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David DuChemins »Sehen und Gestalten« ist ein Buch das ich euch schon länger einmal ans Herz legen wollte, ohne dass ich bislang die Muße gefunden hätte einen entsprechenden Blogpost zu schreiben. Jetzt aber will ich das kurz machen.

Im Untertitel heißt es »David DuChemins etwas andere Fotoschule«. Nun, das weist in meinen Augen in eine etwas falsche Richtung, auch wenn es an sich eigentlich korrekt sein mag. In einer Fotoschule würde man an sich Dinge wie Grundlagen zu Kameratechnik, -ausrüstung und -einstellungen vermuten. Diese sind aber kaum ein Thema. Wer danach sucht muss zu einem anderen Werk greifen (zum Beispiel zu »Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt« aus meiner Feder :)). Vielmehr geht es um das was tatsächlich wichtig ist an der Fotografie: Fotos bewusst zu gestalten.

Der Autor spricht sehr viel von der Vision die man als Fotograf haben muss. Für mich ist Vision ein sehr großes Wort und ich weiß nicht ob mir die Lust am Fotografieren nicht verginge wenn ich permanent darum bemüht sein müsste Visionen zu verfüllen. Aber wenn man von diesem etwas philosophischen Vorbehalt meinerseits gegenüber diesem Anspruch absieht ist das Buch großartig, vor allem wenn man über das Stadium hinaus ist in dem man sich noch mit den technischen Grundlagen herumschlagen muss. Es ist also vor allem eine Empfehlung für alle jene, die mit Brenneite, Blende, Verschlusszeit & Co längst per Du sind. Aber nicht nur! Auch wenn man in Sachen Fototheorie und -praxis noch Novize ist kann man es genauso gut lesen. Es ist nicht nur in einer gut zu lesenden und verständlichen Sprache gehalten, sondern, da es sich vor allem auf Gestaltungsaspekte abseits von Kameraeinstellungen konzentriert, auch ohne großartige Grundkenntnisse nachvollziehbar – Gestaltung lässt sich auch völlig unabhängig von Technik erklären. Das heißt, selbst wenn ihr ausschließlich mit eurem Telefon fotografiert und somit ohnehin nicht an Blende und Brennweite drehen könnt, gibt das Buch gute Anregungen eure Bildgestaltung zu verbessern.

Ich will mich hier nicht lange mit der Beschreibung der Inhalte aufhalten – das könnt ihr ausführlich auf der Website des dpunkt-Verlags in Erfahrung bringen, wo ihr das Inhaltsverzeichnis und ein Demo-Kapitel als PDF runterladen könnt –, sondern beschränke mich kurz und bündig darauf es als klaren Lesetipp für alle zu empfehlen, für die Fotografie mehr ist, als eine tolle Fotoausrüstung durch die Gegend zu tragen.

Alle, die lieber via Amazon bestellen, als über den freundlichen Buchhändler um die Ecke oder den Verlag, und damit leben können, dass ein paar Cents Provision für mich abfallen, finden hier den Link zum Buch beim Online-Händler.

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Foto

Olympus OM-D E-M10 auf meinem Foto-Pro-Stativ bei der Aufnahme einer Langzeitbelichtung.

Traue keinem Fan!

Seit ich im Frühjahr 2013 begann mit der OM-D E-M5 zu fotografieren bin ich mehr und mehr zum MFT-Fan mutiert. Das Fotografieren mit dem System macht mir mehr Spaß als mit jedem anderen davor und die Resultate scheinen mir durchschnittlich subjektiv besser als das was mir mit meinen Vollformatkameras gelang, auch wenn das eigentlich sowohl gegen die Logik als auch gegen die Messwerte aus den Laboren ist. Was ich damit sagen will ist: Traue keinem Fan, denn sein Urteil wird immer subjektiv gefärbt sein.

Auf der anderen Seite: Es hat natürlich auch Gründe, weshalb ich zum Fan wurde.

Test der Einsteiger-OM-D

Nun durfte ich einige Tage die OM-D E-M10 ausprobieren – die preiswerteste Kamera der OM-D-Serie. Man bezeichnet sie oft auch als die kleinste OM-D, was allerdings sehr relativ ist. In der Praxis steht sie sowohl in Sachen Volumen als auch in in Sachen Gewicht der E-M5 kaum nach – die E-M10 hat mit Akku und Speicherkarte etwa 396g, die E-M5 etwa 425g.

Die E-M10 ist praktisch relevant also weniger die kleine OM-D als viel mehr die Einsteiger-OM-D. Dass sie nicht wesentlich kleiner als die E-M5 ist, ist kein Schaden. Die E-M5 ist einerseits kompakt genug um mit Pancake oder kompakter Festbrennweite in einer Jackentasche Platz zu finden, aber nicht so klein, dass in Sachen Bedienung zu große Kompromisse gemacht werden müssen.

Wer es kleiner mag findet bei Olympus mit den Pen-Modellen kleinere und leichtere Kameras und bei Panasonic mit der GM1 eine besonders kompakte, die ich in Form der GM1 im Kit mit dem Panasonic Leica 15mm ƒ1.7 für mich ins Auge gefasst habe. Doch die GM1 ist, wie ich im Artikel über sie schrieb, keine Einsteigerkamera sondern eine für Fotografen die recht genau wissen was sie wollen. Die GM1 ist in erster Linie eine kompakte Zweitkamera für ambitionierte Hobby- und Profifotografen. Hätte ich nicht bereits eine OM-D E-M5 und eine OM-D E-M1 und müsste mich zwischen E-M10 und Lumix GM1 entscheiden, wäre es keine Frage zu welcher ich greifen würde: Zur E-M10.

