Do, 08. Mai. 08

von Markus

Die Logo-Entwicklung ist ein aufwendiger Prozess.

Zunächst sollte der Designer in einer ausführlichen Projekt-Besprechung, ein Gespür für das Unternehmen entwickeln – für seine Tätigkeiten, Besonderheiten, Abnehmer, Marketing-Kanäle, Visionen, Ziele und bei einem bereits bestehenden Unternehmen für seine Tradition.

SketchbookDer Designer beginnt dann Ideen zu skizzieren. Bei mir können nach einigen Tagen, am Ende der ersten Phase 30, 50, oder 70 flotte Handskizzen in meinem Sketchbook landen. In der zweiten Gestaltungsphase, werden jene Entwürfe, mit ausreichendem Potential, am Computer umgesetzt. Vielleicht 20 bis 30 der Handskizzen kommen dann in den Rechner. Jede davon wird wahrscheinlich wieder in mehreren Varianten getestet. Gemeinsam mit den Handskizzen, ergibt das schnell einmal 100 bis 200 Varianten mit mehr oder weniger großen Unterschieden. Daraus werden die drei bis sechs besten Entwürfe ausgewählt und präsentationsreif gezeichnet.

Nach der Präsentation, sollte sich der Auftraggeber für eine der unterschiedlichen Varianten entscheiden können (ansonsten geht es in eine neue Runde). Die ausgewählte Variante wird dann im Detail reingezeichnet. Buchstabenabstände werden im Detail optimiert, Proportionen aus- und angeglichen.

Die Farben werden bestimmt als:

  • Sonderfarben (HKS oder Pantone);
  • CMYK (für Offsetdruck);
  • RAL (für Lacke);
  • Folien;
  • RGB (für Bildschirm).

Die reingezeichnete Logo-Datei wird in der Regel in verschiedenen Farbversionen ausgegeben als:

  • Sonderfarben;
  • CMYK;
  • RGB;
  • SW;
  • Negativ (zB. weisse Outline-Zeichnung für schwarze und dunkle Hintergründe).

Außerdem ist es meist notwendig, die einzelnen Farbvarianten, in verschiedenen Dateiformaten, für unterschiedliche Aufgaben zu speichern. Die professionelle Druckvorstufe bevorzugt ein Vektor-EPS, für das Internet eventuell JPEG- und GIF-Varianten, während für MS Office wieder PNG seine Vorteile hat.

Am Ende des Prozesses, sollte ein Logo mit starker Eigenständigkeit und emotionalen Werten stehen, das dem Unternehmen auf den Leib passt.

Für ein Logo in professioneller Ausführung, starkem und maßgeschneiderten Charakter, sollte ein kleines bis mittelständisches Unternehmen schon zwischen 20 und 40 Stunden kalkulieren – schließlich möchte man keine Lösung, die nach zwei Jahren schon wieder aus der Mode, oder in der Praxis nur mit erheblichem finanziellen Aufwand umsetzbar ist.

Wer die Investition in ein starkes Logo scheut, sollte sich überlegen, welchen Zweck das Logo für ihn erfüllen muss (siehe auch: Wer braucht ein Logo?). Eine Sparvariante, die lediglich beliebig ist, ist dabei noch das kleinere Übel. Eine laienhafte Lösung wird dem Image eher schaden als nützen. Ein Logo das nicht funktioniert, kann teurer kommen, als die aufwändigste Entwicklung und dabei kontraproduktiv sein. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Entscheidung für ein Logo in der Regel eine Entscheidung fürs Leben ist!

Gründern, deren Budget für eine professionelle Lösung nicht ausreicht, sollte geraten werden, den Schritt in die Selbständigkeit ohne Logo zu gehen: Ein Logo nachträglich einzuführen ist ein Leichtes. Ein bestehendes Logo auszutauschen ist schwierig, kostet Geld und ist mit Risiken verbunden.

2 Responses to “Was kostet ein Logo?”

  1. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 marco Says:

    habe ich doch richtig gelesen?! “was kostet ein logo?”. wo aber steht nun die antwort auf diese frage im darunterstehenden text?? wäre schön wenn wir es erfahren, wieviel ein logo kostet.

    beste grüße
    marco

  2. 4Avatars v0.3.1 v0.3.1 Markus Says:

    Die Antwort ist: Was kostet ein Auto?
    Hätten’s gern an Polo? Einen A4? Oder doch lieber einen Maibach? Oder soll’s ein Panzer sein?
    Die Frage lässt sich so also nicht pauschal beantworten. Ich möchte mit diesem Artikel aber dafür sensibilisieren, dass die Arbeit an einem Logo einiges an Aufwand bedeutet und sich in der 50- oder 100-Euro-Klasse via Internet keine starken, individuellen Lösungen kaufen lassen.
    Allerdings lässt sich mit etwas Phantasie aus der Angabe 20–40 Stunden ein Preis für ein gutes Logo für ein KMU errechnen.

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