Das Wort zum Sonntag

»Wenn jemand jetzt glaubt Licht am Ende des Tunnels zu sehen, können das leicht die Lichter des D-Zuges sein, der auf ihn zu rast.«

So eine Aussage des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück, zur aktuellen Finanzkrise.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass wir hier gerade eine der grundlegendsten Veränderungen der letzten Jahre mit zu erleben – vielleicht grundlegender, als 9/11. Und ich versuche diese Veränderung mit einem optimistischen Auge zu betrachten. Mit diesem Auge sehe ich eine Welt, in der an der Börse investiert und nicht spekuliert, und schon gar nicht gezockt, wird. Eine Welt, in der Unternehmen wieder einen Nutzen für die Menschen produzieren und nicht nur Geld für jene, die eh schon zu viel haben. Eine Welt, in der eine Supermacht ihre alleinige Führungsposition verloren hat und sich mit gleichberechtigten Partnern den Problemen dieser Welt stellen muss, anstatt alles, was gegen den eigenen wirtschaftlichen Interessen und philosophischen Anschauungen entgegen steht, mit massiver Waffengewalt zu überrollen. Eine Welt, in der der Kapitalismus den Turbo wieder verloren hat, und nicht ein Teil der Bevölkerung über zu viel Arbeit klagen muss und am sich am Rande des Burn-out von Sonntag zu Sonntag rettet, während der andere Teil der Bevölkerung keine Arbeit findet.

Ich bin alt genug, nicht mehr an eine bessere Welt zu glauben. Aber ich hoffe doch auf eine Veränderung, und dass wir – zumindest für ein Weilchen – Konsequenzen aus der Krise ziehen. Ich hoffe vor allem, dass wir das Beste aus der Veränderung machen und uns nicht wieder in Depression vergraben.

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