Fr, 09. Mai. 08

von Markus

Gerald Singelmann hat auf seiner Site InDesign-FAQ ein Script veröffentlicht, mit dem sich herausfinden lässt, wie Absatzformate in InDesign aufeinander aufbauend angelegt sind (Stichwort: Format basiert auf). Das ist eine interessante Sache, wenn man ein InDesign-Dokument mit vielen Formaten erhält, und die Struktur durchschauen will, aber auch, wenn man ein eigenes, etwas älteres Dokument öffnet, von dem man nicht mehr genau weiss, wie man es aufgebaut hat.

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Di, 12. Feb. 08

von Markus

Nein, Amazon hat jetzt nichts mit Farbmanagement zu tun. Aber es treffen sich heute zwei Meldungen, bzw. Nachträge, die ich hier kurz vermerken möchte.

Amazon ändert Bedingungen für Rezensionen

Wie ich gestern erfahren habe, ändert Amazon nun endlich die Bedingungen, unter denen Buchrezensionen geschrieben werden können. In Zukunft können nur mehr Kunden, die bereits einmal ein Buch bei Amazon gekauft haben, Rezensionen verfassen. Dadurch ist es dann nicht mehr möglich, dass sich jemand unter verschiedenen Pseudonymen einloggen, und mit mehreren Rezensionen das gleiche Buch bewerten kann. Außerdem kann sich der Rezensent auch nicht mehr davor drücken, im äußersten Fall für seine Aussagen gerade stehen zu müssen.

Ich habe im Zuge der Kommentare zu den Vorkommnissen bei Amazon, einiges über Meinungsfreiheit gelesen. Ich bin auch ein absoluter Befürworter der Meinungsfreiheit. Ich kann es auch verstehen, wenn in totalitären Systemen Menschen ihr Leben zu schützen suchen, indem sie versuchen die Spur von einer kritischen Verlautbarung zu ihrem Namen durch ein Pseudonym zu verwischen.

Wenn aber jemand in einem deutschen Forum über Meinungsfreiheit schwadroniert, die Rezension von EDV-Büchern mit dem Widerstand gegen Diktaturen vergleicht, und sich dabei hinter einem Decknamen versteckt, dann versüßt mir das lediglich den Tag mit einem amüsierten Lächeln. :-D

Ich finde es gut, dass nun niemand mehr die Unwahrheit über Amazon verbreiten kann, ohne mit seinem Namen dafür gerade stehen zu müssen (und wenn jemand schreibt – wie im Herbst geschehen –, dass in meinem Training zu InDesign über die meiste Zeit absolut nichts am Bildschirm passiert, dann kann das jeder als Unwahrheit verifizieren).

Falls Sie nun, liebe Leser dieses Blogs, auch Leser meines Photoshop-Buches oder Zuseher meines InDesign-Video-Trainings sind, Ihnen das Werk gefällt und Sie der Meinung sind, dass es etwas Unterstützung verdient hat, dann surfen Sie doch rasch zu Amazon und schreiben Sie eine Rezension dazu – mich würde es freuen, und es würde mir helfen weitere Bücher und Publikationen auch wirtschaftlich zu rechtfertigen. :-)

Farbmanagement

Einen Nachtrag habe ich auch zum Artikel »Achtung Profile« geschrieben. Monika Gause hat mich nach Veröffentlichung des Artikels via E-Mail kontaktiert, und wir haben eine lebhafte Diskussion über das Thema geführt, und daraus schien es mir notwendig, meinen Artikel noch etwas zu ergänzen und einzugrenzen.

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Mo, 11. Feb. 08

von Markus

Vor ein paar Tagen, wurde ich darauf hin gewiesen, dass die von mir empfohlenen Farbprofile fatale Fehler in der Belichtung erzeugen würden. Auf meine Nachfrage konnten wir das Problem schnell klären. Das Gespräch hat mir aber gezeigt, wie wenig, das Thema Farbmanagement nach wie vor verstanden wird, weshalb ich diesen Artikel hier schreibe.

