Fri, 28. Jan. 11

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Die Sache mit den Brennweiten könnte so einfach sein, wären da nicht die verschiedenen Sensorformate. Bildsensoren werden in unterschiedlichen Größen produziert und die Größe des Sensors beeinflusst den Blickwinkel (und natürlich den Preis). Das Problem ist also, dass eine bestimmte Brennweite vor einem bestimmten Sensorformat einen bestimmten Blickwinkel erzeugt, vor einem anderen Sensorformat jedoch einen anderen.

D7000_sensor_unit_1_rgb.jpg

Die Bildsensor-Einheit einer Nikon D7000 (Bild: © Nikon GmbH)

Die Abbildung unten zeigt einen Auszug an Formaten, die heute bei Digitalkameras üblich sind.

Sensorformate.jpg

Ein paar Beispiele von Sensorformaten zur Veranschaulichung der Größenverhältnisse: Hassselblad Mittelformatkamera, Leica S2 Spiegelrelfex-Systemkamera, Kleinbild, DX (Nikon, Sony, Pentax), Four Thirds (Olympus und Panasonic) und exemplarisch das Format der Komapaktkameras G12 und S95 von Canon.

Kleinbildformat | In den Tagen der analogen Fotografie (dem Fotografieren mit Film) hatte sich zuletzt das Kleinbildformat für die meisten Kameras durchgesetzt. Filme im Format von 36×24mm passten sowohl in Kompaktkameras, Sucherkameras und Spiegelreflexkameras. Lediglich im professionellen High-End-Bereich waren Mittel- und Großformat mit größeren Filmformaten ›State of the Art‹.

Sensia100.jpg Analoger Film ist noch immer von Herstellern wie Fujifilm beziehbar (Bild: © Fujifilm Europe GmbH)

In den 1990er Jahren verhalf Canon mit seiner Ixus dem etwas bequemeren, aber relativ kleinen APS-Format, zu einem kurzfristigen Durchbruch. Doch das Gros der Aufnahmen wurde wie gesagt auf 36×24mm gebannt.

Als Digitalfotografie zum Thema wurde und erste digitale Kameras auf den Markt kamen, wurden Bildsensoren verbaut die deutlich kleiner waren als die 36×24mm Filme der analogen Kleinbildkameras. Der Grund war vor allem, dass größere Sensoren ungleich teurer zu produzieren waren als kleinere. Deshalb werden in Kompaktkameras bis heute sehr kleine Sensoren verbaut und nur in professionellen Spitzenmodellen sind Sensoren im Kleinbildformat zu finden (in analogen Zeiten war das Abbildungsformat des Films für Kompakt und Spiegelreflex eben identisch).

Mittelformat | Es gibt heute digitale Mittelformatkameras die größere Sensoren nutzen als das Kleinbildformat. Bekannte Hersteller solcher Geräte sind Hasselblad, PhaseOne oder Sinar. Im letzten Jahr ließ Pentax mit einer Mittelformat-Kamera aufhorchen, die als Preisbrecher gehandelt wird. Außerdem sorgte in jüngster Vergangenheit auch die deutsche Edel-Kameraschmiede Leica mit einem Kamerasystem für Interesse, das im Grunde eine Spiegelreflexkamera ist, aber einen größeren Sensor als Kleinbild nutzt.

645D_cross.jpg

Mittelformatkameras, wie dieses Modell von Pentax, nutzen deutlich größere Sensorformate, als das Kleinbildformat (Bild: © Pentax Imaging Systems GmbH)

Sensorformat und seine Auswirkungen

Das Gros der Kameramodelle am Markt arbeitet aber aus Preisgründen mit Sensoren, die mehr oder weniger deutlich kleiner sind als Kleinbild. Mit der Größe des Sensorformats sind nun aber eben Unterschiede in Art der Abbildung und der Abbildungsqualität verbunden. Beeinfluss werden vor allem:

  • Bildrauschen;
  • Blickwinkel und perspektivische Wirkung der Brennweite;
  • Schärfentiefe.

