Adobe hat DNG 2004 als Standard und Alternative zu den RAW-Formaten der Kamerahersteller vorgestellt. CR2, von Canon, NEF, von Nikon, ORF, von Olympus, ARW, von Sony, etc., lassen sich damit in einen gemeinsamen Standard, eben das DNG-Format, umwandeln. Man hat immer betont, dass dabei keine Qualität verloren ginge. Ich war dem gegenüber immer skeptisch und habe DNG nur kurz für ein paar Wochen getestet.

Dinge, die mir an DNG zu denken geben

Alles nur Interpretation | Dritthersteller, wie Adobe, Apple, Phase One oder Corel, müssen die RAW-Formate der Kamerahersteller im sogenannte Reverse Engineering erst analysieren und interpretieren, bevor sie sie mit ihren RAW-Convertern entwickeln können, denn die Kamerahersteller verraten die Rezepte für ihre RAW-Formate normalerweise nicht.

Diese Interpretationen mögen eventuell von Fall zu Fall besser sein, als die Entwicklungsrezepte jener, die das Original-RAW-Format, und die Kamera, zu der es gehört, entwickelt haben. Mir scheint aber die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Koch der Ursprungssuppe – eben bei Canon, Nikon, Olympus, Sony & Co – doch mehr herausholt, als jene, die die Suppe bei Adobe, Apple und Corel nachzukochen versuchen.

Entwicklungsprogramme | Obwohl ich die Bilder keiner meiner Kameras mit der Software ihres Herstellers entwickle, schenke ich den Leuten durchaus Glauben, die behaupten mit der Original-Software mehr aus den Bildern herauszuholen, als mit Lightroom, Aperture & Co. Allerdings konnte ich mich mit dem Interface und der Arbeitsgeschwindigkeit von Nikons Capture NX2, das für mich als Nikon-Fotograf primär in Frage käme, bislang nicht anfreunden. Vor allem müsste ich mit der Nikon Software darauf verzichten auch Bilder von meiner Panasonic und meiner Oympus zu entwickeln. Außerdem habe ich schon mit Canon fotografiert und könnte mir eine Fuji vorstellen. Am Ende hätte ich fünf, sechs Entwicklungsprogramme. Nicht meine Vorstellung von Luxus.

Programmwechsel | Zwar habe ich auch meine RAW-Entwicklungs-Software schon gewechselt – von Aperture zu Lightroom, zurück zu Aperture und jetzt zu Capture One. Wechsel, die ich mit gutem Grund vollzogen habe. Der Wechsel von Lightroom zu Aperture erfolgte, weil ich mit Apertures Ergebnissen einfach zufriedener war. Ich hatte immer den Eindruck, dass ich in Aperture schneller zu besseren Ergebnissen komme, auch wenn das Programm langsamer und instabiler sein mag als Lightroom. Den selben Grund hatte es, dass ich Ende 2011 zu Capture One gewechselt habe: Die Ergebnisse sind noch einmal deutlich besser als in Aperture.

Abstriche bei der Qualität musste ich bei meinen Wechseln nie befürchten, da ich immer mit den eigentlichen Rohdaten aus der Kamera gearbeitet habe, und nie mit einer konvertierten Pseudo-Rohdatei, wie DNG.

Das Problem bei Wechseln der Entwicklungs-Software ist, dass man alle RAW-Bilder neu entwickeln muss, was einen unheimlichen Aufwand erfordert, wenn man auch alte Aufnahme mit der Qualität der neuen Software sehen will. Auch DNG bringt hier nicht den vielleicht zu erwartenden Benefit, dass Einstellungen, die man zuvor in Lightroom gemacht hat, von Aperture oder Capture One erkannt und übernommen werden. Dafür hat man mit den Original-Formaten der Kamerahersteller hingegen die absolute Gewissheit, dass man mit der neuen Software alles aus den ursprünglichen Rohdaten herausholen kann, was sie herauszuholen in der Lage ist.

Aber wie sieht es bei einem Umstieg von einem Programm zum anderen aus, wenn man DNG nutzt? Adobe behauptet immer bei der Umwandlung der proprietären RAW-Formate der Kamerahersteller nach DNG ginge keine Information verloren. Das können wir glauben oder auch nicht. Mag also sein, dass ein RAW-Bild durch die Umwandlung nicht schlechter wird. Besser kann die Rohdatei durch die Umwandlung allerdings mit Sicherheit nicht werden!

RAW von Hersteller A + DNG von Hersteller B + Entwicklung von Hersteller C ? Nun stelle ich mir vor, das bei der Konvertierung vom proprietären Format nach DNG eine Interpretation des Datenmaterials passieren muss. Und wenn man dieses DNG dann mit einer Software entwickelt, wird neuerlich interpretiert. Mag sein, dass beim Entwickeln von Adobe DNG mit Adobe Lightroom keine Qualitätseinbußen zu befürchten sind. Aber wie sieht es aus, wenn DNG mit Aperture, Capture One oder einem anderen RAW-Converter entwickelt wird?

Wird DNG besser ? Ich habe heute ein Video-Tutorial gesehen, bei dem der Trainer ein RAW-Bild in Adobe Camera Raw 6 zeigt und anschließend demonstriert um wie viel mehr Camera Raw 7 aus dem selben Bild herausholen kann. Da drängt sich bei mir die Frage auf, ob die aktuelle Version 1.3 von DNG mehr aus einem RAW herausholt als die ursprüngliche Version 1.0?

Kleinster gemeinsamer Nenner ? Als nächstes gibt mir zu denken, dass DNG ja viele verschiedene Dateiformate auf einen Nenner bringen muss. Der DNG Converter von Adobe verwandelt NEFs, CR2s, ORFs, ARWs und so weiter in DNG-Files. Klingt für mich nach kleinstem gemeinsamen Nenner und das wiederum klingt für mich nicht vertrauenserweckend.

No Future ? Adobe argumentiert für DNG, dass es noch lesbar sei, wenn Nikon, Canon und Sony ihre alten NEF-Formate längst aufgegeben haben. Doch wie wahrscheinlich ist das? Weshalb sollten sie das tun? Was sollte mich das kümmern, wenn ich Lightroom nutze? Weshalb sollte Lightroom in zehn Jahren ein RAW-Format nicht mehr unterstützen, das es heute unterstützt? Um den Nutzern, die nicht nach DNG konvertiert haben, eins auszuwischen? Weshalb sollte ich mir sicher sein, dass Adobe nicht irgendwann DNG einstellt? So, wie man GoLive und LiveMotion eingestellt und deren Nutzer im Regen stehen hat lassen?

Ich kann sogar von diesem seltsamen Vorkommen berichten: Vor einigen Monaten machte ich wieder einmal einen Lightroom-Test. Dabei habe ich alte DNG-Files importiert, die ich auch in Aperture entwickelt habe. Lightroom stellte diese Bilder nicht dar und vermerkte lediglich, dass es sie nicht interpretieren könne. DNGs, die Aperture anstandslos entwickelt werden, werden von Lightroom nicht erkannt!?

Wenn das Wörtchen ›wenn‹ nicht wär’ | Keine Frage: Ein Standardformat für RAW-Bilder wäre eine feine Sache. Wenn alle Kamerahersteller für alle Modelle ein einziges kompatibles Format nutzen würden, dieses Format von jeder RAW-Entwicklungs-Software gelesen und interpretiert werden könnte, und Einstellungen, die ich in Software A mache, von Software B erkannt und interpretiert würden. In einer perfekten Welt könnte man dann die Vorteile von Software A, mit den Stärken von Software B und Features von Software C nutzen um aus einem digitalen Negativ das perfekte digitale Positiv zu entwickeln. Allerdings wird es das niemals geben und das liegt nicht allein an marketing-strategischen Entscheidungen von Kamera- und Software-Herstellern.

Fazit | Ich kann mit keinem Beispiel belegen, dass eine meiner Aufnahmen durch DNG schlechter geworden wäre, als wenn ich es beim Original belassen hätte. Aber es gibt zu viele Zweifel, die ich mit dem Format verbinde, als dass ich ihm vertrauen würde. Und ich sehe den Grund nicht, weshalb ich Bilder nach DNG konvertieren soll.

Nachtrag, 13. Mai 2012

Peter Werner hat eine sehr lesenswerte Ergänzung zu diesem Artikel als Kommentar hinterlassen. Verweisen möchte ich außerdem auf die Beschreibung von DNG im deutschsprachigen Wikipedia.

Exotische Sensortypen | Peters Kommentar hat bei mir weiteres Nachdenken über DNG angeregt, wobei ich auf weitere Fragezeichen gestoßen bin. Laut Wikipedia unterstützt DNG derzeit die Art, wie Sigmas Kameras Pixel aufzeichnen, anordnen und speichern, nicht. Das dürfte auch für die, von Peter genannten, Sensoren in Fujis X-Pro 1 Kamera und der neuen Leica M9 M gelten. Sollte DNG diese Formate in Zukunft aufnehmen können, so muss dann aber auch die Anwendung, die die DNGs entwickelt, die exotische, ich nenne es jetzt einmal: »Pixel-Verteilung«, ebenfalls unterstützen und interpretieren können. DNG hin oder her. Drängt sich die Frage auf, ob es für diese Software dann einen Unterschied macht, ob sie das proprietäre Format von Sigma, Fuji oder Leica bekommt, oder das konvertierte DNG? Und in nächster Folge, ob es möglich wäre, dass die Software zwar die proprietäre Datei lesen kann, aber nicht darauf eingestellt ist, auch DNGs zu lesen, die diese »Pixel-Verteilung« nutzen.

