekanntesten HDR Fotografen ist bestimmt Dave Hill. Seine Bilder bringen mich auch zur Überleitung, weshalb RAW hier auch wieder die bessere Wahl ist als .jpg.

UBS Gebäude St. Gallen HDRWie im 2. Teil berichtet, ist die Nachbelichtung für ein RAW-Format über zwei Blendenstufen meist ohne grossen Qualitätsverlust machbar. Dies ist aber abhänig vom Kameratyp. Die Sony Alpha hat meiner Meinung nach noch den grösseren Spielraum als die EOS 400D. Und gegen oben (also zu den teuren Semi- und Profi Modellen) nimmt dieser ebenfalls noch zu. So ist es möglich, aus einer einzigen RAW-Aufnahme ein HDR Bild zu erzeugen. Hier ein Beispiel des UBS Gebäudes in St.Gallen, welches au einer RAW-Aufnahem entstand. Mit einer .jpg Aufnahme wäre das nicht möglich gewesen. Und wer mal so richtig tolle HDR Aufnahmen sehen möchte, sollte umbedingt der Seite von Dave Hill mal einen Besuch abstatten, es lohnt sich!

Damit wäre nun der kleine Grundkurs über das Basiswissen abgeschlossen. Selbstverständlich war das noch nicht alles, aber es bietet die Grundlage für die nächsten Artikel zur EOS 400D. In diesen werden dann auch noch Themen wie Autofokus, Belichtungsmessmethoden und vieles mehr behandelt.

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Mon, 21. Jul. 08

Dies wird der kürzeste Artikel aus der Serie, da es nicht viel zu erklären gibt. Jede DSLR besitzt unterschiedliche Aufnahmemodi. Darunter sind meist S/W-, Portrait-, Landschaftsaufnahmen und viele mehr zu finden. Diese Aufnahmemodi machen nichts anderes, als das aufgenommene RAW-Bild intern durch einen Filter laufen zu lassen, bevor es dann als .jpg gespeichert wird. Fotografiere ich also im .jpg Format und habe den Aufnahmemodus S/W eingestellt, erhalte ich als Ergebnis ein S/W Bild.

Fotografiere ich allerdings im RAW-Format spielt es keine Rolle welche Einstellung ich habe. Das RAW-Format wird immer ungefiltert auf den Computer übertragen. Das Gute allerdings ist, dass ich diese Aufnahmemodi trotzdem nutzen kann. Stelle ich also S/W ein und nehme ein Bild auf, wird das Bild auf der Kamera auch in S/W angezeigt. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man Grauabstufungen und Kontraste überprüfen möchte. Die Konvertierung in ein S/W Bild passiert dann später einfach am Computer :)

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Thu, 17. Jul. 08

Oftmals kommt es vor, dass beim genaueren betrachten eines Bildes dunkle Stellen im nachhinein aufgehellt werden möchten. Im RAW-Format werden hier diverse Möglichkeiten geboten, welche im .jpg Format nur mit erheblichem Qualitätsverlust erreicht werden.

Bei diesem Bild, aus einem kürzlichen Shooting, wurde die Person bewusst seitlich angestrahlt. Es sollte der Effekt erreicht werden, dass sich das Gesicht in der Hälfte teilt. So sieht der betrachter die eine Hälfte des Gesichts und die andere bleibt im dunklen verborgen.

Man erkennt, dass sich um das Auge der ausgeleuchteten Seite ein dunkler Schatten bildet. Im RAW-Format und mit passender Software, kann ich nun das Auge problemlos nachbelichten ohne merklichen Qualitätsverlust. Im .jpg Format ist das nicht möglich, da beim Komprimierungsverfahren solche Informationen gelöscht werden.

Das Ergebnis sieht dann so aus. Man erkennt deutlich, dass die Nachbelichtung beim .jpg auf der rechten Seite völlig daneben ging. Noch deutlicher sieht man das, wenn man sich mal auf das Ganze Portrait konzentriert.

Zwar hat hier die neu aufgehellte Gesichtshälfte ebenfalls an Qualität verloren. Das liegt aber lediglich darin, dass ich zur Veranschaulichung gleich vier Blendenstufen nachbelichtet habe. Dies entspricht im Normalfall aber nicht der Realität.

Portraitaufnahme fertig bearbeitetGezielt eingesetzt kann die Nachbelichtung also ein nützliches Werkzeug sein. In diesem Falle habe ich das Auge nachträlich noch aufgehellt und dem Bild noch noch einen nostalgischen Touch verliehen. Dies passt gut zum Ausdruck des Gesichts und der Aufnahmeart.