Klein aber nicht zu klein

Der Grund: Zwar schenken sich GM1 und E-M10 in Sachen Funktionen und Abbildungsqualität wenig, doch durch Volumen und Gewicht liegt die E-M10 besser in der Hand. Sie hat viele Bedienelemente die ich mit Direktfunktionen belegen kann und vor allem: Sie hat einen Sucher und ein Klappdisplay. Gerade der fehlende Sucher macht es bei der GM1 im Sonnenschein zum reinen Blindflug Motive einzufangen. Mit dem elektronischen Sucher der E-M10 ist das gar kein Problem.

Es gibt zwei Gründe, dass ich mir als dritte MFT-Kamera die GM1 kaufen werde: 1. weil ich als dritte Kamera bewusst ein möglichst kompaktes Gerät wünsche und 2. weil das Leica 15mm ƒ1.7 auf meiner Wunschliste steht, seit ich davon gelesen habe, dieses sowieso kaufen werde und ich die GM1 durch das Kit-Angebot zum deutlich reduzierten Preis dazu bekomme.

E-M5 oder E-M10?

Besäße ich nicht bereits die E-M5 und hätte die Wahl zwischen ihr und der E-M10 wäre die Entscheidung nicht ganz so einfach. Die E-M10 hat ein billigeres Gehäuse bei dem Plastikhaptik deutlich präsenter ist. Die E-M5 hat mich vor allem wegen ihrer überragenden Haptik für sich eingenommen. Sie ist gut gegen Staub abgedichtet und Spritzwasserfest. Fotografieren im Regen? Kein Problem mit der E-M5 und einem abgedichteten Objektiv! Diesbezüglich wäre ich mit der E-M10 doch bedeutend weniger sorglos.

Auf der andren Seite hat die E-M10 einen integrieren Blitz, wogegen bei den anderen beiden OM-Ds ein Blitz aufgesteckt werden muss. Der ist zwar winzig, doch das Auf- und Einklappen des Blitzes bei der E-M10 hat durchaus seine Vorteile. Zwar weiß, wer mich kennt, dass ich (so gut wie) niemals mit dem Blitz auf der Kamera blitzen würde, doch ich verwende integrierte Blitze oder eben den Aufsteckblitz meiner OM-Ds um andere entfernte Blitze entfesselt (kabellos) zu steuern. Das mache ich in letztere Zeit vor allem regelmäßig in der Makrofotografie. Hierbei wäre der integrierte Blitz der E-M10 nun eben ein deutlicher Vorteil gegenüber den Aufsteckblitzen der anderen beiden OM-Ds.

Andererseits wiederum hat die E-M10 eine etwas simplere Bildstabilisierung. Die 3-Achsen-Bildstabilisierung soll dem 5-Achsensystem der E-M5 kaum nachstehen. Es fehlte mir leider die Zeit diese Behauptung von Olympus zu überprüfen, doch ich bin ein bisschen skeptisch. Die Bildstabilisierung der E-M5 stellt alles was ich davor kannte bei weitem in den Schatten. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Stabilisierung der E-M10 die Konkurrenz alt aussehen lässt. Doch ist sie tatsächlich auf Höhe der E-M5 und E-M1? Das ist eine Frage deren Beantwortung ich euch leider schuldig bleiben muss. Allerdings gilt Olympus seit Jahren als Primus bei der Bildstabilisierung und daran, dass auch jene der E-M10 saugut ist hege ich keinen Zweifel.

Die E-M10 ist die perfekte Einsteiger-Systemkamera

Die Olympus OM-D E-M10 ist in meinen Augen die perfekte Einsteiger-Systemkamera. Unter Systemkamera versteht man an sich Modelle mit Wechselobjektiven aber ohne Spiegel. Genau genommen sind aber auch DSLRs Systemkameras und wenn ich behaupte die E-M10 ist die perfekte Wahl für den Einstieg in das Fotografieren mit Wechselobjektiven, dann schließt das Modelle mit und ohne Spiegel ein.

Profis und Semiprofis werden bei bestimmten Aufgabenbereichen mit einer Vollformatkamera sicher eher das finden, was sie brauchen. Doch wer nicht in diese Sphären aufsteigen will findet für den Einstieg in die Fotografie mit Wechselobjektiven derzeit wohl kein attraktiveres Angebot als die E-M10 – nicht um diesen Preis und nicht mit diesem umfangreichen Angebot an (auch preiswerten) Wechselobjektiven.

Die wichtigsten Gründe die für die E-M10 sprechen sind:

1. Sie ist klein und kompakt. Die meisten Leute die eine Spiegelreflex kaufen verlieren nach einiger Zeit wieder die Freude daran und kehren zu Kompaktkamera oder Handy zurück, weil ihnen die DSLR einfach zu groß ist und sie sie nicht gerne mitschleppen. Das gilt umso mehr, wenn man nicht nur ein Objektiv sondern mehrere mitführen will. Das MFT-System hat nur einen Bruchteil des Volumens und des Gewichts eines DSLR-Systems – je nachdem vielleicht etwa die Hälfte bis ein Viertel. Je mehr Objektive man einpacken will, desto mehr spricht die Bilanz für MFT. Wie gesagt: Die OM-D passt mit dem Kit-Pancake-Zoom locker in eine Jackentasche (das Pancake-Zoom konnte ich übrigens leider nicht testen).