Ich bleibe dabei: DNG liefert in meinen Augen mehr Fragen als Antworten.

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Eine kleine Übersicht? Das hätte es werden sollen. Doch mittlerweile hat die kleine Serie fünf Teile, und dabei sind die beiden vorbereitenden Artikel noch gar nicht mitgezählt. Wer von vorne beginnen will, beginnt hier.

Kompakt, Bridge-; System- oder Spiegelreflexkamera?

Das ist die eine Gretchenfrage bei der Entscheidung für ein Kamerasystem. Wer eine kleine Kamera zum bequemen Mitnehmen sucht ist bei Kompaktkamera am besten aufgehoben, muss aber auf das Spiel mit geringer Schärfentiefe – zum Beispiel um Personen in Porträts durch unscharfen Hintergrund freizustellen – verzichten und kann keine Objektive wechseln.

Wem kreative Möglichkeiten und Abbildungsleistungen einer Kompakten zu wenig sind, ergonomisches Handling und effiziente Bedienung wichtig, aber das Wechseln von Objektiven keine Bedingung ist, dem kann man empfehlen sich bei Bridge-Kameras umzusehen. Ein Kamerakonzept, das besonders für Leute die gerne Makro fotografieren, aber keinen absoluten Hight-End-Anspruch haben, perfekt sein kann.

Wer DSLRs zu groß findet, aber dennoch die Option zum Objektivwechsel haben möchte, für den gibt es heute mit Systemkameras eine Option. Die Qualität kann derzeit mit Einsteiger-Spiegelreflex mithalten. Eine Erweiterung der Systeme nach oben in semiprofessionelle Bereiche oder gar in die Profifotografie zeichnet sich derzeit hingegen noch bei keinem System ab. Das liegt weniger an den Kameras – Sony, mit der NEX7 und Olympus mit der OM-D E-M5 (schöner Name, gell?) dürften durchaus gehobenen Ansprüchen gerecht werden – als vielmehr am Angebot der Objektive. Zwar gibt es für fast alle Modelle Adapter um professionelle Optiken aus der Spiegelreflexwelt mit den Systemkameras zu verbinden, doch mir erschließt sich der Sinn nicht ganz, ein riesiges Objektiv an eine winzige Kamera anzuschließen.

Es kommt doch auf die Größe an!

Gewicht und Volumen | Wenn es um Abbildungsleistung und Flexibilität geht, nähme wohl jeder gerne alles was er kriegen kann. Doch für viele sind am Ende Preis, Volumen und Gewicht die Kriterien, die sie zu einem anderen Konzept führen, als zur Spiegelreflex – jenem System, bei dem man kaum Kompromisse bei Qualität und Anpassungsfähigkeit machen muss, so lange man sich nicht an Umfang und Gewicht der Ausrüstung stößt und mit den Preisen leben kann. Es fordern halt auch kompromisslose Entscheidungen ihren Kompromiss; in diesem Fall den Kompromiss tiefer in die Tasche zu greifen und mehr mit sich rum zu tragen.

Sensorformat | Es geht also um die Größe! Und das nicht nur beim Volumen des Kameragehäuses. Neben dessen Größe ist das Format des Aufnahmesensors das zweite wesentliche Kriterium bei der Entscheidung für ein System und ein Modell.

D7000 Cmos 2 rgb

Der Bildsensor ist so etwas wie der Film einer Analogkamera. Er ist das Aufnahmemedium einer Digitalkamera. Hier der Sensor einer Nikon D7000.

Neben der Frage nach der Gehäusegröße und der Sensorgröße werden alle anderen Fragen sekundär! Große Gehäuse sind gut fürs Handling, schlecht zum mitschleppen. Große Aufnahmesensoren erlauben geringe Schärfentiefe und sind gut um Objekte durch unscharfen Hintergrund zu isolieren. Kleine Sensoren erlauben kleinere Gehäuse und haben Vorteile im Makrobereich.

Kompakt- und Birdge-Kameras haben so gut wie immer kleine Aufnahmesensoren, die mehr oder weniger deutlich kleiner sind, als 8×6mm. Systemkameras haben kleine Sensorformate zwischen 6,16×4,62mm (Pentax Q) und 13,2×8,8mm (Nikon 1), oder mittelgroße Formate, wie 17,3×13mm (Olympus und Panasonic) und 24×16mm (Pentax K-01, Sony NEX und Samsung).

Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR)

Spiegelreflexkamera haben allesamt mittelgroße bis große Bildsensoren. Angefangen bei den mittelgroßen Sensorformaten von FourThirds (17,3×13mm; Olympus), Sigma Foveon (20,7×13,8mm), Canon APS-C (22,2×14,8mm) und General APS-C (knapp 24×16mm; Nikon, Sony und Pentax) bis hin zu den großen Sensorformaten Canon APS-H (27,9×18,6mm) und Vollformat (24×36mm).

Keine Frage der Gehäusegröße

Wer sich für die Kategorie Kompakt- oder Systemkamera entscheidet kann zwischen großen und kleinen Modellen in verschiedenen Preisklassen wählen. Bei Spiegelreflexkameras gibt es diese Wahlmöglichkeit so nicht. Hier fällt die Wahl für eine Gehäusegröße parallel zur Wahl der Preisklasse. Preiswerte Einsteigermodelle sind kleiner und leichter. Je höher der Anspruch (und der Preis) ausfällt, desto größer und schwerer werden die Modelle.

Olympus

Definitiv kleiner, als bei der Konkurrenz, sind die FourThirds DSLRs aus dem Hause Olympus. Hier sind auch Modelle erhältlich, die semiprofessionellen und professionellen Ansprüchen gerecht werden und dennoch relativ kompakt ausfallen.

E 5 front with lens XL

Eine schöne Kamera, die Olympus E-5, finde ich. Olympus war Pionier in Sachen LiveView bei DSLR. Die, in die Kamera integrierte Bildstabilisierung, genießt einen guten Ruf. Ebenso Olympus’ Zuiko Objektive.

Doch die kompakten Gehäuse erreicht Olympus nur dadurch, dass man den kleinsten Aufnahmesensor im gesamten Mitbewerberfeld verwendet. Das hat zwar in spezifischen Bereich, wie der Makrofotografie, Vorteile, insgesamt aber wohl deutlich mehr Nachteile: Schlechteres Rauschverhalten und eingeschränkterer Spielraum mit Schärfentiefe. Olympus bezeichnet sein, zusammen mit Panasonic entwickeltes Sensorformat mit 17,3×, als ‘FourThirds’.

FourThirds | Ich persönlich bin nach einem Jahr Erfahrung mit einer Lumix G3 Systemkamera etwas enttäuscht vom FourThirds-Standard. 17,3×13mm ist für viele Situationen einfach zu klein um wirklich schön mit kurzer Schärfentiefe gestalten zu können. Bei viel zu vielen Motiven stößt man an Grenzen, die es einem nicht erlauben durch unscharfen Hintergrund für einen schönen Freisteller zu sorgen. Zu allem Überfluss glänzt das Angebot an verfügbaren Micro-FourThirds–Objektiven nicht unbedingt durch Lichtstärke, was den Spielraum mit Schärfentiefe noch weiter einschränkt. Auch bei Objektiven für den normalen FourThirds Standard – und damit für die Olympus DSLRs – sieht es diesbezüglich nicht viel besser aus.

Ich will die Spiegelreflexkameras von Olympus nicht schlecht schreiben – dazu ist mir die Marke zu sympathisch. In Sachen Qualität und Technik mag man mit der Konkurrenz auch auf Augenhöhe liegen. Wer vor allem Wert auf eine kompakte DSLR legt oder in erster Linie Makro fotografiert, der mag damit eine gute Wahl treffen. Doch wer andere Prioritäten hat wird wohl mit einer anderen Marke glücklicher werden. Und wer vor allem Wert auf Kompaktheit legt, findet bei Systemkameras wahrscheinlich sogar die bessere Alternative.

Crop und Vollformat

Vollformat ist das vom Kleinbildfilm übernommene Format von 36×24mm. Es stellt in der digitalen Spiegelreflexfotografie heute quasi das Maß der Dinge dar. Alles was kleiner als Kleinbild ist, und somit nur einen mehr oder weniger kleinen Ausschnitt aus 36×24mm abdeckt, wird als Crop bezeichnet, was man mit ›Ausschnitt‹, ›Anschnitt‹ oder ›Beschnitt‹ übersetzen kann.

Crop für Einsteiger, Vollformat für Profis | Da der Aufnahmesensor nach wie vor noch zu den kostspieligsten Elementen einer Digitalkamera gehört und gilt, je größer desto teurer, werden Consumer-Kameras in der Regel mit Sensoren in einem Crop-Format ausgestattet und Profi-Kameras meist mit Vollformat-Sensoren. Allerdings gibt es von dieser Regel doch relativ viele Ausnahmen.

Pentax

Grundsätzlich gibt es gar nicht so viele Hersteller, die heute Spiegelreflexkameras bauen und anbieten: Canon, Nikon, Olympus, Pentax, Sigma und Sony. Von diesen sechs Herstellern haben lediglich drei Kameras mit Vollformat im Programm: Canon, Nikon und Sony.

Olympus wurde bereits als Ausnahme genannt, die auch bei Kameras für professionelle Fotografen ihre FourThirds-Sensoren verbauen. Eine andere Ausnahme ist Pentax. Pentax’ DSLR-Programm ist durchgehend mit Bildsensoren im sogenannten APS-C-Format von etwa 24×16 ausgestattet – auch die Modelle für ambitionierte Fotografen.

