Fri, 26. Feb. 10

The Sandpit from Sam O’Hare on Vimeo.

Das Video hier wurde mit einem so genannten Tilt-Shift-Objektiv aufgenommen. Bei diesen Objektiven lässt sich der Winkel der Linsen kippen und verschieben, wodurch sich eine sehr ungewohnte Optik erzeugen lässt. Die Welt in diesem Video ist keine Spielzeug-Miniaturwelt, sondern unsere reale, auch wenn es aussieht, als spielten sich alle Szenen in einer winzig kleinen Modellwelt ab. Der Eindruck entsteht dadurch, dass nur ein kurzer Bereich der Szenen scharf ist, während sowohl der Hintergrund alsbald in Unschärfe verläuft, wie auch der Vordergrund. Unsere Wahrnehmung hat gelernt, dass das typisch für Aufnahmen kleiner Objekte ist, Landschaften hingegen lassen sich mit normalen Objektiven so nie aufnehmen, nur eben mit diesen speziellen Objektiven. Da wir kurze Schärfentiefe nur von Miniaturen her kennen, interpretiert unser Gehirn Aufnahmen mit solcher grundsätzlich als Miniatur.

Quelle | http://designcove.blogspot.com

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Fri, 17. Jul. 09

Sensoren im Kleinbildformat haben gegenüber kleineren Formaten Vor- und Nachteile, obwohl die Diskussionen oft vermuten ließen, Kleinbild wäre der Weisheit letzter Schluss. Der derzeit unbestreitbare Vorteil der größeren Sensoren ist mit Sicherheit das bessere Rauschverhalten bei höheren Empfindlichkeiten. Man würde die Sache aber viel zu sehr vereinfachen, wenn man die Wahrheit auf diesen Blickwinkel beschränkte.

Olympus hat mit einigen Partnern den Four Thirds Standard aus der Taufe gehoben und kann damit einen entscheidenden Vorteil für sich verbuchen: Olympus und seine Partner bauen die derzeit kompaktesten Systemkameras. Dabei nagen diese Kameras jedoch bislang am Problem auf den kleineren Sensoren weniger Auflösung unterzubringen als die Konkurrenz und bereits bei geringeren ISO -Empfindlichkeiten zu mehr Rauschen zu neigen. Ob aber Auflösung und Rauschen die allein selig machenden Argumente beim Kauf einer Kamera sind, darf in Frage gestellt werden. Gerade Leute, die auf kompakte Kameras setzen, mögen mit einem solchen Gerät besser bedient sein als mit großen Kleinbildboliden. Durch den im Herbst 2008 eingeführten Micro Four Thirds Standard werden Kameras mit Wechselobjektiven nicht nur noch kompakter. Durch das Wegfallen des Spiegels bei den ersten Modellen dieses Systems (Panasonic G1) sollen sie auch praktisch geräuschlos sein. Langfristig läge in diesem System sicher vor allem für Fotografen, die gerne mit langen Brennweiten fotografieren ein großer Vorteil: Sie müssten nicht mehr mehrere Kilo schwere, klobige Superteles mit sich herumschleppen, sondern erhalten vergleichbare Brennweiten mit wesentlich weniger Glas. Ob der Markt das System jedoch annehmen wird muss sich erst herausstellen.

Betrachten wir einmal ein paar Vor- und Nachteile der Systeme und stellen Sie einander gegenüber:

Schärfentiefe: Mit der Größe des Sensors in unmittelbarem Zusammenhang steht die Schärfentiefe, die bei einer bestimmten Blende zu erreichen ist. Bei »normalen« Aufnahmen von Landschaft oder Architektur mögen sich diese Unterschiede nicht weiter dramatisch auswirken. Bei Makroaufnahmen jedoch fällt dieser Unterschied oft sehr eklatant ins Gewicht.

Makroaufnahme mit der APS-C-Kamera Nikon D80 – trotz Blende ƒ 32 ist die Schärfentiefe äußerst gering. Mit einer Kamera mit Vollformat-Sensor wäre sie noch einmal geringer!

Die Sensorgröße ist also der Grund, weshalb Sie mit preiswerten Kompaktkameras oft Makroaufnahmen erzielen können, die mit großen teuren Spiegelreflexkameras – wenn überhaupt – nur mit viel Aufwand zu erreichen sind. Für Makrofotografen kann der größere Sensor also durchaus ein Nachteil sein, wenn Sie die Tiefe des scharf abgebildeten Bereiches nicht auf ein Minimum reduzieren möchten.