2. Während die großen Mitbewerber ihre DSLRs softwareseitig deutlich kastrieren um den Unterschied im Funktionsumfang zu ihren größeren und teureren Schwestern möglichst groß zu halten und ambitionierten Aufsteigern möglichst frühzeitig einen Grund zu einem teureren Modell umzusteigen zu geben, unterscheidet sich die E-M10 im Funktionsumfang praktisch nicht von der Profi-OM-D, der E-M1. Das heißt alles was aus der E-M1 raus zu holen ist, geht auch mit der E-M10 (es mag minimale Einschränkungen geben, ich habe keinen detaillierten Vergleich angestellt). Die Unterschiede zwischen den Modellen liegen in erster Linie am Bedienumfang durch Tasten am Gehäuse, den eingesetzten Materialien und der Verarbeitung. Die größeren Modelle sind solider und robuster, die E-M1 aufgrund des griffigeren und voluminöseren Gehäuses auch effizienter zu bedienen.

Ein Verkäufer bei Foto Hebenstreit, von wo ich auch diesmal die Kamera zur Verfügung gestellt bekommen habe, verriet mir, dass die E-M10 jene Kamera ist, die er derzeit am häufigsten verkauft. Das ist für mich gut nachvollziehbar. Zwar ist beispielsweise aus einer Nikon D7100 theoretisch mehr raus zu holen, doch das nur zu einem deutlich höheren Preis und der Gewissheit, dass man sich damit für eine Ausrüstung entscheidet, die das Drei- oder Vierfache Gewicht und Volumen einer MFT-Ausrüstung bedeutet. Dabei sprechen wir aber von einem qualitativen Mehrwert den nur ein sehr fortgeschrittener Fotograf generieren wird, den der Laie kaum sieht und der nur bei ausgesprochen großen Postern spezieller Motive relevant ist. Wäre die Abbildungsqualität der OM-Ds nicht tadellos, würden nicht zunehmend mehr Profis Gefallen an diesen Geräten finden. Oft sind es eher detailverliebte Semiprofis die sich an theoretischen Unterschieden aufhängen, während Berufsfotografen vor allem auf praktisch relevante Qualität und Arbeitseffizienz achten.

Wenn mich in Zukunft jemand fragen wird: »Welche Kamera soll ich kaufen?«, werde ich mit Sicherheit auch sagen: »Schau dir die E-M10 an.«

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Wenn man die Diskussionen in der Fotografie so verfolgt könnte man meinen alles drehe sich vor allem um Größe. Regelmäßige Leser wissen, dass ich da einen anderen Standpunkt vertrete.

Große Bildsensoren haben viel Vorteile – das kann niemand bestreiten. Man muss sich aber immer überlegen was allgemeine theoretische Vorteile sind und wo die praktischen Vorteile für einen persönlich liegen. Und Nachteile! Ich stellte hier bereits öfters die Frage: Wozu bräuchte meine Kamera eine riesige Auflösung wenn ich niemals Poster drucken lasse die diese Auflösung erforderlich machen? Und selbst wenn ich große Poster drucken möchte ist bei den meisten Motiven eine riesige Auflösung noch immer irrelevant – wer schließlich würde beispielsweise bei einem A1-Porträt so nah an das Poster herantreten, dass seine Augen den Unterschied zwischen 100ppi und 300ppi ausmachen könnten?

Es scheint eine Tendenz zu und einen Wunsch nach größeren Sensoren in Kompaktkameras geben. Die Sache hat für mich aber zwei Haken: 1. Je größer der Bildsensor desto größer die Kamera und vor allem die Objektive; 2. Größere Bildsensoren führen dazu, dass Kompaktkameras ihre ausgezeichnete Makrofähigkeit verlieren.

Kompakte als komfortable Makrospezialisten

Wer Makrofotografie nicht mit Aufwand, Makroobjektiven, Makroblitzen und Stativen betreiben will, fotografiert mit Kameras mit einem kleinen Aufnahmesensor viel komfortabler wenige Millimeter große Objekte, als mit einer Systemkamera (also auch DSLR). Ich rate deshalb jedem der ein Bisschen Makro machen möchte sich zu überlegen, ob ein Makroobjektiv für die Systemkamera tatsächlich sinnvoll für ihn ist oder ob er mit einer guten Kompaktkamera nicht deutlich besser beraten ist. Immerhin kostet ein Makroobjektiv in der Regel 500+ währen gute Kompaktkameras bereits zum Straßenpreis von etwa 200 Euro zu haben sind. Die Kompakte kann in vielen Fällen dabei sogar kleiner und leichter sein als das Makroobjektiv und statt das Objektiv zu wechseln zieht man einfach nur die Kompakte aus der Tasche. Und wie gesagt: Wenn man nur geringen Aufwand betreiben möchte lassen sich mit Kompakten leichter bessere Makroaufnahmen erstellen.

Eine Kompakte die diese besondere Makrofähigkeit nicht besitzt wäre für mich keine sinnvolle Kompakte. Seit ich das MFT-System nütze ist schon meine Hauptkamera so klein, dass ich sie in eine Jacken- oder Manteltasche bringe (OM-D E-M5, so lange eine Festbrennweite drauf ist) und sollte ich mich wirklich für eine Lumix GM1 entscheiden wird das System noch einmal kleiner. Da hat für mich die Kompakte eben vor allem auch den Vorteil sie einmal schnell herausziehen und statt eines Makroobjektivs einsetzen zu können.

Kompakte sollten kompakt sein

Außerdem erwarte ich mir von einer Kompaktkamera eben, dass sie kompakt ist. Meine Systemkamera passt mit den meisten Objektiven in meine Jackentasche. Von einer Kompaktkamera erwarte ich, dass sie in die Hemd- oder Hosentasche passt.