K 5 front with DA 18 135 WR

Technisch auf Höhe der Zeit: die K-5 von Pentax. Was sie von ihren Mitbewerbern abhebt ist eine Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit, die für diesen Preis bei Mitbewerbern nicht zu finden ist. Somit könnte sie der ideale Begleiter für Outdoor-Fotografen sein.

Pentax gehört zu den seit Jahrzehnten bekannten Herstellern von Spiegelreflexkameras. Sowohl Kameras als auch Objektive aus diesem Hause genießen einen guten Ruf. Wer einfach eine Spiegelreflexkamera mit ein paar Objektiven sucht, dabei Wert auf eine Outdoor-taugliche Abdichtung legt, aber keine Ambitionen hat, dieses System langfristig vielleicht bis in die Oberliga auszubauen, macht mit Pentax sicher keinen Fehler. Man muss sich aber eben auch bewusst sein, dass ein Aufstieg in Klassen, wie sie Canon, Nikon und Sony anbieten, derzeit nicht möglich ist.

Sigma

Ich möchte Pentax nicht als Exoten bezeichnen. Ein DSLR-Anbieter, dem man dieses Etikett vielleicht eher anheften kann, ist Sigma. Sigma ist vor allem bekannt für die Herstellung von Objektiven für die etablierten Kamerahersteller, wie Canon, Nikon, Sony und inzwischen auch für den FourThirds-Standard.

Derzeit hat Sigma zwei Spiegelreflexkameras im Angebot, von der mir persönlich allerdings nur die neue SD1 Merrill tatsächlich interessant erscheint.

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Sigma SD1 Merrill. Eine exotische Kamera mit besonderen Eigenschaften.

Sigma hat mit diesem Modell sicher viele Kunden verärgert, vor allem jene, die vor nicht allzulanger Zeit die SD1 um den Einführungspreis von 7000 Euro gekauft haben. Das aktuelle Modell ist nun zu einem Straßenpreis von unter 2000 Euro zu haben. Zwar bietet Sigma den frühen Käufern Warengutscheine um 4000 Euro als Entschädigung an. Befremdlich bleibt es allemal.

Das ändert aber nichts daran, dass die SD1 sicher eine hervorragende Kamera mit absolut professionellem Anspruch ist. Ohne, dass ich eine Sigma DSLR bislang live testen konnte, hört man von vielen Seiten gutes über die exzellente Abbildungsqualität.

Sigma behauptet, die SD1 habe 46 Megapixel Sensorauflösung. Je nachdem, wie man die Auflösung berechnet, ist das auch korrekt. Der Foveon Sensor, im Format von 20,7×13,8mm, trägt diese 46 Megapixel in drei Schichten hintereinander. Das heißt von oben betrachtet liegen 12 Megapixel auf dem Sensor. Doch mal der drei Schichten ergeben sich rechnerisch eben 46 Megapixel. Ich gehe davon aus, dass Sigma damit nicht die Detailschärfe einer Nikon D800 mit 36 Megapixel erreicht, doch laut dem was man hört und liest, erreicht Sigma damit doch detailreichere Abbildungen, als andere Hersteller mit gewöhnlichen Sensoren und 12 Megapixel.

Das Sensorformat der Sigma SD1 liegt zwischen FourThirds und APS-C. Der Sensor ist also bei diesem Profi-Modell kleiner, als bei Pentax, Nikon, Canon und Sony bei Consumer-Modellen. Die Nachteile, die das bezüglich Spiel mit der Schärfentiefe haben könnte, dürfte sich bei Sigma sehr wahrscheinlich gut durch Lichtstarke Objektive ausgleichen lassen, von denen man doch einige im Programm hat. Immerhin besteht ein Angebot von 44 Objektiven für Sigma Kameras.

Sony

Sony spielt im Match um die Marktführerschaft im DSLR-Bereich lediglich die dritte Geige. Vor allem bei ambitionierten Hobby- und Profifotografen mag man bislang nicht so recht Boden gewinnen. Dabei stellt Sony die Aufnahmesensoren unter anderem für Nikon her. Außerdem hat man mit den sogenannten SLT-Modellen ein Konzept im Regal, das es bei keinem anderen Hersteller gibt. Dieses System verbindet die Vorteile von System- und Spiegelreflexkameras. Es verzichtet auf einen mechanischen Spiegel, nutzt einen elektronischen Sucher, erreicht aber dennoch die Auslösegeschwindigkeit von DSLRs. Etwas, was Systemkameras derzeit noch nicht in jeder Situation so ganz zu schaffen scheinen.

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SLT-Kameras von Sony, sind sowas, wie Spiegelreflexkameras ohne Spiegel.

Von allen Herstellern dürfte Sony wohl das breiteste Angebot an DSLR-Kameramodellen im Sortiment haben. Ob das gut ist, wage ich zu bezweifeln, denn es trägt wahrscheinlich nur zur Verwirrung bei.

Crop oder Vollformat?

Wer sich für eine DSLR-Kamera von Sony, Nikon oder Canon entscheidet, muss sich für Crop- oder Vollformat entscheiden. Bei Sony und Nikon heißt das APS-C mit ≈24×16mm für Crop (Vollformat ist immer 36×24mm). Das ist aber gleichzeitig auch eine Entscheidung für eine Preisklasse.

Crop-Kameras | Einseigen kann man in die Welt der Spiegelreflexfotografie ab etwa 400 Euro für ein Kameragehäuse. Meist werden diese Gehäuse im Set mit einem preiswerten Objektiv angeboten und dann darf man ab etwa 500 Euro kalkulieren. Allerdings rate ich immer dazu nicht das billigste Paket mit dem billigsten Objektiv zu nehmen. Diese Billigpakete haben in der Regel Zoomobjektive mit etwa 18–55mm. Legt man 100–150 Euro drauf, bekommt man ein flexibleres Zoom mit etwa 18–105mm oder 18–135mm. Damit dürften die meisten Einsteiger etwas mehr Freude am Fotografieren haben.

Doch nicht nur Modelle für Ein- und Aufsteiger nutzen Aufnahmesensoren, die kleiner sind als Vollbild. Auch Modelle, die sich an Profis richten, sind mit einem solchen kleineren Sensor am Markt (ab hier beschränke ich meine Betrachtungen auf das Sortiment von Canon und Nikon, weil ich darüber eher den Überblick habe, als bei Sony).

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Das Topmodell im Consumer-Segment bei Nikon: Die D7000. Trotz des Crop-Sensors findet sie durchaus auch bei Profis Einsatz.

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Canon EOS 1D Mark IV. Die Profikamera ist zu einem Einstiegspreis von über 4500 Euro auf den Markt gekommen. Sie hat keinen (!) Vollformatsensor, sondern einen sogeannten APS-H mit 27,9×18,6mm. Trotzdem meinen viele Experten, dass Canon mit diesem Modell eine praxistauglichere Kamera liefert, als Nikon mit den neuen Modellen D4 und D800 – letztere beide mit Vollformat.

Wer sich für eine Ein- oder Aufsteigerkamera interessiert und sicher ist, niemals den Aufstieg in die professionelle, oder semiprofessionelle Fotografie, zu unternehmen, der ist mit Kameras mit Crop-Sensor bestens bedient. Anders sieht es aber aus, wenn man mit einer späteren Anschaffung einer Vollformat-Kamera liebäugelt. Denn dann muss man beim Kauf der Objektive beachten, dass diese auch Vollbildtauglich sind.

Objektive, die für kleinere Sensoren konstruiert werden, decken nicht den kompletten Umfang des Vollformats ab. Bei Nikon tragen diese Objektive das Kürzel DX im Namen. Sie lassen sich zwar an Kameras mit Vollbildsensor anbringen, decken dann aber nur eine geringere Auflösung ab, zum Beispiel nur 5 von 12 Megapixel. Ich gehe davon aus, dass das bei Sony und Canon nicht viel anders ist.

Umgekehrt hingegen funktioniert die Kompatibilität ohne Einschränkungen: Ein Objektiv für Vollformat kann an einer Crop-Kamera voll genutzt werden. Wer also eine Crop-Kamera kauft und plant früher oder später aufzusteigen, der sollte darauf achten in erster Linie Objektive einzukaufen, die er auch am Vollbild nutzen kann – sofern er nicht den ganzen Objektivpark später austauschen will.

Muss es unbedingt Vollformat sein? Manchmal gewinne ich den Eindruck, viele Fotografen glaubten, alles unter Vollformat sei eines Profis nicht würdig. Canon sieht das offensichtlich anders, wie der Konzern mit der 1D Mark IV beweist. Ich sehe es ebenfalls anders.

Zwar nutze ich heute eine Nikon D700 mit Vollformatsensor. Aber das liegt vor allem daran, dass ich ein Buch über dieser Kamera geschrieben habe. Wäre das nicht der Fall würde ich mit Sicherheit weiterhin eine Kamera mit Crop-Sensor benutzen – bei Nikon Modelle mit der Bezeichnung DX.

Würde ich gerade jetzt eine Kamera brauchen und ich hätte nicht schon einige Vollformat-Objektive, dann fiele meine Wahl wahrscheinlich auf die D7000 oder D300S.

Natürlich gilt auch bei der Frage APS-C-Crop oder Vollformat, dass das Vollformat mehr Spielraum in der Gestaltung der Schärfentiefe bietet – jedenfalls so lange man nicht Makro fotografiert. Aber das Angebot lichtstarker Objektive ist bei Canon, Nikon und wohl auch Sony dermaßen groß, dass die Frage Crop oder Vollformat diesbezüglich eine zu vernachlässigende Rolle spielt. Auch sind die neuen Sensoren in APS-C mittlerweile so gut, dass das Problem des Bildrauschens ebenfalls zu vernachlässigen ist. Das hat mir jedenfalls die D7000 gezeigt.

