Mon, 16. Mar. 09

Es ist nun gut etwa 10 Tage her, da wurde ich von der TimeToPrint GmbH & Co. KG angefragt, ob ich im Bereich Langzeitbelichtung für das Magazin Fotopraxis einen Artikel schreiben würde. Natürlich fühlte mich im ersten Moment sehr geehrt und habe mich dann auch sogleich an die Arbeit gemacht. «Gefordert» warend 5 Tipps und Tricks zur Erstellung einer gelungen Langzeitbelichtungs–Aufnahme. Da sich aus meiner Sicht aber auch die Langzeitbelichtung in zwei Kategorien aufteilen lässt, nämlich in «visualisieren von Bewegung» und «Availabel Light Fotografie», habe ich dann gar 10 Tipps und zwei Bilder vorbereitet. Den ganzen Artikel habe ich dann Markus zur Korrektur zugeschickt (wie ich das eigentlich immer mache).

Er hat mich dann gefragt, wieviel der Verlag bereit ist, für diesen Artikel zu bezahlen. Ich für meinen Teil bin gar nicht auf die Idee gekommen, zu gross war die Freude über die Anfrage. Doch nach kurzer Diskussion musste ich Markus recht geben. Insbesonders deshalb, da die TimeToPrint GmbH & Co. KG eine Agentur ist welche gegen Entgeld Artikel schreibt und ich denen ja diesen Artikel liefere. Also habe ich nachgefragt, mit welchem Honorar ich für diesen Artikel rechnen kann. Die Antwort folgte prompt:

«Unsere Redaktion sieht ihr Ziel darin, mehr für die Foto-Kunst zu tun. Insofern kann jeder dazu durch die Veröffentlichung seiner Fotos in dem Magazin beitragen. Wir geben uns Mühe, möglichst viele talentierte Künstler durch unsere Publikationen vorzustellen. Das Magazin „Foto Praxis“ ist eine Art gebührenfreier Ausstellung und kostenloser Werbung für die Fotokünstler.»

Nun mag dieser Ansatz ja lobenswert sein, würde er den Tatsachen entsprechen. Es wurde nicht nach meinen Portfoliobildern verlangt, sondern nach Langzeitbelichtungen. Es stehen also nicht meine Fotos und das Künstlerprofil im Vordergrund sondern vielmehr die Tipps und Tricks zur Aufnahmetechnik. Ich habe dann nochmals mit Markus gesprochen und wir finden diese Praxis «Gratis Arbeit eines anderen zu Verkaufen» sehr bedenklich. Besonders frech finde ich in diesem Zusammenhang die Rolle der TimeToPrint GmbH & Co. KG. Sie ist eine Fremdagentur, welche Artikel an verschiedene Magazine verkauft und damit ihren Lebensunterhalt verdient. Gratis Artikel von nicht ausgewiesenen Fachpersonen an Fachmagazine zu verkaufen grenzt schon beinahe an illegalen Handel (um es etwas überspitzt auszudrücken). Das wäre etwa das Gleiche, wenn ein beauftragter Grafiker sich Logoentwürfe bestellen würde und diese dann seinem Endkunden verkauft.

Die Quintesenz die ich daraus gezogen habe ist die, dass ich den Artikel nicht eingereicht habe. Stattdessen werde ich ihn hier publizieren. Dabei verdiene ich zwar auch nichts, aber es macht einen Unterschied ob man freiwillig was gibt oder ausgenutzt wird!

5 Responses to “Bedenkliche Praxis”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 manne Says:

    ich freum nich auf den artikel!

  2. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Bernd Habermehl Says:

    Hallo Pascal, ich finde diese Praxis auch sehr bedenklich. Aber ich glaube auch, dass es nicht hilft, wenn man nur schimpft. Schwarze Schafe gibt es genug auf der Welt!!!
    Wenn ich das richtig verstanden habe ist ja die TimeToPrint… nur Zulieferer für das Magazin und hat eigentlich gar nichts zu melden. Ich würde Dir empfehlen, Dich direkt an den Herausgeber bzw. dessen Redaktion zu wenden, denn das dürfte Dir auf jeden Fall sehr hilfreich sein.
    Ich habe selbst über 10 Jahre eine Zeitschrift (zwar nur für Angler)herausgegeben und weiß daher genau wie schwer es ist Artikel von Fachautoren zu bekommen. Entweder sind sie zu teuer, oder sie taugen nichts.
    Wenn Du Dich an die Redaktion wendest und die Deinen Artikel haben wollen, dann bezahlen sie auch etwas dafür.
    Gruß Bernd

  3. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Pascal Says:

    Hallo Bernd

    Vielen dank für deinen Kommentar! Ich habe es mir überlegt ob ich mich direkt mit dem Verlag in Verbindung setzten soll, habe es dann aber gelassen. Klar wäre es toll einen Artikel in einer Zeitschrift vorweisen zu können aber mir war es wichtiger, andere vor dieser Praxis zu warnen wie selber abzustauben.

    Schöne Grüsse
    Pascal

  4. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 fraghorst Says:

    Das ist ja echt der Hammer.
    Tja, die Leser werden sicher profitieren. Für dich heißt es nun: Augen auf und alle Details vorher klären ;-)


    Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
    Immanuel Kant

  5. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Bernd Habermehl Says:

    Hallo Pascal,
    Du würdest vor allem den Verlag vor dieser Parxis warnen. Ich glaube die wären Dankbar für diese Informationen.

    Viele Grüße
    Bernd

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