Bitte etwas mehr Durchschuss!

Über Usabillity, oder zu Deutsch: Benutzerfreundlichkeit, werden viele Worte verloren. Unter Webdesignern und -experten ist es ein besonderes heiß diskutiertes und vehement gefordertes Thema. Aber eines scheint offensichtlich vielen Benutzerfreundlichkeitsexperten zu entgehen, was der Typograf seit Jahrhunderten lernt und weiss: Je länger die Zeile, desto höher der Durchschuss!

Webdesign wird heute, professionell ausgeführt, sehr oft fließend angelegt. Das heisst, dass die Satzbreite (die Länge der Zeilen) sich an die Breite der Browserfenster anpasst. Daraus ergibt sich zwar bei den heute üblichen, breiten Bildschirmen ein Problem ein weiters Problem mit der Lesefreundlichkeit, aber diesen Quark möchte ich im Moment hier nicht breit treten.

Wenn ich nun also sehr (oder eigentlich: zu) breite Zeilen vor Augen habe, dann brauche ich auch einen erhöhten Zeilenabstand (Zeilenabstand = Schriftgröße + Durchschuss). Mit den Standardeinstellungen für den Zeilenabstand kleben die Zeilen zu sehr aneinander, was beim das Auge dabei stört seine Weg in der Zeile zu finden und es erschwert nach dem Ende einer Zeile das Auffinden des Einstieges in die folgende Zeile. Jeder Typograf weiss das. Webdesigner scheinen dies meist nicht zu wissen. Und Benutzerführungsexperten scheinen die Texte der Websites die sie analysieren nicht zu lesen.

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Warum Schriften Geld kosten

Eine Diskussion die vor zwei Wochen bei typografie.info (wieder einmal) lief veranlasst mich zu einem kurzen Artikel zum Thema.

Eine Schrift zu entwickeln ist viel Arbeit. Ich selbst habe schon ein paar Hundert Stunden darauf verwendet Welche zu entwerfen (die beste Übung zur Schulung formalen Empfindens die ich kenne), kann mich deshalb aber noch lange nicht als Schriftdesigner bezeichnen. So wie ich als Designer am Bild interessiert bin und deshalb fotografiere, interessiert mich Schrift als Gestaltungsmedium und deshalb versuche ich mich auch hin und wieder eigenen Schriften zu gestalten; in beidem bleibe ich aber interessierter Laie.

Wir können davon ausgehen, dass eine einfache, professionell gestaltete Schrift mit den wichtigsten vier Schnitten dem Gestalter ein paar Hundert Stunden Arbeit gekostet hat. Nun ist es nur legitim, dass wir, wenn wir jemandes Leistung in Anspruch nehmen, dafür auch etwas bezahlen. 100 Euro für eine preiswerte Kleinfamilie mag nach viel Moos für eine Hand voll Buchstaben klingen, aber die wenigsten Schriften werden so erfolgreich, dass sie dem Gestalter der Typen einen einigermaßen angemessenen Gewinn bescheren. Der überwiegende Teil der Schriften wird in erster Linie mit viel Idealismus und Leidenschaft geschaffen, ebenso wie nur ein Bruchteil all der Bands die sich in den Kellern ihre Finger wund spielen tatsächlich einmal zu Erfolg in Barem kommen.

Jene Schriften nun die man geschenkt im Internet oder fast geschenkt auf dubiosen CDs im Supermarkt erhält, sind entweder minderwertig oder bestenfalls halblegale Kopien der Werke anderer. Es liegt an jedem selbst zu entscheiden ob er damit arbeiten mag, auch wenn kein Richter ist wo der Kläger fehlt. Nun kann man natürlich fragen wozu man denn ein Angebot von tausenden Schriften braucht? weshalb Arial, Verdana und Times nicht ausreichend sind? Ebenso gut kann man selbstverständlich fragen weshalb wir immer wieder neue Lieder brauche, weshalb sich die Mode von Jahr zu Jahr ändern muss und wozu jemand noch ein Buch schreiben soll. Ich vergleiche den allerorts gesichteten Einheitsbrei aus den einfältigen Systemschriften immer gerne mit dem China Maos indem eine Milliarde Chinesen durch eine Einheitsuniform zur gesichtslosen Masse verschmelzen. Charakter oder Individualität kann nicht entstehen wenn alle das gleiche tun und nutzten.