Bildrauschen | Bildrauschen – so bezeichnet man eine körnige Struktur aus unterschiedlich hellen oder farbigen Pixeln – gehört zu den wichtigsten Problemen der Digitalfotografie. Man unterschiedet dabei das sogenannte Helligkeits- oder Luminanzrauschen (wie in der Abbildung unten) vom Farbrauschen, bei dem nicht hellere und dunklere Pixel die Struktur ergeben, sondern bunte in den Farben rot, grün, blau, gelb, cyan und/oder magenta. Rauschen wird vor allem in dunkleren Bildbereichen sichtbar. Ein Grundrauschen ist in jedem Digitalbild normal. Oft fällt es aber so gering aus, dass man es praktisch nicht bemerkt. Doch durch lange Belichtungszeiten oder Anheben der ISO-Empfindlichkeit wird der Effekt verstärkt und es kann unangenehm im Bild hervortreten.

Bildrauschen1

Bei ungünstigen Lichtverhältnissen kann man die Belichtungszeit reduzieren indem die Sensorempfindlichkeit erhöht wird.

Bildrauschen2

Leider führt das anheben der Empfindlichkeit durch Erhöhen des ISO-Werts zu kräftigeren Bildrauschen.

Je kleiner der Sensor, desto anfälliger für Rauschen. Wobei es streng genommen vor allem auch von der Auflösung abhängt. Im Grunde geht es gar nicht um die Größe des Sensors, sondern wie viele Pixel auf wie engem Raum wie dicht beieinander liegen. Ein kleiner Sensor mit geringer Auflösung muss nicht unbedingt mehr rauschen verursachen, als ein großer Sensor mit sehr hoher Auflösung.

Je größer die Zahl der Pixel und kleiner das Format des Sensors, desto mehr Rauschen wird produziert.

Brennweite | Der zweite Faktor, der vom Sensorformat beeinflusst wird, ist der Blickwinkel den eine bestimmte Brennweite vor einem Sensor ergibt. Die beiden Abbildungen unten zeigen zwei Aufnahmen die vom Stativ aus mit exakt derselben Distanz und derselben Brennweite von 24mm aufgenommen wurden. Der Bildausschnitt den sie zeigen unterscheidet sich gravierend! Die D7000 mit dem deutliche kleineren Sensor nimmt den Buddha sehr viel naher auf, als die D700 mit ihrem Kleinbildsensor.

Dx

Aufnahme aus einer Distanz von etwa zehn Zentimeter mit einem ­Sigma 24mm ƒ1.8 an einer Nikon D7000 mit einem Sensor im Format 24×16mm.

Fx

Aufnahme aus derselben Distanz mit dem ­Sigma 24mm ƒ1.8 an der Nikon D700 mit einem Sensor im Format von 36×24mm.

Das nachfolgende Beispiel zeigt eine Aufnahme die mit einer Kleinbildkamera und 135mm Brennweite aufgenommen wurde. Nehmen wir an, wir würden von derselben Stelle aus mit einer 10 Megapixel Kamera mit Kleinbild und einer 10 Megapixel Kamera mit einem ein Drittel kleineren APS-C- bzw. DX-Sensor diesen Ort fotografieren, wobei beide Kameras eine Objektiv mit einer KB-Brennweite von 135mm tragen. Dann bildet die Kleinbildkamera einen größeren, die DX-Kamera einen kleineren Bildausschnitt ab – trotz gleicher Brennweite! Die Kamera mit dem kleineren Sensor scheint bei gleicher Brennweite das Motiv also näher heranzuzoomen.

Dxundfx Fx
Dx

Oben links Bildausschnitt bei 135mm bei Kleinbild und 24×16mm DX-Sensor in der Montage, oben Resultat der 135mm-Brennweite bei Kleinbildformat und links Resultat bei DX-Format.