Um das letzte Quäntchen an qualitativem Vorsprung von Vollformatsensoren wirklich komplett ausschöpfen zu können – zumal wenn die Auflösung so gigantisch ist, wie bei der Nikon D800 – braucht es auch exzellente Objektive, die für diese hohe Qualität optimiert sind. Da muss man zum Kameragehäuse, die für Vollformat aktuell ab etwa 2000 Euro zu haben ist, in der Regel je Objektiv ab etwa 1000 Euro budgetieren. Preiswertere Optiken im dreistelligen Bereich sind für Vollformat eher die Ausnahme, als die Regel.

Das Angebot an preiswerten Objektiven für Crop-Kameras hingegen ist breit und nur wenige dürften die 1000-Euro-Schallmauer deutlich durchbrechen. Dabei hinkt die Abbildungsqualität, die diese Objektive leisten, den Vollformat-Optiken in dem meisten Fällen gar nicht so sehr hinterher. Vielmehr sind es die verwendeten Materialien und die Qualität der Abdichtung, die den Mehrpreis maßgeblich ausmachen. Wer darauf trotz Crop-Kamera nicht verzichten will, kann zusätzlich auch Vollformat-Objektive voll nutzen. Das heißt Crop-Kamerabesitzer blicken auf ein viel breiteres Angebot an Optiken.

Der Preis der Professionalität | Kameras für anspruchsvolle Amateurfotografen, wie die Nikon D7000 oder die Canon 7D, erreichen heute mit passenden Optiken wohl etwa 90% der Abbildungsqualität professioneller Vollbildausrüstung. Wer damit keine guten Bilder her bringt, sollte fotografieren lernen, nicht mit der Anschaffung einer teureren Kamera liebäugeln. Ob es einen Wert hat das doppelte und dreifache für die letzten zehn Prozent zusätzlicher Abbildungsqualität auf den Ladentisch zu blättern, muss jeder Fotograf mit sich selbst ausmachen.

Ich will damit nicht andeuten, dass die Kamerahersteller für zehn Prozent mehr Qualität 200 und 300 Prozent mehr Geld einstecken. Doch der Mehrwert professioneller Geräte liegt eben nicht in erster Linie in der besseren Abbildungsqualität, sondern vor allem in besseren Materialien, besserer Abdichtung, soliderer Verarbeitung usw. So wird zum Beispiel für die Verschlüsse von Consumer-Kameras in der Regel eine Garantie von 100.000 bis 150.000 Aufnahmen gegeben. Bei professionellen Kameras sollte die Garantie eher bei 300.000 bis 400.000 liegen. Außerdem bieten Profikameras deutlich mehr Funktionen und viele davon müssen nicht wie bei Consumer-Kameras über Menüs aufgerufen werden, sondern es gibt für alle wichtigen Einstellungen am Gehäuse einen Knopf, mit dem man ihn schnell und blind erreichen kann. Mir zum Beispiel würde an Nikons D7000 vor allem ein AF-On-Button fehlen – in allen anderen Belangen wäre mir diese Kamera absolut genug.

Welche Kamera soll es nun sein?

Wer eine Spiegelreflexkamera kauft, kann nicht viel falsch machen. Ich glaube nicht, dass es derzeit ein wirklich schlechtes Gerät auf dem Markt ist, dass sein Geld absolut nicht wert ist. Das unterscheidet Spiegelreflexkameras von Kompaktkameras, wo es zwischen ein paar sehr guten Geräten sicher einige Nieten gibt.

Die Marke ist sekundär | Auf keinen Fall sollte man sich als erstes für eine Marke entscheiden und dann in dessen Regalen nach einem Modell suchen. Wer neu einsteigen will sollte keinen Hersteller ausschließen. Sie kochen alle nur mit Wasser.

Nicht den Preis entscheiden lassen | Auch der Preis sollte nicht das Kernargument sein. Nur in selten Fällen führt der Kauf des billigsten Produkts zur langfristigen Liebe.

Schwierig ist es auch einen Preisvergleich zwischen Modellen verschiedener Hersteller anzustellen. Megapixel und Brennweite des Kit-Zoomobjektivs lassen nur selten Rückschlüsse über die tatsächliche Qualität einer Kamera zu. Und der billigere Preis eines Modells eines Herstellers als beim am ehesten vergleichbaren Modelle eines anderen, rührt vielleicht einfach daher, dass er bessere Materialien verwendet und mehr Detailfunktionen anbietet.

Vorsicht mit Tests und Tipps | Auch der Rat eines Fotografen ist mit Vorsicht zu genießen. Würdet ihr mich fragen, welche Kamera ich kaufen würde, dann kann ich nur sagen: Nikon. Ich habe eine Nikon gekauft und mich bewusst für die Marke entschieden. Was sollte ich also anderes sagen? Und das sollte eigentlich auch für jeden gelten, der sich für Canon, Pentax, Sony oder Olympus entschieden hat. Ich würde mich aber nicht darauf verlassen, dass einer von Ihnen recht mit seiner Entscheidung hatte und alle anderen Deppen sind (wenn dem so wäre, würde ich sagen, die Nikon-Fotografen haben recht ;) ).

Doch jeder Fotograf hat andere Anforderungen und andere Vorlieben. Und diese Anforderungen führen dazu, sich für die eine oder die andere Marke zu entscheiden.

Lasst euren Bauch entscheiden | Vergesst also am besten all die Tests in Zeitschriften und im Internet. Informiert euch, aber lasst euch nicht zu sehr davon beeinflussen. Geht zu einem Händler, der möglichst viele Kameras von möglichst vielen Herstellern im Geschäft hat und nehmt die Geräte in die Hand. Schaut drauf, wie sich das Gerät in euren Händen anfühlt und ob sich euch die Bedienung einigermaßen Intuitiv erschließt. Vor kurzem sagte jemand zu mir Canon Apparate hätten eine bessere Menüführung. Aber fragt mich mal ob ich mit Canon zurecht komme? Ich bin Nikon gewöhnt! Also finde ich mich auf Anhieb mit praktisch jeder Nikon zurecht.

Wenn ihr schone mit Kompakt- oder Systemkamera fotografiert habt, dann habt ihr gewisse Erfahrungen. Die Bedienung einer Spiegelreflex sollte sich damit grundsätzlich erschließen und für die Grundfunktionen darf es keine großen Hindernisse geben.

Lasst vor allem eure Hand, euer Gefühl und eure Intuition beim Kamerakauf entscheiden. Das ist viel wichtiger, als Fakten auf Datenblättern, Testberichte und das, was Freunde sagen (und das, was ich schreibe). Falsch machen könnt ihr dabei nichts, denn schlechte Modelle gibt es, wie gesagt, derzeit wohl bei keinem Hersteller.

Doch auch wenn ihr euren Bauch entscheiden lässt habt ihr keine Gewährleistung, dass ein bestimmtes Modell oder eine bestimmte Marke doch nicht das richtige für euch ist. Dann muss man die Marke wechseln. Das ist zwar lästig und bedauerlich, aber was man tatsächlich genau braucht, erfährt man leider immer erst, wenn man eine gewisse Zeit mit einem Gerät arbeitet. Durch diese Schule – die manchmal auch teuer sein kann – mussten und müssen wir leider alle durch.

Fazit

Niemand kann euch die Frage »Welche Kamera soll ich kaufen?« konkret mit einem bestimmten Modell beantworten. Wer das tut, ist ein Schelm, hat keine Ahnung, oder hat nicht lange genug nachgedacht.

Bestimmt keinen Fehler macht man mit Canon und Nikon. Die Frage welcher der beiden besser ist, ist so sinnvoll, wie die Frage ob Audi oder BMW besser ist. Geschmacksache!

Hobbyfotografen machen sicher auch mit Sony keinen Fehler. Im professionellen Bereich konnte sich Sony bislang aber noch kaum etablieren. Ob das auch an den Kameras liegt, mag ich nicht beurteilen. Schlecht sind sie sicher nicht.

Als Outdoor-Fotograf bekommt man bei Pentax die am besten abgedichtete Kamera für den kleinsten Preis. Wer nicht plant seine Ausrüstung in die Breite und nach oben stark auszubauen, macht auch hier keinen Fehler. Das Angebot an Kameramodellen und Objektiven ist hier aber deutlich beschränkter, als bei den Platzhirschen Canon und Nikon – mit denen kann aber auch Sony nicht mithalten.

Olympus DSLRs kann ich nach meinen Erfahrungen mit Micro FourThirds Systemkameras nicht mehr so recht empfehlen. Wer doch mit dem Gedanken spielt, sollte sich gut anschauen, ob der die Obektive findet, die seine Anforderungen an ein Spiel mit Schärfentiefe erfüllen und ob das Rauschverhalten ausreichend ist. Lediglich im Bereich Makro ist Olympus heute noch eine ernstzunehmende Option, da die lange Schärfentiefe des relativ kleinen Sensors hier zum Vorteil gegenüber größeren Sensoren wird.

Wer kompromisslose Abbildungsqualität sucht und kein Problem mit einem Exoten hat, für den kann auch Sigma eine Option sein (allerdings glaube ich, dass die Zielgruppe der Sigma SD1 so erfahren ist, dass sie die Erläuterungen dieses Artikels kaum mehr brauchen – die Zielgruppe dieses Artikels ist doch eher der ambitionierte Einsteiger und Aufsteiger). Bei Sigma würde ich mir persönlich etwas Sorgen machen ob Sigma den Markt tatsächlich langfristig mit Kameras bedienen wird. Sollte es einmal keine Sigma DSLR mehr geben bleibt man natürlich auf seinen Objektiven sitzen.