Und die Investition in charakteristische Schriften kann sich durchaus auch bei kleinen Arbeiten rechnen. Eine charakteristische, dem Zeitgeist entsprechende Schrift ist ohne Weiteres in der Lage einem Layout Eigenständigkeit zu verleihen, dem Kunden ein begeistertes »Boa eh! Cool.« zu entlocken und dabei den Aufwand für die Entwicklung um ein, zwei oder drei Stunden zu verkürzen — mit tollen Bildern und starken Fonts wird die Gestaltung zum Kinderspiel.

Mehr über die Thematik finden Sie auch im Artikel ›Warum Schriften Geld kosten‹ bei typografie.info und in der Diskussion ›Schriftpiraterie …‹ am selben Server.

Quellen für Schriften — sogenannte Foundries — finden sich schon ein paar bei meinen Surftipps.

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Richtig anführen

Im Juli habe ich einmal darüber geschrieben wie richtige Anführungszeichen aussehen. Nun hat mich ein Kapitel in Bastian Sicks ›Der Dativ ist dem Genitv sein Tod — Folge 2‹ auf die Idee gebracht das Thema für meinen Weblog noch einmal aufzunehmen, diesmal aber nicht zu beschreiben wie sie gesetzt werden, sondern wann.

Ich möchte hier drei Beispiele von Sick zitieren die recht schön illustrieren wie Anführungszeichen falsch eingesetzt werden können.

1. An der Kasse eines Supermarktes: »Gerne packen wir Ihre ›gekauften Artikel‹ in unserer Geschenkabteilung ein« — ist es ein Hinweis darauf, dass Sie nicht erwarten dürfen, dass jene Artikel die Sie eben haben mitgehen lassen auch noch in Geschenkpapier gehüllt werden?

2. An Bord eines Flugzeugs: »Wir wünschen ihnen einen ›guten Flug‹« — bekommen Sie es da nicht mit der Angst zu tun? will uns die Fluglinie damit sagen, dass der Service eher bescheiden ist oder darauf hinweisen, dass Sie schon einmal anfangen sollten zu beten? Wenigstens erfolgt der Hinweis mit einer Prise Humor!

3. Am Flughafen: »Bitte lassen Sie Ihr ›Gepäck‹ nicht unbeaufsichtigt« — Sicks unverblümte Übersetzung des verunglückten Hinweis’: »Ihre schäbigen Koffer verdienen zwar kaum die Bezeichnung Gepäck, aber lassen Sie sie trotzdem nicht unbeaufsichtigt!«

Werden Anführungszeichen nicht für die Wörtliche Rede verwendet, dienen sie oft dazu Ironie zum Ausdruck zu bringen. Genau genommen gibt es vier Anwendungsmöglichkeiten für Anführungen: 1. wörtliche Rede; 2. Zitate; 3. Namen und Titel von Filmen, Liedern, Büchern, etc.; 4. eben: Ironie.

Da es sich bei den drei Beispielen oben ganz offensichtlich weder um eine wörtliche Rede, noch um ein Zitat noch um einen Namen oder Titel handelt ist der einzig gültige Schluss, dass damit Ironie zum Ausdruck gebracht werden soll.

In Wirklichkeit dürfen wir wohl davon ausgehen, dass eine Betonung erzielt werden sollte. Betonung ist jedoch eine Funktion die Anführungszeichen bis auf weiteres absolut nicht haben, dazu wären eher typografische Mittel angesagt, allen voran Fettschrift oder Unterstreichung, eventuell auch g e s p e r r t , farbig oder GROSSGESCHRIEBEN. Sick schlägt auch kursiv vor, wovon ich eher absehen würde, da auch Kursiven oft Ironie kennzeichnen.

