Thu, 05. Aug. 10

Ich arbeite so viel als möglich mit Shortcuts – geht einfach schneller. Leider sind nicht alle Menübefehle die ich in den unterschiedlichen Programmen oft brauche mit Shortcuts versehen. Man kann natürlich über die Systemeinstellungen des Macs jedes Programm mit individualisierten Shortcuts versehen, was aber manchmal vielleicht nicht dafür steht. In solchen Fällen kann man die Hilfe zu Hilfe nehmen.

In diesem kurzen Screencast zeige ich wie man den Shortcut dafür individualisieren kann. Ich nutze zum Beispiel den eigens eingestellten Shortcut ctrl+Leertaste zum Aufrufen der Spotlight-Suche (+Leertaste werden in InDesign, Photoshop und Illustrator für die Lupe genutzt und es nervt, wenn dann immer auch Spotlihgt aufgeht). Für die Hilfe habe ich einen ähnlichen Shortcut, ctrl+alt+Leertaste eingestellt.

Im Screencast demonstriere ich die Arbeitsweise in Safari, Mail und MarsEdit. In den Adobe Programmen fuktioniert der Trick leider nicht – in Photoshop wurde die Hilfe von Adobe sogar ganz raus operiert. Danke, Adobe. :(

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Thu, 29. Jul. 10

Spotlight heißt die Suche am Mac und ist unter anderem über eine Lupe rechts oben an der Menüleiste zu erreichen. Man kann aber über Spotlight nicht nur suchen. Muss man schnell einmal etwas rechnen, dann brauch man nicht unbedingt das Programm Rechner starten, sondern gibt die Rechenaufgabe nur mal so schnell in Spotlight ein.

Erfahrene MacUser wissen auch, dass sich das Eingabefeld für Spotlight auch über +Leertaste aufrufen lässt – schneller lässt sich eine Rechenaufgabe die zu schwer für den Kopf ist kaum mehr lösen.

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Fri, 10. Jul. 09

RAW

Autor: Markus Kategorien: Praxis-Tipps Kommentare: 8

Raw ist ein Dateiformat, das erst mit der digitalen Fotografie Einzug in die Ateliers und Studios von Bildbearbeitern, Fotografen und Grafikern gehalten hat. Davor wurden Bilder in erster Linie als Tiff verarbeitet und archiviert, in der Druckvorstufe auch sehr oft als EPS.

Raw ist kein offenes Standardformat (wie Tiff für Bilder, oder TXT und RTF für Text) und auch kein Format eines Herstellers, das sich zum Quasi-Standard entwickelt hat und von den meisten Programmen in ihrer Programmklasse unterstützt wird (wie PSD für Photoshop-Bilder und DOC für Word-Dokumente).

Raw besagt zunächst einmal, dass eine entsprechende Bild­datei die Daten roh und unbearbeitet so beinhaltet, wie sie vom Sensor aufgenommen wurden, ohne jegliche Bearbeitung, wie sie im Falle eines JPEG-Bildes immer vorgenommen wird. Ein solches Rohbild können Sie nicht ansehen, zumindest kennen wir kein Programm, das das erlauben würde. Es hätte auch keinen Sinn, das, was der Sensor aufgenommen hat, zu betrachten. Der Sensor sieht nur jeweils zwei Pixel grün, ein Pixel rot und ein Pixel blau im Quadrat und das Millionenfach über die Sensorfläche verteilt. Aus diesen Roh­informationen muss immer erst ein Bild in der entsprechenden Auflösung und der entsprechenden Farb- wie Tonwertverteilung berechnet werden. Es ist im Grunde genommen wie mit einem Fotonegativ-Film: Der Film muss erst entwickelt werden, damit wir ein weitgehend natürliches Bild betrachten können.