So. Nun hoffe ich, dass meine Artikelserie zur Orientierung beim Kamerakauf nicht zu komplex und auch nicht zu langatmig geworden ist, und dass ich euch – die ihr bis hierher gelesen habt – geholfen habe etwas klarer zu sehen, was für ein Kamerakonzept das passende für euch ist, und dass ihr auch mit den Verweisen zu verschiedenen Herstellern und Modellen etwas anfangen könnt. Hätte ich gewusst, wie viel Arbeit es wird, einen solchen Überblick zu schreiben, hätte ich wohl nicht damit begonnen.

Wenn ihr Feedback oder Ergänzungen dazu habt, bitte ich euch einfach zu kommentieren. Auch eure Erfahrungsberichte (auch mit Links zu euren eigenen Blogs) kann den Lesern helfen sich besser zu orientieren.

Viel Spaß beim Fotografieren!

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Was bisher geschah

Diesem Artikel gingen bereits ein paar Teile voraus, in denen ich ein paar essenzielle Grundgedanken zum Kamerakauf skizziert, über Megapixel und so philosophiert, Kompaktkameras und etwas exzentrischere Kompaktkameras, sowie Bridge-Kameras vorgestellt habe. Zweck und Ziel der langen Geschichte ist es, dem angehenden Kamerakäufer und -aufsteiger eine Orientierung zu bieten, was es für unterschiedliche Konzepte gibt, wo die Vor- und Nachteile der verschiedenen Konzepte liegen, und bei welchen Herstellern man was für Kameras finden kann.

Meine Kameras | Die Serie ist absolut kein Vergleichstest in irgendeiner Form, sondern soll lediglich eine Basis zum Überblick bilden, auf der sich der Leser dann weiter zu den verschiedenen Marken und Modellen orientieren kann. Ich fotografiere selbst mit einer Nikon D700 – mittlerweile ein Auslaufmodell – und einer Panasonic Lumix G3, über die ich auch schon einmal einen ausführlicheren Artikel geschrieben habe.

Des Weiteren hatte ich über einige Zeit das Vergnügen mit der Canon Powershot S95 (Bericht) und der Canon Powershot G12 (Bericht) arbeiten zu können – dazu gibt es ein unveröffentlichtes Buch, das ich dem interessierten Leser gerne via Anfrage als PDF zusende.

Über diese vier Kameras kann ich aus intensiver, persönlicher Erfahrung berichten. Das heißt, mit 90% der Kameras, die ich in dieser Serie erwähne, habe ich keine persönliche Erfahrung und kann nur das wiedergeben, was ich aus Artikel, Blogs, Zeitschriften und Berichten von Kollegen in Erfahrung gebracht habe. Wer also eine der hier erwähnten Apparate interessant findet, sollte auf jeden Fall noch etwas weiter nach Meinungen und Tests recherchieren.

Systemkameras

Auch wenn man aus Kompaktkameras heute viel herausholen können und Bridge-Kameras sehr gute Qualität liefern – das Maß der Dinge in der Fotografie stellen nach wie vor die sogennannten Spiegelreflexkameras da (abgesehen vom professionellen High-End-Bereich, in dem sogenannte Mittelformatkameras eine große Rolle spielen). Doch seit ein paar Jahren haben diese Modelle kräftige Konkurrenz von den sogenannten Systemkameras bekommen.

Be Evil | Als Systemkameras werden landläufig digitale Fotoapparate bezeichnet, bei denen sich die Objektive – im Gegensatz zur Kompakt- und Bridge-Kamera – wechseln lassen, die aber nicht über einen analogen Sucher verfügen, der den Blick über einen Spiegel durch das Objektiv ermöglichen. Oft wird statt dessen auch von EVIL gesprochen, was für ‘Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens’ steht; also ›elektronischer Sucher + Wechselobjektive‹.

Die Stärken von EVIL | Durch Verzicht auf einen mechanischen Spiegel, der den Bildsensor komplett abdecken muss und Platz zum Hochschwingen braucht, lassen sich Systemkameras kompakter bauen, als Spiegelreflexkameras. Manche Modelle sind deshalb kaum größer als eine Kompaktkamera, beherbergen jedoch einen Bildsensor, der das Format der Sensoren gängiger DSLRs für Einsteiger und Semiprofis hat.

Durch den Verzicht auf einen Spiegel entfällt das Geräusch, das dieser beim Hochklappen in der Regel macht und bei DSLRs durch ein deutliches ›Klack‹ zu hören ist. Gleichzeitig entfällt die minimale Erschütterung beim Auslösen und die Kameras können für Extremfällen etwas ruhiger Auslösen. Spiegelreflexkameras für den etwas gehobeneren Anspruch bieten für diese Fälle allerdings eine sogenannte Spiegelvorauslösung an, um beim Fotografieren vom Stativ diese Erschütterung ebenfalls zu vermeiden. Zusätzlich führt das Weglassen des Spiegels auch dazu, dass Systemkameras etwas leiser auslösen, auch wenn die meisten mit einem mechanischen Verschluss ausgestattet sind, der sehr wohl zu vernehmen ist.

Als die besondere Stärke von Systemkameras würde ich aktuell hervorheben, dass die Modelle oft annähernd so handlich sind, wie Kompaktkameras (was allerdings nicht immer ein Vorteil sein muss; siehe ersten Artikel der Serie), aber gleichzeitig die kreativen Vorzüge in der Bildgestaltung einer Spiegelreflexkamera mit mittelgroßem Sensor mitbringen, und auch das einhergehende bessere Qualitäts- und Rauschverhalten.

Nachteile von EVIL | Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Der in meinen Augen am meisten herausstechende Nachteil ist das mangelnde Angebot an qualitativ hochwertigen und lichtstarken Objektiven. Besonders bei den Modellen von Olympus, Panasonic, Nikon und der Q-Serie von Pentax, bieten die doch, im Vergleich zu den meisten Spiegelreflex-Modellen, relativ kleinen Sensoren in Kombination mit relativ lichtschwachen Objektiven nur wenig mehr Spielraum mit Schärfentiefe zu spielen, wie Kompaktkameras. Auf jeden Fall hat man weder das Angebot, noch die kreativen Möglichkeiten, wie bei Spiegelreflex-Systemen von Canon und Nikon.

Marken und Modelle

Panasonic mit Lumix

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Eigentlich dachte ich ja Olympus wäre der erste Player mit einer EVIL am Markt gewesen. Doch bei meinen Recherchen zu diesem Bericht habe ich gelesen, dass tatsächlich Panasonic eine erste Spiegellose Lumix mit Wechselobjektiven im Handel war.

Wie bereits eingangs erwähnt nutze ich selbst auch eine Lumix, und zwar die G3, als immer-dabei-Kamera. Diese Kamera sieht zwar aus wie eine Spiegelreflex; man würde aber nicht blauen wie kompakt sie ist, bevor man sie nicht in Händen hielt. Kompakt heißt bei der G3 allerdings doch ordentlich größer, als bei einer echten Kompakten.

Technisch betrachtet lässt die G3 kaum Wünsche offen. Fast scheint es schon zu viel der Einstellungsmöglichkeiten zu geben. Sehr positiv auf die Bildgestaltung aus ungewöhnlichen Perspektiven wirkt sich das Klapp- und Dreh-Display aus. Lustig ist auch, dass sich die Kamera via Touch-Display bedienen lässt, also ähnliche wie ein Smart Phone. Diese Art der Bedienung scheint bei Systemkameras zunehmend zum Standard zu werden. Dabei lässt sich bei vielen Modellen einstellen, dass man auf einen Punkt des Motivs am Display tippt, die Kamera auf diesen Punkt scharf stellt und dann gleich auslöst. Allerdings muss ich bei der G3 einschränken, dass die Fokussierung zu langsam läuft, als dass dabei bei nicht ganz ruhigen Motiven so richtig Freude aufkommen könnte.

Die G3 macht beim ersten in die Hand nehmen einen durch und durch soliden Eindruck. Doch bei näherem Hinsehen wirken die Schalter und Drehräder etwas billig und vor allem auch klein und dicht aufeinander. Vielleicht mag es daran liegen, dass ich mit der G3 rundum zufrieden bin, trotzdem aber keine rechte Liebe aufkommen will. Ich habe einfach das Gefühl der Kamera fehlt die Seele – was nun natürlich das exakte Gegenteil einer objektiven Meinungsäußerung ist.

Die oben abgebildete Lumix DMC-GX1X (vielleicht liegt es auch an diesen hässlichen Namen, dass ich mich nicht so recht in Panasonics Kameras verlieben kann) ist ein kompakteres Modell, das auf den elektronischen Sucher (den ich an der G3 sehr mag) und das Klapp-Display verzichtet. Ich hatte vor längerer Zeit eine ältere Schwester, die DMC-GX1, in der Hand, die recht schick finde und deren Format mich ansprach. Doch irgendwie mochte ich nicht, was ich in der Hand hatte. Es war irgendwie die Haptik der Oberfläche, oder ich weiß nicht was. Auch das wieder eine völlig subjektive Meinung. Nehmt die Kamera ruhig einmal selbst in die Hand, wenn sie euch gefällt. Es könnte euch ja durchaus anders gehen als mir.