Nahaufnahme mit der Kompakt­kamera Canon PowerShot A620 – trotz Blende ƒ4 ist die Schärfentiefe im Vergleich zur vorange­gangen Aufnahme der Blüten enorm! Der Grund dafür ist der deutlich kleinere Sensor.

Doch kein Vorteil ohne sein Gegenstück: Den Nachteil. Den Nachteil dieser enorm hohen Schärfentiefe bei kleinen Sensoren erfahren Sie, wenn Sie mit einer kompakten Knipse Menschen vor unruhigem Hintergrund fotografieren. Mit dem großen Sensor und der damit einhergehenden kleineren Schärfentiefe ist es ein leichtes den Hintergrund unscharf zu halten, wodurch das eigentliche Subjekt von ihm getrennt wird. Bei Kompakten ist das oft ein unlösbares Problem.

Schnappschuss mit einer Kompaktkamera: Die hohe Schärfentiefe der Kompaktkamera, mit der dieses Bild aufgenommen wurde, zeichnet den Hintergrund viel zu scharf. Wegweiser und Strukturen machen sich wichtig und lenken vom eigentlichen Motiv ab. Mit dem großen Sensor einer DSLR wäre es ein Leichtes gewesen, trotz großer Nähe mit weit offener Blende den Hintergrund zum »unscharfen Etwas« verfließen zu lassen.

Objektiv-Bildfeld-Abdeckungsverhältnis: Objektive erreichen ihre beste Abbildungsqualität zur Mitte hin. Kameras mit APS-C-Sensor nutzen zwar zum Teil dieselben Objektive wie sie auch für Kleinbildformat-Kameras eingesetzt werden. Sie nutzen aber nur einen Teil der Objektivöffnung. Jene Bereiche, in denen sich die Abbildungsqualität meist verschlechtert – was durch Vignettierung, Verzerrungen und deutliche Unschärfe zu Tage treten kann – werden von ihnen meist gar nicht mit abgebildet. APS-C-Kameras schneiden sich sozusagen das Sahneteil aus dem Objektivtörtchen.

Brennweiten und Brennweitenverlängerung: Das ist auch wieder ein Thema für Sparefrohs. An einer Kamera mit APS-C-Sensor wird aus einem 200 mm Objektiv quasi ein 300 mm Objektiv (bei Nikon; bei Canon ist der Umrechnungsfaktor nicht 1,5, sondern je nach Modell 1,3 oder 1,6). Natürlich verlängert sich die Brennweite des Objektivs um keinen Millimeter, wenn Sie sie von einer Vollformatkamera auf eine mit APS-C-Sensor schrauben. Doch wie eben erwähnt, schneidet sich der kleine Sensor aus dem Bildfeld nur einen kleineren Bereich heraus. Der Effekt ist also nicht viel anders, als würden Sie ein Bild mit der Vollformatkamera und einem 200 mm Objektiv aufnehmen, und das dann in Photoshop auf einen Bereich freistellen, welcher der Größe des kleineren Sensors entspricht. Deshalb dürfen Sie für Portraits auch nicht einfach ein 50mm-Objektiv auf 75mm hochrechnen. Die perspektivische Wirkung ist bei einem 50mm-Objektiv immer gleich, egal ob es an einer APS-C- oder einer Vollformatkamera montiert ist – und die täte den Gesichtsproportionen bei einer Portrait-Nahaufnahme nicht unbedingt gut. Das heißt für Portraits bleibt es auch mit kleineren Sensoren bei 85–120mm als optimale Brennweite.

Diese Aufnahme entstand mit Kleinbildsensor bei einer Brennweite von 40 mm und Blende ƒ 2,8.

Im Vergleich dazu 40 mm aus der­selben Distanz und Perspektive mit einem APS-C-Sensor, ebenfalls bei Blende ƒ 2,8. Der »Ausschnitt« entspricht einer 60 mm Brennweite.

Hier haben wir einen Ausschnitt der 40mm-APS-C-Aufnahme (dunkler und rund angeschnitten) über das erste 40mm-Kleinbildformat-Bild montiert – ­Perspektive und Ausschnitt sind deckungsgleich!

