Während sich in Photoshop CS5 keine Welten bewegt haben, scheint sich in InDesign CS5 viel gegenüber zum Vorgänger getan zu haben. Schon InDesign CS4 brachte in meinen Augen sehr gute und für alle brauchbare Neuerungen, wie die automatischen, smarten, von selbst erscheinenden Hilfslinien, mit denen sich Rahmen leicht aneinander ausrichten und mit gleichmäßigem Abstand verteilen lassen; oder die sehr gelungene Preflight-Palette und insgesamt der Umgang mit potenziellen Fehlern in Layout-Dateien.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass InDesign sich vom reinen Layoutprogramm für den Druck weg entwickelt und immer mehr interaktive Fähigkeiten aufnimmt. Wobei ›weg entwickeln‹ nicht ganz korrekt ist – auch für Print-Grafiker scheint sich Einiges getan zu haben. In Punkte Interaktivität aber eben noch viel mehr.
Ich weiß noch nicht ob mir das gefällt und wie sich das auf meine InDesign-Seminare in Zukunft auswirken wird. Aber das ist ein Problem, das einen nur als Kursveranstalter und Seminarleiter kümmern muss. Der einfache Anwender wird aber eventuell vor dem Problem stehen, dass er mit noch mehr Paletten, noch mehr Befehlen und noch mehr Schalftflächen konfrontiert ist. Schon jetzt kann einen der Funktionsumfang des Programms erschlagen. Für jene die täglich mit InDesign arbeiten mag das kein Problem sein. Aber es gibt eben auch viele Leute in Marketing-Abteilungen und Sekretariaten die nur gelegentlich damit arbeiten und ich frage mich, wie es diesen Anwendern mit der Funktionsflut gehen wird.
Was mir bereits bei den ersten Demo-Videos aufgefallen ist, ist, dass beim überqueren eines platzierten Bildes mit dem Auswahl-Werkzeug eine transparente Scheibe über dem Bild erscheint.

Meine Vermutung, für was das gut sein soll, war korrekt:Der Anwender braucht nicht mehr zwischen Auswahlwerkzeug und Direktauswahl-Werkzeug zu wechseln, sondern kann nun beides mit einem Tool bearbeiten: Eben dem Auswahlwerkzeug, oder wie ich es in meinen Seminaren bildlicher nenne, dem schwarzen Pfeil. Der weisse Pfeil (das Direktauswahl-Werkzeug) dürfte somit in Zukunft nur mehr zum Bearbeiten von Pfaden notwendig sein.
Die Arbeit damit funktioniert so, das ein Klick auf eine solche transparente Scheibe, den Inhalt des Layoutrahmens auswählt und man ihn dann bearbeiten kann. Klickt man wieder auf die Begrenzung des Layoutrahmens, kann dieser wieder editiert werden.
Eine scheinbar kleine Neuerung, die das Gestalten mit dem Programm nun aber nachhaltig ändern dürfte. Ich bin vor allem gespannt, wie Neueinsteiger darauf reagieren und ob sie besser damit umgehen können, als bisher mit den beiden ähnlichen, aber doch unterschiedlichen Werkzeugen Auswahl und Direktauswahl.

Neu ist auch, dass man Objekte – egal ob ein ausgewählter Layoutrahmen oder der ausgewählte Inhalt eines Layoutrahmens – nun gleich per Maus rotiert werden kann. Man braucht mit dem Mauszeiger nur in die Nähe einer der Ecken des Objekts zu gehen, schon verwandelt sich er sich in einen Bogen, der anzeigt, dass man nun durch Drücken der Maustaste und verschieben der Maus das Objekt rotieren kann. Photoshop-Anwender kennen das ja schon länger.
Meine ersten Blicke auf InDesign haben mich neugierig gemacht und ich bin gespannt, was es sonst noch zu entdecken gibt, wie sich das in der Praxis bewährt und ob die Creative Suite 5 wieder etwas stabiler läuft, als die 4er Version.
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