Gemeinsam mit der G3 habe ich auch das Standard-Zoomobjektiv Lumix G Vario 14-42 mm F 3,5-5,6 eingekauft. Ein schreckliches Objektiv. Es hat zwar gute Kritiken für die Bildqualität erhalten, macht aber seltsame Geräusche beim Zoomen und fühlt sich an wie eine Dreingabe zu den Ypps-Heft meiner Kindheit. Statt dessen verwende ich von Beginn an das LUMIX G 20mm F1.7. Eine Festbrennweite, die sich ordentlich anfühlt und mit einem angenehm gleitenden, aber mit dem notwendigen Widerstand ausgestatteten Ring zur Einstellung der Schärfe versehen ist. Manuelles Schaustellen macht damit richtig Spaß.

Das Duo G3 und 20mm ƒ1.7 hat mich auf meiner letzten Rundfahrt im Cabrio durch Österreich begleitet. In einem Artikel über die Vorzüge einer Festbrennweite beziehe ich mich alleine auf diese Kombination und zeige einige Bilder.

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Wer sich für Panasonic oder Olympus mit FourThirds-Sensor entscheidet, entscheidet sich für einen Vorteil, den es sonst nirgends gibt: Er kann jederzeit zwischen Kameras der beiden Hersteller wechseln, ohne seinen Objektivpark erneuern zu müssen. Bei Panasonic gefällt mir besonders dieses Lumix G X Vario PZ 14-42mm F3,5–5,6 Objektiv, ohne, dass ich allerdings etwas über seine optischen Qualitäten sagen könnte. Doch es macht das, was man aktuell von einer Systemkamera erwartet: Es macht das System kompakt.

Die Auswahl an Objektiven ist beim Micro-FourThirds-System, im Verhältnis zu anderen EVIL-Systemen recht groß, da man nicht nur auf Objektive eines Herstellers zurück greifen kann, sondern kompatible Objektive bei zwei Herstellern findet und außerdem auch Sigma und Voigtländer für diesen Objektivanschluss produzieren. Außerdem lassen sich an Micro FourThirds auch Linsen, die für das DSLR-System FourThirds gemacht sind über einen Adapter anschließen.

Olympus Pen und OM-D

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Wie sieht eine schöne Kamera aus? Richtig! So wie die Olympus Pen E-PL3. Und sie fühlt sich auch gut an. Die Haptik erzeugt bei mir eine Zuneigung, die ich bei der Lumix G3 nie verspürt habe (und wieder: absolut subjektiv).

Leider fehlt ihr der elektronische Sucher. Dieser lässt sich zwar als Zubehör nach ordern, was allerdings einen etwas tieferen Griff ins Portemonnaie erfordert.

Das Klappdisplay verzichtet auf die Touch-Funktion der G3 (und des Schwestermodells Pen E-P3), was ich allerdings verschmerzen könnte. Für meinen Geschmack hat die E-PL3 aber vor allem zu wenig Knöpfe und Räder. Ich vermute, dass sich da die G3 für einen versierten Fotografen vielseitiger und effizienter einsetzen lässt.

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Eine äußerst verlockende Alternative, mit einem sicher äußerst sinnvollen Retro-Bedienkonzept, zeigt uns Olympus mit der neuen OM-D Reihe. Die Kamera ist kompatibel zur Pen-Reihe und verwendet dasselbe Micro FourThirds Anschlusssystem und bietet dadurch Zugriff auf eine breite Palette an Objektiven. Einzig das Problem eines mageren Angebots an wirklich Lichtstarken Objektiven bleibt, das beim relativ kleinen FourThirds Sensor in meinen Augen so dringend notwendig wäre.

Ohne die OM-D live schon in Händen gehalten zu haben: Sie dürfte deutlich kleiner sein, als sie auf Fotos wirkt. Laut dem was ich gesehen habe, ist sie etwa so groß wie die Panasonic Lumix G3 und diese ist kompakt. Verlockend auch, dass das Gehäuse gut gegen Staub und Wasser abgeschirmt sein soll. Man fragt sich derzeit allerdings welche Objektive man wählen soll, die ebenfalls dem Abdichtungsstandard des OM-D Gehäuses entsprechen.

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Das lichtstarke Objektiv für Micro FourThids gibt es übrigens doch und es kommt von Voigtländer. Mit einer Offenblende von ƒ0.95 ist es sogar besonders lichtstark und sollte trotz kompaktem Sensorformat ein ausreichendes Spiel mit der Schärfentiefe ermöglichen. Ein zweites soll bereits in Vorbereitung sein. Einzig: Der gewillte Käufer muss auch gewillt sein manuell zu fokussieren, den mit Autofokus ist es nach meinen Informationen Essig. Allerdings gehe ich davon aus, dass das der avisierten Klientel nicht unbedingt ein Dorn im Auge ist.

Sony NEX

Sony nex

Sony scheint es sehr gut verstanden zu haben sich mit ihren NEX-Modellen auf dem Markt der Systemkameras zu etablieren. Mit der abgebildeten NEX-7 haben sie offensichtlich auch die Herzen der ambitionierten Fotografen erobert. In einem Praxistest bei fotointern.ch ließ man die NEX-7 gar gegen Nikons damaliges Flaggschiff D3x antreten und die kleine Sony soll sich mehr als wacker geschlagen haben. Bei aller Skepsis gegenüber gigantischen Sensorauflösungen, scheint Sony seinen Job durchaus gut zu machen. Und dass Sony Sensoren bauen kann weiß man. Schließlich produzieren sie auch jene von Nikon und Nikon wird kaum jemand höchste Qualität bei Spiegelreflexkameras absprechen können.

Meine eigene persönliche Erfahrung habe ich lediglich in ein paar Minuten mit einer NEX-3 gemacht. Keine großartige Erfahrung, muss ich sagen. Oder anders gesagt: Ich mochte sie nicht.

Das Problem ist, dass Sony die Benennung vieler Einstellungen so gewählt hat, dass ein Einsteiger vielleicht verstehen kann, was damit gemeint sein könnte. Als ambitionierter Fotograf suchst du aber nach etablierten Fachbegriffen und die Sony NEX-3 verstehst du dann ganz einfach nicht. Außerdem … wie soll ich sagen … es fehlt ihr die Seele (Achtung: Subjektiv!)

Was bei Sony sehr schwer zu verstehen ist: Weshalb baut an winzige Bodys, nur um den Fotografen dann riesige Objektive anzubieten. Man müsste meinen, es wäre möglich gute Objektive mit weniger Volumen zu konstruieren. Panasonic zeigt doch schließlich wie’s geht.

Und noch ein Haken an den Objektiven: Wer keinen Adapter für Objektive verwenden will, um Objektive anzuschließen die nicht für NEX-Kameras konzipiert sind, wird nur wenig Qual bei der Wahl haben – das Angebot ist klein bis mager.

Zurück zur NEX-7. Trotz meiner Vorbehalte Sonys NEX-Reihe gegenüber: Wer eine wirklich anspruchsvolle Systemkamera sucht, der sollte sich die NEX-7 wohl ansehen. Und bei Bedarf einen, der Adapter einkaufen, über die sich andere Objektivsysteme koppeln lassen.

Nikon

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Lange mussten die Freunde von Nikon (zu denen ich mich ja auch zähle) auf eine Systemkamera ihrer Marke warten. Enttäuscht waren viele über das Ergebnis – ich nehme mich da nicht aus. Nikons Systemkamera-Serie Nikon 1 glänzt vor allem mit einem relativ kleinen Bildsensor – zwar größer, als bei Kompakten üblich, aber kleiner als FourThirds.

Die Nikon 1 Reihe ist für mich deshalb keine Option. Zu wenig Spielraum mit Schärfentiefe und aktuell zu wenig Objektivauswahl. Allerdings entspreche ich auch nicht der deklarierten Zielgruppe der Nikon 1. Deshalb gibt es an den Kameras auch kaum meine geliebten Knöpfe und Räder.

Damit möchte ich die Nikon 1 jetzt aber absolut nicht schlecht reden. Ich hatte bereits beide Nikon 1 Modelle in Händen und fand die Haptik phantastisch. Das gilt gleichermaßen für Gehäuse wie Objektive. Die Kameras haben das, was ich als Seele bezeichnen möchte. Einmal mehr beschleicht mich das Gefühl, dass ein Unternehmen, das auf Kameras konzentriert ist doch etwas mehr Herzblut in die Apparate einfließen lässt, als ein großer Elektronik-Konzern der eben auch Kameras anbietet und vor allem Technik einfließen lässt.

Der Vorteil des kleinen Sensors ist natürlich, dass sich damit noch kleinere Kameras konstruieren lassen. Ich gehe davon aus, dass Nikon – neben allen anderen Herstellern auch – dem Beispiel Pentax’ folgen und spiegellose Kameras anbieten werden, die mit den Objektivanschlüssen der aktuellen Spiegelreflexkameras kompatibel sind. Bei Nikon heißt das Kompatibilität bis in die 1950er Jahre hinein. Da würde es wenig Sinn machen zwei Systeme mit vergleichbar großen Sensoren im Portfolio zu haben mit unterschiedlichen Anschlüssen.

Was ich bei der Nikon 1 weniger verstehe ist, weshalb sie einen eigenen Anschluss für ein eigenes Blitzsystem haben und nicht kompatibel sind, zum Blitzsystem der Nikon DSLRs.

Pantax K und Q

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Zum Thema Unverständlich fällt mir als nächstes Pentax’ Q System ein. Wenn man den Sensor der Nikon 1 als klein bezeichnen kann, dann muss man bei Pentax Q wohl von winzig sprechen. Sieht man sich diese Kamera samt Objektiven auf Bildern an hat man nicht den Eindruck es handle sich um Fotoapparate, sondern um Miniaturen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz, was ich davon halten soll.