Das ist natürlich ein Problem, wenn man Brennweiten und ihre perspektivische Wirkung und den Bildausschnitt den sie abbilden miteinander vergleichen will. Ein sinnvoller Vergleich ist nur dann möglich, wenn man sie auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Der Sensor in der Nikon D7000 ist 1,5 mal so groß, wie jener in der D700: 24×16mm statt 36×24mm. Der Bildausschnitt den jede beliebige Brennweite an der D7000 erzeugt ist 1,5 mal kleiner beziehungsweise 1,5 mal naher als bei der D700. Um also einen Vergleich der Nikon D7000 mit einem Sensorformat, das man als APS-C bezeichnet, mit der D700, die ein Kleinbildformat hat, anstellen zu können, wird das APS-C auf Kleinbild umgerechnet. Das gilt natürlich für alle anderen Marken und Formate ebenso.

Kleinbild ist der gemeinsame Nenner auf den sich die Fachwelt geeinigt hat – die Abkürzung lautet KB. Spricht man allgemein von Brennweiten, dann beziehen sich die Millimeterangaben immer auf Kleinbild, sofern es nicht dezidiert anders angegeben wird.

Um Brennweiten an unterschiedlichen Kameras mit unterschiedlichen Sensorformaten vergleichen zu können, hat man sich auf Kleinbild (KB) als gemeinsamen Nenner geeinigt.

Formatfaktor | Für jedes Format lässt sich ein Umrechnungsfaktor aufstellen, mit dem sich die Wirkung von Brennweiten im Vergleich zu Kleinbild berechnen lässt. Diesen Umrechnungsfaktor bezeichnet man auch als Formatfaktor oder Crop-Faktor.

Bei Nikon ist das einfach. Nikon hat zwei Formate für Spiegelreflexkameras: Geräte, mit einem Sensor im Format 36×24mm, die bei Nikon die Bezeichnung FX tragen. Und Geräte mit einem Sensor im Format 24×16mm, die bei Nikon DX heißen und einen Umrechnungsfaktor auf Kleinbild von 1,5 haben. Ein 50mm Objektiv an einer Nikon mit kleinerem DX-Sensor entspricht dem Bildausschnitt und der perspektivischen Wirkung von 75mm auf Kleinbild: 50 × 1,5 = 75.

Bei Olympus und Panasonic (Lumix) ist das sogar noch einfacher. Deren sogenannte Four Thirds Sensoren haben ein Format von 17,3×13mm und werden mit dem Umrechnungsfaktor 1:2 berechnet: 50mm an einer Four Thirds Kamera entspricht also rund der Bildwirkung von 100mm an einer Kleinbildkamera.

  • Kleinbild: 36×24mm (1:1 KB-Faktor);
  • APS-H (Canon): 27,9mm×18,6mm (≈1:1,3 KB-Faktor);
  • DX (Nikon, Sony, Pentax): 23,7×15,6mm (≈1:1,5 KB-Faktor);
  • APS-C (Canon): 22,2×15,8mm (≈1:1,6 KB-Faktor);
  • Four-Thirds (Olympus, Panasonic): 17,3×13mm (≈1:2 KB-Faktor);
  • Sensor der Canon PowerShot G12 exemplarisch als ein Sensorformat vieler möglicher bei Kompaktkameras: 7,6×5,7mm (≈1:4,5 KB-Faktor).
Powershot g12 Powershot s95

Auf der Front des Objektivs der Kompaktkamera Canon PowerShot G12 steht die tatsächliche Brennweite der Optik: 6,1mm bis 30,5mm. Die tatsächliche Brennweite der PowerShot S95 reicht von 6mm bis 22,5mm. Allerdings interessieren uns Fotografen in der Regel nicht die technischen Brennweiten, sondern das Äquivalent der Bildwirkung im Vergleich zur Kleinbildkamera. Der Formatfaktor für G12 und S95 beträgt etwa 4,5. Canon gibt die Brennweiten der G12 auf Kleinbild umgerechnet mit 28–140mm an, für die S95 mit 28–105mm.

