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Wer wie ich mit entfesselten Systemblitzen arbeitet und nicht Canon oder Nikon nutzt kennt vielleicht das Problem: Für Marken wie Olympus und Panasonic gibt es aktuell kein Funksystem das TTL unterstützt (wobei, wie ich hier berichten kann, kein System nicht ganz richtig ist).

Zwar arbeite ich ausschließlich mit manuellen Blitzeinstellungen wenn ich kabellos blitze, doch die TTL-Systeme bieten den Vorteil, dass sich die Blitzleistung von der Kamera aus einstellen lässt. Die reinen Funkauslösesysteme, die sich bei jeder Marke nutzen lassen, erfordern, dass die Blitzleistung am Blitz eingestellt wird. Das bedeutet, dass für eine Änderung der Lichtstimmung ein Spaziergang zu allen Blitzen notwendig wird. Bei mir sind das in der Regel drei. Ein Blitz nach dem anderen muss dann auf Augenhöhe heruntergelassen oder hochgehoben und manuell justiert werden. Entspricht das Resultat nicht den Vorstellungen wiederholt sich der Rundgang. Ich will so nicht arbeiten.

Zwar erlauben die Systeme für das kabellose Blitzen der Hersteller auch entfernte Blitze von der Kamera aus zu steuern, nur kommunizieren diese nicht über Funk sondern über Lichtsignale. An sich funktioniert das relativ gut, allerdings nur wenn die entfesselten Blitze die Steuersignale des Masterblitzes sehen.

Leider kommt es viel zu oft vor, dass der Sichtkontakt zwischen Master und Slave blockiert ist. Das kann sein, weil sich ein Objekt dazwischen schiebt – das kann auch einmal das Modell sein. Den Blitz bewusst hinter einem Objekt zu verstecken oder ihn in einen Schirm blitzen lassen und sich hinter den Schirm stellen geht also nicht. Sonnenschein kann die Lichtsignale überstrahlen und verhindern, dass das System funktioniert. Und wenn man nicht gerade in engen Räumen mit weißen Wänden arbeitet ist es kaum möglich Blitze aus zwei verschiedenen Richtungen auf das Modell zu richten – nach meiner Erfahrung geht das mit dem Olympus-System noch weniger als mit Nikons CLS.

Wegen der beschriebenen Probleme liebäugelte ich schon lange mit einem Funk-TTL-System und als ich noch mit Nikon arbeitete stand ich schon kurz vor der Bestellung. Doch dann haben es mir Olympus’ OM-Ds angetan und ich habe das System gewechselt, nicht zuletzt auch in der Hoffnung, dass die Hersteller von Funk-TTL-Systemen früher oder später auch MFT-Blitze unterstützen. Bislang habe ich allerdings noch kein Gerücht vernommen, dass eine solche Unterstützung irgendwo geplant ist.

Umso aufmerksamer wurde ich, als ich von der Aokatec-Lösung gehört habe. Deren Lösung klingt abenteuerlich: Die Lichtsignale des Masterblitzes werden von einem Sender aufgenommen, in Funksignale umgewandelt, an die Empfänger geschickt und dort wieder als Lichtsignale an die Augen der Slaveblitze übertragen. Das folgende Video demonstriert das System in der Praxis:

Ganz geheuer war mir die Idee nicht, doch da es die bislang einzige Lösung ist mit meinen MFT-Kameras die Probleme der Lichtsteuerung zu umgehen habe ich mich vor einiger Zeit dann doch entschieden einen Satz aus Sendern und Empfängern zu ordern. Zunächst versuchte ich es direkt beim Hersteller in China, wo allerdings zur Zeitpunkt meines Bestellversuchs gar nicht ausreichend Empfänger zu ordern waren. Außerdem blieben Anfragen via Mail schlicht unbeantwortet – nicht gerade vertrauenserweckend.

Dennoch wollte ich es unbedingt probieren und habe deshalb bei Amazon nach Aokatec gesucht. Bei Amazon Deutschland blieb die Suche ohne Erfolg, doch bei der Suche über amazon.com landete ich Treffer. Also habe ich einen Sender/Empfänger und zwei weitere Empfänger aus der USA bestellt. Keine Schnäppchen scheint mir, denn zu Amazons Preisen gesellten sich noch Versand und Zoll. Aber in der Not frisst der Teufel das Brot.