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Besser nachvollziehbar ist für mich da schon die neue Pentax K-01. Sie mag zwar zunächst in einer überraschenden Optik daherkommen und irgendwie an eine Mischung aus Baustellen-Werkzeug und Plastikspielzeug erinnern, doch die Ambitionen können ernsthafter wohl nicht sein. Diese Kamera überrascht nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit dem Umstand, dass sie das erste spiegellose Modell eines Systemherstellers ist, das zu Objektiven der etablierten Spiegelreflex-Modelle kompatibel ist. Das bedeutet, man hat ohne zusätzlichen Konnektor die Möglichkeit auf alle Objektive des Pentax Spiegelreflex-Systems zurück zu greifen. Und die Optiken von Pentax genießen bei Gott keinen schlechten Ruf.

Dabei dürfte das Modell kompakter sein, als es die Abbildung links nahe legt.

Fujifilm

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Größte Wellen in der Welt der Fotoentusiasten hat die Ankündigung der Fuji X-Pro1 geschlagen. Fuji – bekannt für exzellente Bildsensoren und hervorragende Optiken – bringt mit diesem Modell eine Mischung aus Systemkamera und Sucherkamera auf den Markt. Der Sensor hat ein mittleres, sogenanntes APS-C-Format und entspricht damit dem, was aktuell in Spiegelreflex-Kameras für Einsteiger, Aufsteiger und Semi-Pros verbaut wird (etwa selbe Größe wie bei Sony NEX, Pentax K-01 und Samsung, aber größer als FourThirds und Nikon 1).

Den professionellen Anspruch des Systems unterstreicht Fuji nicht nur dadurch, dass zum Verkaufsstart lediglich drei Festbrennweiten (!) auf den Markt kommen, sondern auch durch den Preis. Die Erwartungen sind groß.

Und sonst?

Von Canon ist noch immer nichts über die Einführung eines spiegellosen Systems zu erfahren. Neben den bekannten Herstellern finden sich auch noch Samsung und Ricoh am Markt der Systemkameras – Letztere mit einem besonders innovativen (in meinen Augen auch seltsamen) Ansatz, bei dem der Bildsensor direkt mit dem Objektiv verbaut ist. Man darf gespannt sein was aus diesem System wird, nachdem Ricohs Kamera-Sparte mit der Kamera-Entwicklung von Pentax verschmolzen wurde.

Letzte Worte | Ich habe mir größte Mühe gegeben, den Artikel gut zu recherchieren und meine persönlichen Eindrücke der Systeme zu beschreiben. Besser können das in den meisten Fällen allerdings all jene, die das eine oder andere System ihr Eigen nennen und ihre Praxiserfahrung einbringen können. Sachdienliche Ergänzungen und Beschreibungen würden diesen Artikel und die Serie im Nutzen für die Leser natürlich immens aufwerten. Gerne auch mit Links auf eure Blogs und Websites.

Weiter zum 7. Teil: Spiegelreflexkameras

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Nicht so viel Technik | Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nicht mehr so viel über Technik zu schreiben. Zwar könnte man meinen es gäbe für Fotografen wirklich nichts Wichtigeres, wenn man in die einschlägigen Foren, Blogs und Fachmagazine blickt. Aber das deckt sich irgendwie nicht mit meiner Einstellung zum Fotografieren. Für mich ist vor allem der Prozess des Fotografierens selbst von Bedeutung. Sicher: Mit einer tollen Ausrüstung macht es mehr Spaß. Aber nur wenn man damit umgehen kann.

Spaß ohne High-end-Technik | Allerdings bilde ich mir ein auch ohne Vollformat-Kamera und Lichtstarke Profiobjektive Freude an der Fotografie haben zu können. Ganz so, wie ich mit meinem Mazda Roadster Freude am Fahren haben kann, auch wenn ich mir sicher bin, dass es mit einem Aston Martin oder Porsche noch mehr Spaß sein könnte. Allerdings nicht der fünf- oder zehnfache Spaß! Deshalb würde ich auch nicht versuchen die fünf- oder zehnfache Kohle zusammenzukratzen und mich ruinieren, nur um ein bisschen mehr Freude am Fahren zu haben. Und so kann ich eben auch mit meiner 500-Euro Systemkamera genauso viel Spaß am Fotografieren haben, wie mit der sündteuren Profiausrüstung.

Und nun bin ich halt doch wieder so tief in der Technik, auch wenn ich behaupte, dass sie Nebensache ist. Andererseits ist sie ja auch Fundament. Denn ohne Technik keine Fotografie. Digitalfotografie schon gar nicht.

Größer als gedacht | Die Idee zu dieser kleinen Übersicht entstand bereits vor Monaten. Schon als ich an »Kreativ fotografieren« über Kamerakonzepte schrieb überlegte ich das Thema in meinem Blog etwas ausführlicher zu behandeln. Dass es aber fünf oder mehr Teile brauchen würde (und es werden nach diesem Artikel mindestens zwei weitere folgen) hätte ich allerdings nicht gedacht, als ich begann an der Übersicht zu schreiben.

Nach einem Artikel über Grundgedanken zum Kamerakauf und ein paar Gedanken zu Megapixel und Einstellrädern habe ich zunächst die gewöhnliche Riege der Kompaktkameras vorgestellt um darauf folgend etwas ungewöhnlichere Kompaktkameras zu zeigen. Nun möchte ich noch einmal eine besondere Klasse der Kameras mit fix montierten Objektiven vorstellen.

Bridge-Kamera

Die Bridge-Kamera soll eine Brücke zwischen Kompaktkamera und Spiegelrefelex-Kamera sein. Sie hat das ausfahrbare, aber fix verbaute Objektiv der Kompakten, und die griffige Form von der Spiegelreflexkamera – um es vereinfacht auszudrücken. Da diese Kameras meist extreme Zoombereiche abdecken, spricht man auch oft von Superzoom. Allerdings gibt es längst auch sehr kompakte Modelle in kleinen, eckigen oder modischen Gehäusen, die nicht im weitesten an Spiegelreflexkameras erinnern und trotzdem super-zoom-Bereiche abdecken. Deshalb bleibe ich doch lieber bei Bridge für dieses Kamerakonzept.

Hochwertiger als Kompakte | Preislich beginnen Bridge-Kameras in der Regel in einer Region, wo Kompaktkameras kaum mehr zu finden sind. Man darf also durchaus noch ein bisschen bessere Abbildungsqualität erwarten.

Ergonomisch geformt | Die Gehäuse sind kleiner und (in der Regel deutlich) leichter als bei Spiegelreflexkameras mit Objektiven. Dennoch haben sie ein gutes Volumen und sind ergonomisch geformt, bieten also durchaus dem Bedienungskomfort einer DSLR. Auch was Einstellräder und Funktionstasten angeht braucht der ambitionierte Fotograf kaum auf etwas zu verzichten.

Flexible Brennweite | Die Brennweitenbereiche der Zoomobjektive braucht man bei Objektiven für SLRs gar nicht erst zu suchen. Bridge-Kameras haben oft die zwei oder dreifache Brennweite der zoomstärksten Wechselobjektive für SLRs. Allerdings auch mit all den qualitativen Einschränkungen und Nachteilen, die damit einher gehen.

Ich persönlich bin ja bekennender nicht-Fan langer Telebrennweiten – meine Liebe gehört dem Weitwinkel. Doch bei den kleinen Bildsensoren kompakter Kameras – und Bridge-Kameas haben in der Regel keine größeren Sensoren als Kompaktkameras – haben lange Brennweiten einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Man kann die lange Brennweite nutzen um mit der dadurch entstehenden kurzen Schärfentiefe den Hintergrund unscharf zu bekommen und damit ein Motiv freizustellen. Auch wenn die Motive dadurch kaum mehr perspektivische Tiefenwirkung entfalten, lassen sich dennoch coole Ergebnisse erzielen.

Guter Reisebegleiter | Bridge-Kameras sind ein guter Tipp für alle, die eine möglichst flexible Kamera wollen, die auch etwas größer sein darf, die aber nicht gleich in eine DSLR-Ausrüstung investieren und sie mit sicher herumtragen wollen. Sie sind gute Reisebegleiter, wenn man etwas anspruchsvoller ist und nicht nur Draufhalten und Abdrücken will.

Makro-Profi | Eine besondere Empfehlung stellt die Bridge-Kamera für Freunde der Makrofotografie dar. Bridge-Kameras erlauben es meist bis auf 1cm an ein Motiv heranzurücken. Wer eine Spiegelreflexkamera nutzt kommt mit den gewöhnlichen Objektiven nur selten näher an ein Motiv als 20cm. Oft sogar nur 50cm oder lange Brennweiten erwarten sogar einen Abstand von einem Meter und mehr. Für eine SLR brauht man spezielle Makro-Objektive, die meist alleine das Preisschild einer ganzen Bridge tragen. Dabei sind Bridge-Kameras komfortabel für die Makrofotografie einsetzbar, bieten von Haus aus große Schärfentiefe – was bei Makro ein großer Vorteil ist – und man erreicht mit ihnen oft eine annähernd professionelle und postertaugliche Abbildungsqualität.

Modelle

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Einen besonders guten Ruf hat sich bei den Bridge-Kameras Fuji erarbeitet. Ich glaube auch, dass kaum ein Hersteller mehr Modelle dieser Gattung in seinem Portfolio präsentieren dürfte. Man bekommt also von Fuji Bridge-Kameras in den verschiedensten Ausführungen, bereits ab Preisen unter 200 Euro. Das Spitzenmodell ist aktuell die X-S1, die nicht zuletzt auf Grund ihrer Größe kaum von einer DSLR zu unterscheiden ist. Allerdings liegt der UVP dafür aktuell bei etwa 750 Euro. Eine DSLR plus Objektiv ist schon um weniger Geld zu haben.

