Thu, 19. Feb. 09
Autor: Pascal Kategorien: Fotografie Tags: ; ; ; ; ; ; ; ;

Zugegeben, das Wetter hätte die letzten paar Tage wirklich besser sein können. Da schaffe ich es endlich mir mal einen Termin zu setzen und Freunde und Verwandte in Köln und Frankfurt zu besuchen und dann macht mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zumal ich neben den Besuchen gerne auch ein wenig fotografiert hätte. Natürlich lässt sich aber ein Fotograf von miesem Wetter nicht aufhalten und versucht das Beste aus der Situation raus zu holen.

Am Samstag war das Wetter in Köln gar nicht so schlecht. Ein leichter Dunstschleier lag über der Stadt, es war bitterkalt aber soweit eigentlich ganz heiter. Da ich überhaupt noch nie in Köln war und auch Marike »erst« seit einem Jahr in Köln studiert, gingen wir gemeinsam auf Entdeckungsreise. Der Dom musste natürlich fotografiert werden, doch versuche ich stets Dinge die schon zig mal fotografiert wurden, neu zu fotorafieren. Dies ist nicht immer so einfach. Einen Trick den man anwenden kann, ist das eigentliche Subjekt, als Nebendarsteller mit auf Bild zu holen.

Kölner DomAls wir am anderen Rheinufer spazieren gingen, sind mir die Kandelaver aufgefallen, welche nahe am Ufer standen. Durch ein wenig Bewegung und Blick durch den Sucher, habe ich dann eine Position gefunden, bei der sich der Dom zwar so richtig wichtig in die Mitte drängt, er doch aber durch die Laternen deutlich an Bedeutung verliert. Die Laternen stehen ganz klar im Vordergrund und ziehen als erstes die Aufmerksamkeit auf uns. Durch die Anordnung im Bild ergibt sich ein Dreieck, welches den Blick umher wandern lässt. Der Kölner Dom in der Mitte agiert dann wieder als Blickfang welche trotz der ziemlich zentralen Anordung, alles andere als langweilig wirkt.

Natürlich durfte auch der Besuch im Dom nicht fehlen. Der Dom ist eine überaus beeindruckende Sehenwürdigkeit. So hoch er von Aussen scheint, das wahre Volumen wird erst im inneren sichtbar. Furchteinflössend und aufregend zugleich, ein gewaltiges Bauwerk mit viel Liebe zum Detail.

Lichtspiel im DomWie schon erwähnt hatten wir am Samstag noch einigermassen gutes Wetter und zwischen durch zeigte sich auch mal die Sonne. Ich habe es meienr aufmerksamen Begleitung zu verdanken, dass ich nebenstehendes Foto machen konnte. Durch das Südfenster, welches aus lauter farbigen Punkten bestehet, viel kräftiges Sonnenlicht ein und die sonst so bider und kalt wirkende Innenwand war plötzlich mit wunderschönen Lichtpunkten versehen. Ein Lichtspektakel das sich Abseits der sonst so berühmten Figuren, Säulen, etc. abgespielt hat. Es lohnt sich halt immer Augen im Hinterkopf zu haben und seien es die der wachsamen Begleiterin :)

Vom Dom aus, welcher direkt beim Hauptbahnhof ist, führ die Eisenbahnbrücke über den Rhein welche auch zu Fuss überquert werden kann. Auch eine kleine Touristenattraktion, denn auf der Brücke sind am Geländer lauter Vorhängeschlösser befestigt, auf denen Name und Datum verliebter Paare eingraviert ist.

Schlösser auf der BrückeOft habe ich Touristen gesehen, die Schlösser abknipsen. Ich habe mich dann mal dazu gestellt und so einen Schnappschuss nachgestellt. Der zeigt zwar schön um was es hier geht, nämlich Schlösser an einem Zaun auf einer Brücke auf welcher Züge fahren, doch ist das Foto alles andere als interessant.

Nun gibt es auch hier verschiedenste Varianten wie man ein Bild visuell ansprechender Gestalten könnte. Nachfolgend einfach mal ein paar Ideen kurz beschrieben.

