Do, 12. Jun. 08

von Markus

Verdana: Bergschuhe zum SmokingWieder einmal hat meine spitze Feder gnadenlos zugeschlagen. Diesmal beschwere ich mich über den oft unüberlegten Einsatz von (Bildschirm)Schriften.

Mehr dazu gibt es unter Flickr, in meinem Album »Formpolemik«.

Wie findest du den Artikel: Nicht gutGutSehr gut (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...
Fr, 16. Mai. 08

von Markus

In Typografenkreisen wird es gefeiert: Das scharfe S – auch als Eszett bekannt –, das es bisher nur in einer gemeinen, also Kleinbuchstaben-Variante gab, hat jetzt offiziell versalen Nachwuchs bekommen.

Bisher galt die Regel, dass Worte mit scharfem S – wie Straße –, groß mit doppeltem S zu schreiben sind, also STRASSE. Besonders bei Namen ist das Fehlen eines versalen Eszett immer wieder kritisiert worden, dass also die Frau Weiß in groß nicht plötzlich zur Frau WEISS wird.

Übrigens, entgegen der landläufigen Meinung, ist das scharfe S nicht vom Aussterben bedroht. Es gab lediglich eine sinnvolle Reform. Als Bassist bin ich beispielsweise froh, dass ich heute keinen Baß (sprich: Baas) mehr spiele, sondern einen echt schnellen Bass.

Wer mehr über das versale Eszett wissen möchte, dem sei das TypoWiki dazu empfohlen: Versal-Eszett

Wie findest du den Artikel: Nicht gutGutSehr gut (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...
Do, 15. Mai. 08

von Markus

In dieser Woche bin ich über zwei neue Schriften gestolpert (über die Graublau schon zum zweiten mal), von denen ich derzeit kaum die Finger lassen kann.

Heroic

Die Heroic, zu beziehen über TypeTrust, ist eine, mit acht Stärken sehr fein ausgebaute Displayschrift, mit einem sehr amerikanischen Charakter und sicher bestens geeignet für Plakate. Für alle acht Stärken gibt es jeweils eine Oblique (für alle, die den Begriff nicht kennen: Oblique ist eine Kursive, die allerdings keine typischen Kursivmerkmale aufweist, sondern lediglich eine schräg gestellte Variante der Aufrechtstehenden darstellt). Aus den Angaben, die ich gefunden habe, steht zwar nichts über echte Kapitälchen im Font, aber wie oben zu sehen ist, scheinen sie vorhanden zu sein.

Was die Type im Moment besonders attraktiv macht, ist, dass TypeTrust den Font derzeit zum Preis von 160$ anbietet (das sind knapp über 100€) – statt 240$.

Graublau Sans Pro

Die neue, sehr schöne und weiche Sans-Schrift Graublau Sans, von Georg Seifert, hat einen wunderschönen, organischen Charakter, und es ist zu erwarten, dass die Type erstklassige Leseeigenschaften mitbringen dürfte. Weniger eine klassische Schrift für die Werbung, sondern vielmehr auch eine Schrift, die sich besonders gut für Werke mit viel Text eignen dürfte, z.B. Bücher oder Zeitschriften. Neben Kapitälchen, Tabellenziffern und Mediävalziffern – wie man es von gut ausgebauten OpenType-Schriften in der Zwischenzeit erwartet – sind auch Kapitälchenziffern vorhanden. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Alternativzeichen und Ligaturen. Alles, was des typografen Herz, für exklusive Satzwerke verlangt.

Die Graublau Sans Pro ist bei fonts.info zu erwerben. Ein Satz mit sechs Schnitten kostet 199€, alle vierzehn Schnitte schlagen mit 350€ zu Buche. Einzelschnitte werden, soweit ich sehen konnte, nicht angeboten. Sollte jemand dennoch einen Einzelschnitt wünschen, würde ich’s einfach mit Kontaktieren versuchen. Leute die Schriften machen und vertreiben sind meist nette Idealisten und lassen gut mit sich reden.

Sollte jemand von euch jetzt also grad ein Projekt in der Schublade habe, das zu einer der Schriften passt, würde ich den Auftrag gerne annehmen. Aber ich weiss eh, dass meine Leser keine Grafikaufträge geben, sondern nehmen. ;-)

Wie findest du den Artikel: Nicht gutGutSehr gut (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...
Do, 08. Mai. 08

von Markus

Die Logo-Entwicklung ist ein aufwendiger Prozess.

