Aperture – bessere Raw-Entwicklung

Ich habe mit Aperture begonnen, noch bevor es Lightroom gab. Bin dann zu Lightroom gewechselt, weil das Programm so viel versprochen hat. Mehrere Monate habe ich mit dem Programm für den Foto-Workflow aus dem Hause Adobe gearbeitet. Doch richtig glücklich wurde ich mit dem Programm nie. Ich mochte die klobige Oberfläche nicht, das schwarze Umfeld ist eigentlich kontraproduktiv für die Bildbearbeitung – ein graues Interface ist deutlich besser – und das Konzept mit den vier Räumen für Sortierung, Entwicklung, Druck und Webausgabe hat meinen Workflow vor allem ausgebremst. Der größte Unsinn: Tastaturbefehle bewirken teilweise in den unterschiedlichen Räumen unterschiedliche Dinge (ich weiß nicht, ob Adobe an diesem Schwachsinn in Lightroom 3 festgehalten hat – in Lightroom 2 war das so).

Bereits 2008 bin ich den Weg zu Aperture zurück gegangen und habe den Schritt nie bereut. Fast nie: Apple ließ seine Kunde lange auf Aperture 3 warten – wie immer ohne irgendwas zu verraten, wie der Stand der Dinge ist; ob es noch einmal eine weitere Version von Aperture gibt.

Ich habe immer behauptet, es sei reine Geschmacksache, ob man Aperture oder Lightroom nutzt. Naja, es ist natürlich auch eine Frage des Betriebssystems. Wer keinen Mac hat, kommt nicht in die Versuchung Aperture zu testen.

Schon lange habe ich den Eindruck, dass ich in Aperture schneller zu besseren Ergebnissen gekommen bin, als in Lightroom. Aber das mag subjektiv sein. Dachte ich.

Nachdem ich nun mehrere Wochen parallel in Aperture und Lightroom gearbeitet habe, muss mich meine Ansicht revidieren. Aperture ist objektiv das bessere Programm.

Es mag vieles geben, was Geschmacksache ist. Der Umgang von Lightroom 2 mit Farbräumen war nicht nachvollziehbar. Ich habe nie rausgefunden, wie ich den Softproof für den Bildschirm einstellen kann. In Aperture ist das ganz einfach und das Farbmanagement funktioniert ziemlich transparent. Aber das meiste vom Rest sind Details und Peanuts.

Was für mich aber kein Detail oder Peanut ist, ist das Handling unter- und überbelichteter Bereiche. Aperture kommt damit einfach mit Abstand besser zurecht, als Lightroom.

Dazu ein Beispiel:

himmel-aperture-roh.jpg

Das Bild ist eine Gegenlichtaufnahme. Das Motiv gefiel mir. Der kleine Teich, das (riesige) Kreuz, die Spiegelung. Aber das Gegenlicht sorgte dafür, dass der Himmel über, die Landschaft unterbelichtet ausfiel. Vielleicht hätte ich etwas weiter unterbelichten sollen. Dann wäre der Himmel nicht so ausgebrochen. Aber vielleicht hätte das auch zu Problemen in den tiefen Bildbereichen geführt.

In Aperture ließ sich der Himmel so wieder herstellen:

himmel-aperture.jpg

In Camera Raw sieht das Ergebnis so aus:

himmel-cameraraw.jpg

Der Himmel ist völlig tot. Ohne massive, selektive Nachbearbeitung ginge hier gar nichts.

Soweit ich weiß, arbeitet Adobe Photoshop Lightroom mit der selben Entwicklungs-Engine, wie Adobe Camera Raw. Deshalb gehe ich davon aus, dass Lightroom keine besseren Ergebnisse liefern würde, als Camera Raw.

Natürlich sind das krasse Beispiele. Aber ich denke sie zeigen, dass Aperture im Bereich der Tiefen und Lichter einfach bessere Arbeit leistet, als die Software aus dem Hause Adobe.

Ich habe dieses Bild übrigens auch spontan mit Capture One getestet und das Resultat ist nicht wirklich überzeugender, als jense von Camera Raw. Natürlich gibt es noch viele andere Produkte auf dem Markt. Vielleicht hat Capture One Vorzüge, die ich beim kurzen, schnellen Test nicht mitbekommen habe. Aber wenn die Frage lautet: Aperture oder Lightroom? Dann weiß ich heute fix, was ich zu antworten habe (nach der Frage: Hast du einen Mac?)

Und das Beste daran: Apple Apterure gehört im Mitbewerberfeld mit 199 Euro zu den Schnäppchen.

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4 Gedanken zu „Aperture – bessere Raw-Entwicklung“

  1. Es ist ja schon ein wenig Zeit vergangen, LR jetzt als 4.1 und 5.0 schon als Beta.

    Dennoch, ich würde Aperture ja gerne mal testen, aber da es über den App Store kommt; gibt es keine Testversion oder stelle ich mich nur dumm an?

    1. Es gibt keine Testversion, was tatsächlich schade ist. Allerdings finde ich bei einem Preis von knapp 70 Euro einigermaßen zu verschmerzen. Ich hatte Demos von Lightroom, es dann für 200 Euro gekauft und nach einigen Monaten doch einsehen müssen, dass ich nicht damit arbeiten kann. Genauso ging es mir mit Capture One Pro nach einem Jahr – ebenfalls 200 Euro (mit dem Upgrade dazwischen sogar 300). Das schlimmste daran ist dabei noch nicht einmal die paar Hundert Euro, sondern die vielen Stunden die es verschlingt von einem solchen Programm zu einem anderen zu wechseln.

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