Was bei JPEG durch die Kamera vorgenommen wird, ist bei Raw die Aufgabe des Raw-Konverters. Ein solcher Raw-Konverter ist Teil Ihrer Software, mit der Sie die Raw-Bilder bearbeiten möchten. Bei Photoshop ist das Adobe Camera Raw. In Nikon ViewNX, Capture NX2, Lightroom, Aperture usw. ist ein solcher Konverter integriert. Er liest die Rohdaten ein und entwickelt sie zu etwas, was am Bildschirm dargestellt wird, bei Lightroom und Aperture sind das jeweils Vorschau-JPEGs, die in der Programmdatenbank gesichert werden. Diese Vorschau-JPEGs sind auch ein großer Vorteil dieser Programme: Die Bildschirmansicht muss nicht bei jedem Ansehen neu aus den Originaldaten gerechnet werden, sondern liegt schon fertig in der Datenbank. Das macht solche Programme flott.

Man könnte einen solchen Raw-Konverter auch als Raw-Interpreter bezeichnen, denn im Grunde ist es immer eine Inter­pretation des Rohmaterials, das der Raw-Konverter entwickelt. Irgendwo, in den Programmierstuben von Nikon, Canon, Olympus, Adobe und Apple sitzen Programmierer, die definieren, wie die neuesten Raw-Formate der Kamerahersteller beim ersten Öffnen in Capture, Lightroom oder Aperture entwickelt werden sollen. Jedes dieser Entwicklerteams wird etwas andere Vorgaben und Vorlieben haben, wie eine gut ent­wickelte Raw-Datei auszusehen hat. Dementsprechend wird die­selbe Raw-Datei in verschiedenen Raw-Programmen anders aussehen.

Beim JPEG, das ja von der Kamera fertig entwickelt auf den Computer kommt, darf das nicht der Fall sein. Ein JPEG-Bild, das mit identischen Farbmanagement-Einstellungen in verschiedenen Programmen betrachtet wird, muss auch identisch dargestellt werden. Das Raw wird jedoch eben erst vom Konverter entwickelt und deshalb wird es auch in jedem Programm zur Raw-Entwicklung anders aus­sehen.

Die Erstentwicklung, die ein Programm wie Lightroom, ­Aperture oder Capture NX2 erstellt, mag ein erster Eindruck sein, der einem ein solches Programm sympathisch oder unsympathisch machen kann. So wie der eine auf Analogfilm von Kodak ge­schworen haben mag, während der andere einen bestimmten Fujifilm vorzog, so kann der Eine vielleicht eher von der Erstentwicklung bei Capture angetan sein, der Zweite mag lieber das Erstergebnis bei Lightroom und der Dritte schwört auf Aperture. Ausschlag­gebend für die Entscheidung für oder gegen eines dieser ­Programme sollte jedoch nicht die Erstentwicklung sein, sondern die Effizienz mit der man die eigentliche Individual­entwicklung vorantreiben kann. Schließlich bieten diese Programme die Möglichkeit, bestimmte Einstellungen auf Massen von Bildern anzuwenden, in Lightroom geht das sogar schon ganz einfach beim Importieren – somit entscheiden Sie, wie diese Basis­entwicklung aussehen soll, und nicht mehr der Programmierer in Tokyo oder Kalifornien.

Wie zuvor beschrieben, ist Raw kein eigentliches Dateiformat, bei dem Kamera- und Programmhersteller gefordert sind, gewisse Standards einzuhalten, damit unterschiedliche Applikationen in der Lage sind, eine Datei zu öffnen, so wie es bei JPEG und Tiff der Fall ist. Vielmehr ist Raw ein Überbegriff für alle Dateiformate, in denen das Rohmaterial des Sensors einer Kamera unverarbeitet ge­speichert ist. Jeder Hersteller kocht dabei sein eigenes Raw-Süppchen. Neben dem Nikon-NEF gibt es CRW und CR2 bei Canon und ORF bei Olympus. Diese Dateiformate sind untereinander in­kompatibel. Es ist sogar so, dass die Kamerahersteller die Informationen über Funktionsweise und Aufbau solcher Datei­formate geheim halten, um es den Mitbewerbern nicht zu einfach zu machen, für ihre eigene Software zum Umgang mit Raw-Dateien (bei Nikon Capture NX2) Alternativprodukte zu schreiben.