Aus der vermeintlichen und praktisch durchaus spürbaren Brennweitenverlängerung jedoch gleich den Schluss zu ziehen mehr Brennweitenverlängerung = besser, würde außer Acht lassen, dass Sie im Weitwinkelbereich Weite verlieren.

Empfindlichkeit: Größere Sensoren mit größeren Aufnahmepunkten haben in Bezug auf die Empfindlichkeit die Nase vorne – das ist landläufig bekannt.

Sucher: Die Größe des Suchers hängt vor allem auch von der Größe des Sensors ab. Nehmen wir an eine Kamera stellt das Sucherbild 1:1 dar (normalerweise wird das Sucherbild verkleinert dargestellt: Nikon D3 0,7-fach; Canon EOS-1Ds Mark III 0,76-fach), dann ergibt das natürlich mit einem Kleinbildsensor größeres Kino, als bei einem 1,5- oder 2-fach kleineren Sensor.

Wie Sie sehen, wird Kleinbildformat (oft auch als Vollformat bezeichnet) = besser der Wirklichkeit nicht gerecht. Die Wahrheit liegt einmal mehr im »Es kommt drauf an«.

Sensorformate: 1) Eines von vielen möglichen Großformaten;
2) Eines von mehreren möglichen Mittelformaten;
3) Kleinbildformat (35mm);
4) APS-C mit Faktor 1,5 im Verhältnis zu Kleinbild;
5) Four Thirds

Gekürzter und leicht adaptierter Auszug aus dem Buch »Nikon D700 – Das Buch zur Kamera«. Diese Auszüge sind auf dem Blog veröffentlicht:


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Mon, 28. Jul. 08
Autor: Pascal Kategorien: Fototechnik Tags: ; ; Kommentare: 4

In den ersten Beiträgen habe ich euch die Grundbegriffe Belichtungszeit, Blende, ISO-Empfindlichkeit, Brennweite, Crop-Faktor und die Vorteile des RAW Formats (Weissabgleich, Nachbelichtung, Aufnahmeart und HDR) erklärt. Nun wird es Zeit sich der Kamera zu widmen. Bevor wir aber mit den Funktionen beginnen, ist es sinnvoll zu wissen, wie eine Spiegelreflexkamera aufgebaut ist.

Eine DSLR (Digital Single Lens Reflex) Kamera, also eine digitale Spiegereflexkamera besteht gründsätzlich aus zwei voneinander trennbaren Komponenten. Da haben wir zum einen das Kameragehäuse welches im Fachjargon kurz als »Body« (Körper) bezeichnet wird. Zum anderen haben wir das Objektiv, dass sich je nach Anwendungsfall wechseln lässt. Dies ist auch der grosse Vorteil gegenüber einer Kompaktkamera, welche ein fix eingebautes Objektiv besitzt und deshalb nicht erweitert werden kann.


Bild der EOS 450D, dem Nachfolger der EOS 400D. Leider gibt es von der EOS 400D keine so tolle Schnittansicht.

Damit wir die kommenden Artikel behandeln können habe ich im nebenstehenden Bild alle Tasten und Kontrolllampen bezeichnet, welche ich in der nächsten Zeit erklären werde. Bei einigen bedarf es einer ausführlichen Erklärung, andere sind so eindeutig, dass diese etwas schneller behandelt werden können.
Beginnen möchte ich mit dem Menü und den Grundeinstellungen, welche vor den ersten Aufnahmen gemacht werden sollten.

Alle Kamerabilder mit freundlicher Genehmigung von Canon

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Thu, 24. Jul. 08

Damit ist nicht etwa der »Herr der Ringe« gemeint sondern eine ganz besondere Art von Bildern. HDR ist eine englische Abkürzung für High Dynamic Range und kann etwa mit »Hoch dynamischer Umfang« übersetzt werden. Genauer ist eigentlich das Kontrastverhältnis gemeint. Eine DSLR Kamera bringt gerade mal einen Kontrast von 1000:1 zu stande, wärend eine analoge Spiegelreflex mit 10000:1 den deutlich höheren Dynamikumfang bietet. HDR Bilder haben nicht selten einen Kontrastumfang von 200000:1! Wie »schlecht« eigentlich das Kontrastverhältnis bei einer Kamera ist, wird besonders bei Nachtaufnahmen deutlich. Wärend das menschliche Auge problemlos sowohl die Laterne, den Mond und die Umgebung wahr nehmen kann, bereitet dies der Kamera grösste Mühe. Entweder die hellen Stellen (Laternenlicht, Mond) sind überbelichtet und ausgefressen (das heisst im Bild wir das Licht als reines weiss angezeigt), oder aber die Umgebung lässt sich nicht mehr erkennen.