Bei den meisten Kompakten die derzeit als State of the Art gehandelt werden trifft beides, was ich von einer Kompakten erwarte, nicht zu. Als ehemaliger Besitzer der Sony RX100 weiß ich aus Erfahrung, dass sie gerade nicht mehr klein genug ist um richtig kompakt zu sein und dass ihre Makrotauglichkeit wenig überzeugend ist. Das sind die Gründe, weshalb ich sie am Ende wieder verkauft habe. Und wegen der sinnlos hohen Auflösung, die bei so einer Kompakten nur überflüssig große Daten erzeugt und ein reiner Marketing-Gag ist, aber im Vergleich zu einer 10-MP-Kompakten Null Detailschärfegewinn bedeutet.

Dasselbe gilt auch für die als Profi-Kompakte positionierten Modelle Canon G12 und Nikon P7800. Diese Kameras versprechen dieselben Möglichkeiten zu bieten wie eine Systemkamera und sind aufgrund ihrer Konstruktion mit vielen Einstellrädchen, Knöpfchen und einem Sucher alles andere als Kompakt. Zwar muss ich diesen beiden zugute halten, dass sie aufgrund des recht kleinen Sensors, den auch sie nutzen, meine geforderte Makrotauglichkeit erfüllen, und dass ein Sucher im Sonnenschein allemal ein Vorteil ist. Allerdings ist ein winziger Sucher, wie ich ihn bisher von solchen Modelle kenne, doch nur eine Notlösung auf die ich heute keinen Wert mehr legen würde, wenn es den Preis des Verlusts der Kompaktheit fordert.

Leere Versprechungen

Das Versprechen, dem auch ich früher erlag, dass man mit so einer Kamera, dadurch, dass sie mit Blendenvorwahl, Zeitvorwahl und manuellen Belichtungseinstellungen sowie mit den dedizierten Rädchen zum Steuern der Belichtungsparameter genauso kreativ gestaltend fotografieren kann wie mit einer Systemkamera, können die Geräte dabei in der Praxis gar nicht halten. Wenn der Fotograf die Belichtungseinstellung nicht einer Kameraautomatik überlassen möchte geht es ihm vor allem um das kreative Steuern der Blende um dadurch die Schärfentiefe zu beeinflussen. Es gibt zwei Gründe, weshalb dieses Ansinnen bei einer Kompakten mit kleinem Sensor in den meisten fotografischen Situationen aussichtslos ist: 1. Die generell große und schon auf kurze Distanzen meist unendliche Schärfentiefe; 2. Der Spielraum zur Blendensteuerung ist selbst bei sehr guten Modellen am langen Ende der Brennweite nur selten besser als ƒ2.8 bis ƒ8, wobei wohl davon ausgegangen muss, dass ab Blende ƒ4 die Detailschärfe schon wieder deutlich abfallen dürfte. Das heißt in der Praxis wird es mit so einer Kompakten relativ Wurst sein ob man manuell belichtet oder das Wählen von Blende und Zeit der Programmautomatik überlässt (von der Belichtungskorrektur einmal abgesehen).

Vergleiche ich eine Lumix G1 Systemkamera mit einer Canon G16 Kompaktkamera, dann gibt mir die G1 aufgrund ihres viel größeren Sensors tatsächlich relevante Gestaltungsmöglichkeiten der Schärfentiefe bei deutlich besserer Bildqualität in einem kleineren und leichteren Gehäuse: Die G1 hat inklusive Standardzoom etwa 280g, die Canon G16 knapp 360g.

Lauter Gründe für mich, weshalb ich nur eine wirklich kompakte Kompaktkamera mit kleinem Sensor kaufen würde.

Ein paar aktuelle Modelle kompakter Kompakten

Eine Kompakte der unteren Preisklasse würde ich mir heute keine mehr kaufen. Aktuelle Smartphones haben bereits eine dermaßen hohe Qualität, dass so ein solcher Apparat nur einen geringen Mehrwert liefern könnte. Einen Seitenhieb gegen Samsung und Sony mit ihren 16-+-MP-Monstern kann ich mir hier jetzt allerdings nicht verkneifen. Das ist reines Marketing und völlig sinnlos. Hier lobe ich mir Apple die in Sachen Sensorauflösung beim iPhone einigermaßen am Boden bleiben und ihre Kunden nicht mit Megapixelködern verarschen oder auch Nokia (jetzt wohl Microsoft), die zumindest mit im Vergleich wirklich sehr großen Sensoren punkten.

Neben Kompaktheit ist RAW-Fähigkeit ein ausschlaggebendes Kriterium, dass eine Kompakte für mich in Frage kommt.

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Olympus XC-10; © Olympus 2013

Mein derzeitiger Kompaktkamera-Favorit ist eindeutig die Olympus XZ-10. Keine andere Kamera kombiniert Kompaktheit und Lichtstärke besser wie sie und ihre Abbildungsqualität ist bestechend. Dabei gehört sie zum preiswertesten unter den anspruchsvollen Kompakten. Hätte ich einen einzigen Wunsch für ihre Nachfolgerin offen wäre das 24mm statt 26mm Weitwinkel. Unterm Strich ist sie aber die erste Kompakte mit der ich dauerhaft zufrieden bin. (Affiliate-Link zur XZ-10 bei Amazon)

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Canon PowerShot S200; © Canon 2014

Seit Jahren empfehle ich die Kompakten der Canon-S-Serie als ideale kompakte Begleiterin – seit ich ein Buch über die S95 schrieb (das dann leider nicht veröffentlicht wurde. Mittlerweile hat die S den Sprung von der 120 zur 200 geschafft. Wer bei Amazon sucht findet von der S noch immer ältere Modelle, wie die S110 um derzeit knapp über 200 Euro oder die S120 um etwa 350 Euro – es muss nicht unbedingt das neueste Modell sein!