Das Spiel geht sogar soweit, dass die Kamerahersteller mit jeder neuen Kamera ein neues eigenes Raw-Format heraus­bringen, das auch von Software aus dem eigenen Haus erst nach einem Update gelesen werden kann. So haben wir unsere D700 bereits ein paar Tage, bevor Sie auf dem Markt erhältlich war, testen können. Bis wir allerdings die Aufnahmen in unseren Programmen zur Raw-Entwicklung – Lightroom und Aperture – betrachten konnten, vergingen Monate. In dieser Zeit war Nikon Capture NX2 die einzige Möglichkeit für uns, die Raw-Dateien zu entwickeln.

Allerdings unterstellen wir nicht, dass diese permanente Veränderung aus reiner Boshaftigkeit heraus geschieht. Etwas Marketing-Kalkül wird schon mit dabei sein, doch eine Vorwärtsentwicklung bedingt eine Veränderung – auch bei Dateiformaten. Wenn die Technik neue Möglichkeiten eröffnet, die es zuvor nicht gab, dann wird sich daraus wohl zwangsläufig ergeben, dass diese neuen Funktionen zu veränderten Dateiformaten führen und somit nicht mehr rückwärtskompatibel sind, sondern eine Anpassung der Konvertierungssoftware erfordern.

Das alles mag jetzt schrecklich kompliziert klingen und schwer zu handhaben, doch in der Praxis gehen Sie mit einer Raw-Datei nicht anders um, als mit einem JPEG – Sie haben nur mehr ­Möglichkeiten mit ihr. Das Hereinladen der Raws funktioniert so einfach, wie bei JPEGs. Kamera an den Computer anschließen, Programm starten, meist wird bei angeschlossener Kamera automatisch der Import-Dialog geöffnet, Sie wählen die Bilder aus, die Sie auf Ihren Rechner übertragen möchten und klicken dann auf ­Importieren. Der Import läuft und parallel werden die Bilder auch gleich vom Konverter interpretiert. Schon nach Sekunden können Sie in der Regel die ersten Aufnahmen betrachten und Ihren Vor­stellungen entsprechend anpassen.
Das Rohdatenmaterial des Senors bleibt bei Raw-Daten gewöhnlich bei jeder Form der Bearbeitung in jedem Fall unver­ändert, egal mit welchem Programm Sie sie bearbeiten. Sie können also Bilder beliebig bearbeiten, ohne dass die ur­sprüngliche Basis jemals verändert und eventuell verschlechtert wird. Bei einer Raw-Datei verändern Sie nicht die Datei selbst, sondern lediglich ihr Aussehen, in dem Programm, indem Sie es gerade bearbeiten.

Ein großer Vorteil von Raw-Dateien ist vor allem, dass das Material weitgehend ohne Entwicklungseingriffe vom Sensor kommt. So wird beispielsweise der Weißabgleich bei einem JPEG schon bei der Entwicklung in der Kamera auf das Bild ange­wendet. Hat der automatische Weißabbleich der Kamera dabei einmal voll ­daneben gelegen, sind in diesem Dateiformat nur mehr recht eingeschränkte Korrekturen möglich. Bei einer Raw-Datei wird der Weißabgleich nicht auf die Aufnahme angewendet. Damit können Sie in der digitalen Dunkelkammer den Weißabgleich in vollem Umfang und ohne qualitative Einschränkungen am Computer vornehmen.

Ein weiterer großer Vorteil von Raw gegenüber JPEG ist, dass Raw nicht nur 8 Bit unterstützt, sondern auch höhere Bit-Werte. Standard am DSLR-Markt sind derzeit 12 Bit. Während Sie mit 8 Bit 256 Abstufungen je Kanal zur Verfügung haben, sind es bei 12 Bit 4096 Abstufungen je Kanal ( 212 = 4096 ). Damit lassen sich weitaus drastischere Tonwertkorrekturen vornehmen, als es die 256 Stufen bei 8 Bit erlauben. Außerdem ist der Tonwertumfang bei einer 12-Bit-Datei breiter, als bei einer 8-Bit-.


Bei der Aufnahme dieses Fohlens hatten wir die Belichtungsein­stellungen nicht im Auge und das Bild völlig unterbelichtet.