Zunächst sollte der Designer in einer ausführlichen Projekt-Besprechung, ein Gespür für das Unternehmen entwickeln – für seine Tätigkeiten, Besonderheiten, Abnehmer, Marketing-Kanäle, Visionen, Ziele und bei einem bereits bestehenden Unternehmen für seine Tradition.

SketchbookDer Designer beginnt dann Ideen zu skizzieren. Bei mir können nach einigen Tagen, am Ende der ersten Phase 30, 50, oder 70 flotte Handskizzen in meinem Sketchbook landen. In der zweiten Gestaltungsphase, werden jene Entwürfe, mit ausreichendem Potential, am Computer umgesetzt. Vielleicht 20 bis 30 der Handskizzen kommen dann in den Rechner. Jede davon wird wahrscheinlich wieder in mehreren Varianten getestet. Gemeinsam mit den Handskizzen, ergibt das schnell einmal 100 bis 200 Varianten mit mehr oder weniger großen Unterschieden. Daraus werden die drei bis sechs besten Entwürfe ausgewählt und präsentationsreif gezeichnet.

Nach der Präsentation, sollte sich der Auftraggeber für eine der unterschiedlichen Varianten entscheiden können (ansonsten geht es in eine neue Runde). Die ausgewählte Variante wird dann im Detail reingezeichnet. Buchstabenabstände werden im Detail optimiert, Proportionen aus- und angeglichen.

Die Farben werden bestimmt als:

  • Sonderfarben (HKS oder Pantone);
  • CMYK (für Offsetdruck);
  • RAL (für Lacke);
  • Folien;
  • RGB (für Bildschirm).

Die reingezeichnete Logo-Datei wird in der Regel in verschiedenen Farbversionen ausgegeben als:

  • Sonderfarben;
  • CMYK;
  • RGB;
  • SW;
  • Negativ (zB. weisse Outline-Zeichnung für schwarze und dunkle Hintergründe).

Außerdem ist es meist notwendig, die einzelnen Farbvarianten, in verschiedenen Dateiformaten, für unterschiedliche Aufgaben zu speichern. Die professionelle Druckvorstufe bevorzugt ein Vektor-EPS, für das Internet eventuell JPEG- und GIF-Varianten, während für MS Office wieder PNG seine Vorteile hat.

Am Ende des Prozesses, sollte ein Logo mit starker Eigenständigkeit und emotionalen Werten stehen, das dem Unternehmen auf den Leib passt.

Für ein Logo in professioneller Ausführung, starkem und maßgeschneiderten Charakter, sollte ein kleines bis mittelständisches Unternehmen schon zwischen 20 und 40 Stunden kalkulieren – schließlich möchte man keine Lösung, die nach zwei Jahren schon wieder aus der Mode, oder in der Praxis nur mit erheblichem finanziellen Aufwand umsetzbar ist.

Wer die Investition in ein starkes Logo scheut, sollte sich überlegen, welchen Zweck das Logo für ihn erfüllen muss (siehe auch: Wer braucht ein Logo?). Eine Sparvariante, die lediglich beliebig ist, ist dabei noch das kleinere Übel. Eine laienhafte Lösung wird dem Image eher schaden als nützen. Ein Logo das nicht funktioniert, kann teurer kommen, als die aufwändigste Entwicklung und dabei kontraproduktiv sein. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Entscheidung für ein Logo in der Regel eine Entscheidung fürs Leben ist!

Gründern, deren Budget für eine professionelle Lösung nicht ausreicht, sollte geraten werden, den Schritt in die Selbständigkeit ohne Logo zu gehen: Ein Logo nachträglich einzuführen ist ein Leichtes. Ein bestehendes Logo auszutauschen ist schwierig, kostet Geld und ist mit Risiken verbunden.

Wie findest du den Artikel: Nicht gutGutSehr gut (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...
Di, 29. Apr. 08

von Markus

XING Grafikdesign und visuelle Kommunikation

Bei XING habe ich gestern eine Gruppe, mit dem Titel »Grafikdesign und visuelle Kommunikation« gestartet. Ich hoffe auf rege Teilnahme, interessante Diskussionen und befruchtenden Erfahrungsaustausch.

Wie findest du den Artikel: Nicht gutGutSehr gut (Artikel bisher ohne Wertung)
Loading ... Loading ...