Den lesenswerten Artikel auf den ich mich hier beziehe finden Sie in Bastian Sicks Buch und dieses in meinen Buchtipps.

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Alles Verdana, oder was? Über Bildschirmschriften.

Die Verdana ist ja nun wirklich eine phantastische Schrift. Bildschirmschrift. Auch im Ausdruck mach sie eine durchaus passable Figur. Aber heißt das denn, dass sie uns mit ihrer stämmigen, etwas ungehobelten aber umso stabileren Statur von jedem Plakat her angrinsen muss?

Im Internet uns Screendesign sind wir auf sie angewiesen. Da gibt es wenig Alternativen: M$ Trebuchet, Tahoma und Georgia. Die Arial haben wir ja hoffentlich bald überstanden (was nicht heißen soll, dass die Arial schlecht ist, aber gut eben auch nicht).

Die Tahoma ist die schlanke Schwester der Verdana. Offensichtlich sind etwas üppigere Typen eher gefragt als die schmalen. Deshalb lebt die Tahoma auch ein weitgehend ruhiges und zurückgezogenes Leben. Sie gibt aber selbst neidlos zu, dass ihre Schwester besser lesbar ist — vor allem in kleineren Schriftgraden.

Die Trebuchet ist so rundlich, weiblich und lebendig wie es ihr Name assoziiert (finde ich jedenfalls) und auch irgendwie etwas eigenwillig. Wunderschön und bestens lesbar in kleinen Schriftgraden (am Bildschirm), mit einer überzeugenden, echten Kursive und falschen Gedankenstrichen. Darf man gerne für ›Homepages‹ verwenden, auf Papier jedoch, und vor allem in großen Schriftgraden, stellt sie doch eher eine Zumutung fürs Auge dar. Jedenfalls zeugt sie nicht unbedingt von ästhetischer Kompetenz des Grafikers der ein Logo damit gestaltet.

Die Georgia. Mein Gott! die Georgia. Ich habe mich in den letzten Monaten unsterblich in sie verliebt. Eingesetzt immer dort wo kompetente Designer Screendesign entwickeln, selten auf dilettantisch zusammengeschusterten — auf gut deutsch also ein seltenes Gewächs. Wollen hoffen, dass das so bleibt, dann verleidet Sie einem nicht zu schnell.

Einst war ich der Ansicht, dass Schriften ohne Serifen am Bildschirm grundsätzlich besser zu lesen sind. In den vergangenen Monaten der Arbeit mit der Georgia aber habe ich meine Meinung geändert. Sie erscheint mir die beste, am flüssigsten lesbare Bildschirmtype zu sein. Deshalb schreibe ich mittlerweile was ich rein für den Bildschirm schreibe in Georgia — und das ist nicht wenig.

Zurück zur Verdana. Wie gesagt sind wir am Bildschirm, beim Design von Websites und bei der Gestaltung von offenen Dokumenten (Word, Excel) auf die Hand voll Bildschirmschriften die verbreitet sind angewiesen. Aber wenn wir uns daran eh schon übersatt gesehen haben, müssen wir dann auch noch Werbung, Plakate und Folder mit ihr gestalten? Auch der beste Song wird öde wenn man ihn zum hundertsten mal hört. Es gibt doch tausende von Alternativschriften und nicht alle kosten ein Vermögen. Gerade vor wenigen Tagen habe ich mir die überzeugende ›Milibusfür eine Hand von Dollar gekauft.

Etwas mehr Kreativität bei der Auswahl von Schriften und dafür etwas weniger beim Verzerren und Verschandeln würde die visuelle Belastung der Umwelt drastisch reduzieren.

