Thu, 30. Dec. 10

Ich habe mit Aperture begonnen, noch bevor es Lightroom gab. Bin dann zu Lightroom gewechselt, weil das Programm so viel versprochen hat. Mehrere Monate habe ich mit dem Programm für den Foto-Workflow aus dem Hause Adobe gearbeitet. Doch richtig glücklich wurde ich mit dem Programm nie. Ich mochte die klobige Oberfläche nicht, das schwarze Umfeld ist eigentlich kontraproduktiv für die Bildbearbeitung – ein graues Interface ist deutlich besser – und das Konzept mit den vier Räumen für Sortierung, Entwicklung, Druck und Webausgabe hat meinen Workflow vor allem ausgebremst. Der größte Unsinn: Tastaturbefehle bewirken teilweise in den unterschiedlichen Räumen unterschiedliche Dinge (ich weiß nicht, ob Adobe an diesem Schwachsinn in Lightroom 3 festgehalten hat – in Lightroom 2 war das so).

Bereits 2008 bin ich den Weg zu Aperture zurück gegangen und habe den Schritt nie bereut. Fast nie: Apple ließ seine Kunde lange auf Aperture 3 warten – wie immer ohne irgendwas zu verraten, wie der Stand der Dinge ist; ob es noch einmal eine weitere Version von Aperture gibt.

Ich habe immer behauptet, es sei reine Geschmacksache, ob man Aperture oder Lightroom nutzt. Naja, es ist natürlich auch eine Frage des Betriebssystems. Wer keinen Mac hat, kommt nicht in die Versuchung Aperture zu testen.

Schon lange habe ich den Eindruck, dass ich in Aperture schneller zu besseren Ergebnissen gekommen bin, als in Lightroom. Aber das mag subjektiv sein. Dachte ich.

Nachdem ich nun mehrere Wochen parallel in Aperture und Lightroom gearbeitet habe, muss mich meine Ansicht revidieren. Aperture ist objektiv das bessere Programm.

Es mag vieles geben, was Geschmacksache ist. Der Umgang von Lightroom 2 mit Farbräumen war nicht nachvollziehbar. Ich habe nie rausgefunden, wie ich den Softproof für den Bildschirm einstellen kann. In Aperture ist das ganz einfach und das Farbmanagement funktioniert ziemlich transparent. Aber das meiste vom Rest sind Details und Peanuts.

Was für mich aber kein Detail oder Peanut ist, ist das Handling unter- und überbelichteter Bereiche. Aperture kommt damit einfach mit Abstand besser zurecht, als Lightroom.

Dazu ein Beispiel:

himmel-aperture-roh.jpg

Das Bild ist eine Gegenlichtaufnahme. Das Motiv gefiel mir. Der kleine Teich, das (riesige) Kreuz, die Spiegelung. Aber das Gegenlicht sorgte dafür, dass der Himmel über, die Landschaft unterbelichtet ausfiel. Vielleicht hätte ich etwas weiter unterbelichten sollen. Dann wäre der Himmel nicht so ausgebrochen. Aber vielleicht hätte das auch zu Problemen in den tiefen Bildbereichen geführt.

In Aperture ließ sich der Himmel so wieder herstellen:

himmel-aperture.jpg

In Camera Raw sieht das Ergebnis so aus:

himmel-cameraraw.jpg

Der Himmel ist völlig tot. Ohne massive, selektive Nachbearbeitung ginge hier gar nichts.

Soweit ich weiß, arbeitet Adobe Photoshop Lightroom mit der selben Entwicklungs-Engine, wie Adobe Camera Raw. Deshalb gehe ich davon aus, dass Lightroom keine besseren Ergebnisse liefern würde, als Camera Raw.

Natürlich sind das krasse Beispiele. Aber ich denke sie zeigen, dass Aperture im Bereich der Tiefen und Lichter einfach bessere Arbeit leistet, als die Software aus dem Hause Adobe.

Ich habe dieses Bild übrigens auch spontan mit Capture One getestet und das Resultat ist nicht wirklich überzeugender, als jense von Camera Raw. Natürlich gibt es noch viele andere Produkte auf dem Markt. Vielleicht hat Capture One Vorzüge, die ich beim kurzen, schnellen Test nicht mitbekommen habe. Aber wenn die Frage lautet: Aperture oder Lightroom? Dann weiß ich heute fix, was ich zu antworten habe (nach der Frage: Hast du einen Mac?)