Hätten wir dieses Bild als JPEG aufgenommen, dann wäre es nicht mehr möglich, das Bild in der digitalen Dunkelkammer zu ver­bessern. Der überwiegende Teil des Fells besteht aus reinem Schwarz ohne jegliche Zeichnung. Durch Anheben der Gradation wird zwar das Umfeld heller und ein paar Lichtreflexe werden mehr betont, doch schwarz bleibt auch nach der Bildbearbeitung schwarz.

Bearbeiten wir das Raw-Original mit 12 Bit in Apple Aperture nach, kommt sowohl die Räumlichkeit des Pferdekörpers, wie auch die Struktur des Pelzes zum Vorschein. Das Bild ist zwar ein extremer Fall und wird durch die Korrektur nicht gerade zum Meisterwerk, es demonstriert jedoch umso ­deutlicher, wie groß der Spielraum sein kann, wenn man den höheren Kontrast- und Tonwertumfang des Raw-Formates nützt.

Gekürzter und leicht adaptierter Auszug aus dem Buch »Nikon D700 – Das Buch zur Kamera«. Diese Auszüge sind auf dem Blog veröffentlicht:


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Fri, 03. Jul. 09

Der Begriff des Zonensystems wird in der Regel mit dem Namen des U.S.-amerikanischen Fotografen Ansel Adams verbunden, soll aber in den Dreißigerjahren von Fred Archer entwickelt worden sein. Lassen wir aber die Geschichte den Historikern, wo doch viel interessanter ist, was es ist und Ihnen bringt.

Im Zonensystem wird der Bereich von absolutem Schwarz bis absolutem Weiss in elf Zonen eingeteilt, und zwar von Zone 0 für Schwarz bis Zone 10 für Weiss. Beschreiben lassen sich diese Zonen in etwa so:


  • Zone 0: Absolutes Schwarz, keinerlei Textur – im Ausdruck eine schwarze Fläche;
  • Zone I: Beinahe schwarz, kaum Zeichnung – mehr oder weniger noch immer schwarz;
  • Zone II: Sehr dunkler Tonwert mir ersten Anzeichen sichtbarer Textur;
  • Zone III: Noch immer dunkler Tonwert, dennoch klar er­kennbare Zeichnung – die tiefen Schatten einer Aufnahme, z.B. im Schatten liegende Wälder einer Landschaftsaufnahme;
  • Zone IV: Tendenziell dunkler Tonwert mit deutlich sichtbarer Zeichnung und Struktur – die Schatten einer Landschaft liegen meist in dieser Zone;
  • Zone V: Mittlerer Tonwert – entspricht einer 18 % Graukarte sowie dem Tonwert der Haut eines Südländers (womit wir also nicht die Haut von Schneewittchen meinen);
  • Zone VI: Tendenziell heller Tonwert – entspricht etwa dem Tonwert von Fels und Stein, Sand oder Schatten im Schnee, aber auch der Handinnenfläche aller Menschen – weshalb sich eine korrekte Belichtung auch über die Handinnenfläche messen und die Einstellung an der Kamera dann um einen Lichtwert korrigieren lässt (= Belichtungszeit verdoppeln, Blende um eine ganze Blende weiter öffnen oder Empfindlichkeit verdoppeln);
  • Zone VII: Heller Tonwert, der aber nach wie vor sehr deutliche Textur und Zeichnung zeigt – entspricht etwa der Haut von Schneewittchen;
  • Zone VIII: Sehr heller Tonwert – wenn Sie eine Winterlandschaft fotografieren und noch einen Rest von Zeichnung im Schnee erkennen wollen, sollte er in dieser Zone liegen;
  • Zone IX: Beinahe weiß – praktisch keine Zeichnung mehr zu erkennen – in dieser Zone ist Ihr Bild kurz davor in Spitzlichter auszubrechen;
  • Zone X: Absolutes Weiß ohne jegliche Zeichnung – eine Belichtung mit großen Flächen in dieser Zone ist oft kaum mehr zu retten.

