Vor der eigenen Tür

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Kamera: Olympus OM-D E-M5 | Objektiv: M.Zuiko 17mm ƒ1.8 (34mm KB) | Blende: ƒ8 | Zeit: 1/160 S | ISO: 200 | Belichtungsmodus: Blendenvorwahl | Belichtungsmessung: Mittenbetont | Weißabgleich: Manuell

Ich bin zwar kein besonderer Globetrotter, dennoch habe ich schon ein paar ganz besondere Orte dieser Erde besucht. Doch wenn es darum geht bezaubernde Impressionen einzufangen braucht man gar nicht weit zu reisen, sondern nur mit offenen Augen und einer offenen Wahrnehmung durch die Gegen zu gehen. Oft liegen wunderbare Plätze direkt um die Ecke oder vor der eigenen Haustür.

Dieses Aufnahme zeigt einen Teil des Riedes, zwischen meinem Wohnort Schwarzach und dem Ort wo sich mein Büro befindet, das ich passiere, wenn ich zu Fuß ins Büro gehe.

Die Gegend ist unspektakulär und an manchen Tagen trostlos und ein bisschen abweisend, nicht zuletzt aufgrund der Straßen, der Bahn und der Hochspannungsleitungen die die Wiesenlandschaft durchschneiden.

An manchen Tagen aber, wenn das Wetter und das Licht stimmt, kann sie auch einen bescheidenen und gleichzeitig charmanten Reiz vermitteln. Bescheiden meine ich in diesem Fall im positiven Sinn – einige Leser werden sich sicherlich vorstellen können, dass Bescheidenheit eine Tugend und Tugend etwas durchaus positives sein kann.

Die spektakulärsten Plätze die ich schon besuchen durfte – manche davon weltbekannt – waren alles andere als bescheiden. Hätte ich viel Glück gehabt, hätte ich sie vielleicht unter Bedingungen vorgefunden die es mir ermöglichten den Ort spektakulär abzulichten. Leider hatte dieses Glück nie. Zwei oder drei Wochen, oder auf der Durchreise oft kaum eine Stunde, bieten geringe Chancen einer Location unter optimalen Bedingungen zu begegnen!

Besonders dramatisch sehe ich das allerdings nicht, weiß ich doch, dass ich selbst unter optimalsten Bedingungen kaum eine Aufnahme machen könnte, die mit den spektakulärsten der Sehenswürdigkeit mithielten. Irgendwann war immer schon jemand da der noch mehr Glück hatte, eine bessere Ausrüstung einsetzte, mehr Aufwand trieb oder schlicht ein besserer Fotograf war. Je bekannter der Ort, desto wahrscheinlicher, dass ich diese Aufnahmen schon sah und, dass sie meine blass aussehen lassen.

Auch wenn spektakuläre Aufnahmen atemberaubender Kulissen natürlich etwas Beeindruckendes haben, ist es nicht das was mich antreibt. Ich liebe genauso, vielleicht noch mehr, den Reiz des Gewöhnlichen, des Alltäglichen, des Bescheidenen. Die Aufnahme oben ist so ein Motiv das mir den Reiz des gewöhnlichen vermittelt und mich in seiner Bescheidenheit anspricht.

Ich erinnere mich noch wie ich damals kurz überlegte, ob es sich wirklich lohne die Kamera auszupacken, oder, ob ich einfach nur ein Foto machen wollte um ein Foto zu machen. Ich entschied mich die Kamera aus dem Rucksack zu holen und die Szene rasch eingefangen.

Begleitet hat mich an diesem Tag meine Olympus E-M5 mit dem was in den letzten Monaten mein Immer-dabei-Objektiv war, dem M.Zuiko 17mm ƒ1.8. Dieses Objektiv entspricht knapp 35mm Kleinbildbrennweite und ist damit eine sehr gute und flexible Immer-dabei-Brennweite.

Zwar fotografiere ich sehr oft mit manueller Belichtung, doch wenn ich unterwegs bin steht der Modus eher auf Blendenvorwahl. Als Blende wählte ich ƒ8.0. Das entspricht ƒ16 an Kleinbild und ist eine durchaus typische Brennweite für Landschaft. Zwar erlaubt das Objektiv wie die meisten Olympus-Objektive ein Schließen der Blende bis auf ƒ22, doch bei höheren Werten als ƒ11 nimmt die Schärfe aufgrund der sogenannten Beugungsunschärfe ab. Fokussiert habe ich auf Etwas im Vordergrund, ich vermute auf die Bäumchen links.

Die Aufnahme erschien zunächst im RAW-Converter etwas flau, was aber nicht ungewöhnlich ist. Während die kamerainterne JPEG-Verarbeitung in der Regel für kontrastreiche und gesättigte Resultate sorgt, gehen RAW-Converter zunächst moderater vor, was RAWs im Vergleich zu JPEGs oft unspektakulär erscheinen lässt.

Rein mit der Entwicklung der Aufnahme in Capture One wäre sie nicht zu einer meiner liebsten des letzten Jahres geworden. Erst mit einer Bearbeitung in Photoshop und mit dem neu erschienenen und gerade erworbenen Plugin Aurora HDR kamen Wolken und Schattierungen so heraus, wie sie im Ergebnis nun zu sehen sind.

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2 Gedanken zu „Vor der eigenen Tür“

  1. Hallo Markus, da habe ich doch gleich gedacht, dass die Kameraeinstellungen wie sie unter dem Foto stehen so nicht stimmen können: Blende 1.8 mit der Zeit? Im Text erwähnst du ja dann die m. E. richtige Blende. Mit der hdr Ausführung habe ich so meine Probleme, wobei es bei deinem Bild nicht überzogen ist.
    Grüße aus dem Saarland,
    Andreas

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