Mon, 19. Dec. 11

Wer sich für Lichtführung mit Blitzen interessiert, sollte auch einmal das E-Book ‘Lighting101’ von Krolop und Gärst ansehen. Darin wird zwar das Beleuchten mit entfesselten Systemblitzen erklärt; aber abgesehen davon, dass Studioblitze kräftiger beleuchten, dürften sich die Grundlagen nicht wesentlich von der Lichtführung mit den kleinen Aufsteckblitzen unterscheiden. Das PDF sollte demnach für alle interessant sein, die sich für Blitzlicht interessieren und einsteigen wollen.

Für 9,99 kann man das E-Book bei Krolop und Gerst einkaufen. Wer Mitglied bei FotoTV ist, oder mit dem Gedanken spielt eine Mitgliedschaft zu testen, kann sich den Preis auch sparen, denn Mitglieder von FotoTV bekommen das E-Book als Weihnachtsgeschenk gratis.

Für alle, die FotoTV noch nicht kennen: FotoTV ist eine Lernplattform für Fotografen mit mittlerweile wohl hunderten Videos und Tutorials zum Thema Fotografie. Für eine Abbo-Gebühr ab etwa 15 Euro im Monat kann man sich Fotografie-Info rein ziehen bis zum Abwinken.

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Sat, 17. Dec. 11

Seit ich begonnen habe Bücher zu »Photoshop«, der »Nikon D700«, »Grafik und Gestaltung« und »Kreativ fotografieren« zu schreiben, war Zeit, meinen Blog und meine Kontakte in den sozialen Netzwerken zu pflegen, Mangelware. Seit »Kreativ fotografieren« fertig ist ist der permanente Zeitdruck zu Ende. Ich genieße das und bin wieder aktiver am Bloggen, Feed-Abbos durchstöbern, bei Facebook, Google+ und bei Twitter. Vor allem die Foto-Blogger-Szene ist ja besonders aktiv und wie mir scheint auch sehr kontaktfreudig.

Diese Woche bin ich mit Jana Mänz von www.janasworld.de – als Frau zur Minderheit der Foto-Blogger zählend – in Kontakt uns ins Gespräch gekommen. Ich hatte Sie mit der Bitte kontaktiert ihr »Kreativ fotografieren« als Rezensionsexemplar zusenden zu dürfen. Wir haben uns während der Woche einmal via Skype verbunden, über Fotobücher, Fotografie, Fotoschulen, die unterschiedlichen Zugänge von Frauen und Männern zur Fotografie und die Foto-Blogger-Szene unterhalten.

Jana betreibt auf ihrem Blog eine eigene Fotoschule, die völlig anders funktioniert als meine. Sie veröffentlicht keine Artikelserie in Form eines Buches, sondern betreut und berät ihre Fotoschüler – besser gesagt meist Schülerinnen – direkt und aktiv, zum Beispiel in Form von Bildbesprechungen. Ein interessanter Ansatz, wie ich meine; nicht nur für Fotografinnen.

Für das kommende Jahr steht bei ihr ein Webinar zum Thema »selbständig machen als Fotograf« in der Pipeline. Ich habe mir die Sache einmal angesehen und finde sie sieht sehr interessant aus. Vor allem hat mich der Preis von 390 Euro überrascht. Wäre bei mir der Jahresbeginn 2012 nicht schon ziemlich dicht hätte ich mich gleich angemeldet. Ich bin zwar schon seit langem (als Grafiker) selbständig, aber man lernt nie aus.

Anbei eine gekürzte Beschreibung Janas des Webinars.

Kreative Wege, sich als Fotograf/Fotodesigner selbständig zu machen.

Sie wollen aus Ihrem Hobby, der Fotografie einen Beruf machen, Sie haben das Gefühl, dass nichts anderes Ihnen so viel erfüllte Zeit bieten kann? Aus diesem Grund haben wir unser Webinar unter dieses Motto gestellt: »Tue das, was du liebst und liebe das,was du tust! – ›Kreative Wege, sich als Fotograf/Fotodesigner selbständig zu machen‹«.

