RAW-Converter: Alle sind gleich, und doch irgendwie anders

Es ist ziemlich egal was für eine Art Raw-Converter oder Software zur Bildbearbeitung wir verwenden, es zählt alleine was dabei raus kommt! Da jedes Programm etwas anders ist, fallen die Resultate auch bei jedem anders aus. Anders! Nicht besser oder schlechter, sondern vor allem anders.

Das Thema RAW-Converter treibt mich seit Jahren um, da ich bislang keinen fand, der mich vollständig glücklich macht. Aperture ist toll und lässt sich sehr gut individualisieren. Die Verwaltung umfangreicher Bibliotheken ist mustergültig, das Management absolut flexibel und erlaubt äußerst komplexe Workflows. Die Möglichkeit Farbbereiche zu editieren, sehe ich nirgends besser gelöst. Doch es fehlt auch an allen Ecken und Enden, vor allem an einer gesicherten Zukunft. Das hat mich schon öfter dazu getrieben mein Glück mit anderen Programmen zu versuchen und lässt mich den Markt der Mitbewerber gut beobachten.

Mittlerweile besitze ich Lizenzen von Capture One Pro, Lightroom, DxO Optics und natürlich Adobe Camera Raw und Aperture. Immer wieder lese ich, ein bestimmtes Programm soll viiiel besser sein, als die anderen. Oder ein bestimmtes soll besonders schlecht sein. Meine Arbeit mit den genannten Programmen bestätigt das nicht. Es gibt natürlich klar erkennbare Unterschiede, doch es sind subjektive ästhetische Unterschiede, keine objektive Qualitätsunterschiede. Man mag bei der Analyse der Details in der 100-%-Ansicht tatsächlich qualitative Unterschiede, was Schärfe oder Rauschen angeht, erkennen können. Doch wie wichtig ist das für ein bemerkenswertes Resultat?

Die iPhone Photo Awards zeichnen umwerfende Aufnahmen aus, die niemals RAW waren, die niemals die technische Brillanz von mit professionellen RAW-Convertern entwickelten Aufnahmen hatten, die niemals mit Photoshop bearbeitet wurden und die einem Teils trotzdem den Atem rauben.

Häufig wirken sehr naturalistisch entwickelte Fotos profan, alltäglich, langweilig. Oft sind Bilder, die der Fotograf mit künstlichem Rauschen versehen, mit Störungen und Strukturen überlagert hat, deren Farben er verfremdete, vom natürlichen Weißabgleich abweichend eingestellt hat, am beeindruckendsten. Lieben wir nicht den Look von Lomos und Polaroids? Was machen sie anderes als die Natur verfremden? Was sollten minimale Unterschiede in Detailschärfe und Rauschen in den Details also für wesentliche Auswirkungen auf die ästhetische Qualität der Resultate haben?

Der wesentliche Unterschied zwischen den Programmen besteht nicht in grundsätzlicher Detailqualität, die sie auszugeben in der Lage sind, sondern viel mehr darin, welche Looks sie Bildern geben können. Diesbezüglich lässt sich ein bestimmter Look mit dem einen Programm besser erzielen, ein anderer mit dem anderen. Der tatsächliche Unterschied zwischen den Programmen besteht vor allem darin, wie man mit ihnen arbeiten kann, was für Workflows sie erlauben und wie sich Projekte verwalten lassen. Tja, und dann noch in Stabilität und Arbeitsgewschwindigkeit.

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