Schärfentiefe | Ein dritter Unterschied liegt in der unterschiedlichen Schärfentiefe unterschiedlicher Sensorformate. Wie die beiden folgenden Abbildungen jedoch belegen, fällt der Unterschied zwischen mittleren Sensoren, wie Four Thirds, APS-C, DX und APS-H, und Kleinbild nicht besonders dramatisch aus.

Schaefentiefe1

Aufnahme mit der Kleinbildkamera Nikon D700 und 105 mm Objektiv.

Schaefentiefe2

Aufnahme mit der D7000 mit kleinerem Sensor und demselben Objektiv. Aufgrund des Formatfaktors musst ich die Kamera weiter weg stellen um denselben Bildausschnitt zu erreichen. Das Ergebnis ist, dass bei gleicher Brennweite (und gleicher Blende) eine höhere Schärfentiefe entstanden ist.

Je größer der Sensor, desto geringer die Schärfentiefe, bei ansonsten gleichen Einstellungen.

Eklatanter wird der Unterschied in der Schärfentiefewirkung zwischen den sehr kleinen Sensoren bei Kompaktkameras und den mittelgroß bis großen Sensoren in Spiegelreflex- und anderen Systemkameras. Dazu habe ich unter ›Fotografische Genres und die geeignete Kamera‹ schon einmal zwei Bilder gezeigt.

Für die Auswirkung des Sensorformats auf Bildrauschen, Bildausschnitt und Schärfentiefe gelten folgende Regeln:

  • Je kleiner der Sensor, desto höher die Neigung Bildrauschen zu erzeugen bei gleicher Empfindlichkeit und gleicher Belichtungszeit.
  • Je kleiner der Sensor, desto enger der Bildausschnitt bei gleicher Brennweite.
  • Je kleiner der Sensor, desto höher die Schärfentiefe bei gleicher Brennweite und gleicher Blende.
Titel

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
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Wed, 26. Jan. 11

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Sun, 23. Jan. 11

Die Gerüchte-Küche über das nächste Adobe-CS-Upgrade beginnt schon wieder zu kochen. Adobe kündige eine neue Veröffentlichung innerhalb der nächsten drei bis neun Monate an, meldet zum Beispiel macnews.de. Dabei haben sich meine Nerven noch nicht ganz an CS5 gewöhnt. Und ich frage mich, ob ich wirklich Lust habe, das nächste Photoshop-Buch in Angriff zu nehmen und Kurse für CS6 vorzubereiten, wo ich mit CS5 noch nicht so recht abgeschlossen habe. Den Anwendern, die gerade erst auf CS5 aufgerüstet haben, dürfte es nicht anders gehen.

Was erwartet uns mit CS6? Wird die Arbeit mit Pfaden in Illustrator noch schlechter und unpräziser? Wird InDesign weiter mit Interaktiv-Funktionen überladen? Brauchen wir wirklich in Photoshop weitere Funktionen zur Bearbeitung von Videos? Brauchte nicht schon die Bisherigen keiner? So, wie die 3D-Edit-Funktionen von Photoshop-Extended?

Was wären für mich wirklich sinnnvolle, bahnbrechende Neuerungen:

  • Stabilität.
  • Geschwindigkeit (Pixelmator, um 24 Euro, lässt Photoshop wie eine lahme Schnecke aussehen).
  • Ausmerzen von Fehlern – alle, die wir Adobe CS täglich anwenden, wissen wir, dass die Programme voll davon sind.
  • Modernisieren veralteter Filter: Photoshop beinhaltet Filter, die sich seit Einführung in den frühen 1990ern nicht verändert haben. Vorschau ist dabei zum Beispiel Essig. Außerdem: Angleichung der Filter.
  • Angleichen der Oberfläche und Befehle. Und zwar wirklich! Eklatantes Beispiel: In Photoshop und InDesign kann man mit strg/cmd++ einzoomen, in Illustrator ist für denselben Befehle strg/cmd+shift+0 erforderlich.
  • Konzentration der Programme auf Kernkompetenz. Auslagern der Video-Funktionen aus Photoshop, in ein Video-Programm. Dasselbe gilt für die 3D-Funktionen.
  • Ich würde auch überlegen, die Illustrationsfunktionen, in eine separate Umgebung auszulagern und Photoshop auf die Kernkompetenz – Bildbearbeitung – zurückzuführen.
  • Die Interaktive-Funktionen aus InDesign in ein separates Programm auslagern.
  • Dafür eine fließende Integration aller Programme untereinander. Was mich zum Beispiel wundert, ist, dass es Adobe noch immer nicht geschafft hat, Lightroom und Photoshop fließend ineinander zu integrieren. Statt dessen würde man noch nicht einmal glauben, dass die Programme vom selben Hersteller stammen. Aber Gott bewahre, das Interface von CS wird an Lightroom angeglichen!
  • Und wenn wir gerade beim Thema Interface-Design sind: Acrobat ist die Antithese zu professionellem, übersichtlichem, benutzerfreundlichen Interface-Design (weshalb ist der Acrobat-Zyklus noch immer nicht auf Adobe CS abgestimmt?)

Und bitte Schnappsideen unterlassen, wie im Dialog ›Kante verbessern‹ in Photoshop, wo man nicht mehr ›Vorschau‹ ausschaltet, um die Vorschau zu deaktivieren, sondern ›Original anzeigen‹ ein.

Am anderen Ende wäre uns Allen etwas (viel) geholfen, wenn Adobe ihren Produktzyklus deutlich entschleunigen würde. Adobe könnte dann vielleicht wieder einmal ausgereifte Produkte auf den Markt bringen und sich Gedanken über wirklich sinnvolle Neuerungen machen. Es gibt sie zwar, aber sie fallen meist recht spärlich aus. Die könnten dann auch ausgereift integriert werden. Nicht so wie Kante verbessern, in Photoshop CS4, oder das perspektivische Raster in Illustrator CS5. Und wir hätten Zeit uns an die neuen Funktionen zu gewöhnen.

Dabei scheint es zu klar zu sein, worum es geht: Nicht um Innovation, sondern lediglich darum, Geld in die Maschinen von Adobe zu spülen. Als Anwender haben wir längst keine Nutzen mehr davon.

Leider geht berechtigte Kritik an Adobe seit längerer Zeit im schicken Trend unter, Apple an den Pranger zu stellen. Ich habe bereits darüber geschrieben, dass ich es nicht gut heiße, dass Apple seinen Kunden nicht die Möglichkeit lässt, sich für oder gegen Flash zu entscheiden. Andererseits wäre es in meinen Augen ein Segen, wenn diese unselige, leistungshungrige Technologie endlich das Zeitliche segnen würde. Vielleicht ist Apples strikte Verweigerung von Flash ja auch eine Retour-Kutsche: Es heißt seit Jahren Adobe würde Flash am Mac stiefmütterlich behandeln. Flash-Animationen im Internet erfordern von unseren MacBooks oft mehr Leistung, als beinahe alles andere, was man machen kann: Auf jeden Fall lässt kein anderes Programm die Lüfter nerviger aufheulen, als der Browser, wenn er aufwändige Flash-Programme darstellen muss.

Bei aller, teilweise auch berechtigten Kritik an Apple: Für mich ist der unsympathischte Konzern mit Abstand Adobe geworden (bedauerlich, aber wahr). Und Adobe ist auch das, was Microsoft nicht mehr ist und Apple nie war: Ein Monopolist. Aus einer anderen Position heraus könnte sich ein Unternehmen nie das herausnehmen, was sich Adobe herausnimmt.