Vorteil der S-Modelle gegenüber der XZ-10: Sie haben 24mm Weitwinkel. Nachteil: Sie sind nicht am langen Ende der Brennweite – also dort wo’s eigentlich interessant wäre – deutlich weniger Lichtstark.

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Nikon P340; © Nikon 2014

Die Nikon P340 teilt mit der Canon S, dass sie gegenüber der XZ-10 mit 24mm Weitwinkel glänzt, und den Nachteil, dass Sie am langen ende des Zooms nicht besonders lichtstark ist. Während ich mit der Olympus XZ, der Canon S und der Sony RX persönliche Praxiserfahrung habe, gilt das für die Nikon P340 und die folgenden Kameras nicht. Wäre ich jedoch nicht bereits auf die XZ-10 eingeschworen, würde ich mir diese Modelle durchaus ansehen. Und wie immer gilt: Was für mich perfekt ist muss für andere nicht optimal sein.

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Panasonic Lumix LX7; © Panasonic 2014

Die Lumix LX7 zog ich selbst einmal in Erwägung bevor ich zur XZ-10 gekommen bin. Sie Vereint die Vorzüge eines 24mmm Weitwinkels und guter Lichtstärke am langen Ende der Brennweite, ist dafür aber deutlich größer als die XZ-10.

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Fuji XQ1; © Fujifilm 2014

Wenn man heute an qualitativ hochwertige, clevere, schicke Kameras denkt, kommt man um Fuji nicht herum. Neben der oben abgebildeten XQ1 ist auch die XF1 im Retrodesign einen Blick wert. Auch bei Ihnen muss ich allerdings bemängeln, dass die Lichtstärke mit zunehmender Brennweite deutlich nachlässt.

Ich persönlich bin gespannt womit Olympus die XZ-10 eines Tages ersetzen wird. Da Apple das RAW-Format der XZ-10 nicht unterstützt und es wohl auch nicht mehr nachholen wird, was mich zwingt zur RAW-Entwicklung auf ein anderes Programm als Aperture auszuweichen, könnte der Nachfolger trotz meiner Zufriedenheit mit dem aktuellen Modell durchaus interessant sein. Allerdings weiß ich auch nicht, wie lange ich Aperture noch treu bleibe – Apples Politik bei diesem Produkt ist wirklich nur mehr peinlich.

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Die G1 mit dem Kit-Standardzoom

Für einige Tage stellte mir mein freundlicher Fachhändler Foto Hebenstreit eine Panasonic Lumix GM1 zur Verfügung um sie ausgiebig zu testen und darüber zu schreiben. Ich hatte schon länger ein Auge auf die Kleine geworfen und das Testgerät gab mir die Möglichkeit sie bei einer Reise nach Meran ausgiebig in der Praxis einzusetzen. Neben ihr begleiteten mich außerdem meine beiden OM-Ds, die E-M1 und die E-M5.

So sehr ich es in letzter Zeit genoss mit zwei Kameras unterwegs zu sein und dadurch auf Objektivwechsel verzichten zu können (die OM-Ds statte ich derzeit bevorzugt mit dem 9–18mm-Weitwinkelzoom und dem 60mm Makro aus), machten mir die Ausflüge mit drei Kameras schnell klar, dass drei dann doch eine zu viel sind. Allerdings spekuliere ich darauf, dass es auf Events durchaus seinen Reiz hat drei gleichwertige Kameras zur Verfügung zu haben und somit drei Objektive ohne Objektivwechsel nutzen zu können. Ballast fällt bei MFT ja insgesamt recht wenig an und mit der Lumix GM1 so gut wie gar kein zusätzlicher – die Kamera alleine wiegt lediglich 173g und ist damit nicht einmal halb so schwer wie eine OM-D E-M10.

Auf Augenhöhe mit Topmodellen

Moment: Die GM1 soll der E-M1 gleichwertig sein? In Sachen Bildqualität ist das mein bisheriger Eindruck und vom Funktionsumfang her ist die Kleine riesig. Der Autofokus scheint den flotten Olympus-Kameras nicht nachzustehen, was auch für das Auslösen per Touch am Display gilt. Diesbezüglich war meine letzte Panasonic, die Lumix G3, ja noch relativ lasch und für schnelles Auslösen – worin ja gerade der Reiz des Touch-Auslösens liegt – nicht zu gebrauchen.

Tatsächlich ist die GM1 eine außerordentlich kompakte Systemkamera, die dennoch sämtliche Einsteiger-Spiegelreflexkameras von Canon und Nikon in den Sack stecken dürfte. Die Materialanmutung ist gut und nicht mit dem Plastikeindruck zu vergleichen, den preiswerte DSLRs meist vermitteln. Vor allem aber neigt beispielsweise Nikon dazu den Funktionsumfang ihrer Einsteigerkameras softwareseitig zu kastrieren um einen deutlichen Abstand zu den darüber positionierten Modellen zu halten – ich nehme an bei Canon wird das nicht anders sein. Die Software der preiswerteren Modelle von Panasonic und Olympus hingegen ist gegenüber den Spitzenmodellen in keiner Weise eingeschränkt. Die Unterschiede bestehen bei den beiden MFT-Anbietern lediglich hardwareseitig.