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Mon, 14. Jul. 08

Viele meiner Freunde fotografieren (noch) mit einem komprimierten Dateiformat (meist .jpg) ohne dabei genau zu wissen, was sie eigentlich an Möglichkeiten in der Nachbearbeitung verschenken. Um hier ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen gibt es heute Teil 1 des mehrteiligen Artikels der sich ausschliesslich mit den Vorteilen des RAW Formats auseinander setzt. Als erstes möchte ich mich dem Weissabgleich (und der Farbtemperatur) widmen da dies ohnehin ein wichtiges Thema ist.

Licht ist nicht gleich Licht

Das Wichtigste zu diesem Thema: Licht ist nicht gleich Licht. Das Licht der Sonne unterscheidet sich zum Licht das eine Glühbirne abstrahlt. Auch ist das Licht einer Glühbirne anders als das einer Leuchtstoffröhre und es macht einen Unterschied ob es bewölkt ist, bei welcher Tageszeit fotografiert wird und ob ich im Schatten stehe. Das Licht einer Glühbirne wird durch seinen gelblichen Ton als »warm« empfunden, während an einem bewölkten Tag die Bilder bläulich erscheinen und daher eher »kalt« wirken. Mit dem Weissabgleich wird genau dem entgegen gewirkt. Ziel ist es, ein Bild immer natürlich wirken zu lassen. Dem Bild sollte man also im Normalfall nicht ansehen, welche Lichtverhältnisse vorhanden waren (ausser es wird gestalterisch genutzt).

Bei diesem Beispiel kann man gut den Unterschied zwischen der bewölkten Aufnahme (links) und der Aufnahme im Sonnenlicht (rechts) erkennen. Die Bilder sind mit automatischem Weissabgleich aufgenommen und unbearbeitet so von der Kamera übernommen worden.

Automatikmodus oder Manuell?

Für die meisten ist der Weissabgleich aber ein leidiges Thema und wird auch nicht richtig verstanden. Oftmals wird auf automatischen Weissabgleich geschaltet, in der Hoffnung die Kamera mache dann schon das Richtige. Zuhause am Bildschirm ist dann die Entäuschung oftmals gross. Die Bilder decken sich nicht mit den Erinnerungen und haben im schlimmsten Fall auch einen Farbstich, der das ganze Foto ruiniert.Die Fortgeschrittenen unter euch werden den Weissabgleich evt. auch manuel setzen. Dabei ist die Auswahl in den meisten Kameras aber sehr bescheiden gehalten und es lassen sich zwischen 5–7 Lichtsituationen auswählen, einen Automatikmodus und noch der manuelle Weissabgleich. Oft habe ich auch schön gehört, das der Weissabgleich generell auf »bewölkt« eingestellt wird, da dies dem Foto eine warme Note gibt. Auch das ist aber keine zufriedenstellende Lösung für den anspruchsvollen Fotografen.

Deshalb RAW!

Nun die gute Nachricht: Wer im RAW-Format fotografiert muss sich um den Weissabgleich nicht kümmern. Dieser kann bequem nachträglich am Bildschirm angepasst werden und zwar stufenlos! Der Grund ist schnell erklärt. Jedes Bild, dass die Kamera aufnimmt wird als erstes im RAW-Format aufgenommen. Habe ich nun als Standardformat .jpg ausgewählt, durchläuft das Bild Kameraintern einen Komprimierungsprozess. Die Datenmenge wird verringert und (scheinbar) nicht mehr benötigtes gelöscht. Auch der Weissabgleich wird durchgeführt und unwiederruflich in das .jpg Bild integriert. Man hat zwar mit entsprechenden Programmen auch beim .jpg Bild noch Möglichkeiten Farbstiche zu entfernen aber immer auf Kosten der Qualität. Auch wer diese Programme nicht zur Verfügung hat muss mit dem falsch abgeglichenen Bild leben.

RAW bedeuted also nichts anders, als dass die Bilddaten roh und unkomprimiert von der Kamera ausgegeben werden und ich die Möglichkeit habe, mein Bild selber zu entwickeln. So konnte ich auch durch einfaches Anpassen des Weissabgleiches das linke (bläuliche) Bild retten. Hier noch der vorher/nachher Vergleich.

Nachteil von RAW

Das RAW-Format hat zwei Nachteile. Nr. 1, ein RAW-Bild benötigt etwa den 2.5-fachen Speicherplatz eines .jpg Bildes. Bei den heutigen Speichermedien ist dies aber eigentlich kein Thema mehr. Nr. 2, es gibt kein einheitliches RAW-Format. Jeder Kamerahersteller hat sein eigenes Format respektive eigene Formate! Deshalb wird oftmals spezielle Software benötigt welche die Dateien anzeigen können. Da aber jeder Kamerahersteller eine entsprechende Software mitliefert, ist auch dies eigentlich kein Problem.

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