Als Aperture-User musste ich lange auf ein Update des Programms warten, während Adobe eine Lightroom-Version nach der anderen auf den Markt warf. Rückblickend würde ich mir einen Update-Zyklus von zwei bis drei Jahren für ausgereifte Programme wünschen. Alle zwei bis drei Jahre ein ausgereiftes Update für die Creative Suite, das wäre wünschenswert. Und dass es sich auch preislich in eine andere Richtung entwickeln kann, zeigt ebenfalls Apple: Während Lightroom noch immer knapp 300 Euro kostet, gibt es Aperture mittlerweile um 62 Euro.

Skurriles Detail am Rande: Im Adobe-Online-Store scheint die Download-Version von CS5 etwas teurer zu sein, als die Box.

Am Ende bleibt für mich die Hoffnung, dass Apples App Store mehr Bewegung in den Markt bringt, Entwicklern von Alternativen von Adobe Programmen eine bessere Möglichkeit bietet, den Kunden zu erreichen. Würde das Adobe am Ende so unter Druck setzen, dass sie wieder mehr Qualität als Marketing und Gewinn ins Zentrum ihres Strebens stellen müssten, wäre am Ende allen geholfen. Die Kunden von Microsoft haben auf jeden Fall vom Erfolg von Apple und OpenSource profitiert und auch uns Apple-Kunden kommen Android & Co sicher entgegen.

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Sun, 23. Jan. 11

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Für den Laien und Neueinsteiger bedeuten Brennweiten vor allem Eines: Dinge, die weit weg sind, nah heranholen. Heranzoomen. Und wie so oft Begreift der Volksmund die Materie nach dem Motto »viel hilft viel«. 200mm sind mehr ist als 20mm. Ergo: 200mm sind besser. Richtig?

Falsch! Ich würde sogar sagen: Verkehrt! Und ich würde jederzeit eine Kamera mit ausschließlich 24 mm Brennweite einer Kamera mit ausschließlich 200 mm vorziehen. In der Regel habe ich unterwegs immer meine Nikon D80 dabei. Nicht mehr ganz taufrisch, aber noch immer gut für gute Bilder. Als Objektiv habe ich entweder ein 35mm (entspricht 53mm KB) oder 28mm (entspricht 42mm KB) drauf. Beides sind Festbrennweiten, beide sind klein und leicht, beide liefern eine hervorragende Abbildungsqualität und beide sind nicht besonders teuer (ich habe Sie im Artikel über »Fotografische Genres und die geeignete Kamera« schon einmal kurz vorgestellt; vergleichbare Modelle finden sich auch bei anderen Herstellern).

Was bedeutet Brennweite?

Mit ›Brennweite‹ bezeichnet man den Blickwinkel von Objektiven. Weitwinkelobjektive haben einen weiten Blickwinkel, Teleobjektive einen engen Blickwinkel und ein 50mm-Normalobjektiv soll in etwa dem mittleren Blickwinkel des Menschen entsprechen.

Brennweiten
Blickwinkel verschiedener Brennweiten an einer Kamera mit Kleinbildsensor (Vollformat) im direkten Vergleich.

Ein extremes Weitwinkelobjektiv mit einer Brennweite von 14mm (1) erreicht einen Blickwinkel von 114 ° und kann damit einen sehr weiten Bildausschnitt abdecken. Mit einem moderaten Weitwinkel und einer Brennweite von 28mm (2) erreicht man einen noch immer weiten Blickwinkel von etwa 75 °. Das ist noch immer weiter mehr als der Blickwinkel unserer Wahrnehmung. Ein 50mm-Normalobjektiv (3) erfasst einen Blickwinkel von knapp 47°. Das ist entspricht etwa der menschlichen Wahrnehmung. Ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von 200mm (4) beschneidet den Bildausschnitt auf einen engen Blickwinkel von etwa 12°. Allerdings gelten diese Angaben nur an einer Kamera mit einem Bildsensor im Kleinbildformat von 36×24mm, was man oft auch Vollformat bezeichnet. Bei jedem anderen Sensorformat ergibt dieselbe Brennweite einen anderen Bildausschnitt! Die folgenden Abbildungen zeigen Aufnahmen mit sechs verschiedenen Brennweiten von exakt demselben Standpunkt aus.