Was hilft Ihnen nun dieses Zonensystem? Gibt es an Ihrer Kamera einen Schalter bei dem Sie die richtige Zone einstellen können?


Ja und nein. Zwar findet sich dieser Schalter an keiner Kamera, die uns geläufig wäre, aber dennoch ist es von entscheidender Bedeutung für die Art, wie Ihre Bilder belichtet werden. Wenn Sie die oben stehende Liste noch einmal durchgehen, dann können Sie sich vielleicht vorstellen, dass Ihre Kamera kaum versuchen wird, ein Bild für Zone 0 oder X optimiert zu belichten. Auch Zone II, III, VIII und IX klingen nicht wirklich danach, dass Sie in diesen Bereichen umwerfende Ergebnisse erzielen könnten. Das Optimum liegt wie so oft in der Mitte, der Zone V. In diesem Bereich liegt die ausgewogendste Be­lichtung vor.


Natürlich finden Sie in in fast jedem Motiv Bereiche, die in Zone I liegen, und welche die in Zone X anzusiedeln sind. Der Durchschnitt der Tonwerte in einem durchschnittlichen Bild ergibt aber meist einen mittleren Grauwert. Wenn Sie über Adobe Photoshop verfügen, dann können Sie dazu einen ganz einfachen Test durchführen: Öffnen Sie ein Bild, das man weder als High- noch als Low-key-Bild bezeichnen kann, und wählen Sie im Menü Filter • Weichzeichnungsfilter • Durchschnittsberechnung. Als Ergebnis werden Sie eine mehr oder weniger farbig gesättigte Fläche erhalten, die, auf einige Prozent auf oder ab, einem ­mittleren Tonwert von 50 % entspricht.



Ein Bild mit einer mehr oder ­weniger durchschnittlichen Helligkeitsverteilung. Wir haben darauf in Photoshop den Filter Durchschnittsberechnung angewendet und erhalten eine Fläche mit einem Grauwert von 58 %, also im mittleren Tonwertbereich (unten).


Natürlich können Sie jetzt einwenden, dass das Bild eines Golfballs im Schnee keinen mittleren Grauwert ergeben kann. Doch deshalb haben wir im letzten Absatz ja High-key-Bilder – um was es sich dabei ja handeln würde – und Low-Key-Bilder aus­geschlossen. Doch genau bei dieser Art der Bilder liegt der Hase im Pfeffer!


Solange Ihr Motiv global etwa der Zone V entspricht, arbeitet die Automatik Ihrer Kamera absolut zuverlässig. Wenn Sie aber einen Golfball im Schnee fotografieren wollen, dann versucht die Kamera – obwohl das Motiv selbst absolut high High-key wäre – die Belichtung so zu steuern, dass der Durchschnitt einem mittleren Tonwert, also der Zone V entspricht. Dabei darf man der Kamera natürlich nicht böse sein, denn Sie kann weder mit dem Begriff Golfball, noch mit dem Begriff Schnee etwas anfangen. Amateurkameras haben deshalb oft spezielle Programme für Motive wie Schneelandschaft, mit der Sie sie auf die Szene »seelisch« vorbereiten können. Wenn Sie jedoch nicht mit solchen Motivprogrammen arbeiten wollen, dann erwartet die Kamera von Ihnen, dass Sie die Einstellungen zur optimalen Belichtung vornehmen, wenn Sie High- oder Low-key aufnehmen wollen.


Machen Sie einmal folgenden Test: Legen Sie einen schwarzen, einen grauen und einen weißen Karton auf den Boden, stellen Sie die Kamera auf Zeit- oder Blendenpriorität oder auf Programmautomatik (nicht auf Manuell!). Erstellen Sie dann von jedem Karton je eine Aufnahme, so dass auf dem Bildbereich nur der Karton zu sehen ist – nichts vom Boden drum herum! Sie werden dazu sicher auf manuelle Scharfstellung umstellen müssen, da die Kamera auf den kontrastlosen Karton mit Sicherheit nicht scharf stellen wird. Um die Schärfe brauchen Sie sich bei diesen Aufnahmen aber ohnehin nicht zu kümmern – sie ist für unser Experiment belanglos.