Zunächst einmal wird für die Produkte zwar eine Unterstützung für Canon, Nikon und Sony angegeben, nicht aber für Olympus oder Panasonic. Laut meinen Recherchen sollte es dennoch funktionieren (was ich mittlerweile bestätigen kann).

Die Sets werden mit allem geliefert, was für den Einsatz erforderlich ist, inklusive eines Klebe-Klett-Systems mit dem sich der Sender am Masterblitz anbringen lässt. Die Materialqualität macht einen lausigen Eindruck und ich habe das System bei mir schon einmal unter Verbrauchsmaterial verbucht – Langlebigkeit würde mich überraschen. Bei einem Kopf eines Kabels für die Signalübermittlung an den Slaveblitz war bereits nach der Entnahme der Deckel abgefallen, was ich fachmännisch mit Superkleber reparierte – eine Rücksendung in die USA kam in meinen Augen nicht in Betracht.

Trotzdem habe ich den Kauf (noch) nicht bereut, denn das System arbeitet einwandfrei. Zwar konnte ich es nicht dazu bringen meinen Metzblitz zu steuern, was aber wohl eher am Auge des Blitzes liegt als am Aokatec-System. Sollte es – bei entsprechend sorgfältiger und vorsichtiger Behandlung – einige Zeit halten ist es eine absolute Bereicherung für meine Arbeit mit entfesselten Blitzen. Endlich keine endlosen Tricksereien mehr um Sichtkontakt zwischen Master und Slave herzustellen und auch keine engen Einschränkungen bei der Platzierung der Blitze.

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Der liegende Blitz ist mein Metz als Master. Darauf ist via Klettverschluss der Aokatec-Sender montiert. Wie der die Lichtsignale aufnimmt ist mir ein Rätsel aber im Studio funktioniert es einwandfrei und laut dem Filmchen oben sollte es auch im prallen Sonnenlicht kein Problem sein.
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 Die drei Empfänger. Billigstes Material aber funktional einwandfrei.
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 Der Sender sieht exakt aus wie die Empfänger, trägt aber die Aufschrift TX statt RX.
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Das Auge des Blitzes und der Kopf des Aokatec-Systems der dem Blitz die Lichtsignale übermittelt.
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Und so sieht es aus wenn das Kabel am Blitz montiert ist. Simpel aber effektiv.

 

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Standard a la Adobe

Wed, 17. Sep. 14

Phase One hat Capture One 8 veröffentlicht und die Chance beim Schopf gepackt um Apple Aperture User ein unwiderstehliches Angebot zu machen: Capture One 8 import komplette Aperture-Bibliotheken inklusive der Bildeinstellungen. Dabei werden gerade Ausrichten, Beschneiden, Belichtung, Farbsättigung, Weißabgleich, Licht und Schatten bis hin zu Schwarzweiß-Einstellungen übernommen. Die Bilder sehen in Capture One natürlich nicht genau gleich aus wie in Aperture, doch da Capture One der wohl beste RAW-Konverter am Markt ist kommen manche Bilder sogar besser heraus als in Aperture. Nicht alle allerdings – bei manchen muss nachgebessert werden.

Der Import einer Bibliothek mit 28.000 Bildern ging bei mir dabei mit drei Stunden überraschend flott vonstatten. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, da mir bislang die Zeit fehlte mich mit den Resultaten zu befassen. Doch der erste Eindruck ist sehr vielversprechend.

Leider unterstützt Capture One meine Alltagskamera, die Panasonic GM1, noch immer nicht. So sah ich keinen anderen Weg als es mit dem von mir wenig geliebten DNG-Format zu versuchen. Schon das Konvertieren der Bilder macht Stutzig denn die DNGs habe ein deutlich geringeres Dateivolumen als die Lumix-RW2s und man fragt sich unweigerlich was da wohl gerade über Bord gegangen ist.

Leider interpretiert Capture One DNG 7.1 nicht. 6.6. auch nicht. 5.4 auch nicht. Erst mit DNG 4.6 habe ich vermeintlich Glück – Capture One zeigt endlich ein Bild an. Allerdings ist diese DNG-Datei nun nicht kleiner sondern drei Mal größer als das Panasonic-RAW. Möchte ich mir das wirklich antun? Oder warte ich noch ein paar Wochen ab ob Phase One uns doch noch verrät ob das mit der GM1 noch einmal etwas wird oder nicht?