Wir haben Dozenten aus dem Fotografie-Business eingeladen. Dabei sind u.a. der erfolgreiche Werbefotograf und Autor Jens Brüggemann, der Justizar des Deutschen Verbandes für Fotografie e.V. (DVF) Wolfgang Rau sowie Business Coach Petra Rexroth aus London, der CEO der Bildagentur westend61, Gerald Staufer, sowie weitere Dozenten, die unsere Webinare mit ihrem Fachwissen und Know-How begleiten werden.

Mehr Informationen findet ihr hier.

Fotografie Webinar: Selbstständig machen als Fotograf

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Fri, 16. Dec. 11
Autor: Markus Kategorien: Fotoschule Kreativ fotografieren

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Kameras für ambitionierte Fotografen stellen in der Regel drei verschiedene Programme für die Belichtungsautomatik und einen ­Modus zur manuellen Belichtungseinstellung zur Verfügung. Die Bezeichnungen und Abkürzungen der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich wieder einmal etwas.

  • Programmautomatik | Wird bei allen mir bekannten Kameras mit ›P‹ abgekürzt.
  • Blendenvorwahl | Die Blende wird vorgewählt, die Kamera regelt die Zeit automatisch. Deshalb wird dieser Modus manchmal auch als Zeitautomatik bezeichnet. Die Abkürzungen lauten ›A‹ für ‘Aperture’ (englisch für ›Blende‹) oder ›Av‹ für ‘Aperture Value’ (›Blendenwert‹).
  • Zeitvorwahl | Die Zeit wird vorgewählt und die Kamera regelt die Blende automatisch. Hier spricht man deshalb manchmal von Blendenautomatik. Die üblichen Abkürzungen sind ›T‹ oder ›Tv‹ für ‘Time Value’ (›Zeitwert‹) oder ›S‹ für ‘Shutter’ (›Verschluss‹, also auf die Verschlusszeit bezogen).
  • Manuell | ›M‹ steht bei allen mir bekannten Modellen für manuelle Einstellung.

Programmautomatik

Die meisten Digitalkameras – angefangen von der günstigsten Kompaktkamera bis hin zur professionellen DSLR – bieten in der Regel einen Auto- und einen Programm­modus.

Auto | Der vollautomatische Modus ›Auto‹ nimmt dem Fotografen in der Regel jede Einstellungsentscheidung ab. Wenn es die Kameraelektronik für erforderlich hält zu blitzen, klappt sie den Blitz auf und sorgt bei der Aufnahme für zusätzliches Licht. Blitzen oder nicht Blitzen ist für mich allerdings eine zu essenzielle Frage, als dass ich die Entscheidung der Elektronik einer Kamera überlassen möchte. Deshalb kommt der Auto-Modus für mich nicht in Frage.

Programm (P) | In Programm (P) balanciert die Elektronik der ­Kamera die Blende und die Belichtungszeit automatisch aus, um zu einer möglichst sicheren und optimalen Belichtung ohne Verwackelung zu kommen. Dazu wird sie versuchen die Belichtungszeit so kurz wie möglich zu halten, wenn möglich ohne die Blende vollständig aufzureißen. Eine maximale Blendenöffnung würde zwar die kürzest mögliche Belichtungszeit bedeuten, doch die Schärfen­tiefe könnte dabei kürzer ausfallen, als es dem (ungeübten) Fotografen lieb wäre. Außerdem erinnern wir uns, dass viele Objektive bei maximaler Blendenöffnung nicht mehr ihre maximale Abbildungsschärfe er­reichen. Die Kamera wird deshalb versuchen die Blende im mittleren Bereich, zwischen ƒ 5.6 und ƒ 8, zu halten. Nach meiner Erfahrung berücksichtigt die Elektronik dabei auch, dass die Belichtungszeit nicht länger als der Kehrwert der Brennweite ausfällt, um nicht zu verwackeln.

Programmverschiebung | Viele Kameras erlauben in ›Programm‹ das Shiften der vom Programm ermittelten Belichtungseinstellungen. Das bedeutet, dass die Programmautomatik für eine bestimmte Szene eine bestimmte Kombination aus Blende und Belichtungszeit vorschlägt, der Fotograf allerdings die Möglichkeit nutzt diesen Vorschlag zu verändern. In der Regel wird zu diesem Eingriff an einem der Einstellräder der Kamera gedreht. Die Kamera öffnet je nach Richtung, in die der Benutzer dreht, die ­Blende und verkürzt die Belichtungszeit, oder schließt die Blende und erhöht die Zeit. An der Belichtung selbst ändert sich dadurch nichts; nur das Verhältnis Zeit/Blende verschiebt sich. Man bezeichnet es deshalb auch als Programmverschiebung.

