Das schöne daran ein gut besuchtes Weblog zu führen ist, auch einmal seinen Frust öffentlich machen zu können. Im guten Wissen, dass täglich hunderte Besucher zuhören oder besser gesagt mitlesen. Dabei geht es nicht allein um Frust, sondern auch um ein Thema das mir sehr am Herzen liegt: Benutzerführung. Und wenn dabei etwas vergeigt wird, bin ich immer besonders frustriert.
Schon bei meinem schönen Opel Astra, den ich wirklich phantastisch designed finde, war die Benutzerführung der Bordelektronik plus Autoradio eine Zumutung. Schade, dass sich die Designer so viel Mühe mit der Form gaben und dabei die Funktion nicht richtig durchdachten.
Mazda legt da noch einen drauf. Ich habe ja bereits über mein Spaßmobil, einen MX5 Roadster — stilecht mit Fetzendach — berichtet, und auch über den vergoldeten iPod-Connector (zumindest wäre für knapp 200 Euro eine Vergoldung schon drin gewesen).
Hat jemand von euch einen iPod? Sicher. Und viele, wenn nicht die meisten, werden meistens, wenn nicht immer, Musik im Zufallsmodus hören. Kommt dabei zufällig ein Lied daher, das mit der derzeitigen Stimmung nicht kompatibel ist, dann drückt man schon mal den Weiter-Knopf und der iPod wählt, schlau wie er ist, zufällig den nächsten Song aus. Wobei: so schlau ist das gar nicht, denn alle Audio-Geräte die einen Zufallsmodus kennen arbeiten so. Außer die Audio-Anlage von Mazda. Da wird durch drücken des Weiter-Knopfs der Zufallsmodus beendet und man landet immer wieder beim ersten Song der Playlist. Nach dem zehnten Mal weiter-drücken kommt man sich vor wie Bill Murray in ›Täglich grüßt das Murmeltier‹ und beginnt den unschuldigen Song zu hassen, der da zufällig an erster Stelle gelandet ist.
Nun unterstelle ich, dass die Konstrukteure die die Funktion der Audio-Anlage im Mazda MX5 definiert haben nicht sehr schlau waren, oder zumindest hier nicht wirklich nachgedacht haben und auch keine Minute darauf verschwendeten zu prüfen wie Audio-Geräte im Allgemeinen und der iPod im besonderen arbeiten.
Es ist keine Schande sich an Üblichkeiten zu orientieren, Standards einzuhalten und Geräte-Steuerungen so anzulegen, dass sie so reagieren wie es der Benutzer erwartet. Es ist auch kein Fehler sich für einen Moment Gedanken darüber zu machen wie der Benutzer, der mein Design später in die Hand bekommt, dieses Produkt vermutlich zu benutzen wünscht. Darüber sollte sich der Designer grundsätzlich Gedanken machen. Ob er nun einen iPod-Connector, ein Handy, einen Videorecorder, eine Getränkeverpackung, ein Buch, eine Broschüre oder was auch immer gestaltet. Nur der Künstler ist davon befreit, die Erwartungen seiner Kunden erfüllen zu müssen. Wir Designer sind Dienstleute. Und wenn der Konstrukteur gestaltet ist auch er ein Dienstmann der mit dem Kopf seiner Kunden denken sollte. Und nicht eine spontane Eingebung oder eine vermeintliche Idee gedankenlos umsetzen.
Am Ende kann ich auch kein Loblied auf den Umgang Mazdas mit meinem Anliegen singen. Auf meine Frage ob damit zu rechnen sei, dass Mazda diesen offensichtlichen Fehler in der Audio-Steuerung der Audio-Anlage möglicherweise durch ein Software-Update zu beheben gedenkt, hieß es aus der Zentrale in Österreich, dass man die Bedienung des Geräts zwar auch für Bedenklich hält, aber ich müsse damit eben leben.
Ich versuchte dann von den Kollegen bei Mazda in Deutschland via Internet eine zweite Meinung einzuholen, aber dort wurde meine Anfrage komplett ignoriert.




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