DNG und C1 werde ich im Moment einmal lassen. Aber der vergebliche Versuch hat mich neugierig gemacht? Wie ist das denn mit dem Format das von Adobe als Standard präsentiert wurde, falls Nikon, Canon & Co einmal dicht machen und ihre RAW-Formate nirgends mehr interpretiert werden. Also zog ich mein RAW-Konverter heraus und testete wer denn wohl etwas mit DNG anfangen kann. Das Resultat ist eigentlich vernichtend für DNG.

  • Capture One interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • DxO interpretiert DNG NICHT.
  • ACDSee interpretiert DNG neuer als 4.6 NICHT.
  • Mac OS interpretiert DNG NICHT wenn es linear konvertiert wurde (das konnte man beim Konvertieren einst als Option einstellen, allerdings ohne, dass sich die Adobe-Programme verpflichtet fühlten dem Wunsch nachzukommen).

Fazit: Wer fleißig nach DNG konvertiert und die Original-RAWs entsorgt hat kaum eine Chance irgendwann zu einem Programm zu wechseln das nicht von Adobe stammt. Aha – das versteht man jetzt also unter Standard!

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David DuChemins »Sehen und Gestalten« ist ein Buch das ich euch schon länger einmal ans Herz legen wollte, ohne dass ich bislang die Muße gefunden hätte einen entsprechenden Blogpost zu schreiben. Jetzt aber will ich das kurz machen.

Im Untertitel heißt es »David DuChemins etwas andere Fotoschule«. Nun, das weist in meinen Augen in eine etwas falsche Richtung, auch wenn es an sich eigentlich korrekt sein mag. In einer Fotoschule würde man an sich Dinge wie Grundlagen zu Kameratechnik, -ausrüstung und -einstellungen vermuten. Diese sind aber kaum ein Thema. Wer danach sucht muss zu einem anderen Werk greifen (zum Beispiel zu »Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt« aus meiner Feder :)). Vielmehr geht es um das was tatsächlich wichtig ist an der Fotografie: Fotos bewusst zu gestalten.

Der Autor spricht sehr viel von der Vision die man als Fotograf haben muss. Für mich ist Vision ein sehr großes Wort und ich weiß nicht ob mir die Lust am Fotografieren nicht verginge wenn ich permanent darum bemüht sein müsste Visionen zu verfüllen. Aber wenn man von diesem etwas philosophischen Vorbehalt meinerseits gegenüber diesem Anspruch absieht ist das Buch großartig, vor allem wenn man über das Stadium hinaus ist in dem man sich noch mit den technischen Grundlagen herumschlagen muss. Es ist also vor allem eine Empfehlung für alle jene, die mit Brenneite, Blende, Verschlusszeit & Co längst per Du sind. Aber nicht nur! Auch wenn man in Sachen Fototheorie und -praxis noch Novize ist kann man es genauso gut lesen. Es ist nicht nur in einer gut zu lesenden und verständlichen Sprache gehalten, sondern, da es sich vor allem auf Gestaltungsaspekte abseits von Kameraeinstellungen konzentriert, auch ohne großartige Grundkenntnisse nachvollziehbar – Gestaltung lässt sich auch völlig unabhängig von Technik erklären. Das heißt, selbst wenn ihr ausschließlich mit eurem Telefon fotografiert und somit ohnehin nicht an Blende und Brennweite drehen könnt, gibt das Buch gute Anregungen eure Bildgestaltung zu verbessern.

Ich will mich hier nicht lange mit der Beschreibung der Inhalte aufhalten – das könnt ihr ausführlich auf der Website des dpunkt-Verlags in Erfahrung bringen, wo ihr das Inhaltsverzeichnis und ein Demo-Kapitel als PDF runterladen könnt –, sondern beschränke mich kurz und bündig darauf es als klaren Lesetipp für alle zu empfehlen, für die Fotografie mehr ist, als eine tolle Fotoausrüstung durch die Gegend zu tragen.

Alle, die lieber via Amazon bestellen, als über den freundlichen Buchhändler um die Ecke oder den Verlag, und damit leben können, dass ein paar Cents Provision für mich abfallen, finden hier den Link zum Buch beim Online-Händler.

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Foto

Olympus OM-D E-M10 auf meinem Foto-Pro-Stativ bei der Aufnahme einer Langzeitbelichtung.

Traue keinem Fan!