Zwar ist davon auszugehen, dass sich aus den 24-Megapixel-APS-C-Sensoren einer Nikon D5300 und vergleichbarer Aufsteiger-DSLRs spätestens unter Laborbedingungen mehr Detailschärfe herausholen lässt als bei den gängigen 16MP-Sensoren aktueller MFT-Kameras, allerdings nur mit Objektiven und Arbeitstechniken die bei den Zielgruppen von Einsteigerkameras eher nicht zu erwarten sind.

Abgesehen davon, dass mit professionellen Objektiven und professioneller Arbeitstechnik Consumer-Topmodellen wie der Nikon D7100 (in meinen Augen in Sachen Preis/Leistung eine der besten Kameras überhaupt) mehr Detailschärfe zu entlocken ist, würde ich die GM1 auf jeden Fall eher mit ihr vergleichen, als mit den darunter positionierten Nikons D5300 oder D3300. Jedenfalls was den Anspruch und den Funktionsumfang angeht.

Keine Kamera für ausgedehnte Fotosessions

In der Praxis wäre das Match D7100 gegen GM1 natürlich dennoch ein unfaires. Die D7100 ist eine Consumer-DSLR mit professionellem Anspruch, die GM1 eine kompakte und vielseitge Systemkamera für immer dabei. Beim Fotoshooting kann eine winzige Kamera in Sachen Effizienz und Handling-Komfort kaum mit einer griffigen und massiven DSLR mithalten. Da muss man mit den Füßen am Boden bleiben – Funktionsriese hin oder her.

Auch bei der Fokussierung rasanter Motive wird die GM1 neben der D7100 alt aussehen und wer die Kameras mit exzellenten Objektiven ausstattet (und hier ist die Auswahl bei Nikon doch deutlich größer) und auf ein Stativ stellt um Landschaft zu fotografieren darf von den 24MP ohne Tiefpassfilter bei der D7100 auch etwas mehr erwarten. Darüber hinaus ist die D7100 gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, wo die GM1 ebenfalls passen muss.

Wie üblich kommt es drauf an, was man will. Als Kamera für ausgedehnte Fotosessions, für People, Porträt, Fashion & Beauty und Akt ist eine Kamera wie die GM1 ebenso wenig geeignet, wie für Sportfotografie, die Pirsch nach scheuen Tieren, das Einfangen fliegender Vögel etc. Auch für Makro kann ich sie mir nur bedingt vorstellen – die Kamera ist nicht besonders griffig und die fehlende Möglichkeit das Display zu klappen würde ich auch vermissen.

Professionalität im schicken kleinen Gehäuse

Nein, die Stärke der GM1 ist, dass sie jacken- und handtaschentauglich ist. Mit ihr schleppt sich niemand ab. Trotzdem ist man mit vielen MFT-Festbrennweiten in der Lage Aufnahmen in professioneller Qualität zu erzielen und muss beim Funktionsumfang auch im Vergleich mit Profi-DSLRs wenig Abstriche machen.

Eine Kamera für Einsteiger?

Ist die GM1 damit die Antwort für Einsteiger die nach einer preiswerten, kompakten Alternative zu DSLR suchen? Ich bin mir nicht sicher.

Meine Erfahrung lässt mich vermuten, dass die meisten Laien, die nicht wirklich am Fotografieren interessiert sind, sondern nur ohne Aufwand bessere Fotos machen wollen, ihre DSLR früher oder später wieder zuhause lassen weil sie ihnen zu groß ist und zur Kompaktkamera zurück kehren – oder mit den mittlerweile hervorragenden Smartphones fotografieren. Von daher wäre eine kompakte Systemkamera wie die GM1 natürlich eine Alternative.

Allerdings glaube ich, dass sich Laien, die an Systemkameras interessiert sind, vor allem auch von kurzer Schärfentiefe fasziniert sind und die ist mit einer MFT-Kamera mit einem kompakten und nicht besonders lichtstarken Standardzoom doch schwerer zu erreichen, als mit einer DSLR.

Nach über einem Jahr MFT habe ich zwar den Eindruck gewonnen, dass MFT-Objektive im Schnitt schönere Bokehs erzeugen, als meine vormaligen Vollformatobjektive. Natürlich ist die Schärfentiefe größer und Hintergründe sind im Vergleich weniger unscharf. Doch dafür sind sie weicher, ruhiger und cremiger. Ich war besonders überrascht vom Bokeh des M.Zuiko 12–50mm ƒ3.5–6.3. Ich meine: 50mm MFT bei Blende ƒ6.3 – was soll das bitte für ein Bokeh ergeben? Zu meiner Überraschung: Ein sehr schönes. Die Schärfentiefe ist zwar nicht besonders gering aber die Weichzeichnung ist so flauschig, dass es trotzdem bezaubernd aussieht. Und das gilt eigentlich für alle MFT-Objektiv, die ich bislang im Einsatz hatte.

Dennoch: Es gibt viele Situationen in denen eine DSLR wegen ihres größeren Bildsensors mit einem Standardzoom mehr Bokeh erzielt. Und ich glaube Laien stehen darauf (so wie wir auch). Sie sind enttäuscht, wenn eine teuere Systemkamera (auch DSLRs sind Systemkameras) lediglich moderat kurze Schärfentiefen erzeugen kann. Ich glaube, das ist eines der großen Probleme von Nikons 1-System im Amateurmakrt.

Laien (die noch nicht vom Fotovirus gepackt sind) kostet es nach meiner Erfahrung Überwindung Euro 500+ für eine Systemkamera auf den Ladentisch zu blättern. Es schiene mir absurd ihnen zu empfehlen noch einmal 1000 Euro für ein lichtstarkes Zoom in die Hand zu nehmen.