Blendenvorwahl

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Gros der Fotografen überwiegend im Modus Blendenvorwahl fotografiert. Gehen wir von ­unserem ›Vier Schritte‹-Konzept aus, ist das auch logisch: Zuerst wird durch Blickwinkel, Distanz und Brennweite die Perspektive gestaltet, dann wird über die Blendeneinstellung die Schärfentiefe, die sich aus Distanz und Brennweite ergeben hat, dem ­Motiv entsprechend angepasst. Die Kamera übernimmt die Berechnung und Einstellung der Zeit zur optimalen Belichtung automatisch.

Zeitvorwahl

Im Modus Zeitvorwahl gibt der Fotograf, wie der Name schon sagt, die Belichtungszeit vor, und die Kamera passt die Blendenöffnung für die Belichtungszeit an. Sie wird vor allem dort eingesetzt, wo ein bestimmter Effekt mit Bewegung erzielt werden soll. Zum Beispiel, wenn man einen Sportler durch eine sehr kurze Belichtungszeit sicher einfangen will, oder wenn man ein Fahrzeug durch Mitziehen vor verwischtem Hintergrund abzubilden gedenkt.

Manueller Modus (M)

Im manuellen Modus nimmt der Fotograf die Zügel der Belichtung in die eigenen Hände. Er definiert die Blendenöffnung und die Belichtungs­­zeit. Klingt kompliziert und anspruchsvoll. Tatsächlich ­jedoch kann man sich auch hier von der Belichtungsmessung der Kamera unterstützen lassen, und dann ist es eigentlich gar nicht mehr kompliziert.

Sucher Manuell

Lichtwert-Skala im Sucher.

Die Abbildung oben zeigt noch einmal einen Blick durch einen ­Sucher. Die Lichtwert-Skala zeigt für die aktuelle Lichtsituation bei der derzeitigen Einstellung von Zeit ① und Blende ② (und ISO) eine Überbelichtung von +1 Lichtwert an ③. Der Fotograf kann nun die Belichtungseinstellung um –1 LW korrigieren. Zur Auswahl stehen für diese Korrektur, die Blende um –1 Schritt auf ƒ 5.6 zu schließen, die Belichtungszeit um –1 Lichtwert von 1/60 auf 1/120 ­Sekunde zu verkürzen (in der Praxis 1/125) oder den ISO-Wert um einen –1 ganzen Schritt zu verringern. Oder man entscheidet sich für einen beliebigen Mix aus zwei oder drei dieser Parameter. Normaler Weise stehen ja Drittel-Lichtwert-Schritte für Blende, Zeit und ISO zur Verfügung.

Doch warum sollte man sich die Mühe antun diese Einstellung mit menschlicher Geschwindigkeit von Hand vorzunehmen, statt sie von der Kamera mit elektronischer Geschwindigkeit auto­matisch ausführen zu lassen?

Für mich gibt es vor allem zwei gute Gründe: Erstens kann ich als Fotograf individuell und kreativ entscheiden, ob ich für exakt die Situation vor meinen Augen ein besseres Ergebnis erziele, wenn ich die ­Blende ändere, wenn ich die Zeit ändere, oder wenn ich die Empfindlichkeit ändere.

Manueller Modus bei konstantem Licht | Zweitens brauche ich bei konstanten Lichtbedingungen nicht vor jeder Aufnahme neu ­messen. Oft sind die Lichtbe­dingungen während eines Foto-­Shootings weitgehend konstant. Das gilt für Fotosafaris unter freiem Himmel und noch viel mehr für die Arbeit im Studio. Das heißt, wenn einmal eine optimale Belichtungseinstellung für die Lichtsituation ­getroffen worden ist, kann ich mit derselben Einstellung weiter foto­grafieren, bis sie sich wieder deutlich ändert.

