
Bereits gestern habe ich über die Wendung in der Angelegenheit gefälschte Rezensionen bei Amazon berichtet. Positiv an der Angelegenheit ist zu vermerken, dass das Problem mittlerweile von der Öffentlichkeit wahrgenommen und darüber berichtet wird. Schade allerdings, wenn ein Bericht dermaßen den Manipulatoren in die Hände spielt, wie das der bereits gestern erwähnte Artikel von Peter Riedlberger macht. Ich hatte heute etwas Zeit mir die Kommentare zum Artikel noch einmal durchzulesen. Natürlich ist für mich nachvollziehbar, dass einige Kommentare der Argumentation des Autors folgen, und schließen, dass hinter den gefälschten positiven Rezensionen ja nur Verlag oder Autoren stehen können. Allerdings halte ich die Fälschungen für dermaßen offensichtlich und plump, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein vernunftbegabter Mensch bei näherer Betrachtung allen Ernstes diese Ansicht aufrecht halten kann.
Der obere Screenshot zeigt drei Rezensionen, die im Moment für mein Werk »Adobe Photoshop CS3 – Die Workshops für Einsteiger« bei Amazon zu lesen sind. Die obere Rezension ist einfach aus dem Klappentext, der weiter oben auf der Seite zu finden ist, kopiert worden. Die zweite Rezension ist echt – hier steht auch Martin Schwartz mit seinem Namen für seine Rezension ein (den Namen habe ich im Screenshot bewusst unleserlich gemacht, damit nicht der oberflächliche Eindruck entstehen kann, Herr Schwartz wäre Teil der Negativ-Kampagne). Die dritte Rezension wiederholt den Text der ersten. Wer, der Rezensionen fälschen wollte, sollte so dämlich sein?

Aber, Herr Riedlberger, oft kann man gar nicht so schnell schauen, wie man vom Aufdecker einer fiesen Tour, zu deren Werkzeug wird. Schon verweist ein Kommentar einer der beiden gefälschten Rezensionen zu meinem Buch, auf Ihren Artikel. Und wie die Kommentare teilweise zeigen, geht die Rechnung der Manipulatoren, den Ruf von Galileo zu beschädigen, auf.
Ich gestehe, dass ich mich auch gefragt habe, ob wohl Galileo dahinter steckt, als ich die erste, offensichtlich falsche, Positiv-Rezension für mein Buch gesehen habe. Immerhin: Nachdem im Herbst innerhalb weniger Tage alle zuvor erschienenen, und wohl authentischen Rezensionen als »Bedenklich« aus Amazon raus reklamiert worden waren, und statt dessen eine Flut von Negativ-Rezensionen publiziert wurden, die für jeden, der das Training einmal gesehen hat, leicht als Unrichtig zu verifizieren gewesen wären, hätte ich es sogar noch verstehen können.
Im Zuge dieser Negativ-Kampagnen hatte sich die Verlagsführung von Galileo über die Möglichkeiten, rechtlich gegen diese Praktiken vorzugehen, erkundigt, und beschieden bekommen, dass es keine Handhabung dagegen gäbe. Auch wenn ich persönlich nicht dafür eintreten würde, so könnte ich es doch in gewisser Weise nachvollziehen, wenn sich ein Unternehmen wehrt, indem es mit den selben Waffen zurück schlägt, anstatt sich tatenlos demontieren zu lassen – sofern es keine redlicheren Mittel gibt.
Diese Überlegungen beschäftigten mich die erste Sekunde, nachdem ich zum ersten mal eine Rezension sah, die positiv gefälscht zu sein schien. Aber, auch wenn ich die Verlagsleitung von Galileo zu wenig gut kenne, um meine Hand für die Geschäftsführer ins Feuer legen zu können, so bin ich mir absolut sicher, dass sich meine Lektorin keinesfalls für eine solche Praxis hergegeben hätte. Auch beim restlichen Mitarbeiterstab, den ich im Sommer des vergangenen Jahres kennenlernen durfte, kann ich mir nicht vorstellen, dass Ihnen wohl dabei wäre, die Kunden und Leser auf diese Art zu hintergehen – auch wenn es rein darum geht, sich gegen unlautere Angriffe zur Wehr zu setzen. Und ich glaube schon, dass man meist von den Mitarbeitern eines Unternehmens, auf deren Geschäftsführung schließen kann.
Spätestens aber in der dritten Sekunde war mir klar, dass unmöglich Galileo hinter den Fälschungen stecken kann, weil sie einfach absolut offensichtlich sind. Ich glaube, wer klug genug ist, einen Verlag wie Galileo zu gründen und aufzubauen, dem darf man schon etwas mehr taktisches und strategisches Kalkül zutrauen, wenn er Meinungen manipulieren wollte. Ach ja: Und mir dürfen Sie das übrigens auch.