Zeitschriften für Gestalter

Ich bin vor wenigen Tagen gefragt worden welche Zeitschriften ich als Designer lese und habe mir dann gedacht, die Antwort könnte auch in mein Weblog passen.

Die korrekte Antwort wäre: Ich lese kaum Zeitschriften, mit Ausnahme der ›Autorevue‹. Diese hat zwar wenig mit Grafikdesign zu tun und auch nicht viel mit Design im Speziellen. Aber da die Gestaltung von Automobilen doch gewissermaßen die Königsklasse des Produktdesigns repräsentiert, verfolge ich die Entwicklung der Formensprache bei Autos mit großem Interesse.

Weil ich eben schon länger keine Design-Magazine mehr regelmäßig lese, sind die folgenden Tipps und Hinweise sehr relativ zu betrachten. Es kann sein, dass sich die Qualitäten der Publikationen mittlerweile wieder geändert haben. Nehmen Sie es einfach als Wegweiser einiger Namen, und sehen Sie sich am Kiosk an, was Ihnen davon interessant erscheint.

Page

Die ›Page‹ dürfte das meistgelesene, deutschsprachige Magazin zum Thema Grafikdesign, Typografie und Werbung sein. Ich habe die Page selbst Jahre lang gelesen, hatte sie auch Zeitweise im Abo.

Wer sich einen Überblick über die deutsche Werbegrafik-Szene und ihr Schaffen machen möchte ist mit ihr gut bedient. Neben Berichten aus der Medienlandschaft, bedient sie den geneigten Leser auch mit laufenden Tipps und Tricks rund um Photoshop, InDesign, Flash & Co.

Ich persönlich habe im Laufe der Jahre den Eindruck bekommen, dass bei der Page zunehmend geduldiges Papier mit viel heißer Luft aufgeblasen wurde. Für ein Magazin, das man in einer halben Stunde durchgeblättert hat, scheint sie mir einfach zu teuer.

novum

Besser gefallen als die Page hatte mir zuletzt das ›novum‹. Das novum sticht zunächst durch einen meist sehr aufwändig, in ständig neuen Papieren produzierten Umschlag heraus. Außerdem durch einen relativ schlanken Umfang — dabei sollte man dem novum allerdings zugute halten, dass die schlankere Linie im Verhältnis zur Page weniger auf fehlende Substanz, sondern eher auf weniger Werbung zurück zu führen sein dürfte (was eine rein subjektive Behauptung ist).

Ich habe im novum viele sehr interessante Artikel zu den Themen Grafik und Corporate Design gelesen. Außerdem stellen Sie immer wieder sehr interessante Arbeiten internationaler Designer. Wenn ich ein ›Desinger-Magazin‹ wirklich empfehlen sollte, dann würde ich dem novum den Vorzug geben.

Form

Die ›Form‹ ist kein Magazin zu Grafikdesign, sondern liefert Berichte über Design im Großen und Ganzen. Sie berichtet also auch über Produktdesign und Architektur. Ich habe die Form vor vielen Jahren regelmäßig gelesen und und war stets begeistert über ihre hervorragenden Artikel. Die ›Form‹ war eine Zeitschrift, bei der man wirklich den Eindruck hatte, dass der Inhalt Substanz und Relevanz hat. Die letzten Ausgaben die ich vor zwei oder drei Jahren gelesen habe, konnten diesen Eindruck nicht halten. Dies fiel allerdings in eine Zeit, in der die Form generell in Turbulenzen befunden haben dürfte — auf jeden Fall hat sich damals der Verlag verändert. Ich möchte also nicht ausschließen, dass die Form mittlerweile wieder an Klasse gewonnen hat. Wer an Design interessiert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick darauf werfen.

Design Report

Der ›Design Report‹. Auch so eine Zeitschrift, bei der nicht Grafikdesign im Mittelpunkt steht, sondern Design global. Es geht also oft auch um Produktdesign, bis hin zur Architektur — und das ist auch gut so, denn der Blick über den Tellerrand erweitert den Horizont. Außerdem sind die Grundlagen ›guten‹ Designs doch in allen Bereichen des Designs vergleichbar.

Richtig anfreunden konnte ich mich mit dem Design Report nie. Er bleibt zwar preislich am Boden und liefert auch immer wieder interessante Berichte, aber die Aufmachung erschien mir oft etwas … infantil? — die Typografie mehr schlecht als recht.

Publishing Praxis

Mehr mit Druckvorstufe als mit Design hat die ›Publishing Praxis‹ zu tun und diesbezüglich ist sie für jeden aktiven Grafikdesigner absolut interessant — schließlich ist er täglich mit der den Möglichkeiten und Einschränkungen der Druckvorstufe konfrontiert. Auch die Berichte zum Thema Typografie und Gestaltung scheinen mir durchaus Substanz zu haben.

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