Eine fixe Einstellung für die Belichtung ist vor allem im Studio ein großer Vorteil. Das Licht sollte dort ja absolut konstant sein, bis die Beleuchtung verändert wird. Mit einer einzigen, konstanten Belichtungseinstellung über eine gesamte Serie hinweg fallen alle Ergebnisse absolut gleich hell aus. Das erleichtert vor allem auch das Kopieren von Entwicklungseinstellungen von einem Bild auf die anderen bei der Entwicklung in der digitalen Dunkelkammer.

Doch nicht nur im Studio ist eine gleich bleibende Belichtungseinstellung von Vorteil. Auch beim Fotografieren im Freien. ­Arbeitet man mit einer automatischen Belichtungseinstellung, egal ob Blendenvorwahl, Zeitvorwahl oder Programm, dann misst und bewertet die Kamera die Lichtsituation vor jeder Aufnahme neu.

Neigt man die Kamera bei Landschaftsaufnahmen und in ähnlichen Situationen etwas nach oben, kommt ein großer Ausschnitt des fast immer hellen Himmels ins Bild. Die Kamera wird die helle ­Vorlage ausgleichen, indem sie eine dunklere Belichtungseinstellung wählt.
Neigt man die Kamera eher nach unten, dann dominiert die Landschaft im Bildausschnitt, und die ist deutlich dunkler als der Himmel. Die Kamera wird also eine hellere Einstellung wählen, um zu einer neutralen Belichtung zu gelangen.

Tatsächlich aber sollten beide Aufnahmen mit exakt derselben Belichtungseinstellung zu einer weitgehend optimalen Belichtung führen. Im manuellen Modus erhält man also konstantere Resultate als im Automatikbetrieb. Darüber hinaus lässt sich die Belichtungsautomatik auch einmal von einer ungewöhnlichen Lichtsituation in die Irre führen. Im manuellen Betrieb kann höchstens der Fotograf in die Irre geführt werden.

M, der Modus für Einsteiger | Es mag seltsam klingen und im ­Gegensatz zu dem stehen, was wohl viele andere Fotografen ­einem Einsteiger empfehlen würden. Ich rate, wenn man ­Einsteiger ist, sich zumindest eine gewisse Zeit auf den ­manuellen Modus zu konzentrieren. Allerdings nur dann, wenn man für die Auseinandersetzung mit den Einstellungen Zeit hat und niemand auf einen wartet und die Motive nicht davon laufen. Man lernt ­dadurch einfach am meisten über Fotografie. Wenn der Umgang mit Blende, Zeit und ISO einmal in Fleisch und Blut über gegangen ist, spricht nichts dagegen einen anderen Modus zum eigenen Standard zu erklären. Doch Souveränität im Umgang mit Ihrer ­Kamera lernt man manuell am besten.

Titel

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
Link zu Amazon
Link zu Books on Demand
Ladenpreis: 44,90 (D);
Ladenpreis E-Book: 35,99 (D)
Mehr Info und ein kostenloses Demokapitel.

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Thu, 15. Dec. 11

Digitalfotografie hat Bilder den Kosten enthoben. Du kaufst eine Kamera, eine Speicherkarte und einen Computer, und irgendwie: Je mehr Bilder du machst, desto besser fällt das Preis-per-Bild-Verhältnis aus. Wenn deine Kamera 100 Euro kostet und du machst ein Bild damit, hat dich dieses Bild 100 Euro gekostet. Zwei Bilder kosten dich je 50 Euro, 4 Bilder je 25 und 40 Bilder je 2,50.

Die Rechnung ist natürlich Unsinn. Niemand wird so denken. Aber es zeigt, dass ein Bild nichts mehr kostet. Sind Bilder deshalb nichts mehr wert?

Die omnipräsente Kamera

Ich habe die beliebteste Kamera bei Flickr: Ein iPhone. Ich habe auch einige Apps mit denen man Fotos machen und gleich mit coolen Effekten versehen und direkt zu Flickr, Twitter oder Facebook hochladen kann. Ich habe in den letzten Tagen auch überlegt ob ich auf den Instagram-Zug aufspringen soll. Immerhin: Jedes Bild, das du bewusst aufnimmst, trägt zu deiner Entwicklung als Fotograf bei.