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Blambot – Alternativen zur Comic Sans

Das kleine Schriften-Label ›Blambot – Comic Fonts & Lettering‹ vertreibt Schriften zum Comic-Lettering. Auf der Website findet man Alternativen zur leider deutlich überstrapazierten ›Comic Sans‹ im Dutzend, ein guter Teil der zum Download zur Verfügung stehenden Schriften sind Freefonts und ein Teil davon ist auch mit den für Deutsch notwendigen Umlauten ausgebaut.

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Richtig anführen

 

Noch ein Thema, welches in keinem Leitfaden zur Typografie fehlen darf: die richtigen Anführungszeichen.

 

In den Jahren der Schreibmaschine gab es eine Art von Anführungszeichen für den Haus- und Bürogebrauch und diese standen oben und gerade: „So“.

 

Genau genommen handelt es sich dabei gar nicht um Anführungszeichen, sondern um Zollzeichen ( Zoll “ und Fuß ‚ bzw. Minute ‚ und Sekunde “ ). Die Schreibmaschine bot einfach keinen Platz um die Fülle typografischer Zeichen die für korrekten Satz notwendig sind aufzunehmen.

 

Richtige Anführungszeichen waren Sache richtiger Typografen. Heute kann jeder richtigen Satz erstellen und im Schriftsatz am Computer sind Zollzeichen sowenig Anführungszeichen wie ein X ein U ist. Einem Laien der mal eben einen Brief ans Finanzamt oder ein Gedicht zu Tante Trudis 50er verfasst soll man falsche Zeichen nachsehen. Aber schon dem vom Herrn Sekretär verfassten Geschäftsbrief steht korrekte Typografie gut zu Gesicht. Ein Professioneller in Sachen Grafikdesign sollte die Grundlagen der Typografie ohnehin aus dem Effeff beherrschen.

 

Für die deutsche Sprache kommen zwei Arten von Anführungen in Frage: die sogenannten „Gänsefüßchen“ und die »französischen Anführungszeichen« – in der Fachwelt auch als ›Giullemets‹ bekannt.

 

Gänsefüßchen erfreuen sich landläufig und im Laiensatz großer Beliebtheit. Sie werden vorne unten und hinten oben gesetzt und sehen aus wie ›99‹ und ›66‹. Der Nachteil der Gänsefüßchen liegt darin, dass sie dazu neigen kleine Löcher in den Satz zu reissen – er sieht bei vielen Anführungen etwas aus wie Schweizer Käse.

 

Guillements stehen vorne und hinten auf gleicher Höhe – in Augenhöhe mit den Kleinbuchstaben, könnte man sagen. Sie wirken deshalb von Natur her etwas ausgeglichener. In Deutschland und Österreich zeigen die Guillements jeweils in Richtung des Satzes den sie an- und abführen, also zeigen Sie »vorne mit der Spitze nach rechts und hinten mit der Spitze nach links«. Die Schweizer orientieren sich an der französischen Art die Guillements zu verwenden und setzen sie umgekehrt wie die Deutschen.

 

Weil Typografen Schöngeister mit einem Hang zum Ausgeglichenen und Ästhetischen sind, ziehen sie die eleganteren Guillements den profanen Gänsefüßchen vor und sind sich dabei der Unterstützung des Dudens gewiss – er erlaubt Gänsefüßchen wie Guillements gleicher Maßen.

 

Ein Mauerblümchendasein fristen (leider) meist die einfachen ›Anführungszeichen‹ (oder ‚so‘ ). Der Duden weist ihnen gerade noch den Stellenwert einer Anführung in einer Anführung zu, wenn es also in einer wörtlichen Rede heißt »mein Typografielehrer hat gesagt ›Zollzeichen sind keine Anführungszeichen!‹«

 

Mir persönlich liegen Außenseiter und Underdogs wie Semikolons, Apple und eben einfache Anführungszeichen immer besonders am Herzen. Deshalb folge ich dem Beispiel jener Buchtypografen die sich die lauteren »normalen« Anführungen für die Wörtliche Rede vorbehalten und ›zitierte Überschriften‹, ›Titel‹ und ›Hervorhebungen‹ zwischen die weniger aufdringlichen einfachen Anführungszeichen setzen. Übrigens – wie schon am Beispiel der Schweiz und der Guillements sichtbar geworden ist: andere Länder andere Sitten. English qotes look like “this”.