Seit ich im Frühjahr 2013 begann mit der OM-D E-M5 zu fotografieren bin ich mehr und mehr zum MFT-Fan mutiert. Das Fotografieren mit dem System macht mir mehr Spaß als mit jedem anderen davor und die Resultate scheinen mir durchschnittlich subjektiv besser als das was mir mit meinen Vollformatkameras gelang, auch wenn das eigentlich sowohl gegen die Logik als auch gegen die Messwerte aus den Laboren ist. Was ich damit sagen will ist: Traue keinem Fan, denn sein Urteil wird immer subjektiv gefärbt sein.

Auf der anderen Seite: Es hat natürlich auch Gründe, weshalb ich zum Fan wurde.

Test der Einsteiger-OM-D

Nun durfte ich einige Tage die OM-D E-M10 ausprobieren – die preiswerteste Kamera der OM-D-Serie. Man bezeichnet sie oft auch als die kleinste OM-D, was allerdings sehr relativ ist. In der Praxis steht sie sowohl in Sachen Volumen als auch in in Sachen Gewicht der E-M5 kaum nach – die E-M10 hat mit Akku und Speicherkarte etwa 396g, die E-M5 etwa 425g.

Die E-M10 ist praktisch relevant also weniger die kleine OM-D als viel mehr die Einsteiger-OM-D. Dass sie nicht wesentlich kleiner als die E-M5 ist, ist kein Schaden. Die E-M5 ist einerseits kompakt genug um mit Pancake oder kompakter Festbrennweite in einer Jackentasche Platz zu finden, aber nicht so klein, dass in Sachen Bedienung zu große Kompromisse gemacht werden müssen.

Wer es kleiner mag findet bei Olympus mit den Pen-Modellen kleinere und leichtere Kameras und bei Panasonic mit der GM1 eine besonders kompakte, die ich in Form der GM1 im Kit mit dem Panasonic Leica 15mm ƒ1.7 für mich ins Auge gefasst habe. Doch die GM1 ist, wie ich im Artikel über sie schrieb, keine Einsteigerkamera sondern eine für Fotografen die recht genau wissen was sie wollen. Die GM1 ist in erster Linie eine kompakte Zweitkamera für ambitionierte Hobby- und Profifotografen. Hätte ich nicht bereits eine OM-D E-M5 und eine OM-D E-M1 und müsste mich zwischen E-M10 und Lumix GM1 entscheiden, wäre es keine Frage zu welcher ich greifen würde: Zur E-M10.

Klein aber nicht zu klein

Der Grund: Zwar schenken sich GM1 und E-M10 in Sachen Funktionen und Abbildungsqualität wenig, doch durch Volumen und Gewicht liegt die E-M10 besser in der Hand. Sie hat viele Bedienelemente die ich mit Direktfunktionen belegen kann und vor allem: Sie hat einen Sucher und ein Klappdisplay. Gerade der fehlende Sucher macht es bei der GM1 im Sonnenschein zum reinen Blindflug Motive einzufangen. Mit dem elektronischen Sucher der E-M10 ist das gar kein Problem.

Es gibt zwei Gründe, dass ich mir als dritte MFT-Kamera die GM1 kaufen werde: 1. weil ich als dritte Kamera bewusst ein möglichst kompaktes Gerät wünsche und 2. weil das Leica 15mm ƒ1.7 auf meiner Wunschliste steht, seit ich davon gelesen habe, dieses sowieso kaufen werde und ich die GM1 durch das Kit-Angebot zum deutlich reduzierten Preis dazu bekomme.

E-M5 oder E-M10?

Besäße ich nicht bereits die E-M5 und hätte die Wahl zwischen ihr und der E-M10 wäre die Entscheidung nicht ganz so einfach. Die E-M10 hat ein billigeres Gehäuse bei dem Plastikhaptik deutlich präsenter ist. Die E-M5 hat mich vor allem wegen ihrer überragenden Haptik für sich eingenommen. Sie ist gut gegen Staub abgedichtet und Spritzwasserfest. Fotografieren im Regen? Kein Problem mit der E-M5 und einem abgedichteten Objektiv! Diesbezüglich wäre ich mit der E-M10 doch bedeutend weniger sorglos.