Älter als die Zeitung von gestern

Aber was dann? Sind diese, in den sozialen Netzwerken publizierten Schnappschüsse, jemandem mehr als einen flüchtigen Blick wert? Ist der Tweet oder der Facebook-Status von vor fünf Minuten nicht schon älter als die Zeitung von gestern und die damit geposteten Bilder mit ihm? Dabei kann man noch nicht einmal Fisch darin einwickeln!

Sicher: Wenn ich das Glück habe mit meinem iPhone eine bemerkenswerte Szene zu erwischen, dann ist es die Publikation sicher wert. Was aber ist mit den 99,9% restlicher Aufnahmen, die nichts Spektakuläres darstellen? Wenn sie schon jetzt niemandem mehr als eine Sekunde Aufmerksamkeit entlocken können – werde ich sie selbst in einem Monat, einem Jahr oder in der Pension noch einmal anschauen wollen? Oder vergrößern sie nur einen gigantischen Haufen visueller Eindrücke in digitalen Quadraten festgehalten?

Digitalfotografie ist Freiheit (für mich)

Ich liebe die digitale Fotografie, weil sie es mir ermöglicht frei zu probieren und zu experimentieren und zu lernen, ohne, dass jedes Bild meine Geldtasche plündert. Ich genieße den Luxus Bilder zu machen, von denen ich schon vor dem Fotografieren weiß, dass das Licht, der Hintergrund oder andere Rahmenbedingungen eine gelungene Aufnahme unmöglich machen. Wenn ich mit meiner Einschätzung richtig lag, ist das Foto schnell gelöscht. Doch manchmal täuscht meine Einschätzung und das Resultat hat doch etwas reizendes. Das ist für mich auch eine Form der Freiheit.

Sicher: Analoge Fotografen können jetzt einwerfen, dass das eine feige Einstellung ist. Ich möchte, dass mich das Scheitern nichts kostet. Für den Analogfotografen ist jede Aufnahme eine Investition. 36 Aufnahmen machen einen Film voll, die Entwicklung kostet Geld und den Film kann man nach der Bildentwicklung icht wieder leeren und für die nächsten 36 Aufnahmen nutzen.

Es ist legitim diese Herausforderung zu suchen. In meinen Augen ist das weder besser noch schlechter als digital zu Fotografieren und ich würde mir den Respekt von Analogfotografen gegenüber der Digitalfotografie wünschen, den Digitalfotografen der analogen entgegen bringen. Was zählt ist die Freude an der Fotografie und Resultate, die den Betrachter berühren. Egal ob die Bilder chemisch oder elektronisch zustande gekommen sind.

Nicht jede Aufnahme ist bemerkenswert

Digitalfotografie heißt für mich aber nicht, dass ich jeden Schnappschuss und jede Aufnahme einer Serie von zwei Dutzend Ansichten einer Blume aus verschiedenen Perspektiven behalten muss, geschweige sie ins Internet stellen. Nicht jede Aufnahme ist bemerkenswert und man muss deshalb auch nicht jedes Bild archivieren. Bilder löschen ist auch ein Teil des kreativen Prozesses, dem sich der Fotograf stellen muss.

Ich werde es deshalb es wohl auch unterlassen mich mit täglich zehn Bildern an Instagram zu beteiligen und jeden Schritt den ich mache, durch unscharfe und mit Effekten versehene Bilder öffentlich zu dokumentieren.

‘Just because we can’ ist keine ausreichende Begründung für ein Bild

Digitalfotografie sollte nicht heißen, gedankenlos Speicherkarten voll zu stopfen und jeden Kuhmist zu digitalisieren. ‘Just because we can’ ist kein Ausreichendes Argument für eine Aufnahme. Wenn es mir ausschließlich ums Fotografieren geht, ohne dass mich die Resultate noch interessieren, ist das legitim – eine Speicherkarte brauche ich dazu aber nicht. Noch nicht einmal eine Batterie.