Wie bereits in einem vorangegangenen Artikel erwähnt, genießt Fuji einen äußerst guten Ruf sowohl als Hersteller von Objektiven als auch als Entwickler von Bildsensoren. Ich würde also erwarten, dass die X-S1 unterm Strich SLRs in der gleichen Preisklasse kaum nachstehen dürfte.

Der Sensor der X-S1 ist mit 8,8×6,6mm für diese Kameraklasse relativ groß und darüber hinaus mit 12 Megapixel nicht zu üppig mit Pixeln überladen, was für gute Abbildungsqualität und gutes Rauschverhalten sorgen sollte.

In der Supermakro-Einstellung ist es in Weitwinkelstellung bis auf 1cm an ein Motiv heranzugehen.

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Auch Panasonic hat ein paar Modelle an Bridge-Kameras im Sortiment, wobei Panasonic wieder von Superzoom spricht. Die Modelle, wie zum Beisiel diese Lumix FZ150, lesen sich auf dem Datenblatt durchaus interessant. Der Bildsensor ist hier mit 6,16×4,62mm nicht übermäßig groß und auch Panasonic vermeidet es ihn mit Megapixel zu überfrachten und liefert mit 12 Megapixel eine wohl sinnvolle Dichte.

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Die P510 von Nikon bietet ein 42-fach Zoom von 24mm bis 1000mm! Am Klappdisplay dürften Makrofotografen ihre Freude haben und die Schalter und Knöpfe versprechen ergonomisches Fotovergnügen.

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Sony hat sich vor allem zu Beginn der Digital-Kompaktkamera-Ära dadurch einen Namen gemacht, dass sie Modelle anboten, die sehr schnell auslösen konnten. Ich war mit meinen Sony Cybershot-Modellen recht zufrieden. Die technischen Daten der aktuellen Sony Bridge-Kameras sprechen mich persönlich nicht so besonders an. Zu viel Megapixel für die kleinen Sensoren und zu wenig Weitwinkel am kurzen Ende der super Zooms, zum Beispiel 27–810mm und 18 Megapixel, bei dieser DSC-HX200V.

Wie für den Rest dieser Artikelserie gilt allerdings auch hier, dass das hier keine Testberichte sind, sondern dass ich lediglich einen Ansatzpunkt anbieten möchte, welche verschiedenen Arten an Kamerakonzepten es gibt und bei welchen Herstellern man wo nach den Modellen suchen kann.

Zu den Pionieren unter den Anbietern von Bridge-Kameras gehört Olympus und auch heute gibt es noch mehrere Modelle dieser Klasse, bei Olympus Traveler genannt. Auch Pentax hat ein Modell im Programm das bei ihnen als Crossover bezeichnet wird.

Fazit

Unverdiente Mauerblümchen | Bei Canon fand ich keine Bridge-Kamera im Angebot. Das Segment scheint Canon zu wenig interessant zu sein und ich finde das durchaus OK. Man braucht ja nicht auf jeder Hochzeit zu tanzen. Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Canon sehr wohl eine Bridge-Kamera im Angebot hat, nämlich die PowerShot SX40S. Ich bin selbst etwas verwundert, wie ich die übersehen konnte, denn selbstverständlich habe ich auf den Websites der Hersteller recherchiert.

Neben und zwischen schicken Kompaktkameras, trendigen Systemkameras und den beliebten Spiegelreflexkameras gehen die Bridge-Kameras meist etwas unter. Unverdient, wie ich meine. Fotografen, denen eine Kompakte nicht reicht und die mit einem Aufstieg zu System- oder Spiegelreflexkamera überlegen, sollten Bridges als Alternative nicht ganz außer acht lassen. Wer ohnehin nicht beabsichtigt mehrere Objektive zu kaufen, braucht nicht unbedingt eine Systemkamera. Bridges sind nicht so groß und schwer wie eine Spiegelreflex-Ausrüstungen. Sie ermöglichen unkompliziert tolle Makro-Einblicke in die Welt des Kleinsten und meist sind sie flexibel genug im Weitwinkel tolle, spannende und dynamische Landschaftsaufnahmen einzufangen und am anderen Ende, im Tele, kann man sogar Spiegelreflex-ähnliche Porträtaufnahmen erreichen.

Weiter zum 6. Teil: Systemkameras

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Etwas andere Kompaktkameras

Die Kompaktkameras im ersten Teil meiner kleinen Übersicht richten sich an die breite Masse der Fotografen. Daneben – oder besser gesagt: darüber – finden sich noch etwas speziellere Geräte, die sich an besonders anspruchsvolle Fotografen richten.

Zu diesen speziellen Apparaten müsste man auch die Kompakten von Leica zählen, von denen ich euch hier aber kein Exemplar zeigen kann, weil ich keine Bilder für die Presse gefunden habe. Nun muss ich zugeben, dass sich Leica nach meiner bescheidenen Meinung das Prestige ihrer Marke ordentlich bezahlen lässt – ob man einen Mehrwert erhält der dem Mehrpreis der Geräte entspricht mag dahin gestellt bleiben. Allerdings handelt es sich bei dieser Aussage um ein Vorurteil, denn tatsächliche Erfahrungen mit einer Leica habe ich bislang nicht gemacht.

Sigma dp1

Zu den ausgefallenen Geräten unter den kompakten Kameras zählt die DP-Serie von Sigma – hier abgebildet die DP1 Merrill. Diese Kamera hat einen Bildsensor mit einem Format von 23,5×15,7mm und ist damit mit einer Spiegelreflexkamera vergleichbar. Beinahe alle anderen Kompakten haben deutlich kleinere Sensoren. Der Fotograf darf dementsprechend eine Bildqualität erwarten, die tatsächlich einer Spiegelreflex entspricht, und nicht nur an diese heranreicht. Das ermöglicht dem Fotografen auch einen entsprechend großen Spielraum bei der Gestaltung der Schärfentiefe. Lichtstarke Objektive komplettieren Geräte die für den professionellen Anspruch entwickelt wurden. Zu diesem Anspruch gehört allerdings auch, dass die Objektive Festbrennweiten sind. Zoomen is also nich, dafür darf man aber kompromisslose Abbildungsqualität erwarten.

Eine weitere Besonderheit stellt ein besonderer Bildsensor da, der ein Sigma-Eigengewächs ist und der sich von anderen Sensoren dadurch unterscheidet, dass nicht ein roter, ein blauer und zwei grüne Pixel nebeneinander im Quadrat angeordnet die Motive vor der Linse digitalisieren, sondern ein roter ein blauer und ein grüner Pixel die hintereinander angeordnet sind. Frag mich niemand, wie das technisch funktioniert. Jedenfalls haben diese ›Foveon‹ genannten Sensoren einen ausgezeichneten Ruf und sollen exzellente Ergebnisse liefern.

Sigma gibt für den Sensor der DP1 Merrill eine Auflösung von 45 Megapixel an, wobei sie so rechnen: 15 Millionen rote + 15 Millionen blaue + 15 grüne Pixel = 45 Millionen Pixel, also 45 Megapixel. Das heißt aber, dass von vorne betrachtet lediglich 15 Megapixel auf dem Sensor angebracht sind und die restlichen 30 dahinter liegen. Im Vergleich: Eine Nikon D800 mit 36 Megapixel hat von vorne betrachtet tatsächlich 36 Millionen Pixel auf der Oberfläche, allerdings nur 9 Millionen blaue, 9 Millionen rote und 18 Millionen grüne. Da sich je vier Pixel (zwei grüne, ein rotes und ein blaues) das Aufnehmen der Farbinformationen teilen müssen, hat Sigma das bessere Verhältnis. Sagt Sigma. Im Grunde ist das reines Marketing und für die Praxis wenig relevant. Für die Praxis ist wichtig, dass der Sigma Sensor in Wirklichkeit 15 Megapixel Bilder generiert und dass deren Qualität höchsten Ansprüchen gerecht werden sollten.

Eine kompromisslose Kamera für kompromisslose Fotografen, die für gute Abbildungsleistungen auf einigen Luxus und viel Schnickschnack zu verzichten bereit sind.

Ricoh gr digital

Weiterere Exoten im Reich der kompakten Kameras sind die »GR Digital«-Kameras von Ricoh. Auch sie sind vor allem sehr ambitionierten Fotografen bekannt und genießen einen guten Ruf. Allerdings sind die Eckdaten nicht ganz so kompromisslos und bemerkenswert, wie es bei Sigmas DP-Kameras der Fall ist.

PowerShot G1 X FRT HOR

Neben den DP-Modellen von Sigma stellt auch die neue G1X von Canon die seltene Ausnahme einer Kompaktkamera mit dem Sensorformat einer Spiegelreflexkamera dar. Anders als die Sigma ist der Apparat aber weniger kompromisslos und zum Beispiel mit einem, für kompakte Kameras eigentlich üblichen, Zoomobjektiv ausgestattet. Zu erwähnen wäre noch, dass die G1X mit einem – ebenfalls seltenen – optischen Sucher ausgestattet ist. Wenn dieser aber tatsächlich, wie ich gelesen habe, praktisch identisch ist, mit jenem er Canon G12, dann ist seine Praxistauglichkeit wohl eher begrenzt.

Ich habe mir außerdem sagen lassen, dass man die Kamera nur mehr mit gutem Willen als kompakt bezeichnen kann. Dafür soll aber auch die Bildqualität für diese Kameraklasse sehr großes Niveau haben.

Weiter zum 5. Teil: Bridge-Kameras

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