Und das Beste daran: Apple Apterure gehört im Mitbewerberfeld mit 199 Euro zu den Schnäppchen.

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Wed, 22. Dec. 10

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Fri, 17. Dec. 10

Fotoschule onLine - Kreative Digitalfotografie verständlich erklärt

Einer der zentralen Gestaltungsparameter in der Fotografie ist die Perspektive. Um die Perspektive einer Szene bewusst kreativ gestalten zu können hilft es, die Grundlagen der Perspektive zu verstehen und etwas über Fluchtpunkte zu wissen. Wer bereits auf dem Zeichenbrett Illustrationen mit Fluchtpunkten und perspektivisch fliehenden Linien gearbeitet hat, hat beim Fotografieren einen Vorteil. Doch das Grundwissen lässt sich in Grundzügen rasch und ausreichend vermitteln.

Fluchtpunkt und fliehende Linien

Was entfernt ist, wirkt kleiner, kürzer und schmaler – deshalb scheinen die Straßen vor unseren Füßen zum Horizont hin immer enger zu werden. An und für sich verlaufen die beiden Straßenränder natürlich parallel zueinander. Doch wenn wir ihnen mit den Augen in die Ferne folgen, scheinen sie sich am fernen Horizont an einem Punkt zu treffen. Der Punkt an dem sie sich scheinbar treffen wird Fluchtpunkt genannt.

Ein Fluchtpunkt | Mit einem einzigen Fluchtpunkt nehmen wir vor allem flache Objekte wahr. Nicht nur Solche, die sich über die Fläche unter und vor unseren Füßen erstreckt, sondern auch senkrecht stehende Mauern (zum Beispiel am Rande eines Weges) oder in den Himmel ragende Wolkenkratzer vor unserer Nase.

Fluchpunkt1

Perspektive mit einem Fluchtpunkt. Wo sich die beiden Ränder der Straße in der Ferne zu treffen scheinen, liegt der Fluchtpunk.

Fluchpunkt1b

Senkrechtes Objekt mit einem Fluchtpunkt das sich in die Ferne (Tiefe) erstreckt.

Fluchpunkt1c

Senkrechtes Objekt mit einem Fluchtpunkt, das sich in die Ferne (Höhe) erstreckt.

1fp-perspektive.jpg

Perspektiven mit nur einem Fluchtpunkt können einen regelrechten Tiefensog entwickeln. Vor allem wenn Sie mit Weitwinkel fotografiert wurden. Aufnahme mit Canon Powershot G12 (das Klapp-Display hat die niedrige Kameraposition ­erlaubt) und Brennweite 28mm.

Zwei Fluchtpunkte | Bei dreidimensionalen Objekten sind meist (mindestens) zwei Fluchtpunkte im Spiel. Zwar lässt sich ein Würfel mit nur einem Fluchtpunkt auf dem Reißbrett konstruieren doch in der Realität ist er ebenso unmöglich, wie manch anderes Konstrukt.

Fluchpunkt2

Damit ein dreidimensionales Objekt (zum Beispiel ein Haus) Tiefe bekommt, darf es nicht frontal abgelichtet werden, sondern aus der Diagonalansicht.

fluchpunkt1d.png

Man kann nicht gleichzeitig die Vorderseite eines Würfels oder Quaders frontal und zusätzlich eine Seite sehen.

fluchpunkt1e.png

Der oben abgebildete Würfel ist in der Realität so ­unmöglich wie dieses konstruierte ­Objekt.

Frontal- und Diagonalansicht

Wenn man sich direkt vor eine Hausfassade stellt und es frontal ablichtet, dann ist es unmöglich gleichzeitig eine im rechten Winkel dazu angelegte Seitenwand zu sehen. Objekte die in der direkten Frontalansicht abgelichtet sind zeigen in der Regel nur kurze Linien die in die Tiefe fliehen. Die Frontal­ansicht erzeugt deshalb oft etwas langweilige und flache Bilder.

fluchpunkt_frontalansicht.jpg spacer.gif perpsektive-frontal.jpg

Frontaler Blickwinkel vor einem Objekt.