Gute Bilder sind Resultat von Kreativität, offener Augen und der aktiven Auseinandersetzung mit dem Motiv. Und das wird auch so bleiben, egal welche Ästhetik- und Kreativitätsautomatismen die Marketingabteilungen von Kameraherstellern in ihre Geräte einpflanzen. Welchen Sinn hätte Fotografie überhaupt noch, wenn am vorderen Ende der Fotograf beim Fotografieren nur mehr den Auslöser drücken muss und die Kamera alles, bis auf den Bildausschnitt und die Schärfentiefe automatisch wählt, und am hinteren Ende die Resultate eh niemand mehr sehen will?

Nicht jedes Bild ist es wert archiviert zu werden. Das meiste ist weder persönlich noch historisch eine Katastrophe, wenn man es so schnell wieder löscht, wie man es aufgenommen hat. Publizieren muss man es schon gar nicht – auch nicht ‘just because we can’.

Die Flut, die keine Spuren hinterlässt

Wir werden ohnehin von viel zu vielen Bildern überflutet. Die Welt der neuen Medien beschießt uns mit einem Dauerfeuer visueller Reize, denen wir nirgends entgehen können. Schon die guten Bilder sind um Tonnen mehr, als wir registrieren können – an Genuss kann ich dabei gar nicht denken. Wir schwimmen in einer Flut an Eindrücken die immer schneller an uns vorbei zieht.

Aber wird dieses Dauerfeuer an Bildeindrücken Fotografie überhaupt gerecht? Ist Fotografie nicht viel eher das Einfrieren der Zeit das Stille braucht die Werke zu betrachten und wirken zu lassen?

Etwas Entschleunigung, aktive Auseinandersetzung mit den Resultaten unserer fotografischen Aktivitäten und der Mut zu löschen, was nicht bemerkenswert ist, würde uns sicher gut tun. Denn die Bilderflut die aktuell an uns vorbei schwappt hinterlässt doch im Wesentlichen eines: keine Spuren.

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Mon, 12. Dec. 11

Ich muss immer etwas schmunzeln wenn jemand Digitalfotos herzeigt und behauptet, diese wären völlig unbearbeitete.

Es gibt keine unbearbeiteten Digitalbilder!

Unbearbeitet wäre das Bild so, wie es der Bildsensor der Digitalkamera gesehen hat. Der sieht aber keine bunten Farben, sondern lediglich winzige Punkte (Pixel) in unterschiedlich hellen Nuancen von Rot, Grün und Blau. Das rohe Datenmaterial kann der Normalanwender normalerweise nicht betrachten. Selbst wenn er es könnte, wäre es wahrscheinlich so naturgetreu wie ein analoges Negativ.

Damit das Bild das Motiv einigermaßen so abbildet, wie es der Fotograf gesehen hat, muss das Rohmaterial des Sensors erst interpretiert werden, wobei die Kamerahersteller ein bisschen schummeln.

Ein Beispiel | Nehmen wir an, wir haben einen Bildsensor mit 1200 Pixel in der Breite à 800 Pixel in der Höhe. Das wären dann 960.000 Pixel – knapp ein Megapixel.

Auf dem Sensor sind ein Viertel davon (240.000) für rot empfindlich, ein Viertel für blau und die Hälfte (480.000) für grün. Keiner der Pixel sieht Mischfarben wie Orange, Violett oder Braun. Die Farben eines einzelnen Pixel des fertigen Bildes müssen jeweils aus zwei grünen, einem roten und einem blauen Sensorpixeln zusammen berechnet werden.

Genau genommen dürfte demnach ein Bildsensor mit 960.000 Pixeln nur 240.000 Pixel im fertigen Digitalbild ausspucken. Aber eine reale Kamera mit 960.000 Pixel spuckt im fertigen Bild auch 960.000 Pixel aus.

Durch Interpolation zu hoher Auflösung | Erreicht wird das durch sogenannte Interpolation. Das bedeutet, dass die Software der Kamera für jedes bunte Pixel (das sie aus zwei grünen, einem roten und einem blauen Sensorpixel berechnet), drei weitere Pixel dazu erfindet.

Was da in der Kamera abläuft ist tatsächlich etwas komplexer als hier beschreiben, aber es sollte reichen, das Grundkonzept zu verstehen. In der Praxis sollte es uns auch egal sein, solange das Resultat unseren Anspruch an Schärfe erfüllt. Wichtig ist nur: Was wir am Ende am Computer zu sehen bekommen, ist nicht das, was der Bildsensor gesehen hat, sondern das Resultat hoch komplizierter Berechnungen.

