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Über Sinn und Unsinn von Motivprogrammen an einer DSLR lässt sich sicherlich streiten (wie über so vieles im Leben) aber sie sind nun mal da und es bedarf einiger Erklärungen. Denn gerade wenn man der Kamera die Kontrolle zurück gibt, sollte man wissen was sie macht, damit man bei Nichtgefallen richtig entgegen wirken kann. Schauen wir uns die einzelnen Motivprogramme mal im Detail an.
Beginnen wir rechts mit dem »Deaktivieren des Blitzes« Dies ist eine wichtige Funktion wenn man in einem Museum, einer Kirche oder sonst wo fotografiert, wo Blitzlicht verboten ist. Es gibt im übrigen mehrere Gründe, weshalb Blitzlicht an gewissen Orten verboten ist. Zum einen schadet Licht den Farben und lässt diese Ausbleichen. Zum anderen kann mit gutem Blitzlicht und Stativ (oft ebenfalls verboten) eine relativ gute Kopie des Originals angefertigt werden. Dies hätte wieder Urheberrechtliche Konsequenzen. Und zu guter letzt wäre es ziemlich lästig wen in einem Museum ständig geblitzt würde.
Das Nachtportrait kombiniert eine längere Belichtung mit dem intergrierten Blitz. Dazu sollte die zu fotografierende Person nicht weiter als 5m von der Kamera entfernt sein, das sonst die Leistung des integrierten Blitzes nicht ausreichend ist. Der Vorteil dieser Einstellung im Gegensatz zu einer normalen Blitzaufnahe liegt darin, dass die Lichtstimmung der Umgebung ebenfalls eingefangen wird und das Bild nicht so flau wirkt.
Der Sportmodus setzt auf besonders kurze Verschlusszeiten. Er wird immer eine Blenden- Verschlusszeitkombination vorschlagen mit der Bewegungen bestmöglich eingefroren werden können. Es wird der AF-Servo aktiviert, welcher ständig das Objekt scharf zu stellen versucht und die Serienaufnahe wird aktiviert. So werden durch Drücke und Halten des Auslösers max. 3 Bilder / sec geschossen.
Im Makromodus liegt die Priorität bei der Blende. Die Blende wird versucht möglichst offen zu behalten um das Subjekt mit geringer Schärfentiefe von der Umgebung abzuheben. Der Blitz wird, wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, automatisch zugeschaltet.
Im Landschaftsmodus liegt die Priorität ebenfalls bei der Blende aber hier möglichst abgeblendet, damit die Schärfentiefe möglichst gross ist und das Bild durchgängig scharf wirkt. Zusätzlich werden die Grün- und Blautöne kräftiger und klarer dargestellt. Dies aber lediglich wenn das Aufnahmeformat ein JPEG ist. Sollte die Aufnahme im RAW–Format gemacht werden, was ich generell empfehle, hat dies keine Auswirkung.
Der Portraitmodus gleicht dem Makromodus und versucht mit möglichst offener Blende zu schiessen. Zudem werden Haut und Haar weicher dargestellt, als in anderen Modi. Auch hier gilt das lediglich fürs JPEG Format.
Zu guter letzt noch der Vollautomatikmodus. Hier versucht die Kamera alles was in ihrer Macht steht, die Aufnahmesituation richtig zu interpretieren und den richtigen Modus selber zu wählen.
In allen Modi wird übrigens der ISO–Wert und der Weissabgleich automatisch bestimmt. Ist eines dieser Motivprogramme aktiv kann auch nicht auf das zweite Aufnahmemenü zugegegriffen werden bei dem der Weissabgleich, der Farbraum, der Bildstil oder die Blitzbelichtungskorrektur eingestellt werden. Die Funktionen sind konsequent darauf ausgelegt sie anzuwählen und zu benutzen für schnelle und einfache Aufnahmen, schränken die Kreativität aber deutlich ein.






Nun jede Kamera ist darauf kalibriert, Bilder als richtig belichtet zu erkennen, wenn nach der Reduktion von Farbe und dem Zusammenführen aller Pixel daraus ein 18 prozentiger mittlerer Grauton entsteht. Die Erklärung wie das genau vor sich geht wäre alleine ein ganzer Artikel wert. Ich verzichte hier darauf und behelfe mich mit einem Beispiel. Markus und ich haben mit diversen Kameras Versuche gemacht um zu testen, was es mit dem 18% Grauton auf sich hat. Dabei haben wir drei Kartone in den Farben Weiss, (mittleres) Grau und Schwarz abgelichtet. In unserem Fall haben wir den Kreativmodus Av (Blendenvorwahl) gewählt und die Verschlusszeit der Kamera überlassen.
Das Ergebnis ist sehr interessant: Alle drei Aufnahmen lassen sich nicht voneinander unterscheiden. Der weisse Karton wurde ebenso grau aufgenommen wie der schwarze.





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