Allerorts hört man heute ja, wie wichtig Farbmanagement sei, und ich kann mich dieser Ansicht nur anschließen. Ein kalibrierter Monitor, ein bisschen Grundwissen um die Materie, ein wenig Information über das Druckmaterial und das passende Farbprofil – sogleich werden Ergebnisse viel besser vorhersehbar. Allerdings wird immer empfohlen, man solle grundsätzlich mit Farbprofilen arbeiten, bzw. niemand erwähnt, dass Farbmanagement in erster Linie für Fotos (Pixelbilder) wichtig ist, und in anderen Bereichen der grafischen Gestaltung sehr leicht mehr Schaden anrichtet, als es nützt.

Euroskala

Wie man einen Monitor kalibriert, werde ich Ihnen voraussichtlich, in einem zukünftigen Podcast zeigen. Beschäftigen wir uns also für den Moment ein kleinwenig mit dem Grundwissen. Wenn Sie ein Werk zu Papier bringen wollen, dann sollten Sie über das Druckverfahren bescheid wissen, und auf was für ein Papier es gedruckt wird. Nehmen wir an, das Druckverfahren ist, wie in den meisten Fällen, der Offsetdruck. Wenn Sie im Offestdruck das selbe Grün (in der Abbildung links 100% Cyan und 100% Gelb) auf drei verschiedene Papiere drucken (in der Abbildung gestrichenes Papier, ungestrichenes Papier und Zeitungspapier), dann erhalten Sie trotz gleichen Farbauftrags ein anderes Farbergebnis.

Pantone

Was für CMYK gilt, gilt ebenso für Pantone, wie Sie in der zweiten Abbildung sehen können. Zwar sind diese beiden Aufnahmen nicht unter Normlicht entstanden, die Bilder enthalten kein Farbprofil und selbst dann würde die Farbdarstellung Ihres Bildschirmes weit von der Darstellung meines Monitors abweichen, wenn Ihr Monitor nicht kalibriert ist. Nichtsdestotrotz verdeutlichen die beiden Abbildungen recht anschaulich, wie groß die Unterschiede von Papier zu Papier sind. Ziehen Sie Ihre Pantone-Fächer aus der Schublade oder den Euroscala-Fächer aus dem Schuber und vergleichen Sie selbst.

Wenn der gleiche Farbauftrag, auf verschiedenen Papiersorten, unterschiedliche Ergebnisse liefert, folgert daraus, dass für einen möglichst identischen Farbeindruck auf verschiedenen Papieren, ein unterschiedlicher Farbauftrag für das gleiche Bild notwendig ist (ich hoffe, das ist jetzt nicht zu kompliziert ausgedrückt; lesen Sie den Satz wiederholt, wenn Sie ihn beim ersten mal nicht verstehen, oder senden Sie mir einen Kommentar, damit ich noch einmal über die Formulierung schlafen kann – dieser Umstand ist nämlich äußerst wichtig um Farbmanagement zu verstehen).

Bild und Profil

Geht es um Fotos, übernimmt das Farbprofil den Umbau der Farbzusammensetzung eines Bildes, damit beispielsweise das Blau des Himmels einer Aufnahme in der Zeitung (ISO Newspaper) möglichst nahe an den Abdruck auf gestrichenes Papier (ISO Coated) im Folder herankommt. Und natürlich soll das Ganze möglichst die Wirkung des eigentlichen Digitalfotos in sRGB wiedergeben.

Ob das Himmelblau nun mit 78% Cyan und 38% Magenta in sRGB in Photoshop gemessen werden kann, ob die Zusammensetzung aus 68% Cyan, 34% Magenta und 8% Gelb auf Zeitungspapier, oder 78% Cyan, 53% Magenta und 3%Gelb auf gestrichenem Papier besteht kann Ihnen im Grunde egal sein. Hauptsache, das Bild wirkt in der Zeitung, im Folder und am Bildschirm gleich.