Hier kommt nun die HDR-Technik zum Einsatz. Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial. Man macht vom gleichen Motiv mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten (eine sogenannte Belichtungsreihe) und legt diese dann Softwaremässig übereinander. Dabei kommen sowohl ganz kurze Belichtungszeiten (für die hellen Bildpartien) wie auch ganz lange (für die dunklen Bildpartien) zum Einsatz. Je nach Umgebungskontrast (also hell zu dunkel) sind mehrere Aufnahmen nötig. Diese werden dann mit entsprechender Software, wie z.B. dem bekannten Photomatix Pro (steht kostenlos als Testversion zum Download zur Verfügung) zusammen gefügt und das Programm erkennt automatisch, aus welchen Bildern er welche Informationen pflücken muss. Nun wäre eigentlich ein spezieller Bildschirm nötig, welcher diesen Dynamikumfang direkt darstellen könnte. Da dies aber zurzeit noch nicht dem Stand der Technik entspricht wird mit dem sogenannten Tonemapping der Dynamikumfang auf ein Bild mit normaler Farbtiefe runter gerechnet.

Das Ergebnis sind meist künsterlich surreal wirkende Bilder, die mit der herkömmlichen Fotografie nicht mehr viel gemein zu haben scheinen. Einer der Besten und bekanntesten HDR Fotografen ist bestimmt Dave Hill. Seine Bilder bringen mich auch zur Überleitung, weshalb RAW hier auch wieder die bessere Wahl ist als .jpg.

UBS Gebäude St. Gallen HDRWie im 2. Teil berichtet, ist die Nachbelichtung für ein RAW-Format über zwei Blendenstufen meist ohne grossen Qualitätsverlust machbar. Dies ist aber abhänig vom Kameratyp. Die Sony Alpha hat meiner Meinung nach noch den grösseren Spielraum als die EOS 400D. Und gegen oben (also zu den teuren Semi- und Profi Modellen) nimmt dieser ebenfalls noch zu. So ist es möglich, aus einer einzigen RAW-Aufnahme ein HDR Bild zu erzeugen. Hier ein Beispiel des UBS Gebäudes in St.Gallen, welches au einer RAW-Aufnahem entstand. Mit einer .jpg Aufnahme wäre das nicht möglich gewesen. Und wer mal so richtig tolle HDR Aufnahmen sehen möchte, sollte umbedingt der Seite von Dave Hill mal einen Besuch abstatten, es lohnt sich!

Damit wäre nun der kleine Grundkurs über das Basiswissen abgeschlossen. Selbstverständlich war das noch nicht alles, aber es bietet die Grundlage für die nächsten Artikel zur EOS 400D. In diesen werden dann auch noch Themen wie Autofokus, Belichtungsmessmethoden und vieles mehr behandelt.

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Fri, 11. Jul. 08

Bei picspack.de fand ich dieser Tage einen Artikel mit dem Titel »Vollformat vs. Crop«. Zur kurzen Erklärung worum es geht: Zu Zeiten der analogen Fotografie – also dem Aufzeichnen der Bilder auf Film – hatte sich für Normalverbraucher-Kameras das sogenannte Kleinbildformat (KB-Format) durchgesetzt: 36x24mm. Das Format der Sensoren in digitalen Spiegelreflexkameras ist in der Regel kleiner, als das Format des Films in analogen Spiegelreflexkameras – bei Nikon 23,6×15,7mm, bei Canon 22,2×14,8.

Welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt soll im Moment nicht Thema dieses Artikels sein. Was mich interessiert: Wird das Vollformat kommen und die kleineren Formate verdrängen? Ich behaupte: Ja.

Dabei halte ich es für müßig die Frage auf Basis der reinen Vernunft beantworten zu wollen. Der Umstieg von den kleineren Sensoren auf das jetzt als Vollformat bezeichnete Kleinbildformat bedeutet, dass die meisten Objektive die wir in den letzten Jahren für digitale SLR-Kameras gekauft haben, für das größere Format bestenfalls noch suboptimal sind. Für die Kamerahersteller natürlich ein Traum! Sie können uns all die teuren Zoom-, Fixbrennweiten- und Makroobjektive, die wir in den letzten Jahren für die kleinen Sensoren gekauft haben, neuerlich verkaufen – diesmal für das Vollformat. Für uns Konsumenten wird das in erster Linie teurer. Ob die Vorteile, die das größere Format mit sich bringt, diese Investitionen rechtfertigen, mag ich bezweifeln.