 

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Frisch gestrichen!

Kaum ein Buch oder eine Seite über Typografie kommt ohne dieses Thema aus. Dennoch sieht man ›falsche Striche‹ zuhauf und deshalb komme auch ich nicht umhin hier eine Lanze für den richtigen Strich zu brechen.

Der Typograf kennt waagrechte Striche in drei Längen: den kurzen Strich – auch Divis genannt –, den Halbgeviertstrich – besser bekannt als ›Gedankenstrich – und den Geviertstrich.

Das Divis

Das Divis ist der kürzeste der horizontalen Striche. Es ist jenes Zeichen, das Sie erhalten wenn Sie an Ihrer Tastatur die Taste mit dem horizontalen Strich drücken, ob Mac oder Windows: –

Das Divis kennt genau zwei Anwendungsformen:

1. Trennstrich

Als Trennstrich kennzeichnet das Divis die Trennung eines Wortes am Ende einer Zeile. Darüber hinaus kann der Trennstrich bei Aufzählungen innerhalb eines Satzes und einer Zeile auftauchen: z. B. Geviert-, Halbgeviert- und Unterstrich.

2. Bindestrich

Als Bindestrich koppelt das Divis zwei Worte, wie zum Beispiel bei Internet-Auftritt, PDF-Dokument oder E-Mail.

Gedankenstrich

Den Gedankenstrich erhalten Sie am Mac durch Eingabe von Alt und - und unter Windows über ASCII: 0150 (= Eingabe am Zehnerblock bei gedrückter Alt-Taste). Er kennt folgende Funktionen:

1. Gedankenstrich

Wenn Sie – wie hier – in einen Satz einen Gedanken einschieben wollen. Der Gedankenstrich wird im Deutschen mit je einem normalen Wortabstand davor und danach gesetzt. Der Gedankenstrich soll von Word unter Windows soweit ich gehört habe automatisch erkannt und ein eingegebenes Divis durch den längeren Strich ersetzt werden. Da ich sehr oft Word-Dokumente mit falschen – meist zu kurzen – Gedankenstrichen erhalte, gehe ich davon aus, dass Word diesen Job mehr schlecht denn recht erledigt. Vor allem der hintere der Beiden bei einem eingeschobenen Gedanken scheint dabei oft zu kurz zu kommen.

2. Streckenstrich

Den Gedankenstrich setzt man auch als Streckenstrich: Zürich–Innsbruck–Wien. Als Streckenstrich werden keine Leerzeichen davor und danach gesetzt.

3. Bis-Strich

Ebenfalls eingesetzt wird der Gedankenstrich als Bis-Strich, beispielsweise bei »von Montag–Freitag«, »von 21–23 Uhr«, »vom 13.11.–2.12.« oder »1997–2006. Der Bis-Strich wird in der Regel auch ohne Abstand gesetzt. Typografen die Wert auf Qualität legen setzen ihn dennoch mit einem verminderten Wortabstand. Bei längeren Daten sieht es meist besser aus wenn man die Regel bricht und normale Wortabstände versetzt: »13. November – 2. Dezember 2006«.

4. Gegen-Strich

Beispiel: »Halbfinale: Frankreich – Portugal«. Als Gegen-Strich wird der Gedankenstrich mit Leerraum gesetzt.

5. Minus

Auch als Minus-Strich ist einzig- und allein der Gedankenstrich der Richtige. Er hat die selbe Länge wie das + und wird somit sowohl für Rechnungen eingesetzt, wie auch für »–5 °C«.