Und Festbrennweiten? Ich denke Anwender die noch nicht recht wissen, ob sie wirklich an der Fotografie interessiert sind und nicht nur tolle Bilder mit wenig Aufwand machen wollen, sind damit überfordert.

Das sind Gründe, weshalb ich noch immer zögere Leuten, die mich fragen was für eine Kamera sie kaufen sollen, eine MFT-Kamera zu empfehlen. Ich erzähle davon, doch ich forciere nicht sie in diese Richtung zu beeinflussen. Ich will niemandem etwas empfehlen, wenn ich fürchte, er könnte damit nicht glücklich sein, selbst wenn ich die Vorzüge des Produkts kenne.

Eine Kamera für Leute die wissen was sie wollen

Die GM1 ist eine Kamera zum Preis einer Einsteiger-DSLR die Einsteiger-DSLRs locker in die Tasche steckt, doch ich denke sie ist keine Kamera für fotografische Einsteiger. Die GM1 ist eine kompakte Systemkamera für bereits erfahrenere Fotografen die eine leistungsfähige Kamera mit möglichst wenig Gewicht und Volumen suchen. Ich würde sie niemandem empfehlen, der noch nicht weiß, was er will, aber jedem der genau das will: eine gute, kompakte Systemkamera.

Ein Ersatz für die Kompakte?

Die GM1 ist kompakt. Ohne Objektiv ist sie kaum größer als die wirklich kompakte Olympus XZ-10, meine bevorzugte Kompaktkamera. Mit Objektiv jedoch sieht es anders aus. Eine Kompaktkamera, wie eben die XZ-10 oder die Canon S120, ist hemdtaschentauglich und findet zur Not auch in der Tasche einer Jeanshose Platz. Für die GM1 muss es selbst mit einem kompakten Pancake zumindest eine Jackentasche sein.

Darüber hinaus sind Kompaktkameras mit kleinen Bildsensoren einfach unschlagbar komfortabel in der schnellen Makrofotografie.

Aus diesen Gründen kann die GM1 eine echte Kompaktkamera für mich nicht ersetzen.

Die GM1 in der Praxis

Nicht zuletzt aufgrund der Größe sind die Bedienelemente der GM1 überschaubar. Neben Ein/Aus, Moduswahlrad, einem Schalter zum Umschalten zwischen AF-S, AF-C und MF (bravo, Panasonic) und einer FN-Taste gibt es in erster Linie noch ein Rad auf der Rückseite, das auch als Wippe dient. Der Startknopf für Video lässt sich leider nur On/Off schalten und nicht individuell belegen, was ein bedauerliches und unnötiges Versäumnis ist.

Trotz der überschaubaren Anzahl an Bedienelementen lässt sich die GM1 überraschend gut und flüssig bedienen, auch wenn man mit manueller Belichtung arbeitet. Schnell gewöhnt man sich daran die Kamera halb über Drehrad und Wippe und halb über das Touchdisplay zu bedienen. Das geht vor allem auch deshalb so gut, weil die Kamera keinen Sucher hat: Fotografieren mit Sucher und bedienen über Touchdisplay wäre hingegen zu umständlich.

Das Fotografieren ohne Sucher hat aber auch seine Schattenseiten, vor allem wenn man es im strahlenden Sonnenschein versucht. Da wird Einstellen, Bildausschnitt wählen und Fokussieren sehr schnell zum Blindflug. Ein ganz klarer Nachteil gegenüber Spiegelreflex und Systemkameras mit Sucher. Hier darf man gespannt sein, ob Panasonic in Zukunft Sonys Beispiel folgen und eine kompakte GM1-Nachfolgerin vorstellen wird, die über einen aus dem Gehäuse ausklappbaren Sucher verfügt.

Der Einstieg in die Arbeit mit der Kamera gestaltete sich zunächst etwas schwierig und nervig. Das rückseitige Bedienrad lässt sich sehr leicht kippen und löst dann unbeabsichtigt eine Funktion aus. Außerdem liegt das Bedienrad sehr nahe am Display (eh klar, bei dem kleinen Gehäuse) und rasch erfolgt eine versehentliche Berührung des Displays was ebenfalls eine Funktion auslösen kann. Doch auf beides hat man sich schnell eingestellt und dann erfolgt die Bedienung wie gesagt überraschend flott und flüssig.

Punkten kann die GM1 unter anderem mit absolut geräuschlosem Auslösen. Zwar sind spiegellose Kameras generell leiser, doch ein vernehmbares Geräusch erzeugt der mechanische Verschluss allemal. Die GM1 kann allerdings auch Fotos mit einem elektronischen statt eines mechanischen Verschlusses belichten und dann ist vom Auslösen absolut nichts zu hören.

Der elektronische Verschluss führt weiters dazu, dass Belichtungszeiten bis zu 1/16.000 Sekunde ermöglicht werden, womit sie wohl so gut wie alle Profikameras in den Schatten stellen dürfte. Wäre interessant, wie sich das beim Blitzen nutzen ließe. Doch da die Kamera keinen Blitzanschluss hat und die GM1 keine entfesselten Blitze steuern kann, lässt sich das wohl nur schwer herausfinden.

Was mir etwas Kopfzerbrechen bereitete, war, dass es mir zunächst nicht gelang eine Belichtungszeit einzustellen, die länger als eine Sekunde ist. Erst nachdem ich die Kamera auf Werkseinstellung zurück gestellt hatte war das (wieder) möglich. Später fand ich heraus, dass es am Stummschalten lag: Ohne mechanischen Verschluss, keine Langzeitbelichtung. Aha.