Auf der andren Seite hat die E-M10 einen integrieren Blitz, wogegen bei den anderen beiden OM-Ds ein Blitz aufgesteckt werden muss. Der ist zwar winzig, doch das Auf- und Einklappen des Blitzes bei der E-M10 hat durchaus seine Vorteile. Zwar weiß, wer mich kennt, dass ich (so gut wie) niemals mit dem Blitz auf der Kamera blitzen würde, doch ich verwende integrierte Blitze oder eben den Aufsteckblitz meiner OM-Ds um andere entfernte Blitze entfesselt (kabellos) zu steuern. Das mache ich in letztere Zeit vor allem regelmäßig in der Makrofotografie. Hierbei wäre der integrierte Blitz der E-M10 nun eben ein deutlicher Vorteil gegenüber den Aufsteckblitzen der anderen beiden OM-Ds.

Andererseits wiederum hat die E-M10 eine etwas simplere Bildstabilisierung. Die 3-Achsen-Bildstabilisierung soll dem 5-Achsensystem der E-M5 kaum nachstehen. Es fehlte mir leider die Zeit diese Behauptung von Olympus zu überprüfen, doch ich bin ein bisschen skeptisch. Die Bildstabilisierung der E-M5 stellt alles was ich davor kannte bei weitem in den Schatten. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Stabilisierung der E-M10 die Konkurrenz alt aussehen lässt. Doch ist sie tatsächlich auf Höhe der E-M5 und E-M1? Das ist eine Frage deren Beantwortung ich euch leider schuldig bleiben muss. Allerdings gilt Olympus seit Jahren als Primus bei der Bildstabilisierung und daran, dass auch jene der E-M10 saugut ist hege ich keinen Zweifel.

Die E-M10 ist die perfekte Einsteiger-Systemkamera

Die Olympus OM-D E-M10 ist in meinen Augen die perfekte Einsteiger-Systemkamera. Unter Systemkamera versteht man an sich Modelle mit Wechselobjektiven aber ohne Spiegel. Genau genommen sind aber auch DSLRs Systemkameras und wenn ich behaupte die E-M10 ist die perfekte Wahl für den Einstieg in das Fotografieren mit Wechselobjektiven, dann schließt das Modelle mit und ohne Spiegel ein.

Profis und Semiprofis werden bei bestimmten Aufgabenbereichen mit einer Vollformatkamera sicher eher das finden, was sie brauchen. Doch wer nicht in diese Sphären aufsteigen will findet für den Einstieg in die Fotografie mit Wechselobjektiven derzeit wohl kein attraktiveres Angebot als die E-M10 – nicht um diesen Preis und nicht mit diesem umfangreichen Angebot an (auch preiswerten) Wechselobjektiven.

Die wichtigsten Gründe die für die E-M10 sprechen sind:

1. Sie ist klein und kompakt. Die meisten Leute die eine Spiegelreflex kaufen verlieren nach einiger Zeit wieder die Freude daran und kehren zu Kompaktkamera oder Handy zurück, weil ihnen die DSLR einfach zu groß ist und sie sie nicht gerne mitschleppen. Das gilt umso mehr, wenn man nicht nur ein Objektiv sondern mehrere mitführen will. Das MFT-System hat nur einen Bruchteil des Volumens und des Gewichts eines DSLR-Systems – je nachdem vielleicht etwa die Hälfte bis ein Viertel. Je mehr Objektive man einpacken will, desto mehr spricht die Bilanz für MFT. Wie gesagt: Die OM-D passt mit dem Kit-Pancake-Zoom locker in eine Jackentasche (das Pancake-Zoom konnte ich übrigens leider nicht testen).

2. Während die großen Mitbewerber ihre DSLRs softwareseitig deutlich kastrieren um den Unterschied im Funktionsumfang zu ihren größeren und teureren Schwestern möglichst groß zu halten und ambitionierten Aufsteigern möglichst frühzeitig einen Grund zu einem teureren Modell umzusteigen zu geben, unterscheidet sich die E-M10 im Funktionsumfang praktisch nicht von der Profi-OM-D, der E-M1. Das heißt alles was aus der E-M1 raus zu holen ist, geht auch mit der E-M10 (es mag minimale Einschränkungen geben, ich habe keinen detaillierten Vergleich angestellt). Die Unterschiede zwischen den Modellen liegen in erster Linie am Bedienumfang durch Tasten am Gehäuse, den eingesetzten Materialien und der Verarbeitung. Die größeren Modelle sind solider und robuster, die E-M1 aufgrund des griffigeren und voluminöseren Gehäuses auch effizienter zu bedienen.