6. Auslassungs-Strich

Außerdem können Sie den Gedankenstrich auch für die Angabe von Null-Cent-Beträgen im Mengentext verwenden, also Beispielsweise »Euro 150,–« anstatt »Euro 150,00«. In Tabellen ist jedoch der Geviertstrich vorzuziehen. Hässlich hingegen ist diese Variante: »150,–«, und sollte deshalb vermieden werden.

Gedankenstriche, InDesign und Windows

Wer Texte in InDesign auf dem PC setzt braucht auf korrekte Striche nicht zu verzichten: Adobe hat seinem Layoutprogramm die Mac-Tastenbefehle mit eingebaut – Sie können also die hier für den Mac angegebenen Tastaturbefehle anwenden. Ich bedanke mich bei Sebastian Nagel, der so freundlich war meine Angaben in diesem Artikel zu prüfen, zu berichtigen und zu ergänzen.

Geviertstrich

Von geringer Bedeutung für die deutsche Typografie ist der Geviertstrich. Er wird am Mac durch Alt, Shift und - eingegeben, am PC mit ASCII: 0151. Im Englischen ist dies der richtige Gedankenstrich und wird ohne Wortabstände davor und danach versetzt. Im Deutschen kommt er am häufigsten als Auslassungsstrich in Tabellen vor, da er ungefähr die Breite von zwei Nullen hat; also »Euro 150,—«

Grundsätzlich wäre es erlaubt für alle Vorkommen des Halbgeviertstriches stattdessen den Geviertstrich zu verwenden. Allerdings würde dies nicht den Sehgewohnheiten des deutschen Lesers entsprechen.

Nachzuschlagen sind die korrekten horizontalen Striche im Standardwerk für Typografen »Detailtypografie« oder weitestgehend unter »Richtlinien für den Schriftsatz« im »Duden«.

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Apple-Support

Immer wieder schwirren Meldungen durch die Presse über Leute die Probleme mit Ihren Macs haben, über vorzeitig verschiedene iPod-Akkus und mangelhaften Support seitens des Computerherstellers mit dem Apfel-Logo. Ich bin mir sicher, dass Einiges an der Kritik gerechtfertigt ist, möchte aber auch einmal von meinen eigenen — positiven — Erfahrungen berichten.

1. Vor ein paar Jahren orderte ich eine kleine Lieferung im Apple-Store. Nach zehn Tagen war diese noch nicht eingetroffen und ich habe telefonisch bei Apple nachgefragt. Der Mann am anderen Ende der Leitung hat den Ausgang der Sendung gecheckt und meinte dann diese müsste schon bei mir eingetroffen sein. Er sende mir die Bestellung gleich noch einmal auf den Weg. Zwei Tage später war die Sendung da. Zwei Tage später die Zweite. Nach kurzer Rückmeldung wurde die zweite Sendung durch UPS wieder bei mir abgeholt.

2. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mir einen iPod Shuffle besorgt. Sehr fein zum Joggen. Leider hatte der Kopfhörer einen Hau. Ein Anruf bei Apple — zwei Tage später lag ein neuer Kopfhörer auf meinem Schreibtisch. Kein Zurücksenden, kein Formular, kein langes Warten.

3. Jetzt, etwas mehr als ein Jahr nach dem Kauf hat mein iPod das zeitliche gesegnet. Rücksprache mit dem Apple-Händler. Wenige Tage später kann ich einen neuen Shuffle befüllen — obwohl die Garantiefrist abgelaufen ist wurde er anstandslos ausgetauscht.

4. Bei .Mac — einem Service von Apple — ist vor einigen Tagen ein Problem aufgetaucht. Von Apples Website aus habe ich eine E-Mail mit einer diesbezüglichen Anfrage an den Support geschickt. Ein paar Stunden später war meine Antwort da — prompt, freundlich, kompetent. Das kenne ich auch anders.