Die Frontalperspektive wirkt meist sachlich und flach. Frontal meint übrigens nicht nur den Blick von vorne, sondern auch direkt von der Seite oder exakt von hinten.

Bewegt man sich von der Mitte der Front weg und passiert eine der beiden Gebäudeecken, kann man in der Diagonalansicht zwei Seiten sehen. Jede dieser Seiten hat dann ihren eigenen Fluchtpunkt.

fluchpunkt_diagonalansicht.jpg spacer.gif perspektive-diagonal.jpg

Diagonaler Blickwinkel auf ein Motiv.

Durch die Diagonalperspektive werden Aufnahmen meist räumlicher, dynamischer und spannender.

Auch wenn es durchaus Situationen und Motive gibt, bei denen die Frontalansicht zum besten Ergebnis führt. Pauschal kann man behaupten, dass die Diagonalansicht in der Regel spannendere Perspektiven und Resultate erzeugt. Die Frontalansicht hingegen neigt zu sachlicheren, ruhigeren, aber eben oft auch langweiligeren Perspektiven. Dabei darf ›Frontalansicht‹ nicht ausschließlich als Blick von vorne verstanden werden. Vielmehr versteht man darunter auch den Blick im 90°-Winkel von der Seite oder direkt von hinten – jede Ansicht die im rechten Winkel zu Front, Rücken oder Seite steht. Diagonalansichten sind umgekehrt alle Blickwinkel dazwischen, die eine schräge Perspektive auf das Objekt liefern.

Auto frontalperspektive

Abbildungen in der Frontalansicht wirken nüchtern, statisch und sachlich. Je exakter ein 90° Winkel in Breite und Höhe eingehalten wird, desto sachlicher die Wirkung.

Auto diagonalperspektive

Diagonalansichten wirken spannender und dynamischer. Besonders wenn Weitwinkel-Brennweiten im Spiel sind.

Man sollte sich sich, wann immer möglich, bewusst mit dem Blickwinkel auf Motive auseinander und die unter­schiedliche Wirkung der Ansichten nutzen, um dynamische Spannung oder statische Sachlichkeit zu vermitteln.

Eine Ausnahme, in der Frontal- und Diagonalansicht absolut gleichwertig zu betrachten sind, stellt die People- und Porträtfotografie dar. Zwar führt auch hier die Diagonalansicht zu einer besonders plastischen Wiedergabe. Doch kein Motiv zieht unsere Aufmerksamkeit und unser Interesse mehr an, als ein Gesicht, das uns direkt entgegen blickt.

Robert diagonal

Der diagonale Blickwinkel betont in der Regel die Physiognomie von Gesichtern deutlicher, als die ­frontale Ansicht. Allerdings berühren uns Porträts, bei denen der Porträtierte nicht in die Kamera blickt, weniger als solche, bei ­denen er dem Betrachter entgegen sieht.

Robert frontal

Blickt uns eine Person direkt in die Augen, dann können wir unsere Aufmerksamkeit kaum entziehen. Das kennen wir aus täglichen ­Begegnungen mit Mitmenschen. Es wirkt aber aus Bildern genauso.

Durch bewussten Einsatz von Frontal- oder Diagonalansicht lassen sich Motive statisch und sachlich oder dynamisch und spannend gestalten.

Drei Fluchtpunkte | In unserer Alltagserfahrung ist die ­natürlichste Perspektive jene, in der geometrische Körper drei Fluchtpunkte haben. Meist liegen dann zwei Fluchtpunkte in der Ferne auf oder in der Nähe des Horizonts und einer in der Tiefe weit unter unseren Füßen.

fluchpunkt3.jpg

Drei Fluchtpunkte erzeugen in der Regel äußerst dynamische Ansichten.

Drei Fluchtpunkte entstehen wenn man sich einem Motiv diagonal nähert und dabei einen tiefen Standpunkt von unten hinauf, oder einen hohen Standpunkt von oben herunter wählt. Beim Blick auf Alltagsobjekte führt diese Perspektive entweder zu sehr gewöhnlich empfundenen Ansichten wenn die Perspektive mit drei Fluchtpunkten moderat ausfällt, oder zu besonders ungewohnten und bemerkenswerten Ansichten, wenn die Fluchtpunkte eng beieinander liegen und die Perspektive extrem ist.