Nachdem Sie die Aufnahmen gemacht haben, betrachten Sie die Bilder von schwarzem, grauem und weissem Karton auf dem Kamera-Display – wenn Sie wollen auch auf Ihrem Bildschirm. Falls Sie den automatischen Weissabgleich aktiviert hatten, werden die drei Bilder vielleicht vom Farbton her leicht abweichen, aber in punkto Helligkeit sollten alle drei kaum zu unterscheiden sein.


Sie brauchen kein Stativ für diesen Test, sondern können locker aus der Hand heraus auf die Kartons abdrücken.


Schwarzer Karton, Blendenpriorität auf Blende ƒ 8 – die Kameraauto­matik hat mit 1/20 Sek. belichtet.


Grauer Karton, Blendenpriorität auf Blende ƒ 8 – die Kameraautomatik hat mit 1/6 Sek. belichtet.


Weißer Karton, Blendenpriorität auf Blende ƒ 8 – die Kameraautomatik hat mit 3/4 Sekunde belichtet.


Wie unser Experiment beweist, ist die Automatik Ihrer Kamera stets bemüht, das Motiv so zu belichten, dass der Durchschnitt einen mittleren Tonwert ergibt.


Nehmen wir unser Experiment einmal aus der reinen Theorie heraus, und machen einen ähnlichen Versuch mit einem Motiv, wie es in der Praxis eher vorkommen kann. Dazu haben wir uns einen schwarzen und einen (fast) weissen Kamm besorgt und versucht, diese beiden jeweils auf einem gleichfarbigen Karton zu belichten. Die Ergenisse sehen Sie in den kleinen Abbildungen auf der gegenüberliegenden Seite.


Unsere beiden Models gemeinsam auf mittelgrauem Karton – damit kommt die Kameraelektronik noch einiger­maßen zurecht.


Schwarz oder Antrazit? Auf jeden Fall Zone V. Die Kamera war auf ein Low-key-Bild im wahrsten Sinne des Wortes nicht eingestellt.


In der digitalen Nachbearbeitung wird der Kamm, und vor allem der Karton dahinter, eher als schwarz identifizierbar.


Auch hier tendiert die Kameraautomatik in den mittleren Bereich – das Bild ist völlig unterbelichtet.


Etwa so, wie hier nach der Bearbeitung mit Apple Aperture und Adobe Photoshop, sollte das Bild aussehen. Auch hier war die Kamera nicht auf die Lichtsituation – diesmal ein High-Key-Bild – eingestellt.


Fazit: Die Automatik Ihrer Kamera ist perfekt in der Lage, ein durchschnittliches Motiv mit einer durchschnittlichen Helligkeitsverteilung optimal zu belichten. Der Durchschnitt der Helligkeitsverteilung in einem durchschnittlichen Motiv ergibt immer einen durchschnittlichen Tonwert von mehr oder weniger 50 %. Da aber das durchschnittliche Motiv in der Praxis so oft vorkommt, wie der deutsche Mann der einer deutschen Durchschnittsgröße von 1,78 entspricht, führen Sie gezielte Kameraeinstellungen fast immer eher zum erwünschten Ziel als wenn Sie sich auf den Autopiloten in der Kamera verlassen.


Gekürzter und leicht adaptierter Auszug aus dem Buch »Nikon D700 – Das Buch zur Kamera«. Diese Auszüge sind auf dem Blog veröffentlicht:


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Mon, 11. Aug. 08

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen zwei Fokusiermethoden. Zum einen haben wir da den manuellen Fokus und zum anderen der Autofokus. Diese Option kann man an den Objektiven mittels eines Schiebeschalters umstellen. AF steht dabei für Automatischer Fokus und MF für Manueller Fokus.

Mit dem manuellen Fokus lässt sich die Schärfenebene manuell wählen in dem man den Fokusring am Objektiv dreht. Jeh nach Objektiv muss dazu allerdings zwingen der Schalter auf MF gestellt sein da im AF-Modus der Ring durch den Motor blockiert wird. Ehrlich gesagt, habe ich diese Methode bisher kaum angewendet, da ich der Meinung war, die Kamera kann das sicherlich besser als ich. Dies kann auch passieren, wenn die Dioptrinkorrektur falsch eingestellt ist. Vor kurzem habe ich aber etwas entscheidendes gelernt, was den Einsatz der manuellen Fokusierung erheblich erleichtert.