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Zeitschriften für Gestalter

Ich bin vor wenigen Tagen gefragt worden welche Zeitschriften ich als Designer lese und habe mir dann gedacht, die Antwort könnte auch in mein Weblog passen.

Die korrekte Antwort wäre: Ich lese kaum Zeitschriften, mit Ausnahme der ›Autorevue‹. Diese hat zwar wenig mit Grafikdesign zu tun und auch nicht viel mit Design im Speziellen. Aber da die Gestaltung von Automobilen doch gewissermaßen die Königsklasse des Produktdesigns repräsentiert, verfolge ich die Entwicklung der Formensprache bei Autos mit großem Interesse.

Weil ich eben schon länger keine Design-Magazine mehr regelmäßig lese, sind die folgenden Tipps und Hinweise sehr relativ zu betrachten. Es kann sein, dass sich die Qualitäten der Publikationen mittlerweile wieder geändert haben. Nehmen Sie es einfach als Wegweiser einiger Namen, und sehen Sie sich am Kiosk an, was Ihnen davon interessant erscheint.

Page

Die ›Page‹ dürfte das meistgelesene, deutschsprachige Magazin zum Thema Grafikdesign, Typografie und Werbung sein. Ich habe die Page selbst Jahre lang gelesen, hatte sie auch Zeitweise im Abo.

Wer sich einen Überblick über die deutsche Werbegrafik-Szene und ihr Schaffen machen möchte ist mit ihr gut bedient. Neben Berichten aus der Medienlandschaft, bedient sie den geneigten Leser auch mit laufenden Tipps und Tricks rund um Photoshop, InDesign, Flash & Co.

Ich persönlich habe im Laufe der Jahre den Eindruck bekommen, dass bei der Page zunehmend geduldiges Papier mit viel heißer Luft aufgeblasen wurde. Für ein Magazin, das man in einer halben Stunde durchgeblättert hat, scheint sie mir einfach zu teuer.

novum

Besser gefallen als die Page hatte mir zuletzt das ›novum‹. Das novum sticht zunächst durch einen meist sehr aufwändig, in ständig neuen Papieren produzierten Umschlag heraus. Außerdem durch einen relativ schlanken Umfang — dabei sollte man dem novum allerdings zugute halten, dass die schlankere Linie im Verhältnis zur Page weniger auf fehlende Substanz, sondern eher auf weniger Werbung zurück zu führen sein dürfte (was eine rein subjektive Behauptung ist).

Ich habe im novum viele sehr interessante Artikel zu den Themen Grafik und Corporate Design gelesen. Außerdem stellen Sie immer wieder sehr interessante Arbeiten internationaler Designer. Wenn ich ein ›Desinger-Magazin‹ wirklich empfehlen sollte, dann würde ich dem novum den Vorzug geben.

Form

Die ›Form‹ ist kein Magazin zu Grafikdesign, sondern liefert Berichte über Design im Großen und Ganzen. Sie berichtet also auch über Produktdesign und Architektur. Ich habe die Form vor vielen Jahren regelmäßig gelesen und und war stets begeistert über ihre hervorragenden Artikel. Die ›Form‹ war eine Zeitschrift, bei der man wirklich den Eindruck hatte, dass der Inhalt Substanz und Relevanz hat. Die letzten Ausgaben die ich vor zwei oder drei Jahren gelesen habe, konnten diesen Eindruck nicht halten. Dies fiel allerdings in eine Zeit, in der die Form generell in Turbulenzen befunden haben dürfte — auf jeden Fall hat sich damals der Verlag verändert. Ich möchte also nicht ausschließen, dass die Form mittlerweile wieder an Klasse gewonnen hat. Wer an Design interessiert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick darauf werfen.