Der Trick mit der Pixelschieberei ist aber nicht das einzige was die Software der Kamera an einer Aufnahme baselt. Wenn ich im JPEG-Format fotografiere, dann wird das Programm Rauschen reduzieren, Kanten schärfen, Tonwerte korrigieren, Farbsättigung puschen, eventuell Schatten aufhellen und Lichter reduzieren, und was auch immer die Maketingabteilung des Kameraherstellers die technische Entwicklung vorgegeben hat.

Von unbearbeitet kann man bei Digitalbildern also nicht wirklich sprechen. Es mag zwar nicht durch den Fotografen bearbeitet worden sein; so lange der Fotograf die Kamera nur in die Hand nimmt und abdrückt, geschieht die Bildbearbeitung im engeren Sinn durch die Software des Apparats. Die Entwicklung basiert aber auf Richtlinien und Programmabläufen, die die Software-Ingenieure des Kameraherstellers definiert haben. Also ist es im weiteren Sinn der Ingenieur in Japan, der die meisten Bilder entwickelt hat, die viele Fotografen als unbearbeitet präsentieren.

Natürlich kann der Fotograf bei den meisten Kameras auch leicht in die Bildbearbeitung eingreifen. So bieten zum Beispiel viele Modelle die Möglichkeit die Intensität der Farben zu bestimmen, in dem man eine spezielle Einstellung für ‘Vivid’ bzw. ›Lebendig‹, für Hauttöne oder Sonnenuntergänge wählt. Je nach Einstellung wird die Software der Kamera das JPEG anders entwickeln. Das ist nichts anderes als Bildbearbeitung.

Auch Raw-Bildern werden entwickelt | Auch wer im Raw-Format fotografiert kommt um die Bearbeitung der Bilddaten nicht herum. Nur geschieht die Entwicklung nicht mehr wie beim JPEG in der Kamera, sondern im Raw-Converter – ob der nun iPhoto, Aperture, Lightroom, Adobe Camera Raw, Bible, LightZone, DXO Optics, Capture One, Nikon Capture oder wie auch immer heißt. Der Unterschied ist nur, dass jetzt der Ingenieur, der die Entwicklung bestimmt, nicht mehr unbedingt in Japan sitzen muss, sondern in den USA oder vielleicht auch in Deutschland.

Raw-Converter entwickeln Raw-Bildern nach vordefinierten Rezepten – nicht anders, als bei der Software die JPEGs in der Kamera entwickeln. Auch hier gehören wieder Beeinflussung der Farbsättigung, Gradation, Tonwertvereilung, Rauschunterdrückung, usw. zum Standard.

Was ein Raw-Converter ausspucken ist am Ende immer Resultat des Rezepts, das die Software-Programmierer als optimal erachtet haben, um in möglichst vielen Fällen Resultate zu erzielen, mit denen möglichst viele Anwender möglichst glücklich sind. Da es aber auch Geschmacksache ist, wie entwickelt ein Bild ein gut entwickeltes Bild ist, werden die gleichen Rohdaten in unterschiedlichen Raw-Convertern unterschiedliche Resultate liefern.

So habe ich in meiner Zeit beim Wechsel von Adobe Photoshop Lightroom zu Apple Aperture den Eindruck gewonnen, dass Aperture Grastöne in den Bildern einer Nikon D80 schöner entwickelt, während Lightroom in den Schatten von Hauttönen eindeutig schönere Töne erzeugt. Das muss aber noch nicht einmal heißen, dass dieses Verhalten bei Gras- und Hauttönen bei den beiden Programmen auch auf die Bilder anderer Kameras zutrifft. Schließlich brauchen die Programmierer von Lightroom, Aperture und Co für jede neue Kamera ein neues Entwicklungsrezept.

Unbearbeitete Bilder gibt es also nicht. Die Frage, die sich für den Fotografen stellt, ist lediglich: Wer soll die Fäden in Händen halten: Der Ingenieur in Japan, oder ich, der Fotograf? Will ich das Resultat bestimmen, oder eine Software-Routine?

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