Hintergrundaufgaben: Irritierend, wenn man in InDesign CS5 ein PDF exportiert. Es erscheint kein Statusfenster das den Fortschritt des Exports anzeigt. Hat es nicht funktioniert? Doch! Nur InDesign CS5 kann die Aufgabe jetzt im Hintergrund erledigen, wenn der Computer mit mehr als einem Prozessor ausgestattet ist. Möchte man sich über den Fortschritt des Exports informieren, dann gibt die Palette Hintergrundaufgaben die Möglichkeit dazu. Der Screenshot unten zeigt wie ich zwei PDFs aus zwei InDesign-Dokumenten parallel in Auftrag gegeben habe.
Interaktivität: Neben den, für den Printdesigner interessanten Features, hat InDesign gerade in Bezug auf interaktive PDFs und Flash-Präsentationen immens dazugelernt. Noch dürfte das nur einen kleinen Teil der Anwender interessieren. Ich gehe aber davon aus, dass das iPad und seine Nachfolger langfristig (auf Jahre hinaus gesehen), zu einer Veränderung unseres Medienkonsums führen werden und zunehmend mehr Zeitungen, Zeitschriften und Bücher für eBook-Reader und Geräte wie Kindle und iPad publiziert werden. Die neuen Möglichkeiten werden dann auch verlangen, dass diese elektronischen Dokumente nicht nur mit Fotos versehen sind, sondern mit interaktiven Funktionen und Filmen. Die Arbeit mit Interaktivität wird früher oder später also auf alle Gestalter zukommen.
Die Neuerungen, die ich in den letzten Wochen beschrieben habe, sind nicht alles, was in InDesign CS5 neu ist oder geändert wurde. Adobe hat bei InDesign deutlich noch einmal eins drauf gelegt. Ob die neuen Features ein »Must« sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. CS4 stellte für mich ein wichtigeres Upgrade dar, mit der überarbeiteten Live-Preview-Funktion und den intelligenten Hilfslinien, Querverweisen etc. Wer aber noch mit CS3 arbeitet sollte ein Upgrade in Erwägung ziehen. Wer noch CS2 hat sowieso.
Ein unscheinbare, und doch interessante Neuerung, bringt InDesign CS5 im Umgang mit Fonts mit sich. Wird eine InDesign-Datei in CS5 über Verpacken gesammelt, dann heißt der Folder für die Fonts jetzt nicht mehr »Fonts«, sondern »Document Fonts«. Der neue Name für den Ordner ist natürlich nicht die Neuerung, sondern die Funktion, die sich dahinter verbirgt: Wird das verpackte InDesign-Dokument auf einem anderen Rechner geöffnet, dann sieht CS5 im Ordner, in dem sich das Dokument befindet nach, ob sich da möglicherweise ein »Document Fonts«-Ordner mit Schriften befindet und, wenn ja, dann werden die Schriften temporär installiert. Schließt man das InDesign Dokument wieder, werden auch die Schriften wieder aus dem System genommen.
Natürlich geht das nicht problemlos auf unterschiedlichen Plattformen, speziell Windows wird mit vielen Mac-Fonts keine Freude haben. Dennoch ist der Ansatz interessant und dürfte für viele Anwender eine Erleichterung Arbeit darstellen. Zum Einen natürlich Dienstleister, die InDesign-Dateien aus vielen verschiedenen Quelle verarbeiten müssen. Zum Anderen aber auch für Leute, die mit Betriebssystemen und dem Installieren von Fonts wenig am Hut haben.
Das ist eine neue Funktion in InDesign die ich besonders smart finde: Man kann nun einen Text so formatieren, dass er über mehrere Textspalten hinweg läuft und umgekehrt so, dass er innerhalb einer Rahmenspalte in weitere Unterspalten aufgeteilt ist. Voraussetzung für den Text über mehrere Spalten ist, dass ein Textrahmen über die Textrahmenoptionen in Spalten aufgeteilt worden ist. Werden Spalten erzeugt, in dem man einzelne Textrahmen nebeneinander stellt und diese verkettet, funktioniert es nicht.