Ein Verkäufer bei Foto Hebenstreit, von wo ich auch diesmal die Kamera zur Verfügung gestellt bekommen habe, verriet mir, dass die E-M10 jene Kamera ist, die er derzeit am häufigsten verkauft. Das ist für mich gut nachvollziehbar. Zwar ist beispielsweise aus einer Nikon D7100 theoretisch mehr raus zu holen, doch das nur zu einem deutlich höheren Preis und der Gewissheit, dass man sich damit für eine Ausrüstung entscheidet, die das Drei- oder Vierfache Gewicht und Volumen einer MFT-Ausrüstung bedeutet. Dabei sprechen wir aber von einem qualitativen Mehrwert den nur ein sehr fortgeschrittener Fotograf generieren wird, den der Laie kaum sieht und der nur bei ausgesprochen großen Postern spezieller Motive relevant ist. Wäre die Abbildungsqualität der OM-Ds nicht tadellos, würden nicht zunehmend mehr Profis Gefallen an diesen Geräten finden. Oft sind es eher detailverliebte Semiprofis die sich an theoretischen Unterschieden aufhängen, während Berufsfotografen vor allem auf praktisch relevante Qualität und Arbeitseffizienz achten.

Wenn mich in Zukunft jemand fragen wird: »Welche Kamera soll ich kaufen?«, werde ich mit Sicherheit auch sagen: »Schau dir die E-M10 an.«

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Wenn man die Diskussionen in der Fotografie so verfolgt könnte man meinen alles drehe sich vor allem um Größe. Regelmäßige Leser wissen, dass ich da einen anderen Standpunkt vertrete.

Große Bildsensoren haben viel Vorteile – das kann niemand bestreiten. Man muss sich aber immer überlegen was allgemeine theoretische Vorteile sind und wo die praktischen Vorteile für einen persönlich liegen. Und Nachteile! Ich stellte hier bereits öfters die Frage: Wozu bräuchte meine Kamera eine riesige Auflösung wenn ich niemals Poster drucken lasse die diese Auflösung erforderlich machen? Und selbst wenn ich große Poster drucken möchte ist bei den meisten Motiven eine riesige Auflösung noch immer irrelevant – wer schließlich würde beispielsweise bei einem A1-Porträt so nah an das Poster herantreten, dass seine Augen den Unterschied zwischen 100ppi und 300ppi ausmachen könnten?

Es scheint eine Tendenz zu und einen Wunsch nach größeren Sensoren in Kompaktkameras geben. Die Sache hat für mich aber zwei Haken: 1. Je größer der Bildsensor desto größer die Kamera und vor allem die Objektive; 2. Größere Bildsensoren führen dazu, dass Kompaktkameras ihre ausgezeichnete Makrofähigkeit verlieren.

Kompakte als komfortable Makrospezialisten

Wer Makrofotografie nicht mit Aufwand, Makroobjektiven, Makroblitzen und Stativen betreiben will, fotografiert mit Kameras mit einem kleinen Aufnahmesensor viel komfortabler wenige Millimeter große Objekte, als mit einer Systemkamera (also auch DSLR). Ich rate deshalb jedem der ein Bisschen Makro machen möchte sich zu überlegen, ob ein Makroobjektiv für die Systemkamera tatsächlich sinnvoll für ihn ist oder ob er mit einer guten Kompaktkamera nicht deutlich besser beraten ist. Immerhin kostet ein Makroobjektiv in der Regel 500+ währen gute Kompaktkameras bereits zum Straßenpreis von etwa 200 Euro zu haben sind. Die Kompakte kann in vielen Fällen dabei sogar kleiner und leichter sein als das Makroobjektiv und statt das Objektiv zu wechseln zieht man einfach nur die Kompakte aus der Tasche. Und wie gesagt: Wenn man nur geringen Aufwand betreiben möchte lassen sich mit Kompakten leichter bessere Makroaufnahmen erstellen.

Eine Kompakte die diese besondere Makrofähigkeit nicht besitzt wäre für mich keine sinnvolle Kompakte. Seit ich das MFT-System nütze ist schon meine Hauptkamera so klein, dass ich sie in eine Jacken- oder Manteltasche bringe (OM-D E-M5, so lange eine Festbrennweite drauf ist) und sollte ich mich wirklich für eine Lumix GM1 entscheiden wird das System noch einmal kleiner. Da hat für mich die Kompakte eben vor allem auch den Vorteil sie einmal schnell herausziehen und statt eines Makroobjektivs einsetzen zu können.

