
Nachdem ich mir Pixelmator schon vor einigen Monaten, bei der Vorankündigung der Beta-Version, als Lesezeichen vorgemerkt habe, hat es jetzt doch einige Zeit gedauert, bis ich mir das Programm einmal ansehen konnte. Nun habe ich es als Demo geladen und ein bisschen getestet. Mein erster Eindruck: Ich bin Beeindruckt!
Bitte jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen: Wer Pixelmator mit Photoshop vergleicht, kann auch gleich den neuen Fiat 500 mit einem Ferrari vergleichen, was jetzt wertungsfrei ist – für den Großteil der Menschheit, mag der Fiat das passendere Auto sein, und zwar nicht nur wegen des Preiszettels.
Stichwort Preiszettel: Da ist Pixelmator mit ca. 42 Euro ein absolutes Schnäppchen, gegen den gigantischen Adobe-Goliath, für den man auch in der Basisversion über 1.000 Euro auf den Ladentisch blättert. Aber genug gelabbert.
Was kann Pixelmator?
Natürlich nur einen Bruchteil dessen, was Photoshop kann. Aber diesen Bruchteil scheint das Programm locker und leicht aus dem Ärmel zu schütteln. Die Flüssigkeit, mit der sich der Emporkömmling bedienen lässt, lässt einen erahnen, welche Pfunde Photoshop mit sich herum schleppt – in Pixelmator fühlt sich alles viel leichter an. Besonders beeindruckend für mich: Drucksensitive Stifte und Grafiktabletts werden unterstützt, und auch hier vermittelt das Programm ein Gefühl besonderer Leichtigkeit.
Es sind einige Filter vorhanden, aus Photoshop bekannte Basiswerkzeuge arbeiten mit Photoshop-Shortcuts, Auswahlen lassen sich als Masken speichern, es gibt Ebenenmasken, der Benutzer hat über eine eigene Palette Zugriff auf die iPhoto-Bibliothek, …
Alles wirklich nett. Nett, wie die sehr schön gestaltete Oberfläche, wobei ich mich allerdings frage, ob die transparenten Paletten wirklich eine gute Idee sind. Immerhin hat man am Mac immer einen Haufen an Fenstern im Hintergrund, und oft auch eine Menge an Geraffel am Schreibtisch (ich muss dann auch gleich mal wieder aufräumen, fällt mir ein) – nun ja, immerhin gibt es einen Vollbildmodus.
Für wen ist das Programm geeignet?
Zuerst, für wen es nicht geeignet ist: Für Leute die Ihre Bilder in CMYK konvertieren müssen, um die Daten an Druckereien zu übergeben. Das heißt aber nicht, dass man abseits der professionellen Druckvorstufe nicht damit arbeiten könnte, denn immerhin könnte InDesign Daten ja bei der Ausgabe als PDF direkt in CMYK konvertieren. Außerdem ist der Tag nicht mehr so fern, an dem wir alle RGB-Bilder an die Druckereien übergeben werden – zumindest hoffe ich das.
Neben der CMYK-Integration fehlen auch Werkzeuge, um Pfade zu zeichnen. Natürlich ist auch das relativ. InDesign kann mit Transparenten Ebenen arbeiten, und die kann Pixelmator erstellen. Aber vergessen wir einmal die professionelle Druckvorstufe und denken an den Gelegenheits-Bildbearbeiter. Für den kann Pixelmator eine absolut überlegenswerte, leichte, leichtfüßige und preiswerte Alternative sein, um in die Bildbearbeitung einzusteigen. Auch wenn man langfristig Photoshop im Visier hat – die Grundlagen der Bildbearbeitung lassen sich hier ausgezeichnet lernen.
Man könne sich keine 1.000 Euro für eine Bildbearbeitungssoftware leisten, ist also in Zukunft keine Ausrede mehr, um Photoshop zu klauen! Pixelmator ist das Einsteiger-Photoshop im Westentaschenformat!
Bei Interesse eurerseits und Zeit meinerseits, kann ich ja mal einen Pixelmator-Podcast aufnehmen. Man wird sehen.
Link: pixelmator.com
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