Interessant ist auch, dass es sich um Absatzformatierungen handelt und somit auch in Absatzformaten gespeichert werden können. Das heißt man kann sie dann mit einem Klick (oder auch über Shortcut) zuweisen.
Eines der neuen Werkzeuge in InDesign CS5 ist das Lückenwerkzeug. Damit kann man die Abstände zwischen Layoutrahmen verschieben und verändern.
Wenn es sich um Rahmen mit Bildinhalten handelt, kann man diese Rahmen vorher auswählen und die neue Funktion Automatisch einpassen aktivieren. Diese Option bewirkt, dass sich der Bildinhalt eines Layoutrahmens automatisch anpasst, wenn die Größe des Layoutrahmens verändert wird. Hat man zum Beispiel Rahmen proportional füllen für den Rahmen eingestellt und verändert Format und Proportionen des Rahmens, wird der Inhalt dennoch jederzeit so angepasst, dass das Bild den Rahmen vollständig ausfüllt.
Zum Lückenwerkzeug selbst: Dieses erkennt beim hinweggleiten über ein Layout Lücken (Abstände) zwischen je zwei Layoutrahmen. Befinden sich mehrere Layoutrahmenn neben- oder untereinander, die einen identischen Abstand auf gleicher X- oder Y-Achse aufweisen, dann wird dieser Abstand als Zusammengehörend erkannt. Verschiebt man nun bei gedrückter Maustaste die Maus nach oben, unten, links oder rechts, verschiebt sich der Abstand zwischen den Rahmen in diese Richtung.
Möchte man nicht, dass neben- oder untereinander liegende Abstände gemeinsam verschoben werden, hält man während der Aktion die ⇧-Taste. Möchte man die Breite/Höhe des Abstands verändern, statt den Abstand zu verschieben, drückt man die ⌘(STRG)-Taste. Bei gedrückter ⌥(alt)-Taste werden die ausgewählten Bilder verschoben. Das ist allerdings nichts anderes als würde man mehrere Bilder mit dem Auswahlwerkzeug auswählen und dann verschieben.
Da ich sehr viel mit Layoutrastern arbeite, kann ich mir noch nicht vorstellen, dass ich dieses Werkzeug oft benötigen werde. Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Leute die weniger Raster nutzen durchaus interessant sein kann. Manchmal frage ich mich jedoch, ob man auf manche Werkzeuge und Funktionen nicht eher verzichten sollte – Programme wie InDesign sind ohnehin bereits dermaßen überladen, dass sie für Leute die nicht täglich damit arbeiten immer schwerer zu bedienen werden. Aber das ist meine Meinung: Es muss jeder für sich entscheiden, ob er neue Funktionen begrüßt oder nicht. Da gehen die Meinungen sicher auch auseinander, was sinnvoll und was verzichtbar ist.
Mit InDesign CS5 lassen sich die Metadaten von Bilder und verknüpften Dateien automatisch als Bildunterschirft übernehmen.
Im diesem kurzen Screencast zeige ich zunächst noch einmal die neue Funktion mit der man Layoutrahmen weiter auseinander ziehen kann. Anschließend beschrifte ich die platzierten Bilder mit dem Urheber aus den Metadaten die in den Bildern hinterlegt sind. Dabei habe ich eines der Absatzformate genutzt, die in dem InDesign-Dokument vorhanden sind.
»Hier wird nämlich richtig Wissen vermittelt, anschaulich kurz, knapp und präzise. Fast schon zu viel Information, um alles auf einmal aufzunehmen. Deswegen werde ich das Buch immer wieder zur Hand nehmen (müssen).«
Markus Wäger gibt bei der Epos Akademie in Götzis, Vorarlberg (A), seit 2005 Seminare zu Photoshop, InDesign und Illustrator und unterrichtet im Werbelehrgang »Werben und Gestalten«.