Wed, 18. Mar. 09

Der zweite Teil über Langzeitbelichtung widmet sich der Visualisierung von Bewegung in einem Bild. Da ein Bild statisch ist und keine Bewegung simulieren kann (ansonsten wären wir ja dann beim Video) ist es umso wichtiger, Dynamik in unsere Bilder zu bringen. Hier einige Tipps wie ein Wasserfall oder ein Bach zum Leben erweckt werden kann.

Ruhe und Gelassenheit

Ruhe und Gelassenheit

Kamera, Einstellungen und Equipment:

Canon EOS 400D
ƒ11, 2.5sec, ISO 100, 27mm (43mm KB)

Fotografiert mit Stativ Manfrotto 190XProB

Spiegelvorauslösung und Fernauslöser

Wie lange für den Schimmelpilz?

Wasser fliesst und bewegt sich – Wasser lebt!. Um diese Bewegung zu visualisieren reichen schon wenige Zehntelsekunden, abhängig von der Fliessgeschwindigkeit. Bei einem flachen Bach wie diesem, kann man die Belichtungszeit schon mal etwas nach oben drehen. Je länge belichtet wird, desto drastischer wird der »Schimmelpilzeffekt«. Es sollten auch hier ein paar Aufnahmen gemacht werden, um die ideale Belichtungszeit zu eruieren. Versuche können bei einem kleinen Wasserfall bereits ab einer halben Sekunde beginnen.

Mittlere Abblendung für optimale Schärfe

Die Schärfentiefe ist abhängig von der Blendenöffnung. Jo grösser die Öffnung, also je kleiner die Blendzahl, desto geringer ist die Schärfentiefe. Bei Landschaftsaufnahmen empfiehlt es sich deshalb, die Blende etwas zu schliessen. Aber Achtung: die meisten Objektive arbeiten im mittleren Blendenbereich am Besten. Ein Objektiv auf Blende ƒ22 einzustellen ist oftmals Kontraproduktiv. Deshalb mit Blende ƒ8 – 11 arbeiten. Wenn man dann noch im Weitwinkel und Normalbereich (Brennweite 50mm und kleiner) arbeitet, hat man mit der Schärfentiefe keine Probleme.

Auf die Knie!

Der Standpunkt ist ein wichtiges Kriterium für gelungene Aufnahmen. Ein Stativ aufstellen um auf Normalhöhe fotografieren zu können wirkt je nach Aufnahme ziemlich langweilig. Generell gilt: je ungewöhnlicher der Standpunkt, desto interessanter das Bild, da es sich von unserem gewohnten Sehen abhebt. Bei diesem Bild hat sich der Fotograf ganz tief runter gewagt um möglichst Nahe am geschehen zu sein. Durch den tiefen Standpunkt und der fehlenden Live-View Kontrolle ist das Bild auch ein wenig in Schieflage geraten. Solche Fehler lassen sich am Computer problemlos korrigieren.

Farbe ist dein Freund

Keine Aufnahmen in Schwarzweiss mit Digitalkameras. Zwar sind viele Kameras mit diversen Softwarefiltern ausgerüstet, doch Farbe die einmal weg ist, kann man nie wieder  zurück holen! Deshalb die Schwarzweissumwandlung in einem Bildbearbeitungsprogramm vornehmen und mit den Farbfiltern experimentieren. Mit der Zeit versteht man die Einflüsse von Rot- Grün- und Blaufilter und kann viel mehr aus den Farbausnahmen heraus holen!

Morgenstund hat Gold im Mund

Das Wetter sollte nicht ausser acht gelassen werden. Strahlender Sonnenschein ist nicht umbedingt des Fotografen Lieblingswetter. Zu hart sind die Schatten und Kontraste. Ideal ist ein freundlicher Tag mit grossen Wolken, welche sich wie riesige Softboxen über dem Himmel ausbreiten. Dann ist genügend Licht vorhanden und die Schatten sind schön weich. Wer den harten Schatten am Tag aus dem Weg gehen möchte, sollte früh morgens zur goldenen Stunde oder spät abends, zur blauen Stunde auf Tour gehen. Diese Aufnahme entstand in einem Waldstück im Hochsommermorgens um 07.00 Uhr. Wäre es an diesem Tag nicht leicht bewölkt gewesen, würden die Schatten deutlich stärker auftreten. Für tolle Aufnahmen muss man sich also schon mal morgens um fünf aus dem Bett quälen.

Übrigens hat auch Markus ein äusserst gelungens Bild zu diesem Thema in seinem Flickrprofil gepostet unter dem Titel «Hast & Ruh»



2 Responses to “Schimmelpilz im Wasser”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Hans Says:

    Wunderschöne Fotos.Schimmelpilz im Wasser kann man nicht jeden Tag fotografieren.Die Bilder sind echt gut geworden.Mir gefällt aber das Schwarz-Weiße mehr.

  2. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Sabrina Sutter Says:

    Ich will nur einmal mehr sagen: EINFACH SENSATIONELL! Ich bin begeistert! und habe gleich lust, alles auszuprobieren – danke für das Teilen eurer Leidenschaft:) LG sabrina

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