Brennweite 27mm

27mm KB ist eine ­moderate Weitwinkelbrennweite. Kompaktkameras ­haben oft Zoomobjektive die erst bei 35mm beginnen. Beeindruckende Landschaften sind damit mehr einzufangen. Auf kurze Distanz ist die Brennweite mit Vorsicht zu ­genießen, da sie zu deutlichen Verzerrungen neigt – siehe zum Beispiel das Dach im Vordergrund.

Brennweite35mm

35 mm KB ist eine leichte Weitwinkel-Brennweite. Sie ist sehr flexibel einsetzbar und wird oft als Reise- und Reportage-Brennweite eingesetzt. Wer damit Anderes als Landschaft fotografiert muss nahe ran. Dementsprechend vermitteln Bilder von 35mm Objektiven dem Betrachter auch den Eindruck nah dran und mitten im Geschehen zu stecken.

Brennweite 50mm

50mm KB gilt als ›die‹ klassische Normalbrennweite. Ihre Bildwirkung ist der menschlichen Wahrnehmung nahe und sorgt für Fotos mit einer neutralen aber auch authentischen Bildwirkung.

Brennweite 75mm

75mm Kleinbild-Brennweite ist als ­leichte Telebrennweite nicht unbedingt für Landschaftsaufnahmen geeignet. Für Porträts hingegen ist sie durchaus zu empfehlen.

Brennweite 160mm

160mm KB ist eine ­moderate Telebrennweite. Teleobjektive und Telezooms sind notwendig, wenn weit Entferntes nahe heran geholt werden soll.

Brennweite 450mm

450mm KB ist eine sehr ­starke Telbrennweite – man spricht auch vom Super-Tele. Für Vogelkundler und Tierfotografen sind diese langen Brennweite unverzichtbar. Im Alltagsgebrauch sind solch lange Brennweiten nur selten für gute Aufnahmen gut. Aus Gesichtern machen sie Pfannkuchen und auf große Distanzen bilden Sie aufgrund immer vorhandener athmosphärischer Störungen so gut wie immer flaue, matschige Bilder ab.

Stark vereinfacht ausgedrückt bezeichnet die Brennweite den Abstand einer Linse zur Ebene des Aufnahmemediums (Film oder Bildsensor). Dieser Abstand wird in Millimeter angegeben. Die heute verfügbaren Objektive sind aus mehreren Linsen aufgebaut, die unter Anderem die Brennweite mit beeinflussen können. Zwar lässt sich feststellen, dass manche 200mm Objektive tatsächlich eine Baulänge von 200mm aufweisen wenn man sie mit dem Lineal abmisst. Aber es muss nicht so sein.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Brennweite, desto enger der Bildausschnitt.

Genau genommen holt das Objektiv nicht wie es scheint Objekt näher heran, sondern erweitert lediglich den Bildausschnitt bei langen und verengt den Ausschnitt bei kurzen Brennweiten.

Das verwirrende Problem dabei: Der Blickwinkel einer Brennweite hängt vom Format des Sensors ab. Die ganz oben angegebenen Grad-Werte für die Blickwinkel gelten ausschließlich für Kameras mit einem Sensor im Format von 36×24mm. Dieses Format wird eben als Kleinbildformat (KB) bezeichnet – manchmal auch als Vollformat. Darum geht es im nächsten Artikel.

Titel

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
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Wed, 19. Jan. 11

Möchte man ein InDesign-Dokument an eine Druckerei übergeben, wählt man über Datei • Verpacken.

Sofern der anschließende Dialog keinen Fehler anzeigt fährt man fort über »Verpacken«.

Nach dem Dialog »Druckanleitung« erscheint ein »Speichern unter«-Dialog. Klickt man dort auf »Verpacken«, sammelt InDesign alle Bilder, Grafiken und Schriften zusammen und legt sie im gewählten Ordner ab.

Dieser Ordner kann dann an die ­Druckerei übergeben werden.

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