Mi, 01. Okt. 08

von Markus

Ich bin schon mehrfahr gefragt worde, ob sich mein – oder jetzt unser – Einsatz als Blogger in Barem auszahlt. Die Antwort ist wie so oft: Jein.

Zum einen bin ich seit 1997 im Internet präsent. Wow! Das sind jetzt schon elf Jahre. Zwar bekomme ich gelegentlich Anfragen wie “Was kostet ein Logo!”, aber ich glaube wir wissen wie ernst das zu nehmen ist. Wirkliche Aufträge in Form von Anfrage, Angebot und Ausführung habe ich in all der Zeit vielleicht ein Hand voll bekommen. Es mag sein, dass es Branchen gibt, in denen das besser funktioniert. Aber hier im goldenen Westen Österreichs, gehen Gestaltungsjobs meist über Kontakte – auch wenn der Kontakt hauptberuflich etwas ganz anderes machen mag, als professionelle Gestaltung und die Verbindung in Form von Verwandtschaft besteht.

Ich habe in all den Jahren bereits versucht über einen Donatin-Button Spenden für meinen Einsatz zu lukrieren, aber auch diese Einnahmen lassen sich an den Fingern der beiden Hände abzählen. Ich gebe ja zu, dass ich selbst auch viel Blogs lese, und noch keinen Autor mit einer Spende versehen habe, außer vielleicht einer Wortspende in den Kommentaren, bzw. mit einem Link-Tipp im eigenen Blog. Ich habe Google-Adds geschaltet, und wer ein Buch über einen Buch-Tipp im Log bei Amazon bestellt, generiert mir ein paar Prozent Provision. Aber auch das deckt nicht einmal die Kosten, die ich für Server und Services selber investieren muss.

Würde ich also meine Zeit- und Finanzaufwand in Honorar für Werbeeinnahmen und Aufträge umrechnen, dann müsste ich das Weblog als Negativ-Position verbuchen.

So viel zum Nein. Ja, der unermüdliche Einsatz rechnet sich vielleicht doch irgendwie, weil letztlich doch Projekte aus der Web-Präsenz heraus entstanden sind. Über mein Weblog ist Galileo auf mich aufmerksamt geworden, und hat mich mit der Aufnahme des InDesign-Video-Trainings betraut. Zwar war mein Ziel Autor zu werden, und nicht Video-Trainer, aber eines hat zum anderen geführt: Galileo war zufrieden mit meinem Einsatz für das InDesign-Training und hat mich mit der Aufgabe ein Photoshop-Workshop-Buch zu schreiben betraut. Diesem folgt in wenigen Monaten die für CS4 überarbeitete Neuauflage. Und wäre CS4 nicht dazwischen gekommen, dann würde wohl noch vor Weihnachten ein Buch von mir über Gestaltung heraus kommen. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben, und deshalb können alle interessierten nächste (nicht kommende) Weihnacht besagtes Design-Buch unter den Christbaum legen. Dieses Buch ist mein eigentliches Wunschkind.

Das Photoshop-Buch hat nun als nächtes den Verlag Point of Sale auf mich aufmerksam gemacht, und für diesen bereite ich nun gemeinsam mit Pascal gleich zwei Bücher zu Kameras vor. Welche das sind, werden wir in Bälde melden. :-)

Auch wenn das Schreiben von Büchern nicht reich macht – naja, nicht jeden –, so scheint es doch die Kompetenz eines Gestalters unterstreichen zu können. Offensichtlich haben meine Veröffentlichungen mit dafür gesorgt, dass mich neue Kunden mit Aufträgen versorgen. In so fern basiert etwa die Hälfte meines heutigen Umsatzes aus Aufgaben, die sich durch dieses Weblog ergeben haben.

Wenn ich über die Jahre zurück blicke, dann ist aber vor allem eines Ausschlaggebend für dieses Resultat: Ausdauer. Es ist noch nicht lange her, dass ich mich immer und immer wieder gefragt habe, wofür ich das eigentlich mache. Denn eines habe ich mit den meisten, auch weit bekannteren Bloggern, gemein: Das Feedback, das wir erhalten, ist leider oft sehr dünn.

3 Responses to “Kann man mit Bloggen Geld verdienen?”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Pascal Says:

    Zum Glück gibt es noch Zugriffsstatistiken die zeigen, dass doch noch ein paar Leute die Seite besuchen. Ansonsten würde wahrscheinlich der eine oder andere mangels Feedback das Handtuch werfen.

  2. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Michael Says:

    Die Idee eines Blogs und die Motivation einen solchen zu beginnen, ist aber in der Regel auch nicht das Geld verdienen. Dafür sind andere Wege ohnehin besser geeignet.

  3. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Rudi Says:

    Wenn man Bloggen nicht unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass es ganz einfach Spaß macht, dann bringt Bloggen wirklich nur etwas wenn es andere Projekte unterstützt. So haben viele Internetunternehmen ein Blog nur um sich und ihre Produkte bekannt zu machen.

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