Kompakte sollten kompakt sein

Außerdem erwarte ich mir von einer Kompaktkamera eben, dass sie kompakt ist. Meine Systemkamera passt mit den meisten Objektiven in meine Jackentasche. Von einer Kompaktkamera erwarte ich, dass sie in die Hemd- oder Hosentasche passt.

Bei den meisten Kompakten die derzeit als State of the Art gehandelt werden trifft beides, was ich von einer Kompakten erwarte, nicht zu. Als ehemaliger Besitzer der Sony RX100 weiß ich aus Erfahrung, dass sie gerade nicht mehr klein genug ist um richtig kompakt zu sein und dass ihre Makrotauglichkeit wenig überzeugend ist. Das sind die Gründe, weshalb ich sie am Ende wieder verkauft habe. Und wegen der sinnlos hohen Auflösung, die bei so einer Kompakten nur überflüssig große Daten erzeugt und ein reiner Marketing-Gag ist, aber im Vergleich zu einer 10-MP-Kompakten Null Detailschärfegewinn bedeutet.

Dasselbe gilt auch für die als Profi-Kompakte positionierten Modelle Canon G12 und Nikon P7800. Diese Kameras versprechen dieselben Möglichkeiten zu bieten wie eine Systemkamera und sind aufgrund ihrer Konstruktion mit vielen Einstellrädchen, Knöpfchen und einem Sucher alles andere als Kompakt. Zwar muss ich diesen beiden zugute halten, dass sie aufgrund des recht kleinen Sensors, den auch sie nutzen, meine geforderte Makrotauglichkeit erfüllen, und dass ein Sucher im Sonnenschein allemal ein Vorteil ist. Allerdings ist ein winziger Sucher, wie ich ihn bisher von solchen Modelle kenne, doch nur eine Notlösung auf die ich heute keinen Wert mehr legen würde, wenn es den Preis des Verlusts der Kompaktheit fordert.

Leere Versprechungen

Das Versprechen, dem auch ich früher erlag, dass man mit so einer Kamera, dadurch, dass sie mit Blendenvorwahl, Zeitvorwahl und manuellen Belichtungseinstellungen sowie mit den dedizierten Rädchen zum Steuern der Belichtungsparameter genauso kreativ gestaltend fotografieren kann wie mit einer Systemkamera, können die Geräte dabei in der Praxis gar nicht halten. Wenn der Fotograf die Belichtungseinstellung nicht einer Kameraautomatik überlassen möchte geht es ihm vor allem um das kreative Steuern der Blende um dadurch die Schärfentiefe zu beeinflussen. Es gibt zwei Gründe, weshalb dieses Ansinnen bei einer Kompakten mit kleinem Sensor in den meisten fotografischen Situationen aussichtslos ist: 1. Die generell große und schon auf kurze Distanzen meist unendliche Schärfentiefe; 2. Der Spielraum zur Blendensteuerung ist selbst bei sehr guten Modellen am langen Ende der Brennweite nur selten besser als ƒ2.8 bis ƒ8, wobei wohl davon ausgegangen muss, dass ab Blende ƒ4 die Detailschärfe schon wieder deutlich abfallen dürfte. Das heißt in der Praxis wird es mit so einer Kompakten relativ Wurst sein ob man manuell belichtet oder das Wählen von Blende und Zeit der Programmautomatik überlässt (von der Belichtungskorrektur einmal abgesehen).

Vergleiche ich eine Lumix G1 Systemkamera mit einer Canon G16 Kompaktkamera, dann gibt mir die G1 aufgrund ihres viel größeren Sensors tatsächlich relevante Gestaltungsmöglichkeiten der Schärfentiefe bei deutlich besserer Bildqualität in einem kleineren und leichteren Gehäuse: Die G1 hat inklusive Standardzoom etwa 280g, die Canon G16 knapp 360g.

Lauter Gründe für mich, weshalb ich nur eine wirklich kompakte Kompaktkamera mit kleinem Sensor kaufen würde.