Anmerkung: Die Farben des Himmels in der vorangegangenen Abbildung wirken drei mal unterschiedlich. Das liegt daran, dass es drei Screenshots sind. Im Druck würde sich damit die größtmögliche Ähnlichkeit zwischen Papier und Monitor ergeben.

In Profil umwandeln

Geht es um Fotos, dann sollten Sie vor der Umwandlung eines Bildes von RGB nach CMYK in Erfahrung bringen, ob der Druck auf gestrichenes Papier, auf ungestrichenes Papier oder auf Zeitungspapier erfolgt. In Photoshop konvertieren Sie dann am besten über Menü ›Bearbeiten‹ • ›In Profil umwandeln …‹ und wählen das zum Papier passende Profil. Farbprofile erhalten Sie bei der ECI (European Color Initiative), oder besser noch: Sie fragen in Ihrer Druckerei nach den passenden Profilen.

Cyan und Farbkonvertierung

Anders sieht es nun aber in Layoutprogrammen wie Adobe InDesign oder Quark XPress aus. Wenn Sie eine gewisse Ahnung von Gestaltung, und den technischen Rahmenbedingungen der Drucktechnischen Umsetzung haben, dann werden Sie Farbflächen eventuelle mit gutem Grund in (beispielsweise) 100% Cyan anlegen – Sie wollen wahrscheinlich eine durchgehende Farbfläche, die nicht aufgerastert ist, bei maximaler Reinheit. Dass die eigentliche Farbe auf Zeitungspapier etwas anders ausfällt als auf dem gestrichenen Papier eines Folders ist dabei meist zweitrangig.

Exportieren Sie jedoch ein Dokument aus InDesign als PDF, und wählen Sie bei den Exportvorgaben ›In Profil konvertieren‹, dann werden Ihre Flächen in 100% Cyan neu berechnet, und kommen eventuell als 92% Cyan, 5% Magenta, 1% Gelb und 12% Schwarz auf das Zeitungspapier, oder 99% Cyan, 3% Magenta, 1% Gelb und 5% Schwarz auf das gestrichene Papier des Folders. Ich nehme an, diese Vorstellung dürfte versierten Grafikern die Haare zu Berge stehen lassen.

Profilkonvertierung und Text

Richtig schlimm wirkt sich die Konvertierung von Layout-Programm-Dokumenten in ein anderes Farbprofil aber erst auf Schriften in Lesetextgrößen aus. Bei Flächen mag es noch angehen, dass ein Cyan als Rastermix abgedruckt wird, statt als reine Einfarbenfläche – dem Betrachter – meist Laye – wird das kaum auffalen. Für einen Text aber, kann ein vierfarbig aufgebautes Raster der Tod sein – vor allem im Zeitungsdruck, wo Rasterungenauigkeiten im Millimeterbereich eher die Regel als die Ausnahme sind. Wird Text in kleinen Graden aufgerastert, hat das massive Auswirkungen auf seine Lesbarkeit – bei einer Aufrasterung in mehrere Grundfarben kann das nahezu an die Unleserlichkeit gehen.

Der Laie mag sich denken, dass es bei so kleinen Flächen, wie denen von Buchstaben, ja nicht so tragisch sein mag. Aber das Gegenteil ist der Fall: Je kleiner, desto verheerender die Auswirkungen einer Rasterauflösung!

Was ich hier für Layoutprogramme beschrieben habe, trifft in den meisten Fällen natürlich auch auf Vektorprogramme, wie Illustrator zu. In den meisten Fällen wollen Sie auch da verhindern, dass Ihre Farbdefinitionen bei einer Konvertierung durch Profile verändert werden. Deshalb sollten Sie auch Logos nicht unbedingt mit Farbprofilen abspeichern, bzw. können in Illustrator generell auf Farbmanagement verzichten. Ausnahmen mögen Illustrationen sein, die schon in Richtung fotorealistischer Darstellung gehen.