Nach vernünftigen Maßstäben mag es also sinnvoll sein, das mit der digitalen Spiegelreflexfotografie eingeführte Format zu behalten (ich betone das »mag«, denn es gibt auch genügend Argumente die für die Rückkehr zum Standard 36x24mm sprechen). Dennoch bin ich mir sicher, dass sich das KB-Format in den nächsten ein bis drei Jahren gegenüber den kleineren Formaten durchsetzen wird.

Das wichtigste Argument, welches die Massen des Marktes hin zum KB-Format bewegen wird lautet nämlich: Viel hilft viel.

Zwar wissen wir, dass das Nonsens ist, aber dennoch funktioniert der Markt genau nach diesen Maßstäben. Das haben wir in den vergangenen zwei Jahren sehr schön bei den digitalen Kompaktkameras gesehen. Der Konsument bewertet die Qualität einer Kamera nach der Anzahl der Megapixel. Mehr Megapixel = bessere Kamera. Stimmt aber absolut nicht! Ganz im Gegenteil. Für die kleinen Sensoren von Kompaktkameras sind mehr als sechs Megapixel Gift (siehe www.6mpixel.org). Das weiß der informierte Leser und das wissen die Kamerahersteller.

Dennoch haben Nikon, Canon, Olympus und Konsorten längst keine Kamera mit sechs Megapixel mehr im Programm, sondern bieten sieben, zehn und zwölf Megapixel-Modelle. Nicht, weil sie es nicht besser wüssten, sondern weil sie auf ihren Modellen mit geringerer Auflösung sitzen bleiben würden. Fuji war der letzte Mohikaner, der noch ein Sechsmegapixelmodell angeboten hat. Aber auch Fuji hatte wohl trotz aller Vorbehalte keine Lust mehr Ladenhüter zu produzieren, und deshalb hat heute auch dieser Hersteller keine Kompaktkamera mit vernünftiger Auflösung mehr im Programm.

Und genau dies wird in den kommenden Monaten auch beim Format der Sensoren passieren. Viel hilft viel. Also sind größere Sensoren auch automatisch besser als weniger große. Noch vor wenigen Wochen (und ich meine wirklich ganz, ganz wenige Wochen) habe ich mit Fachleuten, die im Umfeld von Kameras ihren Lebensunterhalt bestreiten, darüber diskutiert, ob denn das Vollformat nun komme oder nicht. Beide Experten betonten, dass es nicht vernünftig wäre, im Consumer-Bereich (also bei Kameras für Otto-Normalverbraucher) auf KB umzusteigen. Beide meinten, dass das KB-Vollformat eine Domäne der professionellen Boliden bleiben werde.

Das Erscheinen der Nikon D700 straft nun aber diese Ansicht einen Irrtum. Nachdem Canon schon länger mit der 5D eine einigermaßen erschwingliche DSLR mit Vollformat im Programm hat, bedient nun auch der zweite Platzhirsch den Markt mit einer semiprofessionellen Kamera mit Vollbild. Sony wird sicher bald folgen.

Natürlich ist der Einzug des KB-Sensors in der semiprofessionellen Klasse nur der Anfang einer Entwicklung, an dessen Ende »alle« DSLR-Kameras einen Sensor im Format 36x24mm haben werden. Ausnahme könnte am Ende wohl einzig der Four-Thirds-Standard von Olympus und Panasonic sein.

Der Wechsel zurück zum KB-Standard dürfte schmerzhaft werden für alle – mich eingeschlossen –, die in den vergangenen Monaten für das kleinere Format optimierte Objektive gekauft haben. Neue Objektive werden langfristig unumgänglich sein, und für den Bestand der Optiken für die kleineren Sensoren wird der Gebrauchtmarkt wohl keine Spitzenpreise mehr zulassen.

Bleibt zu hoffen, dass sich am Ende wenigstens das KB-Format wieder als Standard über Marken- und Systemgrenzen hinweg etablieren wird, und wir vor allem innerhalb eines Systems wieder Optiken haben, die sowohl auf Einsteiger- wie auch auf Profikameras ihr Bestes geben.

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