Perspektive deutlich

Für dieses Element eines Gebäudes habe ich bewusst mit ­betonter Perspektive gearbeitet, indem ich nahe an das Gebäude herantrat und eine mittlere Brennweite mit 60 mm wählte. Deutlich zu erkennen, wie die Linien nach links, nach rechts und nach oben auf drei verschiedene Fluchtpunkte zu fliehen. Eine kürzere Brenn­weite hätte die Wirkung noch verstärkt, doch dann wäre der Bildausschnitt zu groß geworden und der Turm hätte seine dominierende Wirkung verloren.

Am deutlichsten zeigt sich dieser Effekt beim Abbilden von architektonischen Objekten. Einerseits kann man aus geringer Distanz und mit Weitwinkel dramatisch fliehende Linien erzeugen, die die Höhe von Objekten betonen können. Die bekanntesten Beispiele dazu sind die Blicke den Wolkenkratzern entlang gen Himmel aus den Straßenschluchten von Großstädten. Fällt die Perspektive jedoch moderat aus und fliehen die Linien in die Höhe nur gering, dann wird das meist als störend empfunden. Der Effekt rührt daher, dass wir beim Ablichten von Architektur in der Regel aus der Froschperspektive heraus fotografieren. Wir müssen die Kamera mehr oder weniger leicht nach hinten kippen und die Blickrichtung nach oben schwenken um auch das Dach mit abbilden zu können. Das Resultat der geneigten Blickachse ist, dass die Fassaden der Gebäude die wir so ablichten nach hinten zu fallen scheinen.

dreifluchtpunkte.jpg

Weitwinkel und Nähe zum Objekt bewirkt, dass – neben den fliehenden ­Linien nach links und nach rechts hinten – auch die Linien nach oben fliehen. In diesem Bild wird dadurch die Höhe drastisch betont.

Verzerrte perspektive

Auch hier sind drei Fluchten zu erkennen: Nach links hinten, nach rechts und nach oben. In diesem Fall wird aber keine Dramatik erzeugt, sondern die Aufnahme wirkt einfach nur misslungen.

Wieder gilt, dass der Fotograf sehr bewusst mit der ­Perspektive arbeiten muss, möchte er beeindruckende Bildergebnisse erzielen, die als handwerklich souverän gemacht empfunden werden.

Titel

Der Inhalt dieser Online-Fotoschule ist in erweiterter Form auch als Buch erhältlich:
»Kreativ fotografieren – Digitalfotografie verständlich erklärt«
Books on Demand, 1. Auflage Oktober 2011;
240 Seiten, in Farbe, Hardcover;
ISBN: 9783842373938;
Link zu Amazon
Link zu Books on Demand
Ladenpreis: 44,90 (D);
Ladenpreis E-Book: 35,99 (D)
Mehr Info und ein kostenloses Demokapitel.

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Wed, 15. Dec. 10

Die wichtigsten Elemente eines Briefbogens ist das Adressfeld und Textblock für die Korrespondenz. Das Adressfeld steht mindestens 55mm von oben und 20mm von links, ist höchstens 45 mm hoch und 90 mm breit. Üblich ist eine Falzmarke 105mm von oben und eine Lochmarke in der Mitte bei 148,5 mm. Rundum sollten Textelemente nicht näher als 3 mm an den Rand.

Tipp: ⌘ beim Erstellen einer Hilfslinie lässt diese über die Einzelseite hinaus reichen.

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Sun, 12. Dec. 10

epos-fotoschule.jpg

Weihnachten steht vor der Tür, aber das richtige Weihnachtsgeschenk fehlt noch? Für Fotobegeisterte könnte ich etwas anbieten: Am 1. Februar 2011 startet die erste »Epos Fotoschule«.

Fotografieren will gelernt sein. Zu wissen, wie Fotografie funktioniert und wie man Bilder kreativ gestaltet, ersetzt die beste Kamera. Schließlich macht nicht der Apparat das Bild, sondern der Fotograf.

Wer also seinen fotobegeisterten Lieben, oder sich selbst, etwas nettes unter den Christbaum legen möchte, der sehe sich doch einmal das Kursangebot an.

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