Natürlich können Sie Farbprofile nutzen, um einen Softproof am Bildschirm zu ermöglichen. Aber das ist ein Thema für einen späteren Artikel, oder einen kommenden Podcast – man wird sehen.

Zusammen- und kurzgefasst:

  • Konvertieren Sie Bilder in Photoshop immer über das passende Farbprofil von RGB nach CMYK.
  • Konvertieren Sie Dokumente aus Ihrem Layoutprogramm für den Druck niemals in ein Zielprofil.
  • Speichern Sie Illustrator-Dokumente am besten ohne Farbprofil ab.

Nachtrag

Nach der Veröffentlichung dieses Artikels hat mich Monika Gause – wie ich Galileo-Autor – kontaktiert, und wir haben das Thema Farbmanagement eingehend via E-Mail diskutiert. Aus unserer Diskussion heraus, scheint mir nun ein Nachtrag zum verangegangenen Artikel notwendig.

Die von mir oben beschriebenen Empfehlungen stellen nicht den idealen Farbmanagement-Workflow dar. Arbeitet ein Unternehmen in einem geschlossenen Druckvorstufen-Workflow – also beispielsweise eine Grafikabteilung, die Ihre Dokumente immer an dieselbe Druckerei weiter gibt –, dann ist es durchaus sinnvoll und wünschenswert, das Farbmanagement in allen Programmen und Systemen zu nutzen.

Ebenso wird ein Druckvorstufen-Profi der beim Thema Farbmanagement 100% sattelfest ist, das Farbmanagement in allen Programmen bewusst nutzen und damit arbeiten.

Wird Farbmanagement jedoch nicht korrekt eingesetzt, dann richtet es mehr schaden an, als es nutzt.

Monika hat mich darauf hingewiesen, dass mit den Farben ja immer irgendetwas passiert, auch wenn das Farbmanagement ausgeschaltet ist – was auch absolut korrekt ist. Ich halte es aber für besser, es passiert irgendetwas, als es passiert etwas falsches. Deshalb empfehle ich hier den Adobe CS-Nutzern, Farbmanagement – wenn überhaupt – ausschließlich zum Konvertieren von Fotos in Photoshop zu nutzen, ansonsten aber lieber ohne Profile zu arbeiten, wenn sie nicht ganz sicher wissen, was sie tun. Und ich gehe davon aus, dass in Punkto Farbmanagement höchstens 2–5% der Anwender ganz genau wissen was sie tun.

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Fr, 18. Jan. 08

von Markus

Autor: Markus Kategorien:
Druckvorstufe;
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EasyRGB

Wer hin und wieder RAL-Farben nach RGB für die Darstellung am Bildschirm umrechnen sollte, dem dürfe EasyRGB eine große Hilfe sein. Es gehen übrigens nicht nur RAL, sondern auch NCS und viele andere Farbsysteme. Nicht integrierst sind CMYK und Pantone. Aber man kann ja nicht alles haben. 8-)

Quelle: typoblog.ch

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Di, 13. Nov. 07

von Markus

Autor: Markus Kategorien:
Druckvorstufe
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Cleverprinting Ratgeber 2008

cleverprinting.de hat bereits vor einigen Wochen den »Cleverprinting Ratgeber 2008« herausgebracht. Der Ratgeber behandelt vor allem die wichtigen Themen Farbmanagement und korrekte Einstellung von PDFs für die Druckvorstufe.

Der Ratgeber steht wie in den Jahren zuvor unter der Adresse www.cleverprinting.de/ratgeber2008.html zum kostenlosen Download zur Verfügung, mit der Einschränkung, dass sich dieser nur am Bildschirm betrachten lässt und nicht ausdrucken. Wer den Ratgeber gerne auf Papier hätte, kann ihn auch als hochwertig gedruckte Broschüre bestellen. Den Preis ist das umfangreiche Heft allemal wert.

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