Wenn man durch den Sucher blickt und auf das gewünschte Motiv fokusiert hat, drückt man den Auslöser halb durch. Ist das Objekt nun tatsächlich scharf, erscheint der grüne Punkt rechts unten in der Sucheranzeige (in diesem Falle neben der 9). Stimmt die Schärfe nicht, erscheint auch der Punkt nicht. So kann kontrolliert werden, ob die eigenen Einstellungen mit den Messmethoden der Kamera übereinstimmen.

Beim Autofokus übernimmt die Kamera das Scharfstellen des Motivs. Dabei wird über ein Ultraschallmotor (die sogenannte USM Bezeichnung auf den Objketiven) der Fokusring in die richtige Position gebracht. Neben dem grünen Punkt erscheint auch noch ein oder mehrere rote Punkte im Sucherfeld auf den 9 Fokusmesspunkten (kleine Rechtecke mit Punkt im oberen Bild). Damit lässt sich kontrollieren auf welcher Ebene das Scharfstellen stattgefunden hat. Gerade bei Motiven mit einer grossen räumlichen Tiefe (Beispielsweise eine Person im Freien) ist es oftmals nicht ganz einfach, dass der Fokus tatsächlich auf dem gewünschten Motiv zu liegen kommt, zumal man Bilder ja interessant gestalten möchte und seine Motive daher vorzugsweise etwas ausserhalb der Mitte platziert.

Um dem Autofokus etwas unter die Arme zu Greifen und seine Messtätigkeiten einzuschränken, lässt sich die Grundeinstellung, welche alle 9 Messpunkte zur Hilfe nimmt, auf einen der neun Messpunkte reduzieren. Dazu drückt man die AF-Messfeld Taste rechts oben auf der Rückseite der Kamera (vorzugsweise wärend dem Fokusieren mit dem rechten Daumen) und dreht dann am Hauptwahlrad (neben dem Auslöser) jeh nach belieben im Uhrzeiger— oder im Gegenuhrzeitersinn. Beim Drehen im Uhrzeigersinn erlöschen nun alle Fokuspunkte ausser der in der Mitte platzierte und danach nach rechts oben einmal rund ums Fessfeld.

Damit lässt sich genau festlegen, in welchem Bildbereich sich das scharfe Motiv befindet. Das Ganze funktioniert übrigens auch im manuellen Modus. Auch dort lässt sich der Messpunkt einschränken und vereinfacht deshalb die Kontrolle beim manuellen Fokus. Übrigens: Neben den roten Punkten im Sucher erscheint die Anzeige auch gross auf dem Display.

Neben den zwei Fokusarten hat man mit dem automatischen Fokus noch weitere Möglichkeiten. Mit der Taste AF auf der Rückseite der Kamera kann man zwischen drei verschiedenen Fokusierhilfen wählen. Da wäre zum einen die »ONE SHOT« Einstellung. Sie ist ideal für stationäre unbewegte Objekte wie Architektur, Landschaft, Portrait, etc. Das Objekt wird durch halbes durchdrücken des Auslösers einmal Fokusiert und behält dann diese Einstellung bis zum Durchdrücken oder Loslassen des Auslösers. Daneben folgt der »AI FOCUS« (AI = Artificial Intelligence = künstliche Intelligenz). Dieser Modus ist ideal für Tieraufnahmen, Kleinkinder und alles was sich spontan und unvorhegesehen bewegt. Beim halben Durchdrücken fokusiert die Automatik genau gleich wie im ersten Modus. Bewegt sich das Objekt nun beginnt die Automatik nachzuschärfen. Somit wären wir dann auch schon beim »AI SERVO« welcher sich für Sportaufnahmen und sonstige Motive mit Bewegung eignen. Die Automatik versucht ständig dem bewegten Objekt zu folgen und es scharf zu halten.

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