Ein paar aktuelle Modelle kompakter Kompakten

Eine Kompakte der unteren Preisklasse würde ich mir heute keine mehr kaufen. Aktuelle Smartphones haben bereits eine dermaßen hohe Qualität, dass so ein solcher Apparat nur einen geringen Mehrwert liefern könnte. Einen Seitenhieb gegen Samsung und Sony mit ihren 16-+-MP-Monstern kann ich mir hier jetzt allerdings nicht verkneifen. Das ist reines Marketing und völlig sinnlos. Hier lobe ich mir Apple die in Sachen Sensorauflösung beim iPhone einigermaßen am Boden bleiben und ihre Kunden nicht mit Megapixelködern verarschen oder auch Nokia (jetzt wohl Microsoft), die zumindest mit im Vergleich wirklich sehr großen Sensoren punkten.

Neben Kompaktheit ist RAW-Fähigkeit ein ausschlaggebendes Kriterium, dass eine Kompakte für mich in Frage kommt.

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Olympus XC-10; © Olympus 2013

Mein derzeitiger Kompaktkamera-Favorit ist eindeutig die Olympus XZ-10. Keine andere Kamera kombiniert Kompaktheit und Lichtstärke besser wie sie und ihre Abbildungsqualität ist bestechend. Dabei gehört sie zum preiswertesten unter den anspruchsvollen Kompakten. Hätte ich einen einzigen Wunsch für ihre Nachfolgerin offen wäre das 24mm statt 26mm Weitwinkel. Unterm Strich ist sie aber die erste Kompakte mit der ich dauerhaft zufrieden bin. (Affiliate-Link zur XZ-10 bei Amazon)

PowerShot S200 BLACK FRT

Canon PowerShot S200; © Canon 2014

Seit Jahren empfehle ich die Kompakten der Canon-S-Serie als ideale kompakte Begleiterin – seit ich ein Buch über die S95 schrieb (das dann leider nicht veröffentlicht wurde. Mittlerweile hat die S den Sprung von der 120 zur 200 geschafft. Wer bei Amazon sucht findet von der S noch immer ältere Modelle, wie die S110 um derzeit knapp über 200 Euro oder die S120 um etwa 350 Euro – es muss nicht unbedingt das neueste Modell sein!

Vorteil der S-Modelle gegenüber der XZ-10: Sie haben 24mm Weitwinkel. Nachteil: Sie sind nicht am langen Ende der Brennweite – also dort wo’s eigentlich interessant wäre – deutlich weniger Lichtstark.

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Nikon P340; © Nikon 2014

Die Nikon P340 teilt mit der Canon S, dass sie gegenüber der XZ-10 mit 24mm Weitwinkel glänzt, und den Nachteil, dass Sie am langen ende des Zooms nicht besonders lichtstark ist. Während ich mit der Olympus XZ, der Canon S und der Sony RX persönliche Praxiserfahrung habe, gilt das für die Nikon P340 und die folgenden Kameras nicht. Wäre ich jedoch nicht bereits auf die XZ-10 eingeschworen, würde ich mir diese Modelle durchaus ansehen. Und wie immer gilt: Was für mich perfekt ist muss für andere nicht optimal sein.

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Panasonic Lumix LX7; © Panasonic 2014

Die Lumix LX7 zog ich selbst einmal in Erwägung bevor ich zur XZ-10 gekommen bin. Sie Vereint die Vorzüge eines 24mmm Weitwinkels und guter Lichtstärke am langen Ende der Brennweite, ist dafür aber deutlich größer als die XZ-10.

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Fuji XQ1; © Fujifilm 2014

Wenn man heute an qualitativ hochwertige, clevere, schicke Kameras denkt, kommt man um Fuji nicht herum. Neben der oben abgebildeten XQ1 ist auch die XF1 im Retrodesign einen Blick wert. Auch bei Ihnen muss ich allerdings bemängeln, dass die Lichtstärke mit zunehmender Brennweite deutlich nachlässt.

Ich persönlich bin gespannt womit Olympus die XZ-10 eines Tages ersetzen wird. Da Apple das RAW-Format der XZ-10 nicht unterstützt und es wohl auch nicht mehr nachholen wird, was mich zwingt zur RAW-Entwicklung auf ein anderes Programm als Aperture auszuweichen, könnte der Nachfolger trotz meiner Zufriedenheit mit dem aktuellen Modell durchaus interessant sein. Allerdings weiß ich auch nicht, wie lange ich Aperture noch treu bleibe – Apples Politik bei diesem Produkt ist wirklich nur mehr peinlich.

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