Design Report

Der ›Design Report‹. Auch so eine Zeitschrift, bei der nicht Grafikdesign im Mittelpunkt steht, sondern Design global. Es geht also oft auch um Produktdesign, bis hin zur Architektur — und das ist auch gut so, denn der Blick über den Tellerrand erweitert den Horizont. Außerdem sind die Grundlagen ›guten‹ Designs doch in allen Bereichen des Designs vergleichbar.

Richtig anfreunden konnte ich mich mit dem Design Report nie. Er bleibt zwar preislich am Boden und liefert auch immer wieder interessante Berichte, aber die Aufmachung erschien mir oft etwas … infantil? — die Typografie mehr schlecht als recht.

Publishing Praxis

Mehr mit Druckvorstufe als mit Design hat die ›Publishing Praxis‹ zu tun und diesbezüglich ist sie für jeden aktiven Grafikdesigner absolut interessant — schließlich ist er täglich mit der den Möglichkeiten und Einschränkungen der Druckvorstufe konfrontiert. Auch die Berichte zum Thema Typografie und Gestaltung scheinen mir durchaus Substanz zu haben.

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RAW und Photoshop

RAW ist eine feine Sache: Sie machen eine Aufnahme mit Ihrer SLR-Kamera – die Einstellungen für den Weißabgleich, die Tonwertkorrektur, die Belichtung, Schärfe und so weiter nehmen Sie erst anschließend am Computer vor. Ein Foto das Sie mit der Kamera als JPEG oder TIFF gespeichert haben hat das alles bereits (relativ) unveränderlich gespeichert – ein unterbelichtetes Bild ist ein unterbelichtetes Bild und kann nur mehr in engen Grenzen aufgehellt werden.

Und das schöne an RAW: Sie können die Einstellungen an der RAW-Datei jederzeit wieder rückgängig machen oder nachbearbeiten, ohne dass sich die Qualität des Datenmaterials dabei verändert (und/oder verschlechtert).

Photoshop unterstützt die RAW-Einstellungen allerdings nicht intern. Wenn Sie eine RAW-Datei mit Photoshop öffnen erhalten Sie den RAW-Import-Dialog in dem Sie die Einstellungen vornehmen können und das Bild wird anschließend mit diesen Einstellungen importiert. Die Einstellungen sind jetzt für das Photoshop-Bild übernommen und quasi in die neue Datei einzementiert.

Wenn Sie die ›Möglichkeiten‹ von RAW dennoch behalten und in der Lage sein möchten die Vorzüge dieses Dateiformates jederzeit wieder aufzurufen und zu nutzen, dann gehen Sie wie folgt vor:

Erstellen Sie eine neue Photoshop-Datei und wählen Sie über ›Datei‹ | ›Platzieren‹ Ihr Bild. Photoshop öffnet dann den gewohnten RAW-Import-Filter. Sie nehmen Ihre Einstellungen vor und bestätigen Ihre Eingaben mit ›Öffnen‹. Photoshop platziert das Bild dann als sogenanntes ›SmartObject‹ in einer neuen Ebene. Sie können das Bild danach über die Palette ›Ebnen‹ bearbeiten wie gewohnt.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind jetzt zwar etwas eingeschränkt. Sie haben keine Möglichkeit beispielsweise die Einstellungen ›Anpassen‹ aus dem Menü ›Bild‹ anzuwenden (›Tonwertkorrektur‹, ›Farbton/Sättigung‹, etc.) zu verwenden. Ebenso wenig können Sie Filter auf das ›SmartObject‹ anwenden. ›Tonwertkorrektur‹ etc. können Sie jedoch gleichwertig über ›Einstellungsebenen‹ anwenden. Außerdem funktionieren natürlich Ebenenmasken.

Der große Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass Sie über Menü ›Ebene‹ | ›Smart Objekte‹ (was für eine grauenhafte Übersetzung!) | ›Inhalt bearbeiten‹ den RAW-Dialog jederzeit wieder aufrufen können und die RAW-Einstellungen bearbeiten.

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