Fazit

Die GM1 ist sicher nicht die Kamera erster Wahl für mich bzw. ich könnte nicht ausschließlich mit ihr leben; im Gegensatz zur E-M1 oder E-M5 (oder E-M10). Als kompakteste und vor allem leichteste Erweiterung zu meiner MFT-Ausrüstung hat sie aber durchaus ihren Reiz.

Man muss bei ihr Abstriche machen, vor allem wenn es darum geht im Sonnenschein zu fotografieren. Dafür bekommt man hervorragende Qualität und einen Funktionsumfang, der nichts zu wünschen übrig lässt (wenn man vielleicht von der mangelnden Erweiterbarkeit durch Blitze absieht), in einem unschlagbar kleinen und schicken Gehäuse.

Ab Juni soll die GM1 als GM1L im Kit mit dem neuen G-Objektiv 15mm ƒ1.8 erscheinen und wenn der Kit-Preis attraktiv ist spiele ich mit dem Gedanken das Pakte zu kaufen – das 15mm ƒ1.8 steht ohnehin ganz vorne auf meiner Wunschliste.

Wer in der Umgebung von Feldkirch zuhause ist kann sich die GM1 bei Foto Hebenstreit im Illpark ansehen und auch viele andere Händler werden die Kamera zum Anfassen und Ausprobieren im Laden haben. Wer lieber über Amazon bestellt findet hier einen Link, über den für mich ein paar Euro Provision abfallen, ohne dass er (oder sie) einen Euro mehr zahlen muss.

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Das 12-40mm ƒ2.8 ist zwar im Verhältnis zu APS-C und Vollformatobjektiven kein Riese aber an der GM1 noch immer ein ordentliches Kaliber – ein Objektiv mit Kamera dran, könnte man sagen.

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Kamera und Stativ sind klein, aber die Qualität ist ganz groß.

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Amazon bittet regelmäßig darum bei ihnen bestellte Produkte zu bewerten und ich komme dem auch gerne einmal nach. Heute habe ich meine aktuelle mittlere Kameratasche für die Fotosafari, die Vanguard The Heralder, rezensiert und möchte den kurz zusammengefassten Eindruck auch hier wiedergeben.

Vielleicht finde ich zu einem späteren Zeitpunkt ja auch einmal Zeit für einen ausführlichen Bericht. Damit werde ich mir aber noch etwas Zeit lassen denn vernünftige Erfahrungsberichte lassen sich bei Fotoausrüstung in der Regel erst nach einiger Zeit im Einsatz schreiben. So war ich beispielsweise durchaus begeistert von der Kalahari K-22, allerdings riss nach einiger Zeit der Stoff ein und ein Reissverschluss ab. Zwar hatte ich sie bis dahin schon einige Zeit im Einsatz, aber beim Preis der Kalahari-Taschen halte ich vor allem den Bruch des Zippers für einen Mangel der nicht sein dürfte. Doch so etwas merkt man eben erst nach Monaten.

Nachdem ich vor einiger Zeit von Vollformat zu MFT (Olympus OM-D) wechselte, brauchte ich neue Taschen – die alten waren mir zu groß für das kompakte Kamerasystem. Bislang habe ich Taschen von Lowe Pro, Kalahari, Tamrac und Think Tank und war mit deren Produkten im Großen und Ganzen zufrieden, wenn auch bei den wenigsten Produkten rundherum. Vanguard war mir lange Zeit unbekannt.

Seit einigen Wochen habe ich nun die Heralder 28 im Einsatz und das Gefühl mit Vanguard meine Taschenmarke gefunden zu haben. Die Tasche macht den Eindruck erstklassiger Verarbeitungsqualität, trägt sich sehr angenehm und auch der Look mag mich überzeugen.

Sie ist deutlich größer und fasst mehr, als ich anhand der Produktabbildungen und -beschreibungen gedacht hätte. Zunächst einmal hatte ich den Heralder 33 (nächst größeres Modell) bestellt, die mir aber für das MFT-System viel zu groß war. Ich schickte sie also zurück und orderte Stattdessen die Heralder 28, die ich nun schon ein paar Wochen fleißig im Einsatz habe. Zuletzt war ich mit ihr auch schon mehrere Kilometer (12–15km am Stück) zu Fuß auf Fotosafari und empfinde den Tragekomfort als tadellos.

Sie nimmt für mich praktisch mein ganzes MFT-Equipment auf: OM-D E-M1, OM-D E-M5, Olympus-FL-600R-Blitz, Olympus 12mm Objektiv, Panasonic 20mm, Olympus 45mm, Olympus 12–40mm, Voigtländer 42,5mm, Olympus 75mm, Olympus 60mm Macro und Olympus 9–18mm. Am Ende bleibt noch immer etwas Platz frei. Auf den Fotosafaris packe ich natürlich nicht alles mit ein, sondern begnüge mich aktuell mit den beiden OM-Ds, 9–18mm, 60mm Macro und FL-600R Blitz, dafür muss die Tasche aber etwa drei 0,5–0,75Lt. Flaschen und ein bisschen Verpfelung aufnehmen.

Mit entscheidend bei praktisch jeder Kameratasche ist für mich, dass sie zumindest eine Seitentasche enthält in der man Getränke unterbringen kann – bei dieser Tasche passen zwei 0,5Lt. Flaschen in ihre eine Seitentasche.

Die Heralder gefällt mir so gut, dass ich gleich noch eine Vanguard (Sydney 18) als kleinere Tasche für Ausflüge mit weniger Material orderte.

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