Schlösser in der TotalenAnstelle alles einfangen zu wollen, kann man sich auf einen Ausschnitt beschränken. Die schönen vorhanden Linien kann man nutzen. Man begibt sich dafür einfach ein wenig in die Hocke, auf Augenhöhe des Objekts (sowieso eine gute Möglichkeit ein Bild interessanter zu gestalten, wenn man sich auf Augenhöhe mit dem Objekt befindet). E voila, das Bild wirkt schon deutlich interessanter auch wenn noch nicht ganz überzeugend. Es gibt aber etwas zu entdecken, das Bild erzählt eine Geschichte, denn plötzlich wird man neugierig und man fragt sich vielleicht: Sind Verna und Micha 3 Jahre später wohl noch immer glücklich zusammen?

Schloss im DetailEine weiter Möglichkeit ist die Beschränkung auf ein Detail. Mit grosser Brennweite und möglichst geringem Abstand habe ich mich einem farblich ansprechenden Schloss angenähert. Durch die grosse Brennweite und der grossen Blendenöffnung, verschwindet trotz des kleineren Sensors der Fuji S100FS, der Hintergrund in der Unschärfe. Der Blick wird auf das Wesentliche gelenkt. Durch die Nahe Distanz und der Grösse sieht man das Schloss im Detail und das ziemlich gross. Der unscharfe Hintergrund mit den riesigen Lichtpunkten bilden einen schönen Gegenpol zum mächtig wirkenden Schloss.

Schlösser als FarbenspielWenn man es noch weiter treiben möchte, kann man ganz radikal werden und alles in der Unschärfe verschwinden lassen. Dieses Bild eignet sich vielleicht nicht als Erinnerungsfoto an gesehenes oder für eine Präsentation, hat aber durch die verzogene in pastell Farben gehaltene Struktur einen malerischen Charakter und könnte gut seine Wirkung grossformatig an einer Wand verbreiten.

Nachdem ich mich um die Schlösser gekümmert hatte, gingen wir noch zum berühmten Melatenfriedhof. Den Tipp habe ich mir beim Photospion in seinem Artikel »Auf Motivsuche« abgeholt. Der Friedhof ist wirklich eine Augenweide und es ist schade, dass es schon dämmerte und das Wetter so trist war. Nicht dass dies nicht zu einem Friedhof passen würde, doch uns war kalt und der Friedhof wurde dann auch um 17.00 Uhr geschlossen. Schade auch, dass das Wetter am Sonntag und Montag sich nicht mehr besserte. Ich werde dem Melatenfriedhof bei meinem nächsten Kölnaufenthalt aber bestimmt wieder einen Besuch abstatten.

Frankfurt TowersAm Montag fuhr ich dann mit dem ICE Richtung Frankfurt. Dort war das Wetter noch grausliger als in Köln. Nichts desto trotz habe ich mich am Nachmittag auf die Socken gemacht und bin die Innenstadt von Frankfurt, sowie das Museumsufer etwas abgelaufen. Wenn man dem garstigen Wetter etwas postives abgewinnen kann, dann das sich Bilder erstellen lassen, welche sich vom Kitsch (blauer wolkenloser Himmel zum Beispiel abheben). So tauchen die Wolkenkratzer der Frankfurter Innenstadt bei genügend Abstand in die Nebeldecke ein. Das obere Ende ist nicht mehr zu sehen, was die Wolkenkratzer noch bedrohlicher und grösser erscheinen lässt. Wegen des trüben Wetters, habe ich das Bild mittels Photoshop in ein Schwarzweissbild konvertiert.

Frankfurt Skyline
In der Nacht wirkt dies durch die Lichter von Häuseren, Strassenlaternen, Autos etc noch viel stärker. Wie bei diesem Panorama, aufgenommen mit 8 Einzelaufnahmen von der Aussichtsplattform des neuen Kaufhauses.

Wegen des schlechten Wetters habe ich aber deutlich weniger Bilder gemacht als ich eigentlich wollte. Trotzdem bin ich mit der Ausbeute schlussendlich ganz zufrieden und finde, ich habe das Beste aus der Situation gemacht :)

One Response to “Das Beste daraus machen!”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Vitti Says:

    ey päsa

    d’frankfurter skyline isch hammermässig! maschinä ;-)

    gruess
    vitti

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