Die Brennweite bezeichnet den Abstand vom Brennpunkt (F) zu einem Hauptpunkt (H) auf der Linse (Quelle: Wikipedia). Den Brennpunkt kennt man von den Pfadfindern, wenn die mit ihrer Lupe und der Sonne versuchen ein Feuer zu entfachen. Der Brennpunkt ist der Punkt, bei dem das gebündelte Licht der Sonne sich auf einen Punkt konzentriert respektive die Brennweite entspricht dem Abstand von der Linse bis zum Brennpunkt. Da ein Objektiv aus mehreren Linsensgruppen besteht, kann die Brennweite nicht so einfach gemessen werden. Ein komplexes Zusammenspiel von bündeln und umlenken verkürzt die Bauweise, was uns aber in der Fotografie ins Sachen Handhabung nur entgegen kommt.
In der Fotografie wollen wir ja aber nicht die Kamera in Brand setzen, sondern ein Bild schiessen. Was also bewirkt die Brennweite? Die Brennweite definiert uns den Bildausschnitt, welchen wir danach als Foto vor uns sehen. Dabei bewirkt ein vergrössern der Brennweite, also auch ein vergrössern des Abstands von Sensor zum Brennpunkt, ein verkleinern des Bildausschnittes. Umgangssprachlich reden wir hier dann vom »zoomen«
Das Ganze kann man anhand eines Tunnels erklären. Stellt euch vor, ihr steht im Tunnel und schaut nach draussen. Wenn ihr ziemlich nahe am Tunnelausgang steht, ist euer Sichtfeld und somit der Sichtwinkel relativ gross. Ihr seht wahrscheinlich noch den Himmel, sowie was links und rechts vom Tunnelausgang steht. Wenn ihr euch nun rückwärts bewegt, wird der Bildausschnitt den ihr seht, immer kleiner. Das Sichtfeld wird immer stärker eingeschränkt und der Sichtwinkel verkleinert sich zunehmend.
Für das menschliche Auge, ist die zunehmende Distanz ein Problem, da wir die Details nicht mehr erkennen können. Für die Optik im Objektiv und unsere Kamera ist es aber ein Leichtes diesen kleinen Bildausschnitt so darzustellen, also würde man gerade davor stehen. Deshalb können wir mit dem vergrössern der Brennweite, die Dinge scheinbar näher ran holen.
Noch ein Nachtrag zu Blende – Wie scharf hätten Sie’s denn gerne.
Dort habe ich erwähnt, dass die Brennweite ebenfalls einen Einfluss auf die Lichtmenge hat. Dies kann man sich anhand des Tunnels auch wieder gut vorstellen. Jeh weiter ich in den Tunnel hinein gehe, desto schwieriger ist es für das Licht nach hinten zu dringen. Deshalb ist es wichtig, das man bei Teleobjketiven mit grossen Brennweiten, eine möglichst grosse Blendenöffnung hat.




Juli 7th, 2008 at 18:23
Hallo Pascal,
danke für die tollen Beiträge und deine sehr anschaulichen Beispiele. Hast du vielleicht auch eine einfache Beschreibung für die “Brennweitenverlängerung” parat? Habe das noch nie so recht behirnt, aber ich geb die Hoffnung nicht auf und möglicherweise schaffst du es ja in einem deiner nächsten Beiträge, dass ich das auch mal kapiere!?
Juli 7th, 2008 at 19:56
Hallo Birgit
Ich gehe mal davon aus, dass du unter »Brennweitenverlängerung« den sogenannten »Crop-Faktor» meinst. Diesen habe ich in der Tat in einem späteren Artikel nieder geschrieben. Ich denke aber es macht Sinn, diesen hier etwas vor zu schieben. Wenn ich dich noch bis Donnerstag vertrösten darf, denn Grundlagenartikel erscheinen immer pünktlich Montags und Donnerstags
Ich habe für das Lob zu danken